Mitgliederversammlung der ACK Deutschland tagt in Augsburg

20 Jahre Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre
Die Mitgliederversammlung erinnerte in Form eines vorgeschalteten Studientages an 20 Jahre „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“. Der 1999 von der römisch-katholischen Kirche und vom Lutherischen Weltbund unterzeichneten Erklärung haben sich inhaltlich mittlerweile auch der Weltrat methodistischer Kirchen, die Anglikanische Gemeinschaft sowie die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen angeschlossen. Außerdem nahm die Mitgliederversammlung einen Text an, den der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA) dazu vorbereitet hatte und verabschiedete in diesem Zusammenhang eine eigene Erklärung.

Multilaterale Ökumene
Im Hinblick auf die Vorbereitung des Dritten Ökumenischen Kirchentags 2021 betonte die Mitgliederversammlung der ACK Deutschland, dass es sich bei Ökumene nicht nur um das Miteinander von evangelischer und römisch-katholischer Kirche handle, sondern vielmehr um eine multilaterale Kooperation. Die Mitgliederversammlung sprach sich deshalb für eine starke Präsenz der ACK auf dem Dritten Ökumenischen Kirchentag 2021 aus.

Jahr der Ökumene 2021
Die Mitgliederversammlung der ACK Deutschland hatte sich auch intensiv mit dem Jahr 2021 beschäftigt, in dem gleich mehrere, für die Ökumene höchst relevante Ereignisse stattfinden: Neben dem Dritten Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main treffen sich rund 755 Delegierte und über 4.000 Gäste und Beobachter des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe zur Vollversammlung des ÖRK. Die Mitglieder der ACK Deutschland sprachen sich für ein gemeinsames Jahresmotto aller ökumenischen Veranstaltungen unter dem Titel „2021: Jahr der Ökumene“ aus.

Kritik an geplanter Änderung der Beschäftigungsverordnung

Die geplante Änderung der Beschäftigungsverordnung, die ausländische Seelsorger betrifft, wird von der ACK kritisch gesehen. Ausländische Seelsorger sollen vor Erhalt einer Einreisegenehmigung nach Deutschland beweisen, dass sie über hinreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Die Mitglieder unterstützten den Brief, den der Vorstand der ACK an die zuständigen Ministerien geschrieben hat. Darin wird festgestellt, dass die geplante Änderung auch erhebliche negative Folgen für die pastorale Praxis mehrerer ACK-Mitgliedskirchen hätte und massiv ins Selbstbestimmungsrecht der Kirchen eingreife, das im Grundgesetz verankert sei.

Tendenz zur „Archipelisierung“
Reverend Sören Lenz, Exekutivsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Straßburg, referierte im Rahmen der Mitgliederversammlung zum Thema „Kurz vor dem Brexit – nach der Wahl: Europa vor einer Zerreißprobe?“. Anhand der Beispiele der „Gelbwestenbewegung“ in Frankreich, des Brexit und des Erstarkens der AfD in Deutschland arbeitete er heraus, dass sich größere Teile der jeweiligen Bevölkerung von den politischen Eliten auf nationaler und internationaler Ebene nicht mehr vertreten fühlten.

Insgesamt, so Sören Lenz, setze sich die Tendenz zur „Archipelisierung“ fort: Menschen bewegten sich zunehmend innerhalb von Gruppen, die ihre eigenen Überzeugungen teilten. Diese „homogenen Inseln“ hätten nur noch lose Bindung an die Gesamtgesellschaft. Zugleich lasse sich auch innerhalb der Kirchen die Tendenz feststellen, dass sie in ihrer Positionierung zu grundsätzlichen Fragen, wie zum Beispiel im Bereich von Ehe und Familie, auseinanderdriften.

Die Kirchen könnten in ihren internationalen Organisationen wie der KEK gleichwohl ein positives Beispiel für ein konstruktives und zukunftsweisendes Miteinander in Europa geben. Sie lebten gerade auf dem Gebiet der Ökumene nach dem Grundsatz der versöhnten Verschiedenheit und der „Einheit in Vielfalt“.

Ökumenepreis 2019 der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland an die „Sodener Passion“ überreicht

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der ACK Deutschland wurde am 18. September in Augsburg in einem Festakt der mit 3.000 Euro dotierte Ökumenepreis der ACK Deutschland an die „Sodener Passion“ verliehen. Das positive Miteinander der christlichen Kirchen in Bad Soden am Taunus basiert auf einem fast 50-jährigen ökumenischen Weg. Seit 16 Jahren begehen die christlichen Kirchen die Passionszeit gemeinsam. „Ich freue mich, dass mit diesem Projekt eine Initiative ausgezeichnet wird, die von hohem ehrenamtlichem Engagement getragen ist“, schrieb Kardinal Walter Kasper, der Schirmherr des Ökumenepreises, in seinem Grußwort anlässlich der Verleihung.

ACK Deutschland
Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen, darunter die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Mio. Christen in Deutschland. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland (Ökumenische Centrale) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen. Weitere Informationen: www.oekumene-ack.de




Greifswald: Nach Brandanschlag neues Kirchengebäude der Adventisten eingeweiht

Einweihungsfeier und Festgottesdienst
Bei strahlendem Sonnenschein kamen am Samstagnachmittag viele Gäste, um gemeinsam mit den Kirchenmitgliedern das neue Gemeindehaus einzuweihen. In Fragmenten wurde filmisch die Geschichte dieser weltweiten evangelischen Freikirche gezeigt. Einzelne Gruppen wie Pfadfinder, Senioren und die Lebensschule, ein Forum zum Menschsein, stellten sich vor. “Der Chor sang zeitweise mit Gänsehaut erzeugenden Intonationen“, so Gemeindemitglied Katja Sterz. Anschließend wartete ein großes Kuchenbuffet auf die Anwesenden. Den Abschluss des Tages bildete ein öffentlicher, kostenloser Kinoabend mit der Vorführung des schwedischen Musikfilm-Dramas „Wie im Himmel“ aus dem Jahr 2004 von Regisseur Kay Pollak mit Michael Nyqvist und Frida Hallgren in den Hauptrollen.

Zerstörung durch Brandstiftung
Kurz nach der Wende im Jahre 1994 erhielten die Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Greifswald ihr erstes eigenes Kirchengebäude in der Anklamer Straße. Zwanzig Jahre dienten diese Räumlichkeiten den Gemeindemitgliedern als Heimat für Gottesdienste, Feste, Spiele, Seminare und Gruppenstunden der Kinder, Jugendlichen und Pfadfinder. Am 29.07.2014 fiel das Haus durch Brandstiftung den Flammen zum Opfer und musste abgerissen werden.

Gegen 03:15 Uhr ging damals ein Notruf bei der Leitstelle der Polizei Neubrandenburg ein, der Eingangsbereich des Hauses in der Anklamer Straße würde brennen. Beim Eintreffen von Polizei und Feuerwehr stand bereits der Dachstuhl in Flammen. Die Beschädigungen war so stark und das Gebäude nicht mehr zu retten.

Neues Gebäude
Nach langwierigen Verhandlungen mit der Versicherung und mehr oder weniger geduldigem Warten auf die Baugenehmigung, so berichtet der damalige Pastor Markus Voß, konnte dann im September 2016 mit dem Neubau begonnen werden. Bereits am 16. März im darauffolgenden Jahr wurde Richtfest gefeiert.

Der von den Potsdamer Architekten Mayer-Winderlich und Martinez geplante Kirchenraum bietet Platz für 120 Personen und kann mit mobilen Wänden in kleinere Räume unterteilt werden. Auch eine Hausmeisterwohnung in einem Über-Eck-Anbau ist integriert.

Der größte Teil der Baukosten wird mit der Versicherungssumme von 540.00 Euro Euro bestritten. Darüberhinausgehende Kosten fallen an, da der Neubau etwas größer wird. Die Kirchenmitglieder haben sich verpflichtet, über die nächsten 10 Jahre einen Teil des fehlenden Geldes beizusteuern. Über 30.000 Euro sind bereits gespendet worden.

Dank an Gastfreundschaft
Sehr dankbar sei man für die Gastfreundschaft der anderen Kirchengemeinden der Stadt, so Werner Hönes vom Kirchenrat. Besonders die Brüdergemeinde in der Marienstraße hätte den rund 65 Adventisten in der überwiegenden Zeit ohne eigenes Gebäude Gottesdienste in ihren Räumen ermöglicht.




Theologische Hochschule Friedensau trauert um Manfred Böttcher

Manfred Böttcher, in Stettin geboren, studierte von 1947 bis 1950 am damaligen adventistischen Missionsseminar Friedensau. Er war als Pastor in Leipzig und Dresden tätig und wurde 1955 ordiniert. Böttcher wirkte als Abteilungsleiter und Sekretär (Geschäftsführer) in der Nordostsächsischen Vereinigung der Siebenten-Tags-Adventisten, danach im Ostdeutschen Verband und dann als Präsident der Thüringischen Vereinigung. Von 1968 bis 1982 war er Präsident der Freikirche in der DDR und leitete in schwierigen Zeiten die Geschicke der dortigen Adventgemeinden.

In seiner Zeit als Direktor am Theologischen Seminar Friedensau (1982-1990) trug er zur akademischen Weiterentwicklung bei und machte die Bildungsstätte auch für Studierende aus Mosambik, der Sowjetunion, Angola und Jugoslawien zugänglich, so der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, Professor Dr. Roland E. Fischer. 1988 wurde ihm die Ehrendoktorwürde in Theologie der adventistischen Andrews University in Berrien Springs, Michigan/USA, verliehen. In der Wendezeit 1989/90 bemühte sich Böttcher erfolgreich um die staatliche Anerkennung des Theologischen Seminars als Hochschule.

Im Rentenalter war er laut Roland E. Fischer Gastdozent an der Theologischen Hochschule Friedensau und engagierte sich ehrenamtlich in der Hochschulbibliothek. Manfred Böttcher veröffentlichte eine Reihe von Büchern, unter anderem „Weg und Ziel der Gemeinde Jesu“ (1978), „Wagnis des Glaubens, Dialog und Zeugnis der Adventgemeinde in der DDR“ (2001), „Die Adventgemeinde in der DDR, eine Gratwanderung von 1949 bis 1990“ (2007) und „Schlüssel zur Bibel: Erkunden, Erkennen, Erfahren“ (2002). Gleichzeitig hatte er ein hohes Interesse an der praktischen Gemeindearbeit, die er selbst durch seine Predigttätigkeit unterstützte. Er nahm noch im hohen Alter Anteil am Ergehen der Freikirche und der Entwicklung der Hochschule, berichtete Fischer.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist seit 1990 eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




Haus Wittelsbach in Bad Aibling feiert Richtfest

Jetzt konnte Heimleiter Michael Mocnik zum Richtfest und gleichzeitig zur Baustellenbesichtigung einladen. Zahlreiche Besucher waren seiner Einladung gefolgt, unter ihnen Bad Aiblings Erster Bürgermeister Felix Schwaller und Kurdirektor Thomas Jahn. Dieter Neef, Finanzvorstand des Trägervereins, begrüßte die Gäste mit den Worten aus dem Bibelbuch Psalm 23: „Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar“. Darauf nahm Pastor Wolfgang Dorn, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern, in einer kurzen Andacht Bezug. Als kirchlicher Träger der Einrichtung wolle man auch den neuen Baukomplex dem Herrn widmen, in dem sich gut wohnen und bleiben lasse. Da ein derartiges Projekt erhebliche finanzielle Mittel erfordert, war auch Björn Stein angereist. Er repräsentiert die Bank für Kirche und Diakonie, die Teile der Maßnahme finanziert. Mit viel Humor trug Hans Obermeyer den Richtspruch vor. Danach folgte eine zünftige Brotzeit.

Neugierige konnten sich verschiedenen Führungen durch die Baustelle anschließen. Bei einem solchen Rundgang zeigte sich Bad Aiblings Erster Bürgermeister Felix Schwaller tief beeindruckt von dem Neubau und dem pflegerischen Konzept, das hier Einzug halten wird. Für Kurdirektor Thomas Jahn ist eine Einrichtung wie das Haus Wittelsbach eine Werbung für Bad Aibling als attraktive Badestadt. Auch Architekt Thomas Otte und Projektleiter Joachim Vetter beantworteten fachkundig die Fragen der Besucher. Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung bildeten „die vier Hinterberger Musikanten“.

Haus Wittelsbach
Das Senioren- und Pflegheim Haus Wittelsbach im oberbayerischen Bad Aibling ist ein Seniorenheim mit vollstationärer Pflege und Kurzzeitpflege. Der Träger ist der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. mit Sitz in Bad Aibling. Der Verein ist Teil des Sozialwerkes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Das Haus ist eine „rauchfreie Zone“ und bietet 69 rüstigen und 125 pflegebedürftigen Senioren Platz.

Informationen zum Haus Wittelsbach unter: https://www.seniorenheim-wittelsbach.de/




EKD gibt friedenstheologisches Lesebuch heraus

Ein Lesebuch für alle, die sich für den Frieden einsetzen
„Das Lesebuch ist aber nicht nur eine wunderbare Grundlage für eine engagierte Debatte auf der Synode“, betont Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der EKD. „Es bietet all denen innerhalb wie außerhalb der evangelischen Kirche, die sich persönlich für den Frieden einsetzen wollen, einen guten Überblick und Ansatzpunkte für die eigenen Fragestellungen und Themen. Denn wer sich für den Frieden und die Gewaltfreiheit engagieren will, kann ja an ganz unterschiedlichen Stellen ansetzen. Etwa bei der Frage, wie wir uns im Alltag begegnen, beim Umgang miteinander im Netz, politisch im Einsatz für Demokratie und Menschenrechte, im Ausland in der Entwicklungszusammenarbeit oder bei der Frage nach Klimagerechtigkeit.“

Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, der die Entstehung des Buches maßgeblich begleitet hat, hob die Aktualität der Fragestellung hervor: „Angesichts der aktuellen Friedensgefährdungen brauchen wir ein neues Nachdenken über den Frieden. Und wir brauchen gute Beispiele von Friedensstifterinnen und Friedensstiftern, damit deutlich wird, wie Frieden heute möglich ist. Deshalb verbindet das Buch beides: grundsätzliches Nachdenken und eine Fülle beispielhafter Projekte und Entwicklungen.“

Bezugsquelle
Das Buch „Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens. Ein friedenstheologisches Lesebuch“ ist bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig erschienen und kostet 35 EUR. Die Printausgabe kann im Buchhandel (ISBN 978-3-374-06058-0) oder unter www.eva-leipzig.de bestellt werden. Online ist der Text unter https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/Lesebuch-Synode-2019.pdf verfügbar.




Theologische Hochschule Friedensau beteiligt sich an Interkultureller Woche

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der ThHF seien an der Hochschule Studierende aus 30 Nationen eingeschrieben. Es handele sich um einen Campus auf dem das interkulturelle Miteinander seit 120 Jahren gelinge. Insgesamt seien in Deutschland rund 5.000 Veranstaltungen in mehr als 500 Städten und Gemeinden geplant. Ein Höhepunkt sei in der Region Burg-Genthin am 3. Oktober das große Abschlussfest auf dem Genthiner Marktplatz.

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche ist eine Initiative der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen mitgetragen. „Der nationale ‚Tag des Flüchtlings‘, dieses Jahr am 27. September, ist Bestandteil der IKW“, so die Initiatoren.

Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- (B.A.) und Master-Studiengänge (M.A.), zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Informationen: https://www.thh-friedensau.de




„Salz der Erde“

Das Motto des diesjährigen ökumenischen Tages der Schöpfung nahm zum einen Bezug auf das Jesuswort im Matthäus-Evangelium, Kapitel 5, Vers 13: „Ihr seid das Salz der Erde“. Zum anderen auf die großen Salzvorkommen der Stadt. Eröffnet wurde die zentrale Feier vom Vorsitzenden der ACK Deutschland, Erzpriester Radu Konstantin Miron, sowie vom Vorsitzenden der ACK Baden-Württemberg, Prälat Prof. Dr. Traugott Schächtele. Ergänzt wurde das Programm durch Führungen, Aktionen, einer Filmpräsentation und einem Empfang.

Festrede Ministerpräsident Kretschmann
Ministerpräsident Kretschmann nahm in seiner Festrede Bezug auf das Motto „Salz der Erde“ und spendete geistlichen Zuspruch. „Jeder Mensch ist ein ,Initium‘ (lat. Anfang). Er kann kreativ sein und einen Neuanfang beginnen“, so Kretschmann. Er sprach jedoch auch den Umwelt- und Klimaschutz als globale und persönliche Verantwortung an, die es zu erkennen gelte. Darüber hinaus müsse sich der Mensch ein Urteil bilden und für Nachhaltigkeit einsetzen, da die Welt Gottes Gabe an den Menschen sei, die es zu pflegen gelte und die Ehrfurcht verdiene. Zuletzt thematisierte der Ministerpräsident die Wirkung und forderte die Kirchen auf, ihre Idee des guten Lebens in die säkulare Gesellschaft einzuspeisen und nachhaltiges Handeln ermutigend vorzuleben: „Ich glaube, wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir das Ruder noch herumreißen“.

Ökumenischer Festgottesdienst
Im Rahmen des ökumenischen Festgottesdienstes predigte Pastorin Andrea Schneider vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland ebenfalls über das Motto des Schöpfungstages. Niemand könne mehr behaupten, ahnungslos zu sein, wie wir die Natur ausbeuten, so Schneider. Angesichts der drängenden Zeit sei globales Umkehren und Umdenken nötig. Christen könnten „Salz sein“, indem sie beispielsweise auf den Geschmack eines sinnvollen Lebens bringen, verletzte Menschen heilsam behandeln, aber auch „Salz in die Wunden der Gesellschaft streuen“ und sich politisch einmischen. Konkrete Beispiele nannte die Rundfunkpastorin ferner in Bezug auf die Erhaltung der Schöpfung. In diesem Sinne werde eine „konservative Wende“ benötigt. „Damit das Leben Zukunft hat auf unserem schönen Planeten.“

Schöpfungstag an jedem ersten Freitag im September
Seit dem Jahr 2010 feiert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland jährlich am ersten Freitag im September einen ökumenischen Tag der Schöpfung. Er geht auf eine Anregung des damaligen Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I., dem Ehrenoberhaupt der orthodoxen Weltkirche, zurück, einmal im Jahr „gemeinsam zum Schöpfer zu beten“. Dieser Tag wird bundesweit begangen und regt dazu an, das Lob des Schöpfers als Christen gemeinsam anzustimmen und gleichzeitig die eigenen Aufgaben für die Bewahrung der Schöpfung in den Blick zu nehmen.

ACK Deutschland
Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Millionen Christen in Deutschland. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland („Ökumenische Centrale“) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.




Bilder entstehen in den Köpfen der Blinden

Blinde spüren, was sie gerade erleben
Die Sprache und die Atmosphäre, die Kultur und das Klima wären nicht nur mit den Augen erfahrbar, sondern auch durch das Hören, Riechen und Schmecken, gibt Thäder zu bedenken. Aber was heißt das konkret? Jeder Ausflug der Blindenfreizeit werde vorab erst einmal ausführlich beschrieben. Außerdem versuche das Team etwas vorzubereiten, was die Teilnehmer ertasten können. Zum Beispiel ein Fühlbild mit dem Grundriss der Stadt, die besucht werden soll oder mit Modellen von markanten Gebäuden. Dieses Jahr gab es laut Pastor Thäder unter anderem Ausflüge in die Straßburger Altstadt, ins Europaparlament sowie zu einem Baumwipfelpfad. Blinde könnten sehr genau spüren was sie gerade erleben: den Wind in den Baumwipfeln, die sakrale Stimmung einer Kirche oder die Atmosphäre eines Parlamentsgebäudes.

Alle zwei Jahre eine Blindenfreizeit
„Die Freizeitteilnehmer genießen den Austausch unter Mitbetroffenen, außerdem trauen sie sich in der Gruppe Dinge, die sie sich alleine nicht zutrauen“ so der Leiter der Hope Hörbücherei. Abends hätten sich die 19 Blinden und Sehbehinderten erzählt, was sie am Tag „gesehen“ haben. Denn in den Köpfen der Blinden entstünden Bilder der Dinge, die sie gespürt, gehört, gerochen und geschmeckt haben, erläutert Thäder. Die diesjährige Blindenfreizeit fand vom 1. bis 15. August im „Haus Schwarzwaldsonne“ in Freudenstadt statt. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland und Österreich. Die Freizeit 2019 wurde durch die „Aktion Mensch“ gefördert.

„Alle zwei Jahre organisieren wir solch eine Freizeit“, so Thäder. Der Veranstalter ist das Advent-Wohlfahrtswerk, das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Verantwortlich für die Durchführung ist der Leiter der Hope Hörbücherei des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“. Die nächste Blindenfreizeit ist für Sommer 2021 vorgesehen.

Hope Hörbücherei
Der Dienst der Hope Hörbücherei wurde 1964 als Blindenhörbücherei der STIMME DER HOFFNUNG ins Leben gerufen. Jeder, der sehbehindert oder blind ist, kann christliche Zeitschriften und andere Veröffentlichungen auf DAISY-CD, MP3-CD oder Audio-CD und Bücher auf DAISY-CD, MP3-CD gesprochen kostenlos ausleihen. Der Verleih von mehreren Hörbüchern auf einer SD-Karte ist möglich. Ältere Buchtitel gibt es auch noch auf Kassetten. Weitere Informationen unter: https://www.blindenhoer-buecherei.de/




„Aufbruch Ökumene“

„Ich bete darum, dass der Heilige Geist uns zugleich Beine macht und den nötigen Rückenwind gibt“, sagte Bedford-Strohm in Bezug auf die Überwindung von Trennungen zwischen den Konfessionen am Beispiel des gemeinsamen Abendmahls. „Aufbruch Ökumene“ könne man sowohl beschreibend, als auch richtungsweisend verstehen. Der EKD-Ratsvorsitzende hob unterschiedliche Schlaglichter der zwischenkirchlichen Beziehungen in den letzten Jahren hervor. Gerade im diakonischen Handeln sei mehr Ökumene nötig und auch möglich.

Die Feier des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 habe sowohl den Schmerz über Trennung deutlich gemacht, als auch eine Spirale der Wertschätzung angestoßen. Dies dürfe sich aber nicht allein auf die beiden großen Kirchen in Deutschland beziehen: „Wir müssen uns noch mehr von der bilateralen zur multilateralen Ökumene bewegen!“, so der Ratsvorsitzende. Bedford-Strohm schloss mit einem Ausblick und persönlichen Wünschen für die Entwicklung zwischenkirchlicher Beziehungen in der Zukunft.

Konfessionskundliches Institut Bensheim
Das Konfessionskundliche Institut wurde 1947 in Bensheim an der Bergstraße gegründet. Träger des Instituts ist der Evangelische Bund e.V. Als ökumenewissenschaftliches Arbeitswerk beobachtet und bewertet es unter anderem die aktuellen Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen. Die Arbeit des Instituts wird zudem von der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Kirche der Pfalz finanziell getragen. Weitere Informationen: www.konfessionskundliches-institut.de




Evangelische Friedensarbeit: 80 Jahre nach Beginn des zweiten Weltkrieges Frieden wieder in Gefahr

Der Frieden wieder in Gefahr
„80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs ist der Frieden wieder in Gefahr“, mahnt Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Derzeit gebe es zahlreiche gewaltsam ausgetragene Konflikte und Kriege. Menschen würden aus Furcht vor Gewalt und Verfolgung ihre Heimat verlassen und Rüstungsexporte dazu beitragen, dass Konflikte nicht friedlich gelöst werden könnten, kritisiert auch Lutz Krügener, einer der Sprecher der EAK und Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. „Deutschland ist eine der größten Rüstungsexportnationen und hat an dieser Entwicklung einen wesentlichen Anteil“, so Krügener.

Mehr finanzielle Mittel für zivile Konfliktbearbeitung
Eine deutsche Verantwortung für den Frieden in der Welt sollte nach Ansicht der Evangelischen Friedensarbeit aber eher darin bestehen, sich für Versöhnung und Gerechtigkeit einzusetzen, betont Renke Brahms. „Dazu gehört, dass finanzielle Mittel für eine zivile Konfliktbearbeitung auszubauen und die Friedens- und Freiwilligendienste national wie international stärker zu unterstützen sind.“ Ebenso gelte es, den Klimaschutz massiv auszubauen, um eine weitere Ursache für Krieg und Flucht einzugrenzen.

Eine atomwaffenfreie Welt
Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg verlange auch die Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt, betont die Evangelische Friedensarbeit. „Der Zweite Weltkrieg endete durch den Abwurf zweier Atombomben auf Japan, die Hundertausenden den Tod brachten, mit Folgen bis heute für die Opfer. 80 Jahre später wollen die Atommächte ihre Arsenale modernisieren und aufrüsten, gleichzeitig werden Abrüstungsverträge gekündigt. Damit steigt die Gefahr eines nuklearen Konflikts. Dem muss sich entgegengestellt werden“, so der EKD-Friedensbeauftragte.

„Die Opfer des Zweiten Weltkriegs sind auch 80 Jahre nach dessen Beginn eine laute und andauernde Mahnung für den Frieden“, stellte Renke Brahms fest. Direkt nach dem Krieg hätten die Kirchen der Welt betont, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein solle. „Dem sind Christinnen und Christen bis heute verpflichtet.“

Der Wortlaut des EAK-Aufrufs findet sich bei: https://static.evangelisch.de/get/?daid=y82zK2PrZ9qUs9ypa_mCjbHI00237231&dfid=download

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Sprecher im Bundesvorstand der EAK sind Wolfgang Buff, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), und Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wird im EAK-Vorstand und in der Mitgliederversammlung von Dr. Horst Sebastian vertreten, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Informationen: www.eak-online.de




Internationale Altaistik-Konferenz in Friedensau

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau kooperiert in Deutschland die PIAC mit dem Institut für Turkologie der Freien Universität Berlin. An der 62. Jahresversammlung nahmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über einem Dutzend Länder und Regionen teil. Sie kamen aus Japan, Korea, Russland, China, Taiwan, Kirgisistan, Kasachstan, Ungarn, Frankreich, der Mongolei, Türkei, den USA und Deutschland. Themen der aktuellen Tagung waren verschiedene Religionen wie der alttürkische Tengrismus und der Buddhismus, insbesondere ihr Verhältnis zum weltlichen Staat. Neben den Tagungsthemen stand auch die Erkundung der Region auf dem Programm. So wurden unter anderem der Dom in Magdeburg und die hugenottische Petrikirche in Burg bei Magdeburg besucht.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de

Informationen zur PICA unter http://www.altaist.org/




UN-Gedenktag für Opfer religiöser Gewalt

Der Entwurf zur Resolution war vom polnischen Außenminister Jacek Czaputowicz eingebracht und von acht weiteren Staaten unterstützt worden. Die Resolution verurteilt jede Art von Gewalt gegen Personen auf der Grundlage ihrer Religion oder Weltanschauung sowie jeden direkten Angriff gegen deren Häuser, Geschäfte, Unternehmen, Schulen, Kulturzentren und Gebetsstätten sowie Anschläge auf Personen, religiöse Stätten und Heiligtümer. Dies verstoße gegen das Völkerrecht, heißt es im Dokument. Es sei eine der Hauptaufgaben von Staaten, die Menschenrechte zu schützen und zu fördern. Das beinhalte auch den Schutz von Personen, die zu religiösen Minderheiten gehörten, einschließlich ihres Rechts, ihre Religion oder Weltanschauung frei auszuüben.

Demnach sei es auch wichtig, dass die bestehenden Vorschriften besser in den Rechtssystemen umgesetzt und durchgesetzt werden, damit Individuen vor Diskriminierung und Hassverbrechen geschützt seien.

Christen stark von Diskriminierung und Gewalt betroffen
Die Christen sind mit Blick auf globale Religionen weltweit am stärksten von religiös motivierter Gewalt betroffen, wie das Pew Research Center in Washington/USA herausfand. Der jüngste unabhängige Bericht im Auftrag des britischen Außenministers bestätigt diese Einschätzung, so Open Doors Deutschland, ein christliches Hilfswerk, das sich für verfolgte Christen einsetzt.

Der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode, begrüßt den neuen UN-Gedenktag und erinnert an die Millionen Christen, die verfolgt werden: „In zahlreichen Ländern gibt es keine oder nur eine sehr eingeschränkte Religionsfreiheit. Christen in vielen islamisch geprägten Ländern sind wegen ihres Glaubens hohem gesellschaftlichen Druck, Anfeindungen und Hass ausgesetzt. In China übt die Regierung systematisch Druck auf alle Andersdenkenden aus. Besonders im Visier sind Mitglieder nicht registrierter Kirchen, weil sie ihre Loyalität zu Jesus Christus über die zu Staatschef Xi Jinping stellen. Im Iran und weiteren Ländern drohen Konvertiten zum christlichen Glauben Haft und sogar die Todesstrafe. All‘ dies sind weitere Formen von Gewalt.“

Tödliche Angriffe auf Christen und Kirchen
Open Doors veröffentlicht jährlich den Weltverfolgungsindex, der die 50 Länder auflistet, in denen die Situation für Christen am schwierigsten ist. Aus der Ausgabe 2019 geht hervor, dass zwischen November 2017 und Oktober 2018 in den 50 untersuchten Ländern mehr als 4.100 Christen aus religiösen Gründen getötet wurden, darunter 3.700 allein in Nord- und Zentralnigeria.

An Ostern 2019 starben bei Angriffen auf drei Kirchen in Sri Lanka mehr als 250 Menschen; 176 Kinder verloren Mutter oder Vater oder beide Elternteile; einige Familien verloren alle ihre Kinder. Anfang dieses Jahres kamen bei einem Angriff in einer Kirche auf den Südphilippinen 20 Menschen ums Leben. In Indonesien griffen Selbstmordattentäter 2018 an einem einzigen Tag drei Kirchen an.

Zum Weltverfolgungsindex von Open Doors:
https://www.opendoors.de/christenverfolgung/weltverfolgungsindex.

Zur TV-Serie „Gesichter der Verfolgung“:
https://www.hopechannel.de/tv/mediathek/serie/ml/gesichter-der-verfolgung/




Gemeinsame Zukunft als Ziel der 10. Weltkonferenz „Religions for Peace“

Etwa 800 hochrangige religiöse Führer, Jugendliche und gläubige Frauen der großen Weltreligionen wie Bahá’í, Buddhisten, Christen, Hindus, indigenen Religionen, Jain, Juden, Islam, Sikh, Zoroastri werden von 100 Vertretern von Regierungen, zwischenstaatlichen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen unterstützt, um in den vier Konferenztagen, nach Aussagen der Veranstalter, weitreichende Partnerschaften zum Wohle der Allgemeinheit aufzubauen. Das Motto der Tagung lautet: „Sorge für unsere gemeinsame Zukunft – durch Förderung des positiven Friedens“.

Die Versammlung selbst sei eine Zeit multireligiösen Handelns. Religionsführer aus Konfliktzonen würden an Konfliktmediationssitzungen unter weiteren Religionsführern und anderen wichtigen Interessengruppen teilnehmen. Diese privaten Friedensgespräche hätten bei früheren Konferenzen zu sehr positiven Ergebnissen auf dem Balkan, in Westafrika, im Nahen Osten, in Sri Lanka und Indonesien geführt. Nationale interreligiöse Räte (IRCs) und Gruppen würden bewährte Praktiken austauschen, um besser gerüstet zu sein, konkrete Maßnahmen vor Ort in ihren eigenen Ländern zu ergreifen.

Die 1970 in Kyoto/Japan gegründete Versammlung Religions for Peace ist seit 1973 als Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen akkreditiert und hat ihren Sitz in New York/USA. Alle 5 – 7 Jahre organisiert die Organisation eine Weltversammlung. Bei dem diesjährigen Treffen stehen zwei konkrete Ziele auf der Agenda: Nach den Anschlägen auf Kirchen in Sri Lanka und eine Moschee in Christchurch sollen mit Hilfe einer globalen Bewegung sogenannte „Schutzringe“ um religiöse Stätten errichtet werden. Zweitens sollen die Rechte afrikanischer Frauen gestärkt und sie besser vor sexueller Gewalt geschützt werden.

Weiter will die Konferenz Friedensprozesse vorantreiben und sich für Zusammenarbeit, Menschenrechte, Klimawandel und Umweltschutz einsetzen. Am Rande der Tagung finden außerdem Gespräche zwischen Konfliktparteien aus Myanmar, Bangladesch, Nord- und Südkorea und Süd-Sudan statt.

Der Künstler Gisbert Baarmann hat aus Anlass der Weltkonferenz die 7,5 Meter hohe Skulptur „Ring of Peace“ (Friedensring) aus Lärchenholz im Luitpoldpark am Ufer des Bodensees geschaffen. 36 Hölzer aus aller Welt sind darin verarbeitet. Der sogenannte „Möbiusring“ steht als Symbol für den Frieden unter den Religionen, ohne oben und unten, innen und außen.




