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Adventisten in Deutschland wählen Freikirchenleitung

Ergebnisse der Wahlen

Bei der Wahl stimmten die Delegierten beider Verbände getrennt ab. Beide Verbandspräsidenten erhielten von den Delegierten ihres Verbandes jeweils über 80 Prozent der Stimmen.

Mit Ausnahme der Verbandspräsidenten sind alle weiteren Leitungspositionen in Personalunion besetzt worden, das heißt, die gewählten Personen sind für beide adventistischen Verbände zuständig und wurden in getrennten Abstimmungen von den Delegierten beider Verbände gewählt. Alle erhielten ebenfalls über 80 Prozent Zustimmung. Zum Vizepräsidenten und Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau wurde Pastor Alexander Kampmann gewählt. Zuvor war er Abteilungsleiter für missionarischen Gemeindeaufbau der Adventisten in Nordrhein-Westfalen. Im Laufe seines pastoralen Dienstes sammelte er zudem Erfahrungen in der Jugendarbeit und als Gemeindegründer. Sein neues Amt wird er ab 1. September ausüben.

Die Wahl eines Finanzvorstandes wurde in Ermangelung eines Wahlvorschlags den Exekutivausschüssen der Verbände übertragen. Zuletzt hatte Dieter Neef dieses Amt von 2016 bis Ende Februar 2022 inne.

Zum Abteilungsleiter für Erziehung und Bildung wurde Christian Fischer gewählt, der bereits zuvor als Beauftragter für diesen Bereich im Norddeutschen Verband tätig war. Der bisherige Beauftragte für Bildung und Erziehung des Süddeutschen Verbandes, Heinz Schlumpberger, tritt in den Ruhestand, wird aber noch unterstützend tätig sein.

Die Abteilungen Adventjugend und Kommunikation wird künftig Pastor Ruben Grieco leiten. Bereits zuvor leitete er gemeinsam mit Pastor Bert Seefeldt die Adventjugend in Deutschland. Bert Seefeldt ist am 1. April zur adventistischen Hilfsorganisation ADRA gewechselt. Die Abteilung Kommunikation der Freikirche wurde bis Mitte 2021 von Pastor Stephan G. Brass geleitet, der anschließend in den Ruhestand verabschiedet wurde, inzwischen aber vorübergehend wieder als Ortspastor in München tätig ist.

Zur Leiterin der Abteilung Frauen wurde Daniela Canedo wiedergewählt. Sie hat diese Position seit April 2021 inne und ist darin Nachfolgerin von Angelika Pfaller, die im Sommer 2021 in den Ruhestand trat. Diese war zuvor seit 2012 Leiterin der Abteilung Frauen im SDV und später auch im NDV.

Zum Abteilungsleiter für die Pastorendienste wurde Pastor Friedbert Schramm wiedergewählt.

Zur Person: Werner Dullinger (Präsident Süddeutscher Verband)

Der aus Deggendorf in Bayern stammende Werner Dullinger studierte nach dem Abitur am damaligen Theologischen Seminar Marienhöhe der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt. Von 1980 bis 1984 war er Jugendpastor in München, sowie ab 1990 ordinierter Pastor in Marburg an der Lahn. Von 1987 bis 1989 studierte er an der adventistischen Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, und schloss mit einem Master of Divinity (M.Div.) in Theologie ab. Ab 1991 war er Abteilungsleiter für den Bereich Kinder und Jugend der regionalen Kirchenleitung der Adventisten in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. 2003 bis 2006 absolvierte Dullinger berufsbegleitend ein Masterstudium in „Leadership and Administration“ ebenfalls an der Andrews Universität. 2007 wurde er als Finanzvorstand in den Süddeutschen Verband der Freikirche berufen – eine Tätigkeit, die er bis 2015l ausübte. Werner Dullinger ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Zur Person: Johannes Naether (Präsident Norddeutscher Verband)

Der gebürtige Kölner Johannes Naether studierte zunächst Geschichte und Englisch in Köln und bereitete sich danach am damaligen adventistischen Theologischen Seminar Marienhöhe, Darmstadt, auf sein geistliches Amt vor. Als Pastor wirkte er 14 Jahre in Hannover, Gifhorn und Braunschweig. Von 2001 bis 2012 war er Leiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Niedersachsen und Bremen. Johannes Naether ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Norddeutscher und Süddeutscher Verband der Adventisten

Der Norddeutsche Verband mit Sitz in Hannover besteht aus den vier regionalen Kirchenleitungen Nordrhein-Westfalen, Hanse (Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern) sowie Berlin-Mitteldeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) und zählt 18.716 erwachsen getaufte Kirchenmitglieder in 325 Adventgemeinden. Zum Süddeutschen Verband mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart gehören die drei regionalen Kirchenleitungen Baden-Württemberg, Bayern und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) mit insgesamt 15.569 erwachsen getauften Kirchenmitgliedern in 221 Adventgemeinden.

Zwischenkirchliche Beziehungen

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland und in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie Mitglied in der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG).

Verbandsdelegiertentagung alle fünf Jahre

Die Delegierten des Nord- und Süddeutschen Verbandes tagen alle fünf Jahre. Sie nehmen die Rechenschaftsberichte über die Arbeit der vorangegangenen Amtsperiode entgegen und erteilen den Verantwortungsträgern Entlastung. Sie wählen die künftige Freikirchenleitung und entscheiden über Anträge. Außerdem beschließen sie Rahmenrichtlinien und Pläne für die Arbeit in den kommenden fünf Jahren (ein weiterer Bericht folgt).




Adventisten in Deutschland planen Schritte zur Zusammenlegung ihrer überregionalen Verbände

Auf Antrag der Mittelrheinischen Vereinigung (die Verwaltungsgemeinschaft der adventistischen Gebietskörperschaften in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland) beschlossen die Delegierten des Süddeutschen Verbandes in einer getrennten Sitzung „die Verbandsausschüsse im SDV und NDV zu bitten, zeitnah die verfassungsgemäß notwendigen Schritte und Beschlüsse vorzubereiten, um die organisatorische Einheit unserer Freikirche in Deutschland herzustellen.“ In schriftlicher Abstimmung votierten 183 Delegierte mit Ja, es gab 102 Gegenstimmen. Bereits 2017 sprachen sich die Delegierten des Norddeutschen Verbandes auf ihrer turnusgemäßen Tagung mit großer Mehrheit (160 Ja-, 47 Nein-Stimmen) dafür aus, die beiden deutschen Verbände mittelfristig zusammenzulegen.

Trend zur verstärkten Zusammenarbeit

Damit setzt sich der Trend zur verstärkten Zusammenarbeit der beiden adventistischen Verbände in Deutschland fort. Neben einer deutschlandweiten gemeinsamen Finanzverwaltung für die Freikirche existieren schon seit längerem bundesweite Einrichtungen, wie das Religionspädagogische Institut (RPI), das Institut für Weiterbildung (IfW), der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG), das Advent-Wohlfahrtswerk, die Presse- und Informationsstelle, das Referat für zwischenkirchliche Beziehungen, die Zentralstelle für Weltanschauungsfragen und das Referat Kriegsdienstverweigerung. Ebenfalls gibt es nur noch ein Zentrallager in Deutschland für den Materialbedarf der Ortsgemeinden. 2016 ist für beide Verbände zum ersten Mal ein gemeinsamer Finanzvorstand gewählt worden.

Auf der Delegiertentagung wurde ebenfalls beschlossen, alle Leitungspositionen – mit Ausnahme der Präsidenten – für beide Verbände in Personalunion zu besetzen (s. Meldung von gestern: https://www.apd.info/2022/05/17/adventisten-in-deutschland-waehlen-freikirchenleitung/) Ebenfalls soll nach einem Anfang Dezember 2020 gefassten Beschluss der Exekutivausschüsse beider Verbände eine gemeinsame Verwaltungsdienststelle für beide Verbände geschaffen werden, die ihren Sitz in Darmstadt haben wird.

 Adventistische Organisationsstruktur

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland ist Teil einer weltweit organisierten Kirche. Deren örtliche Adventgemeinden in einem oder mehreren Bundesländern sind zu einer regionalen Verwaltungsgemeinschaft (Vereinigung) zusammengeschlossen. Mehrere Vereinigungen bilden als überregionale Kirchenleitung einen Verband. Den Verbänden global übergeordnet ist die Generalkonferenz als weltweite Kirchenleitung. Die Generalkonferenz unterhält als Abteilungen (Divisionen) insgesamt 13 teilkontinentale Kirchenleitungen. Für die deutschen Adventisten ist die Intereuropäische Division mit Sitz in Bern/Schweiz zuständig. Ursprünglich gab es in Deutschland den Ostdeutschen, Westdeutschen und Süddeutschen Verband. Schon Mitte der 1980er- Jahre hat es erste Empfehlungen gegeben, den West- und Süddeutschen Verband, und nach der Wiedervereinigung Deutschlands auch den Ostdeutschen Verband, zu einem Verband zusammenzulegen. Jedoch haben sich 1992 lediglich der Ost- und Westdeutsche Verband zum Norddeutschen Verband zusammengeschlossen.

Weitere Beschlüsse

Auf Antrag der Verwaltungsgemeinschaft Berlin-Mitteldeutsche Vereinigung beschlossen die Delegierten des Norddeutschen Verbandes, bei Sanierungen und Neubauten von kirchlichen Gebäuden auf Nachhaltigkeit zu achten und die ökologischen Aspekte des Betriebs zu berücksichtigen und entsprechende Fördergelder in Anspruch zu nehmen. Außerdem wird in die Verfassung des Norddeutschen Verbandes ein Passus zur Förderung der Gleichstellung eingefügt. Dafür stimmten mehr als zwei Drittel der NDV-Delegierten.

Weniger Mitglieder, stabile Finanzen

Aus dem Konferenzbericht geht hervor, dass die Zahl der adventistischen Kirchenmitglieder in den letzten fünf Jahren leicht von 34.948 auf 34.285 gesunken ist. Auch die Zahl der adventistischen Kirchengemeinden sank von 555 auf 546. Die finanzielle Lage der Verbände ist stabil geblieben.

Krankenhäuser, Schulen, Medien und soziale Aktivitäten

Die Freikirche in Deutschland betreut durch ihren Jugendverband rund 5.000 Pfadfinder, Teenager und Jugendliche. Sie ist in jedem Bundesland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie unterhält das Berliner Gesundheitsnetzwerk Waldfriede mit dem gleichnamigen Krankenhaus der der Klinik „Nikolassee“, die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg, das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt, sowie weitere Grund- und Realschulen sowie Kindergärten. Das Advent-Wohlfahrtswerk e. V. ist Träger von Seniorenheimen, Kindergärten, Hospizen und weiteren sozialen Einrichtungen. Auch das Medienzentrum Hope Media Europe in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, mit dem Sender Hope TV, der Hope-Hörbücherei und dem Hope Bibelstudien-Institut sowie der Advent-Verlag, Lüneburg, stehen unter adventistischer Leitung. Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege setzt sich in Regionalgruppen sowie u. a. durch Seminare und die Ausbildung von Gesundheitsberatern für die Gesundheitsförderung ein. Die Entwicklungshilfeorganisation ADRA Deutschland gehört zum weltweiten ADRA-Netzwerk und ist in vielen Ländern mit humanitären Hilfsprojekten engagiert.




Das täuferische Erbe und seine Bedeutung für die Gegenwart – Jahrestagung 2022 des Vereins für Freikirchenforschung

500 Jahre Täuferbewegung

Im Jahr 2025 jährt sich zum 500. Mal die erste Gläubigentaufe, die als Beginn des reformatorischen Täufertums und der mit ihm verbundenen täuferischen Kirchen, wie Mennoniten, Baptisten und Siebenten-Tags-Adventisten, gilt. Seit dem Jahr 2020 nähern sich Mitglieder aus verschiedenen freikirchlichen und landeskirchlichen Gemeinden unter dem Motto „gewagt!“ dem Täufergedenken in Themenjahren an. Eine Tagung des Vereins für Freikirchenforschung und der Theologischen Hochschule Elstal widmete sich der Frage nach der Bedeutung des täuferischen Erbes für die heutige Zeit.

Der baptistische Pastor Jens Stangenberg (Bremen) hob in seinem Vortrag hervor, dass die Täufer des 16. Jahrhunderts durch ihre kritische Haltung zum Bestehenden charakterisiert waren. Bei allem kritischem Hinterfragen stellten sie jedoch stets die Versöhnung in den Mittelpunkt. Die Täufer, so Stangenberg, lebten eine „Wir-Gestalt“ des Glaubens: lebensfördernd, friedensstiftend und das Miteinander der Menschen in den täuferischen Gemeinden stärkend. Keine zentrale institutionelle Instanz habe Vorgaben gemacht. Dies förderte die Mündigkeit und war, so Stangenberg, im positiven Sinne „Anarchie“.

Auch die blinden Flecken sehen

Dass auch die „blind spots“ einer Vergangenheit zur Sprache kommen müssen, darauf wies die Historikerin Astrid von Schlachta (Hamburg/Weierhof) hin. Die Mennoniten, heutzutage eine überzeugte Friedenskirche, standen in der Vergangenheit nicht immer zu ihrem Friedenszeugnis. Häusliche Gewalt, Unterstützung des Krieges beziehungsweise der Dienst an der Waffe gehörten immer wieder und spätestens seit dem 19. Jahrhundert überwiegend zum mennonitischen Leben.

Dazu zählte auch systemische Gewalt, wie einige Fälle sexuellen Missbrauchs in der neueren Zeit ans Tageslicht gebracht hätten. Joel Driedger (Karlsruhe) verdeutlichte dies am Fall des mennonitischen Theologen John Howard Yoder.

Kirche neu denken

Eine vom Vorsitzenden des Vereins für Freikirchenforschung, Andreas Liese (Bielefeld), geleitete Podiumsdiskussion rückte aktuelle freikirchliche Bünde und Neugründungen in den Mittelpunkt, die sich an den historischen Täufern orientierten. In Österreich und in Schweden etwa seien unterschiedliche Freikirchen in Bünden vereint und in Großbritannien verstehe sich das „Anabaptist Mennonite Network“ nicht als Institution, sondern als Netzwerk. Im aktuellen Verlust der gesellschaftlichen Position der Christen sehen dessen Mitglieder die Chance, Kirche neu zu denken und „Ballast“ abzuwerfen.

Aufarbeitung der täuferischen Geschichte

Ein letzter Programmpunkt der Tagung widmete sich der Aufarbeitung der täuferischen Geschichte von Verfolgung und Martyrium im ökumenischen Kontext. Andrea Strübind (Oldenburg) und Lothar Triebel (Bensheim) zeigten anhand der Dialoge, die zwischen verschiedenen lutherischen, katholischen und mennonitischen Verbänden abgehalten wurden, dass trotz aller Bereitschaft zum Gespräch und zum gegenseitigen Verständnis die Täufer immer noch eine „Sonderrolle“ einnehmen. Es sei in den Augen der „großen“ Kirchen keineswegs eine Selbstverständlichkeit, sie zum pluralen Spektrum der Reformation zu zählen. Uwe Swarat (Elstal) sprach den Umgang mit den Verurteilungen der Täufer in der „Confessio Augustana“ von 1530 an. Es bleibe abzuwarten, welche Debatten darüber in den Jahren bis 2030 entstehen werden.

Die Tagung in Elstal habe deutlich gemacht, wie präsent das täuferische Erbe im Bewusstsein heutiger Kirchen und Gesellschaften sei. Allerdings hätte die Tagung auch gezeigt, wie interessegeleitet Geschichtsschreibung sei und dass Geschichte deshalb immer wieder neu geschrieben werden müsse.

Verein für Freikirchenforschung (VFF)

1990 gründeten Theologen und Historiker aus verschiedenen Freikirchen den Verein für Freikirchenforschung. Initiator war Professor Dr. Robert Walton, seinerzeit Direktor des Seminars für Neue Kirchen- und Theologiegeschichte der Theologischen Fakultät der Universität Münster. Heute hat der Verein Mitglieder aus 27 Denominationen. Fach- und Laienhistoriker aus zwölf Ländern gehören ihm an. 180 Einzelpersonen und 21 Institute arbeiten zusammen, um wissenschaftliches Arbeiten im Rahmen der Freikirchenforschung zu fördern.

Der VFF befasst sich mit theologischen und kirchengeschichtlichen Themen aus freikirchlichen Blickwinkeln. Er fördert wissenschaftliches Arbeiten im Rahmen der Freikirchenforschung. Dazu unterhält der Verein auch eine freikirchliche Fachbibliothek, die ihren Standort an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg hat.

Darüber hinaus möchte der VFF Freikirchen bei der sachgerechten Archivierung von Quellenmaterial und beim Auf- und Ausbau von Archiven unterstützen.  Tagungsbeiträge und Forschungsberichte werden im Jahrbuch des Vereins für Freikirchenforschung veröffentlicht.

Weitere Informationen: www.freikirchenforschung.de.

Theologische Hochschule Elstal

Die Theologische Hochschule Elstal ist eine durch das Land Brandenburg staatlich akkreditierte kirchliche Hochschule in Trägerschaft des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden K.d.ö.R. Sie hat im Jahr 2007 nach der Begutachtung durch den Wissenschaftsrat die institutionelle Akkreditierung als Fachhochschule erhalten und ist 2013 erfolgreich institutionell reakkreditiert worden. Damit hat sie das Recht, staatlich anerkannte Hochschulabschlüsse zu verleihen.

Die Theologische Hochschule Elstal bietet drei akkreditierte Studiengänge mit staatlich anerkannten Studienabschlüssen an: Bachelor-Studiengang Evangelische Theologie, Master-Studiengang Evangelische Theologie und Master-Studiengang Diakonie und Sozialtheologie.

Weitere Informationen: https://www.th-elstal.de/




Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft nach drei Jahren wieder in Präsenz

Der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel, freute sich über den würdigen Preisträger: „Mit innovativen Projekten zeigen sie, wie Bibelverbreitung und Bibelbegegnung heute gelingen kann.“ Die Laudatio zur Verleihung hielt Stephan Zeipelt, Geschäftsführer der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen. Zeipelt hob die Vielzahl innovativer Projekte hervor, an der insbesondere die ehrenamtlich Mitarbeitenden der von Cansteinschen Bibelanstalt beteiligt sind. Dazu gehört zum Beispiel die „Berliner Legobibel“. Daran wirkten von 2015 bis heute mehr als 100 Schulklassen mit mehreren tausend Schülerinnen und Schülern mit.

Die Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft tagte mit rund 50 Vertreterinnen und Vertretern von Bibelgesellschaften, Kirchen und christlichen Werken im Tagungszentrum des Wycliff e.V., dessen Tätigkeitsfeld sich international auf Sprachforschung, Bibelübersetzung und Alphabetisierung erstreckt. Die Versammlung beschäftigte sich unter anderem mit den Tätigkeitsberichten aus der nationalen und internationalen Arbeit der DBG, der Bibelverbreitung und der digitalen Präsenz der DBG.

Über die Deutsche Bibelgesellschaft 

Die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) ist eine eigenständige Stiftung mit Sitz in Stuttgart. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt sie die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers heraus. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Die Weltbibelhilfe der DBG unterstützt gemeinsam mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Bibel. Generalsekretär Dr. Christoph Rösel ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft. Vorsitzende der Vollversammlung und des Aufsichtsrates ist die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und EKD-Ratsvorsitzende, Dr. h. c. Annette Kurschus. Zu den Mitgliedern der jährlich tagenden DBG-Vollversammlung gehört auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.




Adventistischer Kirchenleiter aus der Ukraine besuchte Deutschland

Pastorales und diakonisches System funktioniert

Unter den Kriegsopfern befänden sich auch adventistische Christen. Einige Gemeindehäuser seien beschädigt, manche sogar zerstört worden. Auch zahlreiche Privathäuser von Kirchenmitgliedern seien zerstört worden. Dennoch funktioniere das pastorale und diakonische System weiterhin, so Nosov. Die Kirche versuche humanitäre Hilfe zu leisten. Wichtig sei auch die Medienarbeit von HopeTV Ukraine, die den Menschen vor Ort Hoffnung spende. In der humanitären Hilfe sei das adventistische Hilfswerk ADRA in der Ukraine und in den umliegenden Ländern aktiv.

Fast alle Kirchenmitglieder im humanitären Einsatz

Neben der Arbeit vor Ort unterstütze die adventistische Kirche auch Menschen auf der Flucht. So würden Gemeindehäuser zur Übernachtung für Flüchtlinge auf der Durchreise zur Verfügung gestellt. Auch Menschen, die durch den Krieg Hab und Gut verloren haben, können in Gemeindehäusern Unterkunft finden. Evakuierungen aus Gefahrenzonen nimmt die Kirche vor Ort ebenfalls vor. Nahezu jedes Kirchenmitglied sei nach den Worten von Nosov derzeit im Dienst für Menschen aktiv. Siehe auch die APD-Meldung https://www.apd.info/2022/05/04/adventisten-in-der-ukraine-leiden-hoffen-helfen-und-beten/

Menschen finden zum Glauben

Auch in dieser schwierigen Lage sei der Segen Gottes spürbar, so Nosov. Menschen fänden trotz des Krieges oder gerade wegen dieser großen Not zum Glauben an Jesus Christus und ließen sich taufen (Adventisten praktizieren die Taufe von Erwachsenen).

Die Situation der ukrainischen Kriegsvertriebenen verglich Nosov mit Johannes, der auf Patmos im Exil leben musste, und schloss seine Predigt mit der Verheißung: „Wie die Lage auch ist, Jesus Christus geht an unserer Seite.“

Stanislav Nosov konnte während seines Aufenthaltes dringend benötigte Hilfsgüter entgegennehmen. Dankbar zeigte er sich auch für eine finanzielle Unterstützung, die Pastor André Lang im Auftrag regionalen adventistischen Kirchenleitung in Berlin-Mitteldeutschland übergab.

Die Ansprache von Stanislav Nosov kann im Predigtpodcast der Adventgemeinde Chemnitz unter diesem Link angehört werden:

https://adventgemeinde-chemnitz-predigten.letscast.fm/episode/auch-im-krieg-geschuetzt-in-gottes-armen

Auch eine Veröffentlichung des Vortrags auf dem YouTube-Kanal der Adventgemeinde Chemnitz ist geplant.




Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland bleibt vollständig Teil der weltweiten United Methodist Church

Der zurückliegende Sonntag (1. Mai), markiert den offiziellen Beginn der Global Methodist Church (GMC, Globale methodistische Kirche). Der Aufbau einer sich von der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church, UMC) abspaltenden und jetzt unter dem Namen Global Methodist Church gegründeten Kirche zeichnete sich über Jahre hinweg ab. Letzte Anlässe waren die mit einer knappen Mehrheit für eine Ordnungsverschärfung in sexualethischen Fragen votierende außerordentliche Generalkonferenz der UMC im Februar 2019 mit daraus folgenden Auseinandersetzungen in vielen Bereichen der weltweiten methodistischen Kirche und die knapp ein Jahr später vorgelegte Mediationsvereinbarung „Versöhnung und Gnade durch Trennung“. Die formale Gründungsversammlung der GMC soll am morgigen Freitag (6. Mai) in Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana stattfinden.

Gemeinschaftsbund sieht Segnung gleichgeschlechtlicher Paare kritisch

„Obwohl uns die theologischen Positionen dieser neuen Kirche nahe sind, müssen wir unseren Weg in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt nicht neu überdenken“, sagte Andreas Kraft mit Blick auf die erfolgte Gründung dieser neuen methodistischen Kirche. Kraft ist Sprecher des deutschen Gemeinschaftsbunds der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), der aus Beschlüssen des für Deutschland zuständigen Kirchenvorstands hervorging. Diese Beschlüsse öffneten den Weg des deutschen Teils der EmK zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und Ordination Homosexueller zum pastoralen Dienst. Mit der Gründung des Gemeinschaftsbunds eröffneten die Beschlüsse gleichzeitig die weiterhin mögliche Beheimatung traditioneller Positionen in sexualethischen Fragen. Liberale und traditionelle Positionen gingen auf dieser Basis bewusst einen Weg versöhnender Gemeinschaft, heißt es in einer Presseerklärung der EmK.

„Zu diesen Beschlüssen stehen wir“, betonte der in einer Hamburger EmK-Gemeinde aktive Pastor und Sprecher des Gemeinschaftsbunds. Deshalb habe sich die Frage nach einem Beitritt zu dieser neuen Kirche nicht gestellt. „Neue, bemerkenswerte Ereignisse an anderen Orten führen nicht notwendigerweise dazu, die eigene Position neu zu beschreiben“, ergänzt Kraft die loyale Haltung zu dem in Deutschland eingeschlagenen Weg. Der Vorstand des Gemeinschaftsbunds habe die neue Sachlage nur kurz beraten und zur Kenntnis genommen. „Wir haben Frieden, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen“, bestätigt Kraft die kurz gefassten Äußerungen im Vorstand des Gemeinschaftsbunds. Der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Harald Rückert, äußerte sich dankbar „für diese klare und verbindliche Haltung des deutschen Gemeinschaftsbundes. Der Weg in versöhnter und versöhnender Verschiedenheit, sei zwar anstrengend, aber verheißungsvoll.

Evangelisch-methodistische Kirche

Die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland (EmK) ist Teil der UMC, einer weltweit strukturierten evangelischen Freikirche, die aus einer Erweckungsbewegung in England im 18. Jahrhundert hervorging. Führende Persönlichkeiten am Anfang der Bewegung waren die Brüder John und Charles Wesley. Höchstes Leitungsgremium ist die alle vier Jahre tagende Generalkonferenz.

Weltweit zählen sich zur UMC rund zwölf Millionen Menschen. In Afrika, Amerika, Asien und Europa arbeitet die UMC auf Basis weltweiter und ineinandergreifender Strukturen. Sie ist bewusst nicht nationalstaatlich organisiert, sondern arbeitet über Ländergrenzen hinweg.

Zur EmK in Deutschland zählen sich gut 46.000 Kirchenmitglieder und Kirchenangehörige in 432 Gemeinden. Harald Rückert, Frankfurt am Main, ist der für Deutschland zuständige Bischof.




Persönlicher Glaube und soziales Gemeinschaftsgefühl der Adventisten während der Corona-Pandemie stabil geblieben

Der Umfrage zufolge hat Corona-Pandemie ihre Spuren auch bei Adventisten hinterlassen. Das seelische Wohlbefinden der Adventisten (gemäß dem WHO-5-Index) sei während des ersten Lockdowns höher gewesen als zwischen Dezember 2021 und Februar 2022. Inzwischen sei das seelische Wohlbefinden wieder genauso hoch wie vor der Pandemie.

Das spirituelle Wohlbefinden (SpWb-5) habe sich über die Zeitspanne nicht verändert. Das Interesse an religiösen Themen, die Häufigkeit des persönlichen Gebets, der persönlichen Andacht und das Vertrauen in Gott hätten laut Umfrageergebnis nicht abgenommen.

Mehr Zeit für Stille und Besinnung

Der persönliche Glaube und die soziale Gemeinschaft unter Adventisten seien stabil geblieben. Adventisten hätten sich in der Pandemie mehr Zeit für Beziehungen zu ihren Familien und Freunden genommen und diese Kontakte auch intensiver wahrgenommen. Die Verbundenheit miteinander sei wichtiger und stärker geworden, der Umgang miteinander freundlicher.

Durch eine verstärkte Nutzung der digitalen Medien seien Adventisten mit Freunden und Bekannten verbunden geblieben, hätten weiterhin an der Welt teilgenommen, sich inspirieren und anregen lassen. Sie hätten häufiger an digitalen Gottesdiensten und Andachten teilgenommen. Ferner hätten sie sich bewusster und intensiver mit sich selbst auseinandergesetzt, stärker auf das geachtet, was ihnen im Leben wirklich wichtig sei, die Natur intensiver wahrgenommen sowie mehr Zeit für Stille und Besinnung gefunden.

