Neue Lutherbibel weiterhin gefragt

Bei den Kinder- und Jugendausgaben verbreitete die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) im vorigen Jahr 171.000 Exemplare. Das sei ein Plus von 5.000 gegenüber 2018. „Bewährte Ausgaben wie die Kinderbibeln mit Bildern des niederländischen Illustrators Kees de Kort gehören genauso dazu wie viele neu entwickelte Bücher und Medien für alle Altersgruppen“, so der Generalsekretär der DBG, Dr. Christoph Rösel.

Mit 14.500 verkauften Hörbibeln zu 5.500 im Jahr zuvor verzeichnete die Bibelgesellschaft bei den Audio-Medien einen außergewöhnlichen Anstieg. Besonders nachgefragt war die Lutherbibel 2017 als Hörbuch, gelesen vom Sprecher und Schauspieler Rufus Beck. Dieses Hörbuch ist mit einer Gesamtspielzeit von 98 Stunden als Box mit Audio-CDs und im Mp3-Format verfügbar. Darüber hinaus gibt es unter anderem für die BasisBibel das Neue Testament und die Psalmen sowie Kinderbibeln als Hörbücher.

„Nach den ausgesprochen starken Absatzzahlen zum Start sind die Verbreitungszahlen für die Lutherbibel 2017 im vergangenen Jahr erwartungsgemäß zurückgegangen“, erklärte Rösel. 2019 habe die Bibelgesellschaft 114.000 Exemplare dieser Lutherbibel verbreitet. Weitere Bibelübersetzungen der DBG sind die Gute Nachricht Bibel und die BasisBibel, von der bisher das Neue Testament mit Psalmen sowie weitere Teilausgaben vorliegen. Davon seien insgesamt 123.000 Exemplare verbreitet worden.

Dass die Lutherbibel 2017 weiterhin nachgefragt werde, zeigten nach Ansicht Rösels zum Beispiel auch die Downloadzahlen für die App „Die-Bibel.de“. Inzwischen wurden für die Bibel als App für Tablets und Smartphones über 450.000 Downloads gezählt. Die App enthält neben der Lutherbibel auch die Gute Nachricht Bibel und die BasisBibel.

Ein weiterer Schwerpunkt im Programm der Deutschen Bibelgesellschaft sind nach wie vor die wissenschaftlichen Ausgaben in den Ursprachen. Sie sind weltweit und bei allen Konfessionen die Grundlage für die theologische Wissenschaft und Bibelübersetzung. Dazu gehörten die „Biblia Hebraica Stuttgartensia“ und die „Biblia Hebraica Quinta“, das „Greek New Testament“ und das „Novum Testamentum Graece“ (Nestle-Aland).

Die Deutsche Bibelgesellschaft

Die Deutsche Bibelgesellschaft übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet Bibelausgaben und eröffnet Zugänge zur Botschaft der Bibel. Sie ist eine eigenständige Stiftung. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt sie die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers heraus. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Neben Bibelausgaben finden sich im Programm weitere Bücher und Medien rund um das Thema Bibel. Mehr Informationen bei www.die-bibel.de




Prof. Dr. med. Lothar Schmidt verstorben

An der Berliner Humboldt Universität studierte der in Königsberg geborene Schmidt Medizin und widmete schon früh seine gesamte berufliche Karriere alkoholkranken Menschen. Anfang der 1960er Jahre erstritt er die ersten Krankenhausbetten für Alkoholabhängige. Später half er beim Aufbau der Suchtklinik „Haus Niedersachsen“ in Dedelsdorf-Oerrel bei Wolfsburg, deren ärztlicher Direktor er auch war. Dort entwickelte er das damals revolutionäre 12-Wochen Therapiekonzept. Er war einer der Pioniere der Anonymen Alkoholiker in Deutschland und Mitbegründer des Fachverbandes Sucht und Autor von Standardwerken zum Thema Alkoholismus.

Prof. Lothar Schmidt war Chefarzt der Abteilung für Alkoholiker im Jüdischen Krankenhaus zu Berlin und Vorsitzender der Landesstelle Berlin gegen die Suchtgefahren. Bis vor einem Jahr hielt er noch Fachvorträge. Auch international war er geschätzt; er leitete viele Jahre als Vizepräsident die „International Commission for the Prevention of Alcoholism (ICPA)“, eine Einrichtung der Vereinten Nationen. Für seinen unermüdlichen Einsatz für Menschen mit Abhängigkeitskrankheiten erhielt er viele Auszeichnungen, darunter das Verdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Eine Berliner Tageszeitung nannte den praktizierenden Christen, der sich über 70 Jahre mit der Krankheit Alkoholismus beschäftigt hat, den „deutschen Alkoholpapst“. Er habe in seinem Leben wohl an die 300.000 Alkoholkranke behandelt, meinte Schmidt selbst. Diese Erfahrung habe es ihm leicht gemacht, abstinent zu leben.

Mit ihm verliere die Hochschule einen leidenschaftlichen Professor, einen Kämpfer für einen abstinenten Lebensstil und einen kritischen Begleiter, der sich ganz in seinem Glauben an Christus getragen wusste, so die Hochschule in einem Nachruf.




Österreich: Adventisten strukturieren Kirche in drei Regionen um

Als biblisches Vorbild wird die Restrukturierung im Volk Israel angeführt, als Mose dem Rat seines Schwiegervaters Jethro folgend, die Verantwortung für das Volk auf kleinere Bereiche aufgeteilt hat.

Drei Kirchenregionen
Bei der Aufteilung sei die Größe der einzelnen Kirchenbezirke und Bundesländer berücksichtigt worden. Zudem hätten sie versucht, „drei Regionen zu schaffen, die geographisch sinnvoll sind und deren Anzahl an Gemeinden und Mitarbeitern ähnlich groß ist“, schreibt die Kirchenleitung.

REGION OST: Wien, Niederösterreich und das nördliche Burgenland mit 1.880 Mitgliedern, 22 Kirchgemeinden, die von neun Pastoren begleitet werden. Regionalleitung: Pastor Felix Metonou.

REGION SÜD: Kärnten, Osttirol, Steiermark und das südliche Burgenland mit 1.044 Mitgliedern, 15 Kirchgemeinden und fünf Gruppen, die von acht Pastoren begleitet werden. Regionalleitung: Pastor Markus Gritschenberger.

REGION WEST: Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg mit 1.354 Mitgliedern, 19 Kirchgemeinden und vier Gruppen, die von neun Pastoren begleitet werden. Regionalleitung: Pastor Helge Külls.

Unter dem Titel „Blick in die Zukunft“ schreiben die Kirchenleiter: „Wir glauben, als Adventgemeinde in Österreich durch diese neue Struktur die Basis dafür zu schaffen, wirksamer für unsere Mitmenschen zu arbeiten. Wir wünschen uns, dass Jesus bald wiederkommt und unsere Bewegung bis dahin einen verändernden Beitrag in unserer Gesellschaft leistet, sodass noch viele Menschen das Leben mit ihm entdecken können.“

Mitgliederstatistik
Per 31. September 2019 zählte laut „Adventisten aktuell“ die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich 4.278 Mitglieder, die in 55 Kirchgemeinden und neun Gruppen organisiert sind und von 26 Pastoren begleitet werden. In der Berichtsperiode 2018/2019 ist ein Zuwachs der Mitgliederzahl um 16 und in der Vorjahresperiode 2017/2018 um 22 Personen zu verzeichnen.

Einige Hundert Kinder und Jugendliche sind in der Mitgliederzahl nicht enthalten, da die protestantische Kirche keine Kinder tauft, sondern ihnen die Entscheidung zum Kirchenbeitritt in einem Alter überlässt, in dem sie sich selbst entscheiden können. Die Adventisten feiern den Gottesdienst am biblischen Ruhetag, dem Samstag (Sabbat). Weltweit gehören über 21 Millionen Mitglieder durch die Glaubenstaufe zu dieser Kirche.

Zur Aufrechterhaltung und Förderung der adventistischen Kirche in Österreich seien 2019 knapp zehn Millionen Euro aufgewendet worden.

Zur Webseite der Adventisten in Österreich: https://www.adventisten.at/
Zur Webseite der adventistischen Weltkirchenleitung: www.adventist.org.




Bayerns Adventisten als Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen begrüßt

Der Vorstand der ACK und der Adventisten als auch Delegierte und Gemeindeglieder aus den Mitgliedskirchen nahmen an diesem Gottesdienst teil. Die Verkündigung übernahm Pastor Wolfgang Dorn, der Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern.

Verkündigung: Berufung – Segen – Hoffnung
In Anlehnung an den konziliaren Prozess mit dem Leitmotif „Bewahrung der Schöpfung“, das auch vorgegebenes Thema der Delegiertenkonferenz war, legte Dorn den Bibeltext des Apostel Paulus im Römerbrief (Römer 8, 18-22) aus. Dabei wies er auf die Hoffnung nach Erlösung der ganzen Schöpfung hin und deutete daraus eine dreifache Botschaft des christlichen Glaubens: zum einen sei schon in der Schöpfung die Berufung Gottes in die Nachfolge für alle Menschen enthalten. Zum anderen stelle Gott bereits auf den ersten Seiten der Bibel die ganze Schöpfung unter seinen Segen. Es sei eine konfessionsunabhängige Aufgabe aller Christen, an der gemeinsamen Hoffnung der Auferstehung, Wiederkunft und Erneuerung von Gottes guter Schöpfung festzuhalten. Dorn prägte im Zusammenhang mit der Aufnahme den markanten Satz: „Nur wer Nachbarn hat, hat auch ein Zuhause“. Adventisten würden in der Gastmitgliedschaft den bewussten und wertschätzenden Dialog mit seinen Nachbarkirchen in Bayern suchen und laden diese ein auch den adventistischen Zugang zu Glaube, Theologie und Spiritualität kennenzulernen. Mit Handschlag und viel Applaus wurden die Adventisten dann im Kreis der Mitglieds- und Gastkirchen willkommen geheißen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Zustimmungsverfahrens hatten bereits am 8. August 2019 die Kirchenleitungen aller Mitgliedskirchen der ACK in Bayern die Aufnahme der Adventisten vier Jahre nach deren Antragstellung einstimmig beschlossen. Der Vorstand der Adventisten in Bayern folgte damit einem Auftrag der Kirchengemeinden in Bayern von 2013 sowie einer Empfehlung ihrer Weltkirchenleitung und der transkontinentalen Kirchenleitung in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division/EUD) von 1991, eine entsprechende Gastmitgliedschaft anzustreben. In Deutschland sind die Adventisten mit Ausnahme von Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland in allen anderen Bundesländern in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen mit Beobachterstatus, Gast- oder Vollmitgliedschaft vertreten.




Zeichen der Zeit wird Hope Magazin

Themen und Inhalte
Das 28-Seiten umfassende Heft wird die Rubriken Jesus, Kinder, Leben, Bibel und Gesund enthalten. Ergänzt werden diese Themenbereiche von dem aktuellen Titelthema, einer regelmäßigen Kolumne und den Rubriken „Lesen“, „Sendung“, „Kurse“ und „Post“., so Nicole Spöhr (Advent-Verlag) vom 5-köpfigen Redaktionsteam.

Das Titelthema nehme immer einen Bezug auf das aktuelle Zeitgeschehen oder sei von besonderer missionarischer Relevanz. Im Bereich „Sendung“ würden Hope-Podcasts und aktuelle Tipps aus dem Angebot von HopeTV vorgestellt. In der Rubrik „Kinder“ würden Eltern auf wertvolle TV-Sendungen für ihre Kinder hingewiesen, ins Besondere auf das Kinderformat „Fribo’s Dachboden“. Lebensbejahend und ermutigend würden Themen aus dem Leben und rund um das Thema Lebensstil beleuchtet. Im Fokus stünden hier Menschen und ihre Erlebnisse.

Von Zeichen der Zeit zum Hope Magazin

Das neue partnerschaftliche Kooperationsprojekt Hope Magazin löst die Zeitschrift Zeichen der Zeit ab, die auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken kann. Bereits am 4. Juni 1874 erschien die erste Ausgabe der englischsprachigen Zeitschrift Signs of the Times in Oakland, Kalifornien (USA) durch den Mitbegründer der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten James White. Zuerst als wöchentliches Blatt herausgegeben erscheint Signs of the Times heute als monatliches Magazin vom Pacific Press Verlag.

Wechselvolle Geschichte des Magazins
Der deutschsprachige Ableger Zeichen der Zeit blickt auf eine wechselvollere Geschichte zurück. Von 1919-1920 erschien in College View, Brookefield/Illinois (USA) die von Deutschen herausgegebene deutschsprachige Zeitschrift mit dem Namen Zeichen der Zeit. Diese Produktion fand seine Fortsetzung ab 1920 im adventistischen Verlagshaus in Wien. Ab 1945-50 erschien das Heft dann im Advent-Verlag Zürich und dann wieder von 1950-80 in Wien.

Als „Kind“ des bereits eingestellten Wiener Zeichen der Zeit entstand drei Jahre später (1983) im Saatkorn-Verlag die Abozeitschrift Zeichen der Zeit, die zweimonatlich bis 1990 erschien und für den gesamtdeutschsprachigen Bereich produziert wurde. Bis 1994 gab es dann eine Lücke, ab 1994 wurde Zeichen der Zeit ein vierteljährliches, kostenloses Verteilheft und erschien bis Ende 2019. Ab 2020 erscheint als Nachfolgepublikation nun das Hope Magazin, das vom Advent-Verlag (Lüneburg), dem Top-Life Wegweiser Verlag (Wien) und Hope Media (Alsbach-Hähnlein) gemeinsam produziert wird. Offizielle Herausgeber sind die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich.

Mehr über das neue Hope Magazin: www.hopemagazin.de.




Friedensauer Institut für Evaluation wird ausgebaut

Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit seien in ihren Projekten darauf angewiesen, ihre Arbeit nachhaltig und effektiv zu gestalten und auf ihre Wirksamkeit hin auszuwerten. Das Institut will dabei unterstützend tätig sein, so die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule. Durch ein internationales Netzwerk, das auch ehemalige Studentinnen und Studenten einbinde, könnten in vielen Teilen der Welt schnell professionelle Arbeitsgruppen vor Ort gebildet werden.

Auch wenn sich das Institut zurzeit in einer Phase der Umstrukturierung befinde, habe der neue Institutsdirektor die Evaluationstätigkeit bereits aufgenommen. Gegenwärtig werde mit Unterstützung von Alumni aus Myanmar für die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz ein Projekt in Thailand evaluiert.

Mit dem Institut biete sich auch für Friedensauer Studenten im Bereich Development Studies (Entwicklungsforschung) eine Möglichkeit, erste Praxiserfahrungen in Monitoring und Evaluation zu sammeln. In dem englischsprachigen Masterstudiengang „International Social Sciences“ sind gegenwärtig 82 Studierende aus 17 Ländern eingeschrieben. Der Dekan des Fachbereichs Christliches Sozialwesen, Professor Dr. Thomas Spiegler, sieht im Ausbau des Instituts eine weitere Stärkung der Qualität in diesem Studiengang. Er sei sich sicher, dass die Studierenden von dem Institut wertvolle Praxisimpulse erhalten würden.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten.

Die Theologische Hochschule Friedensau bietet im Rahmen eines Ph.D.-Studiums in Kooperation mit der Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa (GBFE) auch die Möglichkeit einer Promotionsbegleitung an. Ein Ph.D.-Studium setzt einen Masterabschluss in der gleichen oder einer verwandten Disziplin voraus. Die Promotion erfolgt über die Universität von Südafrika (UNISA). Neben einem jährlichen Kolloquium der GBFE kann eine Promotionsbetreuung durch die Theologische Hochschule Friedensau erfolgen.

Weitere Informationen zur Friedensauer Hochschule unter: https://www.thh-friedensau.de




Holocaust-Gedenktag: Eine bleibende Verpflichtung

Kranzniederlegung
Gemeinsam mit Pastor Werner Dullinger, dem Präsidenten des Süddeutschen Verbandes, legte Pastor Johannes Naether, Präsident des Norddeutschen Verbands der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an der Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ am inneren Nordbahnhof in Stuttgart einen Kranz nieder und verlas aus der Erklärung „Eine bleibende Verpflichtung“. Die im Jahr 2006 eingeweihte Gedenkstätte erinnert an die mehr als 2.500 jüdischen Opfer aus Württemberg, Hohenzollern, Baden und etwa 250 Sinti und Roma, die von dort in Konzentrationslager im Osten Europas deportiert wurden.

An der Kranzniederlegung nahm auch Susanne Jakubowski, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg, als Vertreterin der jüdischen Gemeinde teil. Frau Jakubowksi erinnerte an die historischen Ereignisse der NS-Zeit sowie an die anschließende Befreiung der Konzentrationslager durch die Alliierten. Sie habe selbst zwei ihrer Großeltern im Zuge der NS-Deportationen verloren, sagte Jakubowksi.

Erklärung „Eine bleibende Verpflichtung“
In der Erklärung der Freikirche wird an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert: der ermordeten Juden, Sinti und Roma, der Zeugen Jehovas, der verschleppten Slawen und Zwangsarbeiter, der Homosexuellen, der politischen Gefangenen, der Menschen mit Behinderungen und weiterer Opfergruppen. „Diese wurden durch das nationalsozialistische Regime mit seiner antisemitischen und rassistischen Ideologie entrechtet, gefoltert, ermordet.“ In das Gedenken mit eingeschlossen sind jene Frauen und Männer, „die aktiv und mutig gegen die Diktatur der Unmenschlichkeit Widerstand leisteten“.

Die Stimme gegen jede Gefahr der Wiederholung erheben
Erneut wird bekannt, wie schon in einer Erklärung der Adventisten in Deutschland und Österreich zur NS-Zeit aus dem Jahr 2005, „dass wir gegenüber dem jüdischen Volk und allen Verfolgten durch unser Versagen schuldig geworden sind“. Das Gedenken an die Opfer der Gewalttaten der Vergangenheit „ist uns eine bleibende Verpflichtung“. Es gelte die Stimme gegen jede Gefahr der Wiederholung dieser Unmenschlichkeit zu erheben, etwa wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, ihres Geschlechts oder aus anderen Gründen abgewertet würden. „Wir lehnen auch Worte politischer Verantwortungsträger ab, die offen oder verdeckt antisemitisch, fremdenfeindlich oder menschenfeindlich sind.“

Leben und Integrität eines Menschen achten und schützen
Es dürfe im christlichen Leben von Siebenten-Tags-Adventisten keinen Platz für Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Menschenfeindlichkeit geben. In der Erklärung wird daran erinnert: „Die große ethnische und kulturelle Vielfalt gehört zu unserem Selbstverständnis als weltweite Kirche.“ Jeder Mensch sei, unabhängig von seinen Merkmalen, nach dem christlichen Menschenbild ein Ebenbild Gottes (1. Mose 1,26), „dessen Leben und Integrität es zu achten und zu schützen gilt“. Dieses Menschenbild in die jeweilige Gegenwart zu übersetzen sei eine Aufgabe, „die wir mit allen, die sich für Menschlichkeit einsetzen, teilen.“

Die Erklärung ist im Internet unter https://www.adventisten.de/utility/dokumente-und-stellungnahmen/ zu finden.




Gesundheitskongress: Du bist es wert. Menschen. Würde. Achten

Bedeutung und Ziel
Etwa ein Drittel der Teilnehmenden kämen aus Pflegeberufen, 20% seien Ärzte und 10% Therapeuten, so Dr. Georg Schiffer vom Kongressvorstand bei der Eröffnung des Gesundheitskongresses. Bedeutung und Ziel des christlichen Gesundheitskongresses sei vielschichtig. So ginge es darum, ein ausgewogenes theologisches Verständnis zu Krankheit, Gesundheit und Heilung auf biblischer Grundlage zu vermitteln, den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand zum Einfluss von Spiritualität und Religiosität auf Krankheit und Gesundheit verständlich zu machen, christlichen Gemeinden umsetzbare Konzepte für die Begleitung kranker Menschen anzubieten und das Zusammenwirken von Gesundheitswesen und Gemeinden zu fördern. Der christliche Gesundheitskongress sei damit der einzige Kongress im deutschsprachigen Raum, der Berufsgruppen aus Gesundheitswesen und Mitarbeitende aus Kirchengemeinden aus allen christlichen Konfessionen verbindet.

Menschenbild – Menschenwürde
Die Frage nach der Würde des Menschen im Gesundheitswesen stand im Mittelpunkt der Tagung. Damit seien sowohl Patienten als auch Mitarbeitende gemeint, denn beide brauchten Wertschätzung. Mangelnde Anerkennung der helfenden Berufe sei einer der Gründe für den zunehmenden Mangel an Mitarbeitern im Gesundheitswesen. Kranke und Pflegebedürftige benötigten ebenfalls die Achtung ihrer Würde. Christliche Ethik schützte die Menschenwürde auch im System des Gesundheitswesens. Wie, das wurde während des Kongresses in Referaten und Seminaren diskutiert.

Drei Anfangsreferate setzten den Tenor des Treffens am ersten Kongresstag. Politik- und Religionswissenschaftlerin Dr. Claudia Baumgart-Ochse (Frankfurt/M.) startete einen Streifzug durch die Geschichte der Begriffe Menschenbild und Menschenwürde. Prof. Dr. Doris Nauer, Ärztin und katholische Theologin wies auf die heilsame Provokation des christlichen Menschenbildes hin. Einen internationalen Akzent setzte Dr. Gisela Schneider, die Direktorin des Deutschen Instituts für ärztliche Mission. Sie arbeitet eng mit Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege aus dem Kongo zusammen, dessen Arbeit zum Schutz der Würde von Frauen sie beim Kongress präsentierte.

Seminare
In drei Seminarblöcken beleuchteten insgesamt 80 Referenten die unterschiedlichen Aspekte des Konferenzthemas. So referierte z. B. Dr. Hannah Schulz, systemische Supervisorin, Gesprächstherapeutin in eigener Praxis und ignatianische Exerzitienbegleiterin in einem vielbeachteten Seminar über affektive, mentale, soziale und spirituelle Aspekte geistlichen Missbrauchs. Ein Seelsorgeangebot während des Kongresses haben laut Pfarrer i.R. Frank Skora 25 Personen in Anspruch genommen.

Gesundheitspreis
Zum sechsten Mal wurde im Rahmen des Kongresses auch der christliche Gesundheitspreis verliehen, der das Miteinander von Kirchengemeinde und Gesundheitswesen im Blick hat. Die Könige des Bonner Bildhauers und Diakons Ralf Knoblauch erhielten, den mit 2.000 Euro dotierten 1. Platz des Christlichen Gesundheitspreises 2020 (gestiftet von der Marienhaus Stiftung). Der zweite Preis ging an die Elisabeth-Straßenambulanz in Frankfurt am Main (1.000 Euro, gestiftet von der Agaplesion gAG).

Am Samstag wurde als thematischer Schwerpunkt die Menschenwürde in einer Gesellschaft des hohen Alters diskutiert. Mit dabei war der Präsident des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung, Pfarrer Ulrich Lilie. Sein Thema: „Würde und Selbstbestimmung sichern – blinde Flecken in der Begleitung und Betreuung alter Menschen.“

Kongressbeteiligte
Veranstaltet wird der Kongress von einem breiten Zusammenschluss christlicher Träger aus allen Kirchen. Federführend ist der Verein Christen im Gesundheitswesen, der seit drei Jahrzehnten die Vernetzung und Zusammenarbeit von engagierten Christen fördert, die ihre berufliche Tätigkeit mit ihrem christlichen Glauben in Einklang bringen möchten. So engagiert sich im Beirat z. B. auch die Theologische Hochschule Friedensau der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, vertreten durch Frau Prof. Dr. Margarete Reinhart, Studiengangsleiterin Gesundheits- und Pflegewissenschaften, bei der Auswahl des Programms und der Referenten. Finanziert wird der Kongress weitgehend aus Teilnehmerbeiträgen und Spenden.

Mehr zum Kongress unter: www.christlicher-gesundheitskongress.de




Neuer Vorsitz bei VEF-Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit

Eingangsreferat „Generation Lobpreis“
Zum Auftakt des Treffens referierte Dr.Tobias Künkler von der CVJM Hochschule in Kassel. Gemeinsam mit Tobias Faix hat er den Studiengang Transformations-studien begründet, der zu den aktuellen Veränderungsprozessen in Gesellschaft, Theologie und Kirche forscht. Ein Schwerpunkt seiner Ausführungen waren sogenannte „Hochreligiöse Jugendliche“. Er nennt sie „Generation Lobpreis“, wobei hochreligiös hochengagiert bedeutet.

2018 erschien die Studie: „Glaubens- und Lebenswelten von Jugendlichen. Wie hochreligiöse Jugendliche heute glauben?“ Dabei unterscheiden Künkler und Faix zehn Kategorien, die diese Generation beschreibt. Sie besuchten regelmäßig Gottesdienste, hätten eine hohe Gemeindebindung, seien in einer drastischen Milieuverengung zu finden, seien hochengagiert, jedoch mit Schlagseite, hätten eine unklare Bibelhermeneutik und daraus resultierend einen individualistischen und subjektivistischen Glauben, um nur einige Elemente zu nennen.

Berichte der Mitglieder
Zum weiteren Ablauf des Treffens gehörten Berichte über Initiativen, Evangelische Freikirchen und freikirchliche Verlage. Sie geben eigene Zeitschriften heraus und machen auf vielen Online-Kanälen Öffentlichkeitsarbeit, von Newslettern über Internetseiten bis hin zu Social Media. So berichteten z.B. die Vertreterinnen des Oncken Verlages über die Situation nach der am 19. Dezember angemeldeten vorläufigen Insolvenz und der Advent-Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten über das Erscheinen einer neuen missionarischen Zeitschrift mit dem Titel „HopeMagazin“.

Neuer Vorsitzender der AG2
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AG“ befassen sich mit aktuellen medienstrategischen Themen, geben sich gegenseitig Impulse für ihre Arbeit und besprechen gemeinsame Projekte. So wechselt auch der Vorsitz zwischen den beteiligten Freikirchen. Seit dem Treffen am 22. Januar 2020 leitet nun Artur Wiebe, Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit beim Bund Freier evangelischer Gemeinden, für die nächsten zwei Jahre die AG. Zuvor war Michael Putzke aus der Zeitschriftenredaktion der Evangelisch-methodistischen Kirche der Vorsitzende.




Medienkongress plädiert für glaubwürdigen Journalismus

Glaubwürdigkeit – Unglaubwürdigkeit
Es brauche in unübersichtlichen Zeiten einen guten Journalismus, der glaubwürdig ist, so der Medienbeauftragte der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF), Oberkirchenrat Markus Bräuer (Frankfurt am Main), bei seinem Grußwort zu Beginn der Tagung. Die Thematik beschäftigte sich mit der Glaubwürdigkeit und Unglaubwürdigkeit der Medien in digitalen Zeiten. Der promovierte Physiker und Vorstandsvorsitzende von ERF Medien, Dr. Jörg Dechert, ist in seinem Eingangsreferat überzeugt, dass immer mehr Medien ein Glaubwürdigkeitsproblem hätten. Hanno Terbuyken, Leiter digitale Kommunikation beim Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), ergänzt: „Wir leben in einer Welt, in der jeder jedem alles erzählen kann, vor allem in den sozialen Netzwerken.“ Deshalb dürften Journalisten, so Corinna Buschow (Berlin), Chefkorrespondentin des Evangelischen Pressedienstes (epd), sich nicht mit einer Sache gemein machen, auch nicht, wenn sie vermeintlich gut sei. Vielmehr seien sie gefordert, im Zweifel nachzuhaken und zu misstrauen.

Hass in sozialen Medien
Dem Bereich sozialen Medien wurde während des Kongresses besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Glaubwürdigkeit werde von anderen zugesprochen, meinte am zweiten Tag des Medienkongresses die Landessuperintendentin Dr. Petra Bahr (Hannover). Es gehe um Glaubwürdigkeit der Medien, Glaubwürdigkeit der digitalen Kommunikation, und der zunehmenden Gewalt und Hass im Netz.

Nach den Worten von Terbuyken seien Hass und Hetze im Netz deshalb so groß geworden, weil man sie liken kann. Trotzdem sollten Kirchen social media als Chance begreifen, entgegnet Uwe Vetterick, Chefredakteur der sächsischen Zeitung. Und Bernd Merz ermutigt mit dem hoffnungsvollen Ausblick: „Gott ist da, den bekommt ihr nicht weg.“

Das größte Korrektiv, so Terbuyken, sei die Community. Diese Community gilt es zu erreichen. Referenten und Teilnehmer des Kongresses waren sich daher auch der Herausforderung bewusst, die Gruppe der 14 – 29-Jährigen anzusprechen. Allerdings taste sich die christliche Medienlandschaft langsam an die Antworten heran, wie das geschehen kann.

Erik Flügge
Während Printmedien, Radio und TV einen ständigen Rückgang ihrer Nutzer verzeichneten, stiegen die Abrufzahlen der Influencer auf Youtube und anderen Kanälen kontinuierlich. Da passte der kurzweilige Vortrag von Unternehmer, Politikberater und Bestsellerautor Erik Flügge genau in die Thematik. Sein Sachbuch „Der Jargon der Betroffenheit. Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt“ stand 2016 mehrere Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste. Mit humorvollen und pointierten Aussagen hielt der bekennende katholische Christ den Anwesenden einen notwendigen Spiegel vor Augen, um ihre mühseligen und oft dilettantischen Ansätze zu erkennen, die Zielgruppe im Netz anzusprechen, geschweige denn zu erreichen.

Der Kongress brachte die bekannten Persönlichkeiten der christlichen Medienwelt zusammen. Neben den Referaten und Vorträgen war das Netzwerken ein wichtiger Bestandteil der Tagung. Auch die vorgestellten Projekte, Initiativen und Ideen boten einen Einblick in das kreative Schaffen der Szene.

Gast Thomas Middelhoff
Beim festlichen Buffet am dritten Tagungstag war ohne Zweifel einer angesagt, der immer noch für einen vollen Saal sorgen kann. Der Medienmensch Dr. Thomas Middelhoff liefert im Podiumsgespräch Einblicke in sein Leben als Topmanager, seine Verurteilung und Zeit im offenen Vollzug als Hilfskraft bei den Bodelschwinghschen Stiftungen Bethels und seine neugewonnene Zufriedenheit als betender Christ. Bethel habe ihn verändert, dort habe er Dienen und Demut gelernt, so Middelhoff. Den Umgang der Medien mit seiner Person ab 2009 und besonders während der Zeit des Untreue-Prozesses gegen ihn kritisiert er scharf, wiewohl er seine Affinität zu den Medien bis heute nicht verloren habe.

Frühschoppen mit Dieter Falk
Ein weiterer Gast begeisterte beim Frühshoppen am Samstagmorgen die Medienschaffenden. Dieter Falk, Musikproduzent, Pianist, Arrangeur und Komponist gewährte Einblicke in seinen Werdegang als Musiker und nahm die Zuhörer mit in die bewegte Wechselbeziehung zwischen Musik und Glaube. Inspiriert wurde er von Musikern wie Aretha Franklin, Edwin Hawkins und Steve Wonder aber auch solchen wie Johann Sebastian Bach und Paul Gerhardt. Gespickt mit kleinen Anekdoten servierte Falk ein Potpourri seines Könnens und sprach über seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie Pur, Gitte, Katja Epstein, um nur einige zu nennen. Mit einer fulminanten Intonation der bekannten Bachschen Toccata auf dem Medium Piano bereicherte der begnadete Musiker den Kongress und erinnerte an das Spiel des legendären Rick van der Linden der Gruppe Exseption aus den 70ern, von dem er sich nach eigenen Worten inspirieren ließ.

Christlicher Medienkongress
Der Christliche Medienkongress wurde von insgesamt zwölf Partnern veranstaltet, unter anderem der EKD, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), Bibel TV, der Christlichen Medieninitiative pro (früher: Christlicher Medienverbund KEP), ERF Medien, der Stiftung Christliche Medien, der Stiftung Marburger Medien und der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Unter dem Hashtag #Medienkongress sind weitere Berichte zusammengefasst.




Buchankündigung: „Gemeinsam für Flüchtlinge“

Angela Merkels Satz „Wir schaffen das!“ steht am Anfang einer Integrationsdebatte, die neben kritischen Stimmen auch eine neue Bürgerbewegung hervorgebracht hat. Teil dieser ehrenamtlichen Bewegung ist das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Wie der Verlag mitteilte, beschreibt Rolly vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Integrationsdiskurses in der Bundesrepublik Deutschland in Bezug auf wirtschaftliche, soziale und kulturelle Faktoren der Integration von Geflüchteten das Verhältnis von „sozialem Kapital“ und Ehrenamt sowie dessen Bedeutung für die Gesellschaft.

Auf Grundlage der Evaluierung dokumentiert das Buch Aktivitäten, Wirkungen und Lernerfahrungen der ehrenamtlichen Projektarbeit mit Geflüchteten im Rahmen des im Herbst 2015 initiierten Aktionsbündnisses „Gemeinsam für Flüchtlinge“. Darüber hinaus wird dieses Engagement in den politischen und gesellschaftlichen Integrationsdiskurs in der Bundesrepublik Deutschland eingeordnet. Nicht zuletzt würdigt das Buch den zivilgesellschaftlichen Beitrag von Gemeindeprojektgruppen zur Bewältigung dieser Herausforderung. Von Interesse sind die Erfahrungen in den Projekten selbst, die in ausgewählten Berichten, beispielhaften Geschichten, Einzelschicksalen sowie zusammenfassenden Auswertungen zugänglich gemacht werden.

Die Publikation mit der ISBN 978-3-7329-0631-4 erscheint im Verlag Frank & Timme zum Preis von 19,80 Euro.




Adventisten: Fernseh-Gottesdienst zum Jahresanfang

Der Titel „Versuchung.Heute.“ entspringt der sechsten Bitte im Vaterunser „… und führe uns nicht in Versuchung …“, die im Matthäusevangelium Kapitel 6, Vers 13 zu finden ist. Sie ist das Jahresmotto der Adventisten für das Jahr 2020 und fügt sich an die vorangegangenen Bitten an, die bereits als Jahresmotto dienten. Naether widmete sich den Fragen „Versucht uns Gott?“ „Ist das nur eine Frage der „richtigen“ oder „falschen“ Übersetzung?“ „Ist es von unserem Gottesbild abhängig?“

In seiner Predigt lud er dazu ein, sich auf einen Gott einzulassen, dem man offen und vertrauensvoll begegnen kann. Auch nach einer Versuchung. Auch heute.

Verkündigung
Für Naether komme durch „Versuchen“ Fortschritt in unser Leben. Jeder kenne Versuchung. Er wolle den Zuhörern auch Theologie zumuten, weil sich an der Frage, ob Gott tatsächlich in die Versuchung führt, viel entzünde. „Dürfen wir IHN durch unsere Bitte davon abhalten?“ so der Kirchenmann. Das „Vaterunser“ sei nicht oberflächlich, sondern tiefgründig. Das ihm zu Grunde liegende Gottes- und Menschenbild berühre die Entscheidung, ob der Mensch überhaupt den Weg des Glaubens einschlagen solle oder nicht.