Spendenbereitschaft deutscher Adventisten mit 58 Millionen Euro ungebrochen

„2018 war in finanzieller Hinsicht ein sehr segensreiches Jahr“, kommentierte der Finanzvorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Dieter Neef, das vorgelegte Zahlenwerk. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige: während 19.200 Adventisten in Nord- und Ostdeutschland durchschnittlich 1.426 Euro pro Mitglied gaben, waren es in Süddeutschland bei 15.592 Mitgliedern 1.856 Euro pro Adventist.

Die Spenden für die Außenmission in Höhe von 2,8 Millionen Euro sind gegenüber dem Vorjahr etwas rückläufig, wogegen die Haushaltsbeiträge für die lokalen Kirchengemeinden mit insgesamt 11,4 Millionen Euro um knapp 2 Millionen Euro gestiegen sind. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische „Zehnte“ gehört. Die Zehntensteigerung betrug in Nord- und Ostdeutschland 3,8 Prozent, in Süddeutschland sogar 5,8 Prozent. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte.




Zum Schulanfang beste Wünsche von ADRA

Bildung ist der Schlüssel
„Wir wüschen den eingeschulten Kindern einen tollen Start in ihre Schullaufbahn. Den älteren Schülerinnen und Schülern wünschen wir ebenfalls viel Erfolg in der Schule“, so Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland e.V.. Das Bildungssystem in Deutschland gehöre zu den besten auf der ganzen Welt. ADRA denke auch an diejenigen, die keinen oder eingeschränkten Zugang zu Bildung haben. Gerade Bildung sei der Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung. Deshalb fördere ADRA Deutschland in den Projekten Kinder und Erwachsene, die keine Schulbildung erhalten hätten. So würde ADRA beispielsweise Lehrpläne entwickeln und Schulen in Somalia bauen oder die Alphabetisierung von Frauen in Burundi fördern.

Bildung ist ein Menschenrecht
Derzeit wird das Recht auf Bildung weltweit über 262 Millionen Kindern verwehrt. Ohne Bildung sind Kinder gefangen in einem Teufelskreis, geben die Armut an die nächste Generation weiter. Kinder von bildungsfernen Eltern leiden häufiger an Unterernährung und sterben vor der Vollendung des fünften Lebensjahres. Dazu kommt, dass ein Kind, das nicht zur Schule geht, anfälliger ist für Menschenhandel, schneller als Kindersoldat missbraucht wird und ein erhöhtes Risiko für frühe Heirat, Teenager-Schwangerschaft und Kinderarbeit hat.

Initiative „Every Child. Everywhere. In School.“
Um auf die Bedeutung der Bildung in der Entwicklungszusammenarbeit hinzuweisen hat ADRA im Februar die weltweite Kampagne „Every Child. Everywhere. In School.“ ins Leben gerufen. Teil dieser Initiative ist eine Petition mit dem Ziel, eine Million Unterschriften zu sammeln, damit sich die Vereinten Nationen mit dem Anliegen beschäftigen. Dazu wird ein Team von ADRA in den nächsten vier Wochen jeweils mittwochs im hessischen Darmstadt mit einem Informationsstand vertreten sein. Dort können die Bürger und Bürgerinnen mehr über die Kampagne erfahren und auch direkt die Petition unterstützen.




Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gastmitglied der ACK Bayern

Zustimmung aller ACK-Mitgliedskirchen
Der Vorstand und der Ständige Ausschuss der ACK Bayern hätten mehrfach und ausführlich über den Antrag auf Gastmitgliedschaft beraten, so der Geschäftsführer der ACK Bayern, der griechisch-orthodoxe Theologe Georgios Vlantis. In der Sitzung des Ständigen Ausschusses am 13. Oktober 2018 sei einstimmig bei zwei Enthaltungen beschlossen worden, den Kirchenleitungen die Zustimmung zu dem Aufnahmeantrag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern als Gastmitglied zu empfehlen. Der Beschlussfassung wären Gespräche des Vorstandes und des Ständigen Ausschusses mit der Leitung der Freikirche vorausgegangen. Für die Aufnahme eines Gastmitglieds in die ACK Bayern ist die Zustimmung aller Mitgliedskirchen nötig. Die Kirchenleitungen der ACK-Mitgliedskirchen hätten einstimmig der Gastmitgliedschaft der Siebenten-Tags-Adventisten zugestimmt. Der Prozess sei Ende Juli abgeschlossen worden.

Kontakt und Austausch mit unseren „Nachbarn“
Prälat Dr. Bertram Meier, Vorsitzender der ACK Bayern, freue sich über das neue Gastmitglied: „Ich heiße die Adventisten ganz herzlich in unserem Kreis willkommen. Das Vertrauen zueinander ist in letzter Zeit stetig gewachsen, so dass alle Mitgliedskirchen der ACK Bayern der künftigen noch engeren Zusammenarbeit mit den Adventisten gespannt und freudig entgegenschauen.“

Der Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern, Pastor Wolfgang Dorn, äußerte: „Als Adventisten in Bayern freuen wir uns darüber, als Gastmitglied in der ACK Bayern mitwirken zu können. Damit wird ein Beschluss der Adventgemeinden in Bayern von 2013 umgesetzt. Entsprechend dem Verständnis unserer Weltkirche teilen wir das Anliegen mit allen Kirchen durch einen konstruktiven Dialog zum gegenseitigen Verständnis beizutragen. Dies geschieht durch das Gespräch über Fragen des Glaubensverständnisses, Gottesdienst und des geistlichen Lebens. Außerdem ist es uns auch ein Anliegen, in einem säkularisierten Umfeld die christliche Botschaft und den Glauben an Jesus Christus weiterzugeben. Auf diesem Weg sind wir als Freikirche nicht alleine unterwegs und suchen den bewussten Kontakt und Austausch mit unseren ‚Nachbarn‘, das heißt den anderen christlichen Kirchen in Bayern.“

ACK Bayern und bayerische Adventisten
Die ACK Bayern hat jetzt 19 Mitgliedskirchen, drei Gastmitglieder und vier mitwirkende Organisationen. Die Delegierten der Gastmitglieder haben beratende Stimme. Weitere Informationen: https://www.ack-bayern.de/

Zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören in Bayern 70 Kirchengemeinden und rund 4.500 mündig getaufte Mitglieder. Die Freikirche ist in dem Bundesland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Informationen: https://bayern.adventisten.de/

Seit 1993 Gastmitglied in der ACK Deutschland

Bereits seit 1993 ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland Gastmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. In den folgenden regionalen ACKs hat die Freikirche ebenfalls einen Gaststatus: Ökumenischer Rat Berlin, beziehungsweise Ökumenischer Rat Berlin-Brandenburg (seit 1971), ACK Hamburg (1990), ACK Bremen (1992), ACK in Sachsen (1992), ACK in Mecklenburg-Vorpommern (1993), ACK in Sachsen-Anhalt (1993), ACK in Schleswig-Holstein (1993), ACK in Thüringen (1995), ACK in Nordrhein-Westfalen (2003) und ACK in Niedersachsen (2007). In der ACK in Baden-Württemberg hat die Freikirche seit 1992 einen Beobachterstatus. Nicht vertreten sind die Adventisten bisher in den ACKs in Hessen und Rheinhessen sowie in der Region Südwest (Rheinland-Pfalz und Saarland).




Evangelische Friedensarbeit trauert um Pfarrer Ulrich Finckh

„Ulrich Finckh hat sich über Jahrzehnte hinweg mit Nachdruck, Beharrlichkeit und großem Engagement für ein Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung eingesetzt“, betonte Detlev Besier von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Er war viele Jahre ehrenamtlicher Geschäftsführer der EAK und habe deren Arbeit geprägt. Dabei sei es ihm stets wichtig gewesen, dass Menschen, die aus Gewissensgründen den Dienst mit der Waffe verweigerten, eine öffentliche Anerkennung für ihre Entscheidung erhielten, stellte Besier fest, der auch Friedensbeauftragter der Protestantischen Kirche der Pfalz ist.

Ein unbequemer, wichtiger Mahner
Gerade in einer Zeit, in der Kriegsdienstverweigerer in der Gesellschaft stigmatisiert worden seien, habe sich Pfarrer Ulrich Finckh, der bis 2003 Vorsitzender der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen war, mit Fachwissen und unermüdlichem Einsatz für deren Rechte eingesetzt. „Ulrich Finckh stand den Betroffenen in Prüfungsverfahren zur Seite, er stritt aber auch beharrlich gegenüber den politischen Verantwortlichen für deren Rechte“, so Detlev Besier.

Die evangelische Friedensarbeit habe Ulrich Finckh viel zu verdanken, betonte Renke Brahms. „Er war ein unbequemer, aber wichtiger Mahner für eine friedliche Welt. Seine Stimme wird fehlen“, so der EKD-Friedensbeauftragte, der im Trauergottesdienst für Ulrich Finckh auch die Predigt hielt.

Soldat, Pfarrer, Pazifist
Ulrich Finckh wurde am 4. September 1927 in Heilbronn geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Soldat miterlebte, studierte er in Marburg, Mainz und Göttingen evangelische Theologie und wurde zunächst Pfarrer in Mettenheim (Rheinhessen), ab 1962 Studentenpfarrer in Hamburg, bevor er 1970 in Horn in Bremen Gemeindepfarrer wurde und dies bis zu seinem Ruhestand 1991 blieb. Er war 1971 bis 2012 Mitglied im Vorstand des Sozialen Friedensdienstes Bremen, von 1971 bis 2003 Vorsitzender der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, von 1974 bis 2004 Mitglied des Beirates für den Zivildienst und Mitbegründer der Gustav-Heinemann-Initiative. Finckh war auch lange Jahre ehrenamtlicher Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Er starb am 25. Juli in Bremen. Seine Autobiografie „Pimpf, Pfarrer, Pazifist. Ein kritischer Rückblick (1927-2017)“ erschien 2018 als Band 42 der Schriftenreihe „Geschichte & Frieden“ im Donat-Verlag, Bremen.

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Sprecher im Bundesvorstand der EAK sind Wolfgang Buff, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), und Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wird im EAK-Vorstand und in der Mitgliederversammlung von Dr. Horst Sebastian vertreten, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Informationen: www.eak-online.de




Theologische Hochschule Friedensau trauert um Professor Dr. Winfried Noack

Winfried Noack, 1928 in Breslau geboren, studierte am adventistischen Theologischen Seminar Marienhöhe Darmstadt Theologie und an der Ludwig-Maximilians-Universität München Germanistik, Geschichte, Geographie und Philosophie. Während seiner Tätigkeit als Lehrer von 1954 bis 1992 am Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt wurde er 1962 zum Pastor der Siebenten-Tags-Adventisten ordiniert und 1966 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz promoviert.

Gemeinsam mit seiner Frau Renate entwickelte Noack in Friedensau ab 1992 das Studienprogramm am Fachbereich Christliches Sozialwesen. Er war Gründungsmitglied des Instituts für theologische und sozialwissenschaftliche Erforschung von Gemeindeentwicklung und Mission sowie des Instituts für integrative Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit der Hochschule, zu dessen Leiter er berufen wurde. 1995 erfolgte die Ernennung zum Professor. Im Jahr 2000 wählte die Theologische Hochschule Friedensau ihn für sieben Jahre zum Prorektor.

„Winfried Noack verband sein umfangreiches wissenschaftliches Wirken mit praktischer Projektarbeit in der Umgebung von Friedensau, später in Darmstadt, wo er mit seiner Frau den Ruhestand verlebte. Ihrer beider Herzlichkeit vermittelte stets ein Gefühl der Verbindlichkeit und des Angenommenseins“, betonte der Rektor der Hochschule, Professor Dr. Roland E. Fischer.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




100 Jahre Gehörlosengemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

Anfänge in Bremen
Margarete Heine wurde 1894 als hörendes Kind gehörloser Eltern geboren. Sehr früh erlernte sie als die Älteste von sechs Kindern der Eheleute Heine die Handzeichensprache, um sich mit den Eltern verständigen zu können. Mit 24 Jahren lernte sie durch die Adventistin Giesecke den Glauben an Jesus Christus kennen. Als Kinderfräulein betreute Margarete Heine nach ihrer Taufe die gehörlosen Kinder Else und Hilda bei der gehörlosen Familie Pohl und erzählte ihnen auch von ihrem Glauben.

Im Januar 1920 wurde Frau Pohl, die Mutter von Else und Hilda, als erste Gehörlose getauft und in die Adventgemeinde Bremen aufgenommen. Mit 26 Jahren lernte Margarete den gehörlosen Berliner Carl Puich kennen. Er war Sozialist und glaubte nicht an Gott. Das änderte sich jedoch und er ließ sich am 20. Dezember 1920 taufen. Vier Tage später fand die Hochzeit mit Margarete statt. Die Trauung wurde von dem adventistischen Pastor Müller aus Magdeburg in Zeichensprache durchgeführt.

Carl Puich war der erste gehörlose adventistische Evangelist in Deutschland. Er begann 1921 die Bibel mit Gehörlosen zu studieren. Seine Frau Margarete dolmetschte jeden Sabbat (Samstag) im Gottesdienst das Bibelgespräch und die Predigt. Mit 35 Jahren wurde Margarete Puich auch als Gebärdensprachdolmetscherin an den Gerichten vereidigt. Ihre Dolmetschertätigkeiten waren nicht nur auf Bremen beschränkt. Auch zu Ärzten und Behörden wurde sie gerufen. Über 50 Jahre wirkte Margarete unermüdlich im Dienst an gehörlosen Mitmenschen. Carl Puich verstarb 1966, seine Frau 1982.

Ausbau der adventistischen Gehörlosengemeinschaft
Nach dem Tod von Carl Puich wurde der gehörlose Horst-Dieter Meyer evangelistisch tätig. Er hielt 1973 seine ersten Bibelvorträge unter Gehörlosen in Hannover. Horst-Dieter Meyer wurde neben seinem Beruf als Optikermeister in Stadthagen nach Carl Puich der zweite gehörlose Evangelist der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Durch sein Engagement wuchs die adventistische Gehörlosengemeinschaft. Er starb 2015.

1974 fand die erste Gehörlosen-Bibelfreizeit im Bergheim Mühlenrahmede im Sauerland mit Horst-Dieter Meyer und Gastreferent Pastor Heinz Hopf statt. Es war der Start eines jährlich stattfindenden Gehörlosentreffens der adventistischen Gehörlosengemeinschaft auf Bundesebene.

1976 wurde Georg Pietruska Beauftragter, Dolmetscher und Koordinator für die adventistischen Dolmetscher. Er organisierte in den Adventgemeinden von 1976 bis 1996 Dolmetscherkurse. Pastor Gerhard Freitag, wurde von1987 bis 1990 offizieller Beauftragter der Freikirche für die adventistischen Gehörlosen. 1992 wurde Pastor Gerd Wildemann der zweite offizielle Bundesbeauftragte für die Gehörlosen. 2013 fand der erste internationale Gehörlosenkongress der Siebenten-Tags-Adventisten in Cologne/Frankreich statt. 2015 gab es den ersten internationalen Gebärdendolmetscher-Lehrgang für die Gebärdensprache International Sign Language (ISL) in Sevilla/Spanien.

Globaler Dienst für Gehörlose
Laut Gerd Wildemann, gibt es weltweit 250 bis 300 Millionen Gehörlose, von denen nur zwei bis vier Prozent Christen seien. Deshalb habe die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten erstmals mit Jeff Jordan, Collegedale, Tennessee/USA, einen gehörlosen Pastor zum Koordinator des Dienstes an Gehörlosen ernannt. Er soll als globaler Berater, Trainer und Evangelist tätig sein, um die rasch wachsende weltweite Arbeit der Adventisten unter Gehörlosen zu unterstützen. Pastor Jordan hat ein Theologiestudium absolviert und ist aktiv in gehörlosen Kirchengemeinden tätig.

Spezielle Dienste der Adventisten für Gehörlose gebe es gegenwärtig in Argentinien, Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Kenia, Mexiko, den Philippinen, Russland, der Ukraine und den USA, so Pastor Wildemann.

Jubiläumsfeier in Hamburg
Bei der Jubiläumsfeier am 3. August in Hamburg werde Jordan im Gottesdienst um 10 Uhr die Predigt in ISL (Internationale Gebärden Sprache) gebärden. Dolmetscher würden dies in DGS (Deutsche Gebärdensprache) und in die Lautsprache Englisch / Deutsch übersetzen. Während des Gottesdienstes sei auch die Taufe einer Hörgeschädigten vorgesehen.

Am Samstag-Nachmittag gebe es unter anderem einen Einblick in den weltweiten Gehörlosendienst der Siebenten-Tags-Adventisten mit Berichten aus Deutschland, den USA und Brasilien. Aus Brasilien berichtet Douglas da Silva, São Paulo. Er sei der erste gehörlose adventistische Pastor in Brasilien für den Dienst an Hörgeschädigten in seinem Land, informierte Wildemann.




Keine Abschiebung von christlichen Konvertiten und Baha’i in den Iran

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bestreite nicht, dass christlichen Konvertiten willkürlich Gefängnis, Folter und Tod im Iran drohten, halte jedoch eine Abschiebung in das Land für möglich, da man sich als Christ nicht zu erkennen geben müsse. Doch gerade Konvertiten, die ihren Glauben besonders ernst nähmen, möchten ihn auch praktizieren und darüber sprechen können, so Kauder.

Taufbescheinigung genügt
Außerdem stellten die Entscheider im BAMF oft die Ernsthaftigkeit des Übertritts zum Christentum in Abrede. Zwar könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein Muslim zum Christentum übertritt, um nicht abgeschoben zu werden, räumte der Bundestagsabgeordnete ein. Doch wenn ein Muslim Christ werde, habe er viel größere Probleme mit seiner Verwandtschaft als beispielsweise ein Katholik, der in Deutschland in eine protestantische Kirche übertrete. Wie ernst es einem Konvertiten mit seinem Glauben sei, könne nicht objektiv überprüft werden. Das habe schon die jahrelang in der Bundesrepublik praktizierte Gewissensprüfung von Kriegsdienstverweigerern gezeigt. Deshalb sollte eine Taufbescheinigung ausreichen, um als Christ zu gelten. Das sei inzwischen auch die Meinung des Bundesinnenministeriums (BMI).

Rechtlose iranische Staatsbürger
Auch IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin appellierte an die deutschen Innenminister, „keine christlichen Konvertiten und keine Baha’i in den Iran abzuschieben“. Schon jetzt versuche die islamische Republik sogar solche Iraner zum Schweigen zu bringen, die nur die Einhaltung von iranischem Recht und internationalen Mindeststandards forderten. Nichtmuslime würden im Iran seit der islamischen Revolution systematisch diskriminiert. Angehörigen „geschützter Religionen“, wie Christen, Juden und Zoroastrier, werde lediglich ein Existenzrecht „gewährt“. Andersgläubige, Atheisten und Christen, die früher Muslime waren, seien praktisch rechtlos. „Die iranischen Behörden missachten systematisch bindende Verträge des Völkerrechts und sogar das eigene iranische Recht“, kritisierte Lessenthin. Deshalb fordere die IGFM ebenfalls einen Abschiebeschutz für solche getauften Konvertiten aus islamisch geprägten Ländern, denen durch ihre Konversion eine Gefahr für Leib und Leben drohe. Eine aussagekräftige pfarramtliche Bescheinigung der zuständigen Seelsorger ihrer Kirchengemeinde über die Ernsthaftigkeit ihrer Konversion sollte dabei ausreichend sein.

Sich gründlicher mit dem christlichen Glauben auseinandersetzen
Auch Uwe Heimowski, Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Bundestages und der Bundesregierung in Berlin, vertrat die Ansicht, dass in ein Land in dem ein Christ nicht frei über seinen Glauben sprechen könne, nicht abgeschoben werden dürfe. Außerdem sollten die Betreffenden eine Arbeitserlaubnis erhalten, um für sich selbst sorgen und sich besser in die Gesellschaft integrieren zu können. Dem BAMF empfahl Heimowski, sich gründlicher mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen und Länderberichte über die Missachtung der Religionsfreiheit zur Kenntnis zu nehmen.

Keine verfassungsmäßigen Rechte für Baha‘i
Jascha Noltenius, Referent für Menschenrechtsfragen im Büro für Außenbeziehungen der Baha’i-Gemeinde in Deutschland, informierte dass es im Iran etwa 300.000 Anhänger der Religionsgemeinschaft gebe. Seit der islamischen Revolution von 1979 seien die Baha’i im Iran das Ziel einer staatlich-klerikal betriebenen systematischen Verfolgung und Unterdrückung. Zwar würde kein Baha’i mehr im Iran wegen seines Glaubens hingerichtet, doch die Verfolgung beinhalte eine gesellschaftliche Isolierung. Dazu gehörten die Verweigerung des Bildungszugangs, die wirtschaftliche Unterdrückung, willkürliche Inhaftierung und Haftstrafen, öffentliche Hassreden sowie Friedhofsschändungen. Baha’i könnten keine verfassungsmäßigen Rechte in Anspruch nehmen. Auch Noltenius forderte, dass Baha’is nicht in den Iran abgeschoben werden dürften.




Studiengänge der Theologischen Hochschule Ewersbach weiterhin akkreditiert

Das Akkreditierungsverfahren wurde laut Hochschule im August letzten Jahres durch die zuständige Akkreditierungskommission von AQAS eröffnet. Im Februar fand eine Begehung am Hochschulstandort Ewersbach statt. Hier führte die Kommission getrennte Gespräche mit der Hochschulleitung, den Professoren und Studierenden. In ihrem Abschlussbericht hoben die Gutachter die besondere Mischung aus Theorie und Praxis in Ewersbach hervor. Die Studiengänge bildeten „eine gute Grundlage für ein selbstständiges Forschen und Beschäftigen mit theologischen Themen und Fragen, wie sie später im Berufsleben aufkommen.“ Außerdem fände „parallel dazu auch eine praktische Ausrichtung statt, um die Studierenden auf den Dienst am Menschen vorzubereiten.“ An dieser Stelle seien vor allem das Gemeindepraktikum und der Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung während des Studiums hervorgehoben worden. Bemerkenswert wären auch die Studienbedingungen. Die digitalen und literaturbezogenen Möglichkeiten für Studierende seien nach dem Gutachten der Kommission „exzellent“.

Der Rektor der Hochschule des BFeG, Professor Dr. Andreas Heiser, äußerte: „Es ist bemerkenswert, wie die Kommission unser eigenständiges Profil in den Studiengängen unserer Hochschule würdigt. Die enge Verbindung von Theologie, Persönlichkeitsentwicklung und praktischer Erfahrung in Gemeinde und Mission macht unsere Studiengänge einzigartig.“ Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Ansgar Hörsting, betonte: „Es braucht eine fundierte, qualitativ ausgezeichnete Ausbildung für Pastoren und Pastorinnen. Die Akkreditierung zeige, dass in Ewersbach eine hervorragende Arbeit geleistet wird.“

Theologische Hochschule Ewersbach
Der BFeG hatte bereits 1912 eine „Predigerschule“ in Wuppertal-Vohwinkel gegründet. 1946 wurde das Predigerseminar in Ewersbach neu eröffnet. Am 27. September 2011 verlieh das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst der Ausbildungsstätte den Status einer staatlich anerkannten Fachhochschule. Damit erfolgte die Umbenennung in „Theologische Hochschule Ewersbach“.




Adventisten in Süddeutschland: Wechsel im Vorstand und Pressedienst

Jens-Oliver Mohr (43) hat in Bogenhofen (Österreich), Passau und Friedensau Theologie studiert und war seit 2006 als Pastor in Baden-Württemberg tätig. Im Jahr 2015 wurde er zum Chefredakteur des Adventistischen Pressedienstes (APD Deutschland) berufen. Gleichzeitig leitet er die Presse- und Informationsstelle, das Referat für zwischenkirchliche Beziehungen und die Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (Apologetik) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mohr wechselt in der Mitte der Wahlperiode als Vizepräsident in den Vorstand des SDV. Bis auf die APD-Chefredaktion nimmt er seine bisherigen Aufgaben weiterhin wahr. Jens Mohr ist verheiratet und hat eine Tochter.

Stephan G. Brass (65) studierte in Deutschland, England und den USA Theologie, Publizistik sowie Radio- und TV-Kommunikation. Er gehört zu den ersten Nutzern des Internets in Deutschland, angefangen mit den Feldversuchen unter dem damaligen Bildschirmtext (BTX). Über 35 Jahre lang betreute er als Pastor verschiedene Kirchenbezirke der Adventisten in Nord- und Süddeutschland. In den jeweiligen Bundesländern beriet er die regionalen Kirchenleitungen als Pressesprecher oder als Beauftragter in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit 2017 ist Brass als Beauftragter für Kommunikation für die beiden deutschen überregionalen Kirchenleitungen mit dem Aufbau dieser Abteilung betraut. Ab 1. August übernimmt er zusätzlich die Chefredaktion des Adventistischen Pressedienstes in Deutschland.

Jochen Streit (53) ist ausgebildeter Theologe und war zwölf Jahre lang in der überregionalen Verwaltung der Freikirche in Süddeutschland tätig; von 2007 bis 2012 als Jugendabteilungsleiter, von 2012 bis 2019 als Vizepräsident und Generalsekretär. Davor leitete er als Vorstandsmitglied und Jugendabteilungsleiter die Geschicke der Adventisten in Bayern. Streit wird an der Theologischen Hochschule Friedensau die Aufgabe des Abteilungsleiters für akademische und studentische Angelegenheiten übernehmen.

Süddeutscher Verband
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland besteht aus den überregionalen Kirchenleitungen in Nord- und Ostdeutschland (Norddeutscher Verband, NDV) mit Sitz in Hannover, sowie in Süddeutschland (Süddeutscher Verband, SDV), mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart. Zum SDV gehören die regionalen adventistischen Kirchenleitungen in Baden-Württemberg, Bayern und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland). Weitere Infos unter: www.adventisten.de/organisation/sueddeutscher-verband




ADRA Deutschland unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

„Humanitäre Hilfe ist unser Auftrag, unabhängig von der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Wenn wir humanitäre Hilfe leisten, ist dies ein menschlicher und kein politischer Akt“, erklärte Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland e.V. Noch immer machten sich hunderte Menschen jeden Monat auf den lebensbedrohlichen Weg über das Mittelmeer in Richtung Europa. Viele von ihnen verlören dabei ihr Leben, darunter auch schwangere Frauen und Kinder.

Bereits im April hätten sich mehr als 250 zivilgesellschaftliche Organisationen, so auch ADRA Deutschland, in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt und kritisiert, dass die „gegenwärtige europäische Politik immer stärker auf Abschottung und Abschreckung setzt und dabei tausendfaches Sterben billigend in Kauf nimmt. Die Pflicht zur Seenotrettung ist Völkerrecht und das Recht auf Leben nicht verhandelbar“, so Christian Molke.

Solidarisch mit Schiffbrüchigen und Rettern
„Wir sind solidarisch mit den Menschen, die aus Seenot gerettet werden“. Die aktuelle Abschottungspolitik der Europäischen Union und das Gebaren einiger Mitgliedsländer seien mit den Werten der Europäischen Union unvereinbar. „Wir sind ebenso solidarisch mit den Rettern von SOS MEDITERRANEE.“ Seenotrettung sei kein Verbrechen, sondern ein humanitärer Imperativ, betonte der Geschäftsführer von ADRA Deutschland. „Wir appellieren deshalb an die Bundesregierung, sich für eine humane Flüchtlings- und Rettungspolitik im Mittelmeer und an allen EU-Außengrenzen einzusetzen.“

ADRA
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA ist eine international tätige Nichtregierungs- Organisation. ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen ADRA-Büros. Weitere Informationen: www.adra.de




Zahl der Christen in Deutschland sinkt auf 56 Prozent

Kaum noch Interesse am evangelischen Sonntagsgottesdienst
Zum Stichtag 31.12.2018 gehörten insgesamt 21.140.599 Menschen einer der 20 evangelischen Gliedkirchen der EKD in Deutschland an. Das sind rund 395.000 Mitglieder weniger als 2017. Die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche erhöhte sich im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr von 190.284 auf 197.207. Im letzten Jahr wurden 176.239 Menschen getauft, 7.340 weniger als 2017. Die Zahl der Wiederaufnahmen erhöhte sich leicht um 216 Personen auf 16.342. Zudem wechselten 9.887 Gläubige aus anderen christlichen Kirchen in eine der Landeskirchen; 2017 waren es 9.863 gewesen. Die gegenüber 2017 rückläufige Mitgliederzahl sei wesentlich auf den demographischen Wandel in Deutschland zurückzuführen, so die EKD. Im Jahr 2018 verstarben rund 257.000 Angehörige der evangelischen Kirche. Den Sonntagsgottesdienst besuchen nur noch 3,3 Prozent der Kirchenmitglieder regelmäßig. Am Karfreitag sind es 4,2 Prozent, am Erntedankfest 7,1 Prozent und an Heiligabend 39,1 Prozent.

Die Broschüre „Gezählt 2019 – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“ ist im Internet zu finden unter:
https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/Gezaehlt_zahlen_und_fakten_2019.pdf

Auch weniger Katholiken
Die Zahl der Austritte aus der römisch-katholischen Kirche stieg 2018 erheblich an. 216.078 Menschen verließen die Kirche, 2017 waren es 167.504. Die 27 Diözesen der Deutschen Bischofskonferenz verzeichnen in ihrer aktuellen Kirchenstatistik für das Jahr 2018 jetzt 23.002.128 Kirchenmitglieder. Den Austritten und 243.705 Bestattungen standen im letzten Jahr 167.787 Taufen, 2.442 Eintritte (wovon 2.134 Protestanten waren) und 6.303 Wiederaufnahmen in die katholische Kirche gegenüber. Nur noch 9,3 Prozent der Katholiken besuchen regelmäßig den Sonntagsgottesdienst.

Der Flyer „Katholische Kirche in Deutschland – Statistische Daten 2018“ kann ebenfalls im Internet heruntergeladen werden:
https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2019/2019-118a-Flyer-Statistische-Daten-2018.pdf




„HopeTV Kinder“: neuer YouTube-Kanal

„Fribos Dachboden“ ist eine Sendereihe des Hope Channels für Kinder im Grundschulalter. Fribonius Maximilian Balthasar von Einzahn ist ein Holzwurm und wohnt auf einem Dachboden in Süddeutschland. Zusammen mit seinem Freund Dominik entdeckt er tolle Dinge und sie lesen in einem großen alten Buch spannende Geschichten. Außerdem sind da noch Carla und Wilma, die basteln, kochen, bauen und experimentieren, sowie viele neue Akteure bei Fribo.

HopeTV
HopeTV ist ein Sender der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der von Hope Media (Stimme der Hoffnung e. V.) mit Sitz in Alsbach-Hähnlein betrieben wird. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Weitere Informationen: www.hopetv.de

[Korrekturhinweis: Bei den Mitwirkenden der Serie „Fribos Dachboden“ haben sich Veränderungen ergeben.]




Adventisten: erste regionale Kirchenleiterin besucht Deutschland

Auf Initiative einer adventistischen Kirchengemeinde in Stuttgart besuchte Dr. Sandra Roberts die Bundesrepublik. Auf ihrem Programm standen Treffen mit Leitungspersonen der Freikirche in Deutschland, Besuche von Institutionen der Freikirche, wie der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg oder Hope Media in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, und von historischen Stätten in Berlin und Wittenberg. Roberts absolvierte ein straffes Vortragsprogramm und nahm zudem in Stuttgart an einer Podiumsdiskussion über die Rolle von Frauen in Führungspositionen innerhalb der adventistischen Freikirche teil.

Einsatz für Gleichstellung von Mann und Frau
„In unserer Division [teilkontinentale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika] ist die Gleichstellung [von Mann und Frau] Voraussetzung, um gesellschaftsrelevant zu sein“, so Roberts in der Diskussion. Die Southeastern California Conference habe eine lange Tradition, Gleichstellung im Predigtamt zu fördern und sie selbst habe davon profitiert. So habe sie als Präsidentin stets die volle Unterstützung in ihrer Vereinigung erfahren, wenn auch nicht alle Mitglieder damit einverstanden seien. Sie sei stolz darauf, sich als Präsidentin für die Gleichstellung von Mann und Frau in der Freikirche einzusetzen und ihre weiblichen Pastoren zu schützen. „Ich will nicht, dass sich meine Kirche deswegen spaltet … Ich glaube daran, dass wir zueinander gehören“, bekräftigte Roberts.