Das Gefühl, dass Gott fern sei, obwohl man sich um ihn bemühe, das Gefühl, von Gott verlassen zu sein, geistlich leer zu sein oder auf Gebete keine Antwort zu finden (geistliche Trockenheit, SDS-6) sei im Laufe der Pandemie in seiner Häufigkeit gleich geblieben (es betreffe 14 Prozent der Befragten).

„Das stärkere Nachdenken über sich selbst und den Sinn des Lebens, die Zeiten der Stille und Besinnung sowie der Naturverbundenheit stehen in einem engen Zusammenhang mit der seelischen und geistlichen Gesundheit“, schreibt Studienleiter Klaus van Treeck (IKL) der zusammen mit dem Mediziner Professor Arndt Büssing (Universität Witten/Herdecke) und Lorethy Starck (IKL) die Studie konzipierte und auswertete. „Es verdichten sich die Hinweise darauf, dass die Reaktion auf die Corona-Pandemie in einem hohen Maß von der Fähigkeit abhängt, selbstbestimmt auf positive – interne und externe – seelische, soziale und spirituelle Ressourcen zugreifen zu können (ressourcenorientiertes Selbstmanagement) sowie Ängste und Furcht emotional zulassen zu können“, so Klaus van Treeck in Adventisten heute.

Einstellung der Adventisten zu Corona-Maßnahmen

Die Umfrage enthielt auch Fragen zur persönlichen Haltung gegenüber den die persönliche Freiheit einschränkenden Corona-Schutzmaßnahmen. Frauen und Männer unterscheiden sich in ihren Positionen zu den Empfehlungen, Maßnahmen und Regeln unter Corona nicht voneinander, so das Ergebnis der Umfrage. Personen über 60 Jahre und Familien ohne minderjährige Kinder neigten zu einer höheren Akzeptanz der Corona-Schutzmaßnahmen. Adventisten, deren Herkunftsland in osteuropäischen Regionen liegt, tendierten zu einer kritischeren Haltung den Einschränkungen gegenüber.

62 Prozent der Teilnehmenden waren zum Zeitpunkt der Studie bereits geimpft, 5 Prozent überlegten noch und 22 Prozent wollen sich nicht impfen lassen; 11 Prozent hätten keine Angaben gemacht. 74 Prozent seien bis Ende Februar nicht an COVID-19 erkrankt. 78 Prozent gaben an, sich an die Corona-Maßnahmen und Beschränkungen ihrer Adventgemeinde zu halten, 5 Prozent akzeptieren sie nicht, 7 Prozent nur bedingt; 10 Prozent haben dazu keine Angaben gemacht.

51 Prozent seien gern dazu bereit gewesen, sich im Gottesdienst einzuschränken, um es auch Risikopersonen zu ermöglichen, den Gottesdienst zu besuchen. Etwa auf ein Drittel der Befragten trifft das mit Einschränkungen zu. 4 Prozent seien nicht dazu bereit, 11 Prozent hätten dazu keine Angaben gemacht.

17 Prozent beschäftigten sich regelmäßig mit Internet-Beiträgen und Informationen, die eine kritische Haltung zu Corona-Impfungen und Schutzmaßnahmen einnehmen. Auf ein Drittel treffe das überhaupt nicht zu. 40 Prozent stimmen dieser Aussage etwas oder kaum zu; 10 Prozent machten keine Angabe.

62 Prozent der Studienteilnehmer stellten in ihren Gemeinden Konflikte oder Spaltungen bezüglich der Corona-Schutzmaßnahmen fest (darunter 39 Prozent starke und 23 Prozent etwas Zustimmung). Ein Viertel stimmte teils-teils oder kaum zu; 10 Prozent machten keine Angaben dazu, 4 Prozent erlebten keine Konflikte oder Spaltungen.

Über die Studie

Die Studie wurde von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland angeregt. Erste Ergebnisse der Studie wurden im März 2022 zur wissenschaftlichen Veröffentlichung eingereicht. Nach Veröffentlichung ist der wissenschaftliche Artikel mit Referenzen und Tabellen auch auf der Website des Instituts für ganzheitliches Wohlbefinden, Spiritualität und Resilienz einsehbar. (www.kraftvoll-leben.info)

Ergebnisse früherer Umfragen

Diese Umfrage ist bereits die zweite Studie zum ganzheitlichen Wohlbefinden unter Adventisten in der Corona-Pandemie Der APD berichtete am 9. Juni 2020 von einer vergleichbaren Untersuchung des IKL in der ersten Welle der Corona-Pandemie. Damals übte die Pandemie einen geringen Einfluss auf das seelische, geistliche und soziale Wohlbefinden der Adventisten in Deutschland aus, so das Ergebnis der Umfrage. Siehe https://www.apd.info/2020/06/09/corona-mit-geringem-einfluss-auf-deutsche-adventisten/.

Laut einer ähnlichen Studie des Mediziners Arndt Büssing unter der allgemeinen Bevölkerung, die im Januar 2022 veröffentlicht wurde, habe das Vertrauen in eine höhere Macht und das Gebet als Ressource im Alltag vom ersten Lockdown bis zur vierten Infektionswelle Ende des Jahres 2021 deutlich abgenommen. Viele Menschen hätten ihren Halt im christlichen Glauben verloren, so Büssing. Von diesen Menschen hätten sich zudem viele einsam und sozial isoliert gefühlt. Das Interesse an Spiritualität sei nach der zweiten Corona-Welle deutlich zurückgegangen. Das könne zum Beispiel daran liegen, dass auch das Kirchen- und Gemeindeleben eingeschränkt war. Befragungen hätten gezeigt, dass viele Gläubige zudem enttäuscht waren, dass ihre Kirche oder Gemeinde keine Antworten oder zu wenig Zuspruch lieferten. Siehe https://www.apd.info/2022/01/27/studie-im-verlauf-der-pandemie-verlieren-menschen-halt-im-christlichen-glauben/




Mit erneuerbaren Energien gegen Hunger und Armut

Zwei beispielhafte Projekte

Beispielhaft dafür ist ein neues Projekt im Südsudan, bei dem es um den Ausbau von erneuerbaren Energien geht. Aus der Nutzung von Biogas und Solaranlagen wird dabei nachhaltig Strom erzeugt. Brunnen werden erschlossen, um die Versorgung der Menschen und der Landwirtschaft zu verbessern. Mit neuen, klimaangepassten Anbaumethoden und Saatgut wird der Hunger bekämpft. Das Projekt unterstützt 2.200 bäuerliche Familien direkt. Von den Maßnahmen profitieren indirekt noch viel mehr Menschen der Region.

Ein anderes Beispiel dafür ist ein Projekt in Äthiopien. Durch den Bürgerkrieg im Norden des Landes sind viele Menschen auf der Flucht und leben in Flüchtlingslagern. Für 500 Geflüchtete und Einheimische bietet ADRA eine berufliche Ausbildung in der Solarenergie sowie Holz- und Metallverarbeitung und ermöglicht ihnen dadurch neue berufliche Perspektiven.

Eine Projektliste von ADRA Deutschland gibt es unter https://adra.de/publikationen/?utm_source=nl&utm_medium=mail&utm_campaign=04-26

Spenden sind über ein Spendenformular möglich: https://adra.de/spendenformular/?utm_source=nl&utm_medium=mail&utm_campaign=04-26

ADRA Deutschland

ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. Seit 1987 hat ADRA Deutschland in über 40 Ländern mehr als 3.000 Projekte der Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt. Das deutsche Büro mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befindet sich in Weiterstadt bei Darmstadt. Weitere Informationen unter www.adra.de.




R+V-Versicherung und AWW-Suppenküche Nachschlag laden Bedürftige in Ludwigsburg zum Essen „to go“ ein

Die genossenschaftliche R+V Versicherung feiert ihr 100-jähriges Jubiläum und will aus diesem Anlass der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Unter dem Titel „Mission Miteinander“ tourt die R+V mit einem eigens gebauten Tiny House durch ganz Deutschland und besucht und unterstützt Menschen und Initiativen, die unser Leben und unsere Zukunft zum Besseren verändern wollen.

Zwischen 27. April und 2. Mai

Zwischen Mittwoch, 27. April, und Dienstag, 2. Mai 2022, gibt es am Tiny House der R+V auf dem Rathausplatz Ludwigsburg täglich von 11–13Uhr ein warmes Mittagessen mit Nachtisch und Getränk zum Mitnehmen. Von 14–15 Uhr wird am gleichen Ort zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Gemeinsam mit den Vertretern der Stadtverwaltung wurde der Rathausplatz für diese Aktion ausgewählt, da dieser zentral gelegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist.

„Genau zur richtigen Zeit“

Reinhard Knobloch, der seit 2017 die Suppenküche „Nachschlag“ leitet, freut auf das gemeinsame Projekt mit der R+V und die Zusammenarbeit im Dienst für Menschen. „Als im Herbst 2021 die ersten Gespräche mit der R+V gestartet sind, war noch nicht daran zu denken, dass im Frühjahr 2022 die Inflation auf über 7 Prozent steigt und dadurch die Lebensmittelpreise geradezu explodieren. Auch ein Krieg in der Ukraine war unvorstellbar, geschweige die Millionen von ukrainischen Flüchtlingen. Die Aktion „Suppenküche auf dem Rathausplatz“ findet jetzt zur genau richtigen Zeit und zur Unterstützung für notleidende Menschen statt“, so Reinhard Knobloch. Damit bestätigt er die Einschätzung der Tafeln in Deutschland e. V., die in einer Presseerklärung darauf hingewiesen haben, dass der Krieg in der Ukraine und die gestiegenen Lebensmittelpreise zu einer Belastungsprobe für die ärmeren Bevölkerungsschichten und die Tafeln geworden seien.

Auf Nachhaltigkeit geachtet

Das Mitarbeiterteam, das je zur Hälfte aus Mitarbeitern der R+V und ehrenamtlichen Helfern der Suppenküche „Nachschlag“ besteht, wird die Ausgabe des von der Zentralküche der Karlshöhe gekochten Mittagessens übernehmen. Bei den Planungen der To-go-Verpackungen ist auf die biologische Abbaubarkeit geachtet worden.

„Das warme Mittagessen werden sicherlich viele Gäste direkt in der Stadt verzehren und dabei das Angebot an Sitzgelegenheiten in der Ludwigsburger Innenstadt nutzen“, hofft Reinhard Knobloch. „Der Kaffee ‚to go‘, samt süßem Gebäck, kann auf dem Weg nach Hause beim Tiny House in Empfang genommen werden“.

Die Erste Bürgermeisterin der Stadt Ludwigsburg, Renate Schmetz, wird die R+V Suppenküche am 27. April um 11 Uhr offiziell eröffnen und bei der Ausgabe der ersten Mittagessen „to go“ mithelfen.

Über die Suppenküche Nachschlag

Die Suppenküche Nachschlag veranstaltet jeden 4. Sonntag im Monat von 12 bis 13.30 Uhr einen sozialen Mittagstisch. Ehrenamtliche Helfer bereiten ein schmackhaftes Vier-Gänge-Menü zu. In geselliger Runde wird die Mahlzeit an Gemeinschaftstischen verspeist.

Zu diesem Angebot sind alle eingeladen, besonders jedoch Menschen in sozialen Notlagen, Flüchtlinge, Bedürftige, Hartz-IV-Empfänger, Wohnungslose und ältere alleinstehende Menschen. Beim gemeinsamen Essen begegnen sich alle sozialen Gesellschaftsschichten können miteinander ins Gespräch kommen.

Die Suppenküche Nachschlag wird vom AWW-Helferkreis Ludwigsburg getragen und organisiert und findet in den Räumen der örtlichen Adventgemeinde, Carl-Goerdeler-Straße 16, statt. Das Projekt Suppenküche „Nachschlag“ lebt ausschließlich von Sach- und Geldspenden sowie vom ehrenamtlichen Engagement. Der AWW-Helferkreis Ludwigsburg umfasst ein Team mit über 50 Freiwilligen. Träger der Suppenküche Nachschlag ist das Advent-Wohlfahrtswerk e.V., das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Es hat seinen Sitz in Hannover. Weitere Informationen gibt es unter www.aww.info.




Kandidatensuche für Bibel-Quizshow bei Hope TV

Gesucht werden Personen, die ein gutes Bibelwissen aufweisen und dieses in der Quizsendung unter Beweis stellen möchten. Als Hauptpreis lockt im Finale der Quizshow eine Reise für zwei Personen nach Israel, dem Land der Bibel. Bis Ende April 2022 können sich Erwachsene ab 18 Jahren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf der Website www.dasbibelquiz.tv bewerben.

Hope TV

Der Sender Hope TV wird von Hope Media Europe betrieben und gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile über 60 nationalen Sendern besteht.

Hope TV kann unter anderem über Satellit, deutschlandweit im Kabel und im Internet über www.hopetv.de empfangen werden.




„Der Tyrannei Hoffnung und Taten entgegensetzen“ – VEF veröffentlicht Erklärung zum Krieg in der Ukraine

„Mit unserer Stellungnahme wollen wir Hoffnungszeichen aufzeigen, die wir in unserer Gesellschaft sehen und die wir als Christinnen und Christen setzen“, so VEF-Präsident Christoph Stiba. So könnten Gebet und Engagement viel bewirken: „Angesichts der neuen russischen Großoffensive in der Ostukraine beten wir weiter für Frieden. Wir beten für die Kriegstraumatisierten, die in Butscha, Kramatorsk und an vielen anderen Orten Schreckliches erleben mussten. Wir beten für die Ärmsten der Armen in anderen Ländern, die von den wirtschaftlichen Folgen betroffen sind.“

„Für die große Solidarität und das gesamtgesellschaftliche Engagement für die Geflüchteten sind wir sehr dankbar“, erklärte Stiba. Dazu heißt es in der Stellungnahme: „Diese Zeichen der Menschlichkeit machen Mut! Wir werden uns hier weiterhin einbringen, um der Tyrannei etwas entgegenzusetzen und Zeichen der Hoffnung zu setzen.“ Ebenso hebt die Stellungnahme unter Bezugnahme auf die friedensethische Orientierungshilfe der VEF aus dem Jahr 2015 das Engagement der Freikirchen für Frieden hervor: „Wir engagieren uns auch in der Friedensarbeit und beteiligen uns an der gesellschaftlichen Debatte darüber, mit welchen Mitteln Frieden geschaffen und gesichert werden kann.“

Link zur friedensethischen Orientierungshilfe: https://www.vef.de/erklarungen/friedensethik

Link zur Stellungnahme zum Krieg in der Ukraine: https://www.vef.de/media/pages/erklarungen/7711eb80ce-1649777564/2022-04-12-vef-zu-ukraine-der-tyrannei-hoffnung-und-taten-entgegensetzen.pdf

Finanzen, Lebensrecht und Vollmitgliedschaft

Die Mitgliederversammlung der VEF, die zweimal im Jahr tagt, befasste sich auch mit den Finanzen der Vereinigung sowie mit den aktuellen ethischen Themen einer geplanten Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibungen und der Gesetzgebung zum assistierten Suizid. Ferner stellte sich die Apostolische Gemeinschaft vor, die einen Antrag auf Vollmitgliedschaft in der VEF gestellt hat.

Über die VEF

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung.

Weitere Informationen: www.vef.de




Adventistisches Schulzentrum Marienhöhe (Darmstadt) kümmert sich um ukrainische Flüchtlinge

Bereits am 5. März fuhren Mircea Riesz, Campuspastor am Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt, und sein Team an die rumänisch-ukrainische Grenze. Sie brachten 29 Flüchtlinge und eine Katze nach Deutschland. Der jüngste Passagier war acht Wochen alt. Zwischenzeitlich kommen immer wieder Flüchtlinge an.  Mitglieder der Adventgemeinde Darmstadt-Marienhöhe nehmen die Flüchtlinge auf und unterstützen sie bei der Suche nach einer langfristigen Unterkunft. Auch Familien von Schülerinnen und Schülern des Schulzentrums Marienhöhe haben Flüchtlinge bei sich aufgenommen.

Es seien weitere Bustouren an die ukrainische Grenze geplant, um Flüchtlingen zu helfen, so Campuspastor Riesz.

Spendenaktion

Am 18. März fand im Rahmen des Schulgottesdienstes des Schulzentrums Marienhöhe eine Spendenaktion für die Flüchtlinge aus der Ukraine statt. Damit soll eine christliche Schule in Lwiw in der Ukraine unterstützt werden, die selbst Flüchtlinge aufnimmt.

Schulzentrum Marienhöhe

Das 1925 als „Seminar Marienhöhe» gegründete heutige Schulzentrum Marienhöhe hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgte die Realschule und 2010 die Grundschule. Von den 787 Schülerinnen und Schülern besuchen 543 das Gymnasium, 185 die Real- und 59 die Grundschule. 32 Schülerinnen und Schüler leben im hauseigenen Internat. Das als gemeinnützige GmbH geführte Schulzentrum Marienhöhe ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland (KdöR) und ist als „Gesundheitsfördernde Schule“ und Schule für den Klimaschutz zertifiziert. Weitere Informationen unter: www.marienhoehe.de.




Hochschule Friedensau trifft Münchener Kirchengemeinden

Am Samstagnachmittag (02.04.) fand in der örtlichen Kirchengemeinde der Adventisten in München München-Ost (Haidhausen) ein Podiumsgespräch mit den Dozenten Prof. Stefan Höschele, Dr. Johannes Hartlapp und Prof. Bernhard Oestreich statt. Das Thema war aktuell gewählt: „Ein Glaube – viele Meinungen?“ Miki Jovanovic, einer der Münchener Pastoren, moderierte die Referate und anschließende Aussprache im 12-Minutentakt. Interessierte Kirchenmitglieder und Gäste aus München und Umgebung waren gekommen.

Jugendveranstaltung MunichMeets
Parallel dazu fand im unteren Mehrzweckraum des Kirchengebäudes die beliebte Veranstaltung der Münchener Jugendlichen „MunichMeets“ statt, der von Studenten der Hochschule mitgestaltet wurde. Nach einer kurzen Pause mit Kuchen und Getränken schloss sich eine Informations- und Fragestunde rund um die Theologische Hochschule mit ihren Studienangeboten an.

Gemeindezentrum München-Ost (Haidhausen)
Das Gemeindezentrum in Haidhausen erlebte nach der Umbauphase und Pandemiezeit wieder ein volles Haus. Jetzt ist das Haus, in dem neben den Adventisten auch eine englischsprachige Baptistengemeinde (IBCM) und die Gemeinde Christ House Gottesdienste feiert, als kurzfristige Anlaufstelle für ukrainische Flüchtlinge adventistischer Partnergemeinden gerüstet.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend und in Teilzeit, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Rund 40 Nationen sind unter den mehr als 200 Studierenden und Lehrenden vertreten.

Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de und www.friedensau.de.




Friedensau nimmt Kriegsvertriebene aus der Ukraine auf

Laut Andrea Cramer von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Friedensauer Hochschule galt es zunächst, den zu erwartenden Gästen zumindest ein Bett zur Verfügung stellen zu können. Die Mitarbeitenden der Betriebstechnik, des Gästehauses und zusätzliche Ehrenamtliche hätten die Hauptlast der Vorbereitungsarbeiten und der sich anschließenden Betreuung getragen. Sie bereiteten binnen weniger Tage eine Art „Notaufnahme“ in Friedensau vor. Drei größere, vorübergehend leerstehende Wohnungen wurden aus dem Stand mit den nötigsten Möbeln und dem wichtigsten Hausrat aus gespendeten Gegenständen ausgestattet. Inzwischen wären 64 Frauen und Kinder aus der Ukraine als Kriegsvertriebene vorübergehend in Friedensau untergekommen. Damit sei der Ort mit seinen bisher 450 Einwohnern mehr als voll belegt.

Das Angebot von Friedensau sei Teil eines Hilfenetzwerkes, zu dem auch die Stadt Möckern gehöre. Einige der Frauen würden mit ihren Kindern in den nächsten Tagen aus Friedensau nach Möckern in eine eigene Wohnung umziehen können und dort versuchen, ein relativ „normales“ Leben zu führen, informierte Andrea Cramer.

Materielle Unterstützung habe Friedensau durch Spenden von Einwohnern, Freunden und ehemaligen Absolventen der Hochschule, aber auch durch die Kleiderkammer Leipzig des Advent-Wohlfahrtswerks (AWW), die Adventgemeinde Waldenburg und von vielen Ehrenamtlichen erhalten.

Seit einigen Tagen würden manche der ukrainischen Gäste das Angebot der Dozentinnen des Deutschkurses der Friedensauer Hochschule nutzen, die gegenwärtig unterrichtsfreie Zeit haben. Sie nehmen an einem spontan für sie organisierten Deutschunterricht teil und könnten in absehbarer Zeit über ein wenig Alltagsdeutsch ihre neue Umgebung kennenlernen.

Ort Friedensau
Friedensau ist ein 1899 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründeter Ort. Auf dem Gelände einer einstigen Wassermühle entstanden in wenigen Jahren eine „Industrie- und Missionsschule“, ein Sanatorium und ein Seniorenheim. Von 1922 bis 2001 war Friedensau eine selbstständige politische Gemeinde. Heute ist die Ortschaft mit ihren 450 Einwohnern Teil der Verwaltungsgemeinschaft Möckern. Zu Friedensau gehören ein Seniorenheim des Advent-Wohlfahrtswerks (AWW) für 122 pflegebedürftige Menschen, ein Zeltplatz für Pfadfindergruppen und große Events, eine überdachte Arena mit Platz für bis zu 1.500 Personen, ein Ökohaus und eine Hochschule.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend und in Teilzeit, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Rund 40 Nationen sind unter den mehr als 200 Studierenden und Lehrenden vertreten.

Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de und www.friedensau.de.

Adventisten in der Ukraine
Vor dem Krieg gab es in der Ukraine rund 44.000 Siebenten-Tags-Adventisten in 790 Kirchengemeinden. Die Freikirche unterhält in der Ukraine neben der Hochschule in Butscha 21 Grundschulen, 16 weiterbildende Schulen sowie eine berufsbildende Institution. Alle Bildungsstätten sind gegenwärtig geschlossen. Teilweise findet der Unterricht über das Internet statt.




Einen Monat Krieg in der Ukraine – ADRA Deutschland hilft

„Der Krieg in Europa ruft uns alle zu Mitgefühl und tatkräftiger Unterstützung auf. Als international tätige Hilfsorganisation können wir nicht tatenlos bleiben, wenn Menschen leiden. Wir nutzen unser Netzwerk und unsere Erfahrung, um den Geflüchteten beizustehen. Wir haben darüber hinaus enge Bindungen in die Ukraine, seitens unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch durch unser ADRA-Partnerbüro in der Ukraine, mit dem wir schon vor dem Ausbruch der landesweiten Gewalt vor einem Monat zusammengearbeitet haben“, so Christian Molke, Vorsitzender des Vorstands von ADRA Deutschland e.V.

Weiterarbeit mit hohem persönlichem Risiko

„Wir sorgen uns auch um unsere Kolleginnen und Kollegen von ADRA Ukraine, die innerhalb des Landes unter hohem persönlichem Risiko weiterarbeiten und in zehn Städten eine finanzielle Soforthilfe für die Bewohnerinnen und Bewohner anbieten. Außerdem organisieren sie Lebensmittelverteilungen, Evakuierungen und Hilfstransporte“, teilte Molke mit. Die Transportrouten in die Ukraine führten über Ungarn und Rumänien. An den Grenzen würden medizinische Hilfsgüter und Lebensmittel an die ukrainischen Kolleginnen und Kollegen übergeben, die sie dann weitertransportieren. Wie lange die Routen noch sicher sind, wisse niemand. „Daher fordern wir im Chor der Hilfsorganisationen den uneingeschränkten und sicheren Zugang humanitärer Helferinnen und Helfer sowie die Einhaltung des Völkerrechts. Nur durch eine friedliche Beendigung des Krieges kann weiteres Leid verhindert werden“, appellierte Christian Molke.

Aus dem weltweiten ADRA-Netzwerk seien 21 Länderbüros in und um die Ukraine herum aktiv. ADRA Deutschland sei mit eigenem Personal an der Grenze in Polen und Rumänien vor Ort. In Deutschland helfe ADRA bei Hilfstransporten, organisiere Unterkünfte und leiste finanzielle Soforthilfe. Von den 1000 Betten, die ADRA derzeit zur Verfügung stellen könne, befänden sich 70 Prozent in Privathaushalten, verteilt in ganz Deutschland. Knapp ein Drittel der Kapazitäten sei belegt. Die Hilfe werde durch Spendengelder – auch von Aktion Deutschland Hilft – getragen.

Infohotline

ADRA hat eine Infohotline eingerichtet, unter der Menschen Unterstützung anbieten könnten. Neben Unterkünften würden auch Übersetzerinnen und Übersetzer gesucht, welche die Geflüchteten bei Ämtergängen begleiten. Auch eine ukrainisch- bzw. russischsprachige Hotline für Geflüchtete sei eingerichtet worden.

ADRA Info-Hotline zum Ukraine-Einsatzfall: +49 (0) 6151 8115-22

ADRA Notfallnummer, ukrainisch- und russischsprachig: +49 (0) 6151 8115-60

Zur Finanzierung der humanitären Arbeit sei ADRA Deutschland auch weiterhin auf Spenden angewiesen. Spendenkonto: ADRA Deutschland e.V. | IBAN: DE87 6602 0500 0007 7040 00 | Stichwort: Nothilfe Ukraine.

ADRA Deutschland schon seit 2014 in der Ukraine tätig

Seit dem Ausbruch der Gewalt im Jahr 2014 leistete ADRA Deutschland e.V. in der Ukraine humanitäre Hilfe in den Gebieten Donezk und Luhansk. Ziele des Projektes waren die Verbesserung der psychosozialen Gesundheit, Zugang zu Trinkwasser und besserer Zugang zu Basisdienstleistungen wie Arztbesuche, Apothekengänge und Einkaufsmöglichkeiten. Das Projekt kam laut ADRA insgesamt 13.900 Menschen zugute – vor allem älteren Personen, Menschen mit Behinderungen sowie Verletzten – und lief bis einschließlich November 2020.

ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und führt Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe durch. Das deutsche Büro mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befindet sich in Weiterstadt bei Darmstadt. Weitere Informationen unter www.adra.de.




Ukrainische Bibelübersetzung im Internet abrufbar

„Wir möchten damit ermöglichen, dass gerade in dieser Notsituation Menschen den direkten Zugang zur Bibel in ihrer Sprache erhalten können“, informierte der Generalsekretär der Bibelgesellschaft Christoph Rösel. Gleichzeitig wolle man damit Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen eine unkomplizierte Möglichkeit bieten, ukrainische Bibeltexte für die eigene Arbeit mit Geflüchteten zur verwenden.

Die digitale Verfügbarkeit einer ukrainischen Bibel wäre auch deshalb wichtig, da gedruckte Bibelausgaben auf Ukrainisch in ganz Europa vergriffen seien. „Die Lager sind leer“, so Rösel. „Zusammen mit anderen Bibelgesellschaften organisieren wir gerade den Nachdruck von Bibeln, Kinderbibeln und anderen Schriften, aber bis die Bücher bei den Menschen sind, wird es leider noch einige Wochen dauern.“

Die ukrainische Bibelübersetzung ist auf der Website der Deutschen Bibelgesellschaft unter www.die-bibel.de/bibeln kostenfrei verfügbar, ebenso in der App Die-Bibel.de. Der Text könne in der Arbeit von Kirchen und Gemeinden ohne Gebühren eingesetzt werden.

Bei dem Bibeltext handele es sich um eine Übersetzung in modernes Ukrainisch von dem ukrainischen Bibelübersetzer und Theologen Raimond Turkonjak aus dem Jahr 2011. Sie wird von der Ukrainischen Bibelgesellschaft herausgegeben und ist vor allem unter ukrainisch-orthodoxen Mitgliedern verbreitet. Rund 60 Prozent der Menschen in der Ukraine gehörten dieser Konfession an.