Am Beispiel der biblischen Personen Abraham und Hiob machte Naether das Bedeutungsspektrum des Begriffes „Versuchung“ deutlich, das eben auch „Prüfung“ und „Erprobung“ ohne böse Absicht meinen kann. In der Bibel gebe es zahlreiche Szenen, „wo fromme und gerechte Menschen ihre Gottesbeziehung, ihre Gottesliebe, auf eine harte Probe gestellt“ sähen. Der Gedanke der Bewährung sei gar nicht so weit weg von uns Menschen und gehöre zum alltäglichen Erleben, denn das „Durchstehen von Krisen“ stärke uns. Gott führe in die Freiheit und damit in die Herausforderung, sich auf Gott einzulassen.

Umfrage zu Versuchung
Im Rahmen der Verkündigung wurde auch eine Umfrage zum Thema Vertrauen ausgewertet. So antworteten von den 1.365 Teilnehmern 77,52 % auf die Frage „Macht dir das Thema Versuchungen Angst?“ mit NEIN. 86,06 % sahen in Versuchungen auch Chancen?“. Bei der Frage, ob das Motto „… und führe uns nicht in Versuchung …“ noch in das persönliche Gottesbild passe, hielten sich die Antworten der Teilnehmer die Waage zwischen JA und NEIN.

Live-Schaltung zu zwei Kirchengemeinden
Während der Gottesdienstübertragung gab es auch Live-Schaltungen zu zwei Kirchengemeinden mit ihren aktuellen Projekten. Die Adventgemeinde auf der Ostseeinsel Rügen berichtete von ihrem Kirchenneubauprojekt, das auch vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert wird. Vilshofen stellte mit dem Café Welcome einen Treffpunkt für Migranten und interessierte Mitbürger vor.

Übertragung im HopeTV
Der Gottesdienst „Versuchung.Heute.“ wurde vom großen TV-Studio des adventistischen Medienzentrums „HopeMedia“ in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt im Rahmen des Fernsehprogramms „HopeTV“ ausgestrahlt. Rund 200 Adventgemeinden in Deutschland hatten angegeben, die Ausstrahlung in ihren Gottesdienst am 11. Januar zu integrieren. Der Gottesdienst kann über die Mediathek des „Hope Channel“ abgerufen werden:
https://www.hopechannel.de/tv/mediathek/episode/ml/atem-der-hoffnung/versuchung-heute/




2019 wurden 29 Missionare im Dienst der römisch-katholischen Kirche umgebracht

Wie aus der Statistik hervorgeht, waren darunter „18 Priester, ein ständiger Diakon, zwei Laienbrüder, zwei Ordensfrauen und sechs Gläubige im Laienstand“. In acht aufeinanderfolgenden Jahren seien die meisten Morde auf dem Doppelkontinent Amerika vorgekommen, seit 2018 stehe aber Afrika an der Spitze dieser „tragischen Rangliste“. 2019 seien in Afrika 15 Personen umgebracht worden, in Amerika zwölf, in Asien und Europa je eine Person. Es lasse sich eine „Globalisierung der Gewalt“ feststellen, so Fides News. Die Gewalt konzentriere sich nicht mehr wie früher vorwiegend auf eine Weltgegend, sondern scheine weiter verbreitet zu sein.




Versuchung. Heute. – Jahresanfangsgottesdienst der Adventisten

Versuchungen seien Teil unseres Lebens. Sogar das Vater Unser spreche davon: „Und führe uns nicht in Versuchung“. Naether geht den Fragen nach: Versucht uns Gott? Ist das nur eine Frage der „richtigen“ oder „falschen“ Übersetzung? Ist es von unserem Gottesbild abhängig? In seiner Predigt lädt Pastor Johannes Naether dazu ein, sich auf einen Gott einzulassen, dem man offen und vertrauensvoll begegnen kann. Auch nach einer Versuchung. Auch heute.

Der Gottesdienst werde auch einen „Kindermoment“ enthalten, präsentiert von Pastor Werner Dullinger, dem Präsidenten der Freikirche in Deutschland. Außerdem gebe es Live-Schaltungen in verschiedene adventistische Kirchengemeinden Deutschlands, so eine Meldung vom Medienzentrum HopeTV der Adventisten in Alsbach-Hähnlein.

Weiter wird auf eine Umfrage für den Gottesdienst hingewiesen, die jetzt schon beantwortet werden könne. Sie sei innerhalb einer Minute erledigt. Hier geht es Zur Umfrage.




Adventisten: Brand verwüstet Nebengebäude des Josia-Zentrums in Isny

Wenige Minuten nach 21 Uhr bemerkten Nachbarn am 1. Weihnachtstag das Feuer im Carport des Josia-Zentrums. Beim Eintreffen der Feuerwehr standen laut Einsatzbericht Werkstatt, Garage und Holznebenbau bereits im Vollbrand. Mehrere Trupps unter Atemschutz, im Innen- und Außenangriff hätten den Brand gelöscht und die umliegenden Gebäude geschützt. Das Feuer hätte jedoch bereits auf ein angrenzendes Gebäude übergegriffen, sodass der Dachstuhl mittels Drehleiter abgeräumt und abgelöscht werden musste.

Die Eigentümer der vom Josia-Zentrum angemieteten Immobilie, sind sehr dankbar für die gute Arbeit der Einsatzkräfte. Wegen der gut ausgearbeiteten und vorliegenden Brandschutzpläne hätte die Feuerwehr schnell und gut ihre Gerätschaften an den notwendigen Punkten ansetzen können. Allerdings zog sich der Einsatz bis in die frühen Morgenstunden hin. „Wir gehen nicht von Brandstiftung aus“, so die Eigentümer. „Es ist zwar schlimm, dass es passiert ist, aber es ist auch sehr gut, dass nichts Größeres passiert ist.“

Vierzehn Bewohner leben derzeit im Gebäude. Alle mussten vorübergehend das Gebäude verlassen und wurden von den Rettungskräften betreut. Im Feuerwehrhaus fand gerade eine Feier statt. So waren 40 Einsatzkräfte sehr schnell zur Stelle. „Wir waren komplett draußen“, so Isny’s Feuerwehrkommandant Martin Güttinger gegenüber der Schwäbischen Zeitung. Eine Feier der ehemaligen Studenten (Homecoming) kann sogar derzeit im Dachgeschoss des Hauptgebäudes stattfinden.

Der auch in dem Gebäudekomplex untergebrachte Kirchenraum der Adventisten ist zwar unversehrt kann aber momentan nicht genutzt werden. Der Nebenraum ist stark beschädigt.

Das Josia-Zentrum besteht aus vier Organisationen: einer Gemeinschafts-Schule, einer Schule zur christlich missionarischen Ausbildung, einem christlichen Gemeinde-Zentrum und einem Förderverein. Die Gemeinschaftsschule ist eine christliche Privatschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg, wie auch die anderen Einrichtungen. Seit 13 Jahren gibt es das Josia-Zentrum.




Gesegnete Weihnachten

Viele Geschenke werden in diesen Tagen überreicht. Wir erinnern uns in dieser Zeit an das größte Geschenk in dieser Welt, Jesus Christus.

Wir hoffen auf Frieden in diesen Tagen und in dieser Welt. Das ist nicht selbstverständlich und braucht unseren bewussten Einsatz in allen Momenten.

Wir vom APD-Team möchten auch im neuen Jahr getreu unserem Motto „informieren und verstehen helfen“ und wünschen von Herzen

Ein frohes Neues Jahr 2020!




Rund 2,4 Milliarden Christen feiern weltweit Weihnachten

Das Weihnachtsfest am Heilig Abend (24. Dezember) ist die nach altem kirchlichem Brauch übliche „Vor-Feier“ (Vigil) eines Hochfestes. Der Tag nach Weihnachten – 26. Dezember – wird bei den Katholiken als Hochfest des Hl. Stephanus begangen. Auch die evangelisch-lutherische Liturgieordnung sieht die Feier des Stephanitags am 26. Dezember vor. In der griechisch-orthodoxen Kirche wird der Stephanitag am 27. Dezember gefeiert.

Für erste Christen war die Feier des Geburtsfestes Christi unbedeutend. Als Ort für die Geburt Jesu nennt das Lukasevangelium Bethlehem bzw. dessen Umgebung. Der historisch exakte Tag der Geburt Jesu ist jedoch unbekannt, da für die ersten Christengenerationen die historisch genaue Definition dieses Tages unbedeutend war. Als historisch gesichert gilt eine Feier des Geburtsfestes Jesu am 25. Dezember des Jahres 336 in der römischen Stadtliturgie. Von Rom aus verbreitete sich das Weihnachtsfest in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts rasch nach Nordafrika, Oberitalien, Spanien und in den Orient. Es entwickelte sich neben Ostern zum beliebtesten christlichen Fest.

Historiker uneinig, warum der 25. Dezember als Geburtsdatum gewählt wurde

Die Frage, warum ausgerechnet der 25. Dezember als Weihnachtsdatum gewählt wurde, löst laut Kathpress unter Fachleuten Diskussionen aus. Einige Historiker gehen davon aus, die Kirche habe den Termin bewusst gewählt, um das von den römischen Kaisern 274 eingeführte heidnische „Geburtsfest des unbesiegbaren Sonnengottes“ („Sol Invictus“) neu zu deuten. Dabei wurde zunächst gleichzeitig das Fest der Anbetung der Weisen begangen, das später auf den 6. Januar verlegt wurde.

Eine zweite Theorie meint, dass christliche Theologen schon im 3. Jahrhundert den im Evangelium nicht genannten Geburtstag Christi am 25. Dezember berechneten, weil man nach der Tradition vom 25. März als Tag seiner Empfängnis ausging.

Die deutsche Bezeichnung „Weihnachten“ ist erst seit dem 12. Jahrhundert belegt; die Zusammensetzung enthält das untergegangene mittelhochdeutsche Adjektiv „wich“ mit der Bedeutung „heilig“ und geht zurück auf die Zeitbestimmung „zewihen nahten“, was „in den heiligen Nächten“ bedeutet, so Kathpress.




Pfadfinder bringen Friedenslicht nach Darmstadt

„Darmstadt ist Friedensstadt. Und wir wollen mit dem Friedenslicht daran erinnern, dass Frieden ein aktiver Prozess ist, für den jeder etwas tun kann“, so Haiko Müller, Leiter der Marienhöher Pfadfinder. „Jeder kann mitmachten und das Friedenslicht weitergeben an Nachbarn, Freunde und genauso an Fremde als Symbol für gutes Miteinander und herzliche Wärme in unserer Stadt oder als Versöhnung nach einem Streit.“

Die Kerze wurde in Bethlehem, der Geburtsstadt Jesu Christi, entzündet und am dritten Advent von Pfadfindern mit Zügen von Wien aus in ganz Europa verteilt. Das Friedenslicht ist eine gemeinsame Aktion des Österreichischen Rundfunk (ORF) und verschiedener Pfadfinderverbände. Die Marienhöher Pfadfinder verteilen das Friedenslicht während der Weihnachtsgottesdienste am 24. Dezember in Darmstadt, sowohl um 16 Uhr im Gemeindezentrum der Adventgemeinde Darmstadt-Marienhöhe als auch um 16 Uhr im Ernst-Ludwig-Saal in Eberstadt bei der Feier „Coming HOME for Christmas“.

3.000 Kilometer im Flugzeug

Das Friedenslicht wurde am 26. November in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem von einem elfjährigen Mädchen aus Österreich entzündet und in einem Spezialbehälter mit dem Flugzeug nach Österreich gebracht. Von dort aus wurde es am dritten Advent (15. Dezember), per Zug von Pfadfindern in ganz Europa verteilt. Die Marienhöher Pfadfinder fuhren am Sonntag nach Frankfurt am Main, um das Friedenslicht nach Darmstadt zu bringen.

„Wir wollen mit dem Friedenslicht ein Zeichen für Frieden setzen, für ein menschliches Miteinander über Grenzen hinweg – egal ob es Landesgrenzen oder Grenzen zwischen Menschen sind“, sagte Haiko Müller. Auf seinem Weg legt das Friedenslicht bis zu uns über viele Grenzen hinweg schon mehr als 3.000 Kilometer zurück. „Das Friedenslicht wird in allen europäischen Ländern und mittlerweile sogar in Nord- und Südamerika persönlich weitergegeben. Alleine das verbindet uns mit so vielen verschiedenen Menschen und schafft eine Gemeinsamkeit“, erläuterte Müller.

Pfadfinder CPA-Marienhöhe

Zu den CPA-Marienhöhe gehören rund 200 Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Es gibt zehn Gruppen für Kinder und Jugendliche von 6–20 Jahren. Gruppenstunden finden 14-tägig sonntags statt. Außerdem gibt es Zeltlager, Lagerfeuer, Wandertouren, Geländespiele und anderes mehr. Weitere Informationen unter Telefon (06151) 7859951 oder auf www.cpa-marienhoehe.de. CPA ist der Pfadfinderverband der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Weitere Informationen zur Aktion Friedenslicht: http://www.friedenslicht.de




FeG Verlautbarung: Verantwortlich reden und handeln

Die Bundesleitung ruft damit Personen, Gemeinden und die Öffentlichkeit zu verantwortlichem Reden auf, da durch Worte der Weg zu Handlungen bereitet werde. Gleichzeitig wendet sich die Verlautbarung gegen jegliche Gewalttätigkeit und Rede, die den anderen verunglimpft – insbesondere alle antisemitischen Haltungen, Reden und Aktionen. Diese könnten dazu führen, dass jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger wie auch Angehörige anderer Volksgruppen und Religionsgemeinschaften angegriffen werden, wie in Halle an der Saale im Oktober 2019 geschehen.

Einer verbalen Aufrüstung setzt die Leitung des Bundes der Freien evangelischen Gemeinden die von Gott geschenkte Liebe und Würde entgegen, welche jedem Menschen gelte, und die in der Botschaft der Advents- und Weihnachtszeit hell aufleuchte. Sie erinnere daran, dass durch das Kommen Jesu Christi ein „neues Verhältnis zwischen Gott und Menschen möglich geworden ist“. Die Bundesleitung wirbt in Erwartung der noch ausstehenden Wiederkunft Jesu für ein Leben, Reden und Handeln in Verantwortung vor Gott.

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland, KdöR, gehört zu den Freikirchen. Gegründet wurde die erste Freie evangelische Gemeinde 1854 in Wuppertal. Der BFeG verfolge das Prinzip der Freiwilligkeitsgemeinde. Das bedeute: Mitgliedschaft aufgrund einer persönlichen Glaubensentscheidung, Mitverantwortung und Mitbestimmung aller sowie Taufe der Glaubenden. Gegenwärtig gehörten 500 Gemeinden mit rund 42.000 Mitgliedern zur Bundesgemeinschaft. Die Gemeinden finanzieren sich über Spenden und verzichten damit auf die Möglichkeit, Kirchensteuern zu erheben.

Die Verlautbarung „Verantwortlich reden und handeln“ im Wortlaut: http://bit.ly/FeG-Verlautbarung




Über 35.000 Pakete für bedürftige Kinder

Zum 20. Jubiläum der Aktion konnte der Vorjahreswert noch einmal gesteigert werden, so eine Pressemeldung von ADRA. 2018 seien noch 34.901 Päckchen gesammelt und verschickt worden. 2019 sei die Anzahl sogar auf 35.513 Pakete gestiegen. Insgesamt seien Dank der großartigen Unterstützung mit hunderttausenden Päckchen in den zwei Jahrzehnten über 600.000 Kinder glücklich gemacht worden.

„Wir danken allen Spenderinnen und Spendern sowie den unzähligen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die diesen Erfolg erst möglich gemacht haben“, so Anja Emrich, Koordinatorin der Sammlung. Jedes Paket stehe für ein Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes

Laut ADRA startete die diesjährige Spendenaktion am Weltkindertag (22.September) und endete am 24. November. Kinder in Deutschland sammeln und spenden für gleichaltrige Kinder, zeigen Mitgefühl und lernen viel über das Leben in anderen Teilen unseres Kontinentes. Was für Kinder hier oft nur Kleinigkeiten sind, bedeute für die beschenkten Kinder etwas ganz Besonderes. Deshalb diene die Aktion nicht nur als mildtätige Spende, sondern der Völkerverständigung der nächsten Generation. „Ganz besonders glücklich und dankbar sind wir angesichts der 2.815 Kinderpakete und über 500 Kisten mit Sachspenden wie Bettwäsche und Kleidung, die wir unter anderem an die Erdbebenopfer in Albanien schicken können“, sagt Emrich weiter. Ende November hatte ein Erdbeben der Stufe 6,4 den Balkan erschüttert.

Als die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ vor 20 Jahren als „Weihnachts-Spendenaktion“ startete, wusste niemand, wohin sich das Projekt entwickeln würde. Dank der unermüdlichen Mithilfe der Ehrenamtlichen und Mitarbeiter von ADRA Deutschland e.V. konnten in ganz Deutschland Pakete für Mädchen und Jungen in Osteuropa gesammelt werden.

Mehr zur „Aktion Kinder helfen Kindern!“ https://kinder-helfen-kindern.org/




ADRA Vorstand neuer Vorsitzender des Aufsichtsorgans von „Aktion Deutschland hilft“

Seit 2001 arbeiten deutsche Hilfsorganisationen im Katastrophenbündnis „Aktion Deutschland hilft“ zusammen, um im Fall einer humanitären Krise Kräfte zu bündeln und schnelle und zielgerichtete Hilfe zu leisten. ADRA Deutschland ist Gründungsmitglied. Der Vorstand und das besondere Aufsichtsorgan übernehmen wichtige Beratungs-, Beschluss- und Kontrollfunktionen.

Gemeinsam schneller helfen – unter diesem Motto werden im Katastrophenfall Hilfsmaßnahmen innerhalb der Mitgliedsorganisationen von „Aktion Deutschland hilft“ koordiniert und effizient eingesetzt. Dadurch werden sowohl Überschneidungen von Maßnahmen als auch Versorgungslücken vermieden. Laut den Vereinten Nationen steigt die Zahl der humanitären Krisen und Konflikte weiter an. „Für 2020 rechnen wir mit fast 168 Millionen Menschen, die humanitäre Hilfe und Schutz brauchen werden. Das entspricht einem von 45 Menschen auf diesem Planeten. Das ist der höchste Stand seit Jahrzehnten“, so UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock.

Hilfsorganisationen stehen vor immer neuen Herausforderungen
„Um diese bewältigen zu können, befindet sich das gesamte humanitäre System in einem massiven Wandel“, sagt Edith Wallmeier, die neu gewählte Vorstandsvorsitzende von „Aktion Deutschland hilft“. „Und es geht hierbei nicht nur um eine Sanierung des Systems: Der Aufgabenbereich für Nichtregierungsorganisationen muss erweitert werden und sie müssen sich zum Teil neu aufstellen. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in unserem Vorstand und dem besonderen Aufsichtsorgan fühlen wir uns dieser großen Aufgabe auch weiterhin gewachsen und werden als Bündnis deutscher Hilfsorganisationen die Zukunft der humanitären Hilfe mitgestalten“, fügt Wallmeier zu.

Aktion Deutschland hilft ist das 2001 gegründete Bündnis von 23 renommierten deutschen Hilfsorganisationen. Gemeinsam helfen sie Menschen, die durch große Katastrophen alles verloren haben. ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation. ADRA Deutschland wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland gegründet und gehört zu einem weltweiten Netzwerk mit über 130 nationalen ADRA-Büros.




Krankenhaus Waldfriede gehört zu den meistempfohlenen Kliniken in Berlin

Seit 2005 fragt Der Tagesspiegel, Berlins auflagenstärkste Tageszeitung, alle zwei Jahre die niedergelassenen Ärzte der Hauptstadt, an welche Kliniken sie ihre Patienten überweisen. Jetzt wurden die Ergebnisse der aktuellsten Umfrage veröffentlicht. Die aktuelle Ausgabe des Tagesspiegel-Klinikmagazins enthält die detaillierten Ergebnisse der neuesten Ärzteumfrage, Artikel ausgezeichneter Chefärzte über Therapien von mehr als 60 Krankheiten, Angaben über Klinikessen, Klinikhygiene und vieles mehr.

Wie der Tagesspiegel berichtet, fällt auf, dass manche Kliniken in einem Fachbereich für sämtliche abgefragten Krankheitsbilder am häufigsten empfohlen wurden. In den Bereichen gutartige und bösartige Tumore bei gynäkologischen Erkrankungen gehört die gynäkologische Abteilung des Krankenhaus Waldfriede, unter der Leitung des Chefarztes Dr. med. Florian Müller, zu den am meisten empfohlenen Kliniken.

Auch das Brustkrebszentrum des Krankenhauses Waldfriede, unter der Leitung der Chefärztin Dr. med. Barbara Brückner, findet diese hohe Anerkennung und wird bei dieser Krebsart von den niedergelassenen Ärzten für ihre Patientinnen am meisten empfohlen.

Krankenhausvorstand Bernd Quoß freut sich über die erneute Auszeichnung und verweist nicht ohne Stolz auf seine Mitarbeiter, die mit unter den 100 besten Ärzten Deutschlands zu finden sind. „In den letzten drei Jahren gehörten wir in Deutschlands größtem Krankenhausvergleich auch mit zu den TOP regionalen Krankenhäusern.“

Das Gesundheitsnetzwerk des Krankenhauses Waldfriede ist mittlerweile zum vielfältigsten Medizin- und Pflegeanbieter im Bezirk Steglitz-Zehlendorf geworden. Neben dem Krankenhaus Waldfriede, der Sozialstation und dem Gesundheitszentrum PrimaVita mit zugehörigem Schwimmbad gehören auch die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, die Privatklinik Nikolassee, die Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede, das Desert-Flower-Center, das Seniorenhaus Waldfriede, eine ambulante Tagesklinik und künftig ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zur besseren ambulanten Versorgung zum Netzwerk. Damit gehört das „Netzwerk Waldfriede“ auch zu den größten Arbeitgebern im Bezirk. Der Träger ist die weltweite evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Im April nächsten Jahres feiert das Krankenhaus sein 100-jähriges Bestehen.




Holzwurm Fribo von HopeMedia gewinnt bei Sparda-Initiative

2019 bewarben sich insgesamt 227 Vereine aus ganz Hessen auf www.sparda-vereint.de und mobilisierten ihre Unterstützer, die mehr als 300.000 Stimmen im anschließenden Online-Voting abgaben. Die 30 Vereine mit den meisten Stimmen freuen sich jetzt über 3.000 Euro mehr in ihrer Vereinskasse – unter ihnen auch Hope Media.

Mit ihrem Projekt „FRIBO-TAG“ konnten die Mitglieder viele Menschen für sich gewinnen und mit 4.654 Stimmen den 1. Platz in ihrer Themenkategorie „Umwelt und Klimaschutz“ belegen. „Fribo ist sehr stolz auf die Auszeichnung zum Klimaschutz. Vier Wochen lang hat unser Holzwurm alle seine Freunde und Förderer, Bekannte, Verwandte und Kollegen zum Abstimmen motiviert – und vereint gewonnen. Mit der 3.000-Euro-Spende werden wir Bäume auf dem Campus des Schulzentrums Marienhöhe in Darmstadt-Eberstadt pflanzen und den Restbetrag für Fribos zehnjährigen Geburtstag verwenden“, sagt Marc Naumann, Leiter Neuentwicklung & Kooperationen bei Hope Media.

Mehr zur Initiative auf: www.sparda-vereint.de

Holzwurm Fribo sagt Danke auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=Igvm7I6IR20




Von Spaltungen zur Versöhnungsgeschichte

In ihrem Vortrag würdigte Hammes, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, die breit angelegte Ökumene in Deutschland und beschrieb diese als „einzigartig“. Wenn man Ökumene ernstnehme, müsse man neben den großen Kirchen die ganze Vielfalt der Kirchenlandschaft in den Blick nehmen. Mit dem 1. Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) Ekkehart Vetter und deren Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink waren auch zwei führende Vertreter der DEA zu Gast, in deren Tagungshaus die Mitgliederversammlung stattfand. Beide würdigten in ihrem gemeinsamen Vortrag die gute Zusammenarbeit mit der VEF. VEF-Präsident Christoph Stiba hob ein Thema hervor, das in den Vorträgen von Hammes, Schink und Vetter vorkam und das auch für die VEF von hoher Bedeutung sei: „Es ist wichtig, mit den Migrantenkirchen ins Gespräch zu kommen, die zur Ökumene in Deutschland dazugehören.“

Seenotrettung
Die VEF wurde auf Beschluss der Mitgliederversammlung offiziell Bündnispartner von „United4Rescue – Gemeinsam Retten e.V.“. Das Bündnis hat das Ziel, ein eigenes Rettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken, um so Menschenleben zu retten. Der Verein hebt die „Pflicht zur Seenotrettung“ hervor, wendet sich gegen eine Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung, setzt sich für faire Asylverfahren und sichere Häfen ein. „Menschen in Lebensgefahr muss geholfen werden“, so VEF-Präsident Christoph Stiba. „Wegschauen ist keine Option. Deshalb wollen wir jetzt gemeinsam ein Zeichen setzen und helfen, wo wir können.“

Freikirchliche Rundfunkarbeit
Die Mitgliederversammlung befasste sich auch mit der Zukunft der freikirchlichen Rundfunkarbeit. Andrea Schneider, seit 1996 Rundfunkbeauftragte der VEF, geht Mitte 2020 in den Ruhestand. Nachdem der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden diese Stelle bisher allein finanziert hat, werden die VEF-Kirchen dies ab 1. Juli 2020 gemeinsam tun. Der ehrenamtliche Vorsitzende der VEF-Arbeitsgruppe „Rundfunk und Fernsehen“, Jürgen Single, zeigte auf, welche großen Chancen es für die Freikirchen mit sich bringe, über Rundfunkgottesdienste und -andachten viele Menschen zur erreichen.

VEF

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen: www.vef.de




Breites Bündnis zur Seenotrettung gegründet

Evangelische Kirche übernimmt Initiative
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm wies darauf hin, dass die EKD den Impuls des Dortmunder Kirchentages: „Schickt selbst ein Schiff“ aufgegriffen und seither in den entsprechenden Gremien die Gründung eines Bündnisses vorangetrieben habe. Der Kirchenmann wörtlich: „Wir müssen mit Nachdruck diejenigen unterstützen, die anderen helfen, dass sie nicht ertrinken. Wir müssen Menschen retten, wenn sie in Gefahr sind.“ Der Beschluss in der Synode sei einstimmig gefallen.

Für den rheinischen Pastor Joachim Lenz, Sprecher des neugegründeten Vereins „united4rescue – Gemeinsam Retten e.V.“, sei es ein Weltrekord deutscher Gerichte, dass der Verein erst vor 3 Wochen gegründet wurde, dann die Gemeinnützigkeit bestätigt bekam und nun das Bündnis vorgestellt werden könne. Dem Verein könne man nicht beitreten, wohl aber dem Bündnis. Auf das Engagement der evangelischen Kirche angesprochen meint er: „Es kann kein Kirchenschiff sein, es braucht eine breite Basis.“

Breites Bündnis gefordert
Die Organisatoren des Aktionsbündnisses sind davon überzeugt, wie es in einer Meldung heißt, „dass jedes Leben in Seenot gerettet werden muss. Daher unterstützen wir die zivilen Seenotrettungsorganisationen, die dem Ertrinken nicht tatenlos zusehen, sondern da humanitär handeln und Menschenleben retten, wo staatliche Seenotrettung fehlt.“

Die 2. Bürgermeisterin der Hansestadt, Katharina Fegebank (Bündnis90/Die Grünen), verwies bei der Pressekonferenz auf die Tradition der Seenotrettung in Hamburg. Auch sei der internationale Seegerichtshof in Hamburg angesiedelt. „Es ist unser aller Pflicht, zu tun, was wir tun können.“ So seien in der Stadt bereits über 52.000 Geflüchtete aufgenommen und in Kita, Schulen und Arbeitsmarkt integriert worden. Hamburg gehöre seit Herbst letzten Jahres auch zum Bündnis „sicherer Hafen“ – und sei bereit, in Seenot geratene Menschen aufzunehmen. Etwa 120 sichere Häfen gebe es in Deutschland – Städte und Kommunen, die es Geflüchteten ermöglichten, auf sicherem und legalem Weg anzukommen. Es sei nicht länger tragbar, dass die Städte ohne die Zustimmung des Innenministers keine Geretteten aufnehmen können.

Wir können die Augen nicht verschließen
Anwesend war auch der Bürgermeister der italienischen Hafenstadt Palermo. Sehr eindringlich beschrieb er die Sorge um die in Seenot geratenen Menschen. Seenotrettung sei ein Menschenrecht. „Es geht nicht um lieb sein – sondern um Recht.“ Es gebe auch keine Entschuldigung, dass wir nichts gewusst hätten. Es ginge nicht, wie bei unseren Großeltern, die von der Shoa nichts gewusst hätten. Alle wüssten Bescheid. Auch dürften wir die Augen vor den Zuständen in den lybischen Lagern nicht verschließen. „Es ist dort wie im Gefängnis und den europäischen Länder bezahlen das.“ So warb er darum, keine Angst vor den Geretteten zu haben, sondern vielmehr Sorge. Für die Diskussion sei er deshalb auch Gott dankbar. Und ein Schiff sei ein konkreter Beitrag zur Seenotrettung.

Politischen Druck erhöhen
Der stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins „Gemeinsam Retten e.V.“, Michael Schwickart, zeigte sich sehr erfreut über den großen Zuspruch, den das Bündnis vor seiner Gründung erfahren hat. Heute, am 3. Dezember, sei der offizielle Startschuss für das Bündnis. Trotzdem sei er „wütend und sauer, wenn Politiker erst dann anfangen zu handeln, wenn Menschen leiden.“ Deshalb müsse der politische Druck dann aufgebaut werden, wenn die Menschen nicht in Not seien. Er forderte erneut die Verantwortlichen in der europäischen Gemeinschaft auf, das Recht auf Seenotrettung als Teil des Völkerrechts und das Recht auf Leben als Menschenrecht auch in der Praxis zu respektieren und an den Grenzen Europas wieder umzusetzen. Außerdem wendet sich United4Rescue gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung und fordert faire Asylverfahren für Menschen, die nach Europa fliehen. Und schließlich sollten jene Kommunen, die sich zu „Sicheren Häfen” erklärt haben, die rechtlichen Möglichkeiten erhalten, zusätzliche Schutzsuchende aufzunehmen.

#wirschickeneinschiff.de

Als erstes Projekt sieht das Bündnis ein zusätzliches Seenotrettungsschiff für den Einsatz im Mittelmeer vor. Die Kosten würden sich auf ca. 1 Million Euro belaufen. Es sollte um Ostern 2020 in den Einsatz gehen. Dafür würden nun weitere Bündnispartner und finanzielle Unterstützung gesucht. Das Projekt, so Schwickart auf Nachfrage, sei auf mindestens zwei Jahre angelegt. „Wir brauchen eine Botschaft: Zusammen sind wir stark!“ Und weiter: „Sobald Europa Lösungen schafft, braucht es unseren Verein nicht mehr.“

Neben Ärzte Ohne Grenzen, dem CVJM Deutschland, verschiedenen evangelischen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen beteiligen sich auch etliche Unternehmen und Hilfsorganisationen an dieser humanitären Initiative. Auch die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ist beteiligt. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland ist Gastmitglied im VEF.

Weitere Informationen unter www.united4rescue.com




ARD schaltet neue Webseite für Gottesdienste

Geordnet nach vier Kategorien können sich Zuschauer und Zuhörer über die nächsten kirchlichen Sendetermine und Gottesdienstübertragungen im Ersten, in ARD-Alpha und den verschiedenen Landessendern informieren: In zwei Kategorien, getrennt nach Fernsehen und Hörfunk, sind alle Sendetermine der Gottesdienste in der ARD aufgelistet. Es gibt Informationen zur Kirche, aus der übertragen wird, sowie zu den Zelebranten und Liturgen, zur musikalischen Gestaltung oder auch zur thematischen Ausrichtung des Gottesdienstes.

Die Kategorie „Religionen“ informiert über die aktuellen journalistischen Angebote aus dem Bereich Religion, die im Ersten, bei 3sat, ARD-Alpha, arte und in den neun Landesrundfunkanstalten gesendet werden. Unter der Kategorie „Das Wort zum Sonntag“ sind alle Sendetermine einschließlich der Namen der Sprecherinnen und Sprecher erfasst.

Alle Sendungen werden mit der ARD Mediathek verlinkt. Dort sind sie in der Regel für ein Jahr abrufbar.




Ausstellung zur DDR-Jugendopposition in Friedensauer Hochschulbibliothek

Musiker, Studenten, Mitglieder der jungen Gemeinden, auch junge Marxisten wehrten sich dagegen, ihr Gehirn auszuschalten und platten Parolen zu folgen. Thomas Ammer (*1937), Michael Gartenschläger (1944–1976), Reiner Bohley (1941–1988), Siegmar Faust (*1944), Bettina Wegner (*1947), Christian „Kuno“ Kunert (*1952), Ralf Hirsch (*1960), Frank Ebert (*1970), um nur einige Namen zu nennen, auf welche die Ausstellung näher eingeht, übten Protest: künstlerisch, politisch, laut und leise, so die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Theologischen Hochschule Friedensau.

Er träumte von einer besseren Welt

Die Ausstellung erzählt die Biografien von 18 jungen Oppositionellen in der DDR. Sie sind in unterschiedlichen Gegenden Ostdeutschlands und zu unterschiedlichen Zeiten aufgewachsen. Die einen im Thüringen der fünfziger Jahre, andere in den achtziger Jahren in Mecklenburg. Während sich die einen gegen den absoluten Machtanspruch der SED engagiert haben, ging es anderen um den Umweltschutz, oder sie engagierten sich gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft. Sie schrieben Losungen an Eisenbahnwagen, druckten illegal Zeitschriften, organisierten Konzerte; viele gehörten zu den Protagonisten der Friedlichen Revolution.

Der Leipziger Student Siegmar Faust träumte von einer besseren Welt und musste doch feststellen: „Man hat mich zweimal exmatrikuliert und zweimal inhaftiert, seelisch und körperlich misshandelt, bevor ich mit meiner alten Religion, dem Marxismus-Leninismus brechen konnte.“ Reiner Bohley erlebte Diskriminierung und Ausschluss vom Studium: „Ich ändere eine oft geprüfte Glaubensentscheidung nicht einfach deshalb, weil mir daraus Nachteile erwachsen könnten.“ Bettina Wegner, eine in der DDR bekannte Liedermacherin, protestierte gemeinsam mit Freunden gegen den Einmarsch russischer Truppen 1968 in Prag und wurde daraufhin inhaftiert: „Mein Grunderlebnis war, mit 20 Jahren ins Gefängnis zu kommen und ein fünf Monate altes Kind zu haben.“ Weitere Beispiele zeigt die Ausstellung.