Zur Person
Die Eltern von Sandra Roberts dienten der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika als Missionare. Roberts absolvierte ein B.S.-Studium der Diätetik an der Loma Linda University und arbeitete als Bibellehrerin, Exekutivdirektorin des Freizeit- und Tagungszentrums Pine Springs Ranch, Sommerlager-leiterin, Campusseelsorgerin, Pastorin, stellvertretende Jugendabteilungsleiterin der Vereinigung und als Vereinigungsadministratorin. Sie erwarb zusätzlich einen Master-Abschluss in Religionspädagogik an der Andrews University und einen Doktortitel an der Claremont School of Theology. Roberts war vor ihrer Wahl zur Präsidentin neun Jahre lang Generalsekretärin der Southeastern California Conference.

Keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastoren und Pastorinnen bei Adventisten
Innerhalb der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt es keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastorinnen und Pastoren. Adventistische Frauen können nach der Entscheidung der Weltsynode in San Antonio 2015 lediglich weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium als Pastorinnen „gesegnet“ werden und damit bestimmte Amtshandlungen örtlich begrenzt ausführen. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Somit bleibt das kirchenleitende Amt des Präsidenten einer Vereinigung (regionale Kirchenleitung) oder eines Verbandes (überregionale Kirchenleitung) männlichen Geistlichen vorbehalten, da hierfür die Ordination notwendig ist. In den Jahren vor der Weltsynode 2015 in San Antonio und danach sind sowohl in den USA als auch in wenigen europäischen Staaten dennoch insgesamt rund 40 Frauen zum Pastorendienst ordiniert worden, darunter auch Sandra Roberts.




Friedrich Siegmund-Schultze wieder mehr Beachtung schenken

Ein Theologe, der schon im Ersten Weltkrieg zur Versöhnung aufrief
Der 1885 in Görlitz geborene Friedrich Siegmund-Schultze engagierte sich schon vor dem Ersten Weltkrieg für den Frieden. Bereits 1910 betonte er, dass das Christentum den organisierten Massenmord nicht heiligsprechen könne, sondern erklären müsse, dass Krieg führen gegen den Willen Jesu sei. Sein Augenmerk galt der Völkerverständigung und der Ökumene. Siegmund-Schultze gehörte zu den Initiatoren einer internationalen Konferenz in Konstanz, auf der im August 1914, unmittelbar bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der „Weltbund für Freundschaftsarbeit der Kirchen“ gegründet wurde, der Vorläufer des Internationalen Versöhnungsbundes. „Friedrich Siegmund-Schultze war einer der wenigen Theologen, nicht nur in Deutschland, die auch während des Ersten Weltkriegs nicht müde wurden, Versöhnung zwischen den Weltkriegsgegnern zu predigen und für Verständigung und Frieden einzutreten“, informierte Renke Brahms.

Ein Gegner der deutschen Wiederbewaffnung
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Friedrich Siegmund-Schultze nachdrücklich für ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein und wandte sich entschieden gegen eine deutsche Wiederbewaffnung. „Für Friedrich Siegmund-Schultze war Kriegsdienstverweigerung eine Gewissensentscheidung, die der Staat zu schützen hatte“, meinte Lutz Krügener, der Friedensbeauftragte der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und einer der Sprecher der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Darum habe er sich immer wieder auch gegen Einschränkungen des Artikels 4, Absatz 3 des Grundgesetzes, in dem das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen festgeschrieben ist, gewehrt. 1957 gehörte Siegmund-Schultze zu den Initiatoren der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen und wurde deren erster Vorsitzender.

Ein ungewöhnlicher Mensch
In Fragen der Kriegsdienstverweigerung sah der Theologe auch die Kirchen in einer Pflicht. So schrieb Siegmund-Schultze 1950, dass ein Christ wachen Gewissens „heute die Kriegsdienstverweigerung als die richtige persönliche Haltung vor Gott und den Menschen“ erkennen werde. „Dafür hat er sich eingesetzt und engagiert, auch gegen Widerstände aus Politik, Kirche und Gesellschaft“, so Lutz Krügener. Darum sei es richtig gewesen, dass die EAK mit dem seit 1994 von ihr verliehenen „Friedrich Siegmund-Schultze-Förderpreis für gewaltfreies Handeln“ an diesen Theologen erinnere, fügte der EAK-Sprecher hinzu.

Der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann bezeichnete Friedrich Siegmund-Schultze, der am 11. Juli 1969 in Soest verstarb, als einen der ungewöhnlichsten Menschen, denen er begegnet sei. „Die Arbeit und das Wirken dieses Friedenstheologen darf nicht in Vergessenheit geraten, das ist unsere Aufgabe. Friedrich Siegmund-Schultze ist auch 50 Jahre nach seinem Tod noch immer hochaktuell“, betonte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms.




Adventisten sprechen weltweit über „Christsein und sozialer Dienst“

Noch in den 1990er Jahren sei in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten darüber diskutiert worden, ob soziale Arbeit zum Auftrag der Kirche gehöre oder ob sich dieser auf die Verkündigung des ewigen Evangeliums in der Endzeit beschränke, heisst es in der Einführung zum deutschen „Studienheft zur Bibel“. Die Verkündigung des Evangeliums sei zweifellos zentraler Auftrag der christlichen Gemeinde, „doch die ‚Gute Nachricht‘ besteht nicht nur aus schönen Worten über die Liebe Gottes, sie ist auch in tätigem und liebevollem Handeln vernehmbar.“ Diakonische und soziale Arbeit gehörten neben Verkündigung und Gemeinschaft zum Auftrag der Kirche, „denn ohne Werke der Nächstenliebe ist der Glaube tot.“ Die christliche Botschaft sei nur „insoweit glaubwürdig und wirkungsvoll, wie sie sich den notleidenden und bedürftigen Menschen zuwendet.“

Videoclips zu jedem Wochenthema
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Europa hat gemeinsam mit den nationalen ADRA Landesbüros in Europa Videoclips von rund drei Minuten zu jedem Wochenthema erstellt. Die Kirchengemeinden können diese Videoclips herunterladen und als Einführung ins Wochenthema benutzen: https://cloud.adventisten.ch/s/6FrrqTDPE69pMa3

Ebenso greift die Talksendung „die BIBEL. das LEBEN.“ auf dem Hope TV die entsprechenden Wochenthemen auf: www.diebibel-dasleben.de

Studienanleitung zur Bibel
Die Studienanleitung zur Bibel wird von der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten herausgegeben und ist in zahlreichen Sprachen erhältlich. Auf Deutsch gibt es neben der Standardausgabe auch das „Studienheft zur Bibel“, welches als Begleitheft die gleichen Themen in didaktisch aufbereiteter und kontextuell bearbeiteter Form enthält. Die Studienanleitung dient der persönlichen Beschäftigung mit der Bibel während der Woche und als thematische Grundlage für das Gruppengespräch im ersten Teil des adventistischen Gottesdienstes. Die Beschäftigung mit der Bibel in Gesprächsform während des ersten Teils des Gottesdienstes wurde bereits 1853, zehn Jahre vor der offiziellen Kirchengründung, praktiziert. Weitere Informationen: https://advent-verlag.de/studienhefte




ADRA weitet Einsatz im Jemen aus

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe sei eine der größten im Jemen tätigen Hilfsorganisationen, teilte Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland, mit. Gleichzeitig sei der Einsatz im Jemen das finanziell größte Engagement von ADRA Deutschland. Gemeinsam mit Bündnispartnern vor Ort sei ADRA Deutschland in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Nahrungsmittelsicherheit, Wasserversorgung und Hygiene aktiv und leiste damit humanitäre Hilfe für Menschen im ganzen Land. ADRA setze bis Ende des Jahres zusätzliche Mittel ein, um das Leid der jemenitischen Zivilbevölkerung zu lindern. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland habe dafür zusätzliche Geldmittel bereitgestellt.

„Wir sind dem Auswärtigen Amt für die sehr gute Zusammenarbeit dankbar. Wir setzen jeden zur Verfügung stehenden Euro ein, um das Leid der Jemenitinnen und Jemeniten zu lindern“, erklärte der Geschäftsführer von ADRA Deutschland. „Mit zusätzlichen 1,11 Millionen Euro erhöhen wir das Gesamtvolumen für den Jemen in diesem Jahr auf über sechs Millionen Euro. Langfristig jedoch wird nur ein dauerhafter Frieden der Bevölkerung helfen. Wir hoffen inständig, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen bald ein Ende finden werden“, appellierte Christian Molke.

ADRA
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungs- Organisation. ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen Büros. Weitere Informationen: www.adra.de




Adventisten: Berufsbegleitender Masterstudiengang International Social Sciences

In engem Austausch mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Europa sei die Möglichkeit geschaffen worden, das Studium auch berufsbegleitend zu absolvieren. Eine Zielgruppe sind Personen, die schon erste Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit hätten und sich weiterqualifizieren möchten, so Spiegler. Daneben sei der Studiengang auch für jene geeignet, die bereits einen berufsqualifizierenden Studienabschluss in einem anderen Bereich besäßen und sich für eine internationale Tätigkeit im Bereich Entwicklungszusammenarbeit oder humanitäre Hilfe interessierten.

Das berufsbegleitende, englischsprachige Studium dauert drei Jahre und umfasst pro Semester zwei separate Studienwochen auf dem Campus Friedensau, informierte Professor Spiegler. Ergänzend würden Lehrinhalte online-gestützt angeboten. Der Studiengang vermittle die notwendigen theoretischen Grundlagen, um sich in den komplexen Fragen globaler Gerechtigkeit und Entwicklung zu orientieren und bereite durch praxisorientierte Module auf die Projektarbeit in diesem Tätigkeitsbereich vor. All das geschehe in einer internationalen Studiengruppe.

Experten aus dem Globalen Süden – Armut auch in Europa
Ein wichtiger Teil des Studiums sei laut Spiegler ein Praxismodul, in dem man lerne, wie ein Projekt geplant, durchgeführt und evaluiert werde. Das beinhalte eine einwöchige Exkursion die mit einem lokalen ADRA-Büro durchgeführt werde. Dieses Jahr fahre eine Gruppe nach Albanien, um dort mit ADRA Albanien ein Projekt zur Unterstützung der Roma-Gemeinschaft zu entwickeln. Ergänzend würden Seminare stattfinden, an denen auch Mitarbeiter von ADRA teilnehmen könnten.

Während solcher Exkursionen würden immer wieder weit verbreitete Vorurteile infrage gestellt, betonte der Dekan. „Die Gruppe aus Friedensau wurde in den letzten Jahren von Friedensauer Absolventen aus afrikanischen Ländern geleitet.“ Die ADRA-Mitarbeiter vor Ort hätten mit Erstaunen festgestellt, dass Experten und Expertinnen auch aus Afrika kämen. Und den Studierenden, überwiegend aus Ländern des Globalen Südens, wäre deutlich geworden, dass es auch in Europa Armut und Ausgrenzung gebe und dass sie etwas dazu beitragen könnten, die Situation zu verbessern.

Nähere Informationen zu den Studieninhalten bietet die Homepage der Hochschule: www.thh-friedensau.de

Hochschule Friedensau
Die 1899 gegründete Friedensauer Bildungsstätte und 1990 staatlich anerkannte Hochschule hat die Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie. Sie vergibt universitäre Studienabschlüsse in Theologie (B.A., M.A. und Master of Theological Studies) sowie Soziale Arbeit (B.A.), Sozial- und Gesundheitsmanagement (M.A.), International Social Sciences (M.A.), Counseling/Beratung (M.A.) und Musiktherapie (M.A.). Der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ bereitet die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer sprachlich auf ihr Studium vor. Ein gemeinsames Projekt der Kliniken der Pfeifferschen Stiftungen und der Theologischen Hochschule ist die hochschulzertifizierte Weiterbildung in den Pflegeberufen für die in Friedensau Professorin Dr. Margarete Reinhart zuständig ist.

Die Hochschule verfügt über die wissenschaftlichen Institute Altes Testament und biblische Archäologie, Missionswissenschaft, Religionsfreiheit, Weiterbildung, Adventistische Geschichte und Theologie, Historisches Archiv, Kirchenmusik, Evaluation in der Entwicklungsarbeit und humanitären Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Sucht- und Abhängigkeitsfragen, Kulturrelevante Kommunikation und Wertebildung, Familien- und Sozialforschung, Schutz von ethischen, linguistischen und religiösen Minderheiten sowie Musiktherapie. Die Bibliothek umfasst ein vielfältiges Angebot mit über 150.000 Medien. Sie beherbergt auch die Bibliothek des Vereins für Freikirchenforschung und eine Musikalienbibliothek mit umfangreicher Notensammlung. Träger der Hochschule ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.




Hospiz Friedensberg feiert 10-jähriges Bestehen

„Wer kam auf den verrückten Gedanken, hier ein Hospiz zu bauen?“, mit dieser Frage erinnerte Lothar Scheel, Vorsitzender des Trägervereins des Hospizes, in seiner Festansprache an den Beginn der Hospizarbeit vor zehn Jahren und die Vorbereitungen dazu. Menschen, die an etwas Großes glaubten und sich dafür einsetzen, sowie viele Firmen und Spender hätten zur Verwirklichung der knapp 1,5 Millionen Euro teuren Einrichtung in Lauchhammer beigetragen. Bisher hätten dort rund 850 Menschen ihre letzte Lebenszeit verbracht.

Wert und Würde des Lebens – auch im Sterben
„Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben“ lautet das der englischen Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, zugeschriebene Motto des Hauses. Auf dieses Motto nahm auch der Seelsorger des Hospizes Friedensberg, Pastor Michael Götz, in seiner Ansprache Bezug. Die paradoxe Einsicht: „Nahe dem Tod sind wir dem Leben nahe“ mache deutlich, dass uns gerade im Angesicht der Endlichkeit der unendliche Wert des Lebens bewusst werde. „Leben ist Beziehung“, so Götz, „wir brauchen einander, um leben zu können“. Es sei ein großer Segen, nicht alleine sterben zu müssen, sondern in Begleitung von anderen Menschen.

Hospiz Friedensberg
Das Hospiz Friedensberg in Lauchhammer bietet seit Juli 2009 sterbenskranken Menschen unabhängig von ihrer Konfession pflegerische Versorgung und soziale Begleitung an. Betrieben wird die Einrichtung vom Advent-Wohlfahrtswerk Berlin-Brandenburg e.V. und vom Hospizdienst Oberspreewald-Lausitz e.V., die dafür einen gemeinsamen Trägerverein (AWW Hospiz Senftenberg in Südbrandenburg e.V.) gründeten. Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist ein bundesweit tätiger gemeinnütziger Verein und bildet mit einer Reihe von sozialen Einrichtungen, Projekten, sozialen Initiativen und verschiedenen Tochter-Gesellschaften das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Infos: www.hospiz-friedensberg.de




Adventisten: Neuer Professor an der Hochschule Friedensau

Wie die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Friedensauer Hochschule mitteilte, ist Professor Bendix seit März 2019 an der ThHF tätig. Zuvor forschte und lehrte er an der Freien Universität Berlin und an der University of Manchester sowie an den Universitäten Jena und Kassel. Sein Forschungs- und Lehrgebiet umfasst „Globale Entwicklung“. Er hat sich insbesondere mit den Auswirkungen kolonialer Machtverhältnisse auf die deutsche Entwicklungspolitik im In- und Ausland beschäftigt. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er in dem Buch „Global Development and Colonial Power – German Development Policy at Home and Abroad“ im Londoner Verlag Rowman & Littlefield International (2018). Derzeit forscht er zu den Möglichkeiten transnationalen Widerstands gegen Landgrabbing (Landraub) mit dem Fokus auf Mali.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können verschiedene Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, und ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de




Leitungswechsel bei der Heilsarmee

Cachelin ist der Ururenkel und direkter Nachfahre des Gründervaters der Heilsarmee, General William Booth (1829-1912). Zudem führt Cachelin eine Familientradition fort. Bereits sein Vater, Kommandeur Francy Cachelin, leitete die Heilsarmee in Deutschland in den Jahren 1979 bis 1984. Der 62-jährige Oberst war seit 2017 als Chefsekretär (Verwaltungsdirektor) am Territorialen Hauptquartier (THQ) der Heilsarmee in Köln für die Abteilung Finanzen verantwortlich.

Zuvor hatte der gebürtige Schweizer gemeinsam mit seiner Frau für die Heilsarmee in der Schweiz, in Australien und England als Korpsoffizier (Gemeindeleiter), Jugendsekretär, in der Offiziersausbildung und an verschiedenen Divisionshauptquartieren gedient. Cachelins Ehefrau, Oberstin Deborah Cachelin wird zeitgleich, ab Juli, das Amt der Territorialen Präsidentin für Frauenarbeit am THQ in Köln leiten.

Als Nachfolger ins Amt des Chefsekretärs (Verwaltungsdirektors) am THQ in Köln wurde Oberstleutnant Hartmut Leisinger berufen. Der studierte Betriebswirt verantwortete seit 2014 am THQ die Bereiche Finanzen, Liegenschaften und Informationstechnologie. Darüber hinaus bekleidet er das Amt des Datenschutzbeauftragten.

Die Heilsarmee
Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in den Slums des Londoner East End von dem damaligen Methodistenprediger William Booth gegründet, der von der erschütternden seelischen und sozialen Not der Menschen tief berührt war. Nach wie vor hilft die Heilsarmee finanziell schlecht gestellten Menschen und will auch denjenigen ein geistliches Zuhause bieten, die am Rande der Gesellschaft stehen.

Als evangelische Freikirche und Hilfsorganisation arbeitet die Heilsarmee in 131 Ländern und zählt etwa drei Millionen Mitglieder und freiwillige Helfer. Weltweit leistet sie eine umfangreiche geistliche und soziale Arbeit in ihren Gemeinden und Sozialzentren. In Deutschland, Litauen und Polen gibt es 45 Gemeinden mit etwa 1.400 Mitgliedern und 18 soziale Einrichtungen sowie 11 angegliederte Angebote. Weitere Informationen unter: www.heilsarmee.de




YouTube bei der Vermarktung von Online-Videos vorn

Sozialen Medien kommt eine zentrale Rolle bei der Vermarktung von Onlinevideo-Inhalten zu. Während YouTube von 90 Prozent der Video-Anbieter genutzt wird, gefolgt von Facebook (71 Prozent) und Instagram (59 Prozent), hat sich die Anzahl der Video-Angebote mit einer eigenen Web-Präsenz seit 2014 halbiert. Für 51 Prozent der Anbieter stellt daher die Youtube-Monetarisierung auch die wichtigste Erlösquelle dar. Daneben bieten vor allem die großen Reichweiten auf Instagram ein hohes Monetarisierungspotenzial. Die insgesamt 1.900 untersuchten Video-Influencer haben eine Brutto-Reichweite von rund 175 Millionen Followern. Etwa 12 Prozent der Video-Uploads auf Instagram enthalten bereits Werbeplacements.

Hohes Marktwachstum erwartet
Die hiermit verbundenen Erwartungen sind groß: Nach Schätzung von Goldmedia wird der Markt für Online-Videowerbung bis 2023 auf über eine Milliarden Euro netto wachsen. 80 Prozent der befragten Onlinevideo-Anbieter melden bereits heute gestiegene Abrufzahlten, 40 Prozent sogar starke Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr.

Eine moderne Regulierung ist unverzichtbar
„Die Studienergebnisse unterstreichen eindrucksvoll die rasante Geschwindigkeit, mit der sich der Web TV-Markt entwickelt. Der Anteil der Angebote mit linearen Live-Streams wächst dabei besonders deutlich“, sagte Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK). „Der Ruf der Anbieter nach Rechtsklarheit ist für uns Bestätigung und Ansporn, die intensiven Bemühungen für eine zeitgemäße, moderne Regulierung von Onlinevideo-Angeboten voranzutreiben“, so Kreißig. Mehr als die Hälfte aller Befragten hatten „Unklare rechtliche Rahmenbedingungen“ als größtes Hemmnis für den Onlinevideo-Markt genannt.

Über die Studie
Der Web-TV Monitor wird von der Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia und Bertram Gugel im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und der LFK erstellt und steht kostenfrei zur Verfügung unter: www.webtvmonitor.de, www.blm.de und www.lfk.de




Kirchentag: Podium zur politischen Korrektheit

Die Bewegung einer politischen Korrektheit gibt es so gar nicht. Diese These vertrat der Wirtschaftswissenschaftler und Germanist Dr. Marc Erdl in seinem Eröffnungsvortrag. Erdl führte aus, wie das Phänomen „political correctness“ als importierter Mythos aus den USA in Deutschland aufgenommen wurde. Politische Korrektheit sei im Gebrauch, nicht zuletzt durch mediale Berichterstattung, zu einer Sache geworden, die es so gar nicht gebe. Als Narrativ legitimiere sie aber alles – bis hin zum politischen Mord.

Soll man Sprache gendern?
Auf die ideologischen Voraussetzungen bei der Verwendung von Sprache wies die WeltN24-Redakteurin Hannah Lühmann hin. Man sollte die Ordnung der Grammatik nicht der Ordnung der Ideologie unterordnen, so Lühmann. Dr. Bettina Hannover, Professorin für Schul- und Unterrichtsforschung an der Freien Universität Berlin, erwähnte ihre Studien zu den Auswirkungen von gendersensibler Sprache. Ihre Einübung zeige sich auch in einem sensibleren Umgang mit anderen Menschen. Man darf in unserem Land alles sagen – man muss nur mit den Folgen leben, dass einem nicht alle zustimmen. Diese Überzeugung vertrat der Chefredakteur von „Zeitzeichen“, Reinhard Mawick. Sprache sei auch eine Frage der Moral, so der Publizist und Autor Dr. Dr. Rainer Erlinger. Respekt und Anstand seien klare moralische Gebote. „Die Sprache ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Sprache“, so Erlinger.

Wie politisch miteinander streiten?
Der Philosoph Dr. Daniel-Pascal Zorn wies auf die Wichtigkeit des gegenseitigen Verstehens in der gegenwärtigen Debattenkultur hin. Politische Korrektheit könne eingesetzt werden, um Streit, der eigentlich nötig wäre, zu verhindern, was zur Lagerbildung beitrage. Zorn rief dazu auf, nachzuvollziehen, was der andere sagt und möglichst sachlich zu argumentieren und zu differenzieren.




Adventistische Institutionen auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund

Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Hilfsorganisation, die gemäß dem Motto „Damit Menschen wieder hoffen können“ in unterschiedlichen Bereichen für Bedürftige arbeitet. Besonderes Augenmerk erfährt zurzeit die weltweite Kampagne „Every Child. Everywhere. In School.“, die sich für den Bau von Bildungseinrichtungen und für die Verbesserung von Bildungssystemen einsetzt. ADRA Deutschland wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und gehört zu einem weltweiten Netzwerk mit über 130 nationalen ADRA-Büros. Weitere Informationen: Westfalenhalle 4, Stand D34, sowie unter www.adra.de.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind nach Angaben der Hochschule unter den rund 200 Studierenden vertreten. Weitere Informationen: Westfalenhalle 4, Stand F14, sowie unter www.thh-friedensau.de.

Hope Channel Deutsch
Zum Medienzentrum Stimme der Hoffnung e. V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein gehört auch der christliche TV-Sender Hope Channel Deutsch. Er ist Teil der internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Die Sendungen von Hope Channel TV Deutsch sind zu empfangen über den Satelliten ASTRA, Kabel Unitymedia sowie einige regionale Kabelnetze und im Internet. Weitere Informationen: Westfalenhalle 8, Stand I17, sowie unter www.stimme-der-hoffnung.de.

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie über 20 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 25 Millionen Gottesdienstbesucher in 210 Ländern der Erde. In Deutschland sind knapp 35.000 Mitglieder in 555 Gemeinden organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel. Am Informationsstand auf dem Kirchentag kann das Kirchentagsmotto „Vertrauen“ mit einer VR-Brille samt PlayStation spielerisch eingeübt werden. Weitere Informationen: Westfalenhalle 5, Stand B07, sowie unter www.adventisten.de.




Von Nazis diffamierte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ als NS-Opfer anerkennen

Keine Rechtfertigung für KZ-Haft
Das Vorenthalten der förmlichen Anerkennung der als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ diffamierten Häftlinge als NS-Opfer wecke oder bestärke objektiv, ob gewollt oder ungewollt, den Eindruck, sogar KZ-Haft sei für diese zehntausende Häftlinge kein nationalsozialistisches Unrecht und somit für bestimmte Delikte „rechtfertigbar“ gewesen, so die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz. 75 Jahre nach Ende des Nazi-Regimes sei im Deutschen Bundestag die Klarstellung überfällig, „dass kein Mensch mit Recht in ein NS-Konzentrationslager verschleppt, dort legitim gequält oder gar ermordet wurde“. Die Bundesvereinigung erinnerte daran, dass nach dem Gesetz zur Errichtung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZStiftG) aus dem Jahr 2000 alle KZ-Häftlinge eine Leistungsberechtigung hätten. Dem müsse jetzt ihre förmliche Anerkennung als NS-Opfer folgen. Wie anderen Opfergruppen des NS-Regimes gebühre ihnen und ihren Angehörigen Achtung und Mitgefühl.

Koalitionsvereinbarung verwirklichen
Gerade weil die vom Nazi-Jargon geprägten Begrifflichkeiten „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ bis heute umgangssprachlich diskriminierend verwendet würden, sei die explizite politische Anerkennung dieser NS-Opfergruppen durch den Bundestag und die Bundesregierung notwendig. Eine geforderte wissenschaftliche Aufarbeitung und didaktischen Vermittlung dieses komplexen Themas könnten kein Ersatz für die Anerkennung dieser NS-Opfer sein. Sie wurden in den Konzentrationslagern mit schwarzen und grünen Winkeln gekennzeichnet. Die Bundesvereinigung regt daher an, in den Beratungen des Deutschen Bundestages die Aussage der aktuellen Koalitionsvereinbarung zu verwirklichen: „Bisher weniger beachtete Opfergruppen des Nationalsozialismus wollen wir anerkennen und ihre Geschichte aufarbeiten“ (Seite 168).

Anträge von Bündnis 90/Die Grünen und FDP
Der Deutsche Bundestag hat bereits die Anträge von Bündnis 90/Die Grünen (19/7736) und der FDP (19/8955), mit denen die Anerkennung vom NS-Regime als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ diffamierte ehemalige KZ-Häftlinge als NS-Opfer gefordert wird, erstberaten. Am 4. April 2019 wurden die Anträge an die zuständigen Bundestagsausschüsse überwiesen. Eine überfraktionelle Einigung über die geforderte politische Anerkennung dieser Menschen als „Opfer des NS-Unrechts“ und damit die förmliche Feststellung durch den Deutschen Bundestag, dass an ihnen nationalsozialistisches Unrecht verübt wurde, steht noch aus.

Der Appell der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz neben Hintergrundinformationen zum Thema sind dokumentiert auf folgender Internetseite: http://upgr.bv-opfer-ns-militaerjustiz.de/index.php?page=pressemitteilungen




Europäische Pastorinnen-Tagung der Adventisten

Esther Knott, Leiterin der Predigtamtsabteilung der Adventisten in Nordamerika, berichtete über ihre Erfahrungen und ihren Weg als Pastorin. Die ursprünglich aus Ungarn stammende Leiterin der adventistischen Abteilung Frauen und Familie in Westaustralien, Piroska Vranyakne-Feith, präsentierte das Thema „Geistliche Disziplin in Führungspositionen“ und illustrierte humorvoll die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Führungsmodellen. Über die Themen Menschenwürde, Gleichberechtigung, Frauenrechte, sexueller Missbrauch und Frauendiskriminierung referierte Simone Emmert, Juristin und Dozentin für Sozialrecht an der Theologischen Hochschule Friedensau. Claudia Sokolis-Bochmann, verheiratet mit einem adventistischen Pastor und selbst baptistische Pastorin, berichtete von dem langen, hindernisreichen Weg, bis sie von ihrer Kirche endlich als Gemeindepredigerin anerkannt wurde. Eine Tagesexkursion führte nach Berlin ins Pergamon-Museum und auf den Spuren des Reformators in die Lutherstadt Wittenberg.

Seelische Verletzungen durch Diskriminierung
„Immer wieder erleben Pastorinnen, dass ihre Überzeugung, von Gott zum Predigtdienst berufen zu sein, von Menschen ihres eigenen Glaubens unterdrückt, abgelehnt und bezweifelt wird“, so Heidemarie Klingeberg, adventistische Pastorin in München. Die seelischen Verletzungen durch diese Art von Diskriminierung seien während der Tagung spürbar und sichtbar gewesen. Die Teilnehmerinnen hätten von ihren persönlichen Erfahrungen erzählt. Der Austausch zum Thema „Ich bin nicht allein“ sei laut Klingeberg für die Teilnehmerinnen ermutigend gewesen und mit der Hoffnung verbunden, dass eines Tages der Traum von Martin Luther King wahr werde und es keine Diskriminierung mehr gebe.

Keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastoren und Pastorinnen
Innerhalb der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt es keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastorinnen und Pastoren. Im Juni 2015 stimmte die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio/USA als oberstes Organ der Freikirche mehrheitlich gegen einen Antrag, die Entscheidung zur Ordination von Frauen den weltweit 13 teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) zu überlassen. Diese Frage war bereits auf den Weltsynoden 1990 und 1995 negativ entschieden worden. Die Beschlüsse der Weltsynode stoßen vor allem in westlich orientierten Ländern auf Widerspruch.

Adventistische Frauen können nach der Entscheidung der Weltsynode in San Antonio zwar weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastorinnen „gesegnet“ und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in das kirchenleitende Amt eines Präsidenten einer regionalen (Vereinigung) und überregionalen Kirchenleitung (Verband/Union) berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

Weltkirchenleitung erkennt die Ordination von Pastorinnen nicht an
Bereits in den Jahren vor der Weltsynode 2015 in San Antonio sind sowohl in den USA als auch in wenigen europäischen Ländern insgesamt knapp 40 Frauen zum Pastorendienst ordiniert worden. Pastorin Sandra Roberts wurde zudem im Oktober 2013 offiziell von der dafür zuständigen Delegiertenversammlung mit 72 Prozent Zustimmung zur Präsidentin einer Vereinigung, nämlich der Südostkalifornischen Kirchenleitung (SECC), gewählt. Voraussetzung für eine derartige Leitungsfunktion ist die Ordination. Da die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) die Ordination von Pastorinnen nicht anerkennt, betrachtet sie auch die Wahl von Sandra Roberts als ungültig. Sie wird daher als SECC-Präsidentin im offiziellen Verzeichnis der Weltkirchenleitung nicht aufgeführt.




Theologische Hochschule Friedensau kooperiert mit Oxford University

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Friedensauer Hochschule seien Landraub, Umwandlung von Ackerflächen in Spekulationsobjekte und damit die Verdrängung der lokalen Bevölkerungen weltweit festzustellen. Am Fachbereich Christliches Sozialwesen der ThHF würden im englischsprachigen Studiengang „International Social Sciences“ seit einigen Jahren in diesem Bereich Feldforschung und Lehre betrieben.

Um die Erkenntnisse, die bereits gesammelt wurden, mit den Forschungen anderer Universitäten zu verknüpfen und in der Fachwelt zur Diskussion zu stellen, soll eine Publikation entstehen, an der Experten mehrerer Universitäten mitwirken. Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Ländern treffen in Friedensau zusammen und wollen das Projekt voranbringen. Es stelle die Kooperation zwischen der Theologischen Hochschule Friedensau und der Universität Oxford auf eine neue Basis. Professor Dawn Chatty sowie Dr. Troy Sternberg von der Oxford University und Dr. Jill Blau von der ThHF arbeiten federführend mit. Finanziell unterstützt werde das Projekt nicht nur durch die Theologische Hochschule und die Oxford University, sondern auch durch die Organisation Pastoralism, Uncertainty & Resilience (PASTRES).

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




Neuer Geschäftsführer der Deutschen Evangelischen Allianz

DEA muss sich neuen Herausforderungen stellen
Schink betonte, dass er seine neue Aufgabe in großer Kontinuität zu seinem Vorgänger angehen werde. Entscheidend für ihn sei, dass die Evangelische Allianz wie bisher Menschen unterschiedlicher Frömmigkeitsstile zusammenführe und sich nicht durch Abgrenzungen definiere, sondern vom Zentrum des Glaubens her, also einer gelebten Christus-Beziehung. Zugleich müsse sich die Evangelische Allianz neuen Herausforderungen stellen, beispielsweise der Bedeutung der Digitalisierung: „Wir wollen, um es mit einem Wort der Bibel zu sagen, jederzeit bereit sein, Rechenschaft von der Hoffnung zu geben, die in uns als Christen lebt. Das gilt auch im heutigen gesellschaftlichen Umfeld, vor dem wir aber keine Angst haben müssen, denn aufgrund von Gottes Verheißungen können wir als Christen positiv und zukunftsorientiert sein.“ Von zentraler Bedeutung sei, jüngere Menschen in den Blick zu nehmen. Aus diesem Grund sei im Herbst ein Zukunftsforum geplant, bei dem christliche Leiter aus den unterschiedlichen Generationen zusammenkommen, um über die Weitergabe des Glaubens in einem zunehmend säkularen Umfeld zu beraten.