Deutsche Bibelgesellschaft

Die Deutsche Bibelgesellschaft mit Sitz in Stuttgart übersetzt die biblischen Schriften und verbreitet Bibelausgaben. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt sie die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers heraus. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen.

Generalsekretär Dr. Christoph Rösel ist Vorstand der Deutschen Bibelgesellschaft. Vorsitzende der Vollversammlung und des Aufsichtsrates ist die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Dr. h. c. Annette Kurschus. Zur Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft gehören Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Bibelgesellschaften sowie von evangelischen Freikirchen und christlichen Werken, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Weitere Informationen: http://www.die-bibel.de/




Adventistisches Krankenhaus Waldfriede (Berlin) beherbergt Geflüchtete aus der Ukraine

Wie das Krankenhaus mitteilte, wurden darüber hinaus an den vergangenen beiden Wochenenden gesammelte Sachspenden und Hilfsgüter (Medikamente, Narkosegerät, Babynahrung, Wasser u.v.m.) von Mitarbeitern mit einem Transportfahrzeug an die ukrainische Grenze gebracht. Auf dem Rückweg nahmen sie weitere Flüchtlinge (eine Großfamilie) mit (s. Foto oben). Bernd Quoß, Vorstand des Krankenhauses, hatte gemeinsam mit Pflegedirektorin Maria Gössler Unterbringungsmöglichkeiten organisiert.

Förderverein und Krankenhaus arbeiten zusammen

Der Förderverein des Krankenhauses Waldfriede unterstützt seit vielen Jahren soziale Projekte in Berlin, in Deutschland und der Welt. Aktuell bemühen sich das Krankenhaus und der Förderverein nach Kräften, Nothilfe für die Ukraine zu leisten, Hilfsgüter und Spendengelder aufzubringen, um die Menschen vor Ort und die Geflüchteten in Berlin mit dem Nötigsten zu versorgen.

Zeichen der Solidarität und Friedensgebete

Das Krankenhaus Waldfriede zeigt seine Solidarität mit der Ukraine auch durch symbolische Gesten. So wurde am Krankenhaus die blau-gelbe ukrainische Flagge gehisst und das Gebäude nachts in den Nationalfarben der Ukraine angestrahlt. Zudem bieten die Seelsorger des Krankenhauses zweimal wöchentlich Friedensgebete für all jene an, denen der Frieden und die Solidarität mit den Notleidenden ein Anliegen ist.

Krankenhaus Waldfriede

Das freigemeinnützige Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Es wurde nach gesetzlichen Qualitätsparametern mehrfach zertifiziert und hat mit seiner medizinischen und pflegerischen Qualität bereits eine Vielzahl an Auszeichnungen erhalten. Pro Jahr werden hier etwa 15.000 Patienten stationär und 120.000 Patienten ambulant behandelt. Der Träger ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die weltweit rund 900 medizinische Einrichtungen unterhält. Waldfriede ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Deutschen Evangelischen Krankenhausverband e.V. (DEKV) und Kooperationspartner des adventistischen Krankenhausverbundes Advent Health in den USA.

Das Krankenhaus ist Teil des Gesundheitsnetzwerks Waldfriede zu dem auch eine Tagesklinik, eine Sozialstation, eine Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, eine Servicegesellschaft, ein Seniorenhaus, das Gesundheitszentrum PrimaVita, die Privatklinik Nikolassee und das Desert Flower Center gehören.

Zur Webseite des Krankenhauses Waldfriede: www.krankenhaus-waldfriede.de




Adventistische Kirchenleiter bedanken sich für die Hilfsbereitschaft und rufen zur friedlichen Beilegung des Krieges in der Ukraine auf

„Die Bilder des Krieges in der Ukraine stehen uns vor Augen. Die ganze Bandbreite von Betroffenheit ist bei uns zu spüren. Sie reicht von Wut und Aggression bis hin zu Ratlosigkeit, Angst und dem tiefen Wunsch nach einer raschen Beendigung der Gewalt und Zerstörung und des Tötens von Menschen.“ Christen seien aufgerufen, durch praktische Hilfe eine Perspektive des Friedens und der Versöhnung aufzuzeigen. Er bedankte sich bei allen, „die sofort praktische Hilfe angeboten und Geflüchtete aufgenommen haben oder eine Bleibe vermitteln konnten.“

„Wir brauchen als erstes ein klares Bekenntnis zu einer friedlichen Beilegung des Kriegsgeschehens. Zerstörung und Gewalt produzieren auf allen Seiten Opfer und Leid – das darf nicht sein“, so Werner Dullinger in der Videobotschaft.

Er schloss sich den Dankesworten von Johannes Naehter an und ergänzte: „Besonders wichtig ist eine psycho-soziale Betreuung und Seelsorge, die kurz- und mittelfristig organisiert werden muss.“ Wer die erforderlichen Kompetenzen, Sprachkenntnisse und die nötige emotionale Stabilität besitze sei eingeladen, sich bei den adventistischen Hilfswerken zu melden, die Hilfe für Geflüchtete leisten (s.u.).

Beide Kirchenleiter riefen dazu auf, in den Gebeten für Frieden in der Ukraine nicht nachzulassen. Die Videobotschaft ist unter dem Link https://youtu.be/17U9G4_hJdY anzusehen.

Informationen zu Hilfsmöglichkeiten für die Ukraine bei adventistischen Werken

Die adventistische Hilfsorganisation ADRA ist in der Flüchtlingshilfe vor Ort aktiv. Das Team von ADRA Deutschland arbeitet mit seinen Partnerbüros in der Ukraine und den anderen ADRA-Büros in den europäischen Nachbarländern zusammen. Ausführliche Informationen zum Einsatz in der Ukraine gibt es unter https://adra.de/nothilfe-ukraine/

Folgende konkrete Hilfsmöglichkeiten gibt es:

1. Spenden

Geldspenden ermöglichen es dem Notfallteam von ADRA, flexibel zu bleiben und auf die verschiedenen Bedürfnisse einzugehen, die in dieser Krise entstehen. Hier der Link zum Spendenformular von ADRA: https://adra.de/spendenformular/

Spendenkonto

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE87 6602 0500 0007 7040 00

BIC: BFSWDE33KRL

Spendenstichwort: Nothilfe Ukraine

2. Praktische Hilfe

Wer Fahrdienste oder Begleitdienste für die geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer zur Verfügung stellen möchte, übersetzen kann (Ukrainisch oder Russisch) oder Geflüchtete bei Behördengängen unterstützen will, kann Kontakt mit ADRA aufnehmen unter: https://adra.de/nothilfe-ukraine-formular/

3. Unterkünfte anbieten

Wer Unterkünfte bereitstellen will, kann sich direkt bei ADRA melden unter: https://adra.de/nothilfe-ukraine-formular/.

Viele Privatpersonen nehmen gerade Menschen bei sich auf, die aus der Ukraine geflüchtet sind. Die Aufnahme von Geflüchteten ist mit Verantwortung verbunden und erfordert psychische Kraft. Um Privatpersonen bei der Aufnahme von Flüchtlingen zu unterstützen, haben ADRA, das Advent-Wohlfahrtswerk e. V. und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland eine Handreichung verfasst. Die Handreichung kann hier heruntergeladen werden: https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/Handreichung_UKR_private_Unterk%C3%BCnfte.pdf

4. Bargeldunterstützungen/-auszahlungen für Geflüchtete

Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis „Gemeinsam für Geflüchtete“ hat ADRA Deutschland einen Prozess entwickelt, der eine Auszahlung für ein Überbrückungsgeld/Willkommensgeld regelt. Es ist zu beachten, dass nur Geflüchteten die Auszahlung zusteht, die in einer bei ADRA registrierten Unterkunft aufgenommen wurden! Die Registrierung der Unterkünfte muss online unter https://adra.de/nothilfe-ukraine-formular/ vorgenommen werden!

Die Auszahlung ist für Menschen gedacht, die noch keine staatlichen Hilfen bekommen haben und im Zeitraum der Antragsstellung für das Überbrückungsgeld/Willkommensgeld in privaten Unterkünften (z.B. bei Gastfamilien) untergebracht sind. Es handelt sich um eine zunächst einmalig vorgesehene Förderung für die erste Woche. Die beschriebene Vorgehensweise bei der Auszahlung ist unbedingt einzuhalten, damit ADRA die Auszahlungen vornehmen darf. Alle Informationen und Formblätter sind hier zu finden:

Überbrückungs-Willkommensgeld-Antrag Auszahlungsbeleg deutsch: https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/%C3%9Cberbr%C3%BCckungs-Willkommensgeld_Antrag___Auszahlungsbeleg.pdf

Überbrückungs-Willkommensgeld-Feedbackformular deutsch:

https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/%C3%9Cberbr%C3%BCckungs-Willkommensgeld_Feedbackformular_Deutsch.pdf

Überbrückungs-Willkommensgeld-Feedbackformular ukrainisch:

https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/%C3%9Cberbr%C3%BCckungs-Willkommensgeld_Feedbackformular_Ukraine.pdf

Abschließend werden Gemeinden und Familien ermutigt, weiterhin um Frieden und Versöhnung zu beten.

Weiterführende Informationen und Links:

ADRA Info-Hotlines

ADRA Info-Hotline zum Ukraine-Einsatzfall: +49 (0) 6151 8115-22

ADRA Notfallnummer, ukrainisch- und russischsprachig: +49 (0) 6151 8115-60

 

Informationen zu einem geplanten Training für Menschen in der Freiwilligenarbeit des Friedensau Institute for Evaluation (FIFE) gibt es hier:

E-mail: info@fife.institute

Tel: +49-3921-916-144

Mob: +49 1755742909

 

Website mit Zügen und Bussen, die flüchtende Menschen umsonst nutzen können

https://www.thetrainline.com/trains/ukraine-travel-advice

 

Die Deutsche Telekom gibt kostenlose Sim-Karten aus

https://www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/kostenlose-sim-karten

 

Liste wichtiger Anlaufstellen zur rechtlichen Beratung

https://www.pilnet.org/resource/ukraine-resources/




ACK-Mitgliederversammlung ruft zum sofortigen Kriegsende in der Ukraine auf und bestätigt Vorstand

Bei den Vorstandswahlen wurde der bisherige Vorsitzende, Erzpriester Radu Constantin Miron von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Deutschland, mit großer Mehrheit für die Dauer von drei Jahren wiedergewählt. Der 65-Jährige ist Pfarrer in Köln. Der Vorsitz der ACK in Deutschland ist ein Ehrenamt. Zu seinen Stellvertretern wurden erneut Bischof Harald Rückert von der Evangelisch-methodistischen Kirche und Reverend Christopher Easthill von der Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland gewählt. Als weitere Vorstandsmitglieder der ACK in Deutschland wurden außerdem Landesbischof Friedrich Kramer von der Evangelischen Kirche in Deutschland und Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger von der Deutschen Bischofskonferenz in ihren Ämtern bestätigt.

Dankgottesdienst und Appell zum sofortigen Kriegsende in der Ukraine

Mit der 250. Mitgliederversammlung der ACK begann zugleich eine neue Delegationsperiode. Dazu kamen zum Teil neue Delegierte aus den Mitgliedskirchen zusammen, zum Teil wurden Delegierte von ihren Kirchen erneut entsandt. Aus diesem Anlass feierten die Mitglieder am Abend des 16. März einen Dankgottesdienst in der Wittenberger Schlosskirche. Auf der Tagesordnung der ACK in Deutschland standen zudem die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, die ab 31. August erstmals in Deutschland stattfinden wird, der Katholikentag in Stuttgart sowie Berichte zu verschiedenen Projekten. Die Delegierten der ACK in Deutschland veröffentlichten auch eine Erklärung, in der die „völkerrechtswidrige Invasion“ und der Krieg in der Ukraine verurteilt wurden. Diese kann hier abgerufen werden: https://www.oekumene-ack.de/aktuell/aktuelle-meldungen/mitgliederversammlung/artikeldetails/wort-der-mitgliederversammlung-der-ack-zum-krieg-in-der-ukraine/

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland

Die ACK repräsentiert etwa 50 Millionen Christen in Deutschland. Ihr gehören 18 Kirchen an, weitere sieben Kirchen sind Gastmitglieder, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus.




Stellungnahmen der Kirchen zum Krieg in der Ukraine

Gemeinsame Erklärung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK)

Kurz nach dem Einmarsch der russischen Armee in der Ukraine forderten sie eine sofortige Beendigung der Invasion, die Beachtung des Völkerrechts sowie konkrete Friedensbemühungen aller Beteiligten. „Wir sind erschüttert über die aktuelle Entwicklung und rufen die Russische Föderation dazu auf, weitere Aggressionen zu unterlassen. Russland muss die militärischen Angriffe unverzüglich stoppen und die territoriale Integrität der Ukraine vollumfänglich anerkennen. Der Angriff Russlands auf die Ukraine gefährdet das Friedensprojekt Europa“, so die Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Annette Kurschus, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing in einer gemeinsamen Erklärung. „Wir wissen uns ökumenisch in dieser angespannten politischen Lage besonders miteinander verbunden und sind in Gedanken bei den Menschen in der Ukraine. Die Ukraine mit ihrem reichen Kulturerbe hat ein Recht auf nationale Selbstbestimmung, die in diesen Tagen mit Füßen getreten wird. Als Christen glauben wir, dass Frieden möglich ist und verschlossene Türen wieder geöffnet werden können“, so Präses Kurschus und Bischof Bätzing. Gemeinsam riefen sie zum Gebet für die Opfer der Gewalt und mit ihnen auf.

Katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK)

Auf ihrer Frühjahrs-Vollversammlung hat die DBK am 10. März eine Erklärung mit dem Titel „Der Aggression widerstehen, den Frieden Gewinnen, die Opfer unterstützen“ verabschiedet. Darin wird sich auch mit der Frage auseinandergesetzt, ob militärische Unterstützung der Ukraine, wie z. B. Waffenlieferungen“ aus kirchlicher Sicht moralisch gerechtfertigt sei, und kommen zu dem Schluss: „Rüstungslieferungen an die Ukraine, die dazu dienen, dass das angegriffene Land sein völkerrechtlich verbrieftes und auch von der kirchlichen Friedensethik bejahtes Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen kann, halten wir deshalb für grundsätzlich legitim.“ Die Stellungnahme kann unter https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2022/2022-034a-Anlage1-FVV-Vierzehnheiligen-Pressebericht_Ukraine-Erklaerung.pdf heruntergeladen werden.

Evangelische Kirche in Deutschland

Die Evangelische Kirche in Deutschland verurteilt den russischen Angriff auf die Ukraine: „Es kommt auf uns an, den leidenden Menschen in der Ukraine, den verängstigten Menschen in unseren Nachbarländern, unsere Solidarität zu zeigen, keine billige, sondern eine, die uns etwas kostet. Es kommt auf uns an, den Menschen in Russland, die sich gegen den Krieg stellen, unsere Achtung zu bezeugen. Es kommt auf uns an, den Menschen, die flüchten, zu helfen und ihnen Wege zu öffnen, damit sie ihr Leben retten können.“, so die Ratsvorsitzende der EKD, Annette Kurschus. Dabei zeigt sie Verständnis für Waffenlieferungen in die Ukraine, mahnt aber gleichzeitig zur Zurückhaltung. Die Ukrainer „brauchen mehr als unser Mitgefühl und unsere Gebete“, sagte Kurschus den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ihr Land sei willkürlich und bösartig überfallen worden, sie hätten das Recht, sich zu verteidigen“, so die EKD-Ratsvorsitzende laut dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland

Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland hat „die Invasion und den völkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine“ in einer Erklärung verurteilt. Sie ruft darin gleichzeitig zu Frieden und Verständigung auf. Die Erklärung wurde am 14. März in Dortmund veröffentlicht, wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA berichtete.

In der Erklärung heißt es weiter: „Krieg kann und darf kein Mittel der Durchsetzung politischer Ziele sein.“ Man unterstütze den Aufruf der Bischöfe in der Ukraine und der russischen Bischöfe in Deutschland zu Gebet und tätiger Hilfe für die Menschen in der Ukraine und für die Flüchtlinge. Außerdem werden alle orthodoxen Gläubigen in Deutschland gebeten, „für die Einheit unserer Kirchengemeinden und Diözesen in Deutschland einzustehen“. In einem besonderen Schreiben bitten die Bischöfe alle orthodoxen Kirchengemeinden und Gläubigen, Hilfsinitiativen ins Leben zu rufen bzw. nach Kräften bereits bestehende Projekte zu unterstützen. Zugleich sollen sie verstärkt für die Betroffenen und ein schnelles Ende des Krieges beten. Zu der Bischofskonferenz unter Vorsitz von Metropolit Augoustinos (Bonn) gehören Repräsentanten der sieben in Deutschland tätigen orthodoxen Kirchen. Die Vertreter der Russischen Orthodoxen Kirche arbeiten seit 2018 nicht mehr mit.

Kritik an Orthodoxer Kirche in Russland

Weil die Russisch-Orthodoxe Kirche als bisher einzige Religionsgemeinschaft nach den Worten ihres Patriarchen Kyrill den Krieg Russlands gegen die Ukraine weiterhin rechtfertigt, wächst die Kritik aus anderen orthodoxen Kirchen. Neben den orthodoxen Kirchen in West- und Osteuropa hat nicht nur die autokephale (eigenständige) orthodoxe Kirche der Ukraine sondern auch die die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats den Krieg scharf verurteilt.

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK)

Die Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland verurteilte auf ihrer Mitgliederversammlung am 17. März in Wittenberg „die völkerrechtswidrige Invasion und den Krieg in der Ukraine. Wer Krieg und Leid verbreitet, widerspricht dem Bekenntnis zu Jesus Christus. Solche Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Botschaft Jesu Christi ist für uns alle verbindlich: ‚Selig, die Frieden stiften‘ (Mt 5,9).“

Weiter heißt es: „Wir rufen alle Geschwister im Glauben dazu auf, in dem uns verbindenen Geist Jesu Christi Zeugnis für Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung zu geben. Keine christliche Kirchenleitung darf das Evangelium Jesu Christi im Streit um politische Interessen missbrauchen. Wir nehmen bestürzt zur Kenntnis, dass dies geschieht. Wir klagen mit den Leidtragenden und trauern um die Opfer des Krieges in der Ukraine. Wir wenden uns zugleich gegen jede Stigmatisierung von Menschen russischer Herkunft und Angriffe gegen sie und ihre Gotteshäuser.“ Die ACK äußert sich „dankbar für die große Hilfsbereitschaft in Deutschland und weltweit – unabhängig von Religions- und Konfessionszugehörigkeit. Wir freuen uns insbesondere darüber, dass viele Projekte in ökumenischer Gemeinschaft gestaltet werden.“ Die Erklärung schließt mit einem Aufruf zum Gebet „um Geisteskraft und Ideenreichtum für die Verantwortlichen zur Versöhnung. Wir vertrauen auf die Kraft des Gebets für den Frieden. Wir rufen alle Kriegstreibenden zur Umkehr. Der Krieg muss sofort beendet werden! Wir bekennen Jesus Christus. Er ist unser Friede (Eph 2,14).“

Über den ACK

Die ACK repräsentiert etwa 50 Millionen Christen in Deutschland. Ihr gehören 18 Kirchen an, weitere sieben Kirchen sind Gastmitglieder, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus.

Evangelische Allianz in Deutschland (EAD)

Am 4. März veröffentlichte die EAD eine Erklärung zum Krieg in der Ukraine. Darin heißt es: „Wir sind erschüttert über die Bilder und Nachrichten aus der Ukraine. Die Zahl der Todesopfer steigt, Bomben fallen auf die Zivilbevölkerung, Hunderttausende fliehen … Viele Menschen haben sich einen derartigen Völkerrechtsbruch in Europa nicht vorstellen können …Gerade jetzt gilt: Krieg ist die Zeit der Friedensstifter. Dem Frieden nachzujagen, in einer oft so friedlosen Welt, sowohl im persönlichen Leben wie in politischen Zusammenhängen, gehört zur Kernberufung der Nachfolger des Friedensstifters Jesus Christus … Wir ermutigen die Politiker in Deutschland und Europa, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, die den Mächtigen Russlands Einhalt gebieten und zum Frieden führen, und dabei das Augenmaß zu behalten, damit nicht vor allem die armen Bevölkerungsschichten in Russland zu den Hauptleidtragenden der Sanktionen werden …Wir beten für die Menschen, die in der Ukraine und in Russland unter diesem Krieg leiden; für diejenigen, in Todesangst sind oder nahestehende Menschen verloren haben … für die politisch verantwortlichen Personen auf allen Seiten, dass die Waffen schweigen und bei den Aggressoren die Einsicht wächst, dass Gewalt niemals ein Mittel der Auseinandersetzung sein darf. Wir beten für Politiker, dass sie sich aktiv um die Organisation des Friedens bemühen und nicht nur friedfertige Absichten bekunden … Wir fordern auf, Organisationen logistisch und finanziell unterstützen, die Menschen in der Ukraine in dieser Notlage Hilfe leisten und die Flüchtenden in den Nachbarländern versorgen. Lasst uns Flüchtlinge willkommen heißen, ihnen beistehen und praktisch helfen, wo immer wir können. Wir danken allen, die hier bereits aktiv helfen.“ Die vollständige Erklärung ist unter https://www.ead.de/aktuelles/nachrichten/ zu lesen.

Über die EAD

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) mit Sitz in Bad Blankenburg (Thüringen) ist ein eingetragener Verein, dem sich ein Netzwerk von Christen und Organisationen aus verschiedenen protestantischen Kirchen und Gemeinschaften zugehörig fühlt. Zum Netzwerk der EAD gehören ca. 1000 örtliche Allianzkreise, in denen sich Christen aus verschiedenen lokalen Gemeinden und Organisationen, aus Landes- und Freikirchen sowie christlichen Gruppen und Werken treffen, um vor Ort zusammenzuarbeiten. Die EAD ist Mitglied der weltweiten Evangelischen Allianz, die mit 600 Mio. Mitgliedern in 129 Ländern international die größte kirchliche Vereinigung nach der Römisch-katholischen Kirche ist.

Russische Evangelische Allianz (REA) distanziert sich in offenem Brief vom Krieg

In einem offenen Brief an seine Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt bringt Vitaly Vlasenko, Generalsekretär der Russischen Evangelischen Allianz, seine Trauer über die Entscheidungen der russischen Regierung zum Ausdruck und fährt fort: „Heute entschuldige ich mich als Bürger und als Generalsekretär der REA bei allen, die infolge dieses militärischen Konflikts gelitten, Angehörige und Verwandte oder ihren Wohnsitz verloren haben.“ In seinem Brief erklärt Vlasenko auch, dass sein Gebet die gemeinsamen Beziehungen betrifft. Er bittet Gott um Kraft für Solidarität und Vergebung.

Vlasenko hat nach eigenen Angaben persönlich alles getan, „um einen Krieg zu verhindern“. Noch am Tag vor dem Einmarsch habe er Russlands Präsidenten Wladimir Putin ebenfalls in einem Offenen Brief aufgefordert, eine friedliche Lösung in dem Konflikt zu suchen. Die Russische Evangelische Allianz hat zum Gebet für den Frieden aufgerufen. Im Süden Russlands betreut sie etwa 500 Flüchtlinge aus der
Ukraine. Vlasenko schließt seinen Brief mit dem Wunsch: „Möge unser himmlischer Vater uns allen helfen.“

Über die REA

Die Russische Evangelische Allianz wurde 2003 gegründet. Sie vertritt nach eigenen Angaben 450.000 Christen in 4.500 Gemeinden. Unter den 144 Millionen Einwohnern Russlands leben etwa eine Million Protestanten. Nach Angaben der russischen Botschaft in Berlin sind 75 Prozent der Einwohner des Landes orthodox.

Europäische Evangelische Allianz (EEA)

Die Europäische Evangelische Allianz verurteilt alle Angriffe auf die Ukraine. Generalsekretär Thomas Bucher sagte: „Wir sehen keine Rechtfertigung für diese Aktionen und sind zutiefst erschüttert über Tod, Zerstörung, Chaos und Elend, die daraus resultieren werden.“

Der Einmarsch in die Ukraine sei sowohl ungerechtfertigt als auch unprovoziert. „Es wurde behauptet, der Angriff sei notwendig, um ethnische Russen in der Ukraine zu schützen und die Ukraine davon abzuhalten, Russland zu bedrohen. Diese Behauptungen sind unwahr. Diese Katastrophe wurde von Präsident Putin aus umfassenderen geopolitischen Gründen herbeigeführt.“ Russland und die Ukraine seien beides souveräne Nationen, die in der Lage sein müssten, in Frieden miteinander zu leben und die Grenzen sowie die internen und geopolitischen Angelegenheiten des jeweils anderen zu respektieren.

Die EEA ruft die Christen auf, für alle zu beten, die leiden, und für diejenigen, die die Macht haben, Leben zu retten, humanitäre Hilfe zu leisten und Schutz zu bieten. Ebenso soll für alle gebetet werden, „die die Macht haben, den Krieg zu beenden und einen langfristigen Frieden zu schaffen.“

Weltweite Evangelische Allianz (WEA)

Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) schließt sich der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA) an und verurteilt die Verletzung des Völkerrechts durch Russland und fordert ein sofortiges Ende der Angriffe auf die Ukraine. Die WEA und die EUA rufen die Kirchen in aller Welt auf, für die Wiederherstellung des Friedens zu beten.

Der Generalsekretär der WEA, Bischof Dr. Thomas Schirrmacher, sagte: „Wir sind zutiefst besorgt, dass wir erneut Zeuge eines bewaffneten Konflikts werden, der unweigerlich zu tragischen Verlusten an Menschenleben führt, darunter auch unschuldige Zivilisten, die nur in Frieden leben wollen. Wir fordern ein Ende der Feindseligkeiten, einen sofortigen Waffenstillstand und die Achtung der territorialen Integrität der Ukraine.“

Weitere kirchliche Stellungnahmen

Bisherige Stellungnahmen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zum Krieg in der Ukraine sind folgenden APD-Meldungen zu entnehmen:

Krieg in der Ukraine: Adventistische Kirchenleitungen in Deutschland, der Schweiz und weltweit rufen zum Gebet für den Frieden auf (https://www.apd.info/2022/02/25/krieg-in-der-ukraine-adventistische-kirchenleitungen-in-deutschland-der-schweiz-und-weltweit-rufen-zum-gebet-fuer-den-frieden-auf/)

Kirchenleitung der Adventisten für die Euro-Asien-Region ruft zu Gebet und Taten der Nächstenliebe auf (https://www.apd.info/2022/03/11/kirchenleitung-der-adventisten-fuer-die-euro-asien-region-ruft-zu-gebet-und-taten-der-naechstenliebe-auf/)

Kirchenleiter der Adventisten in Deutschland rufen zum Frieden in ihren Gemeinden auf (https://www.apd.info/2022/03/09/kirchenleiter-der-adventisten-in-deutschland-rufen-zum-frieden-in-ihren-gemeinden-auf/)

Eine Auflistung von Stellungnahmen von verschiedenen Kirchen in Europa zum Krieg in der Ukraine ist unter https://www.ceceurope.org/reactions-from-churches-on-russian-aggression-in-ukraine/ zu finden.




Lutherbibel 2017 jetzt auch komplett in Blindenschrift

Jeder Band hat die Größe eines schmalen DIN A4-Aktenordners. „Wir sind sehr froh, die Bibel endlich beendet zu haben“, sagte Pfarrerin Barbara Brusius, die das Projekt für den Dachverband der evangelischen Blinden- und evangelischen Sehbehindertenseelsorge (DeBeSS) geleitet hat: „Eigenständig in meiner Bibel lesen zu können, das ist für alle Menschen wichtig. Auch blinde Menschen wollen dies selbständig tun.“

Sich eine Bibel leisten zu können, das sei bei der Punktschrift nicht selbstverständlich. „Wir sind froh, dass dank hoher Subventionen durch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wir die Preise für die Kunden subventionieren können. 100 Euro für ein gesamtes Neues Testament in neun Bänden klingt trotzdem noch sehr viel, doch der reine Produktionspreis ist fast dreimal so hoch“, so Brusius.