Robert-Havemann-Gesellschaft

Die Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. dokumentiert die Geschichte und die Erfahrungen von Opposition und Widerstand gegen die kommunistische Diktatur. Basierend auf dem Archiv der DDR-Opposition, forscht sie zum Thema, gibt historisch-politische Publikationen heraus, verwaltet Nachlässe, zum Beispiel von Systemkritiker Robert Havemann und anderen DDR-Oppositionellen. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur befördert die Auseinandersetzung mit der Geschichte kommunistischer Diktaturen, der deutschen und europäischen Teilung sowie ihrer Überwindung. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Bibliothek besichtigt werden.

Informationen zur Ausstellung: https://www.havemann-gesellschaft.de/ausstellungen/jugendopposition-in-der-ddr/
Informationen zur Theologischen Hochschule Friedensau: www.thh-friedensau.de




Deutsche Evangelische Allianz fordert Verbesserungen des Entwurfes zum „Sexuelle-Orientierung-und-geschlechtliche-Identität-Schutz-Gesetz“

Uwe Heimowski, DEA-Beauftragter am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, und Konstantin Mascher, Mitglied im DEA-Hauptvorstand, sagten bei der Verbände-Anhörung im Bundesgesundheitsministerium, die Deutsche Evangelische Allianz begrüße das Anliegen des Gesundheitsministers, Menschen vor Übergriffen im Bereich ihrer sexuellen Orientierung zu schützen. Sie setze sich für das Selbstbestimmungsrecht beim Umgang mit der sexuellen Orientierung ein: „Die Realisierung der sexuellen Orientierung muss die persönliche Entscheidung einer Person bleiben“, so auch der erste Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz Ekkehart Vetter.

Gesetzesentwurf mit „erheblichen rechtlichen Unsicherheiten“

Die vorgelegten Formulierungen des Gesetzesentwurfs führten jedoch zu erheblichen rechtlichen Unsicherheiten. „Ein Gesetz, dessen Ziel der Schutz der Freiheit ist, darf nicht seinerseits in die Persönlichkeitsrechte und die Grundrechte der Religions- und Meinungsfreiheit eingreifen“, warnte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz Dr. Reinhardt Schink. Insbesondere müsse klar definiert werden, wie Information und Werbung voneinander zu differenzieren seien. Mascher kritisierte „nicht haltbare Grundannahmen“ des Gesetzesentwurfs und bemängelte, dass der Entwurf in seiner jetzigen Fassung wegen vieler unbestimmter Rechtsbegriffe, wie „Behandlungen“, „Maßnahmen“ oder „Werbung“, und inhaltlicher Widersprüche Probleme schaffen werde. So sei derzeit nicht klar erkennbar, was genau unter welchen Umständen zu einer Straftat führe. Das geforderte „Verbot für jedermann“, der in irgendeiner Weise Druck ausüben könnte, erzeuge Verunsicherungen und Angst bei Eltern, Seelsorgern und Pädagogen.

Eingriff in die Religions- und Meinungsfreiheit möglich

„Bei diesen Begriffen braucht es dringend Klärung, damit das Gesetz seine gewünschte Wirkung zum Schutz von Betroffenen auch wirklich entfalten kann und ungewollte negative Konsequenzen vermieden werden“ sagte Mascher. Ohne solche Verbesserungen sehe die Deutsche Evangelische Allianz durch den Gesetzesentwurf die Freiheit der Religionsausübung gefährdet. „Es ist dann zu befürchten, dass die Kirchengemeinden künftig nicht mehr im vollen Umfang für die ethischen Maßstäbe ihrer Religion eintreten dürfen“, so Heimowski. Der Gesetzgeber sollte aber weder die Entscheidung, ob und wie eine Person ihre sexuelle Orientierung ausleben wolle, vorschreiben, noch sei er befugt, die Grundrechte auf Religions- und auch Meinungsfreiheit zu beschneiden.

Der DEA-Beauftragte am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung wies darauf hin, dass während der Zeit der Erstellung des Gesetzentwurfes durch verschiedene Gruppen ein Klima von Verdächtigungen, Vorverurteilungen und Verleumdungen gegen Kirchengemeinden und christliche Werke entstanden sei. Er bat die Verantwortlichen, solchen Versuchen entschieden entgegenzutreten und einen offenen sowie neutralen, sachlichen Diskurs zu fördern.

Die Deutsche Evangelische Allianz
Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Sie hält zu etwa 350 überregionalen Werken Kontakt und wirkt an rund 1.000 Orten in Deutschland mit regionalen Allianzkreisen. In der Evangelischen Allianz pflegen Christen – über ihre Zugehörigkeit zur eigenen Gemeinde hinaus – Gemeinschaft mit anderen Christen aus anderen Denominationen. In den Allianzkreisen, die sich auf Orts- und mitunter auch auf Regionalebene treffen, kann mitarbeiten, wer der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz zustimmt.

Geistliches Leitungsgremium ist der DEA-Hauptvorstand, dem derzeit 60 Vertreter der evangelikalen Bewegung aus den evangelischen Landeskirchen, Freikirchen, christlichen Gemeinschaften und Werken aus verschiedenen Konfessionen angehören. Verantwortlich für die laufende Arbeit ist der Geschäftsführende Vorstand, zu dem unter anderem der Erste Vorsitzende Ekkehart Vetter gehört, der im Hauptberuf Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlicher Evangelischer Gemeinden ist, sowie Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink. Weitere Informationen: www.ead.de




25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Pfaller erläutert, dass Adventisten Gewalt in jeglicher Form verabscheuten, egal ob es um Gewalt gegen Frauen, Kinder, Männer, Jung oder Alt geht. Gewalt sei widerlich und ginge gar nicht.

Aktion „enditnow“
Unter dem Motto „enditnow – Brich das Schweigen gegen Gewalt“ bietet die Abteilung Frauen jedes Jahr im August den „enditnow – Schwerpunkttag“ an. Jeweils am vierten Samstag im August gestalten adventistische Frauen auf der ganzen Welt an diesem Tag Gottesdienste und Seminare, in denen sie darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass die Kirche das Problem von Missbrauch und Gewalt nicht verschweigt. Dafür steht umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung.
Bei einem „enditnow-Schwerpunkttag“ sagen Siebenten-Tags-Adventisten ein deutliches NEIN zu jeglicher Form von Gewalt. An diesem Tag bieten sich Möglichkeiten für örtliche Kirchengemeinden, das Thema anzusprechen und damit zu enttabuisieren, das Schweigen zu brechen, Kirchenmitglieder und Kirchenleiter für diese Problematik zu sensibilisieren, die Gesellschaft zu informieren und den Opfern Hilfsangebote zu eröffnen.

Orange Day
„Tatsächlich“, so Pfaller, „positionieren wir uns nicht nur am 25. November gegen Gewalt. Gewaltfrei leben sollte unser Lebensmotto sein.“ Der auch als Orange Day bekannte internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wolle auf das Problem aufmerksam machen und dazu beitragen die Anliegen der Frauen und Mädchen zu sensibilisieren und zur Mithilfe aufrufen. So könnten die sechzehn Tage vom „Orange Day“ am 25. November bis zum „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember gut dazu verwendet werden, um gemeinsame Aktionen durchzuführen und Projekte ins Leben zu rufen, welche die Gewalt gegen Frauen thematisieren und bekämpfen.

Der Aktionstag geht ursprünglich auf ein Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen im Jahre 1981 zurück. Sie erinnerten an die Mirabal Schwestern, die als Mitglieder des „Movimiento Revolucionario 14 de Junio“ in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt und schließlich ermordet wurden. 1999 haben dann die Vereinten Nationen mit der Resolution 54/134 den 25. November zum offiziellen Gedenktag ausgerufen.
2001 hat die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten erstmalig einen jährlichen Aktionstag zur Prävention von Missbrauch ausgerufen. 2014 wurde er weltweit in „enditnow Schwerpunkttag“ umbenannt, bei dem es thematisch gegen häusliche und sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen geht.

Materialpakete
Von der Webseite adventistischer Frauen im deutschsprachigen Raum können Materialien auf Deutsch, Französisch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Russisch, Rumänisch/Ungarisch zu diesem Tag heruntergeladen werden Dazu gehören formulierte Referate, Power-Point-Präsentationen sowie ausgearbeitete Seminare zu den Themen „Heilsames Denken“ und „Vergebung“. Es heißt dort zu den Beweggründen: „Obwohl für viele Menschen ein unbequemes Thema, ist es immer deutlicher geworden, dass Missbrauch ein ernsthaftes Problem für Christen, [auch] Siebenten-Tags-Adventisten ist.“ Missbrauch in jeglicher Form entstelle den Leib Christi – das gelte sowohl für Opfer und Täter als auch für die Kirchengemeinde, die mit den verletzten Mitgliedern zurückbleibe.

Mehr zum Orange Day:
https://sta-frauen.de/angebote/enditnow/orange-day/
Material zum Schwerpunkttag 2019:
https://sta-frauen.de/material/themensabbate/enditnow-schwerpunkttag/




Adventistische Kirche in Nebraska bittet Farbige um Vergebung

Gemäß OUTLOOK, der Kirchenzeitschrift für die Region des mittleren Westens der USA, sagte Dr. Linda Becker, Gemeindeleiterin: „In der Vergangenheit hat die College View Church Farbige nicht so behandelt, wie wir es hätten tun sollen. Sie wurden gebeten, auf der Galerie zu sitzen oder wurden sogar an der Eingangstüre wieder weggeschickt. Sie wurden nicht so aufgenommen wie die Weißen. Heute bitten wir unsere farbigen Freunde um Vergebung für das, was euch die vorherigen Generationen angetan haben. Es tut uns leid, dass wir euch nicht ebenso als Gottes Kinder gesehen haben, wie uns selbst. Wir bitten euch und Gott, uns zu vergeben. Möge Gottes Liebe alle Menschen erreichen, die in Zukunft in diese Kirche eintreten – unabhängig von Hautfarbe, Status oder Lebensumständen.“

Anschließend wurden die Teilnehmenden an der Feier eingeladen, im Wechsel mit der Gottesdienstleitung an einem speziell für diesen Anlass formulierten Gebet teilzunehmen. Dabei wurde das eigene Zukurzkommen bekannt, um Vergebung gebeten und das Versprechen gegeben, „Gottes Güte für alle Zeiten gemeinsam mit allen Brüdern und Schwestern anzubeten und zu feiern“.

Erklärung der adventistischen Weltkirchenleitung zu Rassismus vom 27.06.1985:
Auf Deutsch: http://bit.ly/2OCPjCG
Englische Originalfassung: http://bit.ly/2QFWg8X




Abgehoben und doch am Boden geblieben – Delta Air Lines trifft Haus Odenwald

Mit einem Reisebus und Fahrzeugen des Hauses für die Rollstuhlfahrer ging es von Groß-Umstadt aus zum Frankfurter Flughafen. „Wir haben die neue Startbahn und die neue Feuerwache gesehen und aus der Hand eines Flugkapitäns und einer Chefstewardess Lunchpakete entgegengenommen. Das war ein wirkliches Highlight,“ so Christian Dengler, der Leiter der Wohneinrichtung. Nach der Besichtigung des Flughafens haben die Mitarbeiter von Delta die Bewohner und Betreuer von Haus Odenwald zu einem Essen in ein Restaurant in der Nähe des Flughafens eingeladen. Dabei gab es für jeden Teilnehmer der Tour einen Rucksack mit kleinen Geschenken. Nach der Rückkehr im Haus Odenwald wartete neben einer Tasse Kaffee noch ein Rundgang durch die Wohnanlage für die Mitarbeiter von Delta.

In den USA, so Marco Rincker, Initiator und Area Manager Sales (Gebietsleiter Verkauf) für Deutschland und Österreich, sei es viel stärker verbreitet, dass Unternehmen sich sozial und öffentlich engagieren. So sei es für ihn und seine Kollegen und Kolleginnen eine große Freude gewesen, diesen tollen Tag zu erleben. Es gab keine Vorbehalte oder Berührungsängste, vielmehr eine wohltuende Herzlichkeit in den Begegnungen. „Uns hat es ausnahmslos sensationell gut gefallen“.

Die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines, kurz Delta, hat ihren Sitz in Atlanta/USA. Sie zählt dort zu den großen der Branche und ist gemessen an den Flugzeugen und auch an der Anzahl der Passagiere seit diesem Jahr die größte Fluggesellschaft der Welt.

Das Haus Odenwald ist eine Wohnanlage für Menschen mit Behinderung. Persönliche Hilfestellungen, gesundheitliche Überwachung und Betreuung werden 24 Stunden am Tag bereitgestellt und koordiniert; ein Ort zum Leben und Wohlfühlen. 26 Menschen mit unterschiedlichen Lebenshintergründen und Besonderheiten wohnen hier unter einem Dach, bilden eine große familienähnliche Gemeinschaft und werden von 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Mehr Informationen unter https://www.hausodenwald.org/.




Adventisten: Aufruf zum Gebet

#Pray4Burundi
Unter dem Hashtag #Pray4Burundi hat die Weltkirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten alle ihre Mitglieder aufgerufen, für ihre „Schwestern und Brüder in Burundi“ zu beten. Vorausgegangen war die erneute Gefangennahme von Pastor Lamec Barishinga, dem Leiter der überregionalen Kirchenleitung der Adventisten in Burundi. Sein Vorgänger wurde im November 2018 abgewählt und weigert sich seither, die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger zu übergeben. Er wird dabei von der Regierung unterstützt. Gottesdienste wurden gestört, Kirchengebäude geschlossen und Kirchenmitglieder verhaftet. Mit der weltweiten Gebetsinitiative verbunden ist die Bitte a) um Freilassung von Pastor Barishinga aus dem Gefängnis, b) um Bewahrung vor körperlichem und emotionalem Missbrauch der Mitglieder und c) dass die Regierung von Burundi die Religionsfreiheit respektiert und die Einmischung in Kirchenangelegenheiten beendet.

Weltweite Gebetswoche der Adventisten
Eine Woche des Gebets findet in den Ortsgemeinden der Adventisten (Adventgemeinden) jährlich in den letzten Monaten des Jahres statt; in Deutschland vom 16.-23. November. Ein Magazin mit Themen für die einzelnen Tage dieser Gebetswoche unterstützt die Treffen. In seinem Vorwort zur diesjährigen Gebetswoche hält Pastor Mario Brito, Kirchenleiter der Adventisten in West- und Südeuropa, fest, dass Gott Personen – Propheten – erwählt habe, die ihnen offenbarte Botschaften an ihre Mitmenschen weitergeben sollten. Es sei zutreffend, „wenn wir sagen, dass das Endprodukt Gottes Wort ist, wenn auch in menschlicher Sprache übermittelt“, so Brito. Er ermutigt die Lesenden, sich Zeit für Gott zu nehmen.

Das Magazin zur Gebetswoche 2019
Das Magazin zur Gebetswoche 2019 besteht aus acht Themen, die vom adventistischen Weltkirchenleiter, Pastor Ted N. C. Wilson (1. Thema) und dem in Argentinien wohnenden Ehepaar Marcos und Claudia Blanco geschrieben wurden (2. bis 7. Thema). Marcos ist Pastor und arbeitet als Redaktor im adventistischen Verlag in Buenos Aires/Argentinien, seine Frau Claudia arbeitet freiberuflich als Übersetzerin. Das letzte Thema wurde aus den Schriften der Mitbegründerin der Freikirche, Ellen G. White (1827-1915), entnommen.

Einige der Themen: „Warum sandte Gott Propheten?“; „Liest du die Bibel richtig?“; „Wahre und falsche Propheten, gestern und heute“ und „Ein größeres und ein kleineres Licht“.

In einem Zusatzteil in der Heftmitte sind acht weitere Artikel enthalten. Sie wurden von vier Frauen und vier Männern verfasst, die mehrheitlich in Deutschland wohnen. Dieser Zusatzteil ist zum persönlichen Weiterstudium gedacht und behandelt Themen wie: „Auch Propheten wachsen in ihrem Verständnis“; „Die Inspiration der biblischen Schreiber“; „Warum der Prophet Hosea eine Prostituierte heiraten musste“.

Kindergebetslesung 2019
Für Kinder gibt es ein Extraheft mit dem Titel „Was Propheten zu sagen haben“. Es wurde von Randy Fishell, ehemaliger Chefredakteur des amerikanischen Magazins „Guide“, für ca. 10 bis 14-Jährige, verfasst.

Es gehört zur adventistischen Tradition, am Ende der sog. Gebetswoche in den Gottesdiensten Spenden für die örtliche und globale Mission zu sammeln. In diesem Jahr wird die Kollekte für die örtlichen Belange (Heimatmission) am 16.11. in den Ortsgemeinden erhoben, für die weltweiten missionarischen Anliegen am 23.11.

Videos mit Einführungen zu den einzelnen Tagesthemen sowie zusätzliches Material, wie Programmvorschläge und Fragestellungen fürs Gespräch bei den Treffen, kann hier heruntergeladen werden: https://www.gebetswoche.online/

Das Magazin für die Erwachsenen kann kostenlos heruntergeladen werden (PDF):
https://www.advent-verlag.de/media/pdf/cb/3a/78/Gebetswoche_2019_final.pdf

Auch das Heft für die Kinder steht als Download (PDF) bereit:
https://www.advent-verlag.de/media/pdf/55/5c/57/Kindergebetslesung_2019_final.pdf




Australien: ADRA unterstützt Betroffene der verheerenden Brände

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien arbeitet mit lokalen adventistischen Kirchgemeinden im ganzen Land zusammen, um bedürftigen Familien zu helfen. Derzeit können Adventgemeinden innerhalb der Feuerzonen, die ihre Kommune aktiv unterstützen, an ADRA einen Antrag auf 2.000 AU$ / 1.350 Franken stellen, um ihre Bemühungen zu unterstützen. Bei Bedarf können auch mehr Mittel bereitgestellt werden. ADRA hat eine landesweite Spendenaktion gestartet.

Zurzeit wisse er von keinen schweren Schäden an adventistischen Schulen oder Kirchengebäuden, sagte Pastor Adrian Raethel, Präsident der Adventisten im Norden von New South Wales. «Wir bitten die Mitglieder in ganz Australien um Fürbitte für jene Kommunen, die betroffen sind», fügte er hinzu.




Adventisten: Medienschaffende beim 8. MediaDay

Philipp Mickenbecker war Hauptsprecher an diesem Tag. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Johannes betreibt er den YouTube-Kanal „The Real Life Guys“. Seit 2016 hatten sie 117 Millionen Aufrufe. Die Brüder aus der Nähe von Darmstadt wollen mit ihren Videos dazu anregen, sich nicht primär in der virtuellen Welt, sondern in der Natur aufzuhalten und das zu verwirklichen, wovon man schon lange träumt. Sie starteten mit Videos über Tiere in der freien Natur. Danach stellten sie vorwiegend Videos von teils halsbrecherischen Projekten online: Flug mit einer Badewanne; als menschliche Drohne fliegen oder mit selbstgebautem Heißluftballon aus Alufolie; ein Rennen zwischen einem Bobby-Car mit Elektromotor und einem Auto sowie Abenteuerberichte über extrem kostengünstige Reisen per Autostopp oder Fahrrad.

Mickenbecker führte aus, was beachtet werden muss, damit man über Videos auf YouTube mit Werbung oder über Produktplacement Geld verdienen kann. Weiter referierte er über das Vermarkten von Videos über eine Agentur und wie die Klickrate für ein Video erhöht werden kann oder wie man ansprechende Thumbnails (Vorschaubilder) kreiert.

Project Slam
Im Bereich „Project Slam“ nutzten gut zehn Teilnehmende die Möglichkeit, in Beiträgen von jeweils zehn Minuten Dauer, ihre Projekte vorzustellen. Einige dieser Projekte drehten sich um die Frage, wie im Medienzeitalter die gute Nachricht von Jesus Christus säkularisierten Zeitgenossen mittels heutiger Technik vermittelt werden kann.

Media Day-Preis
Mit dem Media-Day-Preis wurde das Projekt von Johannes Likar ausgezeichnet. Der Österreicher zeigte einen Ausschnitt aus einem Video, das er auf einer kleinen Insel in Schweden gedreht hat, auf der er ein Jahr lang alleine bis Sommer 2020 im Zelt lebt.

HopeTV gehört zu internationalem Netzwerk
Seit 2009 wird bei HopeTV (früher: Hope Channel) ein vielseitiges Programm mit Gottesdiensten, Andachten, Talksendungen und Sportformaten, Koch- und Kindersendungen produziert. Der hauptsächlich durch Spenden finanzierte Sender gehört zur internationalen Senderfamilie „Hope Channel“, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Weitere Informationen unter: www.hope-channel.de




Gericht stärkt Rechte von Kriegsdienstverweigerern

Die von der Bundeswehr geforderten Beträge seien meist sehr hoch und die Zahlungen würden oft sofort verlangt, so die EAK. Für die Betroffenen wäre dies, nicht zuletzt nach einem oft sehr schwierigen Verfahren zur Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer, eine weitere Belastung. Drohende hohe Rückzahlungen dienten bereits vor Antragstellung auf Kriegsdienstverweigerung als Abschreckung, diesen Schritt zu gehen, meint der evangelische Friedensverband.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) begrüße es deshalb, wenn Gerichte ehemaligen Soldatinnen und Soldaten Recht geben und zu hohe Forderungen und die Rückzahlungsbedingungen in einen realistischen Rahmen brächten. So zuletzt geschehen im September 2019 am Verwaltungsgericht Halle/Saale, wo die Richter eine fehlerhafte Berechnungsgrundlage erkannt hätten und einen neuen Leistungsbescheid für den Betroffenen verlangten.

Trotz rechtskräftigem Urteil verlangt die Bundeswehr noch mehr Geld
Der Kläger in diesem Verfahren war ehemaliger Soldat und anerkannter Kriegsdienstverweigerer, der bei der Bundeswehr ein Studium absolviert hatte, so Rechtsanwalt Steven Selvanayagam von der Kanzlei Korzus und Partner in Bremen, der den Mann juristisch begleitete. Nach dem Studium verließ der Soldat die Bundeswehr vorzeitig nach erfolgreichem Antragsverfahren auf Kriegsdienstverweigerung und wurde im Anschluss durch einen Leistungsbescheid aufgefordert, die entstandenen Studienkosten zurückzuzahlen. Daneben wurden Stundungszinsen für die Ratenzahlung erhoben.

Im Juni 2015 hob das Verwaltungsgericht Halle/Saale den Leistungsbescheid wie auch den Widerspruchsbescheid der Bundeswehr auf. Wie Rechtsanwalt Selvanayagam erläuterte, gehe aus dem Urteil hervor, dass das Personalamt der Bundeswehr eine zu hohe Berechnungsgrundlage verwendete. Stattdessen habe für Studentinnen und Studenten auch in der Bundeswehr der Höchstsatz der Leistung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG) als Grundlage der Berechnung zu gelten. Seitens der Bundeswehr sei dieses Urteil anerkannt worden.

Es folgte ein neuer Leistungsbescheid durch die Bundeswehr, in dem nun als Berechnungsgrundlage die Sätze der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes herangezogen worden seien, wodurch der ehemalige Soldat eine Summe zu zahlen hätte, die über der Summe aus dem aufgehobenen Leistungsbescheid gelegen habe. Auch diesen Bescheid hoben die Richter nun auf, betonte die Anwaltskanzlei.

Wieder habe das Verwaltungsgericht Halle/Saale festgestellt, dass der erneute Bescheid der Bundeswehr ebenfalls rechtswidrig sei und den ehemaligen Soldaten in seinen Rechten verletze. Im Kern habe das Verwaltungsgericht daran festgehalten, dass die Berechnungsmethode der Behörde nicht ermessengerecht wäre. Insbesondere könne keine neue und höhere Berechnungsgrundlage herangezogen werden, wenn durch ein rechtskräftiges Urteil bereits auf eine rechtlich korrekte Berechnungsgrundlage verwiesen worden sei, so der Bremer Anwalt Selvanayagam.

Darüber hinaus nahm das Verwaltungsgericht Halle/Saale in seiner Entscheidung auch Bezug auf die zu erwägende Härte von Ratenzahlungen, die zu gewähren gewesen wären. Das Gericht beanstandete hier offensichtliche Fehler, die sich einer objektiven Wertung entziehen würden. Die Zahlung in einer Summe hätte, trotz gegenteiliger Ansicht durch die Bundeswehr, die wirtschaftliche Existenz des Betroffenen bedroht. „Für betroffene Kriegsdienstverweigerer ist das ein sehr wichtiges und grundlegendes Urteil“, betonte Rechtsanwalt Selvanayagam.

Sich beraten lassen
Das Urteil zeige erneut, wie wichtig es für betroffene Soldatinnen und Soldaten, die einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen, sei, sich umfassend beraten zu lassen, unterstrich die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden. „Wir empfehlen jeder Soldatin und jedem Soldaten, der oder die aus Gewissensgründen das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung wahrnehmen möchte, vorher dazu Gespräche zu suchen.“ Die EAK helfe gerne auch bei der Vermittlung von Kontakten zu Anwaltskanzleien, die sich hier spezialisiert hätten, informierte Maike Rolf, die Referentin für Kriegsdienstverweigerung bei der EAK in Bonn.

Das Urteil des Verwaltungsgerichtes Halle/Saale vom 24. September 2019 hat das Aktenzeichen 5 A 621/17 HA. Weitere Informationen bei der Anwaltskanzlei Korzus und Partner in Bremen: www.korzus-partner.de




ESSA-Herbsttagung zur Intersektionalität in Friedensau

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der ThHF diskutieren während des zweitägigen Workshops die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, wie Intersektionalität als analytischer Rahmen im Bereich der Entwicklungsforschung genutzt werden kann. Zum einen soll eine intersektionelle Perspektive die Geschlechterdimension in die oft geschlechterblinde Forschung integrieren, auf der anderen Seite möchte die Tagung durch eine intersektionale Sichtweise dazu beitragen, Geschlecht als binäre Kategorie aufzulösen und die Verbindung von unterschiedlichen Differenzkategorien sichtbar machen. Die Tagungsmoderation obliegt Professorin Dr. habil. Ulrike Schultz, Prodekanin des Fachbereichs Christliches Sozialwesen der ThHF. Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Sektion ESSA
Die Sektion ESSA wurde 1972 von der DSG gegründet und trat 1974 während dem 17. Soziologentag in Kassel erstmals als Sektion Entwicklungssoziologie und Sozialanthropologie auf. Die Sektion versteht sich seither als ein Forum für die Diskussion der Soziologie sogenannter Entwicklungsländer, der Soziologie transnationaler Entwicklungsprozesse, von entwicklungspolitischen Fragen sowie für vergleichende sozialanthropologische Studien. Im Vordergrund steht die empirisch fundierte theoretische Reflexion von Veränderungsprozessen. Dazu gehören soziologische Implikationen der Globalisierung und der Transformationsprozesse in Europa. Die zentrale Aktivität der Sektion sind die halbjährlichen Tagungen.




Christliche Konvertiten vor Verfolgung schützen

Der frühere CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder bekräftigte seine im Vorfeld der Pressekonferenz geäußerte Überzeugung: „Deutschland, als Land der Religionsfreiheit, darf Konvertiten nicht in Länder abschieben, wo Christen verfolgt werden.“

Anerkennungsquote seit Juli 2017 halbiert

In einer gemeinsam mit den Partnern „Internationale Informationsstelle für Religionsfreiheit Deutschland“ (IIRF-D) und „Professur für Religionsfreiheit und Erforschung der Christenverfolgung, Freie Theologische Hochschule Gießen“ durchgeführten Erhebung hat „Open Doors“ die aktuelle Situation von Flüchtlingen untersucht, die sich dem christlichen Glauben zugewandt haben. Viele von ihnen würden im Verlauf ihres Asylverfahrens mit dem Vorwurf konfrontiert, ihren Glaubenswechsel nur vorgetäuscht zu haben. Damit würden zuerst sie und genauso auch Pfarrer und Pastoren, die diesen Konvertiten die Ernsthaftigkeit ihres Glaubens bescheinigten, massiv diskreditiert.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellte laut Angaben der an der Erhebung beteiligten Gemeinden vor dem 1. Juli 2017 in 67,9 Prozent der Anhörungen positive Bescheide für Konvertiten aus. Nach diesem Datum sank die Zahl auf 36,3 Prozent. Konvertiten aus dem Iran stellten mit 4.557 Schutzsuchenden die größte Gruppe innerhalb der Erhebung, gefolgt von Flüchtlingen aus Afghanistan und Syrien. Was Konvertiten im Fall einer Abschiebung in ihr Herkunftsland in punkto Verfolgung erwarte, habe nach dem 1. Juli 2017 in immer weniger Entscheidungen des BAMF eine Rolle gespielt. Ihre besondere Gefährdung werde nicht erkannt oder wissentlich übergangen.

Keine einheitliche Rechtsprechung
Laut BAMF werde in den Anhörungen die „Ernsthaftigkeit des Glaubenswechsels“ von Konvertiten geprüft und ermittelt, ob der Glaubenswechsel „identitätsprägend“ sei. Damit solle eingeschätzt werden, ob und wie intensiv Konvertiten nach einer Abschiebung in ihre Heimatländer ihren Glauben praktizieren würden und deshalb von Verfolgung bedroht wären. Laut der Erhebung habe das BAMF 45 Prozent der Konvertiten keinen Schutz erteilt und auch kein Abschiebeverbot ausgesprochen. Fast alle Abgelehnten hätten vor dem Verwaltungsgericht (VG) geklagt, das 63 Prozent der Klagen (zumindest teilweise) stattgegeben habe.

Auffällig sei, dass die Anerkennungsquote von Konvertiten bei den VG je nach Bundesland stark variiere. Beim VG Berlin liege die Quote ähnlich wie in Baden-Württemberg im Durchschnitt bei höchstens 20 Prozent, in Hessen und in manchen östlichen Bundesländern jedoch bei über 80 Prozent. Eine einheitliche Rechtsprechung erfolge nicht.

Kirchliche Bescheinigungen mindern Chancen auf Anerkennung
Legt ein Konvertit eine Bescheinigung seiner Kirche über die Ernsthaftigkeit seines Glaubenswechsels und seiner Glaubenspraxis vor, würden dadurch seine Chancen auf einen positiven Bescheid durch das BAMF sinken. Die von Politik und Behörden oft geäußerte Mutmaßung, der Glaubenswechsel vieler Konvertiten sei nicht echt, stehe in Widerspruch zur Einschätzung der Pastoren und Pfarrer: Im Rahmen der Erhebung bescheinigten sie 88,1 Prozent der schutzsuchenden Konvertiten einen ernsthaften Glaubenswechsel.

Die Erhebung „Schutz für Konvertiten vor Abschiebung in Länder mit Christenverfolgung“ ist im Internet zu finden unter www.opendoors.de/konvertitenbericht




Staffelübergabe im Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW)

Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann war Volkmar Proschwitz in leitenden Positionen im Controlling, Finanzen und Personal bei verschiedenen international agierenden Unternehmen tätig, zuletzt als Leiter Controlling Operating eines großen öffentlichen Schweizer Transportunternehmens.

Als überzeugter Christ und Adventist engagiert er sich seit vielen Jahren in der Leitung seiner Ortsgemeinde, in Gemeindeaufbauprojekten und im Fundraising für Entwicklungshilfeprojekte in Zusammenarbeit mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) .

Der Mensch in seinem Wert als von Gott geschaffenes und geliebtes Wesen –unabhängig von Leistung, Schönheit, Erfolg und Herkunft – liegt ihm besonders am Herzen. Die strategische Weiterentwicklung des Mottos „Sozial handeln –wirksam helfen“ in den Einrichtungen des AWW sieht er als eines seiner vorrangigen Ziele. Volkmar Proschwitz ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn.

Lothar Scheel hatte die Geschäftsführung des AWW am 01.06.2011 übernommen und trug wesentlich zur gelungenen Neuausrichtung des AWW und dessen Einrichtungen bei, so Werner Dullinger, der Vorsitzende des AWW-Aufsichtsrats. Er dankt Lothar Scheel „ganz herzlich für seinen wertvollen Einsatz sowie für die langjährige, gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Gleichzeitig wünscht er seinem Nachfolger „einen guten Start, viel Freude, Weisheit und Gottes Führung und Segen im neuen Aufgabengebiet“.




Adventisten: Hannele Ottschofski „Frau des Jahres 2019“

Ehrung
Mit Ottschofski wurden vier weitere Frauen für ihr Engagement geehrt: Andrea Luxton, Präsidentin der Andrews Universität in Michigan/USA, Carla Baker und Helen Gulfan, beide Abteilungsleiterinnen in überregionalen Kirchenleitungen für den Bereich Frauen und die Autorin Iris Kitching aus der Metro-Region Washington, D.C./USA.

In ihrer Laudatio bezeichnete Denise Hochstrasser, die ehemaligen Abteilungsleiterin für Frauen in der teilkontinentalen Kirchenleitung für West und Südeuropa (EUD), Ottschofski als eine Frau aus der zweiten Reihe, die immer im Hintergrund arbeitete, ausser zu der Zeit, als sie in der Abteilung mithalf. Sie sei eine echte Dienerin, immer bereit, dort einzuspringen, wo es nötig ist, sei es für einen Rat, für Informationen (sie sei immer auf dem Laufenden), für einen Sprecher einzuspringen, zu ermutigen und zu unterstützen, am Klavier zu begleiten oder einen Chor zu organisieren (sie sei eine großartige Musikerin).

Ottschofski diente als Lehrerin, Referentin bei Seminaren und war als Predigerin und Übersetzerin für die Freikirche tätig. Neben ihrer Tätigkeit als Herausgeberin von vier Andachtsbüchern schrieb die ausgebildete Realschullehrerin Artikel, Andachten, Predigten, Schulungsseminare und Bücher. Viele Jahre war sie in den deutschsprachigen Ländern und in der teilkontinentalen Kirchenleitung (Inter-European Division/EUD) für die Frauenabteilung tätig. Sie ist mit einem ehemaligen Pastor verheiratet mit dem sie gemeinsam vier Töchter hat und seit fünzig Jahren in Deutschland lebt.

Viele Jahre lang war sie auch in der Abteilung Frauen in Deutschland und in den D-A-CH organisierten Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz aktiv. Was auch immer sie tat, es sei immer ein Dienst für andere, besonders für Frauen, einschließlich ihrer eigenen vier Töchter gewesen, so die Laudatorin. Es sei sehr interessant, ihr zuzuhören, ob beim Predigen, Sprechen, Unterrichten, Diskutieren, bei großen Versammlungen oder Meetings in kleinen Rahmen.

Autorin mit Vision
In ihrer Biographie „Das Hemd meines Vaters“ beschreibt sie sich als Helferin an der Seite ihres Pastoren-Ehemannes. Gemeinsam arbeiteten sie für die Gemeinden, denen sie beide in der Mission und später in Europa auf verschiedenen Ebenen der kirchlichen Organisation dienten. In ihrem neusten Buch „Mit am Tisch“ behandelt sie das umstrittene Thema „Frauen in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“ aus geschichtlicher und geistlicher Sicht. Ihr Wunsch ist klar: Frauen sollten am selben Tisch sitzen wie Männer, Seite an Seite handeln, jede mit ihren eigenen Gaben, aber mit demselben Wert und Respekt und auch mit demselben Verantwortungsauftrag.