Einheit gestalten
Eine bleibende Aufgabe der Evangelischen Allianz ist nach Einschätzung des bisherigen Generalsekretärs Hartmut Steeb die Verankerung im Wort Gottes als Grundlage für die Lehre in der christlichen Gemeinde. Gerade angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen sei ein Neuaufbruch in Sachen Evangelisation und Mission wünschenswert. Die Evangelische Allianz könne zugleich stolz darauf sein, dass sie die älteste interkonfessionelle Bewegung sei, die sich bereits 1846 als weltweiter Verbund in London konstituierte. „Wir müssen die Einheit nicht schaffen, die hat Jesus erbetet, die ist längst da. Das Geschenk der Einheit auszupacken, die Einheit zu gestalten, ist Aufgabe der Evangelischen Allianz“, so Steeb.

Erwartungen an den Neuen
Der Vorsitzende der Evangelischen Allianz, Präses Ekkehart Vetter, würdigte Steebs „beispiellosen Einsatz“ in den vergangenen 31 Jahren: „Hartmut Steeb hat seinen Dienst als Generalsekretär immer zutiefst als einen Dienst für Gott verstanden. Seine innersten Glaubensüberzeugungen haben auch in der Gestaltung seines Dienstes ihren Ausdruck gefunden. Darum haben wir ihn über all die Jahre als einen zutiefst authentischen Menschen erlebt.“

Mit Reinhardt Schink folge ein Generalsekretär, der nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen in der Wirtschaft die Arbeit der Allianz weiterentwickeln werde, so Siegfried Winkler, der 2. Vorsitzende der Evangelischen Allianz: „Als Neuer bringt Reinhardt Schink uns neue Impulse, die der Evangelischen Allianz helfen, am Auftrag Gottes festzuhalten und diesen gegenwartsrelevant und zukunftsfähig zu gestalten.“

Der neue Generalsekretär
Der im Strategischen Management promovierte Betriebswirt Reinhardt Schink, (geb. am 21. Mai 1965) arbeitete seit 1997 in verschiedenen Management-Positionen im Allianz Konzern. Zusätzlich gründete er 2018 ein Start-Up im Bereich digitaler Geographie-Daten. Bevor Schink im Jahr 2014 die Leitung des Markt-Managements bei Allianz Global Benefits übernahm, baute er bei Allianz Deutschland im Markt-Management das strategische Innovationsteam auf, das unter anderem die erste Generation digitaler Produkte implementierte, und verantwortete die Marktanalyse sowie Marktstrategie. Neben Innovation, Geschäftsentwicklung und Kundenorientierung war die betriebliche Altersversorgung ein thematischer Schwerpunkt von Dr. Schink. Er war Mitglied zahlreicher internationaler Beratungsgremien und stellvertretender Vorsitzender des Beirats von AllNet, dem internationalen Netzwerk der Allianz für betriebliche Vorsorge sowie Vorsitzender des Retail Insurance Advisory Councils der European Financial Management Association.

Ehrenamtlich engagiert sich Reinhardt Schink seit vielen Jahren im CVJM, sowohl auf lokaler als auch überregionaler Ebene. Seit 2015 ist er stellvertretender Vorsitzender des CVJM Deutschland. Er ist verheiratet mit Miriam Schink, die beiden haben zwei Kinder.

Der bisherige Generalsekretär
Der Diplom-Verwaltungswirt (FH) Hartmut Steeb (geb. am 29.10.1953) war seit 1. April 1988 Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz. Zuvor war Steeb für die Evangelische Landeskirche in Württemberg tätig. In seine 31-jährige Amtszeit fiel unter anderem der Zusammenschluss der Evangelischen Allianz im Westen und im Osten Deutschlands mit der Verlagerung des Vereinssitzes ins thüringische Bad Blankenburg, seine Tätigkeit als Generalsekretär beziehungsweise Vorstandsmitglied der Evangelisationsbewegung „ProChrist“ sowie seine Vorstandstätigkeit in der „Koalition für Evangelisation“. Steeb tritt aktiv für den Lebensschutz ein, ist einer der Initiatoren des jährlichen „Marsch für das Leben“, Vorsitzender des „Treffens Christlicher Lebensrechts-Gruppen“ sowie stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands Lebensrecht. Steeb ist verheiratet mit Angelika Steeb. Beide haben zehn Kinder und achtzehn Enkelkinder.

Die Deutsche Evangelische Allianz
Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Sie hält zu etwa 350 überregionalen Werken Kontakt und wirkt an rund 1.000 Orten in Deutschland mit regionalen Allianzkreisen. In der Evangelischen Allianz pflegen Christen – über ihre Zugehörigkeit zur eigenen Gemeinde hinaus – Gemeinschaft mit anderen Christen aus anderen Denominationen. In den Allianzkreisen, die sich auf Orts- und mitunter auch auf Regionalebene treffen, kann mitarbeiten, wer der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz zustimmt.

Geistliches Leitungsgremium ist der Hauptvorstand, dem derzeit 60 Vertreter der evangelikalen Bewegung aus den evangelischen Landeskirchen, Freikirchen, Gemeinschaften und Werken aus verschiedenen Konfessionen angehören. Verantwortlich für die laufende Arbeit ist der Geschäftsführende Vorstand zu dem unter anderem der Erste Vorsitzende Ekkehart Vetter, der im Hauptberuf Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlicher Evangelischer Gemeinden ist, gehört, sowie Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink. Weitere Informationen: www.ead.de




IGFM fordert Aussetzung von Abschiebungen christlicher Konvertiten in den Iran

Staatliche Stellen können nicht beurteilen, ob jemand „glaubhaft“ Christ geworden ist
Staatliche Stellen könnten nach Auffassung der IGFM nicht als „Experten“ feststellen, ob ein ehemaliger Muslim „glaubhaft“ Christ geworden sei. „Wer Christ geworden ist und einer Gemeinde angehört, entscheiden noch immer die Kirchengemeinden und Religionsgemeinschaften selbst. Es kann kein staatliches Glaubensprüfungsverfahren oder Glaubensprüfungsamt geben“, erklärte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Anlass für die Forderung der IGFM ist der Fall einer 58-jährigen iranischen Christin, die am 8. Mai aus Deutschland in die Islamische Republik abgeschoben wurde. Die iranische Justiz hat gegen sie ein Gerichtsverfahren eröffnet, wie die Flüchtlingsbeauftragte des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises, Christine Deutscher (Greifswald), berichtete. Die drei erwachsenen Söhne der Frau, die in Deutschland leben, hätten mehrfach mit ihr telefoniert. Sie sei äußerlich unversehrt, jedoch nach ihrer Ankunft im Iran mehrere Tage inhaftiert worden. Gegen die Hinterlegung einer Hauskaufurkunde durch eine Verwandte als Kaution sei sie momentan auf freiem Fuß, dürfe aber Teheran nicht verlassen.

Todesstrafe für das Verlassen des Islams
Die IGFM weist darauf hin, dass nach dem im Iran geltenden islamischen Recht der „Abfall vom Islam“ mit dem Tod bestraft werden kann. Häufig würden aber die eigentlichen Haft- oder Hinrichtungsgründe von der iranischen Justiz verschleiert. Entweder, indem Anklagen nicht veröffentlich oder Akteneinsicht verweigert würde, so die IGFM weiter. Außerdem ergingen viele Urteile unter vorgeschobenen und völlig diffusen Anklagen wie „Vergehen gegen die nationale Sicherheit“.

Auswärtiges Amt soll Prozessbeobachter stellen
Die IGFM forderte außerdem Bundesaußenminister Heiko Maas auf, über die deutsche Botschaft im Iran Prozessbeobachter für das Verfahren gegen die abgeschobene iranische Christin zu stellen. Nach Einschätzung der IGFM könne das Auswärtige Amt „durch offen demonstriertes Interesse“ das Leben der Frau retten.




„wertvoll“: neuer wöchentlicher Talk auf HopeTV

Die Mut machende Sendung kann jeden Donnerstag um 20:15 Uhr auf dem Hope Channel verfolgt werden. Persönlichen Geschichten und Erfahrungen aus dem Leben stehen im Vordergrund: Was macht einen Menschen wertvoll? Ist es das, was ein Mensch hat oder kann? Um diese Fragen geht es Gabi Pratz im Gespräch mit ihren Gästen.

Hope Channel Deutsch
Hope Channel ist ein TV-Sender der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er wird vom Medienzentrum Stimme der Hoffnung e. V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein betrieben. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Die Sendungen von Hope Channel TV Deutsch sind zu empfangen über den Satelliten ASTRA, Kabel Unitymedia sowie einige regionale Kabelnetze und im Internet. Weitere Informationen: www.hope-channel.de




„Leben in Fülle!“ - 3. Adventistischer Gesundheitskongress

Ein ganzheitliches Menschenbild ist wichtiger als neue Medizintechnik
Bei der Gesundheitsförderung fehle es oft an Ganzheitlichkeit, sagte Dr. med. Ruedi Brodbeck, Alchenflüh/Schweiz. 80 Prozent der Gesundheitskosten in der Schweiz würden durch vermeidbare Krankheiten generiert. Es sei deshalb wichtiger über das Menschenbild nachzudenken, als neue Medizintechnik zu entwickeln, so Brodbeck. Ein ganzheitliches Menschenbild umfasse die wesentlichen Dimensionen des Menschen. Diesem werde im „NEWSTART Plus“-Konzept entsprochen, das nicht nur Symptome von Krankheiten bekämpfe, sondern die Ursachen angehe, und die beeinflussbaren Gesundheitsprinzipien und Glücksfaktoren umfasse, die eine breite Wirkung entwickeln. Wichtig sei auch, ein richtiges, von der Bibel geprägtes Gottesbild zu haben, das sich ebenfalls auf das Menschenbild auswirke.

Für die Gesundheit sind Lebensstil sowie soziale Faktoren wichtiger als Genetik
Die Steuerung in unserem Körper läuft über die Genetik, die „Hardware“ und über die Epigenetik, die als „Software“ bezeichnet werden kann, erläuterte Dr. Heidi Schulz, Wissenschaftlerin am Institut für Humangenetik an der Universität Regensburg. Gesunde Ernährung, Bewegung und soziale Faktoren, wie Kontakte und Zuwendung, hätten einen großen Einfluss auf die Entstehung oder Verhinderung von Krankheiten. Die geerbten genetischen Informationen seien nicht, wie man das früher gedacht habe, zu 35 Prozent für unsere Lebenserwartung zuständig, sondern laut neusten Forschungen wahrscheinlich zu weniger als 10 Prozent. „Vieles hängt von unseren kleinen, alltäglichen Entscheidungen ab. Die Ergebnisse werden in den meisten Fällen nicht gleich sichtbar sein, aber ein gesunder Lebensstil, nach den NEWSTART Plus-Prinzipien, wird sich ganz bestimmt positiv auswirken“, so Schulz.

Ist Gott glücklich?
Stephan Sigg, Präsident der Adventisten in der Schweiz, leitete seine Ausführungen mit der Frage ein: „Ist Gott glücklich?“. Als Antwort zitierte er zwei Aussagen des Apostel Paulus im ersten Brief an Timotheus, die in der Schlachterübersetzung vom „glückseligen Gott“ und vom „Glückseligen“ sprechen. Der Mensch habe die Beziehung zu diesem Gott verloren, damit auch sich selbst und folglich auch das Glück, so Sigg. Er zitierte Blaise Pascal (Pensées): „Was schreit aus dieser Gier…, wenn nicht das, dass ehemals der Mensch wirklich im Glück war, wovon uns nichts blieb als die Narbe und die völlig leere Spur, die der Mensch nutzlos mit allem, was ihn umgibt, zu erfüllen trachtet“. Der Mensch habe eine „Erinnerung“ an das Paradies, an Eden, was auf Hebräisch „Vergnügen“ heiße. Der Mensch sei in seiner Glücksuche unbewusst auf der Suche nach Gott, so Sigg.

120 Jahre Deutscher Verein für Gesundheitspflege e.V.
Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG) wurde 1899 als Trägerverein für geplante Institutionen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland in Friedensau bei Magdeburg gegründet. In den ersten Jahren nach der Gründung entstanden ein Lebensmittelwerk (heute DE-VAU-GE-Gesundkostwerk), eine Seifenfabrik (besteht nicht mehr), die Friedensauer Anstalten (zu denen die Theologische Hochschule Friedensau gehört), das Sanatorium Friedensau (heute Krankenhaus-Waldfriede, Berlin-Zehlendorf) und ein Altenheim (heute Seniorenheim Friedensau). Am Samstagnachmittag, dem 1. Juni, wurde das DVG-Jubiläum mit den Kongressteilnehmenden gefeiert.

Weitere Infos zum Gesundheitskongress: https://www.dvg-online.de/veranstaltungen/gesundheitskongress/

Korrekturhinweis: Die Theologische Hochschule Friedensau ist Bestandteil der Friedensauer Anstalten. Die Anstalten verwalten alle Einrichtungen, Immobilien, Liegenschaften in und um Friedensau.




Der Religionsfreiheit und dem Recht auf Asyl verpflichtet

Die Resolution erinnert „dankbar“ daran, dass die Weimarer Reichsverfassung vor 100 Jahren und das Grundgesetz vor 70 Jahren Religionsfreiheit festschrieben. Zudem gebe es seit dem Fall der Mauer vor 30 Jahren „in ganz Deutschland eine umfassende Religionsfreiheit“. Gleichzeitig erinnert das Dokument daran, dass „die Nationalsozialisten die demokratischen Grundstrukturen zerstörten und elementare Grundrechte wie das auf Leben und den Schutz von Minderheiten missachteten. Wer – wie die Juden – verfolgt wurde und im Ausland kein Asyl fand, war der brutalen Verfolgung durch die Nationalsozialisten hilflos ausgeliefert.“

Religiöse Fachkompetenz bei Entscheidung über Asylanträge gefordert
Die Verpflichtung zum Schutz für religiös Verfolgte ergebe sich aus der deutschen Geschichte. Menschen, denen aufgrund eines Religionswechsels Verfolgung drohe, bräuchten den staatlichen Schutz „in besonderer Weise – ob sie nun bereits in ihrem Herkunftsland konvertiert sind oder erst in Deutschland die Religion gewechselt haben.“

Bei der Entscheidung über Asylanträge aus religiösen Gründen sei „religiöse Fachkompetenz“ unerlässlich. Die Folgen dieser Beschlüsse wären für die Betroffenen weitreichend, ja möglicherweise existentiell. „Es darf nicht passieren, dass das Grundrecht auf Religionsfreiheit ausgehöhlt wird. Doch genau dies geschieht, wo Menschen, denen es wegen drohender Verfolgung aus religiösen Gründen zusteht, das Grundrecht auf Asyl nicht gewährt wird.“

Am Schluss würdigt die Resolution das Engagement der Kirchengemeinden für Geflüchtete und ermutigt sie, hierin nicht nachzulassen: „Wir wünschen uns, dass Gemeinden Konvertiten in Fragen des Glaubens und der christlichen Lebensgestaltung eine Stütze sind und ihnen auch in juristischen Fragen beistehen.“

Die Resolution findet sich im Internet unter: https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/der-religionsfreiheit-und-dem-recht-auf-asyl-verpflichtet/

Altgediente Konzepte und mutige Schritte
Altgediente Konzepte auch einmal über Bord werfen und mutige Schritte gehen, um die Liebe Gottes weiterzugeben, dazu hat Michael Noss nach seiner Wiederwahl als Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ermutigt. Er wurde am 31. Mai in Kassel bei der jährlichen Bundesratstagung der Freikirche mit 91 Prozent der Delegiertenstimmen in dem Amt bestätigt, das er bereits seit vier Jahren bekleidet. Corinna Zeschky wurde durch das Präsidium als Stellvertreterin des Präsidenten bestätigt.

Gerechter Frieden als Lebenshaltung
Gerechter Frieden sollte eine Lebenshaltung von Christinnen und Christen sein. Dafür plädierte der Mennonit und Friedenstheologe Fernando Enns bei seinem Vortrag „Gefährdeter Frieden – tragfähige Perspektiven: Inspiriert leben als Friedensstifter“ am 30. Mai auf der Bundesratstagung in Kassel.

Zum Auftakt der Bundesratstagung 2019 hielt Ansgar Hörsting, der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (BFeG), am 29. Mai einen Impuls zum Thema „INSPIRIERT LEBEN in Krisenzeiten“.

BEFG
Die Bundesratstagung findet einmal im Jahr statt. Sie ist als Kirchenparlament das höchste Entscheidungsgremium des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, zu dem in Deutschland 801 Baptisten- und Brüdergemeinden mit über 81.000 Mitgliedern gehören. Informationen unter: www.baptisten.de




„Glauben und Lehren“

Neben Grundsatzreferaten von Pastor Ken Weslake, ehemaliger Abteilungsleiter für Erziehung und Bildung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung im Süd-Pazifik-Raum, werden über zehn Workshops zum Kongress-Thema angeboten. In ihnen geht es unter anderem um: „Glauben und Lehren in der Grundschule“, „Ehevorbereitung fängt früher an – Bildungspolitische Auseinandersetzungen mit dem Thema Partnerschaft und Familie in der Schule“, „Glaube – Fiktion – Literatur“, „Wertevermittlung im Mathematikunterricht“ oder „Evolution und Schöpfung – Konflikte, Chancen und Anregungen“. Kulturell wurde der Kongress durch Musikbeiträge der Teilnehmenden und einen abendlichen Auftritt der spanischen Mimen Carlos Martinez bereichert.

Persönlichkeit und persönlicher Glaube
„Wir sind ganz nah an der Persönlichkeit des Lehrers dran“, so Heinz Schlumpberger, Abteilungsleiter für Bildung und Erziehung der überregionalen adventistischen Kirchenleitung in Süddeutschland, bei der Übermittlung des Grußwortes an die Teilnehmer. Er wies damit auf das Kongressthema „Glauben und Lehren“ hin und betonte die enge Verbindung dieser zwei Komponenten. „Wir spannen in diesem Kongress einen großen und anspruchsvollen Bogen“, führte Schlumpberger aus, denn es stelle sich grundsätzlich die Frage, wie persönlicher Glaube und die neutrale Haltung, die der Staat fordere, verbunden werden könne. Er dankte der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa, die durch ihren Abteilungsleiter für Bildung und Erziehung, Marius Munteanu, vertreten wurde, für ihre Schirmherrschaft,

„Weil wir Bildung können“
An das Ziel des Kongresses, nämlich der Bildung und Erziehung innerhalb der adventistischen Bildungslandschaft neue Impulse zu geben, erinnerte Pastor Johannes Naether, Präsident der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland, in seinem Grußwort. Als Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten betonte er die Wichtigkeit von Bildung für die Freikirche in Deutschland. Er beantwortete die Frage nach dem Sinn eines Bildungskongress mit einem klaren: „Weil wir Bildung können!“. Mit Blick auf das Motto führte Naether aus: „Wir sind ein kirchlicher Bildungsträger, das heißt, das Thema Glaube steht immer irgendwie im Raum“. Glaube wirke sich auf die Gesamtpersönlichkeit des Lehrenden aus. Naether schloss mit dem Appell: „Wir sind Lehrer, aber wir sind auch Lernende“.

Weitere Informationen unter: www.bildungskongress.org




Gestaltungshilfe für den adventistischen Gottesdienst zum Weltflüchtlingstag

Der Weltflüchtlingstag ist ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Aktionstag, der seit 2001 am 20. Juni stattfindet. 2016 beschloss die Generalkonferenz ihren Gemeinden weltweit zu empfehlen in einem besonderen Gottesdienst am Sabbat/Samstag vor dem 20. Juni bewusst zu machen, dass Millionen Menschen auf der Flucht sind. „Als Adventisten sollten wir uns dieser Herausforderung stellen und uns im Klaren werden, welche christliche Antwort und Haltung wir gegenüber diesen Menschen haben“, so die Weltkirchenleitung.

Gemeinsam für Flüchtlinge
Das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ wurde 2015 gegründet und vereint vier Partner, die institutionsübergreifend zusammenarbeiten: die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) und die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Sie bündeln die jeweiligen Kompetenzen und Ressourcen mit dem Ziel, Adventgemeinden und AWW-Helferkreise in ihrem ehrenamtlichen Engagement für geflüchtete Menschen und deren Integration in die Gesellschaft zu begleiten und zu unterstützen.

Das Aktionsbündnis unterstützt und fördert ehrenamtliche Projektarbeit zur Integration von politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen. Informationen und Arbeitshilfen sind auf der Internetseite www.gemeinsamfürflüchtlinge.de zu finden. Die Freikirche in Deutschland hat zudem unter dem Titel „Flucht, Migration und christlicher Dienst“ eine theologische Handreichung herausgegeben, die Impulse zur ethischen Orientierung bietet.

Flüchtlingshilfe in Europa
Die Freikirchenleitung stellt Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung sowie einen Predigtentwurf zur Verfügung, um zu Begegnungen mit Flüchtlingen zu ermutigen. Als Baustein für den Gottesdienst gibt es auch zwei Videoclips mit konkreten Flüchtlingsprojekten zum Download. Das Hilfswerk ADRA strahlt am 15. Juni über Hope Channel TV um 15:00 Uhr eine zweistündige Video-Dokumentation zur Flüchtlingshilfe in Europa aus.

Die genannten Materialien sind verfügbar unter: http://bit.ly/Weltfluechtlingstag2019




ADRAshop in Diepholz eröffnet

Das ADRAshop Light-Konzept ist speziell für kleinere, ehrenamtliche Initiativgruppen von vier bis sechs Mitarbeitern gedacht. Es werden hierbei, wie in den anderen ADRAshops, gespendete, gut erhaltene Gebrauchtwaren zum Kauf angeboten und zusätzlich ein Onlinehandel für Bücher betrieben. Die erwirtschafteten Gewinne fließen in soziale Projekte vor Ort sowie in die Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit von ADRA, so Fanny Weller, Koordinatorin der ADRA-Shops Deutschland.

Die ADRAshops würden überwiegend durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer betrieben. „Wir erfahren viel Zuspruch für unsere Freiwilligenarbeit in den ADRAshops. Weitere ehrenamtliche Gruppen sind bereits interessiert. Die ADRA gGmbH managt im Hintergrund die administrativen Abläufe, damit sich die Ehrenamtlichen um Spendenakquise und Verkauf kümmern können“, sagte Fanny Weller. Die Shops stünden allen Menschen offen, unabhängig von Herkunft oder sozialer Stellung.

Weitere ADRA-Shops gibt es in Bergisch Gladbach, Köthen, Lüdenscheid, Nürnberg, Stendal und Weiterstadt bei Darmstadt. Informationen unter: www.adrashop.de

ADRA
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation. ADRA Deutschland wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland gegründet und gehört zu einem weltweiten Netzwerk mit über 130 nationalen ADRA-Büros.




Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland wählen Freikirchenleitung

Zum neuen stellvertretenden Präsidenten wählten die Delegierten Pastor Jens Fabich mit 171 zu 39 Stimmen. Fabich übt seinen pastoralen Dienst seit 2013 im Seelsorgebezirk Chemnitz aus. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Zum Vorstand der BMV gehört weiterhin Pastor Carsten Köhler, der mit 198 zu 11 Stimmen als Finanzvorstand wiedergewählt wurde.

Köhler wies in seinem vorgelegten Finanzbericht darauf hin, dass sich die Zehnteneinnahmen (freiwillige Spenden der Mitglieder, aus denen sich die Freikirche finanziert) in der Konferenzperiode (2015-2018) sehr erfreulich entwickelt haben: eine Steigerung von 400.000 Euro gegenüber dem Beginn. „Dies stimmt überaus dankbar, schafft es doch die finanzielle Grundlage für einen ausgeglichenen Haushalt und eine umfangreiche inhaltliche Arbeit“, so Köhler.

Pastor Marc Gunnar Dillner wurde als Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau bestätigt. Ebenso Pastor Michael Götz als Abteilungsleiter für das Advent-Wohlfahrtswerk (Sozialwerk) auf dem Gebiet der BMV. Neu gewählt wurde Pastor Martin Hartlapp als Abteilungsleiter für Jugend, Pfadfinder und Kinder. Hartlapp übt seinen pastoralen Dienst seit 2017 in Leipzig und Muldental aus.

Anträge auf Vollmitgliedschaft in der ACK
Die Delegierten sprachen sich mehrheitlich dafür aus, die bestehende Gastmitgliedschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in den entsprechenden regionalen Arbeitsgemeinschaften christlicher Kirchen der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in eine reguläre Mitgliedschaft umzuwandeln. Entsprechende Anträge an die jeweiligen ACKs beziehungsweise an den Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg sollen gestellt werden.

Umgang mit Regelverstößen
Ferner wurde ein Antrag angenommen, das von der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten (Generalkonferenz, GK) am 14.10.2018 beschlossene Verfahren zur „Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Vollversammlung und des Exekutivausschusses der GK“ nicht als Modell zur Bearbeitung von Regelverstößen auf dem Gebiet der BMV anzuwenden.

Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland
In den zum Gebiet der BMV gehörenden Bundesländern Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es zum Ende der Konferenzperiode (31.12.2018) 6.902 mündig getaufte Siebenten-Tags-Adventisten, die in 146 Kirchengemeinden am Sabbat (Samstag) Gottesdienst feiern.




Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden auf Wachstumskurs

Konsequent neue Gemeinden gegründet
Zu den Gründen für das Wachstum des BFP meinte Bregy: „Wir haben in den letzten sieben Jahren unser Profil als Geistesbewegung geschärft, einen Fokus auf die Unterstützung von Leitern und der Stärkung von Gemeinden gelegt und konsequent neue Gemeinden gegründet.“ Ein Blick hinter die Zahlen der offiziellen Statistik zeige, dass 42 Prozent der derzeit 836 BFP-Gemeinden wachsen und höhere Zahlen als vor zwei Jahren gemeldet hätten. „Bei den Gemeinden mit Migrationshintergrund hat sich eine gewisse Konstanz in der zahlenmäßigen Entwicklung eingestellt“, erläuterte Bregy, während sich die durchschnittliche Gemeindegröße im BFP von 68,6 auf 75,2 Mitglieder erhöht habe. „Wir sind weniger durch Neuaufnahmen von Gemeinden gewachsen“, fügte er hinzu.

Bei der Zahl der Gemeinden ist in der Statistik ein Wachstum von 16 Gemeinden aufgeführt. Das habe mit Schließungen und Zusammenlegungen von Gemeinden zu tun. „Hier findet immer wieder eine Bereinigung statt, zu der wir auch ehrlich stehen“, so der Generalsekretär. Er wies auf eine gewisse Fluktuation bei den internationalen Gemeinden hin.

Über 95.000 Menschen durch Veranstaltungen erreicht
Mit 3.202 Taufen im Kalenderjahr 2018, aufgrund persönlichen Glaubens und durch Untertauchen, verzeichne der BFP gegenüber dem Jahr 2016 einen leichten Rückgang (3.890) – das sei aber immer noch mehr als 2014 (2.559). „Die Taufen im BFP werden in zweijährigem Rhythmus für das vergangene Kalenderjahr abgefragt und bei Nichtmeldung nicht hochgerechnet“, fügte Peter Bregy hinzu. Zum zweiten Mal sei im Berichtszeitraum die Anzahl der Personen abgefragt worden, die wöchentlich durch die Aktivitäten der Gemeinde erreicht würden. Hier weise die Tabelle ein Wachstum von 92.721 auf 95.477 aus. Hierzu zählten nicht nur Gottesdienste, sondern auch sonstige Veranstaltungen der Gemeinde, wobei Doppelzählungen nicht gerechnet würden.

Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden ist die zweitgrößte Freikirche innerhalb der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland. Weitere Infos unter: www.bfp.de




„Einsatz leben“: neue Serie auf Hope Channel TV

Einen guten Arzt zu finden ist nicht leicht, berichtet das Medienzentrum Stimme der Hoffnung. Einen Arzt, der sich Zeit nimmt, den Menschen sieht und zuhört, für den der Patient nicht nur eine Nummer in einer Akte ist. In der neuen Sendereihe „Einsatz leben“ geht es um bewegende Lebensgeschichten von Menschen, die an ihrem Schicksal und an ihrer Erkrankung teilhaben lassen. Und es geht um Ärzte, die diese Patienten begleiten, die ihren Einsatz als Ärzte leben und dafür bis an ihre Grenzen gehen. Gedreht wurde die Serie im adventistischen Krankenhaus Loma Linda University Medical Center in Kalifornien/USA.

Hope Channel Deutsch
Hope Channel ist ein TV-Sender der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er wird vom Medienzentrum Stimme der Hoffnung e. V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein betrieben. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Die Sendungen von Hope Channel TV Deutsch sind zu empfangen über den Satelliten ASTRA, Kabel Unitymedia sowie einige regionale Kabelnetze und im Internet. Weitere Informationen: www.hope-channel.de




Adventisten beim Präventionskongress in Berlin

Brich das Schweigen über Gewalt
Die Abteilung „Frauen“ der Freikirche informierte in Berlin über das gemeinsam mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA seit 2009 durchgeführte weltweite Projekt „enditnow – Brich das Schweigen über Gewalt“. Auch die Theologische Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg weiß sich in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie den Themen Prävention und Intervention bei den unterschiedlichen gesellschaftlichen Erscheinungsformen von Gewalt verpflichtet, so Angelika Pfaller, Leiterin der Abteilung „Frauen“ der Freikirche in Deutschland. Jeder Einzelne sei dazu aufgerufen, hinzusehen, alle Arten von Gewalt zu verurteilen, das Schweigen zu brechen, nach Lösungswegen zu suchen und sich für die Beendigung von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt einzusetzen.

Sexueller Gewalt begegnen
Am Stand wurde auch auf die Handreichung der Freikirche für Haupt- und Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit „Sexueller Gewalt begegnen“ hingewiesen. Sie ist in deutscher, englischer und russischer Sprache erhältlich. Das 18-seitige Heft beginnt nach einer Einführung in das Thema samt Begriffserklärung sowie Elementen, Formen und Folgen sexueller Gewalt. Kurz beschrieben wird die Vorgehensweise von Tätern, gefolgt von einem Bericht einer Betroffenen. Sieben mögliche Szenen sexueller Gewalt verdeutlichen die Thematik. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit juristischen Aspekten des sexuellen Missbrauchs an Kindern. Anschließend gibt es Hinweise für das Verhalten in adventistischen Gemeinden und Gruppen gegenüber Betroffenen sowie möglichen Tätern und Täterinnen. Die Broschüre schließt mit weiterführenden Hinweisen und Adressen sowie dem „Verhaltenskodex zur Prävention sexueller Gewalt“ für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Infos unter www.sexueller-gewalt-begegnen.de und www.enditnow.org.

Fachbeirat
2010 hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten den Fachbeirat „Sexueller Gewalt begegnen“ gegründet. Dieser bearbeitet und begleitet laut Angelika Pfaller im Auftrag der Freikirchenleitung alle auftretenden Fälle sexuellen Missbrauchs und sexueller Gewalt im Zusammenhang mit Minderjährigen und Schutzbefohlenen innerhalb der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Vom Fachbeirat „Sexueller Gewalt begegnen“ und dem Religionspädagogischen Institut der Freikirche sei zudem das Faltblatt „Wenn ich mal nicht weiterweiß“ zur Thematik erstellt worden mit Infos und Tipps für Kinder.

Hilfe für genitalverstümmelte Frauen
Ein Faltblatt, das am Stand auslag, gab einen Einblick in das „Desert Flower Center“ am adventistischen Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf. Dort erhalten Frauen mit Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) seit 2013 medizinische sowie psychosoziale Hilfe und Betreuung (Infos unter www.dfc-waldfriede.de). Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) würden täglich 8.000 Mädchen durch die sogenannte rituelle Beschneidung der weiblichen Genitalien verstümmelt. Weltweit gebe es 150 Millionen beschnittene Frauen und Mädchen. FGM werde nicht nur in bestimmten Ländern Afrikas oder Asiens praktiziert. Selbst in Deutschland lebten 50.000 Opfer mit Genitalverstümmelung. In Kenia unterstützt ADRA Deutschland das „Kajiado Rescue Centre“ zum Schutz minderjähriger Mädchen vor Zwangsheirat und Genitalverstümmelung.