Die ganze Lutherbibel gibt es in Braille-Kurzschrift, es ist eine um 30 bis 40 Prozent eingekürzte Schrift, vergleichbar mit der Stenografie in der Schwarzschrift. Außerdem stehen das Neue Testament sowie die Psalmen auch in Vollschrift zur Verfügung. Weitere Informationen zu Bibeln in Punktschrift finden sich auf der Homepage des DeBeSS unter: www.debess.de.




Kirchenleiter der Adventisten in Deutschland rufen zum Frieden in ihren Gemeinden auf

In ihrer Stellungnahme heißt es, dass der russische Militäreinsatz in der Ukraine die ganze Welt in Spannung versetzt habe. Angst vermische sich mit Entsetzen über das Maß an Zerstörung, der die Menschen in der Ukraine ausgesetzt sind. „In diese bedrohliche und angespannte Situation möchten wir als Verbandsvorstände gemeinsam mit dem russischsprachigen Arbeitskreis mit diesen Zeilen ein bewusstes Signal des Friedens und der Besonnenheit an unsere Gemeinden richten.“

Nicht feindlich gegenüberstehen

Krieg und andere politische Konflikte könnten auch Adventisten in eine emotionale Ausnahmesituation führen, sodass ihr Handeln im Alltag und in der örtlichen Adventgemeinde von diesen Konflikten mitgeprägt werde. Würden solche Themen, kontrovers in einer Gemeinde ausgetragen, könnte dies enorm belastend für alle sein. „Leider beobachten wir im Moment Spannungen, Verletzungen durch Worte, sowie Anschuldigungen und Ausgrenzung in unserem unmittelbaren Gemeindeumfeld, besonders in einigen russischsprachigen Kreisen“, beklagen die Freikirchenleiter. „Uns ist durchaus bewusst, wie herausfordernd es sein kann, wenn sich in der Gemeinde Glaubensgeschwister begegnen, deren Heimatländer sich durch Gewalt und Zerstörung feindlich gegenüberstehen.“

Gelungene Integration

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland habe in den letzten 30 Jahren einen gemeinsamen Integrationsprozess erlebt, sodass deren Gemeinden in Harmonie und Liebe hätten leben und sich entwickeln können. „Dankbar dürfen wir auf diese Zeit schauen und dankbar dürfen wir sein, dass ganz verschiedene Lebenserfahrungen und kulturelle Unterschiede uns nicht getrennt haben. Wir betrachten das als ein Geschenk Gottes, weil er durch seinen Geist unsere Herzen füreinander geöffnet hat.“

Damit sich Frieden ausbreiten kann

Die deutschen Freikirchenleiter erinnern daran, dass sich Siebenten-Tags-Adventisten als eine weltweite Kirche verstehen würden, „die durch den Geist Gottes und unseren gemeinsamen Glauben an Gott den Schöpfer und Erhalter des Lebens verbunden ist.“ Es handele sich um eine bunte Familie, die sich in ihrem Glaubensartikel 14 dazu bekenne: „In Christus sind die Gläubigen eine neue Schöpfung. Rassische, kulturelle, bildungsmäßige, nationale, soziale und gesellschaftliche Unterschiede sowie Unterschiede zwischen Mann und Frau dürfen unter uns nicht trennend wirken. In Christus sind alle gleich, durch einen Geist zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander zusammengefügt.“ Durch die Gnade Gottes wären Adventisten reich beschenkt und zum Frieden befähigt. Deren Gemeinden und Familien sollten solche Orte des Friedens und der Versöhnung sein. „Dazu möchten wir jeden ermutigen, seinen Beitrag zu leisten, damit sich Frieden ausbreiten kann.“

Die Stellungnahme endet mit dem Gebet „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“.

5.000 russischsprachige Adventisten in Deutschland

Laut Pastor Khiminets gebe es in Deutschland etwa 5.000 russischsprachige Adventisten. Von 1991 bis 1995 seien sie vorwiegend aus Mittelasien und Sibirien gekommen, danach auch aus West- und Südrussland, der Ukraine und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken. Die eingewanderten russlanddeutschen Adventisten hätten jedoch in der Bundesrepublik keine unabhängige Organisation oder eigene Ortsgemeinden gegründet, sondern sich bereits den bestehenden Adventgemeinden angeschlossen. Das habe aber nicht bedeutet, dass das Zusammenleben von Spätaussiedlern und Einheimischen in den Adventgemeinden immer problemfrei gewesen sei. Die Aussiedlergruppe wurde in etlichen Ortsgemeinden plötzlich zur Mehrheit, sodass die Gefahr bestand, dass die Zugezogenen nun das Gemeindeleben bestimmen und den einheimischen Gläubigen einen neuen Stil, neue Gewohnheiten und Traditionen aufdrängen würden.

Die meisten Aussiedler befänden sich laut Khiminets in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Es gebe Adventgemeinden in Deutschland, die zu 95 bis 98 Prozent aus Aussiedlern bestehen und 200 bis 300 Mitglieder umfassen. Diese Gemeinden hätten aufgrund der großen Anzahl von Kindern und Jugendlichen neue Gemeindezentren gebaut.

Freikirchenleitung als „Brückenbauer“

Dass es den Adventisten in Deutschland gelungen sei, ihre kirchliche Einheit zu bewahren, habe mehrere Gründe. Die Adventisten seien als weltweite Kirche verfasst, mit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) an der Spitze, die für die Einheit in Lehre und Organisation zuständig sei. Die Freikirchenleitung in Deutschland habe behutsam als „Brückenbauer“ bei dem Prozess des Zusammenwachsens geholfen. Es galt Fragen zu klären, einander zu verstehen und die Bedürfnisse von Einheimischen und Aussiedlern zu stillen. Dabei habe die Freikirchenleitung russlanddeutsche Pastoren eingesetzt, die ihre Ausbildung in Deutschland erhalten hatten und daher nicht nur den kulturellen Hintergrund der Spätaussiedler, sondern auch den der Einheimischen kannten, erläuterte Khiminets. Auch seien regional und deutschlandweit „russischsprachige Arbeitskreise“ eingesetzt worden. Diese hätten sich bei der Klärung und beim Verständnis verschiedener Problemfelder als sehr hilfreich erwiesen. (Siehe dazu auch APD-Meldung 217/2021 vom 11.11.2021 „Kein einfacher Weg – Integration von russischsprachigen Adventisten in Deutschland“)




Mennoniten gegen Waffenlieferungen in die Ukraine

Gebet und praktische Hilfe

In der Stellungnahme wird gefragt, was Menschen angesichts des Ukrainekrieges tun können. „Wir beten für den Frieden – gemeinsam mit Geschwistern in der weltweiten Ökumene, über alle nationalen Grenzen hinaus! Wir beten für die an Leib und Leben Bedrohten, dass sie Schutz und Trost finden mögen. Wir beten für die Machthabenden, dass sie von der ‚Torheit‘ des Krieg führens und dem Drohen mit noch mehr Vernichtung ablassen. Wir beten für alle Soldaten und Kämpfenden, dass sie sich dem Töten und dem Vernichten verweigern. Und wir beten für uns selbst, dass wir Orientierung finden in unserem Bekenntnis zu Jesus Christus, der unser Friede ist.“

Aber es gehe auch um praktische Hilfe, wie Aufnahme von Flüchtlingen, Geldspenden, selbst Hilfe organisieren, in Kontakt bleiben mit Bekannten in der Ukraine, in Russland und Belarus sowie Beteiligung an öffentlichen Protesten gegen den Krieg in der Ukraine.

Der Aggression gewaltfrei begegnen

„Waffen schützen nicht vor Tod und Zerstörung“, heißt es in der Stellungnahme. Ein abermaliges Einsteigen in die Abschreckungsszenarien des Kalten Krieges werde nicht mehr Sicherheit produzieren, sondern eine Eskalation vorantreiben. Sicherheit könne es nicht auf Kosten der anderen geben, sondern nur gemeinsam. Waffenlieferungen würden keinen Krieg beenden, sondern heizten ihn an und ermöglichten erst Kriegsführung und Menschenrechtsverletzungen.

Das Vertrauen der Mennoniten in die Macht der Gewaltfreiheit, wie sie Jesus selbst gelebt habe, sei ungebrochen. „Unsere Hoffnung ist nicht zerstört, sie leitet auch jetzt unser Handeln.“ Die Mennoniten würden einer neuerlichen Aufrüstung in unserem eigenen Land nicht zustimmen, da dies ihrem Bekenntnis zu Jesus Christus widerspreche. „Wir wollen auf dem Weg des Friedens bleiben, der den Irrtum, dass Waffen unsere Sicherheit gewähren könnten, entlarvt.“

Der ganze Wortlaut der Stellungnahme unter: www.mennoniten.de/wp-content/uploads/2022/03/AMG-Ko%CC%88nnten-wir-doch-ho%CC%88ren-Ukraine.pdf

Über die Mennoniten

Die Mennoniten verstehen sich als evangelische Freikirche. Hervorgegangen aus der Täuferbewegung der Reformation im 16. Jahrhundert sind sie heute als eine der „historischen Friedenskirchen“ bekannt. Mennoniten begreifen den Glauben als Geschenk der Gnade Gottes. Aufgrund dieser liebenden Zuwendung Gottes ist die gewaltfreie Nachfolge Jesu für sie ein entscheidendes Merkmal christlichen Bekennens und Handelns.

Zur Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) gehören 52 Gemeinden mit 4.273 Mitgliedern. Weltweit gibt es gegenwärtig in 86 Ländern etwa 2,1 Millionen mündig getaufte Christen in mennonitischen/täuferischen Gemeinden. Weitere Informationen unter: www.mennoniten.de

 




Hilfe der Adventisten für Geflüchtete aus der Ukraine ist gestartet

Nothilfe in der Ukraine und den Nachbarländern

Das Team von ADRA Deutschland arbeitet mit den ADRA-Partnerbüros in der Ukraine den europäischen Nachbarländern zusammen. In der Ukraine koordiniert ADRA von zwei Standorten aus (Mariupol und Slovansk) die Nothilfe im Land. In schwer zugänglichen Gebieten werden die Menschen über digitale Medien und Telefon psychologisch und seelsorgerlich betreut. Für viele Menschen, die die beschwerliche Flucht über die Grenze geschafft haben, dient zum Beispiel der Bahnhof im polnischen Przemysl als erster sicherer Ort, an dem Kraft geschöpft werden kann. ADRA verteilt dort und an anderen Orten Nahrungsmittel und Willkommenspakete mit warmer Kleidung, damit die Geflüchteten mit dem Notwendigsten versorgt sind. Auch Gutscheine für Dinge des täglichen Bedarfs werden verteilt.

Adventistische Einrichtungen in Deutschland helfen Geflüchteten

Die Theologische Hochschule Friedensau (ThHF) bereitet sich derzeit vor, in den nächsten Tagen eine größere Gruppe von Flüchtlingen in Möckern und auf dem Campus unterzubringen. Friedensau steht in Kontakt zu Studierenden, Mitarbeiterinnen und Alumni der adventistischen Partneruniversität in Bucha (einem Vorort von Kiew), die sich in die Westukraine haben retten können und nun Zuflucht suchen. Etwa 40 Personen können in Friedensau, die weiteren in der näheren Umgebung untergebracht werden. Drei Lehrerinnen mit ihren Kindern sind inzwischen in Friedensau eingetroffen.

Das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt unterstützt die Adventgemeinde Darmstadt-Marienhöhe bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine und ist bereit, die Aufnahme von weiteren Flüchtlingen zu ermöglichen.

Die Tagungsstätte Bergheim Mühlenrahmede (Altena/NRW) hat ebenfalls die ersten Geflüchteten aufgenommen.

Das Advent-Wohlfahrtswerk e.V., ADRA, die Theologische Hochschule Friedensau, die adventistische Freikirche sowie Vertreter des Arbeitskreises „Russischsprachige Adventisten in Deutschland“ haben sich in einer Steuerungsgruppe organisiert, um das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ zu reaktivieren, damit nachhaltige Flüchtlingshilfe geleistet werden kann. (Näheres siehe APD-Meldung vom 1. März https://www.apd.info/2022/03/01/adventisten-in-deutschland-helfen-fluechtlingen-aus-der-ukraine/)

Das Medienhaus Hope Media wird am kommenden Sonntag, den 6. März 2022, um 21 Uhr eine Live-Sendung „Hope für die Ukraine“ auf Hope TV ausstrahlen. Darin werden u. a. Vertreter verschiedener ADRA-Büros zugeschaltet sein.

ADRA vermittelt Hilfsangebote

Wer gemeinnützige Einrichtungen kennt, die Unterkünfte bereitstellen können oder Fahr- oder Begleitdienste für Geflüchtete übernehmen kann, ist eingeladen, sich bei ADRA über das Kontaktformular auf der Webseite https://adra.de/nothilfe-ukraine-formular/ zu melden. Weitere Informationen zum Einsatz von ADRA in der Ukraine gibt es auf der Webseite https://adra.de/nothilfe-ukraine/.

ADRA-Spendenformular: https://adra.de/spendenformular/




Theologische Hochschule Friedensau bietet Online-Kurs für Kleingruppenleiter an

Wer eine Kleingruppe leiten möchte, aber nicht weiß, wie das geht, oder als Leiterin oder Leiter einer Kleingruppe neue Impulse braucht, für den wäre der Online-Kurs gedacht, so die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule. Das Wissen werde nicht in langen Seminaren vermittelt, sondern durch interaktives Lernen in Kleingruppen, wo alle Teilnehmer ihre Erfahrungen teilten und jeder sich ausprobieren könne.

Den Kurs „Kleingruppentraining“ leitet Dr. László Szabó, Dozent für Missionswissenschaft und interkulturelle Studien sowie Leiter des ADIMIS. Verschiedene Kurzvorträge und praktische Übungen in kleinen Teams wechselten sich ab. Nach dem Grundkurs könnten zwei weitere Kurse belegt werden: der Fortgeschrittenen- und der missionarische Kurs. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entstünden keine Kosten Eine Anmeldung für den Grundkurs ist bis zum 15. März 2022 über die Mailadresse: adimis@thh-friedensau.de möglich. Weitere Informationen: https://adimis.org.

Weitere adventistische Angebote für Kleingruppen

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland unterstützt Kleingruppen u. a. durch das Netzwerk KLEINGRUPPE.DE mit Impulsen, Material (Videos und Print) und Angeboten zum Erfahrungsaustausch. Teil des Netzwerks ist die Initiative steps2.one, die sich an Jugendliche und junge Erwachsene richtet und ihnen praktische Hilfen für die Gründung und die Leitung von kleinen Gruppen bietet.

Hochschule Friedensau

Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- (B.A.) und Master-Studiengänge (M.A.), zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Rund 40 Nationen sind unter den Studierenden und Lehrenden vertreten. Neu im Angebot ist ab Herbst 2022 das B.A.-Studium „Soziale Arbeit“ als Teilzeitstudium.




Adventisten in Deutschland helfen Flüchtlingen aus der Ukraine

Die Freikirche und ihre Institutionen haben hierfür die Steuerungsgruppe des Aktionsbündnisses „Gemeinsam für Flüchtlinge“ reaktiviert, die unter der Leitung der adventistischen Hilfsorganisation ADRA vor allem den Geflüchteten aus der Ukraine helfen möchte, in Deutschland Schutz zu finden. Das Bündnis konnte bereits während der Flüchtlingskrise 2015 erfolgreich zusammenarbeiten und möchte an den Erfahrungen von damals anknüpfen.

„In den vergangenen Tagen haben uns zahlreiche Meldungen und auch Hilferufe erreicht, die uns sehr betroffen machen. Als Freikirche möchten wir mit unseren Möglichkeiten und Einrichtungen den Menschen helfen, die der Eskalation und Gewalt in der Ukraine ausgesetzt sind“, so Johannes Naether (Präsident Norddeutscher Verband).

Es wird in den kommenden Tagen seitens der Freikirche, ADRA, des AWW und der ThHF Informationen darüber geben, welche konkreten Hilfen das Bündnis plant, wo sich Helfende und Hilfesuchende informieren können und wo und wie gespendet werden kann.

Die Freikirche, ADRA, das AWW und die ThHF werden hierfür kurzfristig alle wichtigen Informationen bereitstellen, um schnell, gezielt und unbürokratisch helfen zu können.

Hilfe von ADRA bereits angelaufen

Die adventistische Hilfsorganisation ADRA ist bereits sowohl in der Ukraine als auch an der polnisch-ukrainischen Grenze tätig und arbeitet „mit zuverlässigen Partnern und den adventistischen Kirchengemeinden vor Ort zusammen, um sicherzustellen, dass unsere humanitäre Hilfe die Bedürftigen schnell erreichen kann“, heißt es in einer Pressemitteilung von ADRA Deutschland. ADRA wird Willkommenspakete mit Kleidung, Lebensmitteln und Bargeldgutscheinen (die Banken in der Ukraine haben ihren Betrieb eingestellt) bereitstellen. Zusätzlich ist auch die Bereitstellung langfristiger psychologischer Beratung geplant, damit die Geflüchteten die traumatisierende Erfahrung verarbeiten können. Weitere Informationen über die ADRA-Nothilfe in der Ukraine gibt es unter https://adra.de/nothilfe-ukraine/?utm_source=nl&utm_medium=mail&utm_campaign=02-22

 ADRA Deutschland e. V.

ADRA Deutschland e.V. ist Teil eines weltweiten Netzwerks mit 118 eigenständigen Länderbüros und etwa 7.500 hauptamtlichen Mitarbeitenden. ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und führt Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe durch. Das deutsche Büro mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befindet sich in Weiterstadt bei Darmstadt. Weitere Informationen unter www.adra.de.

 Advent-Wohlfahrtswerk e. V.

Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist ein gemeinnütziger Verein und bildet mit einer Reihe von sozialen Einrichtungen und verschiedenen Tochter-Gesellschaften das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Das AWW unterhält Kindertagesstätten, Seniorenheime, Suchtberatungsstellen, Hospize und weitere soziale Einrichtungen sowie örtliche Helferkreise. Weitere Informationen unter www.aww.info.

Gemeinsam für Flüchtlinge

ADRA und AWW haben gemeinsam mit anderen Akteuren der adventistischen Freikirche im Jahr 2015 das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ gegründet, das sich bis heute der Not Geflüchteter annimmt und ihnen auf der Suche nach einem menschenwürdigen, selbstbestimmten Leben beisteht. Weitere Informationen unter http://gemeinsamfürflüchtlinge.de.

Hochschule Friedensau

Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- (B.A.) und Master-Studiengänge (M.A.), zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Rund 40 Nationen sind unter den Studierenden und Lehrenden vertreten. Neu im Angebot ist ab Herbst 2022 das B.A.-Studium „Soziale Arbeit“ als Teilzeitstudium.




Dieter Neef als Finanzvorstand der Adventisten in Deutschland verabschiedet

Dieter Neef ist seit 2016 Finanzvorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und hat mit seiner langjährigen Erfahrung als Manager in großen deutschen und internationalen Konzernen viel Expertise in das Amt gebracht. So hat er nicht nur den Haushalt der Freikirche verantwortet, sondern auch viele Entwicklungsprozesse und Umstrukturierungen innerhalb der Freikirche und ihrer Institutionen angestoßen, etabliert und vorangetrieben. Neef war überdies als Gesellschaftervertreter und Aufsichtsrat in vielen Einrichtungen der Kirche vertreten und hat in diesen Funktionen zahlreiche Veränderungen mit auf den Weg gebracht. Von Juli 2019 bis Dezember 2020 war er zudem als Geschäftsführer für den Advent-Verlag tätig.

Die Vorstände der beiden deutschen Verbände bedanken sich ausdrücklich und mit großer Wertschätzung bei Dieter Neef – nicht nur für seinen außerordentlich engagierten Einsatz für die Freikirche, sondern auch für die kollegiale Zusammenarbeit. Seine Vorstandskollegen wünschen ihm für die neue Aufgabe gutes Gelingen und Gottes Segen.




Krieg in der Ukraine: Adventistische Kirchenleitungen in Deutschland, der Schweiz und weltweit rufen zum Gebet für den Frieden auf

Stellungnahme der adventistischen Kirchenleiter in Deutschland

„Als Präsidenten der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland sind wir erschüttert über die Eskalation der Gewalt in der Ukraine,“ schreiben Werner Dullinger und Johannes Nather, Präsidenten des Süd- und Norddeutschen Verbandes (SDV und NDV) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Wir repräsentieren eine weltweit vertretene Religionsgemeinschaft, zu deren Grundsätzen die Nichteinmischung in politische Angelegenheiten gehört. Trotzdem lehnen wir Gewaltanwendung, wie wir sie jetzt in der Bombardierung der Ukraine sehen können, als Methode der Konfliktlösung entschieden ab. Erst recht lehnen wir Krieg in jeder Form ab.

Bereits im Februar 2018 hatten wir erklärt: ‚Wir sind der Überzeugung, dass Versöhnung, Vergebung, Frieden und Gerechtigkeit nur auf dem Boden einer gewaltfreien Lebensart gedeihen können; so, wie es uns unser Herr und Meister, Jesus Christus, in seinem Leben und Sterben vorgelebt hat. In seinem Sinne wollen wir unsere Verantwortung in dieser Welt gewaltfrei ausüben.‘ (Erklärung Mut zum Frieden, Download unter https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/2017-12-04_Mut_zum_Frieden.pdf ).

Wir appellieren daher an alle Beteiligten, sich für die Wiederherstellung und Erhaltung des Friedens einzusetzen.

Als Christen glauben wir an die Kraft des Gebets. Wir beten gemeinsam mit anderen Christen für die Verantwortlichen auf allen Seiten um Einsicht und Besonnenheit. Wir beten für alle, welche die Folgen der Eskalation der Gewalt in der Ukraine zu erleiden haben.

Wir beten für unsere Glaubensgeschwister in der Ukraine und rufen unsere Mitglieder in Deutschland dazu auf, dies ebenfalls zu tun,“ so die Kirchenleiter abschließend.

Gebetsaufruf an die adventistischen Kirchengemeinden in der Deutschschweiz

Stephan Sigg, Präsident der Adventisten in der Deutschschweiz, schreibt in einem Rundbrief an die adventistischen Kirchengemeinden: „Der heute durch Russland entfachte Krieg in der Ukraine macht uns betroffen und sprachlos. Machtpolitik setzt sich mit kaltem Kalkül über internationale Friedensabkommen und das Völkerrecht hinweg und verursacht eine humanitäre Krise, welche zuerst und vor allem die Menschen in der Ukraine trifft, sich aber über ihre Grenzen ausweiten wird. Kaum hat sich die Pandemie abgeschwächt, entflammt ein Krieg in Europa. Die Endzeitrede Jesu (Matthäusevangelium 24,4–14) findet eine deutliche Entsprechung in unserer Zeit.

Wir erklären uns solidarisch mit allen Menschen, welche über Nacht aus ihrem Alltag heraus in einen Krieg gerissen wurden. Betroffen von Angst, Unsicherheit, Leid und Tod sind auch unsere adventistischen Glaubensgeschwister in der Ukraine.

In Jesus begegnet uns Gott als Friedefürst. Zerstörung und Leid ist Menschenwerk und das wird uns durch die aktuellen Ereignisse besonders deutlich gemacht. Aggressoren und Kriegstreiber stehen nicht auf Gottes Seite.

Bitte betet für die Menschen in der Ukraine und für das richtige Maß an Besonnenheit im Umgang mit der Aggression. Nutzt doch den kommenden Gottesdienst dazu. Wir sind und bleiben in Gottes Hand geborgen.“

Gebetsaufruf des Präsidenten der adventistischen Weltkirchenleitung

„Es ist sehr wichtig, dass wir für unsere lieben Brüder und Schwestern in Osteuropa, in der Ukraine und in Russland beten“, schreibt Pastor Ted Wilson, Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) am 25. Februar laut Adventist News Network (ANN). „Die Herausforderungen, die ein offener Konflikt mit sich bringt, sind entsetzlich. Wir haben Tausende von Mitgliedern in dieser Region der Welt. Sie brauchen unsere Gebete und unsere Unterstützung in jeder erdenklichen Form. Bitte schließen Sie sie und ihre Familien in Ihr Gebet ein, während wir für den Frieden in dieser Welt beten“, schreibt Ted Wilson im Aufruf zum Gebet.

Er bittet die adventistischen Kirchenmitglieder weltweit um Zuversicht für die Menschen in beiden Ländern zu beten und für ein christliches Miteinander „in diesen sehr schwierigen Zeiten. Möge Gottes Gegenwart und Stärke für jeden einzelnen von ihnen spürbar sein und sie mit Frieden erfüllen, während er sie durch diese schwierige Situation führt“, so Wilson mit Verweis auf die Bibelstellen Jesaja 26,3, Jesaja 41,10,13 und Josua 1,9.

„Wir sind bereit, der adventistischen Kirchenleitung in der Euro-Asien-Region, zu der auch die Ukraine gehört, auf jede erdenkliche Weise zu helfen. Wir werden mit moralischer Unterstützung, Ratschlägen, Gebeten und finanzieller Hilfe beistehen. ADRA prüft derzeit, wie humanitäre Hilfe im Land geleistet werden kann, auch für die Flüchtlinge“.

Weiter heißt es: „Natürlich ist die Kirche als menschliche Organisation machtlos, wenn es darum geht, die aktuelle Situation messbar zu verändern, aber wir haben alle Macht, die uns durch das Gebet zur Verfügung steht, und wir verlassen uns ganz auf den allmächtigen Gott, dass er eingreift, um das Blutvergießen zu beenden und den Frieden wiederherzustellen.“

Zum ausführlichen Gebetsaufruf auf Englisch:

https://adventist.news/news/an-urgent-call-for-prayer




Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ des Advent-Wohlfahrtswerks veröffentlicht Erklärung zu Krieg in Ukraine

„Mit dem Angriff der russischen Armee auf die Ukraine sind die schlimmsten Befürchtungen der letzten Wochen zur bitteren Realität geworden – allen diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Bearbeitung dieses Konflikts zum Trotz. Fassungslos sehen wir uns mit einem Krieg in Europa konfrontiert, der unermessliches Leid über Menschen bringt und dessen Ausmaß heute noch nicht abgeschätzt werden kann. Zu erwarten ist, dass viele Menschen vor diesem Krieg fliehen müssen und auch in unserem Land Zuflucht suchen werden. In Solidarität mit den Menschen der Ukraine und in Sorge um ein sicheres Zusammenleben von Völkern in Frieden und Freiheit sind Christen vereint im Gebet für den Frieden“ heißt es in der Erklärung, die von Michael Götz, dem Beauftragten für Flüchtlings- und Integrationshilfe des AWW unterzeichnet ist. Sie enthält auch den Text eines Friedensgebets von Jürgen Henkys und Jan Nooter und ermutigt zum Gebet „im Vertrauen darauf, dass Gott auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Tagen wartet und darauf antwortet.“ Zudem werden die AWW-Helferkreise und Kirchengemeinden dazu ermutigt, sich in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und zivilgesellschaftlichen Organisationen für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine einzusetzen.

Advent-Wohlfahrtswert e. V.

Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist ein gemeinnütziger Verein und bildet mit einer Reihe von sozialen Einrichtungen und verschiedenen Tochter-Gesellschaften das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Das AWW unterhält Kindertagesstätten, Seniorenheime, Suchtberatungsstellen, Hospize und weitere soziale Einrichtungen sowie örtliche Helferkreise. Das AWW hat gemeinsam mit anderen Akteuren der adventistischen Freikirche im Jahr 2015 das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ gegründet, das sich bis heute der Not Geflüchteter annimmt und ihnen auf der Suche nach einem menschenwürdigen, selbstbestimmten Leben beisteht.