Frau des Jahres 2019
Hannele Ottschofski sei eine sehr starke Frau, immer unterstützend, immer ermutigend. Viele Frauen wären nicht das, was sie heute sind, wenn es Hannele Ottschofski nicht gegeben hätte. Mit Hannele Ottschofski erhielt eine Frau aus der zweiten Reihe am 14. Oktober 2019 einen Platz in der ersten Reihe und wurde von der Weltkirchenleitung als „Frau des Jahres 2019“ geehrt.




Adventistisches Seniorenheim Uelzen feiert 50-jähriges Bestehen

Festgottesdienst
Im Rahmen eines Festgottesdienstes für die Bewohner am Samstagmorgen betonte der Präsident der regionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Niedersachsen und Bremen, Pastor Ralf Schönfeld, den Gedanken der Barmherzigkeit. Über Jesus meinte er, wenn es um Barmherzigkeit ginge, kannte er keine Gnade. Er hätte getan, was den Menschen guttat. Ein Seniorenheim biete die größte Gelegenheit, Zuwendung und Barmherzigkeit zu schenken. Am Nachmittag begeisterte Konzertpianist Ronny Kaufhold mit Werken von Bach, Chopin, César Franck und zuletzt Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“.

Festakt
Am Sonntagmorgen waren Mitarbeiter, Partner und Gäste eingeladen, einen Rückblick auf die fünf vergangenen Jahrzehnte zu werfen. Außergewöhnlich war, dass der erste Heimleiter mit seiner Frau anwesend sein konnte. Der bereits 92-jährige Herbert Wagner berichtete eindrucksvoll von den bescheidenen Anfängen. Man habe sich eher als Heimleiter-Eltern verstanden und Hausfrauen als erstes Pflegepersonal beschäftigt.

Rückblick
Mit einem geschichtlichen Rückblick ließ der Präsident der überregionalen Kirchenleitung für Nord- und Ostdeutschland, Pastor Johannes Naether, Vergangenes noch einmal Revue passieren. Bereits 1960, so seine Ausführungen, sei nach einem geeigneten Grundstück für ein Altenheim gesucht worden. Fünf Jahre später sei dann der Beschluss zum Erwerb des Grundstücks Waldstr. 1 gefasst worden. In einer Bauzeit von 19 Monaten und 11 Tagen sei das Baugeschehen abgeschlossen und ein Haus mit 100 Betten errichtet worden. Am 1. Oktober 1969 war dann Betriebsbeginn mit insgesamt 95 Personen, davon 82 Frauen und 13 Männer und 4 Ehepaare. Das Durchschnittsalter lag bei 76,1 Jahren.

Unvermeidliche Brandschutzmaßnahmen und auch der Blick auf die beginnende Pflegeversicherung machten Mitte der 90er Jahre unbedingt notwendige bauliche Veränderungen erforderlich, die mit 8 Millionen D-Mark zu Buche schlugen. Schließlich entschied man sich aber für einen Neubau an jetziger Stelle mit Gesamtfinanzierungskosten in Höhe von 18,4 Millionen D-Mark. In diesen Bau wurde Ende November 2002 mit nun 114 Plätzen umgezogen, 16 davon in einem geschützten Bereich für dementiell erkrankte Menschen.

Heute gehören zum Campus ein Seniorenheim, ein Gemeindehaus, das Uelzener Hospiz und ein Wohnhaus für Senioren, die bei Bedarf Unterstützung erhalten können. Geschäftsführer Georg Remmert wies darauf hin, dass das Haus jedem offen stehe, nicht nur Mitgliedern der Freikirche. Naether schloss seinen Rückblick mit den Worten: „Wo Menschen von einer Idee vom Evangelium getrieben sind, da finden sich Wege. Gott ist mit uns, dafür danke ich.“

Advent-Wohlfahrtswerk
Ein Jahr vor Inbetriebnahme wurde der Verein „Advent-Wohlfahrtswerk Altenheim Uelzen e.V.“ als Trägerverein des Seniorenheims gegründet. Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und unterhält in Deutschland neben vier Seniorenheimen Kindergärten, Schulen, Beratungs- und Betreuungseinrichtungen und Hospize. Als Gründungspartner der Initiative „Gemeinsam für Flüchtlinge“ leistet der AWW seinen Beitrag zur Integration von geflüchteten Menschen in Deutschland. Der geschäftsführende Vorsitzende des AWW, Lothar Scheel, verwies auf die Gründung des christlichen Hilfevereins vor 120 Jahren. Den Gründern sei es damals darum gegangen, sich um die Armen und Elenden zu kümmern. Getrieben habe sie dabei die Vorstellung, Werke der Barmherzigkeit zu tun, um zu zeigen, dass es ihnen ernst war mit dem christlichen Glauben. Seit 2017 ist der Träger in die „Advent-Wohlfahrtswerk Seniorenheim Uelzen gGmbH“ umbenannt.

Gäste und Danksagungen
Propst Hagen vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Uelzen mit dem benachbarten Heilig-Geist-Stift sprach als erster der geladenen Gäste. Er bestätigte dem Seniorenheim einen guten Ruf. Es sei eine Erfolgsgeschichte, auf die die Träger stolz sein könnten. Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer ließ die Anwesenden wissen, dass der Staat Nächstenliebe nicht organisieren könne und er deshalb froh sei, dass es solche Einrichtungen gebe. Der Bundestagsabgeordnete Henning Otte betonte, der Beruf der Pflegekraft müsse attraktiver und entsprechend entlohnt werden. Beide CDU-Politiker unterstrichen die christliche Nächstenliebe und Wärme als Grundlage des sozialen Handelns, die allerdings auch mit viel Kraft einhergehe.

Für ihren Dienst im Seniorenheim wurden besonders das Heimleiter-Ehepaar Herbert und Gisela Wagner, der technische Leiter Erich Schillberg und der erste Chefkoch Dieter Burvelit geehrt. Sie seien alle Mitarbeiter der ersten Stunde und hätten mit ihrem langjährigen Dienst zum Erfolg der Einrichtung beigetragen. Unter den Aufmerksamkeiten befand sich auch ein Arbeitsbuch mit dem Titel: ProBuch. Es enthält themenorientierte Texte und ist als Arbeitsbuch für Bewohner und Mitarbeiter solcher sozialen Einrichtungen gedacht. Gemeinsam mit den Leitern des Seniorenheims Neandertal bei Düsseldorf hat Herausgeber Manuel Bendig ein Werk publiziert, das zum Nachdenken über Themen von A wie Abend bis Z wie Zukunft anregen möchte.

Jubiläumsfest
Am Nachmittag ab 14 Uhr war auf der Wiesenfläche ein Zelt für ein Gospelkonzert aufgestellt. Im Haus selber gab es verschiedene Führungen und Stationen zum Thema „Alt werden“. So konnte man an einer Stelle erleben, wie beschwerlich es einem im Alter von achtzig Jahren beim Gehen, Sehen und Schreiben geht. Weitere Informationen zu AWW und Seniorenheim unter www.aww.info




HopeTV: Themenwoche „Lebenswert – Meine Familie“

„Fathers“
Judith Olsen, PR-Redakteurin beim Medienzentrum HopeMedia berichtet über verschiedene Formate, die in dieser Themenwoche über den Sender HopeTV laufen werden. So hat am Sonntag, 20.10.2019 um 20:15 der Film „Fathers“Premiere. Hier handelt es sich um eine neue Dokumentation über das Vatersein als Serie und Film. Gleich danach wird die erste Folge von „FATHERS. My Story“ um 21:00 Uhr ausgestrahlt. Im Film und in der Serie geht es um sechs Väter, sechs Kulturen und sechs Lebensweisen. Es gibt eine gemeinsame Erfahrung: Das Vatersein. Die Väter leben über die ganze Erde verstreut in Korea, Spanien, Südafrika, Australien, Kuba und im Libanon. Der 45-minütige Film wird aus der Perspektive der Kinder erzählt. Sie stellen ihre Väter vor, was sie ausmacht und wie ihre Beziehung zu ihnen ist. In den jeweils etwa fünf Minuten langen Episoden von „FATHERS. My Story“ erzählt jeweils einer der Väter, was für ihn das Schönste und was das Herausforderndste am Vatersein ist. Jeden Abend um 21:00 Uhr gibt es in der Themenwoche eine neue Folge von „FATHERS. My Story“.

Beziehungskiste
Im neuen TV-Talk mit Anja Wildemann, der ab dem 21. Oktober um 20:15 Uhr auf HopeTV läuft, dreht sich alles um die Themen Partnerschaft, Familie und Beziehung. Los geht es am ersten Montag der Themenwoche mit der Folge „Gemeinsam wachsen – Ich werde am Du zum Ich“. Weitere Sendungen folgen an jedem Abend der Themenwoche, jeweils um 20:15 Uhr. Ab dem 13. November werden 14-tägig neue Folgen am Mittwochabend ausgestrahlt.

„Beziehungskiste“ ist eine persönliche, offene, ehrliche Serie, die der Realität ins Auge blickt, Mut macht und nicht an Hoffnung, Witz und Direktheit spart. Es kommen sowohl Betroffene (z.B. Eltern, die ein Kind verloren haben) als auch Experten (z.B. Psychotherapeuten) zu Wort. Eine positive, ganzheitliche und werteorientierte Ausrichtung bildet die Grundlage der Gespräche.

Die Serie „Beziehungskiste“ ist für all diejenigen interessant, die ihren Beziehungen mehr Tiefe und Qualität geben wollen; die Probleme angehen und beheben wollen; die für Beziehungen, die gut gelingen, dankbar sein wollen. Jeder ist aufgerufen, sich mit seinen persönlichen Beziehungen ganz konkret auseinanderzusetzen.

Fribos Dachboden
Das ist die Kindersendung auf HopeTV mit dem Holzwurm. Er entdeckt auf seinem Dachboden eine Menge spannender Sachen. Dabei dürfen die Geschichte aus der Bibel, der Basteltipp und noch manches mehr natürlich nicht fehlen. In der Themenwoche geht es bei Fribo um die Themen Geschwister, Scheidung, Patchwork und Familienzeit.
Nachgefragt
Bei diesem Talkformat geht es geht es um das Leben als Single, um Kinderreichtum oder darum, keine Kinder zu haben, um Familienfeste, den Spagat zwischen Arbeit und Familie und das Thema „Mama-Sein in Gottes Augen“.
Die Bibel – das Leben
In der bekannten Talkrunde über biblische Themen dreht sich ebenfalls alles um den Bereich Familie. Dr. Winfried Vogel, der Moderator der Sendung, wird wieder mit Gästen ins Gespräch kommen und Impulse aus dem Wort Gottes entdecken.

HopeTV

Die Themenwoche ist eine gemeinsame Aktion von HopeTV und den Verlagen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Sender HopeTV gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Weitere Informationen zur Themenwoche hier: http://bit.ly/35KP944.




Friedensau: Graduierung und Beginn des Studienjahres 2019/20 an der Hochschule

Urkunden und akademische Grade
35 Studierende aus den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie nahmen in einem feierlichen Rahmen in der Kapelle Friedensau ihre Urkunden und akademischen Grade entgegen. Verliehen wurden der Bachelor of Arts in Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Soziale Arbeit und Theologie sowie der Master of Arts in Counseling, Musiktherapie, International Social Sciences, Theologie und Theological Studies. Die Studierenden kamen aus Deutschland, Ghana, Mexiko, Myanmar, Nigeria, Russische Föderation, Serbien, Tschechien, Ukraine, Ungarn und USA. Einige werden auf dem Campus bleiben und ihre Studien fortsetzen, andere gehen wieder in ihre Ursprungsländer zurück.

Förderpreise nach Afrika
Wie bereits in den vergangenen Jahren, so wurden auch diesmal wieder zwei Förderpreise für aussergewöhnliche Leistungen während der Graduierungsfeier verliehen. Den Förderpreis der Sparkasse Jerichower Land für besonderes soziales Engagement erhielt Danile Akpene Ayitey aus Ghana. Nancy Nduta Wanja aus Kenia erhielt den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes e.V. (DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender.

Festansprache
Die Festansprache an die Graduierenden hielt Dr. Michael Lehmann, Abteilungsleiter Hochschulen, Wissenschaft und Forschung im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Er kam in Vertretung von Minister Armin Willigmann. Der ausgebildete katholische Theologe ermutigte die Studierenden, neugierig zu bleiben. Ausgehend vom ontologischen Gottesbeweis Anselms von Canterbury sei das Wissen in Anbetracht jahrtausendalter Wissenschaft aber immer noch kleiner, als das Nichtwissen. Dieses Nichtwissen sei aber kein Grund zum Verzweifeln.

Postkartenausstellung
Bereits zu Beginn des Wochenendes wurde am Freitag in der Kulturscheune eine Ausstellung einer privaten Sammlung von Postkarten mit Motiven aus 120 Jahren Friedensau eröffnet. Die Exponate unter dem Motto: „Friedensau – von der Klappermühle zur Hochschule“ gehören zum größten Teil Sammler Armin Richter aus Mittweida. Die Karten geben einen Einblick in die Entwicklung des Ortes Friedensau vom ausgehenden 19. bis ins 21. Jahrhundert und sind gleichzeitig Dokumente einer sich wandelnden Druckkunst. Noch bis zum 27. Oktober jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr kann die Ausstellung besichtigt werden.

Konzert zur Studienjahreseröffnung
Das Konzert zur Studienjahreseröffnung am 12. Oktober 2019 war dieses Mal ein ganz besonderes: ein Klezmer-Konzert. Klezmer ist ein jiddisches Wort, Klezmer ist Volksmusik in der Tradition osteuropäischer Juden. Das Ensemble „Shpil, Klezmer, Shpil!“ aus Mönchengladbach, bestehend aus sechs Musikern, die auch ein so ungewöhnliches Instrument wie das Schofar beherrschten, bezog die Zuhörer in der vollbesetzten Kulturscheune Friedensau schon mit dem ersten Lied in ihr fröhliches Spiel ein. Die Auswahl an Songs war vielfältig, erinnerte aber mit jeder Melodie an die typischen traurig-fröhlichen Klänge des Klezmer: „El haderech“, „Ani ole Lirushalayim“ oder „O Lulle Lulle – Fuli Chaj“.

Vortrag zum 150. Geburtstag von Gandhi
In Erinnerung an eine besondere Persönlichkeit der Weltgeschichte, den am 2. Oktober 1869 in Porbadar/Indien geborenen Mohandas Karamchand Gandhi, hielt Dr. Johannes Hartlapp am 13. Oktober 2019 in der Bibliothek einen Vortrag mit dem Titel: „Gandhi: Widerstand ohne Gewalt?“ Er gilt als der Initiator der gewaltlosen Befreiung Indiens von der britischen Kolonialherrschaft. Sein Vater war Premierminister des indischen Teilstaates Porbadar; damit gehörte seine Familie zur Oberschicht, die als praktizierende Hindus Gewaltlosigkeit lebte. Gandhi organisierte Streiks gegen die Kolonialregierung und Boykotts gegen Importwaren. Der „Salzmarsch“ von 1930 ging in die Geschichtsbücher ein: als ein Protest gegen das britische Salzmonopol. Unter Gandhis Führung erreichte Indien am 3. Juni 1947 die Unabhängigkeit. Gandhi wurde 1948 von einem Nationalisten erschossen.

Stefan Höschele zum Professor berufen
Im Rahmen der Veranstaltungen zur Eröffnung des Studienjahres am 7. Oktober 2019 begrüßte der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau (ThHF), Prof. Roland Fischer, nicht nur die neuen Studierenden und das Kollegium. Mit herzlichen Glückwünschen überreichte er auch dem Dekan des Fachbereiches Theologie und Dozenten für Systematische Theologie Stefan Höschele, Ph.D. (University of Malawi), die Berufungsurkunde zum Professor für Systematische Theologie und Adven¬tismus-Studien an der ThHF. Höschele ist seit 2003 als Dozent an der Theologischen Hochschule Friedensau tätig und lehrte zuvor sechs Jahre am Tanzania Adventist College (heute University of Arusha). Seine 2017 verteidigte Habilitationsschrift, eingereicht an der Karls-Universität Prag, entwirft eine Theorie interkonfessioneller Beziehungen, bei der die Vielfalt und Logik von Beziehungsmodellen im Mittelpunkt stehen und illustriert diese Theorie mit der Geschichte adventistischer Kontakte und Konflikte mit anderen Kirchen. Gegen¬wärtig forscht er zu mehreren Themenfeldern im Bereich der Ethik.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs ‚Deutsch als Fremdsprache‘ belegt werden. Über 30 Nationen sind auf dem Campus vertreten. Studieninteressierte können sich zu Schnuppertagen anmelden und das Leben im Hörsaal und auf dem Campus kennenlernen: https://www.thh-friedensau.de.




Adventisten: Weltkirchenleitung verwarnt Norddeutschen Verband

Der überregionalen adventistischen Kirchenleitung für Nord- und Ostdeutschland (NDV) wird vorgeworfen, Maßnahmen ergriffen zu haben, die nicht in Übereinstimmung mit dem Regelwerk der Weltkirche (Working Policy) stünden: Der NDV ordiniert seit 2016 keine Pastoren mehr für den weltweiten Dienst, sondern „segnet“ lediglich seine Angestellten für den pastoralen Dienst unabhängig von ihrem Geschlecht. Diese „Segnung“ entspricht einem Verfahren, das in den Richtlinien der Weltkirchenleitung (Working Policy) aufgeführt wird. Während die Ordination weltweit gilt, bleiben die mit der Segnung verbundenen Vollmachten auf diejenigen Gebiete beschränkt, die diese ebenfalls praktizieren. In der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist die Ordination lediglich männlichen Geistlichen vorbehalten.

Weitere Verwarnungen aufgrund der Ordinationsfrage

Neben dem NDV wurden auch die adventistischen Kirchenleitungen in Dänemark, Norwegen und Schweden mit 164 Ja- zu 124 Nein-Stimmen verwarnt („Warned“). Ebenso die US-amerikanischen überregionalen Kirchenleitungen „Columbia Union Conference“ und „Pacific Union Conference“, auf deren Gebiet auch Frauen entgegen der Beschlusslage der adventistischen Weltsynode ordiniert werden (190 Ja- zu 94 Nein-Stimmen). Grundlage dieser Vorgehensweise ist das umstrittene Verfahren bei Regelverstößen, das 2018 vom GC-ExCom verabschiedet wurde (siehe apd.info vom 15.10.2018)

Stellungnahme deutscher Kirchenleiter
Johannes Naether, Präsident des NDV, teilte mit, er halte die Verwarnung für nicht gerechtfertigt. Der NDV hätte vielmehr eine Regelung gefunden, die versuche, in Konformität mit den Beschlüssen der Weltkirche auch dem Anliegen der Gleichberechtigung von Mann und Frau Rechnung zu tragen. „Ich kann nicht verstehen, dass wir dafür nun verwarnt werden“, so Naether.

Der Präsident der Adventisten in Süddeutschland (Süddeutscher Verband, SDV), Werner Dullinger, äußerte sich ebenfalls kritisch: die Verwarnung sei nicht gerechtfertigt, da es in der Working Policy keinen Zwang zur Ordination gebe. Ferner sei das Verfahren für die Verwarnung nicht den 2018 abgestimmten Regularien entsprechend gewesen. Zusammen mit den zuständigen Gremien werde man prüfen wie damit umzugehen sei und ob und in welcher Form dagegen Einspruch erhoben werden kann. „Besonders bedauerlich empfinde ich, dass dieser Beschluss keinen hilfreichen Beitrag zur Einheit der Kirche und zum Fokus auf die Mission der Kirche darstellt“, so Dullinger.




Advent-Verlag Lüneburg jetzt auch bei Amazon

Advent-Verlag über Onlinehandel
Der Advent-Verlag Lüneburg geht mit dem Schritt, seine Literatur nun auch über Amazon zu vertreiben, einen neuen Weg. „Neue Bücher werden oftmals zuerst im Internet entdeckt. Amazon ist als weltweit größter Onlinehändler für viele Literaturinteressierte die erste Anlaufstelle, um sich über ein Buch zu informieren und deshalb auch für uns relevant“, so Jessica Schultka, Verlagsleiterin des Advent-Verlags Lüneburg. Nach ihren Angaben möchte der Advent-Verlag durch den neuen Vertriebsweg zum einen seine Präsenz auch außerhalb der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten stärken und zum anderen seinen Kunden einen noch besseren Service bieten.

Literatur für ein Leben mit Zukunft

Der adventistische Traditionsverlag, der im nächsten Jahr sein 125-jähriges Jubiläum feiert, geht vorerst mit zehn Buchtiteln in den Verkauf bei Amazon. Hierfür seien Bücher ausgewählt, die einen christlich-adventistischen Hintergrund haben und auch ansprechend für ein christlich interessiertes Publikum sind. Unter dem Motto: „Literatur für ein Leben mit Zukunft“ seien deshalb im Portfolio die beliebten Bücher von Hans-Otto Reling, PsalmBerührungen Band 1 und 2 sowie das Trostbuch zu finden. Aber auch spannende Biografien, wie Eva Pauls Weder Tod noch Leben oder Traumberuf Popstar von Naomi Striemer seien dabei. Natürlich würden auch Klassiker, wie Unfassbar! oder Wachsen in der Liebe nicht fehlen. Für den Bereich Kinder- und Jugendliteratur habe der Verlag zudem die kunterbunten Kinderbücher von Katrin Grieco Wenn Frösche Feste feiern und Von Fröschen und Pharaonen sowie den spannenden Jugendroman Summer Fades der australischen Autorin Amanda Brews ausgewählt.
Mit der Präsenz bei Amazon stehe dem Verlag nicht nur ein neuer Vertriebskanal zur Verfügung, sondern auch ein neuer Weg, um ein breiteres Publikum mit christlich-adventistischer Literatur anzusprechen.

Traditionsverlag seit 125 Jahren

Seit 1895 ist der Advent-Verlag Lüneburg der offizielle Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mit den Publikationen bietet er den Lesern Orientierung in Sinn- und Lebensfragen und spricht sie ganzheitlich und generationsübergreifend an. Der Verlag will dazu anregen, über Gott nachzudenken und den biblischen Glauben authentisch im Alltag zu leben. Indem die Redakteurinnen und Redakteure Worte schaffen, die bleiben, so eine Pressemitteilung, wollen sie Glauben nachhaltig fördern, vertiefen und begleiten.




Adventisten entsetzt über Terrorangriff in Halle

„Der versuchte Terrorangriff auf die zum Versöhnungstag Jom Kippur versammelte jüdische Gemeinde in Halle/Saale am 9. Oktober macht uns fassungslos. Wir sind entsetzt über diese Gräueltat. Unsere Gedanken sind bei unseren jüdischen Glaubensgeschwistern in Halle, denen dieses Attentat galt. Als adventistische Christinnen und Christen stehen wir an ihrer Seite“, teilte der Bundesbeauftragte für Flüchtlings- und Integrationshilfe im Advent-Wohlfahrtswerk (AWW), Michael Götz, in einer Erklärung mit. Das AWW ist das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Adventisten verurteilten jede Form von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, betonte Götz. Das abscheuliche Verbrechen von Halle sei ein Angriff auf uns alle, auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, auf Religionsfreiheit und die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen. „Unsere Gedanken sind auch bei den Menschen, die Opfer dieses Verbrechens geworden sind. Wir trauern mit den Angehörigen und bitten um Genesung für die durch diese Tat an Leib und Seele verletzten Menschen“, so der Bundesbeauftragte für Flüchtlings- und Integrationshilfe des AWW.

Die Erklärung zum Terrorangriff auf die jüdische Gemeinde in Halle/Saale ist im Internet zu finden unter aww.info.




Berlin: Interreligiöse Ausstellung zum Monat der Diakonie im Rogate-Kloster

Der Fotograf Arne Schulz hatte für das Ausstellungsprojekt im Sommer an der Nordsee verschiedene Orte religiöser Praxis aufgesucht und seine Eindrücke mit beeindruckenden Bildern festgehalten. Beispielsweise ist das Leben von Schwestern des Schönstattordens, einer buddhistischen Meditation, vietnamesische Migranten im Gebet und die Fußwaschung bei den Siebenten-Tags-Adventisten zu sehen. Texte beschreiben zudem Alltag, Ritus, Orte, Kleidung, Klang und Leben der verschiedenen Glaubenswelten.

Es sei berührend und mutmachend, so Miguel-Pascal Schaar, der Geschäftsführer des Religionenhauses in Wilhelmshaven, wo die Ausstellung in veränderter Form einen Monat vorher gezeigt wurde, wie Menschen verschiedenen Glaubens sich im Kontext der Ausstellung begegnen und voneinander lernen. „Es tut gut, zu sehen, wie Menschen sich offen und lebendig auf den Weg machen, gute neue Wege des Miteinanders zu beschreiten.“

Hinter der Initiative steckt die Idee, dass Religionen zum gesellschaftlichen Frieden und zur Integration beitragen. Das Wissen über die eigene religiöse Heimat sowie über den Glauben der anderen hilft gegen Vorurteile und Fehleinschätzungen. Die Ausstellung soll dazu beitragen, dass mehr Menschen mehr über andere Menschen wissen und so ein respektvoller Umgang befördert wird. Die Ausstellung soll unterstützend zur Religionsfreiheit und zum garantierten Recht unserer Verfassung beitragen, die Religion frei zu leben.

Zusätzlich wird als Teil des Projektes „(M)eine Sicht auf Wilhelmshaven“ gezeigt. Das integrative Bilderprojekt von Migranten und länger dort lebenden Menschen geht der Frage nach, wie verschieden Menschen ihre zum Teil neue Heimat sehen und leben. Als Schirmherr wurde der in Wilhelmshaven geborene Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, gewonnen.

Ausstellungsort ist das Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg. Öffnungszeiten sind sonnabends, 11:00 bis 15:00 Uhr, sowie vor und nach den Gottesdiensten. Bis zum 13. Oktober ist die Schau noch zu sehen. Der Eintritt ist frei. Kirchengemeinde und Rogate-Kloster haben für die Ausstellung eine Kooperation verabredet.




Leiter des Hilfswerks ADRA International zurückgetreten

„Der ADRA-Vorstand nimmt Jonathans Rücktritt an und drückt seine Wertschätzung für seinen Dienst aus“, sagte Ella Simmons, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und eine der sechs Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

„Jonathan war seit seiner Wahl im Jahr 2013 Präsident von ADRA International“, sagte Simmons. Er hat das Netzwerk von über 130 unabhängigen Landesbüros geleitet, „um einen neuen strategischen Rahmen zu schaffen, der es ADRA ermöglicht, sich an die sich ändernden Trends in der Entwicklungszusammenarbeit sowie im humanitären Sektor anzupassen“.

Der Australier Jonathan Duffy war zuvor als Leiter von ADRA Australien und des Warburton Adventist Hospital sowie in der Gesundheitsabteilung der Kirche (Adventist Health Department) im südpazifischen Raum tätig.

Interimsweise übernimmt Michael Kruger die Leitung, bis dahin Vizepräsident der Finanzabteilung des Hilfswerks. Kruger hat über 30 Jahre Erfahrung im höheren Management sowohl im kaufmännischen als auch im gemeinnützigen Bereich.

ADRA International

ADRA International ist hauptsächlich in neun Kernbereichen tätig: Soziale Gerechtigkeit, Katastrophenhilfe, wirtschaftliches Wachstum, Kinder, Geschlechtergerechtigkeit, Volksgesundheit, Wasser, Abwasser & Hygiene, Hunger & Ernährung, Existenzsicherung & Landwirtschaft. Das weltweite ADRA Netzwerk der 130 Landesbüros hatte 2017 ein Projektvolumen von 219 Millionen US-Dollar (200 Millionen Euro).

ADRA Deutschland
ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 gegründet und steht der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Getreu dem Motto „Gerechtigkeit|Mitgefühl|Liebe“ arbeitet ADRA Deutschland e.V. als Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen Büros (Stand: 1. Januar 2018) partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden kann.

Das ADRA Netzwerk besteht aus rund 130 regionalen und nationalen Landesbüros. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

Der Jahresbericht 2017 von ADRA Deutschland kann im Internet heruntergeladen werden: https://adra.de/wp-content/uploads/2019/01/18423-ADRA-Gesch%C3%A4ftsbericht_2017.pdf.




Gerechtigkeit und Liebe sind die besten Mittel gegen Gewalt

„Gut miteinander auskommen“, lautete das Motto des Impulstages in Nürnberg, zu dem die Nürnberger Arbeitsstelle „kokon“ für konstruktive Konfliktbearbeitung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in Kooperation mit dem Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) auch Lehrerinnen und Lehrer eingeladen hatte. In Workshops konnten die fast 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkret erleben, wie Gewaltfreiheit gelernt und vermittelt werden könne. Dabei ging es unter anderem um Cybermobbing, Friedensbildung mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, Friedenskultur in der Schule, die Ausstellung „Frieden geht anders“ des Zentrums Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau und das W-I-R-Projekt des Fränkischen Bildungswerkes in Nürnberg.

Liebe und Gerechtigkeit zahlen sich aus

„Liebe zahlt sich aus“, behauptete Christian Pfeiffer. Alle Untersuchungen hätten gezeigt, dass in Familien oder in Schulen, wo geprügelt werde, auch die Gewaltraten steigen würden. „Hier finden sich mehr Alkoholprobleme, mehr Kriminalität, aber auch weniger Vertrauen“, unterstrich der Jurist und ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens. „Wir produzieren damit Gewalt. Aber wo gewaltfrei und liebevoll umgegangen wird, wird dies spürbar.“ Das gleiche gelte für Gerechtigkeit. „Diese ist wie die Liebe von zentraler Bedeutung. Gerechtigkeit zahlt sich aus, Ungerechtigkeit führt zu Gewalt.“ Das hätten zahlreiche Umfragen in Schulen, aber auch in Justizvollzugsanstalten bewiesen. Eine gute Schul- oder Gefängniskultur wirke sich im Verhalten gegenüber anderen aus, meinte der Kriminologe in Nürnberg.

Gewalt und schwere Kriminalität rückläufig
Der Professor verwies darauf, dass alle Statistiken belegen würden, dass die Gewalt und die schwere Kriminalität in Deutschland rückläufig seien. „Je schwerer die Straftat, umso mehr geht sie seit Jahren zurück“, betonte er. Auch in Schulen sei dies nachweisbar. „Wir haben mittlerweile in Schulen eine Kultur des Hin- statt des Wegsehens bei Gewalt.“ Steigende Schulerfolge bedeuteten auch weniger Schulverlierer. Aber auch die Missbilligung von Gewalt sei deutlich angestiegen. „Das alles führt zu einem Rückgang von Gewalt“, erläuterte der Jurist. Nur werde das leider in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen.

Die Jungs ein Problem

Ein Problem seien allerdings die Jungs, gab Christian Pfeiffer zu bedenken. Hier wären gegenüber gleichaltrigen Mädchen deutliche Unterschiede, was Gewalt und Kriminalität angehe, festzustellen. Dabei würden Computerspiele sicher eine Rolle spielen, die von Jungs mehr als von Mädchen genutzt würden. Aber: „Ein wichtiger Grund dafür ist oft gerade die fehlende Liebe der Väter, das die Jungs verunsichert.“ Hier fehle nicht selten ein in den Arm nehmen und eine tröstende Geste. Dieses Väterdefizit sei eine ganz wichtige Ursache für die Unterschiede zwischen Jungs und Mädels.

Lust auf das Leben wecken
Eine wichtige Aufgabe neben den Eltern nehme bei der Frage nach Liebe und Gerechtigkeit aber auch die Schule ein. Sie müsse die Jugendlichen mitnehmen, bei ihnen Leidenschaften und Interessen wecken, wo junge Menschen Erfüllung finden würden, Selbstbewusstsein lernten und Erfolgserlebnisse hätten. Der Jurist betonte: „Leidenschaft und die Lust aufs Leben wecken, das wäre die Rettung.“

„Christian Pfeiffer hat mit seinen Zahlen und Fakten uns heute bewusst gemacht, wieviel gewaltfreies Potenzial in unseren Jugendlichen steckt. Aber heute wurde auch deutlich, wieviel Potenzial genauso in unseren Schulen und in den Lehrerinnen und Lehrern steckt. Das macht sehr viel Mut“, äußerte Lutz Krügener, einer der beiden Sprecher der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) und Friedensbeauftragter der Evangelisch-lutherischen Kirche Hannovers.




120 Jahre Ortschaft und Ausbildungsstätte Friedensau

Die Veranstaltung „120 Jahre Friedensau“ fand in Kooperation des Kultur- und Heimatvereins Friedensau e.V. mit dem Zeltplatz Friedensau und unter Förderung der Stadt Möckern statt. Einwohner des Ortes und umliegender Orte sowie Vertreter aus Politik und Kirche nahmen an dem umfangreichen Festprogramm teil. Bereits am Vormittag war die in 15 Monaten neu erbaute Arena auf dem Zeltplatz mit einer Andacht eines Gesellschaftervertreters eröffnet worden. Daran schloss sich ein Rundgang durch das Gebäude an, bei dem die beiden Architekten Meyer-Winderlich und Edmondo Martinez Moreno aus Potsdam die Eigenarten des Rundbaus erläuterten. Weitere Führungen über das Hochschulgelände folgten am Vormittag.

Festakt
Der Festakt am Nachmittag auf dem „Alten Dorfplatz“ mit angrenzender Scheune begann mit dem schwungvollen Gospelsound „Sing out“ von Ron Kenoli durch den Hochschulchor. In seiner Begrüßung an die Gäste betonte der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, Roland Fischer, dass Friedensau manchmal auf wundersame Weise überlebt habe. Für ihn sei darin Gottes Führung zu sehen.

Grußworte des Möckerner Bürgermeisters und des Präsidenten der überregionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland folgten. Letzterem machte das ungemütliche Wetter etwas zu schaffen und ein kräftiger Windstoß fegte seine Manuskriptzettel durcheinander. Viele Regenschirme waren aufgespannt. Als allerdings 120 Tauben als Friedensboten den Dorfplatz verließen, schien der Himmel sich eigens dafür ein wenig zu öffnen.

Geschichtliches
Kirchenhistoriker Johannes Hartlapp schmückte seinen geschichtlichen Rückblick humorvoll mit Anekdoten aus dem Schulleben. Er hatte eine alte Klingeluhr mitgebracht, die im früheren Arbeitszimmer des Seminarleiters bzw. Direktors gestanden hatte und mit ihren Klingelzeichen den Tagesablauf in Friedensau regelte. Die streng durchgetaktete Tageseinteilung mit Wecken um 5:00 Uhr am Morgen bis „Licht aus“ um 21 Uhr am Abend, brachte so manchen Zuhörer zum Schmuntzeln.