Demokratie braucht Prävention
Der Deutsche Präventionstag (DTP) sei der weltweit größte Jahreskongress speziell für das Arbeitsgebiet der Kriminalprävention sowie angrenzender Präventionsbereiche, erläuterte DTP-Geschäftsführer Erich Marks. Der Kongress biete eine internationale Plattform zum interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch in der Prävention. So seien auch Teilnehmende aus 46 anderen Ländern nach Berlin gekommen, berichtete Marks in seiner Rede zur Eröffnung des DTP 2019. Zum Schwerpunktthema „Prävention & Demokratieförderung“ des Kongresses hätten neun Expertinnen und Experten von sieben verschiedenen Institutionen fünf wissenschaftliche Stellungnahmen angefertigt. Aufgrund dieser Stellungnahmen sei die „Berliner Erklärung 2019“ verfasst worden: http://www.praeventionstag.de/dokumentation/download.cms?id=2796&datei=2019_05_14_Berliner_Erklaerung-2796.pdf

In der Erklärung werde deutlich, dass alle politisch Verantwortlichen sich stärker und nachhaltiger als bisher mit dem Verhältnis zwischen demokratischer Gesellschaftsordnung und der Prävention von Extremismus, Gewalt- und anderer Kriminalität beschäftigen müssten. Das sei notwendig, gerade im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie dem zunehmenden Rechtsextremismus und -populismus, die wiederkehrenden Angriffe und Anschläge gewaltorientierter Islamisten und die Ausschreitungen gewaltbereiter Linksextremisten. Auch teilweise gewaltbereite und bislang nur schwer in existierende politische Lager einzuordnende neue Bewegungen, wie die sogenannten „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“, müssten berücksichtigt werden.

„Wenn Maßnahmen präzise ausgewählt und Programme gut implementiert werden, ist Prävention wirksam und spart enorme Kosten im Reparaturmodus“, betonte der DTP-Geschäftsführer in seiner Eröffnungsrede. Deshalb sollten die Ausgaben für Prävention in den kommenden Jahren deutlich erhöht und zum festen Bestandteil aller öffentlichen Haushalte werden, forderte Erich Marks. „Für Prävention investierte Steuermittel sind soziale und gesamtgesellschaftliche Strukturförderungen von hoher Priorität.“




30 Jahre Familienzentrum „Arche Noah“ in Penzberg

Zur Begrüßung beim Festakt wies Annelies Plep, Gründerin und Gesamtleiterin der Einrichtung, darauf hin, dass die Grundidee eine ganzheitliche und an christlichen Werten orientierte Erziehung sei, damit die eigenen und andere Kinder gesund an Körper, Seele und Geist aufwüchsen. Diese Vision wurde 1989 zuerst mit zehn Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren im privaten Wohnzimmer realisiert. Gemeinsam mit den Eltern wurde über gute Pädagogik, sinnvolles Spielzeug und naturbezogene Aktivitäten nachgedacht. Immer mehr Eltern wollten mitmachen.

Von der Idee zur Umsetzung
Die Idee zur Gründung eines Kindergartens folgte, wurde aber durch die Skepsis der Behörden und das Fehlen öffentlicher Geldgeber zuerst wieder verworfen. Es blieb bei der Kindergruppe mit regelmäßigen Elternabenden, Vorträgen und Kreativkursen. Eine Tochtergruppe in Benediktbeuern wurde gegründet. Neue Projekte entstanden. 1998 erfolgte die Anerkennung als Familienzentrum vom Sozialministerium. Seither nennt es sich FAN. Vier Jahre später konnte dann doch ein eingruppiger Kindergarten eröffnet werden. Begleitend wurde auch das Konzept zur Eltern-Kind-Begleitung (FenKid) eingeführt. Beratungs- und Therapieangebote durch ausgebildete Therapeuten ergänzten das Angebot. Im Laufe der Jahre entstanden auch Kontakte zur Hochschule in Benediktbeuern, die das Familienzentrum immer wieder begleitet und Studenten zum Semesterpraktikum schickt. Acht Bachelorarbeiten wurden so schon über das FAN verfasst.

Weitere Projekte
Eine weitere Initiative ist das Schülerprojekt „Pack’s an!“ Es will Schülern in Schulschwierigkeiten helfen und wird von der Diplom-Pädagogin und Mediatorin Petra Zott-Endres geleitet. Von ihr und Melinda Veres wurde auch das Berufsorientierungsprojekt PASSGENAU ins Leben gerufen. Es will helfen, den Weg durch den Dschungel der Berufsorientierung zu gehen. Mit dazu gehören Berufscafé, Biografiewerkstatt, Online-Sprechstunde, Beratungs- und Coachtermine und eine Reihe von Workshops, in denen Jugendliche ihre Stärken herausfinden können.

Festakt 30 Jahre FAN
In zwei Gesprächsrunden – locker und kompetent durch Prof. Egon Endres moderiert – betonten einmal Pädagogen, Eltern und Ehemalige und später Landes- und Lokalpolitiker den Wert und die Bedeutung des Familienzentrums. Ebenso das unermüdliche und ehrenamtliche Engagement der Gründerin und Leiterin Annelies Plep mit ihrem Team. Es wurde aber auch deutlich, dass „für ein solch breit aufgestelltes und vielfältigen Bedürfnissen angepasstes Programm eine Regelfinanzierung geboten wäre“, so Lothar Scheel, geschäftsführender Vorsitzender des Trägervereins AWW. Immer noch sei das Familienzentrum teilweise auf Spenden angewiesen. Der Festakt wurde von der christlichen Popsängerin und Heilerziehungspflegerin Gloria Gabriel musikalisch umrahmt.

Das Familienzentrum heute
Mit 23 festen Mitarbeiterinnen, zwei Kindergartengruppen, dreizehn verschiedenen Angeboten in den Bereichen Bildung, Erziehung, Betreuung, Beratung, Therapie, kreativen Angeboten und als „Sozialer Treffpunkt“ ist das Familienzentrum Arche Noah eine feste Größe in der Stadt Penzberg. Es wird vom Advent-Wohlfahrtswerk (AWW), dem Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, getragen. Auch das tägliche vegetarische Mittagessen, das gemeinsam mit den Kindern zubereitet wird, gehört mit zum Konzept. Weitere Informationen: www.familienzentrum-arche-noah.de




KIM-Studie: Jedes dritte Kind nutzt täglich WhatsApp

Bei der Betrachtung der regelmäßigen, mindestens einmal pro Woche ausgeübten Tätigkeiten im Internet sind die Recherche über Suchmaschinen (65 Prozent), das Verschicken von WhatsApp-Nachrichten (62 Prozent) und YouTube-Videos (56 Prozent) die meistgenannten Beschäftigungen der Internetnutzer. Ein knappes Drittel hört über das Internet regelmäßig Musik. Im Laufe einer Woche nutzt jeweils jeder Vierte Facebook oder Wikipedia beziehungsweise verschickt E-Mails. Ein Fünftel (21 Prozent) ist mindestens wöchentlicher Snapchat-Nutzer, 17 Prozent nutzen regelmäßig Instagram. Fernsehsendungen werden von 16 Prozent über das Internet angesehen, zwölf Prozent nutzen Musical.ly (jetzt TikTok). Die Nutzung von Social Media-Angeboten ist vor allem für ältere Kinder relevant. Eine zentrale Bedeutung im Alltag nimmt WhatsApp ein. Das betrifft vor allem Kinder ab zehn Jahren. Hier nutzen 73 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen und 83 Prozent der zwölf- bis 13-jährigen Internetnutzer täglich WhatsApp (6-7 Jahre: 17 Prozent, 8-9 Jahre: 36 Prozent). Insgesamt betrachtet, bezogen auf alle befragten Kinder, gibt damit jedes dritte Kind an, diesen Messenger jeden oder fast jeden Tag zu nutzen.

Digitale Geräte in der Schule
Auch in der Schule kommen digitale Geräte zum Einsatz, allerdings noch sehr punktuell. Etwa jeder dritte Schüler verwendet im Unterricht zumindest einmal pro Woche einen klassischen Computer (31 Prozent). Mobile Geräte wie ein Handy oder Smartphone (16 Prozent) sowie Notebooks oder Laptops (15 Prozent) werden noch seltener eingesetzt. Bei jedem zehnten Schüler (11 Prozent) kommt zumindest einmal pro Woche ein Whiteboard zum Einsatz. Auch sind derzeit Tabletklassen noch die Ausnahme. Nach Angaben der befragten Schulkinder werden im Laufe einer Woche Tablets nur bei acht Prozent der Schüler im Unterricht verwendet.

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Studienreihe KIM (Kindheit, Internet, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1999 in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland ab. Für die KIM-Studie 2018 wurden rund 1.200 Kinder und deren Haupterzieher im Frühsommer 2018 zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt.

Die KIM-Studie 2018 kann als PDF-Datei heruntergeladen werden unter:
https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/KIM/2018/KIM-Studie_2018_web.pdf




Freikirchenleitung der Adventisten in Niedersachsen und Bremen wiedergewählt

Die anderen Verantwortungsträger der Kirchenleitung wurden ebenfalls wiedergewählt. Mit zum Vorstand gehören Pastor Jan Kozak als Vizepräsident sowie Steffen Entrich als Finanzvorstand. Jan Kozak hatte dieses Amt im August 2018 von seinem Vorgänger, Pastor Detlef Bendig, übernommen, der in den Ruhestand getreten ist. Kozak und Entrich arbeiten in Personalunion auch in gleicher Funktion für die regionale Kirchenleitung in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern (Hansa-Vereinigung).

Pastor Dragutin Lipohar leitet die Abteilung für missionarischen Gemeindeaufbau. Pastor Alexander Vilem ist Abteilungsleiter für Kinder, Pfadfinder, Jugend und Studenten. Vilems Bericht nahmen die Delegierten zum Anlass, um ausführlich über die Frage zu sprechen, wie Kirchengemeinden gerade Jugendlichen und Studenten eine geistliche Heimat bieten können, die einen Ortswechsel hinter sich haben. Ferner wurde ein Antrag angenommen, die im Jahr 2018 verabschiedeten Regularien der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), die untergeordnete Dienststellen zur Regelkonformität disziplinieren wollen, in Niedersachsen und Bremen nicht anzuwenden.

Finanzierung durch Spenden
Der zur Synode vorgelegte Konferenzbericht gewährte unter anderem Einblick in das umfassende Zahlenwerk der adventistischen Kirchenleitung in Niedersachsen und Bremen. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten erhält keine Kirchensteuer, sondern finanziert sich durch freiwillige Spenden der Mitglieder. Diese hätten sich in dieser Konferenzperiode (2015-2018) erhöht: „Dafür sind wir enorm dankbar, weil es nicht selbstverständlich ist. Auffällig ist, dass auch die Spenden für die Vereinigung gestiegen sind“, so Finanzvorstand Entrich.

Pläne für die nächsten Jahre
Die Delegierten verabschiedeten ein Plänepapier für die nächsten vier Jahre. Diese Zielvorgaben beinhalteten unter anderem die Schärfung der eigenen Identität, die Förderung von generations- und werteorientierter Gemeindearbeit sowie den weiteren Ausbau der personellen und organisatorischen Zusammenarbeit mit der Hansa-Vereinigung.

Adventisten in Niedersachsen und Bremen
In Niedersachsen und Bremen gab es zum Ende der Berichtsperiode (31.12.2018) 3.507 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 57 Kirchengemeinden, die von 41 hauptamtlichen Mitarbeitenden betreut werden. Nach dem Prinzip der repräsentativen Demokratie werden aus diesen Reihen die Delegierten für die Landesversammlung entsendet. Die Freikirchenleitung hat ihren Sitz in Hannover.




Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft tagt in Hofgeismar

„Der Aufbau und die Stärkung unseres bundesweiten Bibel-Netzwerkes liegt uns allen am Herzen“, sagte der Generalsekretär der DBG, Dr. Christoph Rösel. „Gemeinsam mit den Kirchen wollen wir einer gewissen Bibelvergessenheit entgegenwirken.“ Die internationale Arbeit im Weltverband der Bibelgesellschaften hat die Deutsche Bibelgesellschaft 2018 mit rund 3,31 Millionen Euro unterstützt.

Projekt BasisBibel
Für Anfang 2021 kündigte die Deutschen Bibelgesellschaft das Erscheinen der BasisBibel als komplette Bibel an. Die BasisBibel ist die erste Bibelübersetzung, die das durch Computer und Internet veränderte Medienverhalten berücksichtigt. Charakteristisch für die Übersetzung sind nach Angaben der DBG kurze Sätze, eine eigene Rhythmik und die Nähe zu den ursprünglichen Texten des Alten und Neuen Testaments.

Bibelmobil neues Mitglied
Als neues Mitglied der Vollversammlung wurde der Verein „Bibelmobil e.V.“ mit Sitz im sächsischen Görlitz einstimmig aufgenommen. Beim „Bibelmobil“ handelt es sich um eine Ausstellung rund um die Bibel in einem Bus. Das „Bibelmobil“ kommt seit 1992 in Gemeinden, zu Schulen, Großveranstaltungen und Festen. Mehr als 450.000 Besucherinnen und Besucher zählte das „Bibelmobil“ bisher.

Zur Vollversammlung in Hofgeismar wurden rund 60 Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Bibel-gesellschaften sowie von evangelischen Freikirchen, darunter auch die Siebenten-Tags-Adventisten, und christlichen Werken erwartet. Vorsitzende der Vollversammlung und des Aufsichtsrates der Deutschen Bibelgesellschaft ist die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. h.c. Annette Kurschus.




Menschenrechtsorganisation kritisiert unterlassene Hilfe für Kriegsdienstverweigerer in Europa

Rückblickend auf das vergangene Jahr beklagt der EBCO-Vorsitzende Friedhelm Schneider, der für die EAK bei EBCO tätig ist: „Das fortgesetzte Versagen der großen europäischen Institutionen, die erneut die Unterstützung diskriminierter und verfolgter Militärdienstverweigerer vermissen ließen, erfüllt menschenrechtspolitisch den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung.“

Aserbaidschan, Türkei und Griechenland
Auf der politischen Tagesordnung des Europarats und der Europäischen Union sei das Thema Kriegsdienstverweigerung auch im Jahr 2018 nicht gestanden. Dieses Versäumnis wäre besonders schwerwiegend im Blick auf Staaten, die Kriegsdienstverweigerer seit Jahrzehnten verfolgen und misshandeln würden. Schneider erinnerte an Aserbaidschan. So habe sich das Land 2001 bei seinem Beitritt zum Europarat verpflichtet, bis Januar 2003 ein europäischen Standards entsprechendes Zivildienstgesetz zu verabschieden. Ein solches Gesetz gebe es immer noch nicht. Bis heute würden Kriegsdienstverweigerer in Aserbaidschan inhaftiert. Für die Türkei stelle sich die Lage ähnlich dar. Das Grundsatzurteil, das der Europäische Menschenrechtsgerichtshof im Januar 2006 zugunsten des Kriegsdienstverweigerers Osman Murat Ülke fällte, sei bis heute nicht umgesetzt worden. Trotz einer gemeinsamen Eingabe von EBCO, War Resisters‘ International und Internationalem Versöhnungsbund habe das zuständige Europarats-Ministerkomitee auch im vergangenen Jahr keine weiterführende Entscheidung getroffen.

Mit der jahrzehntelangen Diskriminierung griechischer Kriegsdienstverweigerer konfrontiert, behaupte auf EU-Ebene die EU-Grundrechteagentur ihre Unzuständigkeit für den Schutz des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung, obwohl dieses Recht in Artikel 10 Absatz 2 der Europäischen Grundrechtecharta niedergelegt ist. Hier bestehe dringender Klärungsbedarf, so Friedhelm Schneider.

Eine Ausnahme von diesem allgemeinen Trend machte laut dem EBCO-Vorsitzenden das Europäische Jugendforum, das im November 2018 eine umfassende Entschließung zum Recht auf Militärdienstverweigerung in Europa verabschiedete. Darin werden unter anderem die Mitgliedsorganisationen aufgefordert, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung als Jugendrecht voranzubringen.

Hoffnungsschimmer Nordzypern
Ein Hoffnungsschimmer sei für Schneider die kürzlich veröffentlichte Novellierung des Militärdienstgesetzes im türkisch besetzten, nördlichen Teil von Zypern. Der Text der Novelle wäre, wenngleich nicht perfekt, so doch bemerkenswert positiv. Als offizielles Dokument markiere er erstmals die Anerkennung der Militärdienstverweigerung aus Gewissensgründen in einem türkisch dominierten Kontext – vorausgesetzt, dass der noch nicht abgeschlossene parlamentarische Prozess zu einem positiven Ergebnis führt. Doch insgesamt bleibe die schwarze Liste der Europarats-Mitgliedstaaten, die Kriegsdienstverweigerer diskriminierten, unverändert. Weitere Informationen: www.ebco-beoc.org




Arbeitskreis „Frieden und Versöhnung“ der Evangelischen Allianz konstituiert

Zum Ziel des neu gegründeten Arbeitskreises sagte Eberhard Jung: „Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) hat als Initiative unter der Leitung von Professor Dr. Johannes Reimer ein globales Netzwerk zur Friedens- und Versöhnungsarbeit ins Leben gerufen. Dieses Netzwerk findet nun auch in der Evangelischen Allianz in Deutschland seinen Ansprechpartner, um die gemeindliche und institutionelle Friedens- und Versöhnungsarbeit mit der Initiative der WEA zu verbinden.“

Botschafter der Versöhnung
Das internationale Netzwerk ermutige, motivierte und trainiere Christen zur Friedenskonsolidierung und Konfliktlösung in ihren lokalen Gemeinschaften und darüber hinaus. Auch der deutsche Arbeitskreis möchte christliche Ortsgemeinden und Werke in ihrem Bemühen um Frieden vielfältig unterstützen. Angeboten würden Seminare und Schulungen sowie Schulungsmaterial für Mitarbeitende. Frieden und Versöhnung gehörten zum missionarischen Auftrag der christlichen Gemeinde, so Professor Dr. Johannes Reimer, Gründer des internationalen Netzwerkes. Jede Kirche, Gemeinde und jedes Werk solle uneingeschränkten Zugang zu diesem Netzwerk erhalten. Informationen unter: https://frieden.ead.de

Dr. Horst Sebastian, Leiter des Referats für Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten in Deutschland, betonte, dass die zunehmenden globalen Spannungen Christen in einer neuen Art und Weise herausfordern werden „Botschafter der Versöhnung“ zu sein, wie der Apostel Paulus in seinem 2. Korintherbrief, Kapitel 5, Vers 20 schreibt.

Für Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, war es in seiner langjährigen Amtszeit der letzte Arbeitskreis, den er mit ins Leben rief. Die DEA hat derzeit zwölf Facharbeitskreise mit der sie die bundesweiten, regionalen und örtlichen missionarischen und diakonischen Dienste unterstützt.

Mitglieder des Arbeitskreises
Zum neu konstituierten Arbeitskreis gehören neben dem bisherigen und dem künftigen DEA-Generalsekretär Hartmut Steeb und Dr. Reinhardt Schink, der Rechtsanwalt Dr. Ingo Friedrich, der Unternehmens- und Organisationsentwicklungsberater Eberhard Jung, der Vorstandsvorsitzende von „World Relief“ Deutschland, Dr. Martin Knispel, der Referent für Friedenspädagogik der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Vorstandsvorsitzende von „Hilfe konkret“, Johannes Neudeck, der Direktor der Weltweiten Evangelischen Allianz für den Bereich Frieden und Versöhnung, Professor Dr. Johannes Reimer, der Referatsleiter für Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Dr. Horst Sebastian, der Generalsekretär des Verbands Evangelischer Bekenntnisschulen, Professor Dr. Wolfgang Stock, der Direktor von „compassion“ Deutschland, Stephan Volke, die Kommunikationsberaterin Christiane Wutschke sowie der Service- und Projektmanager Burkhard Zimmermann.

Evangelische Allianz
In der Weltweiten Evangelischen Allianz arbeiten Allianzen aus 129 Ländern zusammen. Die Evangelische Allianz ist ein Netzwerk von evangelisch-reformatorisch gesinnten Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften. Sie sind in vielen freien Werken aktiv. Die Deutsche Evangelische Allianz hält zu etwa 350 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. In rund 1.000 Städten in der Bundesrepublik gibt es örtliche Evangelische Allianzen. Weitere Informationen unter: www.ead.de




Adventisten in Nordrhein-Westfalen bestätigen Freikirchenleitung

Pastor Martin Knoll wurde mit der Zustimmung von 93 Prozent der abgegeben Wahlkarten beauftragt, auch in den nächsten vier Jahren die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordrhein-Westfalen zu leiten. Ebenso Vizepräsident Stefan Adam (90 Prozent) und Finanzvorstand Martin Peters (knapp 99 Prozent der abgegeben Stimmen). Auch die Abteilungsleiter Alexander Kampmann (missionarischer Gemeindeaufbau) und Paul Horch (Bereich Kinder, Jugend und Pfadfinder) wurden erneut beauftragt.

Finanzierung durch Spenden
Der zur Synode vorgelegte Geschäftsbericht gewährte mit einem umfassenden Zahlenwerk Einblick in die vielfältigen Aktivitäten der nordrhein-westfälischen Kirchenleitung. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten erhält keine Kirchensteuer, sondern finanziert sich durch freiwillige Spenden der Mitglieder. Alle Spenden zusammen betrugen im Berichtszeitraum der Jahre 2015 – 2018 insgesamt 33.704.389 Euro. Das entspricht einem pro Kopf Spendenbetrag von 5.474 Euro pro Mitglied.

Die eingegangenen Mittel dienten der Finanzierung von vielfältigen Aufgaben und teilen sich wie folgt auf: Personalaufwand (45,9 Prozent), Verwaltung und Allgemeines (7,6 Prozent), Unterstützung von weltweiter Mission und Institutionen (32 Prozent), Abteilungen und Fonds (10,5 Prozent) sowie Rücklagenstärkung und außerordentlicher Aufwand (4 Prozent).

Pläne für die nächsten Jahre
Neben der Wahl der Verantwortungsträger und Entgegennahme des Geschäftsberichts ging es auch um die nächsten vier Jahre. Mit dem vorgelegten Plänepapier sollte Kontinuität gewahrt und die bisherige Arbeit fortgeführt werden. Menschen in die Nachfolge Jesu zu rufen sei nicht einfach ein weiteres Programm, sondern die praktische Umsetzung der Aufforderung, Menschen zu Jüngern zu machen. Das Plänepapier, so Abteilungsleiter Pastor Alexander Kampmann, sei deshalb ein werteorientiertes Plänepapier.




Christen vereint im Gebet

„Der ‚Islam‘ ist in unseren Breitengraden für viele Menschen ein negativ besetzter Begriff“, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) in einer Medienmitteilung. Dabei gehe aber schnell vergessen, welche Vielfalt unterschiedlicher Ausprägungen den Islam weltweit ausmache und wie vielen Muslimen mit einer pauschalen Verurteilung Unrecht getan werde, so die SEA.

Die Initiative „30 Tage Gebet für die islamische Welt“ will die Vielfalt des Islam während des diesjährigen muslimischen Fastenmonats Ramadan vom 6. Mai bis 4. Juni besonders hervorheben. Ein Gebetsheft zeigt in Wort und Bild, wie verschiedene muslimische Volksgruppen rund um den Globus Gastfreundschaft – ein zentraler Teil der islamischen Kultur – leben. Die diversen Beschreibungen von Gastfreundschaft und Großzügigkeit sollen Christinnen und Christen inspirieren, in einer entsprechenden Art und Weise zu beten.

Internationale Initiative
„30 Tage Gebet für die islamische Welt“ ist eine internationale Initiative, die seit über 25 Jahren jedes Jahr zahlreiche Christen weltweit im Gebet vereint. Es ist ihr Anliegen, dass in der muslimischen Welt der Friede Jesu sichtbar werden kann.

Weitere Informationen: www.30tagegebet.de




EKD-Friedensbeauftragter: Ökumenische Versammlung von 1989 immer noch aktuell

Die Ökumenische Versammlung hätte damals in beeindruckender Weise die Herausforderungen benannt, vor denen die globale Gesellschaft stehe, betonte der EKD-Friedensbeauftragte. „Es ist das Verdienst der Kirchen der DDR bereits 1983 bei der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Vancouver mit dem Vorschlag, ein gesamtchristliches Friedenskonzil einzuberufen, die Weichen gestellt zu haben für den Konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung, der später die Arbeit von Kirchen rund um den Globus beeinflusste.“

Fast alle christlichen Kirchen in der DDR waren beteiligt
„Auch für die Kirchen in der DDR war dieser Prozess eine wichtige Erfahrung“, fügte Renke Brahms hinzu und verweist darauf, dass hier Vertreterinnen und Vertreter fast aller christlichen Kirchen der damaligen DDR gemeinsam gebetet, gefeiert, beraten und Beschlüsse gefasst hätten, wie es im Schlussdokument heißt. „Und es bewirkte eine intensive Diskussion über den Glauben, die Bedrohungen von Gottes Schöpfung durch Ungerechtigkeit, Krieg und den räuberischen Umgang mit der Natur, die es in dieser Form in der DDR bis dahin so nicht gab“, würdigte der EKD-Friedensbeauftragte die damalige Arbeit.

„Kurz nach Ende der Ökumenischen Versammlung fiel die Mauer, der Kalte Krieg ging zu Ende. Und viele hofften auf eine Welt, in der Verständigung, Gerechtigkeit und Frieden das Leben zwischen den Staaten bestimmen würde. Doch es ist leider nicht so gekommen“, bedauerte Renke Brahms. Darum seien die Themen des Konziliaren Prozesses auch heute noch hochaktuell und hätten nichts von ihrer Bedeutung verloren. „Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung sind keine Selbstverständlichkeit, aber sie sind möglich und kostbar.“

Brief an die Kinder als bleibende Aufgabe
Brahms erinnerte an den „Brief an die Kinder“, den die Delegierten damals am 30. April 1989 geschrieben und veröffentlicht haben. „Wir alle müssen aufpassen, dass es noch lange Zeit Bäume gibt, die in einen blauen Himmel wachsen können. Wir alle müssen uns dafür einsetzen, dass niemand mehr einen anderen Menschen in einem Krieg erschießt. Wir alle müssen teilen lernen, dass niemand mehr verhungert. Wir alle müssen uns darum bemühen, dass jeder kleine und jeder große Mensch sicher und geschützt in einer heilen Natur leben kann“, heißt es darin. „Was sagen die Kinder, die heute ja längst Erwachsene sind, dazu, wenn sie die Welt heute sehen? Was wurde wirklich nach 1989 getan und was hat sich nicht geändert?“, fragt sich der EKD-Friedensbeauftragte. Seine Antwort: „Wir sind 2019 offensichtlich nicht viel weitergekommen. Das Vermächtnis von 1989 ist eine bleibende Aufgabe, für die Kirchen, aber auch für Politik und Gesellschaft.“

Laut Holger Teubert, dem früheren Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, nahmen 1989 an den Treffen der Ökumenischen Versammlung in Dresden und Magdeburg auch Vertreter der Adventisten teil.




„Gesichter der Verfolgung“: neue Serie im Hope TV

Das christliche Hilfswerk Open Doors setzt sich nach eigenen Angaben für verfolgte Christen in über 60 Ländern ein. Dabei werde eine Vielzahl von Hilfsprojekten durchgeführt. Oft gelangten Übergriffe auf Christen oder die Schicksale bedrängter Christen nicht in die Öffentlichkeit. Deshalb möchte Open Doors denen, die keine Stimme haben, „Sprachrohr“ sein und ihnen ein Gesicht geben – gegen das Vergessen und als Impuls zum Handeln. In „Gesichter der Verfolgung“ schildern Christen aus Afrika, dem Nahen Osten, Südostasien und Nordkorea ihre Erlebnisse.

Weiter Informationen unter: https://www.hopechannel.de/tv/mediathek/serie/ml/gesichter-der-verfolgung/

Hope Channel
Hope Channel Deutsch ist ein TV-Sender der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der vom Medienzentrum Stimme der Hoffnung e. V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein betrieben wird. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus rund 50 nationalen Sendern besteht.




Begeistern – Ausbilden – Aussenden

Etwa 100 der teilnehmenden Jugendlichen kamen aus dem nahen und fernen Ausland. Über 1.200 waren 30 Jahre alt und jünger. Sie konnten Plenumsvorträge mitverfolgen und in knapp 50 Workshops ihr Wissen in Bereichen wie Glaube, Sport und Gewichtsreduktion oder Unternehmensgründung vertiefen. 450 von ihnen beteiligten sich am Samstagnachmittag bei Einsätzen in der Stadt wie beispielsweise Live-Malaktionen auf Großleinwänden, Besuchen im Seniorenheim, Bücherwagen, Singgruppen oder einer Oster-Rallye mit Quizfragen in der Fußgängerzone.

Vielfältiges Angebot
Der Youth in Mission Congress (YIMC) wird von der regionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg getragen. Aus diesem Gebiet kamen allein 580 Teilnehmer. Der Kongress bot christlichen Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, sondern auch Impulse für ein Leben als Christ und missionarischen Dienst. Daher gab es auch in der begleitenden Ausstellung vieler christlicher Initiativen und Einrichtungen Angebote für ein mögliches Betätigungsfeld.

Logistik
Die Logistik dieses Kongress konnte sich auf 450 ehrenamtliche Helfer stützen. Übernachtung und Verpflegung der Teilnehmenden fand vor Ort in den Messehallen statt. Allein die Küche hatte nach Angaben der Kongressleitung insgesamt 1.584 Brote und 9.000 Portionen Konfitüre ausgegeben.

Weitere Informationen: www.youthinmission.info




Lotto fördert Zeltplatz in Friedensau

„Durch die Unterstützung von Lotto können wir künftig mit den vier neu eingerichteten Küchen sowie Kühl- und Waschmöglichkeiten vor allem Gruppen, die nicht als Pfadfinder kommen, eine bedarfsgerechte Infrastruktur im naturnahen Raum bieten“, bedankte sich Geschäftsführer Tobias Koch. Besonders freue er sich über die Modernisierung des Sanitärbereichs, berichtete die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Theologischen Hochschule Friedensau. An der Scheckübergabe nahm stellvertretend für die künftigen Nutzer auch eine Gruppe von Pfadfindern teil, die sich gerade in Vorbereitung des Osterlagers in Friedensau aufhielt, sowie Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Träger der Zeltplatz gGmbH.

Hochseilgarten, Ökohaus und Blockhütten
Mit einer Gesamtfläche von vier Hektar eignet sich der Zeltplatz Friedensau besonders für Aktivitäten von Pfadfindern sowie anderen Kinder- und Jugendgruppen. Es können auch Großveranstaltungen durchgeführt werden. Zum Zeltplatz gehört ein Abenteuer-Hochseilgarten. Die Arena mit 1.500 Sitzplätzen wird gerade mit einer festen Überdachung versehen, damit sie ganzjährig benutzt werden kann. Übernachtungen sind auch in rustikalen Blockhütten möglich. Das Ökohaus verfügt über einen voll ausgestatteten Seminarraum. Weitere Informationen zum Zeltplatz finden sich unter: www.zeltplatz-friedensau.de

In Friedensau unterhält die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten außer dem Zeltplatz eine Theologische Hochschule mit den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Seniorenheim des Advent-Wohlfahrtswerkes für 122 pflegebedürftige Menschen.




25 Jahre Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen in Leipzig

Das Pastorenehepaar Andreas und Blanka Schuchardt hätte viele Ideen und den Mut gehabt, um auf eine Ausschreibung der Stadt Leipzig zu antworten und ein überzeugendes Konzept einzureichen, so AH. Dadurch wurde das Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen in die Trägerschaft des Advent- Wohlfahrtswerk e. V. (AWW) übergeben. So besteht seit 25 Jahren in Leipzig ein Angebot zur Notübernachtung mit 24 Betten, das bislang etwa 2.000 Frauen in Anspruch nahmen.

Dramatische Lebensgeschichten
Bedrückend sei laut Team der Anteil der sehr jungen Frauen, aber auch die Tatsache, dass Frauen im Rentenalter auf solch eine Einrichtung angewiesen seien. Es wären oft erschütternde Schicksale und dramatische Lebensgeschichten, welche die Mitarbeiterinnen zu hören bekämen. Nachdem die Ursachen für einen Verlust der
Wohnung in den 1990er-Jahren oft Mietschulden und Alkoholabhängigkeit gewesen seien, erlebe das Team in den letzten Jahren zunehmend, dass Frauen durch unbehandelte, chronisch psychische Erkrankungen ihre Wohnung verlieren. Bei den jüngeren Frauen führe häufig Drogenabhängigkeit zur Wohnungslosigkeit. Neben den Zwangsräumungen gehörten auch Überschuldung und eine Trennung vom Partner oder Konflikte mit der Familie oder Freunden und Bekannten zu den häufigsten Ursachen der Wohnungslosigkeit. In den vergangenen Jahren habe das Team auch vermehrt ausländischen Frauen und Frauen mit Migrationshintergrund eine Notunterkunft zur Verfügung gestellt.