Kirchen beten für den Frieden während der Münchener Sicherheitskonferenz sowie in Berlin und Kiew

Die Initiative „Beten für den Frieden“ des Erzbischöflichen Ordinariats München war eine Einladung, die Münchener Sicherheitskonferenz mit Friedensgebeten zu begleiten. Es begann bereits am Sonntagmorgen, dem 13. Februar, mit einem „Friedensgebet der Religionen“, an dem Juden, Buddhisten, Christen, Muslime und Baháí teilnahmen. Während der internationalen Tagung übernahmen Orden, Hilfswerke, geistliche Gemeinschaften, Kirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in München (ACK), Vereine und Initiativen die Gestaltung von stündlichen Gebetszeiten. Am Freitag (18.02.) lud das Münchener Forum für Islam zum Freitagsgebet und der Gemeinderabbiner griff das Friedensthema in den Schabbat-Gottesdiensten (19.02.) in der Hauptsynagoge der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern auf.

Das Zeitfenster von 15 bis 16 Uhr am Freitag (18.02), dem Beginn der Sicherheitskonferenz, gestalteten Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in München. Pastor Petko Bonev betonte in seinen Anmerkungen drei Aspekte des Friedens. 1. Frieden bedeute, aktiv zu sein und Probleme nicht unter den Teppich zu kehren. 2. Frieden könne nur derjenige leben, der selbst Frieden in sich trage. 3. Unter Bezug auf die Bergpredigt von Jesus seien Friedensstifter gefordert, die darin Gotteskinder genannt würden. Die anschließenden Fürbitten beantworteten die Teilnehmenden mit dem Ruf „Herr, gib uns deinen Frieden!“ aus dem Kanon von Ludger Edelkötter. Die musikalische Umrahmung der Gebetszeit übernahm Franz Fink, Dozent an der Dommusikhochschule Regensburg, auf der Querflöte.

Beten für den Frieden in München

Auf der 58. Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof vom 18.02.-20.02.2022 diskutierten Politiker aus aller Welt über aktuelle Themen der globalen Sicherheitspolitik. Die Erzdiözese München und Freising hatte eingeladen, um dieses internationale Treffen mit dem Gebet für Frieden und Geschwisterlichkeit zu begleiten. Die Treffen fanden in der Rupert Mayer Kirche (Bürgersaalkirche) und an anderen Orten statt. Während der gesamten Sicherheitskonferenz brannte in der Christophorus-Kapelle am Münchner Flughafen ein Friedenslicht. Gebetstexte in deutscher und englischer Sprache zum Beten und Mitnehmen lagen aus.

Ökumenisches Friedensgebet in Berlin

Angesichts der zugespitzten Situation um die Ukraine kamen Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rats Berlin-Brandenburg bereits am 12. Februar 2022 zu einem ökumenischen Friedensgebet zusammen, wie die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland auf ihrer Website berichtet. Das Leitwort bildete die Seligpreisung aus der Bergpredigt: „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Auch der ukrainische Botschafter in Deutschland nahm an dem Friedensgebet teil.

Der katholische Geistliche Hansjörg Günther, Vorsitzender des ÖRBB, sprach in der Predigt vom Schalom Gottes, den Gott selbst schenkt. Wo Gottes Schalom wirke, entstehe ein „gerechter Friede“, der Krieg unmöglich mache.

Am Gebet wirkten Vertreter der vier Konfessionsfamilien mit: Erzbischof Heiner Koch für die katholische Kirche, Bischof Christian Stäblein für die evangelische Kirche, der adventistische Pastor Dietmar Päschel für die Freikirchen und Bischof Emmanuel von Christoupolis für die orthodoxe Kirche.

Bischof Stäblein appellierte an die Verantwortlichen: „Krieg soll um Gottes willen nicht sein. Und so rufen und bitten wir hier in dieser Stunde: Hört auf mit dem Krieg und sucht den Frieden! … Gott hat uns Menschen geschaffen mit der Einsicht, dass der Nächste ist wie ich. Hören wir hin, suchen wir einen Weg zu Gottes Frieden!“

Den Abschluss des Gebets bildete das gemeinsame gesungene Lied: „Im Frieden dein, o Herre mein, lass ziehn mich meine Straßen“.

Religionsübergreifendes Friedensgebet in Kiew

Auch in der Ukraine haben Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften gemeinsam für den Frieden gebetet. Wie die katholische Wochenzeitung Die Tagespost (Würzburg) berichtete, versammelten sie sich bereits am 16. Februar auf Einladung des „Gesamtukrainischen Rates der Kirchen und religiösen Organisationen“ in der Kiewer Sophienkathedrale, um Gott zu bitten, die Ukraine vor einer russischen Aggression zu schützen. Nachdem ein Kammerchor das „Vater unser“ gesungen hatte, sprachen Vertreter unterschiedlicher Kirchen und Religionen Gebete und Segensworte. Darunter waren leitende Bischöfe der autokephalen (selbstständigen) Orthodoxen Kirche der Ukraine, der mit ihr konkurrierenden Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, ferner das Oberhaupt der mit Rom unierten Katholiken des byzantinischen Ritus und der Bischof der römisch-katholischen Kirche von Kiew-Zhytomyr. Auch Vertreter der Adventisten, der Evangelischen Kirche ein jüdischer Rabbiner und ein sunnitischer Mufti sprachen Gebete.




Sondierungsgespräche zwischen Lutheranern und Adventisten in Deutschland

Bilaterale Gespräche auf Weltebene

Bereits von 1994 bis 1998 gab es bilaterale Gespräche zwischen dem Lutherischen Weltbund (LWB) und der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten (STA). Der damalige Bericht trägt den Titel Adventisten und Lutheraner im Gespräch. Er beschreibt die erzielten Gesprächsergebnisse zu den Themen „Rechtfertigung aus Glauben“, „Das Gesetz“, „Die Heilige Schrift und die Autorität der Kirche“, „Ekklesiologie und Eschatologie“. Als Abschluss wurden Empfehlungen formuliert. Der Bericht kann heruntergeladen werden unter:

https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/LWB.pdf.

Kritik des DNK/LWB

2001 nahm das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes zum Bericht Stellung. Die Kritik des DNK/LWB lief im Wesentlichen auf den Vorwurf an den Lutherischen Weltbund hinaus, die Stimme der lutherischen Theologie nicht angemessen ins Gespräch eingebracht zu haben. Das Gesprächsergebnis treffe somit in den behandelten Themen den Sachstand lutherischer Lehrbildung nicht hinreichend. Das betreffe insbesondere die Rechtfertigungslehre, das Bibelverständnis, die Ekklesiologie und die Eschatologie. Nur so habe eine weitgehende Übereinstimmung in diesen Fragen als Gesprächsergebnis festgestellt werden können. Hierzu: https://www.dnk-lwb.de/de/content/stellungnahme-zu-adventisten-und-lutheraner-im-gesprach-zwischen-lwb-und-generalkonferenz.

Gemeinsam besetzte Sondierungsgruppe

Nach dieser kritischen Stellungnahme des DNK/LWB zum Abschlussbericht des weltweiten Dialoges und der darauffolgenden Korrespondenz zwischen DNK/LWB und der Freikirche der STA in Deutschland beschlossen Lutheraner und Adventisten, im Hinblick auf das Reformationsjubiläum von 2017 die Gespräche in einer gemeinsam besetzten Sondierungsgruppe zu intensivieren.

Die Sondierungsgruppe vereinbarte, dass die damals im Bericht besprochenen Themen auch in den aktuellen Gesprächen behandelt werden sollten, um zu ermessen, inwieweit die Darstellung des internationalen Berichtes sowie die Einwände des DNK/LWB von 2001 zu aktualisieren seien. Die kritisierten Passagen sollten erneut betrachtet und eingeordnet werden. Außerdem sollte geprüft werden, welche Themen sich für das weitere theologische Gespräch in Deutschland als lohnend darstellen könnten.

Acht Sitzungen

Die erste Sitzung fand im April 2017 in Hannover mit einem Rückblick auf die Gespräche LWB/STA und den Reaktionen darauf statt. Im Januar 2018 ging es in Darmstadt um die Rechtfertigung durch den Glauben sowie die Bibel und die Autorität der Kirche. Die dritte Sitzung im November 2018 in Berlin befasste sich mit dem praktischen Bibelgebrauch in der Theologie, dem Sola Scriptura (allein die Heilige Schrift) und sekundäre Texte sowie der Geltung von Gottes Gesetz im Römer- und Galaterbrief der Bibel. Die Sitzungen im März 2019 in Hamburg und im Oktober 2019 in Hannover waren den Themen Ekklesiologie (Lehre von der Kirche) und Eschatologie (Lehre von den letzten Dingen) gewidmet. Die sechste Sitzung im März 2020 in Kassel musste pandemiebedingt abgesagt werden. Diese Sitzung wurde zum Thema Heilsgeschichte und Heiligtum im Oktober 2020 online nachgeholt. Auch die siebte Sitzung fand online statt und befasste sich im März 2021 mit der Bearbeitung des Abschlussdokuments. In Berlin wurde schließlich im September 2021 der Bericht über die Sondierungsgespräche fertiggestellt.

Zu jeder Thematik wurde zunächst die lutherische und adventistische Sichtweise dargestellt. Daraus ergaben sich Konvergenzen, Differenzen/unterschiedliche Aspekte, gemeinsame offene Fragen sowie Überlegungen und Konsequenzen für die Weiterarbeit.

Resümee

Bei den Referaten und Diskussionen habe sich gezeigt, so das Resümee des Sondierungsberichtes, „wie viel wir übereinander lernen konnten und welche weiterführenden Fragen entwickelt wurden. Zugleich konnte die Sondierungsgruppe auf einige seit der Reformation entwickelte Lehrbildungen wie selbstverständlich zurückgreifen. Insoweit konnten auch unterschiedliche Ausprägungen und Entwicklungen deutlich erkannt werden.“

Die Teilnehmenden der Sondierungsgespräche seien dankbar „für die Atmosphäre, die bei aller Unterschiedlichkeit von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung gekennzeichnet war. Wir haben einander aufmerksam zugehört, intensiv diskutiert und voneinander gelernt. Wertvoll war auch die Anteilnahme an den jeweiligen aktuellen Entwicklungen in den beiden Kirchen.“

Offizielle Kontaktgespräche geplant

Deshalb regten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu offiziellen Kontaktgesprächen zwischen Lutheranern und Adventisten in Deutschland an, bei denen die theologischen Fragestellungen weiterbearbeitet werden sollten. In diesen Treffen würde es sich zudem als fruchtbar erweisen, wenn auch der Austausch über aktuelle Entwicklungen und Diskussionen in den beiden Kirchen etabliert werde. „Wir empfehlen zudem, die Kommunikation zwischen unseren Kirchen auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene zu vertiefen.“

Wie von lutherischer und adventistischer Seite mitgeteilt wurde, hätten die Versammlung des DNK/LWB und die Leitung der Freikirche der STA in Deutschland den Bericht über die Sondierungsgespräche zustimmend zur Kenntnis genommen und offizielle künftige Kontaktgespräche beschlossen.

Der Bericht über die Sondierungsgespräche siehe: https://www.dnk-lwb.de/de/content/lutheraner-und-adventisten-146.




Keine 3G-Regel für Gottesdienste in Baden-Württemberg

Am 28. Januar hatte das Land Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung beschlossen. Ursprünglich enthielt sie auch folgende Regelung: „Für Veranstaltungen, die der Religionsausübung dienen, wird in der CoronaVO BW ab 14.  Februar 2022 in den Alarmstufen eine 3G-Regelung eingeführt.“ Wäre sie eingeführt worden, hätten nur gegen das Coronavirus geimpfte, von COVID-19 genesene oder auf Corona getestete Personen Zutritt zu Gottesdiensten und religiösen Versammlungen gehabt.

Kritik aus Landes- und Freikirchen

Wie die Nachrichtenagentur IDEA berichtete, rief diese Regelung viel Kritik bei den Kirchen hervor. Die evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg teilten mit, dass sie zusammen mit den beiden katholischen Diözesen in Baden-Württemberg – Gespräche mit der Landesregierung führten. Kirchensprecher Dan Peter (Evangelische Kirche in Württemberg) schätzte, dass etwa 70 Prozent der Haupt- und Ehrenamtlichen sowie vermutlich eine ähnlich große Zahl der Mitglieder der Landeskirche wegen der bewährten Schutzkonzepte „kein Verständnis für diese Auflage zum jetzigen Zeitpunkt“ hätten. Auch einzelne Geistliche von landes- und freikirchlichen Gemeinden äußerten sich öffentlich kritisch zur Einführung dieser Regelung.

Adventisten planten zunächst juristische Schritte

Der Vorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg erwog, zum 9. Februar einen Antrag beim Verwaltungsgerichtshof einzureichen, um überprüfen zu lassen, ob die geplante Regelung mit dem Grundrecht auf freie und ungestörte Religionsausübung (Grundgesetz Art. 4. Absatz 2) vereinbar sei. Auch andere Kirchen wurden eingeladen, sich diesem Antrag anzuschließen oder selbst einen entsprechenden Antrag einzureichen. Am 6. Februar teilte der Vorstand der Freikirche in einem Brief an den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, mit, „dass die neu eingeführte 3G-Regelung in Gottesdiensten uns sehr bewegt und etliche Kirchenmitglieder und Pastoren in Gewissensnöte gebracht hat.“ Im Brief wurde darum gebeten, die neue 3G-Regelung für Gottesdienste bis auf Weiteres aufzuheben oder so lange außer Vollzug zu setzen, bis eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs vorliege. Einen Tag später teilte die Bereichsleiterin für Religionsfreiheit im Staatsministerium dem Präsidenten der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg, Eugen Hartwich, mit, dass die Corona-Verordnung überarbeitet werde und eine Änderung der 3G-Regel für religiöse Veranstaltungen angedacht sei. Am 8. Februar wurde die überarbeitete Corona-Verordnung verkündet, in der die diese 3G-Regelung nicht mehr enthalten ist. Sie trat am 9. Februar in Kraft.

Dankschreiben an den Ministerpräsidenten

In einen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann bedankte sich Kirchenpräsident Eugen Hartwich im Namen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg für die Rücknahme der 3G-Vorschriften für Gottesdienste und kündigte an, keinen Antrag am Verwaltungsgerichtshof einzureichen. Die Rücknahme „ist für uns sowohl eine Gebetserhörung als auch ein positives Signal auf die vielen Reaktionen verschiedener Kirchen und Religionsgemeinschaften“, so Eugen Hartwich in dem Schreiben. „Wir haben in unseren Kirchengemeinden in den letzten zwei Jahren mit unseren Infektionsschutzkonzepten zur Bewältigung der Coronakrise erfolgreich beigetragen und werden dies auch weiterhin tun“, kündigte er an.

Auch von Seiten der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gab es Dank und Anerkennung für das beherzte Vorgehen des Vorstands der Adventisten, das – so die Einschätzung – in erheblicher Weise zur Rücknahme der 3G-Regel beigetragen hat.

Adventisten in Baden-Württemberg

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg umfasst rund 6.424 erwachsen getaufte Mitglieder in 88 Kirchengemeinden und 11 Gruppen. Die Freikirche in Baden-Württemberg ist Trägerin von acht adventistischen Bekenntnisschulen mit insgesamt 380 Schülerinnen und Schülern. Weitere adventistische Einrichtungen in Baden-Württemberg sind das Haus Lichtblick (betreutes Wohnen) in Gaildorf und das Tagungszentrum Haus Schwarzwaldsonne in Freudenstadt.




Der neue EKD-Friedensbeauftrage gilt als Mahner für Frieden und Gerechtigkeit

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Friedensbeauftragten und sehen in der raschen Berufung eines Nachfolgers von Renke Brahms auch ein Zeichen, wie wichtig der EKD die Friedensarbeit ist“, so Christine Busch, die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und derzeit auch Vorsitzende des Vereins für Friedensarbeit im Raum der EKD.

Mit Friedrich Kramer würde eine profilierte ostdeutsche Stimme künftig auch die Evangelische Friedensarbeit prägen. „Es ist gut, dass durch den neuen Friedensbeauftragten auch die so wichtige friedenstheologische Tradition der evangelischen Kirchen in der früheren DDR in die heutige Friedensarbeit der evangelischen Kirchen mit einfließt“, sagte die AGDF-Vorsitzende.

Deutliche Worte

„Friedrich Kramer ist ein vehementer Verfechter von Demokratie und Menschenfreundlichkeit“, unterstrich Detlev Besier, einer der Sprecher der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Und er wäre immer auch ein Mahner für Frieden und Gerechtigkeit. „Sei es das Eintreten für eine atomwaffenfreie Welt, sei es die Forderung nach einer Abrüstung oder für eine gerechte Welt oder dem Ruf nach einer Welt ohne Gewalt, immer findet Friedrich Kramer hier deutliche Worte“, so Detlev Besier, der auch der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz ist. Die landeskirchliche Friedensarbeit freue sich daher auf die künftige Zusammenarbeit mit dem neuen EKD-Friedensbeauftragten, betonte der EAK-Sprecher.

Ehemaliger Bausoldat

Als Bausoldat in der Nationalen Volksarmee der DDR habe Kramer als junger Mensch zudem ein deutliches Friedenszeugnis für einen waffenlosen Dienst gegeben, gab Besier zu bedenken. Hier fühle sich die EAK, die sich bis heute für Kriegsdienstverweigerer einsetze und das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen betone, eng dem neuen EKD-Friedensbeauftragten verbunden.

In seiner Sitzung am 28. und 29. Januar hatte der Rat der EKD den Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, zum neuen Friedensbeauftragten berufen. Er ist damit Nachfolger von Renke Brahms (Bremen), der seit 2008 bis zur EKD-Synode im November 2021 der erste EKD-Friedensbeauftragte war.

EAK

In der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) sind Vertreterinnen und Vertreter aus Landes- und Freikirchen sowie aus kirchlichen Werken zusammengeschlossen. Sie bilden ein kirchliches Netzwerk, welches durch Studientage und Mitgliederversammlungen sowie durch Stellungnahmen in Kirche und Öffentlichkeit für persönlichen Gewaltverzicht und für gewaltfreie Wege zum Frieden eintritt. Die EAK hat gegenwärtig 36 Mitglieder. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wird in der EAK-Mitgliederversammlung und im -Vorstand von Dr. Horst Sebastian vertreten. Er leitet das Referat Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Information: www.eak-online.de.

AGDF

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) ist ein Zusammenschluss von 31 Institutionen, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Arbeitsprogrammen im In- und Ausland Friedensarbeit leisten. Unter den Institutionen befindet sich mit dem Mennonite Voluntary Service e.V.  auch eine freikirchliche Initiative. Information: https://friedensdienst.de.

Gemeinsame Geschäftsstelle

Der Friedensbeauftragte des Rates der EKD und die Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD (KfF) mit ihrem Arbeitsausschuss werden von der gemeinsamen Bonner Geschäftsstelle der AGDF und der EAK, rechtlich getragen vom Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD, unterstützt und koordiniert. Information: www.evangelische-friedensarbeit.de.




Sternstunde – erster Band einer Romanserie über adventistisches Krankenhaus Waldfriede (Berlin) erschienen

Die Berliner Schriftstellerin Corina Bomann (bekannt geworden u. a. durch die Romanserie Die Farben der Schönheit, Ullstein-Verlag, ebenfalls ein SPIEGEL-Bestseller) verbrachte im Herbst 2019 aufgrund einer Operation zehn Tage im Krankenhaus Waldfriede. Über ihren Aufenthalt schrieb sie: „Dort machte man mir von Anfang an Hoffnung auf eine gute Genesung, und dank fähiger Ärzte und liebevoller Pflegekräfte kam ich wieder auf die Beine.“

Chronik der Krankenschwester Hanna Rinder diente als Vorlage

Während ihres Krankenhausaufenthalts entdeckte sie historische Fotos, auf denen das medizinischen Personal abgebildet war sowie historische Utensilien, beispielsweise zusammengenähte Betttücher aus der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, die dort in einer Vitrine ausgestellt waren. Dies weckte ihr Interesse an der Geschichte des Krankenhauses und sie kontaktierte die Krankenhausleitung, die ihr daraufhin die Chronik der Krankenschwester Hanna Rinder zukommen ließ. Diese arbeitete vom Gründungsjahr 1920 bis zu ihrem Ausscheiden 1956 in Waldfriede. In ihrer Chronik beschrieb Hanna Rinder manche Abenteuer der Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, sie berichtete von Hochzeiten und Todesfällen, von Freude, Nöten und Leid. „Dreißig Jahre voller Schicksal, Gefühl, Sehnsüchte und Liebe. Die Idee zu meiner neuen Saga war geboren“, so Corina Bomann. Auf diesem Weg ist „Krankenschwester Hanna“ die Protagonistin der Romanserie geworden; anhand ihrer Erlebnisse wird darin die Geburtsstunde und die weitere Geschichte des Krankenhauses Waldfriede erzählt. Romane über Krankenhäuser finden oft große Aufmerksamkeit, wie die Reihe von Ulrike Schweikert über das Berliner Klinikum Charité gezeigt hat.

Erste adventistische Einrichtung, die in einer Romanserie gewürdigt wird

„Von allen adventistischen Institutionen weltweit ist unser Krankenhaus die einzige Einrichtung, deren Geschichte zum 100-jährigen Jubiläum in einem vierteiligen Roman veröffentlicht wird“, so Bernd Quoß, Vorstand des Krankenhauses Waldfriede.

Die weiteren Bände der Romanserie Die Schwestern vom Waldfriede tragen die Titel Leuchtfeuer, Sturmtage und Wunderzeit. Sie erscheinen bis Mitte 2023 im Penguin-Verlag, jeweils als Taschenbuch, e-Book und Hörbuch.

Krankenhaus Waldfriede
Das freigemeinnützige Krankenhaus Waldfriede liegt im Berliner Stadtteil Zehlendorf und ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Es wurde nach gesetzlichen Qualitätsparametern mehrfach zertifiziert und hat mit seiner medizinischen und pflegerischen Qualität bereits eine Vielzahl an Auszeichnungen erhalten. Pro Jahr werden hier etwa 15.000 Patienten stationär und 120.000 Patienten ambulant behandelt. Der Träger ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die weltweit rund 900 medizinische Einrichtungen unterhält. Waldfriede ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Deutschen Evangelischen Krankenhausverband e.V. (DEKV) und Kooperationspartner des adventistischen Krankenhausverbundes Advent Health in den USA.

Das Krankenhaus ist Teil des Gesundheitsnetzwerks Waldfriede zu dem auch eine Tagesklinik, eine Sozialstation, eine Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, eine Servicegesellschaft, ein Seniorenhaus, das Gesundheitszentrum PrimaVita, die Privatklinik Nikolassee und das Desert Flower Center gehören.

Zur Webseite des Krankenhauses Waldfriede: www.krankenhaus-waldfriede.de




Guter Start für die BasisBibel

Bei anderen Bibelausgaben hatte das Pandemie-Jahr 2020 teils zu erheblichen Einbrüchen geführt. „Wir sind froh, dass sich im vergangenen Jahr die Absatzzahlen bei den meisten Ausgaben wieder stabilisiert haben“, so Rösel. Sowohl Ausgaben der Lutherbibel (100.000 Exemplare) als auch Kinder- und Jugendausgaben (165.000 Stück) hätten deutliche Zuwächse gegenüber 2020 verzeichnet, lägen aber noch unter dem Niveau von vor der Pandemie. „Ein deutlicher Aufwärtstrend gegenüber dem Vorjahr ist dennoch erkennbar“, betonte Rösel.

Rückgang bei Gute Nachricht Bibel

Einen Rückgang habe es dagegen mit 55.000 verbreiteten Exemplaren bei der Ausgabe Gute Nachricht Bibel (2020: 85.000) gegeben. Den Hauptgrund dafür sieht Rösel in der starken Nachfrage nach der BasisBibel. „Beide sind moderne Bibelübersetzungen, die ein Publikum ansprechen, das beispielsweise mit der traditionellen Sprache der Lutherbibel Schwierigkeiten hat.“ Die BasisBibel sei mit ihrem innovativen Konzept, das die Lesegewohnheiten in digitalen Medien berücksichtigt, insbesondere für jüngere Menschen attraktiver. „Wir sehen etwa bei Schulen, dass sie aufgrund der kurzen Sätze und der Randerklärungen nun eher zur BasisBibel greifen“, erläuterte der Generalsekretär.

Wissenschaftliche Bibelausgaben

Ein weiterer Schwerpunkt im Programm der Deutschen Bibelgesellschaft seien nach wie vor die wissenschaftlichen Ausgaben in den Ursprachen. Sie seien weltweit und bei allen Konfessionen die Grundlage für die theologische Wissenschaft und Bibelübersetzung. Dazu gehörten die Biblia Hebraica Stuttgartensia und die Biblia Hebraica Quinta, das Greek New Testament und das Novum Testamentum Graece (Nestle-Aland). Mit 27.000 verbreiteten Exemplaren seien die wissenschaftlichen Bibelausgaben gegenüber den beiden Vorjahren stabil geblieben.

Deutsche Bibelgesellschaft

Die Deutsche Bibelgesellschaft mit Sitz in Stuttgart übersetzt die biblischen Schriften und verbreitet Bibelausgaben. Sie ist eine eigenständige Stiftung. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt sie die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers heraus. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Neben Bibelausgaben finden sich im Programm weitere Bücher und Medien rund um das Thema Bibel. Durch die Weltbibelhilfe unterstützt sie in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) global die Übersetzung und Verbreitung der Heiligen Schrift, damit alle Menschen die Bibel in ihrer Sprache lesen können.

Generalsekretär Dr. Christoph Rösel ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft. Vorsitzende der Vollversammlung und des Aufsichtsrates ist die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Dr. h. c. Annette Kurschus. Zur Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft gehören Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Bibelgesellschaften sowie von evangelischen Freikirchen und christlichen Werken, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Weitere Informationen: http://www.die-bibel.de/




Advent-Verlag Lüneburg ist mit eigener App digital ins Jahr 2022 gestartet

Digital ins neue Jahr

Printprodukte wie Bücher und Zeitschriften sind nach wie vor beliebt – auch bei den Kunden des Advent-Verlags Lüneburg. Aber die Lesegewohnheiten der Menschen haben sich geändert, sodass unterschiedliche Inhalte auf unterschiedliche Weise aufbereitet und konsumiert werden: manche eher digital, manche eher gedruckt. „Durch die neue App können wir unserer treuen Leserschaft die Vielfalt ermöglichen, die sie sich von uns als Verlag wünscht. Ich freue mich sehr, dass wir das neue Jahr mit diesem wichtigen Schritt beginnen und unseren Kunden ein digitales und zeitgemäßes Leseerlebnis ermöglichen können“, so Verlagsleiterin und Geschäftsführerin, Jessica Schultka.

Einfacher Zugang zu kirchlichen Publikationen
„Aufgrund der Corona-Pandemie waren und sind viele Adventgemeinden geschlossen oder konnten ihre Gottesdienste nicht vollständig auslasten, was dazu geführt hat, dass viele Gemeindeglieder keinen oder nur einen erschwerten Zugang zu den Printprodukten der Freikirche hatten, die in aller Regel in den Gemeinden ausliegen. Die App verschafft hier Abhilfe und erleichtert z. B. den Zugang zur Gemeindezeitschrift, dass ein wesentliches Mittel der Kommunikation innerhalb der Freikirche ist“, so Andre Trofimov, Geschäftsführer und Leiter für den Bereich Vertrieb & Logistik im Advent-Verlag. „Vorerst enthält die App die kostenlosen kircheneigenen Zeitschriften Adventisten heute, Adventist World sowie das Hope Magazin. Weitere Produkte werden im Laufe des Jahres folgen“, so Trofimov weiter.