Nach dem Kauf der Klappermühle an der Ihle gaben die Gründerväter dem bereits 1306 urkundlich erwähnten Ort seinen Namen „Friedensau“. Noch im gleichen Jahr der Übernahme, zwei Monate nach Kauf des Geländes, startete der Unterricht mit sieben Schülern unter einfachsten Bedingungen in den vorhandenen Gebäuden. Geplant war eine Ausbildungsstätte für Pastoren und Krankenschwestern. Innerhalb der nächsten zehn Jahre entstand laut Chronik ein Ensemble von großen Lehr- und Wohngebäuden, die bis heute das Erscheinungsbild des Campus prägen. Allesamt im wilhelminischen Baustil errichtet, die heute unter Denkmalschutz stehen. Ausgehend von einem ganzheitlichen Pädagogikmodell wurden zusätzlich ein Sanatorium, Werkstätten und eine Nährmittelfabrik erbaut, die auch einen praktischen Unterricht und gleichzeitig Verdienstmöglichkeiten boten. Vor dem Ersten Weltkrieg nutzten jedes Jahr bis zu 250 Personen die Ausbildungsmöglichkeiten.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen wurde ein einziges Gebäude neu gebaut, das sogenannte „Holzhaus“, das aber heute nicht mehr existiert. In der DDR-Zeit seien das jetzige Gästehaus und die Reihenhäuser entstanden, so Hartlapp. Nach 1990 wären alle Gebäude nördlich der Zufahrtsstraße hinzugekommen.

Ausblick
Kanzler Tobias Koch verwies auf die Perspektive, Bildung im Umgang mit der Schöpfung zu vermitteln. Unterstützend wirke dabei auch das Projekt „außerschulischer Lernort“ zum Thema Natur, das unter Anleitung einer Naturpädagogin Kindergartengruppen, Schulklassen und Studiengruppen Erlebnistage in umliegenden Wäldern und Wiesen und damit die Auseinandersetzung mit der Schöpfung ermögliche.

Neuer Pastor für Friedensau
Bei dieser Gelegenheit stellte Koch auch gleich den neuen Pastor für die Hochschulgemeinde vor. Im Gegensatz zu 120 Jahren Friedensau sei er gerade mal 120 Stunden in Deutschland, erwiderte Stefan Burton-Schnüll den herzlichen Willkommensgruß. Mit seiner Frau Barbara hat der ursprünglich aus Niedersachsen stammende Pastor die letzten sechs Jahre Kirchengemeinden in New Jersey/USA betreut.

500 Kuchenstückchen warteten am Ende des festlichen Teils dieses Jubiläumstages auf die zahlreichen Gäste. Der Dorfplatz und die Scheune boten vielfältige Gelegenheiten zu Begegnung und Austausch. Führungen durch den Ort und das archäologische Museum halfen, die Zeit bis zum ersten Konzertabend in der neuen Arena sinnvoll zu nutzen.




Arena beim Zeltplatz Friedensau neu eröffnet

Arena 2.0 eröffnet
Nach fünfzehn Monaten Bauzeit konnte die Arena 2.0 eingeweiht werden. Die Entscheidung zu diesem Bau fiel, nachdem das Bauordnungsamt des Landkreises Jerichower Land das bis dahin genutzte Riesenzelt aus bautechnischen Gründen nicht mehr genehmigte. Auf dem Areal der bisherigen Arena erdachte das Architektenteam Meyer-Winderlich und Edmondo Martinez Moreno aus Potsdam einen festen Rundbau mit einer hölzernen Deckenbalkenkonstruktion, über die sich eine weiße Zeltplane spannt. Der 2-Millionen Bau, so Johannes Naether, Präsident der überregionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, bei seiner Eröffnungsansprache, sei ein Raum der Begegnung, der allen Menschen offensteht. In Gegenwart von Landrat Steffen Burchard lud er die Menschen der Region ein, die neue Veranstaltungshalle intensiv zu nutzen und den Ort zu einer „Erfolgs- und Segensgeschichte“ werden zu lassen. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist Gesellschafter bei der Zeltplatz gGmbH.

Spendenziel erreicht
Bauleiter Günther Sachse berichtet, dass das Spendenziel von 32.000 Euro für die Holzbänke in der Arena erreicht sei. In einer besonderen Aktion über die Webseite www.kauf-ne-bank.de konnten Spender den Bau der Sitzgelegenheiten unterstützen. So konnten Beträge für eine oder auch mehrere Sitzbänke für jeweils 2 Personen oder auch eine ganze Sitzreihe für 12 bis 22 Personen gespendet werden. Die Namen der Menschen, Gruppen, Kirchengemeinden und auch Firmen wurden auf Wunsch auf der Webseite veröffentlicht.

Erstes Konzert
Die Arena bietet Platz für 1544 Besucher. Die Betriebserlaubnis kam rechtzeitig am Freitag (27.09.) zuvor. So eröffneten gleich zwei Gruppen am Sonntagabend die Halle mit einem Konzert. Samuel Rösch, der Vorjahressieger von „The Voice of Germany“ mit seiner Band PaperClip und die Band „Könige und Priester“ ließen ihre christlichen Texte und den stimmgewaltigen Sound in dem nicht ganz ausverkauften Rundbau erschallen. Schon am nächsten Wochenende geht es weiter. Das Gelände ist dann Gastgeber einer Jugendbegegnung der Adventjugend aus Mitteldeutschland und Berlin.




Pfingstgemeinden nehmen zur Situation von Konvertiten in Deutschland Stellung

Das geschehe, obwohl die Konvertiten durch den Dienst von Gemeinden des BFP und anderer Kirchen in Deutschland tiefgehende und lebensverändernde Christuserfahrungen gemacht und sich in das Leben von Gemeinden und in der Gesellschaft konstruktiv integriert hätten, heißt es in der Erklärung. „Nicht wenige Berichte von Pastoren und Pastorinnen des BFPs über den Verlauf der Befragungen von Konvertiten stimmen uns nachdenklich“, berichtete Reinhard Leistner der Leiter der Arbeitsgruppe „Migration und Integration“ im BFP.

Unvoreingenommene Übersetzer gefordert

Die Konferenz setze sich in ihrer Erklärung nachdrücklich dafür ein, dass die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen staatlichen Stellen und der (frei-) kirchlichen Seite grundlegend verbessert werde und die Übersetzer neben ihrer sprachlichen Kompetenz und der Kenntnis gängiger christlicher Begriffe auch auf ihre unvoreingenommene Haltung gegenüber Menschen, die sich zu Jesus Christus bekennen, ausgewählt würden.

Die Erklärung kann heruntergeladen werden bei https://www.bfp-aktuell.de/details/erklaerung-zur-situation-von-konvertiten-in-deutschland?file=files/GB_Content/news/2019_09_BUKO/2019-09-24_BFP-Erklaerung-Konvertiten-Deutschland.pdf&cid=1902

BFP
Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) zählt in Deutschland 63.393 Mitglieder in 843 Kirchengemeinden. 327 davon (39 Prozent) seien Migrationsgemeinden. Einschließlich der Kinder, Jugendlichen und regelmäßigen Gästen gehörten nach eigenen Angaben mehr als 181.000 Personen dem BFP an (Stand 24.09.2019). Weitere Infos unter www.bfp.de.




Sucht im Alter – der Umgang mit einem Tabuthema

„Er lebt schon seit einigen Jahren allein“, schildert Kerstin Knorr eine der vielen Geschichten von älteren Menschen mit einem Suchtproblem. Die Kinder sind längst raus und haben ihr eigenes Leben. Seine Frau ist viel zu früh verstorben, dabei hatten sie noch so viel vor. Reisen wollten sie und ihr Heim genießen, dass sie fast abbezahlt haben. Aber es kam anders. Da er schon immer einem guten Tropfen nicht abgeneigt war und es in seinem Beruf immer wieder Gelegenheiten zum Anstoßen gab, war der „Tröster“ aus der Flasche über den erlittenen Verlust naheliegend. Wenn er bisher vielleicht hin und wieder etwas zu viel trank, geschah das nun regelmäßig. Kaum jemand nahm die Veränderungen wahr, zumal man ihn ja nur noch selten sah. Erst als er äußerlich etwas heruntergekommen, unrasiert und mit ungepflegtem Haar nun fast täglich seinen Beutel Bierflaschen heimtrug munkelten die Nachbarn, dass er offensichtlich ein Problem hat – ein Alkoholproblem.

Gründe für Alkoholprobleme im Alter
Als Gründe, warum Alkohol im Alter zu einem Problem werden könne, nennt die Suchttherapeutin alterstypische Übergänge und kritische Lebensereignisse, wie Verrentung, Umzug, Partnerverlust, chronische Schmerzen oder psychosomatische Erkrankungen. Zudem könnten verordnete Medikamente mit Suchtpotential vor allem bei Schmerzpatienten in eine Abhängigkeit führen.

Andere Konzepte bei Suchterkrankung im Alter erforderlich
Es gebe allerdings einen Unterschied zwischen einer Suchterkrankung im Alter und in jüngeren Jahren, betont Kerstin Knorr. Wenngleich die Symptome einer Suchterkrankung aller Betroffenen Übereinstimmungen zeigten, gebe es im fortgeschrittenen Alter gravierende Unterschiede. Zudem führe physiologisch gesehen die verminderte Suchtmitteltoleranz aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels bei älteren Menschen zu signifikant höherem Blutalkohol, was wiederum die Lebenszeit deutlich verkürzen könne.

Die üblichen Hilfesysteme wie Suchtberatungsstellen wären mit ihren Konzepten und Angeboten eher auf die jüngere Bevölkerung orientiert, berichtet die Leiterin der SBB in Chemnitz. Wie die Suchterkrankung selbst unterscheide sich im Alter auch die Beratung und Behandlung von denen jüngerer Menschen. In der zweiten und dritten Lebenshälfte gehe es auch nicht mehr um Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Vielmehr gehe es um spezifische Risiken im Alter, die auch andere Anknüpfungspunkte für Prävention und Therapie notwendig machten.

Im Unterschied zu Jüngeren sei das Ziel bei älteren Menschen nicht unbedingt die radikale Verhaltensänderung im Sinne absoluter Abstinenz, meint Kerstin Knorr. Abstinenz wäre bei Hochbetagten und Pflegebedürftigen unter Umständen sogar mit starkem Schmerzgeschehen verbunden. Es müssten auch nicht immer Diagnosen gestellt oder langwierige Therapien verordnet werden. Vielmehr gehe es um die Senkung gesundheitlicher Risiken durch eine Verminderung des Alkoholkonsums und eine Verbesserung der Lebensqualität, wenngleich mitunter nur bedingt oder auf verhältnismäßig niedrigerem Niveau. Dabei sei individuell zu klären, ob und wie sich das Suchtverhalten des Betroffenen auf seine Gesundheit und Lebensqualität auswirke. Das erfordere Einfühlungsvermögen und Wertschätzung gegenüber den Betroffenen.

Hilfe für ältere Menschen mit Alkoholproblemen
Die Hilfe geschehe in der Regel in Kooperation mit dem Seniorensozialdienst des Sozialamtes, den gesetzlichen Betreuern und begleitenden Diensten, sowie in Zusammenarbeit mit Angehörigen oder Pflegepersonen, das Einverständnis des Betroffenen vorausgesetzt, informierte die Suchttherapeutin.

In der Beratung würden zunächst die psychosoziale Situation und die Kontextfaktoren geklärt. In einem zweiten Schritt werde versucht die verbliebenen Ressourcen zu aktivieren, um einen Zugewinn an Lebensqualität zu erreichen. Ein dritter Schritt sei die Rückfallprophylaxe.

Die Beratung erfolge überwiegend im Hausbesuch und werde kombiniert mit offenen Angeboten wie beispielsweise der Besuch von Tagestreffs, was zudem die soziale Kontaktaufnahme anrege.

Suchtberatung- und Behandlungsstelle Chemnitz
Die Suchtberatungs- und Behandlungsstelle (SBB) des Advent-Wohlfahrtswerkes in Chemnitz, Hans-Sachs-Str. 9 (www.suchtberatung-chemnitz.de), ist auch ein Anlaufpunkt für ältere Menschen mit einem Suchtproblem. Dort habe man sich mit der Teilnahme am Bundesmodell „Sucht im Alter“ dieser besonderen Aufgabe gewidmet und biete, laut Kerstin Knorr, gezielt Beratung für ältere Menschen an.

Die Suchttherapeuten sind ausgebildet und auch erfahren im Umgang mit suchtkranken älteren Menschen. Man kann sich telefonisch oder in einem Erstgespräch für eine fachliche Suchtberatung anmelden. Alles Weitere ergibt sich dann daraus.

Nicht nur Suchtabhängige, auch Fachkräfte in der Sozialarbeit oder aus der Pflege sowie aus anderen sozialen Berufen können sich jederzeit im konkreten Einzelfall zu Suchtproblemen im Alter an die SBB in Chemnitz wenden. Die SBB bietet Informationen, fachliche Beratung und die Möglichkeit der konkreten Einzelfallhilfe an.




Landeskonferenz der Adventisten in Krelingen

Bei strahlendem Sonnenschein kamen Gemeindeglieder, Kinder und Jugendliche aus der Region Niedersachsen und Bremen bereits zum 11. Mal in die Heinrich Kemner-Halle (früher Glaubenshalle) des Geistlichen Rüstungszentrums Krelingen. Gemeinsam erlebten sie einen Konferenztag, bei dem sie Gott anbeten, geistliche Impulse erhalten, gemeinsam essen und alten und neuen Freunden begegnen konnten.

Der Beginn war für 10 Uhr angesetzt. Eine Stunde zuvor wurden bereits belegte Brötchen, Obst und Getränke bereitgestellt. Bläserchor, Gospelchor und Konferenzband sorgten dann für einen angemessenen musikalischen Auftakt und Lobpreis. Für die Kinder und Jugendlichen gab es parallel zum Gottesdienst in der Halle Angebote für die verschiedenen Altersstufen in den angrenzenden Gebäuden auf dem weiten Gelände.

Japhet de Oliveira war der Verkündiger an diesem Tag. Mit ihm war ein innovativer Pastor und derzeitiger Direktor für Mission und Kultur bei Adventist Health, einem adventistischen Verbund von über 20 Krankenhäusern und 250 Kliniken mit Sitz in Kalifornien/USA eingeladen. In seiner Botschaft über einen Bibelabschnitt aus Johannes 4 – der Begegnung Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen – ermutigte er die Zuhörer, keinen Bogen um Menschen zu machen, die uns sonderbar erscheinen, sondern auf sie zuzugehen. Auch in seiner Nachmittagsverkündigung widmete er sich diesem zentralen Anliegen. Jesus richte grundsätzlich auf. Er denke oft an seine Familie und Bekannte, so de Oliveira, auch sie sollten zur Familie Gottes gehören.

Die Kollekte an diesem Tag betrug 6.000 Euro und war zu gleichen Teilen für die Konferenzausgaben und das Projekt „Lebensschule“ gedacht. Lebensschule versteht sich als Forum zum Menschsein. Sie ist ein dauerhafter sozialer Raum. Der Raum entsteht, in dem unterschiedliche psychische und soziale Problemfelder fachlich korrekt beschrieben und mögliche Lösungsansätze allgemeinverständlich dargestellt werden. Lebensschule versteht sich nicht nur als eine Veranstaltungsreihe, sondern sie will darüber hinaus Raum für Begegnung schaffen. Die Initiative Lebensschule gibt es aktuell an 60 Orten in Deutschland.

Viele Möglichkeiten boten sich in der Mittagszeit, um Kontakte zu pflegen, zu entspannen oder die Aktivitäten innerhalb der Freikirche an den etwa 25 Ausstellungsständen der Institutionen und Initiativen kennenzulernen. Für Kinder war eigens eine Spielstraße aufgebaut und die vielen Teilnehmer konnten an den vorbereiteten Tischen und Bänken ihre mitgebrachten Mahlzeiten einnehmen.

Der Nachmittagsteil begann mit einer musikalischen Beteiligung aller Anwesenden gemeinsam mit dem Gospelchor unter der Leitung von Kantor Michael Nestler und seiner Frau Tabea. Die im Mai neugewählten Mitglieder des Landesausschusses (Verwaltungsgremium der regionalen Kirchenleitung) wurden vorgestellt und gesegnet. Zum Abschluss des Tages gab es ein großes Kuchenbuffet unter freiem Himmel mit über 2.200 Kuchenstücken.




Medienzentrum feiert 10 Jahre Hoffnungsfernsehen

Jubiläumsfeier
Am Sonntagnachmittag führte Diplompädagoge, Kabarettist und HopeTV-Moderator der Sendung „2 weiter“, Bernd Hock, durch die Geburtstagsshow, stellte Produzenten und Moderatoren der Sendungen vor und warf einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gab er den Personen hinter den Fernseh-Formaten, die seit zehn Jahren auf HopeTV laufen, ein Gesicht.

Der Bürgermeister von Alsbach-Hähnlein, Sebastian Bubenzer, bezeichnete das Programm von HopeTV als wohltuende Ausnahme gegenüber den Sendungen und Formaten an einem ganz normalen Fernsehabend in Deutschland. Seit über einem Jahrzehnt gelänge es dem Sender, „rund um die Uhr Qualitäts-Fernsehen in die Haushalte der Republik – und auch darüber hinaus“ zu bringen.

Neue Projekte
Das Medienzentrum HopeMedia wolle mit seinen medialen Angeboten eine Brücke zu tragfähigen sozialen Verbindungen mitgestalten und einen Beitrag der Hoffnung für eine werteorientierte Gesellschaft leisten, so Geschäftsführer Klaus Popa. Marc Naumann, Leiter für Neuentwicklungen, Kooperationen und Fundraising bezog sich im Gespräch auf fünf Werte, die den Deutschen laut aktuellem Werte-Index am wichtigsten seien: Natur, Gesundheit, Familie, Freiheit und Sicherheit. Aufgrund dieser Werte nannte er sieben förderungswürdige Hope-Projekte, die eine Alternative zu den gängigen Medieninhalten böten. Dazu gehörten Produktionen und Serien wie z.B. die Kochserie „Lust auf Lecker“, die TV-Serie „Meine tierischen Begegnungen“ mit dem dazugehörigen Film „Pura Vida“, eine neue Web- und TV-Realitydoku „Refresh“ für einen ganzheitlich gesunden Lebensstil, die Serie „Beziehungskiste“ über Partnerschaft, Beziehung und Familie und die Kindersendung „Fribos Dachboden“, bei der Kinder die Welt und die Bibel besser kennenlernen könnten. 14 Episoden inklusive Online-Kurs über das Bibelbuch Daniel für das 21. Jahrhundert sind ebenfalls in der Planung.

Eine Marke wird etabliert
Im Laufe der letzten Jahre seien alle Dienste des Medienzentrums umbenannt worden. Damit würde die Marke Hope etabliert. So heißt das „Internationale Bibelstudien-Institut“ seit September 2015 Hope Bibelstudien-Institut und die „Blindenhörbücherei“ seit Januar 2017 Hope Hörbücherei. Die Audioangebote laufen unter dem Namen Hope Podcasts. Das, was alle seit der Vereinsgründung der „Stimme der Hoffnung“ e.V. im Jahr 1948 vereine, sei Hope, die Hoffnung. Diese Zusammengehörigkeit werde nun am gemeinsamen Namen Hope erkennbar, informierte PR-Redakteurin Judith Olsen. Nachdem 2018 die Marke HopeMedia als Name für alle Angebote des adventistischen Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ e.V. eingeführt worden sei, würde jetzt auch der Name des christlichen Fernsehsenders „Hope Channel“ in HopeTV geändert. Unabhängig von der Umbenennung des Medienzentrums bleibe aber der Verein, der Träger der Hope-Angebote ist, weiterhin die „Stimme der Hoffnung“ e.V., der zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehört.

Internationales Netzwerk

Seit 2009 wird bei HopeTV ein vielseitiges Programm mit Gottesdiensten, Andachten, Talksendungen und Sportformaten, Koch- und Kindersendungen produziert. Der hauptsächlich durch Spenden finanzierte Sender gehört zur internationalen Senderfamilie „Hope Channel“, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht.

Die Geburtstagsshow wird am 28. September um 20:15 Uhr auf HopeTV übertragen und ist anschließend in der Mediathek abrufbar. Ebenso das Konzert von Alex Jacobowitz. Weitere Infos unter: www.hopetv.de.




Mitgliederversammlung der ACK Deutschland tagt in Augsburg

20 Jahre Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre
Die Mitgliederversammlung erinnerte in Form eines vorgeschalteten Studientages an 20 Jahre „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“. Der 1999 von der römisch-katholischen Kirche und vom Lutherischen Weltbund unterzeichneten Erklärung haben sich inhaltlich mittlerweile auch der Weltrat methodistischer Kirchen, die Anglikanische Gemeinschaft sowie die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen angeschlossen. Außerdem nahm die Mitgliederversammlung einen Text an, den der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA) dazu vorbereitet hatte und verabschiedete in diesem Zusammenhang eine eigene Erklärung.

Multilaterale Ökumene
Im Hinblick auf die Vorbereitung des Dritten Ökumenischen Kirchentags 2021 betonte die Mitgliederversammlung der ACK Deutschland, dass es sich bei Ökumene nicht nur um das Miteinander von evangelischer und römisch-katholischer Kirche handle, sondern vielmehr um eine multilaterale Kooperation. Die Mitgliederversammlung sprach sich deshalb für eine starke Präsenz der ACK auf dem Dritten Ökumenischen Kirchentag 2021 aus.

Jahr der Ökumene 2021
Die Mitgliederversammlung der ACK Deutschland hatte sich auch intensiv mit dem Jahr 2021 beschäftigt, in dem gleich mehrere, für die Ökumene höchst relevante Ereignisse stattfinden: Neben dem Dritten Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main treffen sich rund 755 Delegierte und über 4.000 Gäste und Beobachter des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe zur Vollversammlung des ÖRK. Die Mitglieder der ACK Deutschland sprachen sich für ein gemeinsames Jahresmotto aller ökumenischen Veranstaltungen unter dem Titel „2021: Jahr der Ökumene“ aus.

Kritik an geplanter Änderung der Beschäftigungsverordnung

Die geplante Änderung der Beschäftigungsverordnung, die ausländische Seelsorger betrifft, wird von der ACK kritisch gesehen. Ausländische Seelsorger sollen vor Erhalt einer Einreisegenehmigung nach Deutschland beweisen, dass sie über hinreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Die Mitglieder unterstützten den Brief, den der Vorstand der ACK an die zuständigen Ministerien geschrieben hat. Darin wird festgestellt, dass die geplante Änderung auch erhebliche negative Folgen für die pastorale Praxis mehrerer ACK-Mitgliedskirchen hätte und massiv ins Selbstbestimmungsrecht der Kirchen eingreife, das im Grundgesetz verankert sei.

Tendenz zur „Archipelisierung“
Reverend Sören Lenz, Exekutivsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Straßburg, referierte im Rahmen der Mitgliederversammlung zum Thema „Kurz vor dem Brexit – nach der Wahl: Europa vor einer Zerreißprobe?“. Anhand der Beispiele der „Gelbwestenbewegung“ in Frankreich, des Brexit und des Erstarkens der AfD in Deutschland arbeitete er heraus, dass sich größere Teile der jeweiligen Bevölkerung von den politischen Eliten auf nationaler und internationaler Ebene nicht mehr vertreten fühlten.

Insgesamt, so Sören Lenz, setze sich die Tendenz zur „Archipelisierung“ fort: Menschen bewegten sich zunehmend innerhalb von Gruppen, die ihre eigenen Überzeugungen teilten. Diese „homogenen Inseln“ hätten nur noch lose Bindung an die Gesamtgesellschaft. Zugleich lasse sich auch innerhalb der Kirchen die Tendenz feststellen, dass sie in ihrer Positionierung zu grundsätzlichen Fragen, wie zum Beispiel im Bereich von Ehe und Familie, auseinanderdriften.

Die Kirchen könnten in ihren internationalen Organisationen wie der KEK gleichwohl ein positives Beispiel für ein konstruktives und zukunftsweisendes Miteinander in Europa geben. Sie lebten gerade auf dem Gebiet der Ökumene nach dem Grundsatz der versöhnten Verschiedenheit und der „Einheit in Vielfalt“.

Ökumenepreis 2019 der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland an die „Sodener Passion“ überreicht

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der ACK Deutschland wurde am 18. September in Augsburg in einem Festakt der mit 3.000 Euro dotierte Ökumenepreis der ACK Deutschland an die „Sodener Passion“ verliehen. Das positive Miteinander der christlichen Kirchen in Bad Soden am Taunus basiert auf einem fast 50-jährigen ökumenischen Weg. Seit 16 Jahren begehen die christlichen Kirchen die Passionszeit gemeinsam. „Ich freue mich, dass mit diesem Projekt eine Initiative ausgezeichnet wird, die von hohem ehrenamtlichem Engagement getragen ist“, schrieb Kardinal Walter Kasper, der Schirmherr des Ökumenepreises, in seinem Grußwort anlässlich der Verleihung.

ACK Deutschland
Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen, darunter die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Mio. Christen in Deutschland. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland (Ökumenische Centrale) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen. Weitere Informationen: www.oekumene-ack.de




Greifswald: Nach Brandanschlag neues Kirchengebäude der Adventisten eingeweiht

Einweihungsfeier und Festgottesdienst
Bei strahlendem Sonnenschein kamen am Samstagnachmittag viele Gäste, um gemeinsam mit den Kirchenmitgliedern das neue Gemeindehaus einzuweihen. In Fragmenten wurde filmisch die Geschichte dieser weltweiten evangelischen Freikirche gezeigt. Einzelne Gruppen wie Pfadfinder, Senioren und die Lebensschule, ein Forum zum Menschsein, stellten sich vor. “Der Chor sang zeitweise mit Gänsehaut erzeugenden Intonationen“, so Gemeindemitglied Katja Sterz. Anschließend wartete ein großes Kuchenbuffet auf die Anwesenden. Den Abschluss des Tages bildete ein öffentlicher, kostenloser Kinoabend mit der Vorführung des schwedischen Musikfilm-Dramas „Wie im Himmel“ aus dem Jahr 2004 von Regisseur Kay Pollak mit Michael Nyqvist und Frida Hallgren in den Hauptrollen.

Zerstörung durch Brandstiftung
Kurz nach der Wende im Jahre 1994 erhielten die Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Greifswald ihr erstes eigenes Kirchengebäude in der Anklamer Straße. Zwanzig Jahre dienten diese Räumlichkeiten den Gemeindemitgliedern als Heimat für Gottesdienste, Feste, Spiele, Seminare und Gruppenstunden der Kinder, Jugendlichen und Pfadfinder. Am 29.07.2014 fiel das Haus durch Brandstiftung den Flammen zum Opfer und musste abgerissen werden.

Gegen 03:15 Uhr ging damals ein Notruf bei der Leitstelle der Polizei Neubrandenburg ein, der Eingangsbereich des Hauses in der Anklamer Straße würde brennen. Beim Eintreffen von Polizei und Feuerwehr stand bereits der Dachstuhl in Flammen. Die Beschädigungen war so stark und das Gebäude nicht mehr zu retten.

Neues Gebäude
Nach langwierigen Verhandlungen mit der Versicherung und mehr oder weniger geduldigem Warten auf die Baugenehmigung, so berichtet der damalige Pastor Markus Voß, konnte dann im September 2016 mit dem Neubau begonnen werden. Bereits am 16. März im darauffolgenden Jahr wurde Richtfest gefeiert.

Der von den Potsdamer Architekten Mayer-Winderlich und Martinez geplante Kirchenraum bietet Platz für 120 Personen und kann mit mobilen Wänden in kleinere Räume unterteilt werden. Auch eine Hausmeisterwohnung in einem Über-Eck-Anbau ist integriert.

Der größte Teil der Baukosten wird mit der Versicherungssumme von 540.00 Euro Euro bestritten. Darüberhinausgehende Kosten fallen an, da der Neubau etwas größer wird. Die Kirchenmitglieder haben sich verpflichtet, über die nächsten 10 Jahre einen Teil des fehlenden Geldes beizusteuern. Über 30.000 Euro sind bereits gespendet worden.

Dank an Gastfreundschaft
Sehr dankbar sei man für die Gastfreundschaft der anderen Kirchengemeinden der Stadt, so Werner Hönes vom Kirchenrat. Besonders die Brüdergemeinde in der Marienstraße hätte den rund 65 Adventisten in der überwiegenden Zeit ohne eigenes Gebäude Gottesdienste in ihren Räumen ermöglicht.




Theologische Hochschule Friedensau trauert um Manfred Böttcher

Manfred Böttcher, in Stettin geboren, studierte von 1947 bis 1950 am damaligen adventistischen Missionsseminar Friedensau. Er war als Pastor in Leipzig und Dresden tätig und wurde 1955 ordiniert. Böttcher wirkte als Abteilungsleiter und Sekretär (Geschäftsführer) in der Nordostsächsischen Vereinigung der Siebenten-Tags-Adventisten, danach im Ostdeutschen Verband und dann als Präsident der Thüringischen Vereinigung. Von 1968 bis 1982 war er Präsident der Freikirche in der DDR und leitete in schwierigen Zeiten die Geschicke der dortigen Adventgemeinden.

In seiner Zeit als Direktor am Theologischen Seminar Friedensau (1982-1990) trug er zur akademischen Weiterentwicklung bei und machte die Bildungsstätte auch für Studierende aus Mosambik, der Sowjetunion, Angola und Jugoslawien zugänglich, so der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, Professor Dr. Roland E. Fischer. 1988 wurde ihm die Ehrendoktorwürde in Theologie der adventistischen Andrews University in Berrien Springs, Michigan/USA, verliehen. In der Wendezeit 1989/90 bemühte sich Böttcher erfolgreich um die staatliche Anerkennung des Theologischen Seminars als Hochschule.

Im Rentenalter war er laut Roland E. Fischer Gastdozent an der Theologischen Hochschule Friedensau und engagierte sich ehrenamtlich in der Hochschulbibliothek. Manfred Böttcher veröffentlichte eine Reihe von Büchern, unter anderem „Weg und Ziel der Gemeinde Jesu“ (1978), „Wagnis des Glaubens, Dialog und Zeugnis der Adventgemeinde in der DDR“ (2001), „Die Adventgemeinde in der DDR, eine Gratwanderung von 1949 bis 1990“ (2007) und „Schlüssel zur Bibel: Erkunden, Erkennen, Erfahren“ (2002). Gleichzeitig hatte er ein hohes Interesse an der praktischen Gemeindearbeit, die er selbst durch seine Predigttätigkeit unterstützte. Er nahm noch im hohen Alter Anteil am Ergehen der Freikirche und der Entwicklung der Hochschule, berichtete Fischer.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist seit 1990 eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




Haus Wittelsbach in Bad Aibling feiert Richtfest

Jetzt konnte Heimleiter Michael Mocnik zum Richtfest und gleichzeitig zur Baustellenbesichtigung einladen. Zahlreiche Besucher waren seiner Einladung gefolgt, unter ihnen Bad Aiblings Erster Bürgermeister Felix Schwaller und Kurdirektor Thomas Jahn. Dieter Neef, Finanzvorstand des Trägervereins, begrüßte die Gäste mit den Worten aus dem Bibelbuch Psalm 23: „Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar“. Darauf nahm Pastor Wolfgang Dorn, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern, in einer kurzen Andacht Bezug. Als kirchlicher Träger der Einrichtung wolle man auch den neuen Baukomplex dem Herrn widmen, in dem sich gut wohnen und bleiben lasse. Da ein derartiges Projekt erhebliche finanzielle Mittel erfordert, war auch Björn Stein angereist. Er repräsentiert die Bank für Kirche und Diakonie, die Teile der Maßnahme finanziert. Mit viel Humor trug Hans Obermeyer den Richtspruch vor. Danach folgte eine zünftige Brotzeit.

Neugierige konnten sich verschiedenen Führungen durch die Baustelle anschließen. Bei einem solchen Rundgang zeigte sich Bad Aiblings Erster Bürgermeister Felix Schwaller tief beeindruckt von dem Neubau und dem pflegerischen Konzept, das hier Einzug halten wird. Für Kurdirektor Thomas Jahn ist eine Einrichtung wie das Haus Wittelsbach eine Werbung für Bad Aibling als attraktive Badestadt. Auch Architekt Thomas Otte und Projektleiter Joachim Vetter beantworteten fachkundig die Fragen der Besucher. Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung bildeten „die vier Hinterberger Musikanten“.

Haus Wittelsbach
Das Senioren- und Pflegheim Haus Wittelsbach im oberbayerischen Bad Aibling ist ein Seniorenheim mit vollstationärer Pflege und Kurzzeitpflege. Der Träger ist der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. mit Sitz in Bad Aibling. Der Verein ist Teil des Sozialwerkes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Das Haus ist eine „rauchfreie Zone“ und bietet 69 rüstigen und 125 pflegebedürftigen Senioren Platz.

Informationen zum Haus Wittelsbach unter: https://www.seniorenheim-wittelsbach.de/




EKD gibt friedenstheologisches Lesebuch heraus

Ein Lesebuch für alle, die sich für den Frieden einsetzen
„Das Lesebuch ist aber nicht nur eine wunderbare Grundlage für eine engagierte Debatte auf der Synode“, betont Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der EKD. „Es bietet all denen innerhalb wie außerhalb der evangelischen Kirche, die sich persönlich für den Frieden einsetzen wollen, einen guten Überblick und Ansatzpunkte für die eigenen Fragestellungen und Themen. Denn wer sich für den Frieden und die Gewaltfreiheit engagieren will, kann ja an ganz unterschiedlichen Stellen ansetzen. Etwa bei der Frage, wie wir uns im Alltag begegnen, beim Umgang miteinander im Netz, politisch im Einsatz für Demokratie und Menschenrechte, im Ausland in der Entwicklungszusammenarbeit oder bei der Frage nach Klimagerechtigkeit.“

Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, der die Entstehung des Buches maßgeblich begleitet hat, hob die Aktualität der Fragestellung hervor: „Angesichts der aktuellen Friedensgefährdungen brauchen wir ein neues Nachdenken über den Frieden. Und wir brauchen gute Beispiele von Friedensstifterinnen und Friedensstiftern, damit deutlich wird, wie Frieden heute möglich ist. Deshalb verbindet das Buch beides: grundsätzliches Nachdenken und eine Fülle beispielhafter Projekte und Entwicklungen.“

Bezugsquelle
Das Buch „Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens. Ein friedenstheologisches Lesebuch“ ist bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig erschienen und kostet 35 EUR. Die Printausgabe kann im Buchhandel (ISBN 978-3-374-06058-0) oder unter www.eva-leipzig.de bestellt werden. Online ist der Text unter https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/Lesebuch-Synode-2019.pdf verfügbar.




Theologische Hochschule Friedensau beteiligt sich an Interkultureller Woche

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der ThHF seien an der Hochschule Studierende aus 30 Nationen eingeschrieben. Es handele sich um einen Campus auf dem das interkulturelle Miteinander seit 120 Jahren gelinge. Insgesamt seien in Deutschland rund 5.000 Veranstaltungen in mehr als 500 Städten und Gemeinden geplant. Ein Höhepunkt sei in der Region Burg-Genthin am 3. Oktober das große Abschlussfest auf dem Genthiner Marktplatz.