Manche schaffen es, andere nicht
Für diese wohnungslosen Frauen über 18 Jahren biete die Einrichtung als Soforthilfe eine menschenwürdige Unterkunft an. Dazu gehörten die Bereitstellung eines Schlafplatzes sowie die Sicherung der Grundversorgung mit Essen, Kleidung und Hygiene. Bei den Aufnahme- und Beratungsgesprächen werde versucht den Frauen Mut zu machen, Vertrauen aufzubauen und ihnen zu helfen, eigene Ressourcen zu aktivieren und zu stärken. Gerade nach einer Zwangsräumung der Wohnung seien viele verzweifelt und mit der neuen Situation überfordert. Die Sozialarbeiterinnen der Einrichtung erstellten für jede Frau einen individuellen Hilfeplan und erarbeiteten gemeinsam mit ihr Ziele und Handlungsstrategien für die Bewältigung der Probleme. Oft müssten die Betroffenen aber auch zu einfachsten Tätigkeiten, wie zum Beispiel dem Beantragen eines Personalausweises, einen Termin beim zuständigen Fallmanager des Jobcenter oder einem Arztbesuch, motiviert oder auch begleitet werden.

Das vorrangige Ziel sei, den Betroffenen wieder in eine Wohnung zu vermitteln. Dazu gehöre manchmal auch, eine gesetzliche Betreuung anzuregen oder bei Alkoholkranken und Drogenabhängigen zu einer stationären Entgiftung zu ermutigen. Immer wieder stellten die Mitarbeiterinnen in den letzten Jahren jedoch fest, dass es den wenigsten Frauen gelinge, tatsächlich wieder in eine eigene Wohnung mit einem eigenen Mietvertrag zu ziehen. „Und wenn wir ehrlich sind, ist dies oft auch nicht die beste Lösung. Wir stellen fest, dass die Problemlagen immer komplexer werden“, berichtet das Team. Das fange bei der ganz normalen Haushaltsführung an – wie regelmäßig den Müll zu entsorgen, die Post zu öffnen und auf Anschreiben zu reagieren – und reiche bis zur Einsicht in ihre psychischen Probleme oder die Suchterkrankung.

Die Bewohnerinnen seien in der Regel einige Tage, gelegentlich aber auch mehrere Wochen und Monate, mitunter auch Jahre im Leipziger Übernachtungshaus. Besonders freuten sich die Mitarbeiterinnen mit den Frauen, die es trotz aller Widrigkeiten geschafft haben, zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu finden. Einige von ihnen kämen tatsächlich wieder dauerhaft in einer Wohnung unter und zeigten sich noch nach Jahren dankbar. Andere hingegen müssten im Laufe der Zeit wiederholt aufgenommen werden, da sie die Anforderungen des Alltags, trotz eines guten Netzes staatlicher Hilfsangebote, nicht bewältigen könnten.

In all den Jahren hätten die Mitarbeiterinnen auch gefährliche Situationen erlebt, meist verursacht durch psychisch erkrankte, unter Drogen stehende oder alkoholkranke Frauen. In diesen Ausnahmesituationen seien sie froh, schnelle Hilfe von der Polizei und Notärzten zu erhalten. „Und wir sind als Team unendlich dankbar, dass Gott die ganze Zeit seine schützenden Hände über uns gehalten hat.“

Auch künftig Hilfe und Zuflucht für Frauen
Seit vier Jahren ist Stefanie Nemczak, eine diplomierte Sozialwissenschaftlerin, Leiterin des Übernachtungshauses. Mit viel Elan und Engagement stelle sie sich gemeinsam mit ihrem Team den vielfältigen Aufgaben in der Arbeit mit den wohnungslosen Frauen, die es in Leipzig zu bewältigen gebe. Gemäß den Worten Jesu „ich bin wohnungslos gewesen und ihr habt mir ein sauberes Bett und zu essen gegeben“ (nach Matthäus 25,35.36) sei das Haus auch weiterhin für Frauen da, die Hilfe und Zuflucht suchen, damit sie möglichst schnell wieder den Weg zurück in ein geordnetes und der Menschenwürde entsprechendes Leben finden.

Weitere Informationen unter: www.obdachlosenhaus.de




Norddeutscher Verband der Adventisten: Einheit schließt Vielfalt ein

Disziplinarmaßnahmen möglich
Der Ausschuss des Norddeutschen Verbandes nahm damit Stellung zum Beschluss des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz, GC-ExCom) vom 14. Oktober 2018, wie mit Regelverstößen von adventistischen Kirchenleitungen verfahren werden soll, die nicht in Übereinstimmung mit Beschlüssen der Weltkirchenleitung sind. Mit 185 zu 124 Stimmen sowie zwei Enthaltungen hatte der GC-ExCom das Dokument mit dem Titel „Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Generalkonferenz-Vollversammlung [Weltsynode] und des Exekutivkomitees der Generalkonferenz [Weltkirchenleitung]“ angenommen. Aufgrund des beschlossenen Dokuments kann der Verwaltungsausschuss eines Verbandes oder einer Vereinigung (überregionale und regionale Kirchenleitung) Regelverstöße offiziell ermitteln und der jeweils nächsthöheren Dienststelle berichten. Werde keine Lösung auf der nächstgelegenen Verwaltungsebene gefunden, könne der Verwaltungsausschuss der Generalkonferenz (GC-AdCom) die Angelegenheit an einen von fünf Beratungsausschüssen, die als „Ausschüsse zur Aufsicht der Einheit“ bezeichnet werden, zur Prüfung verweisen. Sollten abweichende Beschlüsse nicht rückgängig gemacht beziehungsweise keine Lösungsvorschläge unterbreitet werden, könne der Einheits-Ausschuss Empfehlungen für Disziplinarmaßnahmen gegen den Präsidenten der abweichenden Verwaltungseinheit abgeben.

Dieses Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten war durch die Diskussion um die Ordination von Frauen zum Pastorendienst ausgelöst worden. Obwohl sich die adventistischen Weltsynoden von 1995, 2000 und 2015 mehrheitlich gegen die Frauenordination entschieden haben, gibt es inzwischen regionale und überregionale Kirchenleitungen (Vereinigungen und Verbände), die Pastorinnen ordiniert haben und die damit nicht in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Generalkonferenz-Vollversammlungen sind.

Mit menschlichen Regelungen und Richtlinien zurückhalten
In der Stellungnahme des Norddeutschen Verbandes zum Verständnis von Einheit wird betont, dass die Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland Teil der weltweiten adventistischen Kirche und mit ihr im Glauben an Jesus Christus und in der Lehre verbunden seien. Doch werde die Einheit der Kirche allein durch Jesus Christus gewirkt und garantiert. Diese Einheit wäre nicht das Ergebnis menschlicher Anstrengung, sondern werde von Gott geschenkt. Einheit realisiere der Glaubende unmittelbar und lebensnah in der örtlichen Kirchengemeinde. Betont wird: „Einheit schließt die Vielfalt ausdrücklich ein und grenzt sich somit gegen Einförmigkeit ab.“ Dabei stehe Einheit immer in einer fruchtbaren, lebendigen Spannung mit der Vielfalt.

„Diese Vielfalt begegnet uns in der weltweiten Adventgemeinde. Wir erleben sie als herausfordernd durch kulturelle Prägungen, andere theologische Schwerpunkte, Liturgien, rechtliche Fragestellungen. Dennoch wird in dieser Verschiedenheit Reich Gottes gebaut, indem Menschen in die Nachfolge Jesu gerufen werden. Deshalb dürfen wir uns mit menschlichen Regelungen oder Richtlinien zurückhalten, da in ihnen immer Beschränkung mitgegeben ist“, heißt es in der Stellungnahme. Einheit setze voraus, dass es Verschiedenheit gibt. Daher gehöre zur Einheit zwingend das Gespräch über Unterschiede. Eine Argumentation in den Kategorien von „richtig“ und „falsch“ polarisiere dabei mehr, als sie zum Verstehen von Vielfalt beitrage.

Es wird darauf hingewiesen, dass es in der Geschichte der Freikirche Beispiele von Dominanz und Bevormundung gegenüber anderen Frömmigkeitsstilen und individuell gelebter Glaubenspraxis „gab und gibt“. Ohne Rücksicht auf kulturelle Unterschiede seien dadurch Verletzungen entstanden, „die wir bedauern und Gott um Heilung bitten“.

Generalkonferenz-Ausschuss soll Dokument über Regelverstöße zurücknehmen
Aufgrund seines Verständnisses von Einheit fordert der Verwaltungsausschuss des Norddeutschen Verbandes den Exekutivausschuss der Generalkonferenz (GC-ExCom) auf, das umstrittene Dokument während seiner Jahressitzung im Oktober 2019 zurückzunehmen. Begründung: Die „Working Policy“ (Arbeitsrichtlinien der Generalkonferenz) und andere Richtlinien seien ausreichend, damit die verantwortlichen Stellen bei Problemen oder Kontroversen intervenieren könnten. Zudem löse das Dokument Konflikte auf Gemeindeebene aus, indem es den Geist des Misstrauens, des Kritisierens und Bewertens fördere sowie die Identifikation vieler Gemeindeglieder mit der weltweiten Kirche schwäche.

Gleichzeitig stellte der Norddeutsche Verband einen Antrag an die Generalkonferenz auf mehr Selbstbestimmung der Verbände.

Die Anträge des Norddeutschen Verbandes sind im Internet zu finden unter: http://bit.ly/2GilaVm

Siebenten-Tags-Adventisten eine weltweite Freikirche
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist eine weltweit organisierte Freikirche mit über 21 Millionen mündig getauften Mitgliedern in 213 Ländern. In Deutschland gibt es knapp 35.000 Adventisten.

Die Freikirche ist wie folgt organisiert: Die örtlichen Kirchengemeinden in einem bestimmten Gebiet gehören zu einer regionalen Kirchenleitung (Vereinigung), mehrere Vereinigung bilden als überregionale Kirchenleitung einen Verband, die Verbände gehören zur Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), die 13 teilkontinentale Kirchenleitungen (Divisionen) unterhält. Die deutschen Adventisten sind der Intereuropäischen Division (EUD) mit Sitz in Bern/Schweiz angeschlossen.

In Deutschland gibt es den Norddeutschen Verband mit den Vereinigungen Berlin-Mitteldeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), Hansa (Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern), Niedersachsen-Bremen sowie Nordrhein-Westfalen. Der Süddeutsche Verband umfasst die Vereinigungen Baden-Württemberg, Bayern und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland).

Die Präsidenten der Vereinigungen der Siebenten-Tags-Adventisten im Nord- und Süddeutschen Verband hatten bereits anlässlich ihrer Beratungen vom 12. bis 14. November 2018 in Friedensau bei Magdeburg einstimmig bekräftigt, dass die Grundlage der nationalen und internationalen Zusammenarbeit auch weiterhin „das gegenseitige Vertrauen und die Verbundenheit in Jesus Christus sein soll“. Sie befassten sich dabei ebenfalls mit dem umstrittenen Dokument des GC-ExCom. Auch sie waren der Ansicht, dass Vielfalt keine Bedrohung der Einheit sei, sondern deren Voraussetzung. Dazu gehöre ein sensibler Umgang mit Gewissensfragen in den adventistischen Kirchengemeinden. Einigkeit herrsche in der Überzeugung, „dass wir weiterhin auf die volle Gleichstellung von männlichen und weiblichen Geistlichen hinarbeiten wollen und werden.“

Adventisten in Tschechien und der Slowakei für Frauenordination
Die Siebenten-Tags-Adventisten in Tschechien und der Slowakei beschlossen auf ihrer gemeinsamen Delegiertenversammlung (Synode) im März 2019 die Möglichkeit der Ordination von Frauen als Pastorinnen in ihren Ländern. Auch sie forderten die Aufhebung des Dokuments des GC-ExCom zum Umgang mit Regelverstößen.




Vereinigung Evangelischer Freikirchen: Neues Vorstandsmitglied

Die Mitgliederversammlung der VEF hat Pastor Stefan Kraft von der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) für ein Jahr in den Vorstand der VEF gewählt. Der 54-jährige Theologe ist Superintendent im Distrikt Essen. Kraft tritt an die Stelle von EmK-Bischof Harald Rückert, der aus persönlichen Gründen vorzeitig aus dem Gremium ausscheidet. VEF-Präsident Christoph Stiba dankte Rückert für „starke, richtungsweisende Impulse in der gemeinsamen Vorstandsarbeit“. Im März 2020 stehen die nächsten turnusgemäßen Wahlen an.

Evangelisation und christliche Bankhäuser
Inhaltlicher Schwerpunkt war die Weiterarbeit am Thema der letzten Mitgliederversammlung: Evangelisation. Die Delegierten tauschten sich in Kleingruppen über fünf Thesen aus und zogen daraus Schlüsse für die Arbeit der VEF. Zu Gast in der Mitgliederversammlung waren leitende Vertreter zweier Bankhäuser, die in den 1920er-Jahren von freikirchlichen Christen zur Unterstützung von freikirchlichen Gemeinden gegründet wurden und dies mit ihren Spareinlagen bis heute tun. Vorstandsvorsitzende Elke Müller stellte den Delegierten die Spar- und Kreditbank Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden eG (SKB Bad Homburg) vor, Vorstandssprecher Volkmar Birx die Spar- und Kreditbank des Bundes Freier evangelischer Gemeinden eG (SKB Witten).

Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Deutschland
Evangelische Freikirchen und freikirchliche Gemeindeverbände haben sich bereits 1926 zur Förderung gemeinsamer Aufgaben, der Vertiefung zwischenkirchlicher Beziehungen sowie der Vertretung gemeinsamer Belange nach außen zusammengeschlossen. Aktuell gehören der VEF zwölf Mitgliedskirchen und drei Kirchen mit Gaststatus, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an. Weitere Informationen: www.vef.de




Kindern mit Wertschätzung und Respekt begegnen

Die 24-seitige Broschüre richtet sich an Mitarbeitende in den Bereichen Kindergottesdienst, Pfadfinder, Teenager, Jugend sowie an Lehrkräfte in Kitas und Schulen, aber auch an interessierte Eltern. Die Präsidenten des Süd- und Norddeutsche Verbandes der Freikirche, Werner Dullinger und Johannes Naether, regen darüber hinaus an, die Grundwerte im erweiterten Gemeinderat der örtlichen Adventgemeinde zu besprechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie sie im Gemeindealltag verankert werden können. Dabei sollten die Gemeinden zur Überzeugung gelangen: „In dieser Kirche sind Kinder herzlich willkommen, haben ihren festen Platz und es ist schon heute ihre Kirche!“

Kinder sind willkommen
„Kinder sind Gemeinde, sie gehören mit ihren Familien hierher“, betonen auch Ruben Grieco, der gemeinsam mit Bert Seefeldt die Adventjugend in Deutschland leitet, und Jochen Härdter vom RPI. Dabei gehe es nicht so sehr darum, etwas für die Kinder zu tun, sondern mit ihnen gemeinsam. Jesus habe Kindern gedient, indem er sie heilte, mit ihnen sprach und sie segnete. „Auch wir wollen die Kinder mit den Augen Gottes sehen und ihnen dienen. Als Kirchengemeinden heißen wir deshalb Kinder mit ihren Familien herzlich willkommen.“

Die Grundwerte für die Arbeit mit Kindern beruhten laut Grieco und Härdter auf der Überzeugung, dass Gott in jeden Menschen viel Potenzial hineingelegt hat – unabhängig von Alter, Kultur, Geschlecht und Religionszugehörigkeit. Man könne die Broschüre zwar auch alleine zu Hause durchlesen und über die Grundwerte für die Arbeit mit Kindern nachdenken, doch viel effektiver sei die Durchführung eines Praxistages mit den entsprechenden Teams in der Ortsgemeinde. Methodische Vorschläge hierzu fänden sich ebenfalls in der Broschüre.

Hilfreich für die Erarbeitung der Broschüre sei die vom „Arbeitszweig Kinder“ im Bund Freier evangelischer Gemeinden vorhandene Veröffentlichung „Grundwerte in der Arbeit mit Kindern“ gewesen, so Jochen Härdter.

Die Broschüre „Glauben begleiten“ ist auch als PDF-Datei im Internet zu finden unter:
https://www.adventjugend.de/unsere-arbeit/kinder/grundwerte/




Adventisten diskutieren über Ehe und Familie

Familien seien etwas Dynamisches und Lebendiges, heißt es in der Einleitung zur deutschen Bearbeitung des Bibelstudienhefts, jede Lebensphase bringe Gutes, aber auch Herausforderndes mit sich. Vor besondere Herausforderungen werde man gestellt durch Entfremdung, Trennung, Scheidung und Tod, aber auch durch das gewollte oder unfreiwillige Alleinsein. Es sei gut, sich von neuem bewusst zu machen, „wie Ehe und Familie von Gott gedacht waren und sind, und das nicht zuletzt angesichts sich verändernder gesellschaftlicher Vorstellungen und neuer Lebensformen“. Die Bibel enthalte „Einsichten und Erfahrungen, Werte und Prinzipien, die auch heute für das Gelingen von Ehe und Familie unverzichtbar“ seien.

Weitere Informationen: https://advent-verlag.de/studienhefte




Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: Jahresempfang und Verabschiedung des langjährigen Leiters

Reinhard Hempelmann (65) hatte seit 1992 bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) gearbeitet, seit 1999 als deren Leiter. Der promovierte Theologe ist zudem westfälischer Pfarrer. Seiner Ansprache zur Verabschiedung legte er eine im Neuen Testament überlieferte Predigt des Apostels Paulus in Athen zugrunde (Apostelgeschichte Kapitel 17, Verse 16-34). In dieser Predigt des Paulus seien drei Zugänge zur öffentlichen Rede von Gott und zum religiösen Pluralismus zu erkennen: ein dialogischer, ein kritischer sowie ein profilierter Zugang. Diese Zugänge seien auch für die heutige Rede der Kirche von Gott in der Öffentlichkeit von Bedeutung. Hempelmann tritt zum 1. Mai in den Ruhestand, seine Nachfolge ist bisher noch nicht geklärt.

Religiöse Aufklärung im weltanschaulichen Pluralismus
Der Jahresempfang der EZW stand unter dem Motto „Religiöse Aufklärung im weltanschaulichen Pluralismus – Perspektiven“. Dr. Thies Gundlach, einer der drei theologischen Vizepräsidenten des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche Deutschlands, interviewte dazu den neuen Vorsitzenden des EZW-Kuratoriums, Professor Dr. Arnulf von Scheliha. Die spezifische Dienstleistung der EZW sei durch Solidarität der Wahrheitssuchenden, Toleranz und dem Bewusstsein getragen, dass Wahrheit ein Geschenk ist, das in die Pflicht nimmt, so Scheliha.




Horst Sebastian neuer Vertreter der Freikirchen im EAK-Vorstand

Horst Sebastian ist seit Januar 2019 Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er stammt aus Whyalla in Australien, schloss 1998 sein Studium an der adventistischen Theologischen Hochschule in Friedensau bei Magdeburg ab und war bis 2015 Pastor verschiedener adventistischer Kirchengemeinden in Hamburg und Lübeck. 2011 promovierte er als Theologe an der Universität von Südafrika (UNISA). Sebastian war Lehrbeauftragter des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg sowie an der Theologischen Hochschule Friedensau im Fachbereich Christliches Sozialwesen.

Langjähriges Engagement für Kriegsdienstverweigerer
Sein Vorgänger Holger Teubert engagierte sich seit Jahrzehnten in der Beratung von Kriegsdienstverweigerern. Von 1991 bis 2018 leitete er das Referat Kriegsdienst-verweigerung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Seit 1997 arbeitete er als Vertreter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen in der EAK mit, zunächst in der Mitgliederversammlung, dann 17 Jahre im Vorstand.

EAK-Vorstandsmitglied Pfarrerin Sabine Müller-Lengsdorf vom Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau und der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck dankte Holger Teubert für seine langjährige Mitarbeit im evangelischen Friedensverband. „Seine Stimme war uns sehr wichtig und seine Meinung wurde gehört und geachtet“, betonte sie bei der Frühjahrstagung. Und sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen EAK-Vorstandsmitglied Horst Sebastian, fügte sie hinzu.

EAK und VEF
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Weitere Informationen: www.eak-online.de

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angebote für Kinder und Jugendliche oder theologische Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen unter www.vef.de.




Veränderungen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

Bei der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im hessischen Hofgeismar vom 3. bis 4. April wurde der bisherige Vorstand verabschiedet. Als stellvertrete ACK-Vorsitzende wurden Reverend Christopher Easthill von der Arbeitsgemeinschaft anglikanischer Gemeinden und Bischof Harald Rückert von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, Bistum Hildesheim, und Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Zur Person des neuen Vorsitzenden
Erzpriester Miron ist Ökumenereferent der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. Seit 2016 ist er Pfarrer der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Köln sowie Bischöflicher Vikar der Griechisch-Orthodoxen Metropolie für Nordrhein-Westfalen. Miron ist verheiratet, hat fünf Kinder und ein Enkelkind.

Neue ACK-Geschäftsführung
Auch die bisherige ACK-Geschäftsführerin Dr. Elisabeth Dieckmann wurde in Hofgeismar verabschiedet. Die 59-jährige römisch-katholische Theologin kehrt nun in die Erzdiözese München und Freising zurück, die sie für ihre Tätigkeit bei der ACK freigestellt hatte. Dieckmann wird dort als Fachreferentin für theologische Bildung tätig sein. Als ihre Nachfolgerin wurde Dr. Verena Hammes begrüßt. Die 28-Jährige ist ebenfalls Katholikin und stammt aus Koblenz. Hammes war von 2014 bis 2017 Projektreferentin „Ökumene vor dem Reformationsgedenken 2017“ im Bereich Glaube und Bildung im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn.

Neuapostolische Kirche Gastmitglied der ACK Deutschland
Bei ihrer Mitgliederversammlung hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes die Neuapostolische Kirche als neues Gastmitglied aufgenommen. Der Aufnahme war ein seit 2001 andauernder Kommunikationsprozess zwischen der ACK und der Neuapostolischen Kirche vorangegangen. 2006 war in Memmingen erstmals eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche in eine örtliche ACK aufgenommen worden. Die ökumenische Zusammenarbeit wird nun durch die Gastmitgliedschaft in der ACK auf einer strukturellen Ebene weitergeführt.

ACK Deutschland
Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen sind Gastmitglieder, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachter-status. Die ACK repräsentiert damit rund 50 Millionen Christen in Deutschland.




100 Jahre Hänssler-Verlag

Im Jahr 1919 gründete der württembergische Pietist Friedrich Hänssler sen. (1893-1972) gemeinsam mit seiner Frau Friedericke einen kleinen Musikverlag in Plieningen bei Stuttgart. Weil niemand sein Lied „Auf Adlers Flügeln getragen“ veröffentlichen wollte, musste er selbst die Initiative ergreifen. Die Geschichte des Verlags weist neben Höhen auch Täler auf, wie etwa die Bedrohung durch den Nationalsozialismus oder die Insolvenz um die Jahrtausendwende. Über viele Jahre prägte Friedrich Hänssler jun. (geb. 1927) den Verlag. Seit 1950 arbeitete er im Unternehmen seines Vaters und übernahm ab 1958 die Verantwortung.

SCM Hänssler ist heute Teil der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört. Die SCM Verlagsgruppe ist mit den Marken SCM R.Brockhaus, SCM Hänssler, Gerth Medien, adeo Verlag, der SCM Verlagsauslieferung und dem Zeitschriften- und Internet-Spezialisten SCM Bundes-Verlag sowie 380 Mitarbeitenden die führende Verlagsgruppe im Bereich der evangelischen Publizistik und agiert von den Standorten Holzgerlingen in Baden-Württemberg, Asslar in Hessen und Witten in Nordrhein-Westfalen. Seit 2018 ist Klaus Jost neuer Geschäftsführer der SCM Verlagsgruppe und Vorsitzender der Geschäftsführung. Weitere Informationen: www.scm-haenssler.de




Podiumsgespräch: Freiheit für/durch/von Religion

Moderiert wurde die Veranstaltung von Politikwissenschaftler Dr. Ralf Grünke, stellvertretender Direktor für Öffentlichkeitsarbeit der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Europa. Die Kirche, die das Recht auf Religionsfreiheit seit ihrer Gründung im 19. Jahrhundert hochhält, führte das Podiumsgespräch als Veranstalter durch.

Religionsfreiheit als fundamentales Menschenrecht
„Religionsfreiheit ist ein fundamentales Menschenrecht und gewinnt weltweit an Bedeutung“, betonte der CDU-Bundestagsabgeordnete Markus Grübel in seinem einführenden Referat vor rund 160 Interessierten in seinem Wahlkreis Esslingen. Das Potential von Religion müsse erkannt und ausgeschöpft werden. Das Bundeskabinett hatte Grübel im April 2018 zum Bundesbeauftragten für weltweite Religionsfreiheit berufen.

Religion: Ja zum Leben
„Religionsfreiheit zu verteidigen bedeutet nicht nur, ein Grundbedürfnis des Menschen zu verteidigen, sondern auch ein Ja zum Leben“, gab Religionswissenschaftler Michael Blume zu bedenken. Blume übt das Amt des Beauftragten gegen Antisemitismus zusätzlich zu seiner Funktion als Leiter des Referats „Nichtchristliche Religionen, Werte, Minderheiten, Projekte Nordirak“ im Staatsministerium Baden-Württemberg aus.

Islamischer Religionsunterricht
Die Religionspädagogin Gökçen Sara Tamer-Uzun setzt sich für den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht in Baden-Württemberg ein. Beim Podiumsgespräch erläuterte sie, dass der Religionsunterricht zur Integration beitrage. „Wir gehören dazu. Wir sind Teil der Gesellschaft. Wir sind Deutsche, muslimische Deutsche“, so Tamer-Uzun.

Religion im öffentlichen Diskurs
Die friedensstiftende Komponente der Religionsfreiheit nahm der Sozial- und Friedensethiker Dr. Johannes Frühbauer von der Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg in den Blick. Dabei müsse es religiösen Gemeinschaften möglich sein, religiös begründete Argumente in den öffentlichen Diskurs einzubringen, erklärte Frühbauer.

Freiheit nicht selbstverständlich
Dr. Thomas Schneider leitete über Jahre ehrenamtlich zehn Gemeinden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im Raum Stuttgart. Der Ingenieur und Blogger meinte, gewohnte Freiheiten wirkten oft selbstverständlich. Man müsse sich jedoch immer wieder neu für sie stark machen.




Global Youth Day: Adventistische Jugendliche engagieren sich

Die Aktion „Global Youth Day“ (GYD) wurde von der Jugendabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung organisiert und wuchs beständig, berichtete die Kommunikationsabteilung der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten (Adventist News Network, ANN). Im Jahr 2013 habe der Jugendaktionstag mit nur 12 Projekten weltweit begonnen. Bereits sechs Jahre später wurden Hunderte von Projekten weltweit durchgeführt. Die Idee dahinter sei, dass die weltweit 8 Millionen adventistischen Jugendlichen dem Beispiel des barmherzigen Samariters (in der biblischen Geschichte im Lukasevangelium, Kapitel 10, Verse 25-37) folgen und sich für ihre Mitmenschen engagieren. Eine kleine Auswahl aus jenen Projekten, die den Veranstaltern gemeldet wurden:

Projekte weltweit
In Kota Kinabalu, Sabah/Malaysia, wurden Reparaturen an einem Haus durchgeführt. In Kalaymyo/Myanmar, verteilten Jugendliche Reissäcke an ein Waisenhaus. Jugendliche haben Bewohner eines Altersheims in Kraaifontein/Südafrika besucht und ihnen Geschenkpakete mit Kleidern und Hygieneartikeln gegeben. In Grahamstown/Südafrika haben junge Erwachsene Jugendlichen, die am Rand einer Müllhalde leben, Lebensmittel, Trinkwasser und Kleider gegeben. In Minneapolis, Minnesota/USA versorgten Jugendliche Obdachlosensiedlungen und –einrichtungen der Stadt und gaben Lebensmittel und Trinkwasser ab. In Ibagué, Tolima/Kolumbien, halfen Jugendliche bei der Pflege und Betreuung alter Menschen. Junge Erwachsene führten in einem Einkaufszentrum in Donji Kneginec/Kroatien eine Gesundheits-Expo durch und sensibilisierten die Passanten für einen gesunden Lebensstil.

Projekte in Deutschland
Auch in der Bundesrepublik Deutschland beteiligten sich junge Menschen am GYD 2019. So befreiten beispielsweise adventistische Jugendliche und Teenager in Bad Aibling in Absprache mit den Behörden Fußwege und Hecken von Müll. Weitere besuchten ein Senioren- und Pflegeheim sowie eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Kolbermoor beziehungsweise Rosenheim. In Passau besuchte die adventistische Jugendgruppe auch ein Seniorenheim und überreichte Blumen mit ermutigenden Bibelversen. In Memmingen wurde ein Waldstück ebenfalls von Müll befreit, und die adventistische Pfadfindergruppe bedankte sich bei der örtlichen Feuerwehr und Polizei für deren Einsatz zum Wohl der Gesellschaft. In München verteilte die adventistische Pfadfindergruppe der Nymphenburger Schlossschwäne Freude in Form von Blumen am Rotkreuzplatz. In Darmstadt verbrachten adventistische Jugendliche Zeit mit Geflüchteten mit Waffelbacken und Spielen. Ferner gab es die Tausch-Aktion „Apfel gegen Zigaretten“. In Reichenbach fand ein Spendenlauf nach Görlitz statt. Durch das Zurücklegen verschiedener Teilstrecken erliefen die Teilnehmenden insgesamt 500 Euro, die mit einem symbolischen Spendenscheck an das Familien- und Kinderhaus KIDROLINO in Görlitz überreicht werden konnten.

Weitere Informationen: www.globalyouthday.org




34.792 Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

Krankenhäuser, Schulen und Medien
Die Freikirche in Deutschland betreute im Jahr 2018 durch ihren Jugendverband tausende Pfadfinder, Teenager und Jugendliche. Sie ist in jedem Bundesland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat sieben regionale Kirchenleitungen (Vereinigungen), die zum Nord- und Süddeutschen Verband als überregionale Zusammenschlüsse gehören. Sie unterhält die Berliner Krankenhäuser und Tageskliniken „Waldfriede“ und „Nikolassee“, die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg, das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt, sowie weitere Grundschulen und Kindergärten. Auch das Medienzentrum Stimme der Hoffnung, Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, mit dem „Hope Channel“ TV- und Radiosender, der „Hope-Hörbücherei“ und dem „Hope Bibelstudien-Institut“ sowie der Advent-Verlag, Lüneburg, stehen unter adventistischer Leitung.

Weitere Sozialeinrichtungen
Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist ein gemeinnütziger Verein und bildet mit einer Reihe von sozialen Einrichtungen und verschiedenen Tochter-Gesellschaften das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Zu den Einrichtungen des AWW zählen vor allem fünf Kindertagesstätten (Berlin, Fürth, München, Penzberg, Bad Aibling), eine Heilpädagogische Tagesstätte (Neuburg/Donau), ein Familienzentrum (Penzberg/Bayern), eine Suchtberatungs- und Behandlungsstelle (Chemnitz), ein Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen (Leipzig), die Kontakt- und Beratungsstelle „Schutzhütte“ Schwedt/Oder, eine Oberschule mit Grundschulteil (Oranienburg), vier Seniorenheime (Friedensau bei Magdeburg, Berlin-Steglitz, Uelzen, Neandertal bei Mettmann), zwei Einrichtungen Betreutes Wohnen, zwei Hospize (Lauchhammer/Brandenburg, Uelzen) sowie ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung in Groß-Umstadt. Deutschlandweit sind etwa 100 AWW-Helferkreise ehrenamtlich aktiv.

Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) setzt sich mit seinen Regionalgruppen, Vereinen und Clubs bundesweit für Gesundheitsförderung ein. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland führt humanitäre Maßnahmen in verschiedenen Ländern durch.

Zwischenkirchliche Beziehungen
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist Gastmitglied in der Arbeits-gemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland und in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie Mitglied in der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG).




Kongress christlicher Führungskräfte in Karlsruhe

Digitalisierung aktiv gestalten
Im Eröffnungsvortrag des KcF forderte der Berater und stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer, Friedhelm Wachs (Leipzig), dazu auf die Digitalisierung aktiv zu gestalten und dabei das christliche Menschenbild zu verankern. Die Entwicklung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz werde heute maßgeblich von China vorangetrieben. Dort spielten aber das christliche Menschenbild und der einzelne Mensch keine Rolle. „List und Täuschung“ seien dagegen eine Tugend. „Wir als christliche Führungskräfte müssen deshalb bei der digitalen Revolution aus einer Minderheitenposition heraus Gestaltungswillen zeigen und gemeinsam dafür kämpfen, dass das christliche Menschenbild in den Algorithmen verankert wird“, sagte Wachs.