Über die Advent-Verlag GmbH

Der Advent-Verlag ist der offizielle Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Er wurde 1895 in Hamburg gegründet und ist seit 1994 in Lüneburg ansässig. Mit seinen Publikationen möchte er der Leserschaft Orientierung in Sinn- und Lebensfragen bieten. Die Publikationen wollen dazu anregen, über Gott nachzudenken und den biblischen Glauben authentisch im Alltag zu leben. Weitere Informationen über die Advent-Verlag GmbH gibt es auf www.advent-verlag.de sowie bei Facebook www.facebook.com/adventverlag und Instagram www.instagram.com/adventverlag/

 




Adventistisches Posaunenwerk mit neuer Internetseite

Nur ein Posaunenchor blieb übrig

In der 1899 gegründeten adventistischen Missionsschule in Friedensau bei Magdeburg gab es bereits eine Musikgruppe mit Blasinstrumenten und einer großen Trommel. Die ersten Missionare, die ab 1903 nach Deutsch-Ostafrika gingen, nahmen ihre Blechblasinstrumente mit und lehrten den Einheimischen deren Gebrauch. Auswirkungen davon gibt es in Tansania bis in die Gegenwart. Die ersten adventistischen Bläserchöre entstanden in Deutschland 1918 in Chemnitz, 1926 in Nürnberg und 1934 in Annaberg. Es folgten Chöre in Augsburg, Hamburg, Hannover, Landsberg/Ostpreußen, München und Waldenburg/Schlesien. Den Zweiten Weltkrieg überlebte lediglich der Nürnberger Posaunenchor, der 2016 auf 90 Jahre Bestehen zurückblicken konnte.

Nach Kriegsende begannen in den „alten“ Chören zaghafte Wiederbelebungsversuche. Neue Bläsergruppen entstanden auch dadurch, dass die „Vertriebenen“ aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten ihre Instrumente und Fähigkeiten mitbrachten und so als Motivationsschub wirkten. Zum anderen erkannten musikbegabte junge Pastoren in der Bläserarbeit ein gutes Mittel der Gemeinde- und Jugendarbeit.  Doch die wenigen Bläserchöre hatten kaum Kontakt miteinander.

Ein Mann mit einer Idee

Der in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten tätige Pastor Paul Bromba hatte die Idee, den Mitmenschen durch die Choralmusik mit Blechblasinstrumenten Gottes Liebe zu verkünden, wie es in der Evangelischen Kirche verbreitet war. 1948 gelang es ihm, einen Posaunenchor in der Adventgemeinde Detmold zu gründen. 1951 entstand in Mölln/Holstein ein weiterer Bläserchor. Durch den unermüdlichen Einsatz von Paul Bromba, der auch bei seiner Kirchenleitung in Westdeutschland wegen der Förderung von Posaunenchören immer wieder vorstellig wurde, konnte Anfang Mai 1958 bei einem Posaunenlehrgang das Advent-Posaunenwerk ins Leben gerufen werden. Der Posaunenwart Philippus Reuse von der Evangelischen Kirche aus Treysa-Hephata wurde durch die Freundschaft mit Paul Bromba ein guter Ausbilder für das adventistische Posaunenwerk. Jedes Alter war willkommen, um sich schulen zu lassen und mitzumachen.

Das Advent-Posaunenwerk entwickelt sich

1964 wurde Johannes Kahle, Musiklehrer mit abgeschlossenem Hochschulstudium an der Musikhochschule in West-Berlin, zum Musikbeauftragten für die Bundesrepublik berufen. Seine fachliche Kompetenz verhalf dem Posaunenwerk zu einer qualitativen Weiterentwicklung. 1981 folgte die Berufung von Pastor Hans-Joachim Scheithauer zum Bläser-Bundesobmann. In den westdeutschen Bundesländern wurden Obleute eingesetzt, die das Posaunenwerk förderten und eine wichtige Ergänzung der offiziellen Leiter des Posaunenwerkes waren.

In den Jahren 1948 bis 1958 entstanden neun Chöre. 43 Chöre kamen in den nächsten sieben Jahren dazu. 1983, 25 Jahre nach Gründung des Posaunenwerkes, gab es im Bundesgebiet, einschließlich West-Berlin, 82 Chöre mit etwa 1.200 aktiven Bläserinnen und Bläsern. In der damaligen DDR gründeten und betreuten Jörgen Zschunke und Wolfgang Kabus die Bläserchöre mit rund 350 Bläserinnen und Bläsern.

1970 erlebte das Posaunenwerk sein erstes Bundestreffen in Berlin. Der Austragungsort war die Berliner Philharmonie. Danach folgten weitere Bundestreffen 1974 in Heilbronn, 1979 in Göttingen, 1984 in Augsburg, 1990 in Lüneburg, 1995 in Hof, 2000 in Celle, 2006 in Chemnitz, 2012 in Geseke-Ehringerfeld. Das 10. Treffen ist in Planung.

1995 wurde das Advent-Posaunenwerk Mitglied beim Evangelischen Posaunendienst in Deutschland. „Durch diese Mitgliedschaft konnten viele Kontakte geknüpft werden, die unter anderem hilfreich sind für Bläserliteratur, Weiterbildung und geschwisterliches Miteinander“, berichtet Hans-Joachim Scheithauer in seiner Chronik des adventistischen Posaunenwerkes. In den einzelnen Bundesländern führen die jeweiligen adventistischen Musikbeauftragten Wochenendschulungen für die Chöre und Chorleiterschulungen durch.

„Gebt Gott die Ehre“

Nach der politischen Wende in Deutschland wurde Jörgen Zschunke zum Bläser-Bundeswart berufen und nach seiner Pensionierung übernahm diese Aufgabe Sebastian Haase, Musikbeauftragter der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordrhein-Westfalen. Durch die kontinuierliche Weiterbildung habe sich die Qualität der Posaunenchöre gesteigert. 2014 gab es etwa 500 aktive Bläserinnen und Bläser in 60 Chören in Deutschland. „Die Quantität hat nachgelassen, die Qualität ist gestiegen“, betonte Scheithauer. Durch mehr Angebote im Bereich Musik sei heute das Blechblasinstrument eines von vielen. Gleich geblieben sei jedoch das Motto des Advent-Posaunenwerkes: „Gebt Gott die Ehre“.




ADRA Deutschland hilft mit acht Millionen Euro Hochwassergeschädigten

Vier Großprojekte

Unter den geförderten Vorhaben sind laut dem ADRA-Positionspapier „Erkenntnisse aus der Fluthilfe 2021“ vom Januar 2022 auch vier größere Projekte. Der Verein für Katastrophenhilfe und Wiederaufbau Die AHRche e. V. erhält eine Fördersumme von 215.000 Euro für die Begegnungsstätte „Dorfplatz“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Für den Kindergarten in Swisttal-Heimerzheim mit Räumlichkeiten für bis zu 100 Kinder stehen für Konzepterstellung, Aufbau- und Sanierungsmaßnahmen 280.000 Euro bereit. Das „Haus der offenen Tür“ in Sinzig, eine Anlaufstelle für Kinder- und Jugendbetreuung, wird mit 211.600 Euro gefördert. 630.000 Euro erhält die Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler e. V. für eine Wohnstätte für Menschen mit Behinderung in Sinzig. Bezuschusst werden die Konzepterstellung, Umbau- und Sanierungsmaßnahmen sowie der Wiederaufbau der Wohnstätte für 36 Menschen mit Behinderung.

Soforthilfe für gemeinnützige Einrichtungen

Als Gründungs- und Bündnismitglied der Aktion Deutschland Hilft (ADH) könne ADRA von einer starken Gemeinschaft profitieren. Stärken zu nutzen bedeute, sich seiner eigenen zu besinnen, aber auch sich Partnern anzuschließen. In Katastrophen wie dieser sei die Zusammenarbeit Vieler unverzichtbar. Da die Aktivitäten sehr vielfältig waren und große Flächen abgedeckt werden mussten, habe es innerhalb des Engagements verschiedene Schwerpunktsetzungen gegeben. ADRA konzentrierte sich laut Positionspapier auf die soziale Infrastruktur mit dem Schwerpunkt der Kinder- und Jugendhilfe. Geförderte Einrichtungen waren vor allem Elterninitiativen, an Schulen angeschlossene Fördervereine und Kindergärten. Insgesamt erhielten 79 Einrichtungen für Soforthilfemaßnahmen jeweils bis zu 30.000 Euro.

Soforthilfe für über 1.700 Haushalte

Im Vergleich zu anderen im Inland tätigen Katastrophenorganisationen hat ADRA weniger flächendeckende Strukturen. Deshalb war eine detaillierte Bedarfsanalyse vor Ort von einzelnen Haushalten nicht möglich. Das konnte jedoch die AWO Rheinland e. V. leisten, sodass ADRA diese Organisation mit 2,8 Millionen Euro Bargeldhilfe unterstützte, die 1.755 Haushalten zugutekamen. Das kleine ADRA-Team konzentrierte sich auf die schnelle, unbürokratische Sichtung der Anträge und auf Besuche vor Ort. Obwohl ADRA als Organisation kein Büro im Flutgebiet hatte, gab es mehrmals die Woche Reisen von mindestens zwei Angestellten in das Gebiet, um die Lage vor Ort gründlich beurteilen zu können.

Landwirtschaftliche Kleinbetriebe

Durch die Flutkatastrophe sind auch viele landwirtschaftliche Kleinbetriebe betroffen. ADRA entschied sich daher gemeinsam mit LandsAid und der Schorlemer Stiftung des Deutschen Bauernverbandes Soforthilfe zu leisten. Es erfolgte unbürokratisch eine Auszahlung von 15.000 Euro pro Betrieb. Insgesamt wurden für die Beseitigung von Schäden durch die Flutkatastrophe und zur schnellen Existenzsicherung rund eine Millionen Euro für 66 Betriebe bereitgestellt. Durch die Prüfung der Schorlemer Stiftung sei sichergestellt worden, dass eine Doppelfinanzierung vermieden wurde. Die Antragsstellung erfolgte über die regionalen Bauernverbände, die Auszahlung durch die Stiftung, sodass in der Partnerschaft wirksame Synergien geschaffen wurden. Anträge wurden von Mitte August bis Ende September angenommen.

Effektive Mikroorganismen

Durch die Flutkatastrophe wurden auch Gift- und Schadstoffe angeschwemmt, die sich in den Häusern und Gärten absetzten. ADRA stellte deshalb effektive Mikroorganismen (EM) zur Bekämpfung von Geruch und Schimmel bereit. Im Monat September wurden 38.520 Liter und 686 Drucksprühgeräte in 20 Ausgabestellen im Flutgebiet kostenlos an Betroffene verteilt. In Schulungen wurde über die richtige Anwendung und Dosierung der flüssigen EM informiert. Bei EM handelt es sich um eine Mischung verschiedener mikroskopisch kleiner Lebewesen. Auf verunreinigte Flächen aufgetragen neutralisieren sie gesundheitsschädliche Fäulnis- und Geruchsbakterien. Die EM kommen ohne Chemie aus und sind zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Effektive Mikroorganismen wurden schon in der Vergangenheit bei den Hochwassern an Oder und Elbe erfolgreich eingesetzt.

ADRA soteria gGmbH für Inlandseinsätze gegründet

„Katastrophenschutz muss schneller, transparenter, zugänglicher gestaltet werden“, betont ADRA Deutschland in seinem Positionspapier. Daher habe das international tätige Hilfswerk erste Entscheidungen gefällt, um in Zukunft noch effektiver auf Krisen einzugehen. Mit der Gründung der ADRA soteria gGmbH, eine Einrichtung ausschließlich für Einsätze im Inland, die schon in der jetzigen Flutkatastrophe aktiv sei, sei eine Grundlage für schnelles Reagieren in Zukunft geschaffen worden. ADRA soteria habe maßgeblich den Aufbau von Containerdörfern und die Verteilung von Flutküchen im Ahrtal unterstützt.

Das ADRA-Positionspapier kann im Internet heruntergeladen werden unter https://adra.de/wp-content/uploads/2022/01/LessonsLearned_Fluthilfe_14.01..pdf

ADRA Deutschland

ADRA Deutschland ist Teil eines weltweiten Netzwerks mit 118 eigenständigen Länderbüros und etwa 7.500 hauptamtlichen Mitarbeitenden. ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und führt Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe durch. Das deutsche Büro mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befindet sich in Weiterstadt bei Darmstadt, wenige Fahrstunden vom Flutgebiet entfernt. Weitere Informationen unter www.adra.de.




Studie: Im Verlauf der Pandemie verlieren Menschen Halt im christlichen Glauben

Viele Menschen fühlten sich durch die Corona-Pandemie sozial isoliert, obwohl das nicht immer den tatsächlichen Gegebenheiten entspreche, so Büssing. Das religiöse Vertrauen in eine höhere Macht und tägliches Gebet als Ressource im Alltag nahmen vom ersten Lockdown bis zur vierten Infektionswelle Ende des Jahres 2021 deutlich ab. Durch die Corona-Pandemie hätten sich viele Menschen verstärkt einsam gefühlt. Angststörungen hätten um 26 Prozent und schwere Depressionen um 28 Prozent zugenommen, zitierte er die Studie eines internationalen Forscherteams aus dem vergangenen Herbst.

Enttäuschung und Einsamkeit

Büssing ist Lehrstuhlinhaber für Medizintheorie mit dem Arbeitsschwerpunkt „Lebensqualität, Spiritualität und Coping“ an der Universität Witten/Herdecke. In verschiedenen Studien und Untersuchungen erforschte er zusammen mit anderen Wissenschaftlern, wie sich die Corona-Pandemie auf Leben und Wohlbefinden der Menschen auswirkt. Stimmten zu Beginn der Krise noch um die 40 Prozent der Menschen zu, dass Gottvertrauen und tägliches Gebet sie stärke, waren es in der vierten Welle unter 30 Prozent, die in einer höheren Macht vertrauten und etwa 15 Prozent, die tägliches Gebet als Ressource nutzten. „Viele Menschen scheinen ihren Glauben verloren zu haben“, schlussfolgerte Büssing. Von diesen Menschen hätten sich zudem viele einsam und sozial isoliert gefühlt. Das Interesse an Spiritualität sei nach der zweiten Welle deutlich zurückgegangen. Das könne zum Beispiel daran liegen, dass auch das Kirchen- und Gemeindeleben eingeschränkt war. Befragungen hätten gezeigt, dass viele Gläubige zudem enttäuscht waren, dass ihre Kirche oder Gemeinde keine Antworten oder zu wenig Zuspruch lieferten.

Zum Originalartikel von PRO: https://www.pro-medienmagazin.de/menschen-verlieren-glauben-in-pandemie/

Adventisten am Anfang der Pandemie noch zuversichtlich

Der APD berichtete am 9. Juni 2020 von einer vergleichbaren Untersuchung des Instituts für ganzheitliches Wohlbefinden und Resilienz in Bremen unter Mitgliedern der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der ersten Welle der Corona-Pandemie. Sie wurde von Klaus van Treeck und Arndt Büssing geleitet. Damals übte die Pandemie noch einen geringen Einfluss auf das seelische, geistliche und soziale Wohlbefinden der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland aus, so das Ergebnis der Umfrage. Die Corona-Pandemie sei für alle Befragten unerwartet passiert, auch in ihrer Tragweite. Dass das Leben in den örtlichen Kirchengemeinden in der gewohnten Vielfalt innerhalb kürzester Zeit völlig stillsteht, habe niemand erwartet. In der Krise fühlten sich über die Hälfte der Studienteilnehmer voller Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu, ein Viertel konnte dem jedoch nicht oder kaum zustimmen. Diese Hoffnung wäre besonders bei den Älteren (über 60 Jahre) zu finden, signifikant geringer bei den Jüngeren (unter 40 Jahre). Siehe https://www.apd.info/2020/06/09/corona-mit-geringem-einfluss-auf-deutsche-adventisten/.

Derzeit läuft eine zweite Umfrage zum ganzheitlichen Wohlbefinden in der Corona-Pandemie unter adventistischen Kirchenmitgliedern. Sie soll dabei helfen, den Zusammenhang zwischen Lebenszufriedenheit und bestimmten Anzeichen (Indikatoren) des persönlichen geistlichen Lebens (Spiritualität) während der Corona-Pandemie herauszufinden. Die Umfrage sei anonym und erfülle alle Kriterien des Datenschutzes. Sie ist im Internet unter www.7da-studies.de zu finden.

Allensbach-Umfrage: Pandemie hinterlässt mentale Spuren

Generell fühlt sich die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland gegenwärtig schlechter als vor dem Ausbruch der Pandemie. Dies geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor, über deren Ergebnisse die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Demnach gaben 60 Prozent der Befragten an, sich mental schlechter zu fühlen als vor zwei Jahren. Lediglich einem Prozent geht es heute mental besser als vor zwei Jahren. 71 Prozent belastet die Situation, gut ein Fünftel der Bevölkerung sogar „massiv“. Frauen fühlen sich stärker belastet als Männer. Ihr Leben hat sich auch stärker verändert: 48 Prozent der Männer und 57 Prozent der Frauen berichten, dass sich ihr Leben durch die Pandemie gravierend verändert hat. Der Anteil der Bevölkerung, der sein gewohntes Leben auch in der Pandemie ohne nennenswerte Abstriche fortführen konnte, macht knapp neun Prozent aus; dabei handelt es sich überwiegend um ältere Menschen.

 




Bei Übertritt zwischen drei evangelischen Kirchen in Bayern kein Kirchenaustritt beim Standesamt mehr erforderlich

Will ein Kirchenmitglied in eine andere der drei evangelischen Kirchen wechseln, genügt eine schriftliche Erklärung beim zuständigen Pfarramt oder Pastorat der neuen Kirche. Ein Kirchenaustritt beim Standesamt und ein anschließender Kircheneintritt bei der anderen Kirche sind nicht mehr nötig. Diese vereinfachte Form des Übertritts ist gemäß dem staatlichen bayerischen Kirchensteuergesetz unter Kirchen möglich, die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind. Voraussetzung sei nur eine Vereinbarung unter den Kirchen.

Die beteiligten Kirchen

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hat 2,3 Millionen Mitglieder in 1.540 Kirchengemeinden. Die Evangelisch-reformierte Kirche zählt bundesweit 165.000 Mitglieder, davon in Bayern 8.500 in zehn Gemeinden, und zur Evangelisch-methodistischen Kirche gehören in Deutschland rund 46.000 Kirchenglieder und Kirchenangehörige, davon in Bayern 2.700 in 23 Gemeinden. Die drei Kirchen gehören zur Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), bis 2003 „Leuenberger Kirchengemeinschaft“ genannt. Das bedeutet, dass sie grundlegende Überzeugungen teilen, miteinander Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft pflegen, sowie ihre Amtsträger gegenseitig anerkennen. Aufgrund der inhaltlichen Nähe der drei Kirchen lag es nahe, den einfachen Kirchenübertritt in Bayern einzuführen, so Klaus Ulrich Ruof (Frankfurt/Main), Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche.

Leuenberger Kirchengemeinschaft

Wegen des Abendmahlsstreits der Reformatoren Martin Luther und Huldrych Zwingli gab es über 400 Jahre keine Abendmahlsgemeinschaft zwischen Lutheranern und Reformierten. Nach zwischenkirchlichen Lehrgesprächen erklärten 1973 im Tagungshaus Leuenberg bei Basel Vertreter lutherischer und reformierter Kirchen in Europa mit der „Leuenberger Konkordie“, dass Kirchen unterschiedlich sein dürfen, da sie auf dem Evangelium als gemeinsamer Basis beruhen. Deshalb ist es ihnen möglich, gemeinsam Gottesdienst und Abendmahl zu feiern sowie die Taufe und Ordination der anderen Mitgliedskirchen der Leuenberger Kirchengemeinschaft, die sich seit 2003 Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) nennt, anzuerkennen. Die methodistischen Kirchen Europas traten 1997 auf der Grundlage einer „Gemeinsamen Erklärung zur Kirchengemeinschaft“ bei.

Zur GEKE gehören gegenwärtig 94 lutherische, methodistische, reformierte und unierte Kirchen aus über 30 Ländern Europas und Südamerikas an. Sie vertritt damit insgesamt rund 50 Millionen Protestanten. Seither darf beispielsweise ein lutherischer Pfarrer auf einer reformierten Kanzel predigen und in der Gemeinde das Abendmahl austeilen oder eine reformierte Pfarrerin eine lutherische oder unierte Kirchengemeinde in Deutschland leiten.




Sponsorenlauf am Schulzentrum Marienhöhe – Spenden in Rekordhöhe

„Durch die Digitalisierung der Sponsorenerklärung konnten wir den Prozess der Suche von Sponsoren um ein Vielfaches vereinfachen“, so Dr. Christian Noack, Schulleiter am Schulzentrum. Nach einem Jahr „Zwangspause“ aufgrund der Pandemie war auch die Teilnahmebereitschaft unter der Schüler- und Lehrerschaft erhöht. Über 700 Schülerinnen und Schüler, dabei auch 15 Lehrkräfte, liefen insgesamt etwa 5200 Runden. Die schnellsten Läufer schafften in 30 Minuten 13 Runden der 550 Meter langen Strecke über den Campus. Im Durchschnitt wurden 7 Runden gelaufen.

Die Spenden des bereits am 5. Oktober 2021 durchgeführten Sponsorenlaufs gehen an drei Projekte im In- und Ausland:

  1. Unterstützung von Kindern in Notlagen für den Bezirksverband Darmstadt e.V. des Kinderschutzbundes;
  2. Unterstützung der Partnerschule und des Waisenhauses in Kambodscha;
  3. Unterstützung des Projekts „Bildung hilft“ in Rumänien: Campuspastor Mircea Riesz begleitet benachteiligte Kinder in Rumänien. „Wir helfen Kindern mit ihren schulischen Problemen und arbeiten gemeinsam mit ihnen daran, dass sie die Schule schaffen.“ Durch die Spenden werden eine Hausaufgabenbetreuung und außerschulische Bildungsangebote finanziell unterstützt.

Schulzentrum Marienhöhe

Das 1925 als „Seminar Marienhöhe» gegründete heutige Schulzentrum Marienhöhe hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgte die Realschule und 2010 die Grundschule. Von den 787 Schülerinnen und Schülern besuchen 543 das Gymnasium, 185 die Real- und 59 die Grundschule. 32 Schülerinnen und Schüler leben im hauseigenen Internat. Das als gemeinnützige GmbH geführte Schulzentrum Marienhöhe ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland (KdöR) und ist als „Gesundheitsfördernde Schule“ und Schule für den Klimaschutz zertifiziert. Weitere Informationen unter: www.marienhoehe.de




Neuer Weltverfolgungsindex: Christen in Afghanistan härter verfolgt als in Nordkorea

Afghanistan vor Nordkorea auf Rang 1

Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan habe Islamisten in aller Welt Auftrieb für ihre Umsturzpläne verliehen. Christen in Afghanistan seien ehemalige Muslime und würden deshalb von den Taliban gezielt gesucht und zumeist ermordet. Viele seien deshalb geflohen oder versuchen das Land zu verlassen. Das Land führt zum ersten Mal den Weltverfolgungsindex an und löst damit Nordkorea ab, das diese Position seit 20 Jahren innehatte. Dort sei die Lage der Christen unter Kim Jong Un weiterhin katastrophal: Zehntausende leisteten in den Straflagern Zwangsarbeit, oft bis zum Tod. Die Verhaftungen hätten sogar zugenommen. Die Ränge 3 bis 10 auf dem Weltverfolgungsindex belegen Somalia, Libyen, Jemen, Eritrea, Nigeria, Pakistan, Iran und Indien.

Chinas Modell der Religionskontrolle macht Schule

Die kommunistische Regierung Chinas (Rang 17) habe mit der zentralisierten Kontrolle aller Religionen ein Negativ-Modell etabliert, so Open Doors. Xi Jinping festige sein System von „Ein Land, ein Volk, eine Religion“. Abweichler würden verhaftet, darunter auch weit über 1.000 Christen, oftmals Pastoren. Der Zugang zur Bibel und zu Bibel-Apps sei weitgehend blockiert. Kirchliche Aktivitäten würden streng überwacht, auch Online-Treffen, sofern sie überhaupt möglich seien. Kommunistische Staaten wie Vietnam (Rang 19) und Kuba (Rang 37) hätten das chinesische Modell übernommen.

Bitte um mehr Unterstützung und Gebet

Nigeria (Rang 7) und Indien (Rang 10) wertet Open Doors als „besonders besorgniserregende“ Länder, da Christen dort extremer Verfolgung ausgesetzt seien. Allein in Nigeria sei dokumentiert worden, dass 4.650 Christen wegen ihres Glaubens ermordet worden seien. Darüber hinaus hätten die Angriffe auf Christen in Subsahara-Afrika durch extremistische religiöse und politische Gruppen stark zugenommen, Millionen seien auf der Flucht. Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, sagt: „Die enorme Zahl von geschätzt mindestens 360 Millionen Christen, die unter hoher bis extremer Verfolgung und Diskriminierung leiden, wurde von der Politik bislang kaum thematisiert. Deshalb bitten wir zuerst alle Christen, sich noch stärker für ihre verfolgten Glaubensgeschwister einzusetzen und für sie zu beten.“

Jährlicher Weltverfolgungsindex zeigt Dynamik von Christenverfolgung

Seit 1955 setzt sich das christliche Hilfswerk Open Doors mit umfangreichen Hilfsprojekten für verfolgte Christen aller Konfessionen ein, heute in über 60 Ländern. Nach eigenen Angaben sei der Weltverfolgungsindex die weltweit einzige Erhebung, für die verfolgte Christen anhand einer differenzierten und von Experten kontinuierlich weiterentwickelten Methodik jährlich direkt befragt würden. Damit solle ihre Situation möglichst genau erklärt und die Dynamik der Verfolgung verdeutlicht werden. Dazu sammelt die Forschungsabteilung von Open Doors Daten aus fünf Lebensbereichen: Privatleben, Familienleben, gesellschaftliches Leben, Leben im Staat und kirchliches Leben. Hinzu kommt die Kategorie „Gewaltsame Übergriffe“. Das Ausmaß der Übergriffe wird für alle Bereiche in ein Punktesystem übertragen, um die unterschiedlichen Triebkräfte der Verfolgung in diesen Bereichen vergleichen zu können. Verfolgung wird definiert Verfolgung definiert Open Doors als „jegliche Art von erlebter Anfeindung aufgrund der Identifikation einer Person mit Christus. Dies kann feindselige Haltungen, Worte und Handlungen gegenüber Christen umfassen.“

Weitere Informationen unter:
https://www.opendoors.de/christenverfolgung/weltverfolgungsindex




Mehrheit der Deutschen hat kein Verständnis für Corona-Proteste

Je älter, desto höher die Ablehnung

Das Unverständnis ist bei den über 60-Jährigen mit 68 Prozent deutlich größer als in den anderen Altersgruppen (18- bis 29-Jährige: 45 Prozent, 30- bis 39-Jährige: 43 Prozent, 40- bis 49-Jährige: 42 Prozent, 50- bis 59-Jährige: 48 Prozent).

Zustimmung bei AfD-Anhängern am größten

Bei den politischen Parteien zeigt sich ein großer Unterschied zwischen der AfD und den anderen politischen Lagern: 75 Prozent der AfD-Anhänger können die Demonstranten verstehen (kein Verständnis: 18 Prozent). Während sich bei den FDP-Wählern Verständnis und Unverständnis in etwa die Waage halten (43 zu 40 Prozent), überwiegt in den anderen Lagern die Ablehnung. Am deutlichsten zeigt sie sich bei den Parteigängern der Grünen (kein Verständnis: 70 Prozent; Verständnis: 24 Prozent), gefolgt von denen der SPD (kein Verständnis: 68 Prozent; Verständnis: 23 Prozent), der CDU/CSU (kein Verständnis: 67 Prozent; Verständnis: 24 Prozent) und der Linken (kein Verständnis: 55 Prozent, Verständnis: 32 Prozent).