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche ist eine Initiative der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen mitgetragen. „Der nationale ‚Tag des Flüchtlings‘, dieses Jahr am 27. September, ist Bestandteil der IKW“, so die Initiatoren.

Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- (B.A.) und Master-Studiengänge (M.A.), zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Informationen: https://www.thh-friedensau.de




„Salz der Erde“

Das Motto des diesjährigen ökumenischen Tages der Schöpfung nahm zum einen Bezug auf das Jesuswort im Matthäus-Evangelium, Kapitel 5, Vers 13: „Ihr seid das Salz der Erde“. Zum anderen auf die großen Salzvorkommen der Stadt. Eröffnet wurde die zentrale Feier vom Vorsitzenden der ACK Deutschland, Erzpriester Radu Konstantin Miron, sowie vom Vorsitzenden der ACK Baden-Württemberg, Prälat Prof. Dr. Traugott Schächtele. Ergänzt wurde das Programm durch Führungen, Aktionen, einer Filmpräsentation und einem Empfang.

Festrede Ministerpräsident Kretschmann
Ministerpräsident Kretschmann nahm in seiner Festrede Bezug auf das Motto „Salz der Erde“ und spendete geistlichen Zuspruch. „Jeder Mensch ist ein ,Initium‘ (lat. Anfang). Er kann kreativ sein und einen Neuanfang beginnen“, so Kretschmann. Er sprach jedoch auch den Umwelt- und Klimaschutz als globale und persönliche Verantwortung an, die es zu erkennen gelte. Darüber hinaus müsse sich der Mensch ein Urteil bilden und für Nachhaltigkeit einsetzen, da die Welt Gottes Gabe an den Menschen sei, die es zu pflegen gelte und die Ehrfurcht verdiene. Zuletzt thematisierte der Ministerpräsident die Wirkung und forderte die Kirchen auf, ihre Idee des guten Lebens in die säkulare Gesellschaft einzuspeisen und nachhaltiges Handeln ermutigend vorzuleben: „Ich glaube, wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir das Ruder noch herumreißen“.

Ökumenischer Festgottesdienst
Im Rahmen des ökumenischen Festgottesdienstes predigte Pastorin Andrea Schneider vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland ebenfalls über das Motto des Schöpfungstages. Niemand könne mehr behaupten, ahnungslos zu sein, wie wir die Natur ausbeuten, so Schneider. Angesichts der drängenden Zeit sei globales Umkehren und Umdenken nötig. Christen könnten „Salz sein“, indem sie beispielsweise auf den Geschmack eines sinnvollen Lebens bringen, verletzte Menschen heilsam behandeln, aber auch „Salz in die Wunden der Gesellschaft streuen“ und sich politisch einmischen. Konkrete Beispiele nannte die Rundfunkpastorin ferner in Bezug auf die Erhaltung der Schöpfung. In diesem Sinne werde eine „konservative Wende“ benötigt. „Damit das Leben Zukunft hat auf unserem schönen Planeten.“

Schöpfungstag an jedem ersten Freitag im September
Seit dem Jahr 2010 feiert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland jährlich am ersten Freitag im September einen ökumenischen Tag der Schöpfung. Er geht auf eine Anregung des damaligen Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I., dem Ehrenoberhaupt der orthodoxen Weltkirche, zurück, einmal im Jahr „gemeinsam zum Schöpfer zu beten“. Dieser Tag wird bundesweit begangen und regt dazu an, das Lob des Schöpfers als Christen gemeinsam anzustimmen und gleichzeitig die eigenen Aufgaben für die Bewahrung der Schöpfung in den Blick zu nehmen.

ACK Deutschland
Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Millionen Christen in Deutschland. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland („Ökumenische Centrale“) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.




Bilder entstehen in den Köpfen der Blinden

Blinde spüren, was sie gerade erleben
Die Sprache und die Atmosphäre, die Kultur und das Klima wären nicht nur mit den Augen erfahrbar, sondern auch durch das Hören, Riechen und Schmecken, gibt Thäder zu bedenken. Aber was heißt das konkret? Jeder Ausflug der Blindenfreizeit werde vorab erst einmal ausführlich beschrieben. Außerdem versuche das Team etwas vorzubereiten, was die Teilnehmer ertasten können. Zum Beispiel ein Fühlbild mit dem Grundriss der Stadt, die besucht werden soll oder mit Modellen von markanten Gebäuden. Dieses Jahr gab es laut Pastor Thäder unter anderem Ausflüge in die Straßburger Altstadt, ins Europaparlament sowie zu einem Baumwipfelpfad. Blinde könnten sehr genau spüren was sie gerade erleben: den Wind in den Baumwipfeln, die sakrale Stimmung einer Kirche oder die Atmosphäre eines Parlamentsgebäudes.

Alle zwei Jahre eine Blindenfreizeit
„Die Freizeitteilnehmer genießen den Austausch unter Mitbetroffenen, außerdem trauen sie sich in der Gruppe Dinge, die sie sich alleine nicht zutrauen“ so der Leiter der Hope Hörbücherei. Abends hätten sich die 19 Blinden und Sehbehinderten erzählt, was sie am Tag „gesehen“ haben. Denn in den Köpfen der Blinden entstünden Bilder der Dinge, die sie gespürt, gehört, gerochen und geschmeckt haben, erläutert Thäder. Die diesjährige Blindenfreizeit fand vom 1. bis 15. August im „Haus Schwarzwaldsonne“ in Freudenstadt statt. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland und Österreich. Die Freizeit 2019 wurde durch die „Aktion Mensch“ gefördert.

„Alle zwei Jahre organisieren wir solch eine Freizeit“, so Thäder. Der Veranstalter ist das Advent-Wohlfahrtswerk, das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Verantwortlich für die Durchführung ist der Leiter der Hope Hörbücherei des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“. Die nächste Blindenfreizeit ist für Sommer 2021 vorgesehen.

Hope Hörbücherei
Der Dienst der Hope Hörbücherei wurde 1964 als Blindenhörbücherei der STIMME DER HOFFNUNG ins Leben gerufen. Jeder, der sehbehindert oder blind ist, kann christliche Zeitschriften und andere Veröffentlichungen auf DAISY-CD, MP3-CD oder Audio-CD und Bücher auf DAISY-CD, MP3-CD gesprochen kostenlos ausleihen. Der Verleih von mehreren Hörbüchern auf einer SD-Karte ist möglich. Ältere Buchtitel gibt es auch noch auf Kassetten. Weitere Informationen unter: https://www.blindenhoer-buecherei.de/




„Aufbruch Ökumene“

„Ich bete darum, dass der Heilige Geist uns zugleich Beine macht und den nötigen Rückenwind gibt“, sagte Bedford-Strohm in Bezug auf die Überwindung von Trennungen zwischen den Konfessionen am Beispiel des gemeinsamen Abendmahls. „Aufbruch Ökumene“ könne man sowohl beschreibend, als auch richtungsweisend verstehen. Der EKD-Ratsvorsitzende hob unterschiedliche Schlaglichter der zwischenkirchlichen Beziehungen in den letzten Jahren hervor. Gerade im diakonischen Handeln sei mehr Ökumene nötig und auch möglich.

Die Feier des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 habe sowohl den Schmerz über Trennung deutlich gemacht, als auch eine Spirale der Wertschätzung angestoßen. Dies dürfe sich aber nicht allein auf die beiden großen Kirchen in Deutschland beziehen: „Wir müssen uns noch mehr von der bilateralen zur multilateralen Ökumene bewegen!“, so der Ratsvorsitzende. Bedford-Strohm schloss mit einem Ausblick und persönlichen Wünschen für die Entwicklung zwischenkirchlicher Beziehungen in der Zukunft.

Konfessionskundliches Institut Bensheim
Das Konfessionskundliche Institut wurde 1947 in Bensheim an der Bergstraße gegründet. Träger des Instituts ist der Evangelische Bund e.V. Als ökumenewissenschaftliches Arbeitswerk beobachtet und bewertet es unter anderem die aktuellen Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen. Die Arbeit des Instituts wird zudem von der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Kirche der Pfalz finanziell getragen. Weitere Informationen: www.konfessionskundliches-institut.de




Evangelische Friedensarbeit: 80 Jahre nach Beginn des zweiten Weltkrieges Frieden wieder in Gefahr

Der Frieden wieder in Gefahr
„80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs ist der Frieden wieder in Gefahr“, mahnt Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Derzeit gebe es zahlreiche gewaltsam ausgetragene Konflikte und Kriege. Menschen würden aus Furcht vor Gewalt und Verfolgung ihre Heimat verlassen und Rüstungsexporte dazu beitragen, dass Konflikte nicht friedlich gelöst werden könnten, kritisiert auch Lutz Krügener, einer der Sprecher der EAK und Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. „Deutschland ist eine der größten Rüstungsexportnationen und hat an dieser Entwicklung einen wesentlichen Anteil“, so Krügener.

Mehr finanzielle Mittel für zivile Konfliktbearbeitung
Eine deutsche Verantwortung für den Frieden in der Welt sollte nach Ansicht der Evangelischen Friedensarbeit aber eher darin bestehen, sich für Versöhnung und Gerechtigkeit einzusetzen, betont Renke Brahms. „Dazu gehört, dass finanzielle Mittel für eine zivile Konfliktbearbeitung auszubauen und die Friedens- und Freiwilligendienste national wie international stärker zu unterstützen sind.“ Ebenso gelte es, den Klimaschutz massiv auszubauen, um eine weitere Ursache für Krieg und Flucht einzugrenzen.

Eine atomwaffenfreie Welt
Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg verlange auch die Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt, betont die Evangelische Friedensarbeit. „Der Zweite Weltkrieg endete durch den Abwurf zweier Atombomben auf Japan, die Hundertausenden den Tod brachten, mit Folgen bis heute für die Opfer. 80 Jahre später wollen die Atommächte ihre Arsenale modernisieren und aufrüsten, gleichzeitig werden Abrüstungsverträge gekündigt. Damit steigt die Gefahr eines nuklearen Konflikts. Dem muss sich entgegengestellt werden“, so der EKD-Friedensbeauftragte.

„Die Opfer des Zweiten Weltkriegs sind auch 80 Jahre nach dessen Beginn eine laute und andauernde Mahnung für den Frieden“, stellte Renke Brahms fest. Direkt nach dem Krieg hätten die Kirchen der Welt betont, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein solle. „Dem sind Christinnen und Christen bis heute verpflichtet.“

Der Wortlaut des EAK-Aufrufs findet sich bei: https://static.evangelisch.de/get/?daid=y82zK2PrZ9qUs9ypa_mCjbHI00237231&dfid=download

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Sprecher im Bundesvorstand der EAK sind Wolfgang Buff, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), und Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wird im EAK-Vorstand und in der Mitgliederversammlung von Dr. Horst Sebastian vertreten, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Informationen: www.eak-online.de




Internationale Altaistik-Konferenz in Friedensau

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau kooperiert in Deutschland die PIAC mit dem Institut für Turkologie der Freien Universität Berlin. An der 62. Jahresversammlung nahmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über einem Dutzend Länder und Regionen teil. Sie kamen aus Japan, Korea, Russland, China, Taiwan, Kirgisistan, Kasachstan, Ungarn, Frankreich, der Mongolei, Türkei, den USA und Deutschland. Themen der aktuellen Tagung waren verschiedene Religionen wie der alttürkische Tengrismus und der Buddhismus, insbesondere ihr Verhältnis zum weltlichen Staat. Neben den Tagungsthemen stand auch die Erkundung der Region auf dem Programm. So wurden unter anderem der Dom in Magdeburg und die hugenottische Petrikirche in Burg bei Magdeburg besucht.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de

Informationen zur PICA unter http://www.altaist.org/




UN-Gedenktag für Opfer religiöser Gewalt

Der Entwurf zur Resolution war vom polnischen Außenminister Jacek Czaputowicz eingebracht und von acht weiteren Staaten unterstützt worden. Die Resolution verurteilt jede Art von Gewalt gegen Personen auf der Grundlage ihrer Religion oder Weltanschauung sowie jeden direkten Angriff gegen deren Häuser, Geschäfte, Unternehmen, Schulen, Kulturzentren und Gebetsstätten sowie Anschläge auf Personen, religiöse Stätten und Heiligtümer. Dies verstoße gegen das Völkerrecht, heißt es im Dokument. Es sei eine der Hauptaufgaben von Staaten, die Menschenrechte zu schützen und zu fördern. Das beinhalte auch den Schutz von Personen, die zu religiösen Minderheiten gehörten, einschließlich ihres Rechts, ihre Religion oder Weltanschauung frei auszuüben.

Demnach sei es auch wichtig, dass die bestehenden Vorschriften besser in den Rechtssystemen umgesetzt und durchgesetzt werden, damit Individuen vor Diskriminierung und Hassverbrechen geschützt seien.

Christen stark von Diskriminierung und Gewalt betroffen
Die Christen sind mit Blick auf globale Religionen weltweit am stärksten von religiös motivierter Gewalt betroffen, wie das Pew Research Center in Washington/USA herausfand. Der jüngste unabhängige Bericht im Auftrag des britischen Außenministers bestätigt diese Einschätzung, so Open Doors Deutschland, ein christliches Hilfswerk, das sich für verfolgte Christen einsetzt.

Der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode, begrüßt den neuen UN-Gedenktag und erinnert an die Millionen Christen, die verfolgt werden: „In zahlreichen Ländern gibt es keine oder nur eine sehr eingeschränkte Religionsfreiheit. Christen in vielen islamisch geprägten Ländern sind wegen ihres Glaubens hohem gesellschaftlichen Druck, Anfeindungen und Hass ausgesetzt. In China übt die Regierung systematisch Druck auf alle Andersdenkenden aus. Besonders im Visier sind Mitglieder nicht registrierter Kirchen, weil sie ihre Loyalität zu Jesus Christus über die zu Staatschef Xi Jinping stellen. Im Iran und weiteren Ländern drohen Konvertiten zum christlichen Glauben Haft und sogar die Todesstrafe. All‘ dies sind weitere Formen von Gewalt.“

Tödliche Angriffe auf Christen und Kirchen
Open Doors veröffentlicht jährlich den Weltverfolgungsindex, der die 50 Länder auflistet, in denen die Situation für Christen am schwierigsten ist. Aus der Ausgabe 2019 geht hervor, dass zwischen November 2017 und Oktober 2018 in den 50 untersuchten Ländern mehr als 4.100 Christen aus religiösen Gründen getötet wurden, darunter 3.700 allein in Nord- und Zentralnigeria.

An Ostern 2019 starben bei Angriffen auf drei Kirchen in Sri Lanka mehr als 250 Menschen; 176 Kinder verloren Mutter oder Vater oder beide Elternteile; einige Familien verloren alle ihre Kinder. Anfang dieses Jahres kamen bei einem Angriff in einer Kirche auf den Südphilippinen 20 Menschen ums Leben. In Indonesien griffen Selbstmordattentäter 2018 an einem einzigen Tag drei Kirchen an.

Zum Weltverfolgungsindex von Open Doors:
https://www.opendoors.de/christenverfolgung/weltverfolgungsindex.

Zur TV-Serie „Gesichter der Verfolgung“:
https://www.hopechannel.de/tv/mediathek/serie/ml/gesichter-der-verfolgung/




Gemeinsame Zukunft als Ziel der 10. Weltkonferenz „Religions for Peace“

Etwa 800 hochrangige religiöse Führer, Jugendliche und gläubige Frauen der großen Weltreligionen wie Bahá’í, Buddhisten, Christen, Hindus, indigenen Religionen, Jain, Juden, Islam, Sikh, Zoroastri werden von 100 Vertretern von Regierungen, zwischenstaatlichen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen unterstützt, um in den vier Konferenztagen, nach Aussagen der Veranstalter, weitreichende Partnerschaften zum Wohle der Allgemeinheit aufzubauen. Das Motto der Tagung lautet: „Sorge für unsere gemeinsame Zukunft – durch Förderung des positiven Friedens“.

Die Versammlung selbst sei eine Zeit multireligiösen Handelns. Religionsführer aus Konfliktzonen würden an Konfliktmediationssitzungen unter weiteren Religionsführern und anderen wichtigen Interessengruppen teilnehmen. Diese privaten Friedensgespräche hätten bei früheren Konferenzen zu sehr positiven Ergebnissen auf dem Balkan, in Westafrika, im Nahen Osten, in Sri Lanka und Indonesien geführt. Nationale interreligiöse Räte (IRCs) und Gruppen würden bewährte Praktiken austauschen, um besser gerüstet zu sein, konkrete Maßnahmen vor Ort in ihren eigenen Ländern zu ergreifen.

Die 1970 in Kyoto/Japan gegründete Versammlung Religions for Peace ist seit 1973 als Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen akkreditiert und hat ihren Sitz in New York/USA. Alle 5 – 7 Jahre organisiert die Organisation eine Weltversammlung. Bei dem diesjährigen Treffen stehen zwei konkrete Ziele auf der Agenda: Nach den Anschlägen auf Kirchen in Sri Lanka und eine Moschee in Christchurch sollen mit Hilfe einer globalen Bewegung sogenannte „Schutzringe“ um religiöse Stätten errichtet werden. Zweitens sollen die Rechte afrikanischer Frauen gestärkt und sie besser vor sexueller Gewalt geschützt werden.

Weiter will die Konferenz Friedensprozesse vorantreiben und sich für Zusammenarbeit, Menschenrechte, Klimawandel und Umweltschutz einsetzen. Am Rande der Tagung finden außerdem Gespräche zwischen Konfliktparteien aus Myanmar, Bangladesch, Nord- und Südkorea und Süd-Sudan statt.

Der Künstler Gisbert Baarmann hat aus Anlass der Weltkonferenz die 7,5 Meter hohe Skulptur „Ring of Peace“ (Friedensring) aus Lärchenholz im Luitpoldpark am Ufer des Bodensees geschaffen. 36 Hölzer aus aller Welt sind darin verarbeitet. Der sogenannte „Möbiusring“ steht als Symbol für den Frieden unter den Religionen, ohne oben und unten, innen und außen.




Spendenbereitschaft deutscher Adventisten mit 58 Millionen Euro ungebrochen

„2018 war in finanzieller Hinsicht ein sehr segensreiches Jahr“, kommentierte der Finanzvorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Dieter Neef, das vorgelegte Zahlenwerk. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige: während 19.200 Adventisten in Nord- und Ostdeutschland durchschnittlich 1.426 Euro pro Mitglied gaben, waren es in Süddeutschland bei 15.592 Mitgliedern 1.856 Euro pro Adventist.

Die Spenden für die Außenmission in Höhe von 2,8 Millionen Euro sind gegenüber dem Vorjahr etwas rückläufig, wogegen die Haushaltsbeiträge für die lokalen Kirchengemeinden mit insgesamt 11,4 Millionen Euro um knapp 2 Millionen Euro gestiegen sind. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische „Zehnte“ gehört. Die Zehntensteigerung betrug in Nord- und Ostdeutschland 3,8 Prozent, in Süddeutschland sogar 5,8 Prozent. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte.




Zum Schulanfang beste Wünsche von ADRA

Bildung ist der Schlüssel
„Wir wüschen den eingeschulten Kindern einen tollen Start in ihre Schullaufbahn. Den älteren Schülerinnen und Schülern wünschen wir ebenfalls viel Erfolg in der Schule“, so Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland e.V.. Das Bildungssystem in Deutschland gehöre zu den besten auf der ganzen Welt. ADRA denke auch an diejenigen, die keinen oder eingeschränkten Zugang zu Bildung haben. Gerade Bildung sei der Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung. Deshalb fördere ADRA Deutschland in den Projekten Kinder und Erwachsene, die keine Schulbildung erhalten hätten. So würde ADRA beispielsweise Lehrpläne entwickeln und Schulen in Somalia bauen oder die Alphabetisierung von Frauen in Burundi fördern.

Bildung ist ein Menschenrecht
Derzeit wird das Recht auf Bildung weltweit über 262 Millionen Kindern verwehrt. Ohne Bildung sind Kinder gefangen in einem Teufelskreis, geben die Armut an die nächste Generation weiter. Kinder von bildungsfernen Eltern leiden häufiger an Unterernährung und sterben vor der Vollendung des fünften Lebensjahres. Dazu kommt, dass ein Kind, das nicht zur Schule geht, anfälliger ist für Menschenhandel, schneller als Kindersoldat missbraucht wird und ein erhöhtes Risiko für frühe Heirat, Teenager-Schwangerschaft und Kinderarbeit hat.

Initiative „Every Child. Everywhere. In School.“
Um auf die Bedeutung der Bildung in der Entwicklungszusammenarbeit hinzuweisen hat ADRA im Februar die weltweite Kampagne „Every Child. Everywhere. In School.“ ins Leben gerufen. Teil dieser Initiative ist eine Petition mit dem Ziel, eine Million Unterschriften zu sammeln, damit sich die Vereinten Nationen mit dem Anliegen beschäftigen. Dazu wird ein Team von ADRA in den nächsten vier Wochen jeweils mittwochs im hessischen Darmstadt mit einem Informationsstand vertreten sein. Dort können die Bürger und Bürgerinnen mehr über die Kampagne erfahren und auch direkt die Petition unterstützen.




Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gastmitglied der ACK Bayern

Zustimmung aller ACK-Mitgliedskirchen
Der Vorstand und der Ständige Ausschuss der ACK Bayern hätten mehrfach und ausführlich über den Antrag auf Gastmitgliedschaft beraten, so der Geschäftsführer der ACK Bayern, der griechisch-orthodoxe Theologe Georgios Vlantis. In der Sitzung des Ständigen Ausschusses am 13. Oktober 2018 sei einstimmig bei zwei Enthaltungen beschlossen worden, den Kirchenleitungen die Zustimmung zu dem Aufnahmeantrag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern als Gastmitglied zu empfehlen. Der Beschlussfassung wären Gespräche des Vorstandes und des Ständigen Ausschusses mit der Leitung der Freikirche vorausgegangen. Für die Aufnahme eines Gastmitglieds in die ACK Bayern ist die Zustimmung aller Mitgliedskirchen nötig. Die Kirchenleitungen der ACK-Mitgliedskirchen hätten einstimmig der Gastmitgliedschaft der Siebenten-Tags-Adventisten zugestimmt. Der Prozess sei Ende Juli abgeschlossen worden.

Kontakt und Austausch mit unseren „Nachbarn“
Prälat Dr. Bertram Meier, Vorsitzender der ACK Bayern, freue sich über das neue Gastmitglied: „Ich heiße die Adventisten ganz herzlich in unserem Kreis willkommen. Das Vertrauen zueinander ist in letzter Zeit stetig gewachsen, so dass alle Mitgliedskirchen der ACK Bayern der künftigen noch engeren Zusammenarbeit mit den Adventisten gespannt und freudig entgegenschauen.“

Der Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern, Pastor Wolfgang Dorn, äußerte: „Als Adventisten in Bayern freuen wir uns darüber, als Gastmitglied in der ACK Bayern mitwirken zu können. Damit wird ein Beschluss der Adventgemeinden in Bayern von 2013 umgesetzt. Entsprechend dem Verständnis unserer Weltkirche teilen wir das Anliegen mit allen Kirchen durch einen konstruktiven Dialog zum gegenseitigen Verständnis beizutragen. Dies geschieht durch das Gespräch über Fragen des Glaubensverständnisses, Gottesdienst und des geistlichen Lebens. Außerdem ist es uns auch ein Anliegen, in einem säkularisierten Umfeld die christliche Botschaft und den Glauben an Jesus Christus weiterzugeben. Auf diesem Weg sind wir als Freikirche nicht alleine unterwegs und suchen den bewussten Kontakt und Austausch mit unseren ‚Nachbarn‘, das heißt den anderen christlichen Kirchen in Bayern.“

ACK Bayern und bayerische Adventisten
Die ACK Bayern hat jetzt 19 Mitgliedskirchen, drei Gastmitglieder und vier mitwirkende Organisationen. Die Delegierten der Gastmitglieder haben beratende Stimme. Weitere Informationen: https://www.ack-bayern.de/

Zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören in Bayern 70 Kirchengemeinden und rund 4.500 mündig getaufte Mitglieder. Die Freikirche ist in dem Bundesland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Informationen: https://bayern.adventisten.de/

Seit 1993 Gastmitglied in der ACK Deutschland

Bereits seit 1993 ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland Gastmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. In den folgenden regionalen ACKs hat die Freikirche ebenfalls einen Gaststatus: Ökumenischer Rat Berlin, beziehungsweise Ökumenischer Rat Berlin-Brandenburg (seit 1971), ACK Hamburg (1990), ACK Bremen (1992), ACK in Sachsen (1992), ACK in Mecklenburg-Vorpommern (1993), ACK in Sachsen-Anhalt (1993), ACK in Schleswig-Holstein (1993), ACK in Thüringen (1995), ACK in Nordrhein-Westfalen (2003) und ACK in Niedersachsen (2007). In der ACK in Baden-Württemberg hat die Freikirche seit 1992 einen Beobachterstatus. Nicht vertreten sind die Adventisten bisher in den ACKs in Hessen und Rheinhessen sowie in der Region Südwest (Rheinland-Pfalz und Saarland).




Evangelische Friedensarbeit trauert um Pfarrer Ulrich Finckh

„Ulrich Finckh hat sich über Jahrzehnte hinweg mit Nachdruck, Beharrlichkeit und großem Engagement für ein Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung eingesetzt“, betonte Detlev Besier von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Er war viele Jahre ehrenamtlicher Geschäftsführer der EAK und habe deren Arbeit geprägt. Dabei sei es ihm stets wichtig gewesen, dass Menschen, die aus Gewissensgründen den Dienst mit der Waffe verweigerten, eine öffentliche Anerkennung für ihre Entscheidung erhielten, stellte Besier fest, der auch Friedensbeauftragter der Protestantischen Kirche der Pfalz ist.

Ein unbequemer, wichtiger Mahner
Gerade in einer Zeit, in der Kriegsdienstverweigerer in der Gesellschaft stigmatisiert worden seien, habe sich Pfarrer Ulrich Finckh, der bis 2003 Vorsitzender der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen war, mit Fachwissen und unermüdlichem Einsatz für deren Rechte eingesetzt. „Ulrich Finckh stand den Betroffenen in Prüfungsverfahren zur Seite, er stritt aber auch beharrlich gegenüber den politischen Verantwortlichen für deren Rechte“, so Detlev Besier.

Die evangelische Friedensarbeit habe Ulrich Finckh viel zu verdanken, betonte Renke Brahms. „Er war ein unbequemer, aber wichtiger Mahner für eine friedliche Welt. Seine Stimme wird fehlen“, so der EKD-Friedensbeauftragte, der im Trauergottesdienst für Ulrich Finckh auch die Predigt hielt.

Soldat, Pfarrer, Pazifist
Ulrich Finckh wurde am 4. September 1927 in Heilbronn geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Soldat miterlebte, studierte er in Marburg, Mainz und Göttingen evangelische Theologie und wurde zunächst Pfarrer in Mettenheim (Rheinhessen), ab 1962 Studentenpfarrer in Hamburg, bevor er 1970 in Horn in Bremen Gemeindepfarrer wurde und dies bis zu seinem Ruhestand 1991 blieb. Er war 1971 bis 2012 Mitglied im Vorstand des Sozialen Friedensdienstes Bremen, von 1971 bis 2003 Vorsitzender der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, von 1974 bis 2004 Mitglied des Beirates für den Zivildienst und Mitbegründer der Gustav-Heinemann-Initiative. Finckh war auch lange Jahre ehrenamtlicher Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Er starb am 25. Juli in Bremen. Seine Autobiografie „Pimpf, Pfarrer, Pazifist. Ein kritischer Rückblick (1927-2017)“ erschien 2018 als Band 42 der Schriftenreihe „Geschichte & Frieden“ im Donat-Verlag, Bremen.

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Sprecher im Bundesvorstand der EAK sind Wolfgang Buff, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), und Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wird im EAK-Vorstand und in der Mitgliederversammlung von Dr. Horst Sebastian vertreten, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Informationen: www.eak-online.de




Theologische Hochschule Friedensau trauert um Professor Dr. Winfried Noack

Winfried Noack, 1928 in Breslau geboren, studierte am adventistischen Theologischen Seminar Marienhöhe Darmstadt Theologie und an der Ludwig-Maximilians-Universität München Germanistik, Geschichte, Geographie und Philosophie. Während seiner Tätigkeit als Lehrer von 1954 bis 1992 am Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt wurde er 1962 zum Pastor der Siebenten-Tags-Adventisten ordiniert und 1966 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz promoviert.

Gemeinsam mit seiner Frau Renate entwickelte Noack in Friedensau ab 1992 das Studienprogramm am Fachbereich Christliches Sozialwesen. Er war Gründungsmitglied des Instituts für theologische und sozialwissenschaftliche Erforschung von Gemeindeentwicklung und Mission sowie des Instituts für integrative Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit der Hochschule, zu dessen Leiter er berufen wurde. 1995 erfolgte die Ernennung zum Professor. Im Jahr 2000 wählte die Theologische Hochschule Friedensau ihn für sieben Jahre zum Prorektor.

„Winfried Noack verband sein umfangreiches wissenschaftliches Wirken mit praktischer Projektarbeit in der Umgebung von Friedensau, später in Darmstadt, wo er mit seiner Frau den Ruhestand verlebte. Ihrer beider Herzlichkeit vermittelte stets ein Gefühl der Verbindlichkeit und des Angenommenseins“, betonte der Rektor der Hochschule, Professor Dr. Roland E. Fischer.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




100 Jahre Gehörlosengemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

Anfänge in Bremen
Margarete Heine wurde 1894 als hörendes Kind gehörloser Eltern geboren. Sehr früh erlernte sie als die Älteste von sechs Kindern der Eheleute Heine die Handzeichensprache, um sich mit den Eltern verständigen zu können. Mit 24 Jahren lernte sie durch die Adventistin Giesecke den Glauben an Jesus Christus kennen. Als Kinderfräulein betreute Margarete Heine nach ihrer Taufe die gehörlosen Kinder Else und Hilda bei der gehörlosen Familie Pohl und erzählte ihnen auch von ihrem Glauben.

Im Januar 1920 wurde Frau Pohl, die Mutter von Else und Hilda, als erste Gehörlose getauft und in die Adventgemeinde Bremen aufgenommen. Mit 26 Jahren lernte Margarete den gehörlosen Berliner Carl Puich kennen. Er war Sozialist und glaubte nicht an Gott. Das änderte sich jedoch und er ließ sich am 20. Dezember 1920 taufen. Vier Tage später fand die Hochzeit mit Margarete statt. Die Trauung wurde von dem adventistischen Pastor Müller aus Magdeburg in Zeichensprache durchgeführt.

Carl Puich war der erste gehörlose adventistische Evangelist in Deutschland. Er begann 1921 die Bibel mit Gehörlosen zu studieren. Seine Frau Margarete dolmetschte jeden Sabbat (Samstag) im Gottesdienst das Bibelgespräch und die Predigt. Mit 35 Jahren wurde Margarete Puich auch als Gebärdensprachdolmetscherin an den Gerichten vereidigt. Ihre Dolmetschertätigkeiten waren nicht nur auf Bremen beschränkt. Auch zu Ärzten und Behörden wurde sie gerufen. Über 50 Jahre wirkte Margarete unermüdlich im Dienst an gehörlosen Mitmenschen. Carl Puich verstarb 1966, seine Frau 1982.

Ausbau der adventistischen Gehörlosengemeinschaft
Nach dem Tod von Carl Puich wurde der gehörlose Horst-Dieter Meyer evangelistisch tätig. Er hielt 1973 seine ersten Bibelvorträge unter Gehörlosen in Hannover. Horst-Dieter Meyer wurde neben seinem Beruf als Optikermeister in Stadthagen nach Carl Puich der zweite gehörlose Evangelist der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Durch sein Engagement wuchs die adventistische Gehörlosengemeinschaft. Er starb 2015.

1974 fand die erste Gehörlosen-Bibelfreizeit im Bergheim Mühlenrahmede im Sauerland mit Horst-Dieter Meyer und Gastreferent Pastor Heinz Hopf statt. Es war der Start eines jährlich stattfindenden Gehörlosentreffens der adventistischen Gehörlosengemeinschaft auf Bundesebene.

1976 wurde Georg Pietruska Beauftragter, Dolmetscher und Koordinator für die adventistischen Dolmetscher. Er organisierte in den Adventgemeinden von 1976 bis 1996 Dolmetscherkurse. Pastor Gerhard Freitag, wurde von1987 bis 1990 offizieller Beauftragter der Freikirche für die adventistischen Gehörlosen. 1992 wurde Pastor Gerd Wildemann der zweite offizielle Bundesbeauftragte für die Gehörlosen. 2013 fand der erste internationale Gehörlosenkongress der Siebenten-Tags-Adventisten in Cologne/Frankreich statt. 2015 gab es den ersten internationalen Gebärdendolmetscher-Lehrgang für die Gebärdensprache International Sign Language (ISL) in Sevilla/Spanien.

Globaler Dienst für Gehörlose
Laut Gerd Wildemann, gibt es weltweit 250 bis 300 Millionen Gehörlose, von denen nur zwei bis vier Prozent Christen seien. Deshalb habe die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten erstmals mit Jeff Jordan, Collegedale, Tennessee/USA, einen gehörlosen Pastor zum Koordinator des Dienstes an Gehörlosen ernannt. Er soll als globaler Berater, Trainer und Evangelist tätig sein, um die rasch wachsende weltweite Arbeit der Adventisten unter Gehörlosen zu unterstützen. Pastor Jordan hat ein Theologiestudium absolviert und ist aktiv in gehörlosen Kirchengemeinden tätig.

Spezielle Dienste der Adventisten für Gehörlose gebe es gegenwärtig in Argentinien, Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Kenia, Mexiko, den Philippinen, Russland, der Ukraine und den USA, so Pastor Wildemann.

Jubiläumsfeier in Hamburg
Bei der Jubiläumsfeier am 3. August in Hamburg werde Jordan im Gottesdienst um 10 Uhr die Predigt in ISL (Internationale Gebärden Sprache) gebärden. Dolmetscher würden dies in DGS (Deutsche Gebärdensprache) und in die Lautsprache Englisch / Deutsch übersetzen. Während des Gottesdienstes sei auch die Taufe einer Hörgeschädigten vorgesehen.

Am Samstag-Nachmittag gebe es unter anderem einen Einblick in den weltweiten Gehörlosendienst der Siebenten-Tags-Adventisten mit Berichten aus Deutschland, den USA und Brasilien. Aus Brasilien berichtet Douglas da Silva, São Paulo. Er sei der erste gehörlose adventistische Pastor in Brasilien für den Dienst an Hörgeschädigten in seinem Land, informierte Wildemann.