Adventistische Aussteller
Unter den über 200 Ausstellern des KcF sind auch Institutionen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten vertreten: Der Advent-Verlag Lüneburg bietet einen Einblick in eine Auswahl allgemein christlicher Literatur aus seinem Programm an. Besonders im Fokus steht das Magazin „present“, das durch seine Themenvielfalt die vielen Facetten des Lebens aufzeigen möchte. Es richtet sich an Menschen, die auf der Suche nach Gott, nach Sinn und echter Lebensqualität sind. Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege setzt sich für bundesweit für Gesundheitsförderung ein und bot im Rahmen der Ausstellung unter anderem an, sich bei einer kostenlosen Massage zu entspannen.

Das Medienzentrum Stimme der Hoffnung informierte mit einem Stand über das aktuelle mediale Angebot des Hope Channel. Seit 2009 sendet Hope Channel Deutsch ein 24-stündiges Fernsehprogramm und bietet mit Sendungen über persönlichen Glauben, ganzheitliche Gesundheit, Bibelwissen und Lebenshilfe ein breites Spektrum. Ottmar Wander Coaching ist eine adventistische Privatinitiative, die Beratungs-Dienstleistungen anbietet.

Weitere Informationen: www.kcf.de




20 Jahre Religionspädagogisches Institut der Siebenten-Tags-Adventisten

Wie der Leiter des Religionspädagogischen Instituts, Pastor Jochen Härdter, in der März-Ausgabe 2019 der Zeitschrift „Adventisten heute“ informierte, entstanden in den letzten Jahren Arbeitsunterlagen für die entsprechenden Altersgruppen. Hierzu gehören: „Guck mal! – Kleine Kinder entdecken Gottes Welt“ (zwei bis vier Jahre), „ERzählt – meine Bibelgeschichten“ (fünf bis sieben Jahre), „Schatzkiste – Biblische Schätze entdecken“ (acht bis elf Jahre), „4you“ als Bibelheft für die tägliche Andacht und den Teenstreff im Gottesdienst (12 bis 15 Jahre), „echtzeit – Impulse für authentisches Christsein“ mit Anregungen für das Bibelgespräch im Gottesdienst (16 bis 19 Jahre) sowie das umfangreiche Religionsunterrichtsmaterial „relimaXx. Impulse für dein Leben“ (12 bis15 Jahre). Stundenentwürfe und Gesprächsanregungen für „Schatzkiste“ und „4you“ stehen zum Download auf der RPI-Homepage zur Verfügung, ebenso „echtzeit“ als reines Internetprodukt und das Begleitmaterial für Lehrpersonen zu „relimaXx“.

Ausbildung von Mitarbeitenden
Qualifiziert werden laut Härdter auch Mitarbeitende, die sich im Kindergottesdienst oder Religionsunterricht engagieren. Bis heute hätten mehr als 1.200 Personen an den RPI-Ausbildungsprogrammen teilgenommen. Seit 2015 gebe es in Deutschland zudem eine Ausbildung für Familiendiakonie in den Ortsgemeinden. Diese erfreue sich zunehmender Beliebtheit. Inzwischen befänden sich bis zur Hälfte der Teilnehmenden an den Ausbildungswochenenden in diesem Ausbildungszweig.

Geschult werde an den Wochenenden unter anderem in Theologie, Pädagogik, Entwicklungspsychologie sowie Methodik und Didaktik. Die Praxiseinheiten dienten dazu, bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Bild davon entstehen zu lassen, wie die Arbeit in der Kirchengemeinde vor Ort aussehen könne. Die praxisbezogenen Module vermittelten Impulse und Ideen, beantworteten Fragen und ließen Visionen entstehen, so Jochen Härdter. Wichtig sei dabei vor allem die Entwicklung persönlicher Einstellungen und Überzeugungen. Nach den sechs Ausbildungswochenenden, die normalerweise auf drei Jahre verteilt seien, erhielten die Absolventen, die alle Leistungsnachweise erbracht haben, ein Zertifikat der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg.

Auch personell habe sich das RPI über die Jahre weiterentwickelt. Der Schweizer Max Brodbeck war der erste RPI-Leiter. Um die Fülle an Aufgaben bewältigen zu können, wurden zwischen 2001 und 2003 auch Teilzeitkräfte angestellt. Durch die Schaffung einer Vollzeitstelle für einen RPI-Leiter ab 2008 erhielt das Religionspädagogische Institut eine eigenständige und effektivere Struktur. Seit dieser Zeit leitet Pastor Härdter das RPI. Weiter Informationen unter: www.sta-rpi.net




Hochschule Friedensau kooperiert mit Burger Roland-Gymnasium

Die Theologische Hochschule kann als staatlich anerkannte Bildungseinrichtung in kirchlicher Trägerschaft mit den beiden Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen auf eine 120-jährige Tradition verweisen, so die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der ThHF. Rund 50 Studierende aus Europa, Asien und Afrika seien im Studiengang zur Entwicklungszusammenarbeit eingeschrieben. Aus diesem Fundus an Erfahrungen, ergänzt durch moderne Forschungsarbeit, könne die Hochschule schöpfen und sie in das gemeinsame Projekt mit dem Burger Roland-Gymnasium einbringen.

Das Burger Roland-Gymnasium geht auf die 1842 gegründete höhere Schule und das Viktoria-Gymnasium in Burg zurück. Es stehe mit seinen Lern- und Leistungsmethoden dafür, Bildungs- und Kommunikationsstrukturen zu nutzen und auszubauen, die bei den Schülerinnen und Schülern neben einer hohen Bildung Teamfähigkeit, Toleranz und soziale Handlungskompetenzen förderten. Das Gymnasium könne auf eine lange Tradition des interkulturellen Austausches, wie zum Beispiel mit Reisen nach Polen, England und Frankreich oder internationalen Studien- und Gedenkstättenfahrten, verweisen. Unter diesem Blickwinkel gewinne das Projekt „Eine Welt“ eine ganz eigene Perspektive. Es soll den Einblick der Schülerinnen und Schüler in das Themenfeld der internationalen Entwicklungszusammenarbeit fördern und ihnen zum besseren Verständnis von internationalen und interkulturellen Problemen verhelfen.

Entwicklungsprojekte in Tansania
Die Ziele des Gymnasiums bildeten eine Brücke zur internationalen Arbeit der Hochschule. Speziell unterstütze die ThHF gemeinsam mit Hilfsorganisationen und kirchlichen Einrichtungen 13 Dörfer in Longido (Tansania) bei Entwicklungsprojekten. So förderten sie im Bildungsbereich derzeit sieben Vor- und Grundschulen sowie in der Infrastrukturentwicklung die Wasserversorgung der Schulen und Dörfer. „Dazu fahren jährlich Vertreter der ThHF mit Studierenden fachbereichsübergreifend zu Projekteinsätzen nach Tansania“, informierte die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule. Es sei beabsichtigt, dass sie davon den Schülerinnen und Schülern des Burger Roland-Gymnasiums im Unterricht oder an Projekttagen berichten und sie bei konkreten Medien- oder Klima-Projekten begleiten.




Neuer Gesamtleiter der Anskar-Kirche Deutschland

Die Neubesetzung erfolgte, weil der bisherige Gesamtleiter der AKD, Dr. Tillmann Krüger (44), zum 1. April als Pastor in die baptistische Friedenskirche Braunschweig wechselt. Er hatte die Kirche seit 2013 geleitet. Alexander Hirsch und Sabine Bockel werden am 7. April vom scheidenden Gesamtleiter Krüger im Rahmen der Anskar-Konferenz 2019 in Wetzlar in ihr neues Amt eingeführt.

Alexander Hirsch studierte Theologie an der Freien Theologischen Akademie Gießen und übernahm Ende 2001 die Leitung des Gemeinde-Gründungsprojekts, aus dem die Anskar-Kirche Marburg hervorging. Seit 2007 ist er Mitglied der Kirchenleitung und Geschäftsführer der Anskar-Kirche Deutschland. Er ist verheiratet und Vater von drei Söhnen. Sabine Bockel ist seit dem Jahr 2000 Pastorin in der Anskar-Kirche Wetzlar, seit 2007 auch Mitglied der Kirchenleitung. Sie studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Theologie mit Schwerpunkt Kirchengeschichte und hat mehrere Jahre im christlichen Medienbereich gearbeitet.

Anskar-Kirche
Die Anskar-Kirche wurde 1988 von dem evangelisch-lutherischen Theologen und früheren Pastor der Hamburger Hauptkirche St. Petri, Wolfram Kopfermann, als charismatisch-evangelikale Freikirche gegründet. Zu ihr gehören die sieben Kirchengemeinden Bad Arolsen, Hamburg-Mitte, Hamburg-West, Marburg, Nürnberg, Offenbach und Wetzlar sowie das Gemeindegründungsprojekt Bayreuth. Die Anskar-Kirche bedient sich in ihrer Kinder- und Jugendarbeit der „Christlichen Pfadfinderschaft Royal Rangers“ des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP). Die AKD ist Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Sie wurde nach Anskar/Ansgar (801-865 n. Chr.) benannt, dem ersten Erzbischof von Hamburg und Bremen sowie Missionsbischof für Skandinavien. Er wird auch als „Apostel des Nordens“ bezeichnet.




Adventistisches Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ zieht positive Bilanz

Das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ wurde 2015 gegründet und vereint vier Partner, die institutionsübergreifend zusammenarbeiten: die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophen-hilfe ADRA Deutschland, das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) und die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Sie bündeln ihre jeweiligen Kompetenzen und Ressourcen mit dem Ziel, örtliche Adventgemeinden und AWW-Helferkreise in ihrem ehrenamtlichen Engagement für geflüchtete Menschen und deren Integration in die Gesellschaft zu begleiten und unterstützen.

Lernerfahrungen bei Ehrenamtlichen und Institutionen
„Mit dem Ende der Förderlauzeit ist eine bedeutende Etappe der Arbeit des Aktionsbündnisses ‚Gemeinsam für Flüchtlinge‘ zum Abschluss gelangt“, erklärte Michael Götz, Bundesbeauftragter für Flüchtlingshilfe im Advent-Wohlfahrtswerk e.V. und Leiter der Steuerungsgruppe des Aktionsbündnisses. „Über die unmittelbare Hilfe für Geflüchtete und deren Integration in die Gesellschaft hinaus hat die Anleitung zur Projektarbeit bei den ehrenamtlichen Gruppen zu Lernerfahrungen geführt, die für künftige Aufgaben und Herausforderungen genutzt werden können“, betonte er. Gleiches gelte für die institutionsübergreifende Zusammenarbeit der im Bündnis vereinten Partner.

Um die Nachhaltigkeit und Langfristigkeit der Projektarbeit zu unterstützen, habe die teilkontinentale intereuropäische Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten dem Aktionsbündnis eine Anschlussförderung mit einem Gesamtvolumen von 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die bereitgestellten Mittel seien laut Götz inzwischen größtenteils verwendet worden.

Evaluierung ausgewählter Projekte
Der Vertreter der Theologische Hochschule Friedensau im Aktionsbündnis, Professor Dr. Horst Rolly, stellte für Anfang 2020 die Herausgabe eines Buches mit dem Titel „Gemeinsam für Flüchtlinge“ in Aussicht, in dem wegweisende Projekte beispielhaft vorgestellt werden sollen. Derzeit finde die Evaluierung ausgewählter Projekte statt.

Flüchtlingstag am 15. Juni
Für den von der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten ausgerufenen Flüchtlingstag, der in diesem Jahr am 15. Juni stattfindet, werde das Aktionsbündnis wie bereits in den vergangenen Jahren eine Gottesdienstgestaltungs-hilfe zur Verfügung stellen, so Michael Götz. Darüber hinaus könnten zwei kürzlich produzierte Videoclips von Projekten in Vilshofen und Bensheim-Auerbach gezeigt werden. Geplant sei zum Flüchtlingstag auch eine Live-Sendung des adventistischen Fernsehsenders „Hope Channel“ in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt mit Filmreportagen über europäische Flüchtlingshilfeprojekte und mit Podiumsgesprächen, bei denen ehrenamtliche Flüchtlingshelfer ebenso zu Wort kommen sollen wie Menschen mit Fluchterfahrungen.




Friedensau trauert um ehemaligen Dozenten und Bürgermeister

Vor dem Studium der Theologie am adventistischen Predigerseminar Marienhöhe in Darmstadt von 1967 bis 1969 war Klaus Siebelhoff als Verwaltungsangestellter in Nordrhein-Westfalen tätig. Nach einer kurzen Dienstzeit als Pastor kehrte er in den Öffentlichen Dienst zurück. Seit 1974 lehrte Siebelhoff an der Badischen Gemeindeverwaltungsschule „Staats- und Verwaltungskunde“, bevor er 1977 zum Bürgermeister der Stadt Marne in Schleswig-Holstein gewählt wurde. 1993 folgte er dem Ruf der Theologischen Hochschule Friedensau und unterrichtete am neu gegründeten Fachbereich Christliches Sozialwesen Sozial- und Verwaltungsrecht bis 2004. In seiner väterlichen Art war er ein besonders beliebter Ansprechpartner der internationalen Studierenden, so die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule.

Als Bürgermeister in Friedensau gestaltete Klaus Siebelhoff die Gemeindegebietsreform mit, vertrat als Vorsitzender des Verwaltungsgemeinschaftsausschusses die Interessen der Ortschaften gegenüber der Stadt Möckern. Er war fünf Jahre Vorsitzender des Wasserverbandes „Im Burger Land“ und verbesserte die Infrastruktur des Ortes Friedensau durch den Bau eines modernen Feuerwehrgerätehauses, den Anschluss an das öffentliche Abwassersystem und die Erschließung des Zeltplatzes.

Die Ortschaft Friedensau
1899 gründeten die Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau ein Theologisches Seminar und ein Sanatorium. Friedensau wurde 1920 eine eigenständige politische Gemeinde. Mit der Gemeindegebietsreform verlor die Ortschaft 2002 ihre Selbständigkeit und wurde Ortsteil der Stadt Möckern. Erhalten blieben ein Ortsbürgermeister und ein Ortschaftsrat. 1990 wurde das Seminar als Theologische Hochschule staatlich anerkannt. Zu den Einrichtungen in Friedensau zählen neben der Hochschule ein Seniorheim mit 122 Plätzen in der Trägerschaft des Advent-Wohlfahrtswerks, ein Pfadfinder-Zeltplatz mit dem größten Hochseilgarten des Landes Sachsen-Anhalt, ein Agrartechnik-Freilandmuseum, ein historischer Friedhof und der „Park der biblischen Pflanzen“. Die Einwohnerzahl beträgt 419 Personen (Stand 31.12.2018).




Chormusical „Martin Luther King“ in ausverkaufter Essener Grugahalle

Martin Luther Kings Botschaft wirkt bis heute nach
Die Melodien der Komponisten Hanjo Gäbler und Christoph Terbuyken sowie die Texte von Librettist Andreas Malessa nahmen das Publikum in Essen mit in die 1960er Jahre. Sie illustrieren eine Zeit des Umbruchs und der sozialen Verwerfungen und brachten den Menschen im Saal den Bürgerrechtler King mit seinen Motivationen, Träumen und auch Fehlern nahe. Schon zu Beginn fällt jener Schuss, der dem Leben des nur 39 Jahre alten Baptistenpastors ein Ende setzte. Der Titelsong „Ich hab‘ den Traum“ spielt an auf Kings legendäre Rede beim Marsch auf Washington; ein Jahr später erhielt er in Stockholm den Friedensnobelpreis.

Auch in West-Berlin war King; und wie er es schaffte, ohne Pass nach Ost-Berlin einzureisen, zeigt das Musical in einer humorigen, aber historisch verbürgten Anekdote. Es geht um Rosa Parks und den Busstreik von Montgomery, der das Ende der Rassentrennung einläutete, um Kings gewaltbereite Widersacher, seine zahlreichen Gefängnisaufenthalte und die familiären Schwierigkeiten, die sein unbedingtes Engagement mit sich brachte. Seine Botschaft vom gewaltfreien Kampf für Menschenrechte wirkt bis heute nach.

Regisseur Andreas Gergen gelang in Essen das Kunststück, mit bewusst minimalistischen Inszenierungsmitteln den riesigen Chor, Musicalsolisten und die 15-köpfige Big-Band mit Streich-Orchester eine Geschichte erzählen zu lassen, die das Publikum berührte. Mit ihrer Mischung aus Gospel, Rock’n’Roll, Motown und Pop begeisterte das Musical in Essen Mitwirkende wie Zuschauer.

Chorproben in Hamburg ab September 2019
Das Musical „Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“ soll am 18. Januar 2020 auch in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg aufgeführt werden. Dazu lädt Christoph Stiba, Generalsekretär im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, zum Mitsingen ein: „Der Baptistenpastor Dr. Martin Luther King Jr. hatte die Gabe, Menschen zu ermutigen und nachhaltig zu inspirieren. Er vertrat die Überzeugung, dass Gott Menschen gebraucht, um die Welt zu verändern.“

Bundesweite Kooperationspartner sind die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. Veranstalterin der Aufführung in Hamburg ist die Stiftung Creative Kirche in Kooperation mit dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. Projektpartner des Chor-musicals ist „Brot für die Welt“. Im Rahmen der „Aktion Gospel für eine gerechtere Welt“ unterstützt das Chormusical „Martin Luther King“ ein Projekt von „Brot für die Welt“ im Norden Kenias, das den Zugang zu sauberem Trinkwasser sichert.

Der Ticketvorverkauf für die Aufführung in Hamburg startet ab April 2019. Die Chorproben beginnen im September 2019. Weitere Informationen und Anmeldung zum Chor: www.king-musical.de/hamburg oder Telefon 02302/28 222 22.




Neuapostolische Kirche wird Gastmitglied der ACK Deutschland

Bereits im letzten Jahr hatte die Mitgliederversammlung den Mitgliedskirchen der ACK empfohlen, die Neuapostolische Kirche als Gastmitglied der ACK in Deutschland aufzunehmen. Nach einem über mehrere Jahre andauernden Kommunikationsprozess hatte die Kirche einen Antrag auf Gastmitgliedschaft gestellt. In einem schriftlichen Verfahren haben nun die Leitungen der 17 Mitgliedskirchen den Antrag mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit befürwortet, teilte die Ökumenische Centrale (ÖC) in Frankfurt/Main, die Geschäftsstelle der ACK Deutschland, mit. Die NAK hat in Deutschland rund 350.000 Mitglieder in 1.700 Kirchengemeinden.

Gespräche seit 2001
Die regelmäßigen Gespräche zwischen der NAK und der ACK reichen bis ins Jahr 2001 zurück, als es zu ersten Kontakten auf regionaler Ebene kam. Dabei sei deutlich geworden, dass es in der NAK einen Öffnungs- und Wandlungsprozess gegeben habe. 2006 wurde in Memmingen erstmals eine NAK-Gemeinde Gastmitglied einer örtlichen ACK. 2008 nahm der Vorstand der ACK in Deutschland Gespräche mit der NAK auf. Von der ACK Baden-Württemberg und der NAK wurde 2008 eine gemeinsame Orientierungshilfe zum Verhältnis der ACK-Kirchen zur NAK veröffentlicht. Während mehrerer Studientagungen, an denen auch das Konfessionskundliche Institut Bensheim, die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen Berlin und das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik Paderborn beteiligt waren, sei laut der ÖC die ökumenische Zusammenarbeit gefestigt worden.

2011 beschloss die Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland offizielle theologische Gespräche mit der NAK zu führen. Die ökumenische Öffnung der NAK sei nachhaltig durch die Herausgabe des NAK-Katechismus im Dezember 2012 unterstützt worden. Das dort beschriebene Kirchenverständnis mache deutlich, so die ÖC, dass sich die NAK den Glaubensbekenntnissen der Alten Kirche verpflichtet fühle und die ökumenische Zusammenarbeit mit anderen Kirchen als wichtige Aufgabe betrachte.

Gemeinsame Orientierungshilfe
Im Jahr 2013 hatte die Mitgliederversammlung der ACK Deutschland die Ergebnisse des Dialogs entgegengenommen und eine Phase der „Kommunikation und der Reflexion, ggf. der Kooperation“ beschlossen. 2015 wurde die ursprünglich für Baden-Württemberg verfasste gemeinsame Orientierungshilfe überarbeitet und von der ACK auf Bundesebene zusammen mit der NAK unter dem Titel „Schritte aufeinander zu“ veröffentlicht. In mehreren regionalen sowie lokalen ACKs in der Bundesrepublik ist die NAK bereits Gastmitglied, in einigen örtlichen ACKs ist sie auch Vollmitglied.

NAK in anderen Ländern
In die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) wurde die Neuapostolische Kirche im April 2014 als Gastmitglied aufgenommen. In Österreich ist die NAK seit 2014 Vollmitglied des Ökumenischen Jugendrates (ÖJRiÖ) nachdem sie dort einen zweijährigen Beobachterstatus hatte. Im April 2014 veröffentlichten der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und die Neuapostolische Kirche Österreich gemeinsam eine „Orientierungshilfe für die Gemeinden“. Das Informationsblatt ist sowohl für interessierte Mitglieder der NAK und wie auch für Angehörige der im ÖRKÖ vertretenen Kirchen gedacht. Im September 2016 wurde die NAK Mitglied im Rat der Kirchen in den Niederlanden, nachdem sie dort bereits 2014 einen Beobachterstatus hatte. Die NAK ist seit Oktober 2017 auch Vollmitglied im Rat Christlicher Kirchen (RCK) in Luxemburg. Eine Gastmitgliedschaft gab es im RCK ab 2015.




Mennonitisches Hilfswerk solidarisch mit Seenotrettern im Mittelmeer

Als christliche Organisation gehe es MH nach dem Auftrag Jesu Christi darum, Schwachen und Verfolgten zu helfen und für Gerechtigkeit einzutreten. Der Vorstand sei dankbar für die Arbeit von Sea-Eye, die allen Beteiligten bisher viel abverlange. Es gelte in Erinnerung zu rufen, wie schlimm es ist, wenn Schiffe von Nichtregierungsorganisationen (NGO) mit Geretteten nicht in einen sicheren Hafen einlaufen dürfen. Der Vorstand des Mennonitischen Hilfswerkes wolle es nicht unwidersprochen hinnehmen, wie Retter schikaniert und kriminalisiert würden.

Die Schiffe von Sea-Eye liefen jetzt unter deutscher Flagge. Daher müsse es selbstverständlich sein, dass sich die deutsche Politik solidarisch mit dem Anliegen von Sea-Eye zeige und die Seenotretter als legal handelnde Hilfsorganisation unterstütze. Es könne nicht sein, dass politische Verhandlungen über Verteilungsquoten in Europa auf dem Rücken von Seenotrettern ausgetragen würden.

Forderungen des MH-Vorstandes
Deshalb fordert der MH-Vorstand die Bundesregierung auf, sich europaweit dafür einzusetzen, dass NGOs wie Sea-Eye als legal handelnde Organisationen nicht weiter schikaniert würden. Dazu gehöre national und international deutlich zu machen, dass Sea-Eye rechtskonform handele. Auch gelte es das Angebot deutscher Städte, gerettete Menschen zusätzlich aufzunehmen, wahrzunehmen. Zudem sollte von NGOs nicht verlangen werden, mit libyschen „Küstenwachen“ zusammenzuarbeiten, deren rechtlicher Status nicht geklärt sei.

Das Mennonitische Hilfswerk arbeitet im Rahmen der „Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland“ (AMG). Weitere Informationen unter https://www.menno-hilfswerk.de/




Evangelischer Friedensverband gegen Minderjährige bei der Bundeswehr

Angesichts der nach wie vor hohen Zahl Minderjähriger bei der Bundeswehr sollte nach Ansicht der EAK das Bundesverteidigungsministerium die sehr offensive Werbung der Bundeswehr in Schulen und sozialen Medien überdenken. „Es ist bedenklich, wenn angesichts des offensichtlich größer werdenden Nachwuchsmangels der Rekruten-Alltag in der Werbung als Abenteuerurlaub dargestellt wird, aber die gefährlichen Einsätze ausgeblendet werden. Damit wird der Beruf des Soldaten erschreckend verharmlost, gerade auch bei jungen Menschen“, betonte EAK-Sprecher Wolfgang Buff.

„Unter 18 nie und unter 18 nirgendwo“
Die EAK sehe sich in ihrer Kritik vom Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestags bestätigt. „In seinem Ende Januar vorlegten Bericht hat der Wehrbeauftragte unterstrichen, dass es eine besondere Ausnahme bleiben muss, 17-Jährige als freiwillige Soldatinnen und Soldaten in die Bundeswehr einzuziehen, da es in der Truppe keine besonderen Schutzbereiche für Jugendliche gibt und sogar eine missbräuchliche Verwendung in Einzelfällen bekannt wurde“, so Wolfgang Buff. Für die EAK könne das nur heißen: „Unter 18 nie und unter 18 nirgendwo.“

Der Wehrbeauftragte habe ebenso die Werbung für die Bundeswehr in den Blick genommen und gefordert, dass die Bundeswehr in Bezug auf Minderjährige zurückhaltender agieren und ihre personalisierte Werbung überdenken solle, wobei er ausdrücklich auch YouTube-Serien erwähnte. „Dies sollte sich das Verteidigungsministerium zu Herzen nehmen“, meinte der Sprecher des evangelischen Friedensverbandes.

EAK
Die EAK ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Sie ist Mitglied der „Aktion Rote Hand“, die sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten engagiert. Die EAK kritisiert seit Jahren die hohe Zahl von Minderjährigen in der Bundeswehr.




PULSE.meet: 3. Bildungskongress für Jugendleiter aus ganz Europa

Bei diesem Motto (übersetzt: „Meine Gemeinde. Mein Zuhause. Meine Mission – gemeinsam bauen“) „geht es um das gemeinsame Bauen an meiner Gemeinde, die Belebung meines alltäglichen Glaubens und das Schärfen der persönlichen Berufung. Neben den Plenumsveranstaltungen liefern Seminare, Workshops und ‚Best-Practice‘-Beispiele frische Ideen für die Arbeit vor Ort“, teilte Pastor Ruben Grieco, Leiter der Jugendabteilung der regionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Süddeutschland, im Vorfeld des Kongresses mit.

Der Kongress hatte das Ziel, eine hochwertige Ausbildung für Haupt- und Ehrenamtliche in der kirchlichen Jugend- und Gemeindearbeit mit professionellen Impulsen und spiritueller Motivation zu bieten. Ebenso bot er eine internationale Plattform, auf der junge Menschen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Bulgarien, Tschechien, der Slowakei, Frankreich, Belgien, Italien, Portugal, Rumänien, Norwegen, Ungarn, Dänemark, Großbritannien und Spanien reflektieren und diskutieren konnten. Die Teilnehmenden sollten in ihrem Potenzial bestärkt werden, sich in ihren örtlichen Kirchengemeinden helfend und unterstützend einzubringen.

Das Themenspektrum reichte von Sozialer Gerechtigkeit über Weitergabe von Werten bis zum Thema Bedeutung von Gemeinschaft. Veranstaltet wurde PULSE.meet von der Jugendabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa.




Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ in Hochschulbibliothek Friedensau

Am 1. September 1948 fand sich erstmals der „Parlamentarische Rat“, bestehend aus 65 Frauen und Männern, in Bonn zusammen, um den Text des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland zu formulieren. Aus den Reihen der Zentrumspartei setzten sich Helene Wessel, von der SPD Elisabeth Selbert und Frieda Nadig sowie Helene Weber von der CDU für die Formulierung und Aufnahme des Artikels 3 Absatz 2 „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ ein.

Doch in jener Zeit stieß ihr Einsatz auf Ablehnung, Kritik und Unverständnis. Unbeirrt und auf der Basis eines langen, auch internationalen Kampfes erwirkten sie dennoch die Aufnahme der Formulierung. Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz unterzeichnet. Dieser vier Frauen zu gedenken und sie für ihr Engagement zu würdigen, ist das Anliegen der Ausstellung, so Andrea Cramer von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der ThHF.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind nach Angaben der Hochschule unter den rund 200 Studierenden vertreten.




Professor Dr. med. Edgar Voltmer wechselt von Friedensau nach Lübeck

Professor Voltmer war seit 2002 an der Friedensauer Hochschule tätig, zunächst als Dozent, nach seiner Habilitation am Institut für Musikermedizin an der medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg als Professor für Gesundheits-wissenschaften am Fachbereich Christliches Sozialwesen der ThHF. Seine Forschungs-schwerpunkte waren berufsbezogene, psychosoziale Belastungen und Ansätze zur berufsspezifischen Prävention und Gesundheitsförderung. Das werde auch der Schwerpunkt an seiner neuen Wirkungsstätte sein.

„Ich habe die Zeit mit den Studierenden, den Kolleginnen und Kollegen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschule in Friedensau sehr genossen“, so Professor Voltmer, „aber nach 17 Jahren schien mir die Zeit reif, noch einmal einen neuen Aufbruch zu wagen. Mit der Universität zu Lübeck verbindet mich bereits eine langjährige Forschungskooperation, die mit der Übernahme der Professur jetzt eine sehr schöne Erfüllung findet.“ Über die Nachfolge von Professor Voltmer an der Theologischen Hochschule Friedensau ist noch nicht entschieden.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind nach Angaben der Hochschule unter den rund 200 Studierenden vertreten.




Adventisten: Wechsel im Referat Kriegsdienstverweigerung und Frieden

Theologe aus Australien
Horst Sebastian stammt aus Whyalla im australischen Bundesstaat South Australia. 1998 schloss er sein Studium als Diplom-Theologe an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg ab. Von 1998 bis 2015 war er Pastor verschiedener adventistischer Kirchengemeinden in Hamburg und Lübeck. 2011 promovierte er als Theologe im Fachbereich Missionswissenschaften bei Professor Dr. Johannes Reimer an der Universität von Südafrika (UNISA) mit einer Arbeit über „Mission als Mediation: Vermittlung und soziale Transformation als Aufgabe der Kirche“.

Zudem war der Theologe Lehrbeauftragter beim Studiengang „Peace and Security Studies (M.A.)“ des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) an der Universität Hamburg sowie im Fachbereich Christliches Sozialwesen der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Gegenwärtig leitet er auch die Abteilung Religionsfreiheit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (Hansa-Vereinigung). Kürzlich hat der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) Sebastian zur Mitarbeit in ihren neuen „Arbeitskreis Frieden und Versöhnung“ berufen. Der Theologe wird die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten auch in der Mitgliederversammlung der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) vertreten. Die EAK ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind.

Dr. Horst Sebastian wohnt in Hamburg, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Bisheriger Amtsinhaber
Sebastian übernahm in Teilzeit die Leitung des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden von dem Diplom-Theologen und Kommunikationswirt Holger Teubert (69). Teubert hatte bereits als Gemeindepastor seit Anfang der 1980er Jahre Kriegsdienstverweigerer beraten und sie als Beistand bei den damaligen Prüfungsausschüssen, Prüfungskammern und dem Verwaltungsgericht begleitet. 1986 veröffentlichte die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Bundesrepublik Deutschland seine 172-seitige „Handreichung für Kriegsdienstverweigerer“. 1991 wurde Teubert beauftragt, für seine Freikirche in Deutschland eine Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ein Referat für zwischenkirchliche Beziehungen und eine Zentralstelle für Weltanschauungsfragen aufzubauen. Zusätzlich erhielt er auch die Leitung des Referats Kriegsdienstverweigerung (KDV). Als er im April 2015 in den Ruhestand ging, war er weiterhin ehrenamtlich für das Referat KDV und Frieden zuständig. Seit 1997 arbeitete er als freikirchlicher Vertreter auch in der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) mit. Zunächst vertrat er dabei die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) nur in der EAK-Mitgliederversammlung, von 2001 bis 2018 auch im EAK-Vorstand.

„Schuld und Versagen“ sowie „Mut zum Frieden“
Teubert setzte sich unter anderem dafür ein, dass die adventistische Freikirchenleitung in Deutschland anlässlich des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erneut Stellung zum Thema Kriegsdienst nahm. Kurz nach der allgemeinen Mobilmachung hatte die damalige mitteleuropäische Leitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Hamburg am 2. August 1914 den einberufenen Adventisten in einem Rundschreiben empfohlen, ihre „militärischen Pflichten freudig und von Herzen [zu] erfüllen“, von den Kriegswaffen Gebrauch zu machen und auch am Sabbat den Kriegsdienst zu versehen. Das Schreiben und weitere derartige Veröffentlichungen riefen während des Ersten Weltkriegs in den Gemeinden einen vielschichtigen Protest hervor, der zu Spannungen führte.

Daran erinnert eine Stellungnahme zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, welche die Ausschüsse des Süd- und Norddeutschen Verbandes der Freikirche am 6. und 13. April 2014 beschlossen und in der Kirchenzeitschrift „Adventisten heute“ (Mai 2014) unter dem Titel „Schuld und Versagen“ veröffentlichten. „Heute erkennen und bekennen wir“, so die beiden deutschen Ausschüsse der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, „dass unsere Väter in diesen Auseinandersetzungen oftmals nicht im Geist der Liebe und Versöhnung gemäß dem Vorbild Jesu gehandelt haben.“ Aus Sorge um den Bestand der Glaubensgemeinschaft seien Ratschläge erteilt worden, die dem Wort Gottes widersprochen und zu tiefgreifenden Verletzungen geführt hätten. Die damalige adventistische Leitung sei ihrer Verantwortung gegenüber den Gemeinden nicht gerecht geworden. Sie habe Glaubensgeschwister, die ihrer Meinung widersprachen, zu Unrecht des „Abfalls“ vom wahren Glauben bezichtigt und in einzelnen Fällen sogar von staatlichen Behörden verfolgen lassen.