Landeskirchliche Protestanten eher kritisch

Unter den Angehörigen der Konfessionen stehen vor allem die landeskirchlichen Protestanten den Demonstrationen kritisch gegenüber: 68 Prozent haben kein Verständnis für die Teilnehmer. Bei den Katholiken sind es 55 Prozent. Ein völlig anderes Bild ergibt sich bei Mitgliedern von Freikirchen: 49 Prozent von ihnen haben grundsätzlich Verständnis für die Proteste, 35 Prozent haben das nicht.

IDEA

Die 1970 gegründete Evangelische Nachrichtenagentur IDEA publiziert Nachrichten und Meinungen aus der christlichen Welt. Sie gibt mit IDEA das auflagenstärkste überregionale christliche Wochenmagazin in Deutschland heraus. Neben dem IDEA PRESSEDIENST ist sie im Internet (www.idea.de) und im Fernsehen tätig.




Korrekturhinweis zur Meldung: Adventisten ermöglichen gebührenfreies Theologiestudium an kircheneigener Hochschule Friedensau

Das Angebot des divisionsweiten Abschlusses Master of Pastoral Ministry in Friedensau bedeutet nicht, dass Masterstudiengänge in Pastoraltheologie an anderen adventistischen Hochschulen auf dem Gebiet der EUD eingestellt werden. Allerdings wird der Masterstudiengang an der ThH-Friedensau für Studierende, die eine Empfehlung für einen anschließenden Dienst als Pastorin oder Pastor von ihren nationalen Kirchenleitungen (Verbänden) erhalten haben, gebührenbefreit sein. Die Online-Version der APD-Meldung vom 17. Dezember wurde bereits entsprechend korrigiert. (https://www.apd.info/2021/12/17/adventisten-ermoeglichen-gebuehrenfreies-theologiestudium-an-kircheneigener-hochschule-friedensau/)

Wir bitten um Beachtung und Entschuldigung.




Adventisten ermöglichen gebührenfreies Theologiestudium an kircheneigener Hochschule Friedensau

Durch diese Vereinbarung ist es möglich geworden, ab dem Sommersemester 2022 ein vollständiges Theologiestudium ohne Studiengebühren zu absolvieren. Denn bereits Ende 2020 beschloss die teilkontinentale Kirchenleitung der Adventisten für West- und Südeuropa (Intereuropäische Division, EUD) eine Reform des Masterstudiengangs in Theologie, die ebenfalls mit einer Gebührenbefreiung für Studierende verbunden ist. Die beschlossenen Regelungen gelten auch für Studierende aus dem Gebiet der Intereuropäischen Division und bereits eingeschriebene Studierende.

Eine Hilfe bei anfänglicher Unsicherheit

„Es ist uns ein Anliegen, dass alle, die ein ernsthaftes Interesse haben, als Pastorin oder Pastor für die Freikirche zu arbeiten, das Studium zukünftig ohne finanzielles Risiko absolvieren können“, so Johannes Naether, Präsident des Norddeutschen Verbandes der Adventisten. Studierende der Theologie brauchen daher ab dem Sommersemester 2022 nur noch die Einschreibegebühren in Friedensau zu bezahlen, sowie die Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

Die Freikirche hoffe, dadurch auch solche Studierende zu gewinnen, die sich am Anfang des Studiums noch unsicher sind, ob das ihre Berufung sei, so Werner Dullinger, Präsident des Süddeutschen Verbandes der Adventisten.

Erneuerte Studiengänge

Gleichzeitig mit der finanziellen Entlastung der Studierenden werden auch die Studiengänge in Theologie inhaltlich und konzeptionell erneuert. Bereits seit dem Wintersemester 2020 ist an der Theologischen Hochschule Friedensau ein veränderter Bachelor-Studiengang eingeführt worden, nach dessen Absolvierung bereits eine praktische Tätigkeit als Pastoralassistent/in in einer adventistischen Kirchengemeinde aufgenommen werden kann. Dazu würden wichtige Kompetenzen für den Praxiseinstieg bereits in den ersten drei Studienjahren vermittelt, um junge Theologinnen und Theologen nach relativ kurzer Studienzeit gut vorbereitet in die Arbeit in die Gemeinden zu entsenden, so die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der ThH-Friedensau. Nach zwei Jahren Berufserfahrung als Pastoralassistent/in sei der Weg frei für das Masterstudium Theologie. Für eine vollumfängliche Tätigkeit als Pastorin oder Pastor ist weiterhin ein Masterabschluss notwendig.

Auch ein reformierter Masterstudiengang Master in Pastoral Ministry wird eingerichtet. Die Unterrichtssprache wird Englisch sein. Inzwischen liegt der von einer international besetzten Kommission erarbeitete Lehrplan für diesen Masterstudiengang vor. Wichtige Schwerpunkte darin sind die Fachgebiete Praktische Theologie und Missionstheologie. „Damit soll eine theologische Ausbildung gewährleistet werden, die nah an den Bedürfnissen der Kirchengemeinden und nah an den Herausforderungen einer säkularen Gesellschaft liegt“, so Hochschulrektor Professor Dr. Roland Fischer. Der neue Masterstudiengang soll von einem internationalen Kollegium gelehrt werden, das die verschiedenen Regionen West- und Südeuropas repräsentiert. Auch dieser Studiengang wird für Studierende, die eine Empfehlung für einen anschließenden Dienst als Pastorin oder Pastor von ihren nationalen Kirchenleitungen (Verbänden) erhalten haben, gebührenfrei sein.

Theologische Hochschule Friedensau

Die 1899 gegründete Friedensauer Bildungsstätte ist seit 1990 eine staatlich anerkannte Theologische Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können derzeit acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Unter den ca. 200 Studierenden sind 30 Nationen vertreten. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de




Fast 30.000 Pakete von Kindern für Kinder

2700 Pakete mehr als 2020

420 Aktionsgruppen in ganz Deutschland haben Pakete gesammelt, gepackt und verschickt. „Ihnen und den fleißigen Helferinnen und Helfern gilt unser ganzer Dank. Mit ihrem Einsatz schenken sie Hoffnung und Zuversicht“, sagt Michael Weller, Leiter der „Aktion Kinder helfen Kindern“. Die 29.709 verschickten Pakete sind ein Zuwachs von über 2.700 Paketen gegenüber dem vorangegangenen Jahr, nachdem es 2019 – vor der Pandemie – 35.513 Pakete waren.

„Es ist uns auch in diesem Jahr wieder gelungen, trotz der Corona-Maßnahmen fast alle Zielländer zu erreichen. Wir freuen uns über jedes Paket, denn jedes Paket steht für ein Kinderlachen“, so Michael Weller abschließend. Weitere Informationen gibt es unter https://kinder-helfen-kindern.org/

ADRA Deutschland e. V.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungsorganisation. ADRA Deutschland e. V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. ADRA Deutschland ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen ADRA-Büros und Gründungsmitglied der „Aktion Deutschland Hilft“. Weitere Informationen zu ADRA Deutschland: www.adra.de.




„Mit Jesus das Leben gewinnen“ – Jahresanfangsgottesdienst der Adventisten auf Hope TV

Einige Aussagen aus der Predigt

„Jesus ist König. Aber nicht so wie die Leute denken. Nicht einer, der weltliche Macht hat oder dass er auf die Weltwirtschaft Einfluss nehmen könnte. Aber einer, der dem Herzen und dem Verstand Orientierung und der Seele Kraft gibt“, so formuliert es Johannes Naether in der Predigt. Und im Hinblick auf das Jahresmotto: „Es gibt nur wenige Dinge, die so demütigend sind wie die Erfahrung, abgelehnt und zurückgewiesen zu werden: ‚Du bist unerwünscht, du passt nicht zu uns.‘ Die Verletzungen, die dadurch entstehen, schmerzen und sitzen tief. Wir reden von Jesus, der sagt, dass er niemanden hinausstoßen will, der zu ihm kommt. Das ist Balsam für jede Seele, ausnahmslos für Jeden! Aber, können wir uns das überhaupt vorstellen? Kann man so bedingungslos reden und handeln? … Es geht um Begegnung und Annahme – das ist ein innerer Prozess, ein Weg, auf dem uns Gott begleitet und an uns wirkt – da verändert und erweitert sich mein Denken.“

Kindermoment und virtuelle Rundreise

Der Gottesdienst wird auch einen „Kindermoment“ enthalten, präsentiert von Katrin Grieco und Team. Außerdem wird Werner Dullinger, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, die Zuschauer auf eine virtuelle Rundreise durch einige Adventgemeinden mitnehmen und Projekte vorstellen, die das Jahresmotto in die Tat umsetzen wollen.

Der Gottesdienst wurde bereits in der Kapelle der Theologischen Hochschule Friedensau aufgezeichnet. Die Liedbegleitung hat ein Musikteam unter der Leitung von Sebastian Kuhle (Leiter des dortigen Hochschulinstituts für Kirchenmusik) übernommen.

Der Gottesdienst kann über unterschiedliche Medien angesehen werden:

Fernsehen: Hope TV (über Satellit und Vodafone-Kabel empfangbar)
Web: http://www.hopetv.de/live
YouTube (Hope TV Bibel): http://www.youtube.com/hopetvbibel/live
YouTube (Hope TV Gebärdensprache): http://www.youtube.com/channel/UCvjyl9-vis6c__aaNMUXORQ/live
Facebook: http://www.facebook.com/hopetvdeutsch/live/




Allianzgebetswoche zum Thema Sabbat: Ergänzendes Materialangebot der Adventisten

Zur AGW gibt es ein Vorbereitungsheft, das für jeden Tag einen der folgenden Aspekte des Sabbats anhand von Bibeltexten thematisiert: Identität, Versorgung, Ruhe, Barmherzigkeit, Erinnerung, Freude, Großzügigkeit und Hoffnung. Als vorbereitende Lektüre wird der Artikel „Sabbat – Gottes verschmähtes Geschenk?“ aus der christlichen Zeitschrift Aufatmen, (Ausgabe 3/2021), empfohlen, die im Bundes-Verlag, Witten, erscheint. Er kann unter https://www.allianzgebetswoche.de/fileadmin/user_upload/Dr.Schaeffer_Sabbat__AUFATMEN_3-2021.pdf kostenlos heruntergeladen werden. Autor ist Dr. Raffael Schäffer (Bensheim), ein Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Das gesamte AGW-Material kann auf der Website www.allianzgebetswoche.de bestellt oder heruntergeladen werden.

Ergänzende Aspekte im Zusatzmaterial

Das zusätzliche Material der Adventisten stammt aus ihren Publikationen der letzten Jahre und umfasst u. a. folgende Aspekte: „Im Leben angekommen – wie wir den Segen des Sabbats wirklich erleben können“; „Der Sabbat – ein Urlaubstag mit Jesus“; „1700 Jahre Sonntagsgesetz – wie aus dem Sabbat der Sonntag wurde“; „Die Kirchenväter und der Sonntag“.

Die einzelnen Themen des Materials können als pdf-Dateien auf www.adventisten.de (rechte Randspalte) heruntergeladen werden.

Auch der Fernsehsender Hope TV strahlt anlässlich der Allianzgebetswoche eine Reihe von Sendungen zum Thema Sabbat aus. Die genauen Themen und Termine sind hier zu finden: https://hopemedia.eu/news/news/go/2022-01-11/allianzgebetswoche-zum-thema-sabbat-spezial-sendungen-auf-hope-tv/ Die Sendungen sind auch in der Hope TV-Mediathek verfügbar.

Evangelische Allianz in Deutschland

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) mit Sitz in Bad Blankenburg (Thüringen) ist ein eingetragener Verein, dem sich ein Netzwerk von Christen und Organisationen aus verschiedenen protestantischen Kirchen und Gemeinschaften zugehörig fühlt. Zum Netzwerk der EAD gehören ca. 1000 örtliche Allianzkreise, in denen sich Christen aus verschiedenen lokalen Gemeinden und Organisationen, aus Landes- und Freikirchen sowie christlichen Gruppen und Werken treffen, um vor Ort zusammenzuarbeiten. Die EAD ist Mitglied der weltweiten Evangelischen Allianz, die mit 600 Mio. Mitgliedern in 129 Ländern international die größte kirchliche Vereinigung nach der Römisch-katholischen Kirche ist.

Siebenten-Tags-Adventisten

Die protestantische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist weltweit in 213 Ländern und Territorien tätig und hat rund 22 Millionen Mitglieder. In Deutschland gibt es rund 35.000 erwachsen getaufte adventistische Christen. Die Adventisten unterhalten mit über 8.800 Grundschulen, höheren Schulen und Universitäten das global größte protestantische Bildungswerk. Darüber hinaus unterhalten sie weltweit zahlreiche Krankenhäuser, Pflegeheime und weitere soziale Einrichtungen. Ihr Hilfswerk ADRA kümmert sich in 130 Ländern um humanitäre und soziale Bedürfnisse der Menschen.




Adventistische Freikirchenleitung in Deutschland spricht sich für Impfungen gegen das Coronavirus aus

„Nach wie vor achten wir die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen als hohes Gut, glauben aber auch, dass wir als Organisation eine Verantwortung für unsere Mitglieder und die Gesellschaft haben. Evidenzbasiert ist die Impfung ein entscheidendes Mittel, um die Kontrolle über diese Epidemie zu erhalten. Von daher laden wir jeden ein, zu überlegen, ob es nicht sinnvoll sein könnte seine persönlichen Ansichten, die sicher auch begründet sind, im Interesse und im Dienst an der Gesellschaft und im Angesicht evidenzbasierter Fakten nochmals zu überdenken“, so formulieren es die Kirchenpräsidenten Werner Dullinger und Johannes Naether.

Im Videoclip kommt auch Professor Dr. med. Carsten Büning zu Wort, Chefarzt der Inneren Medizin am adventistischen Krankenhaus Waldfriede (Berlin-Zehlendorf). Er stützt die Impfempfehlung der Freikirchenleitung mit medizinischen Argumenten.

Mit ihrer Impfempfehlung steht die adventistische Freikirchenleitung in Deutschland im Einklang mit der adventistischen Weltkirchenleitung, die kürzlich ihre bestehende Impfempfehlung bekräftigt hat (siehe APD-Meldung vom 1. November): https://www.apd.info/2021/11/01/adventistische-weltkirchenleitung-bekraeftigt-impfempfehlung/

Der Videoclip der Freikirchenleitung ist bei YouTube unter dem Link https://youtu.be/X9yXTvmJ4dA zu sehen.

 

Translation in English:

Church Leadership in Germany takes position on fight against Covid-19

Due to the worsening Coronavirus situation in Germany, the leadership of the Seventh-day Adventist Church in Germany has decided to recommend vaccination against the virus in a video message to members of the Church.

„As before, we respect the individual’s freedom of choice as a high good, but we also believe that, as an organization, we have a responsibility to our members and society. Evidence-based vaccination is a critical tool to maintain control over this epidemic. Therefore, we invite everyone to consider whether it might not make sense to reconsider their personal views, which are certainly well-founded, in the interest and service of society and in the face of evidence-based facts,“ were the thoughts expressed by Church Presidents Werner Dullinger and Johannes Naether.

In the video clip, as the chief physician of internal medicine at the Adventist hospital Waldfriede (Berlin-Zehlendorf) and Ph.D. holder in medicine, Professor Carsten Büning also has his say. He supports the vaccination recommendation of the Church leadership with medical arguments.

With its vaccination recommendation, the Adventist Church leadership in Germany claims to be in line with the Adventist World Church leadership, which recently reaffirmed its existing vaccination recommendation.

The video clip of the Church leadership can be seen on YouTube under the link youtu.be/X9yXTvmJ4dA (please choose English subtitles).




Umfrage zum ganzheitlichen Wohlbefinden von deutschen Adventisten in der Corona-Krise

Pastor Johannes Naether (Hannover), Präsident des Norddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, weist in seinem Rundschreiben an die adventistischen Kirchenmitglieder in Deutschland darauf hin, dass die Corona-Pandemie immer noch ein beherrschendes Thema sei und den Lebens- und Glaubensalltag mehr diktiere, „als wir uns das vorstellen konnten“. Das Leben in den Ortsgemeinden leide, Kontroversen machten uns gereizter, nicht selten gebe es offene Konflikte und auch innerhalb von Familien träten massive Differenzen auf. „Als Kirchenleitung erfahren wir Zuspruch, aber auch deutliche Kritik wird geäußert mit dem Hinweis, dass Vertrauen in die Leitung der Kirche abnimmt.“

Freikirchenleitung erwartet wertvolle Handlungsimpulse

Die Freikirchenleitung wolle genau hinhören und lade deshalb ihre Mitglieder ein, an der Umfrage teilzunehmen, „deren Auswertung uns wertvolle Informationen geben kann, wie wir uns als gesamte Kirche den Herausforderungen in und nach der Pandemie stellen müssen“, so Naether. Die Freikirchenleitung wolle ihr zukünftiges Handeln an dem orientieren, „was unmittelbar aus den Gemeinden kommt“.

Die Umfrage sei anonym und erfülle alle Kriterien des Datenschutzes. Sie ist im Internet unter www.7da-studies.de zu finden.

Erste Umfrage 2020

Bereits von Ende April bis Anfang Mai 2020 fand eine ähnliche repräsentative Umfrage statt, an der 1.036 Adventisten teilnahmen. Damals schien die Corona-Pandemie und ihre Beschränkungen nur einen geringen Einfluss auf das seelische, geistliche und soziale Wohlbefinden der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland zu haben. Siehe APD-Meldung vom 9. Juni 2020 unter  https://www.apd.info/2020/06/09/corona-mit-geringem-einfluss-auf-deutsche-adventisten/.




Katholische Kirche ruft zur Solidarität mit verfolgten Christen weltweit auf

„In den Gottesdiensten dieses Tages soll der Verbundenheit mit den Not leidenden Mitchristen vor allem in den Fürbitten Ausdruck verliehen werden. Auch sind die Gläubigen zum persönlichen Gebet für dieses Anliegen aufgerufen. In diesem Jahr stehen insbesondere die Christen in Vietnam im Fokus, die immer wieder staatlichen Repressionen ausgesetzt seien.

Gebetstag seit 2003

Der Gebetstag am 26. Dezember ist Teil der 2003 gegründeten Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“, mit der die deutschen römisch-katholischen Bischöfe in ihren Kirchengemeinden, aber auch in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit auf die Diskriminierung und Drangsalierung von Christen in verschiedenen Teilen der Welt aufmerksam machen wollen. Die Initiative besteht jeweils aus einer Arbeitshilfe, die eine Schwerpunktregion in den Blick nimmt, Solidaritätsreisen, Gesprächen mit politisch Verantwortlichen und Besuchen von Bischöfen aus bedrängten Ortskirchen.

Die diesjährige Arbeitshilfe „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit – Vietnam“ kann kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden: https://www.dbk-shop.de/de/publikationen/arbeitshilfen/solidaritaet-verfolgten-bedraengten-christen-unserer-zeit-vietnam.html.




100-Tage-Aktion „Gebet für die Regierung“ der Evangelischen Allianz in Deutschland

„Gerade in Zeiten der kontroversen und oft sehr emotionalen Diskussionen wollen wir als Christen unsere Verantwortung im Gebet wahrnehmen“, so Dr. Reinhardt Schink, Generalsekretär der EAD. Dabei zitiert er einen Aufruf des Apostels Paulus in der Bibel: „Das Erste und Wichtigste, wozu ich die Gemeinde aufrufe, ist das Gebet, und zwar für alle Menschen. Bringt Bitten und Fürbitten und Dank für sie alle vor Gott! Betet für die Regierenden und für alle, die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit. So ist es gut und gefällt Gott, unserem Retter.“ (1. Timotheus 2,1–3, Gute Nachricht Bibel).

Zu Beginn der 100 Tage des Gebets lädt die EAD am 3. Januar um 19 Uhr zu einem digitalen Auftakt ein. Am Mittwoch, 13. April 2022 gibt es einen gemeinsamen Abschluss der Aktion „100 Tage Gebet für die Regierung“. In den Tagen dazwischen bittet die EAD einzelne Christen, Kirchen und Gemeinden oder Ortsallianzen für die Regierung zu beten.

In dem Aufruf heißt es u.a.: „Beten wir konkret und namentlich für unseren neuen Bundeskanzler Olaf Scholz sowie die Ministerinnen und Minister der Regierung. Beten wir für die Abgeordneten unserer Wahlkreise und teilen ihnen mit, dass wir für sie beten – auch und gerade dann, wenn wir mit deren politischer Linie nicht einverstanden sind.“ Und weiter heißt es: „Beten wir, dass die neuen Abgeordnete sich gut einarbeiten. Dass es ein gutes und respektvolles Miteinander über die Parteigrenzen hinweg bei allen kontrovers zu diskutierenden Themenbereichen gibt. Beten wir um Bewahrung vor Machtmissbrauch und ein Handeln zum Wohle des Volkes im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott.“

Evangelische Allianz in Deutschland

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) mit Sitz in Bad Blankenburg (Thüringen) ist ein eingetragener Verein, dem sich ein Netzwerk von Christen und Organisationen aus verschiedenen protestantischen Kirchen und Gemeinschaften zugehörig fühlt. Sie verantwortet u. a. die jährliche Allianz-Gebetswoche, die im kommenden Jahr vom 9.–16. Januar stattfindet (www.allianzgebetswoche.de). Die theologische Basis der Allianz ist das biblische Zeugnis von der Erlösung der Menschen durch Jesu Tod und Auferstehung. Zum Netzwerk der EAD gehören ca. 1000 örtliche Allianzkreise, in denen sich Christen aus verschiedenen lokalen Gemeinden und Organisationen, aus Landes- und Freikirchen sowie christlichen Gruppen und Werken treffen, um vor Ort zusammenzuarbeiten. Arbeitsfelder der Allianzmitglieder sind diakonische, pädagogische, publizistische und missionarische Aktivitäten in mehr als 370 Einrichtungen. Die EAD ist Mitglied der weltweiten Evangelischen Allianz, die mit 600 Mio. Mitgliedern in ca. 135 Ländern international die größte kirchliche Vereinigung nach der Römisch-katholischen Kirche ist. Die Evangelische Allianz wurde 1846 als weltweiter Verbund in London gegründet. Damit ist sie die am längsten bestehende, gemeindeübergreifende Verbindung evangelischer Christen. Mehr unter www.ead.de.




Adventistische Pfadfinder aus Darmstadt geben Friedenslicht weiter

„Unser Ziel ist, dass sich Frieden in Darmstadt und weltweit schneller verbreitet als irgendwelche Viren. Frieden ist ein aktiver Prozess, für den jeder etwas tun kann“, erläuterte Haiko Müller, Leiter der Marienhöher Pfadfinder. „Jeder kann mitmachten und das Friedenslicht weitergeben an Nachbarn, Freunde und genauso an Fremde als Symbol für gutes Miteinander und herzliche Wärme in unserer Stadt oder als Versöhnung nach einem Streit.“

Friedenslicht 3.000 Kilometer im Flugzeug unterwegs

Das Friedenslicht ist eine gemeinsame Aktion des Österreichischen Rundfunks (ORF) und verschiedener Pfadfinderverbände. Sie existiert seit 1986. Das Friedenslicht wurde im November in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem von einem neunjährigen, einheimischen Mädchen entzündet und in einem Spezialbehälter mit dem Flugzeug nach Österreich gebracht. Von dort aus wurde es am dritten Advent mit Autos von Pfadfindern in ganz Europa verteilt. Die Marienhöher Pfadfinder fuhren am vergangenen Sonntag zu einer Autobahnraststätte bei Rüsselsheim und brachten das Friedenslicht nach Darmstadt.

„Wir wollen mit dem Friedenslicht ein Zeichen für Frieden setzen, für ein menschliches Miteinander über Grenzen hinweg – egal ob es Landesgrenzen oder Grenzen zwischen Menschen sind“, sagte Haiko Müller. Auf seinem Weg habe das Friedenslicht bis nach Darmstadt schon mehr als 3.000 Kilometer über viele Grenzen hinweg zurückgelegt. „Das Friedenslicht wird in allen europäischen Ländern und sogar in Nord- und Südamerika persönlich weitergegeben. Allein das verbindet uns mit so vielen verschiedenen Menschen und schafft eine Gemeinsamkeit“, so Müller.

Hintergrund der Aktion Friedenslicht

Pfadfinderinnen und Pfadfinder würden laut Müller aktive Friedensarbeit leisten. Sie suchten den Dialog mit Menschen anderer Überzeugungen. „Mit vielen Aktionen bekennen sie nicht nur ihren Glauben und ihre Überzeugung, sondern treten handelnd für Frieden und Gerechtigkeit ein.“ Durch internationale Begegnungen, etwa auf Zeltlagern, finde aktive Friedensarbeit statt. Pfadfinder lernten Pfadfinder aus anderen Ländern und ihre Kulturen als Beitrag zur Völkerverständigung kennen.

Die kleine Flamme aus einer der Krisenregionen der Erde biete einen konkreten Anlass, persönliche Wertvorstellungen und das, was Menschen verbinde oder trenne, neu zu überdenken. Aufbauend auf der Botschaft Jesu Christi wären die Aktionen der Pfadfinderinnen und Pfadfinder bei der Weitergabe des Lichtes Ausdruck des Glaubens und Zeichen der Zuwendung zum Nächsten.

Weihnachts-Gottesdienst und Friedenslicht

Die Marienhöher Pfadfinder bringen das Friedenslicht am 24. Dezember in mehrere Weihnachts-Gottesdienste. Wegen Covid-19 könnten überall Weihnachts-Gottesdienste nur in kleinem Rahmen stattfinden. Deswegen biete die Adventgemeinde Darmstadt-Marienhöhe der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten eine Live-Übertragung an. Jeder könne den Gottesdienst der Adventgemeinde auf YouTube ab 16 Uhr miterleben. Es gebe viel Musik sowie Geschichten für Kinder und für Erwachsene. Auf diese Weise komme laut Heiko Müller Weihnachten und das Friedenslicht in jedes Wohnzimmer.

Auf http://weihnachten.auf-der-hoehe.de/ gebe es weitere Informationen auch zum Friedenslicht sowie den Livestream am 24. Dezember um 16 Uhr. Dort sei auch ein digitales Friedenslicht zum Weitergeben zu finden.

CPA-Marienhöhe

Zur CPA-Marienhöhe gehören über 230 Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Es gibt zwölf Gruppen für Kinder und Jugendliche von sechs bis 20 Jahren. Gruppenstunden finden 14-tägig sonntags statt. Außerdem gibt es Zeltlager, Lagerfeuer, Wandertouren, Geländespiele und anderes mehr. Weitere Informationen auf www.cpa-marienhoehe.de.

Christliche Pfadfinderschaft der Adventjugend (CPA)

Zur Christlichen Pfadfinderschaft der der Adventjugend (CPA) gehören über 3.500 Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die in 180 Ortsgruppen organisiert sind. Das zugrundeliegende Pfadfinderkonzept nach Robert Baden-Powell, dem Gründer der Pfadfinderbewegung, fördert das Miteinander in der Natur, erlebnispädagogische Maßnahmen, Förderung der Sozialkompetenz, das Übernehmen von Verantwortung, Umweltbewusstsein und somit die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen.




Kirchenleitung der Adventisten in Süddeutschland ermöglicht Ordination von Frauen zum Pastorendienst

Der Beschluss

Es wurde beschlossen, Anträgen von regionalen Landeskörperschaften der Freikirche (Vereinigungen) auf Ordination von Pastorinnen unter Wahrung der Souveränität der einzelnen Landeskörperschaften zuzustimmen und darüber hinaus den Vorstand des SDV zu beauftragen, sich dafür einzusetzen, dass die adventistische Weltkirchenleitung die Fragestellung in Bezug auf die Ordination von Pastorinnen nochmals aufnimmt. Zuletzt wurde bei der Weltsynode der Adventisten 2015 in San Antonio (Texas/USA) über diese Frage debattiert. Die Delegierten aus aller Welt stimmten mehrheitlich dagegen, dass die teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) diese Frage für ihr Gebiet selbstständig entscheiden können.