Keine Abschiebung von christlichen Konvertiten und Baha’i in den Iran

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bestreite nicht, dass christlichen Konvertiten willkürlich Gefängnis, Folter und Tod im Iran drohten, halte jedoch eine Abschiebung in das Land für möglich, da man sich als Christ nicht zu erkennen geben müsse. Doch gerade Konvertiten, die ihren Glauben besonders ernst nähmen, möchten ihn auch praktizieren und darüber sprechen können, so Kauder.

Taufbescheinigung genügt
Außerdem stellten die Entscheider im BAMF oft die Ernsthaftigkeit des Übertritts zum Christentum in Abrede. Zwar könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein Muslim zum Christentum übertritt, um nicht abgeschoben zu werden, räumte der Bundestagsabgeordnete ein. Doch wenn ein Muslim Christ werde, habe er viel größere Probleme mit seiner Verwandtschaft als beispielsweise ein Katholik, der in Deutschland in eine protestantische Kirche übertrete. Wie ernst es einem Konvertiten mit seinem Glauben sei, könne nicht objektiv überprüft werden. Das habe schon die jahrelang in der Bundesrepublik praktizierte Gewissensprüfung von Kriegsdienstverweigerern gezeigt. Deshalb sollte eine Taufbescheinigung ausreichen, um als Christ zu gelten. Das sei inzwischen auch die Meinung des Bundesinnenministeriums (BMI).

Rechtlose iranische Staatsbürger
Auch IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin appellierte an die deutschen Innenminister, „keine christlichen Konvertiten und keine Baha’i in den Iran abzuschieben“. Schon jetzt versuche die islamische Republik sogar solche Iraner zum Schweigen zu bringen, die nur die Einhaltung von iranischem Recht und internationalen Mindeststandards forderten. Nichtmuslime würden im Iran seit der islamischen Revolution systematisch diskriminiert. Angehörigen „geschützter Religionen“, wie Christen, Juden und Zoroastrier, werde lediglich ein Existenzrecht „gewährt“. Andersgläubige, Atheisten und Christen, die früher Muslime waren, seien praktisch rechtlos. „Die iranischen Behörden missachten systematisch bindende Verträge des Völkerrechts und sogar das eigene iranische Recht“, kritisierte Lessenthin. Deshalb fordere die IGFM ebenfalls einen Abschiebeschutz für solche getauften Konvertiten aus islamisch geprägten Ländern, denen durch ihre Konversion eine Gefahr für Leib und Leben drohe. Eine aussagekräftige pfarramtliche Bescheinigung der zuständigen Seelsorger ihrer Kirchengemeinde über die Ernsthaftigkeit ihrer Konversion sollte dabei ausreichend sein.

Sich gründlicher mit dem christlichen Glauben auseinandersetzen
Auch Uwe Heimowski, Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Bundestages und der Bundesregierung in Berlin, vertrat die Ansicht, dass in ein Land in dem ein Christ nicht frei über seinen Glauben sprechen könne, nicht abgeschoben werden dürfe. Außerdem sollten die Betreffenden eine Arbeitserlaubnis erhalten, um für sich selbst sorgen und sich besser in die Gesellschaft integrieren zu können. Dem BAMF empfahl Heimowski, sich gründlicher mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen und Länderberichte über die Missachtung der Religionsfreiheit zur Kenntnis zu nehmen.

Keine verfassungsmäßigen Rechte für Baha‘i
Jascha Noltenius, Referent für Menschenrechtsfragen im Büro für Außenbeziehungen der Baha’i-Gemeinde in Deutschland, informierte dass es im Iran etwa 300.000 Anhänger der Religionsgemeinschaft gebe. Seit der islamischen Revolution von 1979 seien die Baha’i im Iran das Ziel einer staatlich-klerikal betriebenen systematischen Verfolgung und Unterdrückung. Zwar würde kein Baha’i mehr im Iran wegen seines Glaubens hingerichtet, doch die Verfolgung beinhalte eine gesellschaftliche Isolierung. Dazu gehörten die Verweigerung des Bildungszugangs, die wirtschaftliche Unterdrückung, willkürliche Inhaftierung und Haftstrafen, öffentliche Hassreden sowie Friedhofsschändungen. Baha’i könnten keine verfassungsmäßigen Rechte in Anspruch nehmen. Auch Noltenius forderte, dass Baha’is nicht in den Iran abgeschoben werden dürften.




Studiengänge der Theologischen Hochschule Ewersbach weiterhin akkreditiert

Das Akkreditierungsverfahren wurde laut Hochschule im August letzten Jahres durch die zuständige Akkreditierungskommission von AQAS eröffnet. Im Februar fand eine Begehung am Hochschulstandort Ewersbach statt. Hier führte die Kommission getrennte Gespräche mit der Hochschulleitung, den Professoren und Studierenden. In ihrem Abschlussbericht hoben die Gutachter die besondere Mischung aus Theorie und Praxis in Ewersbach hervor. Die Studiengänge bildeten „eine gute Grundlage für ein selbstständiges Forschen und Beschäftigen mit theologischen Themen und Fragen, wie sie später im Berufsleben aufkommen.“ Außerdem fände „parallel dazu auch eine praktische Ausrichtung statt, um die Studierenden auf den Dienst am Menschen vorzubereiten.“ An dieser Stelle seien vor allem das Gemeindepraktikum und der Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung während des Studiums hervorgehoben worden. Bemerkenswert wären auch die Studienbedingungen. Die digitalen und literaturbezogenen Möglichkeiten für Studierende seien nach dem Gutachten der Kommission „exzellent“.

Der Rektor der Hochschule des BFeG, Professor Dr. Andreas Heiser, äußerte: „Es ist bemerkenswert, wie die Kommission unser eigenständiges Profil in den Studiengängen unserer Hochschule würdigt. Die enge Verbindung von Theologie, Persönlichkeitsentwicklung und praktischer Erfahrung in Gemeinde und Mission macht unsere Studiengänge einzigartig.“ Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Ansgar Hörsting, betonte: „Es braucht eine fundierte, qualitativ ausgezeichnete Ausbildung für Pastoren und Pastorinnen. Die Akkreditierung zeige, dass in Ewersbach eine hervorragende Arbeit geleistet wird.“

Theologische Hochschule Ewersbach
Der BFeG hatte bereits 1912 eine „Predigerschule“ in Wuppertal-Vohwinkel gegründet. 1946 wurde das Predigerseminar in Ewersbach neu eröffnet. Am 27. September 2011 verlieh das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst der Ausbildungsstätte den Status einer staatlich anerkannten Fachhochschule. Damit erfolgte die Umbenennung in „Theologische Hochschule Ewersbach“.




Adventisten in Süddeutschland: Wechsel im Vorstand und Pressedienst

Jens-Oliver Mohr (43) hat in Bogenhofen (Österreich), Passau und Friedensau Theologie studiert und war seit 2006 als Pastor in Baden-Württemberg tätig. Im Jahr 2015 wurde er zum Chefredakteur des Adventistischen Pressedienstes (APD Deutschland) berufen. Gleichzeitig leitet er die Presse- und Informationsstelle, das Referat für zwischenkirchliche Beziehungen und die Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (Apologetik) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mohr wechselt in der Mitte der Wahlperiode als Vizepräsident in den Vorstand des SDV. Bis auf die APD-Chefredaktion nimmt er seine bisherigen Aufgaben weiterhin wahr. Jens Mohr ist verheiratet und hat eine Tochter.

Stephan G. Brass (65) studierte in Deutschland, England und den USA Theologie, Publizistik sowie Radio- und TV-Kommunikation. Er gehört zu den ersten Nutzern des Internets in Deutschland, angefangen mit den Feldversuchen unter dem damaligen Bildschirmtext (BTX). Über 35 Jahre lang betreute er als Pastor verschiedene Kirchenbezirke der Adventisten in Nord- und Süddeutschland. In den jeweiligen Bundesländern beriet er die regionalen Kirchenleitungen als Pressesprecher oder als Beauftragter in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit 2017 ist Brass als Beauftragter für Kommunikation für die beiden deutschen überregionalen Kirchenleitungen mit dem Aufbau dieser Abteilung betraut. Ab 1. August übernimmt er zusätzlich die Chefredaktion des Adventistischen Pressedienstes in Deutschland.

Jochen Streit (53) ist ausgebildeter Theologe und war zwölf Jahre lang in der überregionalen Verwaltung der Freikirche in Süddeutschland tätig; von 2007 bis 2012 als Jugendabteilungsleiter, von 2012 bis 2019 als Vizepräsident und Generalsekretär. Davor leitete er als Vorstandsmitglied und Jugendabteilungsleiter die Geschicke der Adventisten in Bayern. Streit wird an der Theologischen Hochschule Friedensau die Aufgabe des Abteilungsleiters für akademische und studentische Angelegenheiten übernehmen.

Süddeutscher Verband
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland besteht aus den überregionalen Kirchenleitungen in Nord- und Ostdeutschland (Norddeutscher Verband, NDV) mit Sitz in Hannover, sowie in Süddeutschland (Süddeutscher Verband, SDV), mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart. Zum SDV gehören die regionalen adventistischen Kirchenleitungen in Baden-Württemberg, Bayern und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland). Weitere Infos unter: www.adventisten.de/organisation/sueddeutscher-verband




ADRA Deutschland unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

„Humanitäre Hilfe ist unser Auftrag, unabhängig von der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Wenn wir humanitäre Hilfe leisten, ist dies ein menschlicher und kein politischer Akt“, erklärte Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland e.V. Noch immer machten sich hunderte Menschen jeden Monat auf den lebensbedrohlichen Weg über das Mittelmeer in Richtung Europa. Viele von ihnen verlören dabei ihr Leben, darunter auch schwangere Frauen und Kinder.

Bereits im April hätten sich mehr als 250 zivilgesellschaftliche Organisationen, so auch ADRA Deutschland, in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt und kritisiert, dass die „gegenwärtige europäische Politik immer stärker auf Abschottung und Abschreckung setzt und dabei tausendfaches Sterben billigend in Kauf nimmt. Die Pflicht zur Seenotrettung ist Völkerrecht und das Recht auf Leben nicht verhandelbar“, so Christian Molke.

Solidarisch mit Schiffbrüchigen und Rettern
„Wir sind solidarisch mit den Menschen, die aus Seenot gerettet werden“. Die aktuelle Abschottungspolitik der Europäischen Union und das Gebaren einiger Mitgliedsländer seien mit den Werten der Europäischen Union unvereinbar. „Wir sind ebenso solidarisch mit den Rettern von SOS MEDITERRANEE.“ Seenotrettung sei kein Verbrechen, sondern ein humanitärer Imperativ, betonte der Geschäftsführer von ADRA Deutschland. „Wir appellieren deshalb an die Bundesregierung, sich für eine humane Flüchtlings- und Rettungspolitik im Mittelmeer und an allen EU-Außengrenzen einzusetzen.“

ADRA
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA ist eine international tätige Nichtregierungs- Organisation. ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen ADRA-Büros. Weitere Informationen: www.adra.de




Zahl der Christen in Deutschland sinkt auf 56 Prozent

Kaum noch Interesse am evangelischen Sonntagsgottesdienst
Zum Stichtag 31.12.2018 gehörten insgesamt 21.140.599 Menschen einer der 20 evangelischen Gliedkirchen der EKD in Deutschland an. Das sind rund 395.000 Mitglieder weniger als 2017. Die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche erhöhte sich im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr von 190.284 auf 197.207. Im letzten Jahr wurden 176.239 Menschen getauft, 7.340 weniger als 2017. Die Zahl der Wiederaufnahmen erhöhte sich leicht um 216 Personen auf 16.342. Zudem wechselten 9.887 Gläubige aus anderen christlichen Kirchen in eine der Landeskirchen; 2017 waren es 9.863 gewesen. Die gegenüber 2017 rückläufige Mitgliederzahl sei wesentlich auf den demographischen Wandel in Deutschland zurückzuführen, so die EKD. Im Jahr 2018 verstarben rund 257.000 Angehörige der evangelischen Kirche. Den Sonntagsgottesdienst besuchen nur noch 3,3 Prozent der Kirchenmitglieder regelmäßig. Am Karfreitag sind es 4,2 Prozent, am Erntedankfest 7,1 Prozent und an Heiligabend 39,1 Prozent.

Die Broschüre „Gezählt 2019 – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“ ist im Internet zu finden unter:
https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/Gezaehlt_zahlen_und_fakten_2019.pdf

Auch weniger Katholiken
Die Zahl der Austritte aus der römisch-katholischen Kirche stieg 2018 erheblich an. 216.078 Menschen verließen die Kirche, 2017 waren es 167.504. Die 27 Diözesen der Deutschen Bischofskonferenz verzeichnen in ihrer aktuellen Kirchenstatistik für das Jahr 2018 jetzt 23.002.128 Kirchenmitglieder. Den Austritten und 243.705 Bestattungen standen im letzten Jahr 167.787 Taufen, 2.442 Eintritte (wovon 2.134 Protestanten waren) und 6.303 Wiederaufnahmen in die katholische Kirche gegenüber. Nur noch 9,3 Prozent der Katholiken besuchen regelmäßig den Sonntagsgottesdienst.

Der Flyer „Katholische Kirche in Deutschland – Statistische Daten 2018“ kann ebenfalls im Internet heruntergeladen werden:
https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2019/2019-118a-Flyer-Statistische-Daten-2018.pdf




„HopeTV Kinder“: neuer YouTube-Kanal

„Fribos Dachboden“ ist eine Sendereihe des Hope Channels für Kinder im Grundschulalter. Fribonius Maximilian Balthasar von Einzahn ist ein Holzwurm und wohnt auf einem Dachboden in Süddeutschland. Zusammen mit seinem Freund Dominik entdeckt er tolle Dinge und sie lesen in einem großen alten Buch spannende Geschichten. Außerdem sind da noch Carla und Wilma, die basteln, kochen, bauen und experimentieren, sowie viele neue Akteure bei Fribo.

HopeTV
HopeTV ist ein Sender der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der von Hope Media (Stimme der Hoffnung e. V.) mit Sitz in Alsbach-Hähnlein betrieben wird. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Weitere Informationen: www.hopetv.de

[Korrekturhinweis: Bei den Mitwirkenden der Serie „Fribos Dachboden“ haben sich Veränderungen ergeben.]




Adventisten: erste regionale Kirchenleiterin besucht Deutschland

Auf Initiative einer adventistischen Kirchengemeinde in Stuttgart besuchte Dr. Sandra Roberts die Bundesrepublik. Auf ihrem Programm standen Treffen mit Leitungspersonen der Freikirche in Deutschland, Besuche von Institutionen der Freikirche, wie der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg oder Hope Media in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, und von historischen Stätten in Berlin und Wittenberg. Roberts absolvierte ein straffes Vortragsprogramm und nahm zudem in Stuttgart an einer Podiumsdiskussion über die Rolle von Frauen in Führungspositionen innerhalb der adventistischen Freikirche teil.

Einsatz für Gleichstellung von Mann und Frau
„In unserer Division [teilkontinentale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika] ist die Gleichstellung [von Mann und Frau] Voraussetzung, um gesellschaftsrelevant zu sein“, so Roberts in der Diskussion. Die Southeastern California Conference habe eine lange Tradition, Gleichstellung im Predigtamt zu fördern und sie selbst habe davon profitiert. So habe sie als Präsidentin stets die volle Unterstützung in ihrer Vereinigung erfahren, wenn auch nicht alle Mitglieder damit einverstanden seien. Sie sei stolz darauf, sich als Präsidentin für die Gleichstellung von Mann und Frau in der Freikirche einzusetzen und ihre weiblichen Pastoren zu schützen. „Ich will nicht, dass sich meine Kirche deswegen spaltet … Ich glaube daran, dass wir zueinander gehören“, bekräftigte Roberts.

Zur Person
Die Eltern von Sandra Roberts dienten der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika als Missionare. Roberts absolvierte ein B.S.-Studium der Diätetik an der Loma Linda University und arbeitete als Bibellehrerin, Exekutivdirektorin des Freizeit- und Tagungszentrums Pine Springs Ranch, Sommerlager-leiterin, Campusseelsorgerin, Pastorin, stellvertretende Jugendabteilungsleiterin der Vereinigung und als Vereinigungsadministratorin. Sie erwarb zusätzlich einen Master-Abschluss in Religionspädagogik an der Andrews University und einen Doktortitel an der Claremont School of Theology. Roberts war vor ihrer Wahl zur Präsidentin neun Jahre lang Generalsekretärin der Southeastern California Conference.

Keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastoren und Pastorinnen bei Adventisten
Innerhalb der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt es keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastorinnen und Pastoren. Adventistische Frauen können nach der Entscheidung der Weltsynode in San Antonio 2015 lediglich weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium als Pastorinnen „gesegnet“ werden und damit bestimmte Amtshandlungen örtlich begrenzt ausführen. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Somit bleibt das kirchenleitende Amt des Präsidenten einer Vereinigung (regionale Kirchenleitung) oder eines Verbandes (überregionale Kirchenleitung) männlichen Geistlichen vorbehalten, da hierfür die Ordination notwendig ist. In den Jahren vor der Weltsynode 2015 in San Antonio und danach sind sowohl in den USA als auch in wenigen europäischen Staaten dennoch insgesamt rund 40 Frauen zum Pastorendienst ordiniert worden, darunter auch Sandra Roberts.




Friedrich Siegmund-Schultze wieder mehr Beachtung schenken

Ein Theologe, der schon im Ersten Weltkrieg zur Versöhnung aufrief
Der 1885 in Görlitz geborene Friedrich Siegmund-Schultze engagierte sich schon vor dem Ersten Weltkrieg für den Frieden. Bereits 1910 betonte er, dass das Christentum den organisierten Massenmord nicht heiligsprechen könne, sondern erklären müsse, dass Krieg führen gegen den Willen Jesu sei. Sein Augenmerk galt der Völkerverständigung und der Ökumene. Siegmund-Schultze gehörte zu den Initiatoren einer internationalen Konferenz in Konstanz, auf der im August 1914, unmittelbar bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der „Weltbund für Freundschaftsarbeit der Kirchen“ gegründet wurde, der Vorläufer des Internationalen Versöhnungsbundes. „Friedrich Siegmund-Schultze war einer der wenigen Theologen, nicht nur in Deutschland, die auch während des Ersten Weltkriegs nicht müde wurden, Versöhnung zwischen den Weltkriegsgegnern zu predigen und für Verständigung und Frieden einzutreten“, informierte Renke Brahms.

Ein Gegner der deutschen Wiederbewaffnung
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Friedrich Siegmund-Schultze nachdrücklich für ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein und wandte sich entschieden gegen eine deutsche Wiederbewaffnung. „Für Friedrich Siegmund-Schultze war Kriegsdienstverweigerung eine Gewissensentscheidung, die der Staat zu schützen hatte“, meinte Lutz Krügener, der Friedensbeauftragte der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und einer der Sprecher der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Darum habe er sich immer wieder auch gegen Einschränkungen des Artikels 4, Absatz 3 des Grundgesetzes, in dem das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen festgeschrieben ist, gewehrt. 1957 gehörte Siegmund-Schultze zu den Initiatoren der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen und wurde deren erster Vorsitzender.

Ein ungewöhnlicher Mensch
In Fragen der Kriegsdienstverweigerung sah der Theologe auch die Kirchen in einer Pflicht. So schrieb Siegmund-Schultze 1950, dass ein Christ wachen Gewissens „heute die Kriegsdienstverweigerung als die richtige persönliche Haltung vor Gott und den Menschen“ erkennen werde. „Dafür hat er sich eingesetzt und engagiert, auch gegen Widerstände aus Politik, Kirche und Gesellschaft“, so Lutz Krügener. Darum sei es richtig gewesen, dass die EAK mit dem seit 1994 von ihr verliehenen „Friedrich Siegmund-Schultze-Förderpreis für gewaltfreies Handeln“ an diesen Theologen erinnere, fügte der EAK-Sprecher hinzu.

Der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann bezeichnete Friedrich Siegmund-Schultze, der am 11. Juli 1969 in Soest verstarb, als einen der ungewöhnlichsten Menschen, denen er begegnet sei. „Die Arbeit und das Wirken dieses Friedenstheologen darf nicht in Vergessenheit geraten, das ist unsere Aufgabe. Friedrich Siegmund-Schultze ist auch 50 Jahre nach seinem Tod noch immer hochaktuell“, betonte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms.




Adventisten sprechen weltweit über „Christsein und sozialer Dienst“

Noch in den 1990er Jahren sei in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten darüber diskutiert worden, ob soziale Arbeit zum Auftrag der Kirche gehöre oder ob sich dieser auf die Verkündigung des ewigen Evangeliums in der Endzeit beschränke, heisst es in der Einführung zum deutschen „Studienheft zur Bibel“. Die Verkündigung des Evangeliums sei zweifellos zentraler Auftrag der christlichen Gemeinde, „doch die ‚Gute Nachricht‘ besteht nicht nur aus schönen Worten über die Liebe Gottes, sie ist auch in tätigem und liebevollem Handeln vernehmbar.“ Diakonische und soziale Arbeit gehörten neben Verkündigung und Gemeinschaft zum Auftrag der Kirche, „denn ohne Werke der Nächstenliebe ist der Glaube tot.“ Die christliche Botschaft sei nur „insoweit glaubwürdig und wirkungsvoll, wie sie sich den notleidenden und bedürftigen Menschen zuwendet.“

Videoclips zu jedem Wochenthema
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Europa hat gemeinsam mit den nationalen ADRA Landesbüros in Europa Videoclips von rund drei Minuten zu jedem Wochenthema erstellt. Die Kirchengemeinden können diese Videoclips herunterladen und als Einführung ins Wochenthema benutzen: https://cloud.adventisten.ch/s/6FrrqTDPE69pMa3

Ebenso greift die Talksendung „die BIBEL. das LEBEN.“ auf dem Hope TV die entsprechenden Wochenthemen auf: www.diebibel-dasleben.de

Studienanleitung zur Bibel
Die Studienanleitung zur Bibel wird von der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten herausgegeben und ist in zahlreichen Sprachen erhältlich. Auf Deutsch gibt es neben der Standardausgabe auch das „Studienheft zur Bibel“, welches als Begleitheft die gleichen Themen in didaktisch aufbereiteter und kontextuell bearbeiteter Form enthält. Die Studienanleitung dient der persönlichen Beschäftigung mit der Bibel während der Woche und als thematische Grundlage für das Gruppengespräch im ersten Teil des adventistischen Gottesdienstes. Die Beschäftigung mit der Bibel in Gesprächsform während des ersten Teils des Gottesdienstes wurde bereits 1853, zehn Jahre vor der offiziellen Kirchengründung, praktiziert. Weitere Informationen: https://advent-verlag.de/studienhefte




ADRA weitet Einsatz im Jemen aus

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe sei eine der größten im Jemen tätigen Hilfsorganisationen, teilte Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland, mit. Gleichzeitig sei der Einsatz im Jemen das finanziell größte Engagement von ADRA Deutschland. Gemeinsam mit Bündnispartnern vor Ort sei ADRA Deutschland in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Nahrungsmittelsicherheit, Wasserversorgung und Hygiene aktiv und leiste damit humanitäre Hilfe für Menschen im ganzen Land. ADRA setze bis Ende des Jahres zusätzliche Mittel ein, um das Leid der jemenitischen Zivilbevölkerung zu lindern. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland habe dafür zusätzliche Geldmittel bereitgestellt.

„Wir sind dem Auswärtigen Amt für die sehr gute Zusammenarbeit dankbar. Wir setzen jeden zur Verfügung stehenden Euro ein, um das Leid der Jemenitinnen und Jemeniten zu lindern“, erklärte der Geschäftsführer von ADRA Deutschland. „Mit zusätzlichen 1,11 Millionen Euro erhöhen wir das Gesamtvolumen für den Jemen in diesem Jahr auf über sechs Millionen Euro. Langfristig jedoch wird nur ein dauerhafter Frieden der Bevölkerung helfen. Wir hoffen inständig, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen bald ein Ende finden werden“, appellierte Christian Molke.

ADRA
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungs- Organisation. ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen Büros. Weitere Informationen: www.adra.de




Adventisten: Berufsbegleitender Masterstudiengang International Social Sciences

In engem Austausch mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Europa sei die Möglichkeit geschaffen worden, das Studium auch berufsbegleitend zu absolvieren. Eine Zielgruppe sind Personen, die schon erste Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit hätten und sich weiterqualifizieren möchten, so Spiegler. Daneben sei der Studiengang auch für jene geeignet, die bereits einen berufsqualifizierenden Studienabschluss in einem anderen Bereich besäßen und sich für eine internationale Tätigkeit im Bereich Entwicklungszusammenarbeit oder humanitäre Hilfe interessierten.

Das berufsbegleitende, englischsprachige Studium dauert drei Jahre und umfasst pro Semester zwei separate Studienwochen auf dem Campus Friedensau, informierte Professor Spiegler. Ergänzend würden Lehrinhalte online-gestützt angeboten. Der Studiengang vermittle die notwendigen theoretischen Grundlagen, um sich in den komplexen Fragen globaler Gerechtigkeit und Entwicklung zu orientieren und bereite durch praxisorientierte Module auf die Projektarbeit in diesem Tätigkeitsbereich vor. All das geschehe in einer internationalen Studiengruppe.

Experten aus dem Globalen Süden – Armut auch in Europa
Ein wichtiger Teil des Studiums sei laut Spiegler ein Praxismodul, in dem man lerne, wie ein Projekt geplant, durchgeführt und evaluiert werde. Das beinhalte eine einwöchige Exkursion die mit einem lokalen ADRA-Büro durchgeführt werde. Dieses Jahr fahre eine Gruppe nach Albanien, um dort mit ADRA Albanien ein Projekt zur Unterstützung der Roma-Gemeinschaft zu entwickeln. Ergänzend würden Seminare stattfinden, an denen auch Mitarbeiter von ADRA teilnehmen könnten.

Während solcher Exkursionen würden immer wieder weit verbreitete Vorurteile infrage gestellt, betonte der Dekan. „Die Gruppe aus Friedensau wurde in den letzten Jahren von Friedensauer Absolventen aus afrikanischen Ländern geleitet.“ Die ADRA-Mitarbeiter vor Ort hätten mit Erstaunen festgestellt, dass Experten und Expertinnen auch aus Afrika kämen. Und den Studierenden, überwiegend aus Ländern des Globalen Südens, wäre deutlich geworden, dass es auch in Europa Armut und Ausgrenzung gebe und dass sie etwas dazu beitragen könnten, die Situation zu verbessern.

Nähere Informationen zu den Studieninhalten bietet die Homepage der Hochschule: www.thh-friedensau.de

Hochschule Friedensau
Die 1899 gegründete Friedensauer Bildungsstätte und 1990 staatlich anerkannte Hochschule hat die Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie. Sie vergibt universitäre Studienabschlüsse in Theologie (B.A., M.A. und Master of Theological Studies) sowie Soziale Arbeit (B.A.), Sozial- und Gesundheitsmanagement (M.A.), International Social Sciences (M.A.), Counseling/Beratung (M.A.) und Musiktherapie (M.A.). Der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ bereitet die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer sprachlich auf ihr Studium vor. Ein gemeinsames Projekt der Kliniken der Pfeifferschen Stiftungen und der Theologischen Hochschule ist die hochschulzertifizierte Weiterbildung in den Pflegeberufen für die in Friedensau Professorin Dr. Margarete Reinhart zuständig ist.

Die Hochschule verfügt über die wissenschaftlichen Institute Altes Testament und biblische Archäologie, Missionswissenschaft, Religionsfreiheit, Weiterbildung, Adventistische Geschichte und Theologie, Historisches Archiv, Kirchenmusik, Evaluation in der Entwicklungsarbeit und humanitären Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Sucht- und Abhängigkeitsfragen, Kulturrelevante Kommunikation und Wertebildung, Familien- und Sozialforschung, Schutz von ethischen, linguistischen und religiösen Minderheiten sowie Musiktherapie. Die Bibliothek umfasst ein vielfältiges Angebot mit über 150.000 Medien. Sie beherbergt auch die Bibliothek des Vereins für Freikirchenforschung und eine Musikalienbibliothek mit umfangreicher Notensammlung. Träger der Hochschule ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.




Hospiz Friedensberg feiert 10-jähriges Bestehen

„Wer kam auf den verrückten Gedanken, hier ein Hospiz zu bauen?“, mit dieser Frage erinnerte Lothar Scheel, Vorsitzender des Trägervereins des Hospizes, in seiner Festansprache an den Beginn der Hospizarbeit vor zehn Jahren und die Vorbereitungen dazu. Menschen, die an etwas Großes glaubten und sich dafür einsetzen, sowie viele Firmen und Spender hätten zur Verwirklichung der knapp 1,5 Millionen Euro teuren Einrichtung in Lauchhammer beigetragen. Bisher hätten dort rund 850 Menschen ihre letzte Lebenszeit verbracht.

Wert und Würde des Lebens – auch im Sterben
„Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben“ lautet das der englischen Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, zugeschriebene Motto des Hauses. Auf dieses Motto nahm auch der Seelsorger des Hospizes Friedensberg, Pastor Michael Götz, in seiner Ansprache Bezug. Die paradoxe Einsicht: „Nahe dem Tod sind wir dem Leben nahe“ mache deutlich, dass uns gerade im Angesicht der Endlichkeit der unendliche Wert des Lebens bewusst werde. „Leben ist Beziehung“, so Götz, „wir brauchen einander, um leben zu können“. Es sei ein großer Segen, nicht alleine sterben zu müssen, sondern in Begleitung von anderen Menschen.

Hospiz Friedensberg
Das Hospiz Friedensberg in Lauchhammer bietet seit Juli 2009 sterbenskranken Menschen unabhängig von ihrer Konfession pflegerische Versorgung und soziale Begleitung an. Betrieben wird die Einrichtung vom Advent-Wohlfahrtswerk Berlin-Brandenburg e.V. und vom Hospizdienst Oberspreewald-Lausitz e.V., die dafür einen gemeinsamen Trägerverein (AWW Hospiz Senftenberg in Südbrandenburg e.V.) gründeten. Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist ein bundesweit tätiger gemeinnütziger Verein und bildet mit einer Reihe von sozialen Einrichtungen, Projekten, sozialen Initiativen und verschiedenen Tochter-Gesellschaften das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Infos: www.hospiz-friedensberg.de




Adventisten: Neuer Professor an der Hochschule Friedensau

Wie die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Friedensauer Hochschule mitteilte, ist Professor Bendix seit März 2019 an der ThHF tätig. Zuvor forschte und lehrte er an der Freien Universität Berlin und an der University of Manchester sowie an den Universitäten Jena und Kassel. Sein Forschungs- und Lehrgebiet umfasst „Globale Entwicklung“. Er hat sich insbesondere mit den Auswirkungen kolonialer Machtverhältnisse auf die deutsche Entwicklungspolitik im In- und Ausland beschäftigt. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er in dem Buch „Global Development and Colonial Power – German Development Policy at Home and Abroad“ im Londoner Verlag Rowman & Littlefield International (2018). Derzeit forscht er zu den Möglichkeiten transnationalen Widerstands gegen Landgrabbing (Landraub) mit dem Fokus auf Mali.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können verschiedene Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, und ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de




Leitungswechsel bei der Heilsarmee

Cachelin ist der Ururenkel und direkter Nachfahre des Gründervaters der Heilsarmee, General William Booth (1829-1912). Zudem führt Cachelin eine Familientradition fort. Bereits sein Vater, Kommandeur Francy Cachelin, leitete die Heilsarmee in Deutschland in den Jahren 1979 bis 1984. Der 62-jährige Oberst war seit 2017 als Chefsekretär (Verwaltungsdirektor) am Territorialen Hauptquartier (THQ) der Heilsarmee in Köln für die Abteilung Finanzen verantwortlich.

Zuvor hatte der gebürtige Schweizer gemeinsam mit seiner Frau für die Heilsarmee in der Schweiz, in Australien und England als Korpsoffizier (Gemeindeleiter), Jugendsekretär, in der Offiziersausbildung und an verschiedenen Divisionshauptquartieren gedient. Cachelins Ehefrau, Oberstin Deborah Cachelin wird zeitgleich, ab Juli, das Amt der Territorialen Präsidentin für Frauenarbeit am THQ in Köln leiten.

Als Nachfolger ins Amt des Chefsekretärs (Verwaltungsdirektors) am THQ in Köln wurde Oberstleutnant Hartmut Leisinger berufen. Der studierte Betriebswirt verantwortete seit 2014 am THQ die Bereiche Finanzen, Liegenschaften und Informationstechnologie. Darüber hinaus bekleidet er das Amt des Datenschutzbeauftragten.

Die Heilsarmee
Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in den Slums des Londoner East End von dem damaligen Methodistenprediger William Booth gegründet, der von der erschütternden seelischen und sozialen Not der Menschen tief berührt war. Nach wie vor hilft die Heilsarmee finanziell schlecht gestellten Menschen und will auch denjenigen ein geistliches Zuhause bieten, die am Rande der Gesellschaft stehen.

Als evangelische Freikirche und Hilfsorganisation arbeitet die Heilsarmee in 131 Ländern und zählt etwa drei Millionen Mitglieder und freiwillige Helfer. Weltweit leistet sie eine umfangreiche geistliche und soziale Arbeit in ihren Gemeinden und Sozialzentren. In Deutschland, Litauen und Polen gibt es 45 Gemeinden mit etwa 1.400 Mitgliedern und 18 soziale Einrichtungen sowie 11 angegliederte Angebote. Weitere Informationen unter: www.heilsarmee.de




YouTube bei der Vermarktung von Online-Videos vorn

Sozialen Medien kommt eine zentrale Rolle bei der Vermarktung von Onlinevideo-Inhalten zu. Während YouTube von 90 Prozent der Video-Anbieter genutzt wird, gefolgt von Facebook (71 Prozent) und Instagram (59 Prozent), hat sich die Anzahl der Video-Angebote mit einer eigenen Web-Präsenz seit 2014 halbiert. Für 51 Prozent der Anbieter stellt daher die Youtube-Monetarisierung auch die wichtigste Erlösquelle dar. Daneben bieten vor allem die großen Reichweiten auf Instagram ein hohes Monetarisierungspotenzial. Die insgesamt 1.900 untersuchten Video-Influencer haben eine Brutto-Reichweite von rund 175 Millionen Followern. Etwa 12 Prozent der Video-Uploads auf Instagram enthalten bereits Werbeplacements.

Hohes Marktwachstum erwartet
Die hiermit verbundenen Erwartungen sind groß: Nach Schätzung von Goldmedia wird der Markt für Online-Videowerbung bis 2023 auf über eine Milliarden Euro netto wachsen. 80 Prozent der befragten Onlinevideo-Anbieter melden bereits heute gestiegene Abrufzahlten, 40 Prozent sogar starke Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr.