In der Stellungnahme vom April 2014 wird zwar darauf hingewiesen, dass die damaligen Verantwortungsträger bereits 1920 und erneut 1923 ihre Erklärungen zum Kriegsdienst als „fehlerhaft“ zurückgenommen und bedauert hätten, „dass solche Dokumente herausgegeben worden sind“. Dennoch bekräftigen die beiden jetzigen deutschen Freikirchenleitungen: „Auch wenn heute niemand der damals Beteiligten mehr am Leben ist, so bitten wir doch ihre Kinder und Nachkommen … um Entschuldigung für unser Versagen. Wir haben aus unserer leid- und schmerzvollen Geschichte gelernt, dass Kinder Gottes berufen sind, Menschen des Friedens zu sein und jede Form von Gewaltanwendung gegenüber Unschuldigen abzulehnen. Wir glauben, dass Nachfolger Jesu den Aussagen der Heiligen Schrift am besten Folge leisten, wenn sie in ihrer Umgebung als Botschafter des Friedens und der Versöhnung wirken.“

„Mut zum Frieden“ lautet die Stellungnahme der Adventisten zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Sie wurde bereits am 4. Dezember 2017 während der Jahressitzung des Ausschusses der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland beschlossen und in der Februar-Ausgabe 2018 der Kirchenzeitschrift „Adventisten heute“ veröffentlicht. Die Freikirchenleitung empfiehlt in der Erklärung ihren Mitgliedern, sich weder direkt noch indirekt an einem Krieg zu beteiligen. „Jesus Christus hat seine Nachfolger zu Friedensstiftern berufen“, wird in der Stellungnahme hervorgehoben. Wo Menschen im Frieden mit Gott lebten, suchten sie auch den Frieden mit Menschen; denn der Friede sei unteilbar und durchdringe alle Lebensbereiche. Daher empfiehlt die Freikirchenleitung ihren Mitgliedern sowie den Mitgliedern der Adventjugend in Deutschland, „sich weder direkt an einem Krieg im Rahmen des freiwilligen Dienstes in der Bundeswehr noch indirekt bei der Vorbereitung eines Kriegs durch Mitwirkung an der Waffen- und Zubehörproduktion sowie an der Informationstechnik zu beteiligen.“




Wohlfahrtsmarken 2019: „Das tapfere Schneiderlein“

Die Marke mit den Motiven aus „Das tapfere Schneiderlein“ gehört zu der Sondermarkenserie „Grimms Märchen“. Der Protagonist ist das tapfere Schneiderlein, das sich wider Erwarten und dank überlegener Geisteskraft mit List und Selbstvertrauen in der größten Gefahr behaupten kann. Der Schneider erlegt sieben auf einen Streich, stellt sich dem Kampf gegen Riesen, fängt das Einhorn und bekommt zum Abschluss die Königstochter zur Frau. Die Motive gibt es mit den Portowerten 70 plus 30 Cent, 85 plus 40 Cent und 145 plus 55 Cent.

Aus den Zuschlagserlösen werden alle Bereiche gefördert, in denen die Wohlfahrtsverbände tätig sind. Schwerpunkte sind die Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe, die Gesundheits- und Familienhilfe sowie soziale Maßnahmen für Arbeitslose, Flüchtlinge und Suchtkranke. Die Sonderbriefmarken sind bei allen Postfilialen, Vertriebsstellen der Freien Wohlfahrtspflege und beim Advent-Wohlfahrtswerk e.V., Hildesheimer Straße 426, 30519 Hannover, Telefon 0511-97177300, E-Mail mail@aww.info, erhältlich.




Lutherbibel 2017 weiterhin ein Bestseller

„Auch im dritten Jahr nach Herausgabe der revidierten Fassung bleiben die Verkaufszahlen der Lutherbibel auf erhöhtem Niveau“, erläuterte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel. Die Zahlen lägen weiter über denen vor der Revision. Im Jahr 2015 habe die Bibelgesellschaft 135.000 Lutherbibeln verbreitet.

Lutherbibel auch als App
„Wir arbeiten weiter daran, die Vielfalt und Qualität der Bibelausgaben zu erhalten und zu stärken“, so Rösel. Die Lutherbibel bleibe ein Herzensanliegen für die Deutsche Bibelgesellschaft. Inzwischen hätten mehr als 250.000 Menschen die kostenlose App mit der Lutherübersetzung für Smartphones und Tablets heruntergeladen. „Das zeigt, dass viele auch digital nicht auf die Lutherbibel verzichten wollen“, meinte der Theologe. Im Internet steht der Text frei zugänglich unter www.die-bibel.de zur Verfügung. Die App „Die-Bibel.de“ wird für Geräte mit den Betriebssystemen Android und iOS im jeweiligen Store angeboten. Sie enthält neben der Lutherbibel auch die „Gute Nachricht Bibel“ und die „BasisBibel“.

„Gute Nachricht Bibel“ und „BasisBibel“
Als zweite vollständige Bibelübersetzung mit dem Alten und dem Neuen Testament erscheint bei der Deutschen Bibelgesellschaft die moderne „Gute Nachricht Bibel“. Sie sei die einzige durchgängig interkonfessionelle Übersetzung auf Deutsch. Als weitere Übersetzung werde in den nächsten beiden Jahren die „BasisBibel“ fertiggestellt. In dieser Übersetzung liegen bisher bereits das vollständige Neue Testament und Teile des Alten Testaments vor.

Wissenschaftliche Bibelausgaben
Ein wichtiger Schwerpunkt im Programm der Deutschen Bibelgesellschaft seien nach wie vor die wissenschaftlichen Ausgaben in den Ursprachen. Sie seien weltweit und bei allen Konfessionen die Grundlage für die theologische Wissenschaft und Bibelübersetzung. Dazu gehörten die „Biblia Hebraica Stuttgartensia“ und die „Biblia Hebraica Quinta“, das „Greek New Testament“ und das „Novum Testamentum Graece“ (Nestle-Aland). Zum Kinder- und Jugendprogramm der Bibelgesellschaft zählten Kinderbibeln und Bilderbücher für alle Altersgruppen, Hörbibeln und Bibeln für Unterricht und Freizeit.




Hilfswerk Open Doors veröffentlicht „Weltverfolgungsindex 2019“

Für den neuen Weltverfolgungsindex 2019 untersuchte das überkonfessionelle Hilfswerk im Berichtszeitraum vom 1. November 2017 bis 31.Oktober 2018 die Situation von Christen in 150 Ländern. Die jährlich veröffentlichte Rangfolge listet die 50 Staaten auf, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am stärksten verfolgt und benachteiligt werden.

Wachsende Unterdrückung von Christen in China
China (von Platz 43 auf 27) gelte laut Open Doors als Paradebeispiel für die wachsende Unterdrückung der Glaubensfreiheit durch ein immer repressiveres Regime. Im Berichtszeitraum seien dort mehr Christen als in jedem anderen Land inhaftiert worden: 1.131 gegenüber 134 im Vorjahr. Am 1. Februar 2018 traten neue Vorschriften für religiöse Angelegenheiten in Kraft. Zahlreiche Kirchen und christliche Einrichtungen mussten schließen oder wurden zerstört. Gottesdienste werden videoüberwacht, Pastoren in Umerziehungslagern inhaftiert. An einer Reihe von Kirchen verbieten Schilder Besuchern unter 18 Jahren den Zutritt, so das Hilfswerk.

Im Hinblick auf Personenkult und Kontrolle seiner Bürger sei Nordkorea (1) jedoch weiterhin beispiellos. Das Land belegt seit 2002 den ersten Platz auf dem Weltverfolgungsindex wegen der dortigen extremen Verfolgung von Christen. Etwa 50.000 bis 70.000 von ihnen müssten aufgrund ihres Glaubens in Straflagern härteste Zwangsarbeit und Folter erleiden.

Religiöser Nationalismus erhöht Druck auf Christen
Regierungen in der Türkei (26), in Myanmar (18) und Laos (19), aber auch in Indien (10) trieben ihre religiös-nationalistische Agenda voran, um die Anhänger der jeweiligen Mehrheitsreligion hinter sich zu scharen und gleichzeitig den Druck auf Christen sowie andere religiöse Minderheiten zu erhöhen. In Indien lasse die hindunationalistische Regierungspartei BJP mit den Behörden extremistische Gruppen und Mobs in ihrer Gewalt gegen Kirchen und Christen gewähren. So seien im Berichtsjahr Angriffe auf etwa 100 Kirchen und mindestens 12.500 Christen dokumentiert. Mehr als 200 von ihnen seien wegen ihres Glaubens verhaftet und mindestens 10 getötet worden.

Gefahr durch Extremisten
Nach Gebietsverlusten im Nahen Osten infiltrierten Kämpfer des IS und andere militante Islamisten weitere Länder der Region, so etwa Libyen (4) und Ägypten (16). Hinzu kämen Länder in Asien und südlich der Sahara. Im islamisch dominierten Norden Nigerias (12) werde Christen bereits seit vielen Jahren verfassungsgemäße Rechte sowie Versorgung und Schutz verweigert. Hier seien mit 3.731 mehr Christen um ihres Glaubens willen ermordet worden als in allen anderen Ländern zusammen. Auch bei Angriffen auf Kirchen (569) stünde Nigeria an erster Stelle. Schwer bewaffnete muslimische Fulani-Viehhirten überfielen oft Dörfer mit zumeist christlichen Siedlern.

Wo Christen am härtesten verfolgt werden
In den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex leben etwa fünf Milliarden Menschen, von denen sich rund 700 Millionen zum christlichen Glauben bekennen. Nachfolgend die Rangfolge der zehn Länder, in denen laut Open Doors Christen am härtesten verfolgt werden (in Klammern Position im Vorjahr): 1. (1) Nordkorea, 2. (2) Afghanistan, 3. (3) Somalia 8, 4. (7) Libyen, 5. (5) Pakistan, 6. (4) Sudan, 7. (6) Eritrea, 8. (9) Jemen, 9. (10) Iran und 10. (11) Indien.

Jährlich neuer Weltverfolgungsindex zeigt Dynamik von Christenverfolgung
Seit 1955 setzt sich das christliche Hilfswerk Open Doors mit umfangreichen Hilfsprojekten für verfolgte Christen aller Konfessionen ein, heute in über 60 Ländern. Nach eigenen Angaben sei der Weltverfolgungsindex die weltweit einzige Erhebung, für die verfolgte Christen anhand einer differenzierten und von Experten kontinuierlich weiterentwickelten Methodik jährlich direkt befragt würden. Damit solle ihre Situation möglichst genau erklärt und die Dynamik der Verfolgung verdeutlicht werden.

Weitere Informationen unter:
https://www.opendoors.de/christenverfolgung/weltverfolgungsindex




Herrnhuter Brüdergemeine gegen Rechtspopulismus

In der Stellungnahme spricht sich die Brüdergemeine als europäische Kirchenprovinz einer internationalen Kirche „deutlich gegen jede Form von Nationalegoismus und Eurozentrismus aus“. Christliche Werte seien wichtig, doch sie dürften nicht benutzt werden, um „Menschen mit anderer religiöser Überzeugung zu diffamieren und auszuschließen“. Die Erklärung wendet sich auch gegen alle Formen von Antisemitismus, „auch in unserer eigenen Tradition“. In der eigenen Kirche bemühe man sich, mit Unterschieden in Kultur, Überzeugung und Frömmigkeit respektvoll umzugehen. Das werde auch von Politikern, Medien und Meinungsmachern in der Gesellschaft erwartet. Jeder Versuch, Geflüchtete und Migranten zu Sündenböcken zu machen werde abgelehnt.

Auch dürfe das Sterben von Tausenden Menschen im Mittelmeer nicht bagatellisiert werden. Kindern, die in europäischen Ländern aufwachsen, müsse unabhängig vom Herkunftsland ihrer Eltern das Bürgerrecht gewährt werden. Das Miteinander in der Gesellschaft sollte mehr von Akzeptanz und gegenseitig Respekt geprägt werden. „Hasserfüllte Sprache lehnen wir ab und rufen zu einem friedlichen Dialog über die europäischen Grundwerte auf“, heißt es am Schluss der Stellungnahme. Sie ist im Internet zu finden unter:
https://www.ebu.de/fileadmin/media/Dokumente/Erklaerung_gegen_Rechtspopulismus.pdf

Evangelische Brüder-Unität
Die Evangelische Brüder-Unität − Herrnhuter Brüdergemeine versteht sich als evangelische Kirche. Sie ist der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angegliedert und zugleich Gastmitglied in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Damit hat sie eine Zwischenstellung zwischen Landeskirchen und Freikirchen. Sie erhält keine Kirchensteuer, sondern lebt von den Beiträgen ihrer Mitglieder sowie von den Spenden ihrer Freunde.

Bekannt ist die Brüder-Unität unter anderem für die Herausgabe der Losungen, einem seit 1731 in ununterbrochener Folge erscheinenden Andachtsbuch, das für jeden Tag des Jahres zwei Bibeltexte und einen Liedvers oder ein Gebet enthält. Die Herrnhuter Brüdergemeine hat in Deutschland 5.290 Mitglieder in 16 Kirchengemeinden, in Europa gibt es 21.000 Mitglieder und weltweit sind es 1,21 Millionen. Weitere Informationen unter: www.ebu.de




„Vergib uns unsere Schuld“

Pastor Werner Dullinger (Ostfildern), der gleichzeitig auch Präsident der adventistischen Kirchenleitung in Süddeutschland ist, griff in seiner Ansprache den Bibeltext aus dem bekannten Gebet Jesu, dem „Vaterunser“, im Matthäus-Evangelium, Kapitel 6, Vers 12 auf. Dabei standen „Schuld“ und „schlechtes Gewissen“ zunächst im Vordergrund. Doch Gott spreche den Menschen Vergebung zu. Ebenso seien gläubige Menschen aufgerufen Schuld zu vergeben, auch wenn dies mitunter ein Kraftakt sei, bei dem professionelle Hilfsangebote angenommen werden könnten. Dullinger sah das Jahresmotto der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland als Chance für einen persönlichen sowie innerkirchlichen Neuanfang. Er rief dazu auf, Vergebung Lebenswirklichkeit werden zu lassen und sich befreit auf die Zukunft einzulassen, um die Gesellschaft zu verbessern. Dullinger schloss: „Wenn wir vergeben, ändern wir nicht die Vergangenheit, aber wir ändern die Zukunft – unsere eigene und die der Welt um uns herum.“

Am TV-Gottesdienst wirkte auch Pastor Johannes Naether (Hannover), Vizepräsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und Präsident der adventistischen Kirchenleitung in Nord- und Ostdeutschland, mit. Neben musikalischen Beiträgen und gemeinsamen Liedern gab es einen „Kindermoment“ und eine Onlineumfrage mit Fragen zum persönlichen Glaubensleben, die in der Ansprache ausgewertet wurde. 1422 Menschen nahmen an der anonymen Umfrage teil.

Innovative Projekte
Pastor Johannes Naether stellte im Rahmen des Gottesdienstes zwei innovative Projekte von örtlichen Kirchengemeinden vor, die live zugeschaltet waren. Zum einen wurde der Abendgottesdienst „In via“ der Adventgemeinde Darmstadt-Eberstadt vorgestellt. Dieser nicht wöchentliche Gottesdienst befindet sich noch in der Startphase. Das Format „In via“ ist für Menschen zwischen Glauben und Zweifeln gedacht und findet am 9. Februar zum zweiten Mal in Eberstadt statt. Zum anderen wurde das Projekt „Die Lebensschule“ der Adventgemeinde Görlitz vorgestellt. Seit sieben Jahren leisten dort engagierte Gemeindemitglieder theoretische wie praktische lebensnahe Unterstützung. So wird im Rahmen des Projektes tageweise ein Familiencafé unterhalten oder Flüchtlingshilfe geleistet.

Medienzentrum Stimme der Hoffnung
Der Gottesdienst „Auf Anfang – befreiender Reset“ zum Jahresbeginn wurde im großen TV-Studio des adventistischen Medienzentrums Stimme der Hoffnung in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt gefeiert und im Rahmen des Fernsehprogramms des Hope Channel am 12. Januar live ausgestrahlt. Weitere Informationen: www.hopechannel.de




ADRA-Netzwerk: Gemeinsam für Menschen in Not

ADRA Deutschland sei mit den Projekten nicht allein. Freiwillige Helfer überall auf der Welt, Bündnispartner in Deutschland, das Netzwerk aus über 130 ADRA-Büros, Aktionsgruppen beim Sammeln der Pakete für Kinder in Osteuropa, staatliche Geldgeber, andere Hilfsorganisationen und der Spender jeder noch so kleinen Summe machten deutlich: „Gemeinsam ziehen wir an einem Strang, wenn es darum geht, unsere Mitmenschen zu unterstützen“, so Claudia Linke. Deshalb wolle das Hilfswerk in den nächsten Monaten verstärkt darüber berichten, wie verschiedene Akteure gemeinsam wirken, damit ADRA-Hilfsprojekte weltweit erfolgreich sein können.

Besonders in Katastrophenfällen werde deutlich: „Gemeinsam können wir mehr erreichen“. So erhielten bei Katastrophen die ADRA-Büros Verstärkung aus dem ADRA-Netzwerk, informierte Linke. Ein internationales Einsatzteam reise an. Mit einem Betrag, der speziell für Notfälle zur Verfügung stehe, könne sofort „Erste Hilfe“ geleistet werden.

Beispiel Indonesien
Etwa in Indonesien, wo nach dem Tsunami im September letzten Jahres 3.000 Notzelte in 15 Dörfern auf Zentral-Sulawesi verteilt worden seien. Spenderinnen und Spender hätten es gemeinsam mit Partnern wie der Europäischen Kommission ermöglicht, dass Anschlussprojekte gestartet werden konnten, etwa die Verteilung von Nahrungsmitteln und Hygiene-Artikel. Denn nach der Ersthilfe müsse die Nothilfe ausgeweitet werden.

Daher seien in diesem Projekt 3.500 Haushalte in den Dörfern, insgesamt rund 14.000 Menschen, mit Nahrungsmitteln versorgt worden. Darüber hinaus habe ADRA Hygiene-Sets und Wassereimer mit Schöpfkellen verteilt. 2.000 Familien hätten diese Sets, die unter anderem Zahnbürsten, Seife, Waschlappen, Damenbinden und Handtücher enthielten, bekommen.

Nach dem erneuten Tsunami kurz vor Weihnachten sei ebenfalls ein ADRA-Einsatzteam schnell vor Ort gewesen und habe sich ein Bild von der Lage gemacht. Dabei habe ADRA im engen Austausch mit den Bündnisorganisationen von der „Aktion Deutschland Hilft“ gestanden, so Claudia Linke.




500 Jahre Täuferbewegung (1525-2025)

Die Themenjahre sollen anregen, darüber nachzudenken, was Christsein unter täuferischen Vorzeichen im 21. Jahrhundert bedeutet. Die Täufer waren im 16. Jahrhundert Teil des reformatorischen Aufbruchs. Sie zeichneten sich durch eine große Vielfalt aus, die bis heute die täuferischen Gemeinden und Kirchen prägt. Die Erinnerung an 500 Jahre Täuferbewegung soll dazu herausfordern, sich mit den eigenen Traditionen auseinanderzusetzen, den Glauben Anderer wahrzunehmen und sich selbstbewusst und dialogfähig in die ökumenische Diskussion einzubringen.

Geplant ist zu jedem Themenjahr die Herausgabe eines Magazins, das in Gesprächs- und Hauskreisen, Gemeinden, ökumenischen Gremien sowie in Bildungseinrichtungen zu Diskussionen über das jeweilige Jahresthema anregen soll. Ausstellungen, Materialien für Schule und Bildungsinstitutionen sowie Tagungen sollen die Auseinandersetzung mit den zurückliegenden 500 Jahren täuferischer Geschichte illustrieren und vertiefen. Der Auftakt für „500 Jahre Täuferbewegung“ ist Himmelfahrt 2020.

Trägerverein und Themenjahre
Für die geplanten Aktionen wurde der Trägerverein „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.“ mit Sitz in Frankfurt/Main in der Ökumenischen Centrale der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) gegründet. Vorsitzende ist Privatdozentin Dr. Astrid von Schlachta, Dr. Andreas Liese ist ihr Stellvertreter.

Vorgesehen sind folgende Themenjahre:
• 2020: „gewagt! mündig leben“ Taufe – Freiwilligkeit – Religionsfreiheit.
• 2021: „gewagt! gemeinsam leben“ Gleichheit – Verantwortung – Autonomie.
• 2022: „gewagt! konsequent leben“ orientiert an Jesus“ – nonkonform – bekennen – Martyrium.
• 2023: „gewagt! gewaltlos leben“ Friedenskirche – Widerstand – Versöhnung.
• 2024: „gewagt! Hoffnung leben“ Reich Gottes – Utopie – Erneuerung.

Die Täufer
Die Täufer waren eine reformatorische Bewegung, die im frühen 16. Jahrhundert entstand. Zu ihr gehörten Gruppen wie die Mennoniten und die Hutterer, die Schweizer Brüder und Melchioriten sowie viele einzelne, kleinere Gemeinden. Sie verfolgten das Ziel, als mündige Menschen gemeinsam und konsequent ein an biblischen Maßstäben orientiertes Leben zu führen. Ihre Ideale waren die Freiheit des Glaubens und die Gewaltlosigkeit. Für ihren Glauben nahmen sie Verfolgung, erzwungene Migration und Diskriminierung in Kauf.

Heute zählen Gruppen wie Mennoniten, Mennoniten Brüdergemeinden, Hutterer und Amische sowie Baptisten und Quäker, letztere entstanden im frühen 17. Jahrhundert im Zusammenhang mit der englischen Reformation, zum weiten Spektrum der täuferischen Kirchen. Täuferische Kirchen sind unter anderem auch die im 19. Jahrhundert gegründeten Freien evangelischen Gemeinden und die Siebenten-Tags-Adventisten sowie die im 20. Jahrhundert hinzugekommene internationale Pfingstbewegung.




Theologische Hochschule Friedensau stellt Zeitschrift ein

Die Zeitschrift informierte auf 16 Seiten im A-4-Format nicht nur über Veranstaltungen, Historisches und Aktuelles vom Ort Friedensau und der Hochschule, sondern veröffentlichte auch Fachbeiträge der Dozentinnen und Lehrbeauftragten aus den beiden Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen. Das Magazin wurde im Advent-Verlag Lüneburg gedruckt und vor allem innerhalb Deutschlands, aber auch nach Österreich und in die Schweiz versandt.

Nach einer detaillierten Leser-Umfrage in regional unterschiedlichen, ausgewählten Lesergruppen ließe sich die Tendenz erkennen, dass digitale Medien für viele Menschen eine wachsende Rolle spielten, so Hochschulmitarbeiterin Andrea Cramer. Ein verändertes Leseverhalten in der Gesellschaft, insbesondere jüngerer Menschen, habe die Hochschule veranlasst, künftig andere, vielfältigere Wege der Kommunikation zu beschreiten.

Webseiten und Fernsehen
Da seien zum einen die Webseiten der Hochschule www.thh-friedensau.de und die des Ortes www.friedensau.de. Hier würden Veranstaltungen vorangekündigt und anschließend kurz darüber berichtet. Hier fänden sich auch Informationen zu den Studiengängen und zur Entstehung und Bedeutung des Ortes Friedensau. Neu sei die Blog-Seite, auf der in verschiedenen Kategorien das bunte Leben an der Hochschule nachvollzogen werden könne.

Eine weitere Möglichkeit sei laut Cramer, den Fernseher einzuschalten. Auf dem TV-Sender „HopeChannel“ (https://www.satindex.de/channel/17804/) würden im Format „Akademie Friedensau“ Vorlesungen zu allgemein interessierenden theologischen Fragen gesendet, außerdem Friedensauer Gottesdienste und Berichte aus den Regionen der Welt, in die Dozentinnen und Dozenten für verschiedene Projekte reisten.

Mit Friedensau verbunden seien weitere Institutionen und Einrichtungen, wie www.zeltplatz-friedensau.de, www.ladencafe.de oder www.gaestehaus-friedensau.de, die als reale Orte besucht werden können und deshalb auch Informationen digital bereithielten.

Jahrbuch und Newsletter
Über Facebook und Instagram erreiche die Hochschule vor allem jüngere Menschen und versorge sie mit News und Studieninformationen. Einmal im Jahr gebe es das Friedensau-Jahrbuch, welches mit vielen Bildern über das vergangene Studienjahr und die Ereignisse in und um Friedensau berichte. Zudem werde eine Ausgabe eines Newsletters – er soll „Unser Friedensau“ heißen – künftig zweimal im Jahr kurz und knapp in Print-Form Informationen liefern.

Friedensauer Hochschule
Die auf das Jahr 1899 zurückgehende Friedensauer Hochschule bietet derzeit in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – sowie den Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ an. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten.




Über 250.000 Downloads der Lutherbibel 2017

„Die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer steigt beständig“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel. Das zeige, dass das Engagement für die Bibel in digitalen Formaten auf keinen Fall vernachlässigt werden dürfe. Inzwischen seien Smartphones in allen Generationen verbreitet. Mit der App „Die-Bibel.de“ werde regelmäßiges Bibellesen noch einfacher.

Die App werde für Geräte mit den Betriebssystemen Android und iOS im jeweiligen Online-Store angeboten. Eine Registrierung für die Installation sei nicht nötig. Mit der Installation gebe es die Lutherbibel 2017 kostenlos. Um die weiteren Übersetzungen herunterzuladen, sei eine Registrierung erforderlich. Über das Benutzerkonto könnten dann auch Markierungen, Lesezeichen und Notizen gesichert und zwischen verschiedenen Geräten ausgetauscht werden.

Bibelleseplan
Der Ökumenische Bibelleseplan führt innerhalb von vier Jahren durch das ganze Neue Testament und in acht Jahren durch das Alte Testament. Er teilt dabei die tägliche Lektüre in überschaubare Abschnitte. Leserinnen und Leser können die einzelnen Texte dadurch fortlaufend in einem größeren Zusammenhang wahrnehmen. An Sonn- und Feiertagen wird jeweils ein Psalm gelesen.

Der „Bibelleseplan kompakt“ bietet kürzere Lesestücke der biblischen Texte an. Psalmen sind in der Regel nur an ausgewählten Stellen eingesetzt. Durch thematisch zusammengestellte Abschnitte können sich Leserinnen und Leser mehrere Tage mit einem biblischen Thema beschäftigen. Der Plan führt ebenfalls in vier Jahren durch das Neue Testament. Im Alten Testament wird eine Auswahl gelesen.

Lutherbibel 2017
Die Lutherbibel 2017 ist zum 500. Reformationsjubiläum erschienen. Eine Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat die klassische deutsche Bibelübersetzung auf Anregung der Deutschen Bibelgesellschaft überarbeitet. Außer in den Druckausgaben erscheint die Lutherbibel auch als E-Book, Hörbuch, App und Computersoftware. Im Internet steht der Text frei zugänglich unter www.die-bibel.de zur Verfügung.

App „Die-Bibel.de“ für Android-Geräte: play.google.com/store/apps/details?id=de.dbg.bibel

App „Die-Bibel.de“ für Geräte mit iOS: itunes.apple.com/de/app/die-bibel-de/id1151790560#?platform=iphone




Deutsche Evangelische Allianz mit neuem Arbeitskreis „Frieden und Versöhnung“

Das internationale Netzwerk ermutige, motivierte und trainiere Christen zur Friedenskonsolidierung und Konfliktlösung in ihren lokalen Gemeinschaften und darüber hinaus. Auch der deutsche Arbeitskreis möchte christliche Ortsgemeinden und Werke in ihrem Bemühen „Botschafter der Versöhnung“ zu sein, vielfältig unterstützen. Angeboten würden Seminare, Schulungen und Schulungsmaterial für Mitarbeiter. Frieden und Versöhnung gehörten zum missionarischen Auftrag der christlichen Gemeinde, so Professor Dr. Johannes Reimer, Gründer des internationalen Netzwerkes. Jede Kirche, Gemeinde und jedes Werk solle uneingeschränkten Zugang zu diesem Netzwerk erhalten.

Mitglieder des Arbeitskreises
In den neu gegründeten Arbeitskreis wurden vom Geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Evangelischen berufen: Dr. Ingo Friedrich, Eberhard Jung (zugleich Leiter des deutschen Arbeitskreises), Dr. Martin Knispel, Johannes Neudeck, Professor Dr. Johannes Reimer, Dr. Horst Sebastian, Professor Dr. Wolfgang Stock, Steve Volke, Christiane Wutschke und Burkhard Zimmermann. Der Arbeitskreis Frieden und Versöhnung ist der 13. Facharbeitskreis der Deutschen Evangelischen Allianz. Im Sommer des Jahres war mit dem „Arbeitskreis Frauen“ der 12. gegründet worden.

Dr. Horst Sebastian war von 1998 bis 2015 Pastor verschiedener adventistischer Kirchengemeinden in Hamburg und Lübeck. Zudem war der Theologe Lehrbeauftragter beim Studiengang „Peace and Security Studies (M.A.)“ des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) an der Universität Hamburg sowie im Fachbereich Christliches Sozialwesen der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Gegenwärtig leitet er die Abteilung Religionsfreiheit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (Hansa-Vereinigung). Im Januar 2019 übernimmt Sebastian außerdem die Leitung des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. In dieser Eigenschaft wird er die Freikirche auch in der Mitgliederversammlung der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) vertreten.

Evangelische Allianz
In der Weltweiten Evangelischen Allianz arbeiten Allianzen aus 129 Ländern zusammen. Die Evangelische Allianz ist ein Netzwerk von evangelisch-reformatorisch gesinnten Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften. Sie sind in vielen freien Werken aktiv. Die Deutsche Evangelische Allianz hält zu etwa 350 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. In rund 1.000 Städten in der Bundesrepublik gibt es örtliche Evangelische Allianzen. Weitere Informationen unter www.ead.de.




Adventistisches Hilfswerk verschickt tausende Weihnachtspakete

ADRA Deutschland
Etwa 410 ehrenamtliche Gruppen im gesamten Bundesgebiet waren laut ADRA Deutschland im Herbst unterwegs, um bei Schulen, Kindergärten, Firmen und Privatpersonen für die Aktion „Kinder helfen Kindern“ zu werben. In die Weihnachtspakete wurden Spielzeug, Schulartikel, Süßigkeiten, Hygieneartikel und Wärmespender wie Schals und Mützen gepackt.

Insgesamt wurden 34.901 Geschenkpakete in acht europäische Länder gesandt. Wie in den Vorjahren wurden auch die Pakete aus den Niederlanden, Belgien und Luxemburg nach Deutschland gebracht und tragen zur Gesamtsumme bei. Vom 3. bis 12. Dezember fuhren 13 LKW nach Bosnien-Herzegowina (mit 5.437 Weihnachtspaketen), Serbien (7.448), Albanien (2.285), Mazedonien (4.559), Montenegro (3.184), Bulgarien (6.147), Litauen (2.616) und in die Ukraine (3.225).

ADRA Österreich
Am 25. November begann das Einsammeln der 6.551 Pakete in Österreich. Vom ADRA Lager in Wien wurden die Pakete in die Ukraine und nach Lettland geliefert. Ab dem 18. Dezember begann die Verteilung der Pakete in Lettland. Das Datum der Ausgabe in der Ukraine hänge laut ADRA Österreich davon ab, wie schnell der Zoll die Pakete frei gibt, die bis dahin im abgeschlossenen Zolllager von ADRA Ukraine sicher aufbewahrt werden.

ADRA Schweiz
Rund 50 ADRA-Ortsgruppen in der ganzen Schweiz beteiligten sich laut dem Hilfswerk an der Aktion „Kinder helfen Kindern“ mit insgesamt 3.048 Paketen. Die Pakete aus der Schweiz werden laut ADRA Schweiz von der Partnerorganisation ADRA Moldawien an Kinder in Waisenheimen, verarmte Familien sowie behinderte Kinder im Land verteilt. Wer dort ein Paket wolle, müsse sich über Sozialämter, Schulen, Vereine oder das Netzwerk von ADRA Moldawien beim Hilfswerk melden, das dann die Auswahl vornehme. Moldawien ist eines der ärmsten Länder Europas und liegt zwischen Rumänien und der Ukraine.

Weitere Informationen unter: www.kinder-helfen-kindern.org