Eine moderne Regulierung ist unverzichtbar
„Die Studienergebnisse unterstreichen eindrucksvoll die rasante Geschwindigkeit, mit der sich der Web TV-Markt entwickelt. Der Anteil der Angebote mit linearen Live-Streams wächst dabei besonders deutlich“, sagte Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK). „Der Ruf der Anbieter nach Rechtsklarheit ist für uns Bestätigung und Ansporn, die intensiven Bemühungen für eine zeitgemäße, moderne Regulierung von Onlinevideo-Angeboten voranzutreiben“, so Kreißig. Mehr als die Hälfte aller Befragten hatten „Unklare rechtliche Rahmenbedingungen“ als größtes Hemmnis für den Onlinevideo-Markt genannt.

Über die Studie
Der Web-TV Monitor wird von der Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia und Bertram Gugel im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und der LFK erstellt und steht kostenfrei zur Verfügung unter: www.webtvmonitor.de, www.blm.de und www.lfk.de




Kirchentag: Podium zur politischen Korrektheit

Die Bewegung einer politischen Korrektheit gibt es so gar nicht. Diese These vertrat der Wirtschaftswissenschaftler und Germanist Dr. Marc Erdl in seinem Eröffnungsvortrag. Erdl führte aus, wie das Phänomen „political correctness“ als importierter Mythos aus den USA in Deutschland aufgenommen wurde. Politische Korrektheit sei im Gebrauch, nicht zuletzt durch mediale Berichterstattung, zu einer Sache geworden, die es so gar nicht gebe. Als Narrativ legitimiere sie aber alles – bis hin zum politischen Mord.

Soll man Sprache gendern?
Auf die ideologischen Voraussetzungen bei der Verwendung von Sprache wies die WeltN24-Redakteurin Hannah Lühmann hin. Man sollte die Ordnung der Grammatik nicht der Ordnung der Ideologie unterordnen, so Lühmann. Dr. Bettina Hannover, Professorin für Schul- und Unterrichtsforschung an der Freien Universität Berlin, erwähnte ihre Studien zu den Auswirkungen von gendersensibler Sprache. Ihre Einübung zeige sich auch in einem sensibleren Umgang mit anderen Menschen. Man darf in unserem Land alles sagen – man muss nur mit den Folgen leben, dass einem nicht alle zustimmen. Diese Überzeugung vertrat der Chefredakteur von „Zeitzeichen“, Reinhard Mawick. Sprache sei auch eine Frage der Moral, so der Publizist und Autor Dr. Dr. Rainer Erlinger. Respekt und Anstand seien klare moralische Gebote. „Die Sprache ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Sprache“, so Erlinger.

Wie politisch miteinander streiten?
Der Philosoph Dr. Daniel-Pascal Zorn wies auf die Wichtigkeit des gegenseitigen Verstehens in der gegenwärtigen Debattenkultur hin. Politische Korrektheit könne eingesetzt werden, um Streit, der eigentlich nötig wäre, zu verhindern, was zur Lagerbildung beitrage. Zorn rief dazu auf, nachzuvollziehen, was der andere sagt und möglichst sachlich zu argumentieren und zu differenzieren.




Adventistische Institutionen auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund

Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Hilfsorganisation, die gemäß dem Motto „Damit Menschen wieder hoffen können“ in unterschiedlichen Bereichen für Bedürftige arbeitet. Besonderes Augenmerk erfährt zurzeit die weltweite Kampagne „Every Child. Everywhere. In School.“, die sich für den Bau von Bildungseinrichtungen und für die Verbesserung von Bildungssystemen einsetzt. ADRA Deutschland wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und gehört zu einem weltweiten Netzwerk mit über 130 nationalen ADRA-Büros. Weitere Informationen: Westfalenhalle 4, Stand D34, sowie unter www.adra.de.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind nach Angaben der Hochschule unter den rund 200 Studierenden vertreten. Weitere Informationen: Westfalenhalle 4, Stand F14, sowie unter www.thh-friedensau.de.

Hope Channel Deutsch
Zum Medienzentrum Stimme der Hoffnung e. V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein gehört auch der christliche TV-Sender Hope Channel Deutsch. Er ist Teil der internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Die Sendungen von Hope Channel TV Deutsch sind zu empfangen über den Satelliten ASTRA, Kabel Unitymedia sowie einige regionale Kabelnetze und im Internet. Weitere Informationen: Westfalenhalle 8, Stand I17, sowie unter www.stimme-der-hoffnung.de.

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie über 20 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 25 Millionen Gottesdienstbesucher in 210 Ländern der Erde. In Deutschland sind knapp 35.000 Mitglieder in 555 Gemeinden organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel. Am Informationsstand auf dem Kirchentag kann das Kirchentagsmotto „Vertrauen“ mit einer VR-Brille samt PlayStation spielerisch eingeübt werden. Weitere Informationen: Westfalenhalle 5, Stand B07, sowie unter www.adventisten.de.




Von Nazis diffamierte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ als NS-Opfer anerkennen

Keine Rechtfertigung für KZ-Haft
Das Vorenthalten der förmlichen Anerkennung der als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ diffamierten Häftlinge als NS-Opfer wecke oder bestärke objektiv, ob gewollt oder ungewollt, den Eindruck, sogar KZ-Haft sei für diese zehntausende Häftlinge kein nationalsozialistisches Unrecht und somit für bestimmte Delikte „rechtfertigbar“ gewesen, so die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz. 75 Jahre nach Ende des Nazi-Regimes sei im Deutschen Bundestag die Klarstellung überfällig, „dass kein Mensch mit Recht in ein NS-Konzentrationslager verschleppt, dort legitim gequält oder gar ermordet wurde“. Die Bundesvereinigung erinnerte daran, dass nach dem Gesetz zur Errichtung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZStiftG) aus dem Jahr 2000 alle KZ-Häftlinge eine Leistungsberechtigung hätten. Dem müsse jetzt ihre förmliche Anerkennung als NS-Opfer folgen. Wie anderen Opfergruppen des NS-Regimes gebühre ihnen und ihren Angehörigen Achtung und Mitgefühl.

Koalitionsvereinbarung verwirklichen
Gerade weil die vom Nazi-Jargon geprägten Begrifflichkeiten „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ bis heute umgangssprachlich diskriminierend verwendet würden, sei die explizite politische Anerkennung dieser NS-Opfergruppen durch den Bundestag und die Bundesregierung notwendig. Eine geforderte wissenschaftliche Aufarbeitung und didaktischen Vermittlung dieses komplexen Themas könnten kein Ersatz für die Anerkennung dieser NS-Opfer sein. Sie wurden in den Konzentrationslagern mit schwarzen und grünen Winkeln gekennzeichnet. Die Bundesvereinigung regt daher an, in den Beratungen des Deutschen Bundestages die Aussage der aktuellen Koalitionsvereinbarung zu verwirklichen: „Bisher weniger beachtete Opfergruppen des Nationalsozialismus wollen wir anerkennen und ihre Geschichte aufarbeiten“ (Seite 168).

Anträge von Bündnis 90/Die Grünen und FDP
Der Deutsche Bundestag hat bereits die Anträge von Bündnis 90/Die Grünen (19/7736) und der FDP (19/8955), mit denen die Anerkennung vom NS-Regime als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ diffamierte ehemalige KZ-Häftlinge als NS-Opfer gefordert wird, erstberaten. Am 4. April 2019 wurden die Anträge an die zuständigen Bundestagsausschüsse überwiesen. Eine überfraktionelle Einigung über die geforderte politische Anerkennung dieser Menschen als „Opfer des NS-Unrechts“ und damit die förmliche Feststellung durch den Deutschen Bundestag, dass an ihnen nationalsozialistisches Unrecht verübt wurde, steht noch aus.

Der Appell der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz neben Hintergrundinformationen zum Thema sind dokumentiert auf folgender Internetseite: http://upgr.bv-opfer-ns-militaerjustiz.de/index.php?page=pressemitteilungen




Europäische Pastorinnen-Tagung der Adventisten

Esther Knott, Leiterin der Predigtamtsabteilung der Adventisten in Nordamerika, berichtete über ihre Erfahrungen und ihren Weg als Pastorin. Die ursprünglich aus Ungarn stammende Leiterin der adventistischen Abteilung Frauen und Familie in Westaustralien, Piroska Vranyakne-Feith, präsentierte das Thema „Geistliche Disziplin in Führungspositionen“ und illustrierte humorvoll die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Führungsmodellen. Über die Themen Menschenwürde, Gleichberechtigung, Frauenrechte, sexueller Missbrauch und Frauendiskriminierung referierte Simone Emmert, Juristin und Dozentin für Sozialrecht an der Theologischen Hochschule Friedensau. Claudia Sokolis-Bochmann, verheiratet mit einem adventistischen Pastor und selbst baptistische Pastorin, berichtete von dem langen, hindernisreichen Weg, bis sie von ihrer Kirche endlich als Gemeindepredigerin anerkannt wurde. Eine Tagesexkursion führte nach Berlin ins Pergamon-Museum und auf den Spuren des Reformators in die Lutherstadt Wittenberg.

Seelische Verletzungen durch Diskriminierung
„Immer wieder erleben Pastorinnen, dass ihre Überzeugung, von Gott zum Predigtdienst berufen zu sein, von Menschen ihres eigenen Glaubens unterdrückt, abgelehnt und bezweifelt wird“, so Heidemarie Klingeberg, adventistische Pastorin in München. Die seelischen Verletzungen durch diese Art von Diskriminierung seien während der Tagung spürbar und sichtbar gewesen. Die Teilnehmerinnen hätten von ihren persönlichen Erfahrungen erzählt. Der Austausch zum Thema „Ich bin nicht allein“ sei laut Klingeberg für die Teilnehmerinnen ermutigend gewesen und mit der Hoffnung verbunden, dass eines Tages der Traum von Martin Luther King wahr werde und es keine Diskriminierung mehr gebe.

Keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastoren und Pastorinnen
Innerhalb der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt es keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastorinnen und Pastoren. Im Juni 2015 stimmte die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio/USA als oberstes Organ der Freikirche mehrheitlich gegen einen Antrag, die Entscheidung zur Ordination von Frauen den weltweit 13 teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) zu überlassen. Diese Frage war bereits auf den Weltsynoden 1990 und 1995 negativ entschieden worden. Die Beschlüsse der Weltsynode stoßen vor allem in westlich orientierten Ländern auf Widerspruch.

Adventistische Frauen können nach der Entscheidung der Weltsynode in San Antonio zwar weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastorinnen „gesegnet“ und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in das kirchenleitende Amt eines Präsidenten einer regionalen (Vereinigung) und überregionalen Kirchenleitung (Verband/Union) berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

Weltkirchenleitung erkennt die Ordination von Pastorinnen nicht an
Bereits in den Jahren vor der Weltsynode 2015 in San Antonio sind sowohl in den USA als auch in wenigen europäischen Ländern insgesamt knapp 40 Frauen zum Pastorendienst ordiniert worden. Pastorin Sandra Roberts wurde zudem im Oktober 2013 offiziell von der dafür zuständigen Delegiertenversammlung mit 72 Prozent Zustimmung zur Präsidentin einer Vereinigung, nämlich der Südostkalifornischen Kirchenleitung (SECC), gewählt. Voraussetzung für eine derartige Leitungsfunktion ist die Ordination. Da die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) die Ordination von Pastorinnen nicht anerkennt, betrachtet sie auch die Wahl von Sandra Roberts als ungültig. Sie wird daher als SECC-Präsidentin im offiziellen Verzeichnis der Weltkirchenleitung nicht aufgeführt.




Theologische Hochschule Friedensau kooperiert mit Oxford University

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Friedensauer Hochschule seien Landraub, Umwandlung von Ackerflächen in Spekulationsobjekte und damit die Verdrängung der lokalen Bevölkerungen weltweit festzustellen. Am Fachbereich Christliches Sozialwesen der ThHF würden im englischsprachigen Studiengang „International Social Sciences“ seit einigen Jahren in diesem Bereich Feldforschung und Lehre betrieben.

Um die Erkenntnisse, die bereits gesammelt wurden, mit den Forschungen anderer Universitäten zu verknüpfen und in der Fachwelt zur Diskussion zu stellen, soll eine Publikation entstehen, an der Experten mehrerer Universitäten mitwirken. Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Ländern treffen in Friedensau zusammen und wollen das Projekt voranbringen. Es stelle die Kooperation zwischen der Theologischen Hochschule Friedensau und der Universität Oxford auf eine neue Basis. Professor Dawn Chatty sowie Dr. Troy Sternberg von der Oxford University und Dr. Jill Blau von der ThHF arbeiten federführend mit. Finanziell unterstützt werde das Projekt nicht nur durch die Theologische Hochschule und die Oxford University, sondern auch durch die Organisation Pastoralism, Uncertainty & Resilience (PASTRES).

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




Neuer Geschäftsführer der Deutschen Evangelischen Allianz

DEA muss sich neuen Herausforderungen stellen
Schink betonte, dass er seine neue Aufgabe in großer Kontinuität zu seinem Vorgänger angehen werde. Entscheidend für ihn sei, dass die Evangelische Allianz wie bisher Menschen unterschiedlicher Frömmigkeitsstile zusammenführe und sich nicht durch Abgrenzungen definiere, sondern vom Zentrum des Glaubens her, also einer gelebten Christus-Beziehung. Zugleich müsse sich die Evangelische Allianz neuen Herausforderungen stellen, beispielsweise der Bedeutung der Digitalisierung: „Wir wollen, um es mit einem Wort der Bibel zu sagen, jederzeit bereit sein, Rechenschaft von der Hoffnung zu geben, die in uns als Christen lebt. Das gilt auch im heutigen gesellschaftlichen Umfeld, vor dem wir aber keine Angst haben müssen, denn aufgrund von Gottes Verheißungen können wir als Christen positiv und zukunftsorientiert sein.“ Von zentraler Bedeutung sei, jüngere Menschen in den Blick zu nehmen. Aus diesem Grund sei im Herbst ein Zukunftsforum geplant, bei dem christliche Leiter aus den unterschiedlichen Generationen zusammenkommen, um über die Weitergabe des Glaubens in einem zunehmend säkularen Umfeld zu beraten.

Einheit gestalten
Eine bleibende Aufgabe der Evangelischen Allianz ist nach Einschätzung des bisherigen Generalsekretärs Hartmut Steeb die Verankerung im Wort Gottes als Grundlage für die Lehre in der christlichen Gemeinde. Gerade angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen sei ein Neuaufbruch in Sachen Evangelisation und Mission wünschenswert. Die Evangelische Allianz könne zugleich stolz darauf sein, dass sie die älteste interkonfessionelle Bewegung sei, die sich bereits 1846 als weltweiter Verbund in London konstituierte. „Wir müssen die Einheit nicht schaffen, die hat Jesus erbetet, die ist längst da. Das Geschenk der Einheit auszupacken, die Einheit zu gestalten, ist Aufgabe der Evangelischen Allianz“, so Steeb.

Erwartungen an den Neuen
Der Vorsitzende der Evangelischen Allianz, Präses Ekkehart Vetter, würdigte Steebs „beispiellosen Einsatz“ in den vergangenen 31 Jahren: „Hartmut Steeb hat seinen Dienst als Generalsekretär immer zutiefst als einen Dienst für Gott verstanden. Seine innersten Glaubensüberzeugungen haben auch in der Gestaltung seines Dienstes ihren Ausdruck gefunden. Darum haben wir ihn über all die Jahre als einen zutiefst authentischen Menschen erlebt.“

Mit Reinhardt Schink folge ein Generalsekretär, der nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen in der Wirtschaft die Arbeit der Allianz weiterentwickeln werde, so Siegfried Winkler, der 2. Vorsitzende der Evangelischen Allianz: „Als Neuer bringt Reinhardt Schink uns neue Impulse, die der Evangelischen Allianz helfen, am Auftrag Gottes festzuhalten und diesen gegenwartsrelevant und zukunftsfähig zu gestalten.“

Der neue Generalsekretär
Der im Strategischen Management promovierte Betriebswirt Reinhardt Schink, (geb. am 21. Mai 1965) arbeitete seit 1997 in verschiedenen Management-Positionen im Allianz Konzern. Zusätzlich gründete er 2018 ein Start-Up im Bereich digitaler Geographie-Daten. Bevor Schink im Jahr 2014 die Leitung des Markt-Managements bei Allianz Global Benefits übernahm, baute er bei Allianz Deutschland im Markt-Management das strategische Innovationsteam auf, das unter anderem die erste Generation digitaler Produkte implementierte, und verantwortete die Marktanalyse sowie Marktstrategie. Neben Innovation, Geschäftsentwicklung und Kundenorientierung war die betriebliche Altersversorgung ein thematischer Schwerpunkt von Dr. Schink. Er war Mitglied zahlreicher internationaler Beratungsgremien und stellvertretender Vorsitzender des Beirats von AllNet, dem internationalen Netzwerk der Allianz für betriebliche Vorsorge sowie Vorsitzender des Retail Insurance Advisory Councils der European Financial Management Association.

Ehrenamtlich engagiert sich Reinhardt Schink seit vielen Jahren im CVJM, sowohl auf lokaler als auch überregionaler Ebene. Seit 2015 ist er stellvertretender Vorsitzender des CVJM Deutschland. Er ist verheiratet mit Miriam Schink, die beiden haben zwei Kinder.

Der bisherige Generalsekretär
Der Diplom-Verwaltungswirt (FH) Hartmut Steeb (geb. am 29.10.1953) war seit 1. April 1988 Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz. Zuvor war Steeb für die Evangelische Landeskirche in Württemberg tätig. In seine 31-jährige Amtszeit fiel unter anderem der Zusammenschluss der Evangelischen Allianz im Westen und im Osten Deutschlands mit der Verlagerung des Vereinssitzes ins thüringische Bad Blankenburg, seine Tätigkeit als Generalsekretär beziehungsweise Vorstandsmitglied der Evangelisationsbewegung „ProChrist“ sowie seine Vorstandstätigkeit in der „Koalition für Evangelisation“. Steeb tritt aktiv für den Lebensschutz ein, ist einer der Initiatoren des jährlichen „Marsch für das Leben“, Vorsitzender des „Treffens Christlicher Lebensrechts-Gruppen“ sowie stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands Lebensrecht. Steeb ist verheiratet mit Angelika Steeb. Beide haben zehn Kinder und achtzehn Enkelkinder.

Die Deutsche Evangelische Allianz
Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Sie hält zu etwa 350 überregionalen Werken Kontakt und wirkt an rund 1.000 Orten in Deutschland mit regionalen Allianzkreisen. In der Evangelischen Allianz pflegen Christen – über ihre Zugehörigkeit zur eigenen Gemeinde hinaus – Gemeinschaft mit anderen Christen aus anderen Denominationen. In den Allianzkreisen, die sich auf Orts- und mitunter auch auf Regionalebene treffen, kann mitarbeiten, wer der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz zustimmt.

Geistliches Leitungsgremium ist der Hauptvorstand, dem derzeit 60 Vertreter der evangelikalen Bewegung aus den evangelischen Landeskirchen, Freikirchen, Gemeinschaften und Werken aus verschiedenen Konfessionen angehören. Verantwortlich für die laufende Arbeit ist der Geschäftsführende Vorstand zu dem unter anderem der Erste Vorsitzende Ekkehart Vetter, der im Hauptberuf Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlicher Evangelischer Gemeinden ist, gehört, sowie Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink. Weitere Informationen: www.ead.de




IGFM fordert Aussetzung von Abschiebungen christlicher Konvertiten in den Iran

Staatliche Stellen können nicht beurteilen, ob jemand „glaubhaft“ Christ geworden ist
Staatliche Stellen könnten nach Auffassung der IGFM nicht als „Experten“ feststellen, ob ein ehemaliger Muslim „glaubhaft“ Christ geworden sei. „Wer Christ geworden ist und einer Gemeinde angehört, entscheiden noch immer die Kirchengemeinden und Religionsgemeinschaften selbst. Es kann kein staatliches Glaubensprüfungsverfahren oder Glaubensprüfungsamt geben“, erklärte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Anlass für die Forderung der IGFM ist der Fall einer 58-jährigen iranischen Christin, die am 8. Mai aus Deutschland in die Islamische Republik abgeschoben wurde. Die iranische Justiz hat gegen sie ein Gerichtsverfahren eröffnet, wie die Flüchtlingsbeauftragte des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises, Christine Deutscher (Greifswald), berichtete. Die drei erwachsenen Söhne der Frau, die in Deutschland leben, hätten mehrfach mit ihr telefoniert. Sie sei äußerlich unversehrt, jedoch nach ihrer Ankunft im Iran mehrere Tage inhaftiert worden. Gegen die Hinterlegung einer Hauskaufurkunde durch eine Verwandte als Kaution sei sie momentan auf freiem Fuß, dürfe aber Teheran nicht verlassen.

Todesstrafe für das Verlassen des Islams
Die IGFM weist darauf hin, dass nach dem im Iran geltenden islamischen Recht der „Abfall vom Islam“ mit dem Tod bestraft werden kann. Häufig würden aber die eigentlichen Haft- oder Hinrichtungsgründe von der iranischen Justiz verschleiert. Entweder, indem Anklagen nicht veröffentlich oder Akteneinsicht verweigert würde, so die IGFM weiter. Außerdem ergingen viele Urteile unter vorgeschobenen und völlig diffusen Anklagen wie „Vergehen gegen die nationale Sicherheit“.

Auswärtiges Amt soll Prozessbeobachter stellen
Die IGFM forderte außerdem Bundesaußenminister Heiko Maas auf, über die deutsche Botschaft im Iran Prozessbeobachter für das Verfahren gegen die abgeschobene iranische Christin zu stellen. Nach Einschätzung der IGFM könne das Auswärtige Amt „durch offen demonstriertes Interesse“ das Leben der Frau retten.




„wertvoll“: neuer wöchentlicher Talk auf HopeTV

Die Mut machende Sendung kann jeden Donnerstag um 20:15 Uhr auf dem Hope Channel verfolgt werden. Persönlichen Geschichten und Erfahrungen aus dem Leben stehen im Vordergrund: Was macht einen Menschen wertvoll? Ist es das, was ein Mensch hat oder kann? Um diese Fragen geht es Gabi Pratz im Gespräch mit ihren Gästen.

Hope Channel Deutsch
Hope Channel ist ein TV-Sender der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er wird vom Medienzentrum Stimme der Hoffnung e. V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein betrieben. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Die Sendungen von Hope Channel TV Deutsch sind zu empfangen über den Satelliten ASTRA, Kabel Unitymedia sowie einige regionale Kabelnetze und im Internet. Weitere Informationen: www.hope-channel.de




„Leben in Fülle!“ - 3. Adventistischer Gesundheitskongress

Ein ganzheitliches Menschenbild ist wichtiger als neue Medizintechnik
Bei der Gesundheitsförderung fehle es oft an Ganzheitlichkeit, sagte Dr. med. Ruedi Brodbeck, Alchenflüh/Schweiz. 80 Prozent der Gesundheitskosten in der Schweiz würden durch vermeidbare Krankheiten generiert. Es sei deshalb wichtiger über das Menschenbild nachzudenken, als neue Medizintechnik zu entwickeln, so Brodbeck. Ein ganzheitliches Menschenbild umfasse die wesentlichen Dimensionen des Menschen. Diesem werde im „NEWSTART Plus“-Konzept entsprochen, das nicht nur Symptome von Krankheiten bekämpfe, sondern die Ursachen angehe, und die beeinflussbaren Gesundheitsprinzipien und Glücksfaktoren umfasse, die eine breite Wirkung entwickeln. Wichtig sei auch, ein richtiges, von der Bibel geprägtes Gottesbild zu haben, das sich ebenfalls auf das Menschenbild auswirke.

Für die Gesundheit sind Lebensstil sowie soziale Faktoren wichtiger als Genetik
Die Steuerung in unserem Körper läuft über die Genetik, die „Hardware“ und über die Epigenetik, die als „Software“ bezeichnet werden kann, erläuterte Dr. Heidi Schulz, Wissenschaftlerin am Institut für Humangenetik an der Universität Regensburg. Gesunde Ernährung, Bewegung und soziale Faktoren, wie Kontakte und Zuwendung, hätten einen großen Einfluss auf die Entstehung oder Verhinderung von Krankheiten. Die geerbten genetischen Informationen seien nicht, wie man das früher gedacht habe, zu 35 Prozent für unsere Lebenserwartung zuständig, sondern laut neusten Forschungen wahrscheinlich zu weniger als 10 Prozent. „Vieles hängt von unseren kleinen, alltäglichen Entscheidungen ab. Die Ergebnisse werden in den meisten Fällen nicht gleich sichtbar sein, aber ein gesunder Lebensstil, nach den NEWSTART Plus-Prinzipien, wird sich ganz bestimmt positiv auswirken“, so Schulz.

Ist Gott glücklich?
Stephan Sigg, Präsident der Adventisten in der Schweiz, leitete seine Ausführungen mit der Frage ein: „Ist Gott glücklich?“. Als Antwort zitierte er zwei Aussagen des Apostel Paulus im ersten Brief an Timotheus, die in der Schlachterübersetzung vom „glückseligen Gott“ und vom „Glückseligen“ sprechen. Der Mensch habe die Beziehung zu diesem Gott verloren, damit auch sich selbst und folglich auch das Glück, so Sigg. Er zitierte Blaise Pascal (Pensées): „Was schreit aus dieser Gier…, wenn nicht das, dass ehemals der Mensch wirklich im Glück war, wovon uns nichts blieb als die Narbe und die völlig leere Spur, die der Mensch nutzlos mit allem, was ihn umgibt, zu erfüllen trachtet“. Der Mensch habe eine „Erinnerung“ an das Paradies, an Eden, was auf Hebräisch „Vergnügen“ heiße. Der Mensch sei in seiner Glücksuche unbewusst auf der Suche nach Gott, so Sigg.

120 Jahre Deutscher Verein für Gesundheitspflege e.V.
Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG) wurde 1899 als Trägerverein für geplante Institutionen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland in Friedensau bei Magdeburg gegründet. In den ersten Jahren nach der Gründung entstanden ein Lebensmittelwerk (heute DE-VAU-GE-Gesundkostwerk), eine Seifenfabrik (besteht nicht mehr), die Friedensauer Anstalten (zu denen die Theologische Hochschule Friedensau gehört), das Sanatorium Friedensau (heute Krankenhaus-Waldfriede, Berlin-Zehlendorf) und ein Altenheim (heute Seniorenheim Friedensau). Am Samstagnachmittag, dem 1. Juni, wurde das DVG-Jubiläum mit den Kongressteilnehmenden gefeiert.

Weitere Infos zum Gesundheitskongress: https://www.dvg-online.de/veranstaltungen/gesundheitskongress/

Korrekturhinweis: Die Theologische Hochschule Friedensau ist Bestandteil der Friedensauer Anstalten. Die Anstalten verwalten alle Einrichtungen, Immobilien, Liegenschaften in und um Friedensau.




Der Religionsfreiheit und dem Recht auf Asyl verpflichtet

Die Resolution erinnert „dankbar“ daran, dass die Weimarer Reichsverfassung vor 100 Jahren und das Grundgesetz vor 70 Jahren Religionsfreiheit festschrieben. Zudem gebe es seit dem Fall der Mauer vor 30 Jahren „in ganz Deutschland eine umfassende Religionsfreiheit“. Gleichzeitig erinnert das Dokument daran, dass „die Nationalsozialisten die demokratischen Grundstrukturen zerstörten und elementare Grundrechte wie das auf Leben und den Schutz von Minderheiten missachteten. Wer – wie die Juden – verfolgt wurde und im Ausland kein Asyl fand, war der brutalen Verfolgung durch die Nationalsozialisten hilflos ausgeliefert.“

Religiöse Fachkompetenz bei Entscheidung über Asylanträge gefordert
Die Verpflichtung zum Schutz für religiös Verfolgte ergebe sich aus der deutschen Geschichte. Menschen, denen aufgrund eines Religionswechsels Verfolgung drohe, bräuchten den staatlichen Schutz „in besonderer Weise – ob sie nun bereits in ihrem Herkunftsland konvertiert sind oder erst in Deutschland die Religion gewechselt haben.“

Bei der Entscheidung über Asylanträge aus religiösen Gründen sei „religiöse Fachkompetenz“ unerlässlich. Die Folgen dieser Beschlüsse wären für die Betroffenen weitreichend, ja möglicherweise existentiell. „Es darf nicht passieren, dass das Grundrecht auf Religionsfreiheit ausgehöhlt wird. Doch genau dies geschieht, wo Menschen, denen es wegen drohender Verfolgung aus religiösen Gründen zusteht, das Grundrecht auf Asyl nicht gewährt wird.“

Am Schluss würdigt die Resolution das Engagement der Kirchengemeinden für Geflüchtete und ermutigt sie, hierin nicht nachzulassen: „Wir wünschen uns, dass Gemeinden Konvertiten in Fragen des Glaubens und der christlichen Lebensgestaltung eine Stütze sind und ihnen auch in juristischen Fragen beistehen.“

Die Resolution findet sich im Internet unter: https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/der-religionsfreiheit-und-dem-recht-auf-asyl-verpflichtet/

Altgediente Konzepte und mutige Schritte
Altgediente Konzepte auch einmal über Bord werfen und mutige Schritte gehen, um die Liebe Gottes weiterzugeben, dazu hat Michael Noss nach seiner Wiederwahl als Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ermutigt. Er wurde am 31. Mai in Kassel bei der jährlichen Bundesratstagung der Freikirche mit 91 Prozent der Delegiertenstimmen in dem Amt bestätigt, das er bereits seit vier Jahren bekleidet. Corinna Zeschky wurde durch das Präsidium als Stellvertreterin des Präsidenten bestätigt.

Gerechter Frieden als Lebenshaltung
Gerechter Frieden sollte eine Lebenshaltung von Christinnen und Christen sein. Dafür plädierte der Mennonit und Friedenstheologe Fernando Enns bei seinem Vortrag „Gefährdeter Frieden – tragfähige Perspektiven: Inspiriert leben als Friedensstifter“ am 30. Mai auf der Bundesratstagung in Kassel.

Zum Auftakt der Bundesratstagung 2019 hielt Ansgar Hörsting, der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (BFeG), am 29. Mai einen Impuls zum Thema „INSPIRIERT LEBEN in Krisenzeiten“.

BEFG
Die Bundesratstagung findet einmal im Jahr statt. Sie ist als Kirchenparlament das höchste Entscheidungsgremium des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, zu dem in Deutschland 801 Baptisten- und Brüdergemeinden mit über 81.000 Mitgliedern gehören. Informationen unter: www.baptisten.de




„Glauben und Lehren“

Neben Grundsatzreferaten von Pastor Ken Weslake, ehemaliger Abteilungsleiter für Erziehung und Bildung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung im Süd-Pazifik-Raum, werden über zehn Workshops zum Kongress-Thema angeboten. In ihnen geht es unter anderem um: „Glauben und Lehren in der Grundschule“, „Ehevorbereitung fängt früher an – Bildungspolitische Auseinandersetzungen mit dem Thema Partnerschaft und Familie in der Schule“, „Glaube – Fiktion – Literatur“, „Wertevermittlung im Mathematikunterricht“ oder „Evolution und Schöpfung – Konflikte, Chancen und Anregungen“. Kulturell wurde der Kongress durch Musikbeiträge der Teilnehmenden und einen abendlichen Auftritt der spanischen Mimen Carlos Martinez bereichert.

Persönlichkeit und persönlicher Glaube
„Wir sind ganz nah an der Persönlichkeit des Lehrers dran“, so Heinz Schlumpberger, Abteilungsleiter für Bildung und Erziehung der überregionalen adventistischen Kirchenleitung in Süddeutschland, bei der Übermittlung des Grußwortes an die Teilnehmer. Er wies damit auf das Kongressthema „Glauben und Lehren“ hin und betonte die enge Verbindung dieser zwei Komponenten. „Wir spannen in diesem Kongress einen großen und anspruchsvollen Bogen“, führte Schlumpberger aus, denn es stelle sich grundsätzlich die Frage, wie persönlicher Glaube und die neutrale Haltung, die der Staat fordere, verbunden werden könne. Er dankte der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa, die durch ihren Abteilungsleiter für Bildung und Erziehung, Marius Munteanu, vertreten wurde, für ihre Schirmherrschaft,

„Weil wir Bildung können“
An das Ziel des Kongresses, nämlich der Bildung und Erziehung innerhalb der adventistischen Bildungslandschaft neue Impulse zu geben, erinnerte Pastor Johannes Naether, Präsident der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland, in seinem Grußwort. Als Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten betonte er die Wichtigkeit von Bildung für die Freikirche in Deutschland. Er beantwortete die Frage nach dem Sinn eines Bildungskongress mit einem klaren: „Weil wir Bildung können!“. Mit Blick auf das Motto führte Naether aus: „Wir sind ein kirchlicher Bildungsträger, das heißt, das Thema Glaube steht immer irgendwie im Raum“. Glaube wirke sich auf die Gesamtpersönlichkeit des Lehrenden aus. Naether schloss mit dem Appell: „Wir sind Lehrer, aber wir sind auch Lernende“.

Weitere Informationen unter: www.bildungskongress.org




Gestaltungshilfe für den adventistischen Gottesdienst zum Weltflüchtlingstag

Der Weltflüchtlingstag ist ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Aktionstag, der seit 2001 am 20. Juni stattfindet. 2016 beschloss die Generalkonferenz ihren Gemeinden weltweit zu empfehlen in einem besonderen Gottesdienst am Sabbat/Samstag vor dem 20. Juni bewusst zu machen, dass Millionen Menschen auf der Flucht sind. „Als Adventisten sollten wir uns dieser Herausforderung stellen und uns im Klaren werden, welche christliche Antwort und Haltung wir gegenüber diesen Menschen haben“, so die Weltkirchenleitung.

Gemeinsam für Flüchtlinge
Das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ wurde 2015 gegründet und vereint vier Partner, die institutionsübergreifend zusammenarbeiten: die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) und die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Sie bündeln die jeweiligen Kompetenzen und Ressourcen mit dem Ziel, Adventgemeinden und AWW-Helferkreise in ihrem ehrenamtlichen Engagement für geflüchtete Menschen und deren Integration in die Gesellschaft zu begleiten und zu unterstützen.

Das Aktionsbündnis unterstützt und fördert ehrenamtliche Projektarbeit zur Integration von politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen. Informationen und Arbeitshilfen sind auf der Internetseite www.gemeinsamfürflüchtlinge.de zu finden. Die Freikirche in Deutschland hat zudem unter dem Titel „Flucht, Migration und christlicher Dienst“ eine theologische Handreichung herausgegeben, die Impulse zur ethischen Orientierung bietet.

Flüchtlingshilfe in Europa
Die Freikirchenleitung stellt Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung sowie einen Predigtentwurf zur Verfügung, um zu Begegnungen mit Flüchtlingen zu ermutigen. Als Baustein für den Gottesdienst gibt es auch zwei Videoclips mit konkreten Flüchtlingsprojekten zum Download. Das Hilfswerk ADRA strahlt am 15. Juni über Hope Channel TV um 15:00 Uhr eine zweistündige Video-Dokumentation zur Flüchtlingshilfe in Europa aus.

Die genannten Materialien sind verfügbar unter: http://bit.ly/Weltfluechtlingstag2019