„Bei der Entscheidung für die gleichberechtigte Ordination von Frauen und Männern zum pastoralen Dienst hatten wir zwischen zwei konkurrierenden Werten abzuwägen: zum einen die Übereinstimmung mit dem Beschluss der Weltsynode von 2015, zum anderen das Recht auf Gleichbehandlung im Sinne unseres Glaubensartikels 14 [Die Einheit der Gemeinde Christi]“, so Werner Dullinger, Präsident des Süddeutschen Verbandes. Er betonte, dass die Diskussion darüber in der Sache kontrovers aber in einer guten und vertrauensvollen Atmosphäre verlief. Der Beschluss wurde mit einer deutlichen Mehrheit verabschiedet.

Süddeutscher Verband (SDV)
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland besteht aus den überregionalen Kirchenleitungen in Norddeutschland (Norddeutscher Verband/NDV) mit Sitz in Hannover sowie in Süddeutschland (Süddeutscher Verband/SDV), mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart. Zum SDV mit 15.561 Mitgliedern und 222 Kirchengemeinden und Gruppen gehören die regionalen adventistischen Kirchenleitungen (Körperschaften des öffentlichen Rechts/KdöR) in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland (Mittelrheinische Vereinigung), Baden-Württemberg und Bayern. Weltweit gibt es fast 22 Millionen Adventisten in über 169.000 Kirchengemeinden und Gruppen (Annual Statistical Report 2020).




Krankenhaus Waldfriede erneut unter den meist empfohlenen Kliniken in Berlin

Die besten Empfehlungen gingen laut einer Umfrage der Berliner Tageszeitung Tagesspiegel unter den niedergelassenen Ärzten in Berlin abermals an die beiden Abteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe und das Brustzentrum des Krankenhauses. Ausgezeichnet wurden beide Abteilungen in den Bereichen „Gynäkologische OP bei gutartigen Erkrankungen“ sowie „Therapie bei Brustkrebs“. Ingo Bach, Chefredakteur für Gesundheitsprojekte beim Tagesspiegel, übergab beiden Chefärzten Dr. Florian Müller (Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe) und Dr. Barbara Brückner (Chefärztin des Brustzentrums) die entsprechenden Urkunden.

An der Umfrage des Tagesspiegels beteiligten sich knapp 2.400 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus Berlin, die insgesamt knapp 16.000 Empfehlungen abgaben. Das entspricht laut Tagesspiegel einer Beteiligungsquote von über 38 Prozent. Die endgültigen Ergebnisse ergaben sich dabei aus zwei Datenbeständen, zum einen die Erfahrung (Fallzahlen), zum anderen das Renommee (Ärztebefragung).

Krankenhausvorstand Bernd Quoß freute sich über die erneute Auszeichnung und verwies darauf, dass das Krankenhaus Waldfriede nicht nur regional, sondern auch weltweit zu den besten Kliniken gehört (Auszeichnung der Zeitschrift Newsweek 2021, siehe APD-Meldung vom 29. April 2021 unter https://www.apd.info/2021/04/29/krankenhaus-waldfriede-in-berlin-gehoert-zu-den-besten-krankenhaeusern-in-deutschland-und-der-welt/) und allgemein einen sehr guten Ruf genießt.

Krankenhaus Waldfriede
Das freigemeinnützige Krankenhaus Waldfriede liegt im Berliner Stadtteil Zehlendorf und ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Es wurde nach gesetzlichen Qualitätsparametern mehrfach zertifiziert und hat mit seiner medizinischen und pflegerischen Qualität bereits eine Vielzahl an Auszeichnungen erhalten. Pro Jahr werden hier etwa 15.000 Patienten stationär und 120.000 Patienten ambulant behandelt. Der Träger ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die weltweit rund 900 medizinische Einrichtungen unterhält. Waldfriede ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und im Deutschen Evangelischen Krankenhausverband e.V. (DEKV).

Das Krankenhaus ist Teil des Gesundheitsnetzwerks Waldfriede zu dem auch eine Tagesklinik, eine Sozialstation, eine Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, eine Servicegesellschaft, ein Seniorenhaus, das Gesundheitszentrum PrimaVita, die Privatklinik Nikolassee und das Desert Flower Center gehören.

Zur Webseite des Krankenhauses Waldfriede: www.krankenhaus-waldfriede.de.




Kinder in Kirchengemeinden schützen: Mitgliederversammlung der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF)

Rechtsanwalt Oliver Gall, der Leiter des Fachbeirats „Sexueller Gewalt begegnen“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, beschrieb zunächst die grundsätzliche Bedeutung des Themas. Rechne man die Dunkelziffer ein, müsse man von 240.000 Fällen von Kindesmissbrauch im Jahr allgemein in Deutschland ausgehen. Eine Herausforderung für die Arbeit in Kirchengemeinden sei, dass soziale Nähe im Gemeindekontext Tätern den Missbrauch erleichtern könne, wenn man nicht präventiv dagegen vorgehe. Deshalb betreibe seine Kirche aktive Vorbeugung, mit einem Verhaltenskodex für Mitarbeitende, Publikationen und Schulungen. Wenn ein Missbrauchsfall gemeldet wird, ist bundesweit ausschließlich der Fachbeirat für dessen Bearbeitung zuständig. „Keine Weisungsbefugnis durch die Kirchenleitung, finanzielle Unabhängigkeit und absolute Vertraulichkeit der Gespräche mit den Opfern“ nannte Oliver Gall als einige der prägenden Merkmale der Arbeit des Fachbeirats.

Christian Rommert vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG – Baptisten und Brüdergemeinden) stellte das Konzept seiner Freikirche vor, die seit 2008 „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“ ist. Seit 2018 gibt es eine von Rommert mitentwickelte Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt, bei dessen Betrieb der BEFG mit einer unabhängigen externen Einrichtung zusammenarbeitet. Für Gemeinden sei es wichtig, für das strategische Vorgehen von Tätern sensibilisiert zu werden und Gegenstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Hier gibt es im BEFG umfassendes Material. Bischof Harald Rückert berichtete über Prävention und Intervention in der Evangelisch-methodistischen Kirche. Die Kirche hat verschiedene Materialien wie einen „Notfallplan“ herausgegeben. Für Missbrauchsopfer gibt es mehrere Kontaktstellen. Gemeinden, in denen Missbrauch stattgefunden hat, können externe Beratung in Anspruch nehmen.

In der anschließenden Diskussion schilderten Vertreterinnen und Vertreter anderer VEF-Kirchen über ihre Schutzkonzepte. Es wurde deutlich, dass die Bünde präventiv gut aufgestellt sind. Hinsichtlich der Intervention bei Missbrauchssituationen will die VEF prüfen, wie ein gemeinsames Vorgehen aussehen könnte, das ein – von den Kirchen unabhängiges – geregeltes Verfahren gewährleistet.

Politisches Engagement und Theologische Ausbildung

Konstantin von Abendroth, der VEF-Beauftragte am Sitz der Bundesregierung, stellte aktuelle Schwerpunkte seiner Arbeit dar. Eines der Themen, mit denen er sich zurzeit vertieft befasst, ist der Einsatz gegen Antisemitismus. Prof. Dr. Michael Kißkalt, Rektor der Theologischen Hochschule Elstal (BEFG), berichtete in der Mitgliederversammlung über die Treffen der von ihm geleiteten VEF-Arbeitsgruppe „Theologische Aus- und Weiterbildung“. Vertreterinnen und Vertreter aller freikirchlichen Ausbildungsstätten tauschen sich dort aus. „Die Hochschulen müssen immer wieder neue Wege gehen, um Menschen für das Studium und auch den pastoralen Dienst in den freikirchlichen Gemeinden zu begeistern“, so Kißkalt. Beliebt seien aktuell Studiengänge, in denen Theologie mit einem anderen Fachgebiet, etwa der Sozialen Arbeit, kombiniert wird. Ein fundierter theologischer Schwerpunkt sei für den Gemeindedienst jedoch unerlässlich.

Über die VEF

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung.

Weitere Informationen: www.vef.de




Evangelische Landeskirchen, Gemeinschaften und Freikirchen im Vergleich

Wie Julia Steinkühler in der aktuellen Ausgabe von SI Kompakt schreibt, entstünden durch die sinkende Bindungskraft der Menschen an die evangelische Kirche und den zunehmenden Mitgliederschwund viele Probleme in den örtlichen Gemeinden. In der Studie werde danach gefragt, wie die Gemeinden mit dieser Situation umgehen und welche Handlungsperspektiven sie dahin gehend wahrnehmen. Ebenso würden die Folgen für ihr Selbstverständnis und die Einschätzung eigener Entwicklungsmöglichkeiten beleuchtet.

Breit angelegte Studie

Es handele sich dabei um eine breit angelegte repräsentative Studie, die alle Gliedkirchen der EKD umfasse. Darüber hinaus konnten erstmals auch evangelische Freikirchen und landeskirchliche Gemeinschaften befragt werden. Das wäre in Deutschland in dieser Form bislang einmalig und biete ganz neue Möglichkeiten, die religiöse Vielfalt der evangelischen Gemeinden darzustellen und diese miteinander zu vergleichen. Daneben sei es gelungen, neue Gemeindeformen wie die Fresh-X-Bewegung für die Teilnahme an der Studie zu gewinnen. Damit wäre es gelungen, erste Erkenntnisse zu sammeln, ob mit den alternativen Formen von Kirche den zunehmenden Herausforderungen in den Parochialgemeinden entgegengetreten werden könne.

 Neben der Befragung in den 20 Landes- und Gliedkirchen der EKD wurden Stichproben bei den landeskirchlichen Gemeinschaften aus dem Bereich des Gnadauer Gemeinschafts-verbandes genommen. Bei den freikirchlichen Gemeinden handele es sich hauptsächlich um jene, die als Mitglieder und Gastmitglieder der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF) angehören, darunter die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Darüber hinaus wurden die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker) und das Apostelamt Jesu Christi (Neuapostolische Kirche) in die Untersuchung einbezogen. Auch zwei konfessionelle Freikirchen, die Evangelisch-altreformierte Kirche und die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), konnten befragt werden. Insgesamt ergibt sich damit eine Stichprobe von 16 verschiedenen Freikirchen.

Stärkere Mitgliederbindung

Erste Analysen hätten gezeigt, so Steinkühler, dass die evangelikalen Gemeinden eine stärkere Mitgliederbindung und insgesamt ein aktiveres Gemeindeleben aufweisen als die Gemeinden der evangelischen Landeskirchen. Das äußere sich beispielsweise in den Teilnahmezahlen an den Gottesdiensten und regelmäßigen Gemeindeaktivitäten. Während in den evangelischen Landeskirchen nur rund 3 Prozent der Kirchenmitglieder am wöchentlichen Gottesdienst teilnehmen, seien dies in den Freikirchen 40 Prozent und in den landeskirchlichen Gemeinschaften 57 Prozent. Auch die Beteiligung der evangelikalen Gemeinden an sozialen und humanitären Projekten außerhalb ihrer Gemeinde sei höher als in den Landeskirchen. Ebenso würden öfter Aktivitäten für die eigenen Gemeindeglieder, wie gemeinsame Mahlzeiten, Ausflüge oder Wochenenden organisiert.

Attraktive Angebote

Viele freikirchliche Bewegungen wären beliebt, weil sie den Menschen attraktive Angebote machten. Sie stellten sich vielfältig auf und böten für alle Altersgruppen und Lebenskontexte spezifische Aktivitäten an, die dazu führten, dass sich die Menschen auch langfristig an die jeweilige Kirche oder Gemeinde binden. Man müsse hier jedoch zwischen den verschiedenen Freikirchen differenzieren, gab Julia Steinkühler zu bedenken. Während vor allem pfingstlerisch-charismatische Bewegungen starken Zuspruch erhielten, würden die konfessionellen Freikirchen, wie die Altreformierte Kirche und die SELK, aber auch zum Teil klassische Freikirchen, wie die Mennoniten oder die Herrnhuter Brüdergemeine, den gleichen Trend der sinkenden Mitgliederzahlen wie die Gemeinden der Landeskirchen aufweisen, wenn auch in einem geringeren Ausmaß.

Aktive Mitglieder

In der Datenauswertung werde laut Steinkühler ersichtlich, dass die Landeskirchen durchschnittlich zwar deutlich mehr Mitglieder pro Gemeinde aufweisen als die evangelikalen Gemeinden, es sich jedoch oftmals um passive Mitgliedschaften handele. Das zeige sich nicht nur am prozentualen Anteil der aktiven Mitglieder in der Gemeindeleitung, sondern auch im Anteil der Ehrenamtlichen in den Gemeinden, der in den landeskirchlichen Gemeinschaften um ein Neunfaches und in den Freikirchen um ein Fünffaches höher sei als in den Landeskirchen. Auch der durchschnittliche Zeitaufwand der Leitungsmitglieder für die Gemeindearbeit wäre in den Landeskirchen deutlich geringer als in den evangelikalen Gemeinden.

Man müsse hier jedoch auch berücksichtigen, dass die Verbindlichkeit der Mitgliedschaft in Freikirchen aufgrund der eigenen bewussten Zugehörigkeitsentscheidung stärker sei als in den Landeskirchen, zu denen ein Großteil der Mitglieder aufgrund von Kindestaufe gehöre. Zudem hätten die Gemeinden in den Landeskirchen mehr hauptamtliches Personal und eine Verwaltung auf mittlerer Ebene, die Arbeiten erledigen, die in freikirchlichen Gemeinden mit weniger Personen durch Ehrenamtliche erfolgen müsse.

Weitere Auswertungen der Studie sind im Internet unter https://www.siekd.de/evangelikale-gemeinden zu finden.

Sozialwissenschaftliches Institut der EKD (SI)

Das SI ist 2004 aus der Zusammenführung des Sozialwissenschaftlichen Instituts in Bochum mit dem Pastoralsoziologischen Institut der Landeskirche Hannovers hervorgegangen. Es begleitet und kommentiert aktuelle Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft und es forscht, publiziert und referiert über Gegenwart und Zukunft sozialer Gerechtigkeit, wobei Perspektiven von Kirche und Religion in der Gesellschaft beleuchtet werden.

Weitere Informationen unter https://www.siekd.de




Adventist in die Leitung des Ökumenischen Rats Berlin-Brandenburg gewählt

Hansjörg Günther war in den letzten Jahren im Erzbistum Berlin in vielfältigen Aufgaben der Bistumsverwaltung, in der Aus- und Fortbildung und zuletzt 10 Jahre in der Personalleitung tätig. Seit Oktober 2021 ist der Soziologe und promovierte Theologe Leiter der Zentralen Servicestelle Ökumene im Erzbistum Berlin. Zugleich ist er Beauftragter für den Dialog mit dem Judentum. „Angesichts der Diversität der Gesellschaft“ so Günther nach seiner Wahl, „ist es gut, dass der Ökumenische Rat eine so große konfessionelle Vielfalt repräsentiert. Damit bieten die Kirchen viele Zugangsmöglichkeiten für Menschen aus unterschiedlichsten Milieus. Auch innerhalb der Ökumene freue ich mich auf einen Dialog auf Augenhöhe.“

Dietmar Päschel leitet den Konvent der adventistischen Kirchengemeinden in Berlin und ist aktuell Vorsitzender der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft der Freikirchen in Berlin-Brandenburg. Sein theologisches Interesse gilt dem kontemporären Christentum im urbanen Umfeld sowie dem Verhältnis von Christentum und Judentum, zu dem er auch Veröffentlichungen vorgelegt hat.

Günther und Päschel folgen auf Bischof Emmanuel von Christoupolis (Vorsitzender) von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Deutschland und Pröpstin Dr. Christina-Maria Bammel (stellv. Vorsitzende) von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), die nach zwei Amtsperioden satzungsgemäß nicht noch einmal kandidieren konnten.

Ökumenischer Rat Berlin-Brandenburg

Der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB) ist ein regionaler Bezirk der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Zum ÖRBB gehören 33 Mitgliedskirchen, zu denen neben der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und dem Erzbistum Berlin auch zahlreiche orthodoxe Kirchen, Freikirchen sowie weitere christliche Kirchen zählen.




Auswärtiges Amt berichtet über humanitäre Hilfe von ADRA im Jemen

Die Lage im Jemen beschreibt das Auswärtige Amt so: „Von insgesamt 30 Millionen Einwohnern Jemens benötigen 21 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Die Hälfte der jemenitischen Bevölkerung ist laut den Vereinten Nationen zur Mitte 2021 von einer akuten Hungerkrise betroffen. Folgen der Unterernährung sind insbesondere für Kinder dramatisch: Das Immunsystem wird geschwächt und ansteckende Krankheiten verbreiten sich schneller. Laut UNICEF stirbt alle 10 Minuten ein Kind in Jemen an einer vermeidbaren Krankheit. Jedes Jahr gibt es neue Choleraausbrüche, seit Anfang 2016 haben sich mehr als eine halbe Millionen Menschen in Jemen mit Cholera infiziert.“ Die Corona-Pandemie habe die Lage im Jemen weiter verschärft. So hätten viele Staaten ihre Unterstützungszahlungen für Jemen angesichts der eigenen schwierigen wirtschaftlichen Lage reduziert. Das gelte nicht für Deutschland, das für das laufende Jahr 200 Millionen Euro für den Unterstützungsplan der UN bereitgestellt habe, mit dem auch Nichtregierungsorganisationen wie ADRA gefördert würden.

Flexible Arbeitsweise von ADRA

Zur Arbeitsweise von ADRA heißt es in dem Bericht: „ADRA passt seine Unterstützung immer an die konkreten örtlichen Gegebenheiten an. Gibt es beispielsweise schon ein Krankenhaus, das aber beschädigt ist oder dem es an Ausstattung mangelt, dann stellt ADRA die Funktionsfähigkeit des Krankenhauses wieder her. Wo es keine Infrastruktur gibt, arbeitet ADRA mit mobilen Teams. Sobald die grundlegende Versorgung gewährleistet ist, übergibt ADRA die Einrichtungen an Akteure der Entwicklungszusammenarbeit – und die weitere Förderung wird durch das BMZ übernommen. So wird ein fließender Übergang von kurzfristiger humanitärer Hilfe in die längerfristige Betreuung durch die Entwicklungshilfe gesichert.“

ADRA Deutschland

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungsorganisation. ADRA Deutschland e.V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. ADRA Deutschland ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen ADRA-Büros und Gründungsmitglied der „Aktion Deutschland Hilft“. Weitere Informationen zu ADRA Deutschland: www.adra.de.

Originalbericht des Auswärtigen Amtes über die Arbeit von ADRA im Jemen unter https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/humanitaere-hilfe/huhi-jemen/2496418




Christenverfolgung und Religionsfreiheit im Fokus

Der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel (Berlin), sagte in seinem Vortrag, dass drei von vier Menschen weltweit in einem Land lebten, in dem die Religionsfreiheit verletzt werde. Leider nehme diese Zahl aktuell sogar noch zu. In 70 Staaten gebe es menschenrechtswidrige Blasphemiegesetze und in elf Ländern drohe bei einer

Abkehr von der Mehrheitsreligion sogar die Todesstrafe. Es sei deshalb enttäuschend, dass das Amt des Sonderbeauftragten der Europäischen Kommission für Religions- und Weltanschauungsfreiheit außerhalb der EU bisher nicht neu besetzt worden sei. Der bisherige Amtsinhaber Christos Stylianides war im September nach nur vier Monaten im Amt ausgeschieden, um als Minister in die griechische Regierung einzutreten. Bis heute ist noch kein Nachfolger ernannt worden. Grübel war Schirmherr des Kongresses.

Open Doors: Konvertiten wird in Deutschland nicht geglaubt

Der Pressereferent von Open Doors Deutschland, Ado Greve, lenkte in seinem Vortrag den Blick auf Deutschland. Asylsuchende, die einen muslimischen Hintergrund haben und Christen geworden sind, hätten es hierzulande schwer. Denn ihnen werde nicht geglaubt, wie eine Open-Doors-Befragung von 133 Gemeinden ergeben habe. Von den 5.207 betreuten Konvertiten wurden von 2017 bis Mai 2021 trotz vorgelegter Glaubensbescheinigung 2.045 durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgelehnt. 1.400 von ihnen wurden anschließend erneut durch Verwaltungsgerichte abgelehnt. 99 Konvertiten wurden abgeschoben. Greve sprach von einem „Ruf der Verzweiflung“ der Betroffenen, die beklagten: „Uns wird nicht geglaubt.“

Verfolgte Frauen – vergewaltigt und anschließend verstoßen

Die Verfolgung von christlichen Frauen geschieht oft versteckter als die von Männern, so Helene Fisher (Deckname), Spezialistin für geschlechtsspezifische Verfolgung bei Open Doors International, bei ihrem Kongressvortrag. Sie hat für Open Doors analysiert, wie sich die geschlechtsspezifischen „Druckpunkte“, die Christen aufgrund ihres Glaubens erleben, bei Männern und Frauen unterscheiden. So erlebten Männer vor allem körperliche Gewalt, wirtschaftliche Schikanen und würden häufig inhaftiert. Frauen seien von sexueller und körperlicher Gewalt sowie Zwangsheirat betroffen. Der Status und die Rollen von Männern und Frauen in der Gesellschaft bestimmten die Form, wie Druck ausgeübt werden könne, so Fisher. Es gebe somit nur wenige Frauen, die wegen ihres Glaubens im Gefängnis säßen. Ihr Gefängnis sei zumeist „Stigma und Scham“. Frauen würden unabhängig von ihrer Religion in Kriegen vergewaltigt, beispielsweise 2013 im Bürgerkrieg in Zentralafrika. In den christlichen Gemeinden hätten die Betroffenen dort als Eheverbrecherinnen gegolten und seien oftmals verstoßen worden. Den Frauen werde somit ihr Platz in der Kirche und in der Familie verwehrt, so Fisher: „Die Reaktion des Umfelds kann genauso so viel Schaden zufügen wie die Verfolgung selbst.“

Jahrbücher zur Christenverfolgung und Religionsfreiheit erschienen

Der 860-seitige Doppelband mit dem „Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2021“ sowie dem „Jahrbuch Religionsfreiheit 2021“ ist erschienen. Die beiden Jahrbücher gibt es als Buch, sie können aber auch kostenlos im Internet heruntergeladen werden.

Die gedruckte Fassung erscheint im Verlag für Kultur und Wissenschaft. Beide Jahrbücher sind in einem Wendebuch zusammengebunden. Jedes Jahrbuch beginnt auf einer anderen Seite des Umschlags.

Die Jahrbücher werden von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, dem Internationalen Institut für Religionsfreiheit und den Religionsfreiheitsarbeitskreisen der drei deutschsprachigen Allianzen, der Deutschen Evangelischen Allianz, der Schweizerischen Evangelischen Allianz und der Österreichischen Evangelischen Allianz von Thomas Schirrmacher, Martin Warnecke und Uwe Heimowski herausgegeben.

Kostenloser Download beider Bücher:

„Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2021“

https://iirf.eu/journal-books/german-yearbooks/jahrbuch-verfolgung-und-diskriminierung-von-christen-2021/

„Jahrbuch Religionsfreiheit 2021“

https://iirf.eu/journal-books/german-yearbooks/jahrbuch-religionsfreiheit-2021

 




5.000 Euro für Kinder in Tansania

Kooperation zwischen Hochschule und Gymnasium

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule bestehe seit Februar 2019 zwischen dem Roland-Gymnasium und der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg ein Kooperationsvertrag. Absicht des Vertrages sei es, den Schülerinnen und Schülern den Blick zu öffnen für Herausforderungen, denen Kinder und Jugendliche in anderen Teilen der Welt ausgesetzt seien. Die internationale Arbeit der Hochschule, insbesondere die Arbeit in Tansania, biete hierfür beste Anknüpfungspunkte. Seit vielen Jahren würden mehrere Dörfer im Bezirk Longido (Region Arusha/Tansania) bei Entwicklungsprojekten unterstützt. Derzeit wären es der Neubau von Vor- und Grundschulen sowie die Wasserversorgung der Schulen und Dörfer.

Benefizkonzert und Töpferwaren

Außer in Zeiten von Corona würden jährlich Hochschul-Mitarbeiter und Studierende zu Projekteinsätzen nach Tansania fahren. Bei einer Reise seien auch Vertreter des Burger Gymnasiums dabei gewesen. Sie hätten hautnah erleben können, wie Entwicklungs-zusammenarbeit funktioniere. Diese Erfahrungen und die Berichte darüber wirkten laut Hochschule wie ein Katalysator. Die Schülerinnen und Schüler des Roland-Gymnasiums fingen den Ball auf und seien nun mit großem Enthusiasmus dabei, die „Eine-Welt-Projekte“ mit ihren Möglichkeiten voranzubringen. Seit einiger Zeit werden Spenden über eine eigene Schülerfirma bei interkulturellen Projekten gesammelt. Verschiedene Aktionen konnten verwirklicht werden. So entstand die Idee, dafür auch ein Benefizkonzert zu veranstalten und den Erlös zu spenden. In der Keramikwerkstatt werden Töpferwaren hergestellt und auf Basaren für den guten Zweck verkauft. Private Sponsoren und regionale Unternehmen spendeten zusätzlich. Nach und nach kam die Summe von 5.000 Euro zusammen, die nun übergeben werden konnte.

Ein Wohnheim für 50 Mädchen der Massai

„Mit diesem Geld wird zunächst der Bau eines Wohnheims für die Schülerinnen der Grundschule in Karao/Tansania unterstützt“, so Dozent und Projektleiter Dr. László Szabó von der Theologischen Hochschule Friedensau. Der Bau sei dringend erforderlich, um zu gewährleisten, dass 50 Mädchen aus der Volksgruppe der Massai die Schule besuchen können. Sie wohnten zu weit von der Schule entfernt, als dass sie täglich den Schulweg bewältigen könnten. Das Wohnheim ermögliche ihnen Zugang zur Bildung und eröffne Wege in ein späteres qualifiziertes Berufsleben. Das Projekt werde von der adventistischen Kirche in Tansania getragen. Das Roland-Gymnasium in Burg sowie Dozenten und Studierende der Hochschule leisteten zusätzliche Unterstützung. Weitere Spendenaktionen seien geplant.

Roland-Gymnasium

Das Roland-Gymnasium in Burg wurde 1842 gegründet. Dort werden zurzeit 805 Schülerinnen und Schüler von 67 Lehrkräften unterrichtet. Die Schule pflegt internationale Kontakte mit einer Schule in Polen und einer weiteren in Frankreich. Sie bietet somit in beide Länder einen Schüleraustausch an. Weihnachts- und Abschlusskonzerte der Abiturienten gehörten zur Schultradition, sowie auch sportliche Veranstaltungen wie der Roland Cup und der Roland Lauf. Informationen: https://www.br-g.de/

Friedensau

Friedensau ist ein 1899 von den Siebenten-Tags-Adventisten gegründeter Ort. Auf dem Gelände einer einstigen Wassermühle entstanden in wenigen Jahren eine „Industrie- und Missionsschule“, ein Sanatorium und ein Seniorenheim. Von 1922 bis 2001 war Friedensau eine selbstständige politische Gemeinde mit eigenen Gemeindevertretern und eigenem Bürgermeister. Heute ist es mit seinen etwa 450 Einwohnern Teil der Verwaltungsgemeinschaft Möckern. Zu Friedensau gehört die Theologische Hochschule, an der staatlich anerkannte Bachelor- und Masterstudiengänge in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie zum Teil berufsbegleitend absolviert werden können. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de und www.friedensau.de.




Adventisten und Klimawandel

Bereits 1992 verabschiedete die adventistische Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) eine Erklärung mit dem Titel „Sorge um die Schöpfung“ in der es u.a. heißt: „Echter Fortschritt bei der Bewahrung unserer Umwelt lässt sich nur um den Preis persönlicher und gemeinsamer Anstrengungen erreichen.“ 1995 veröffentlichte sie mit der Stellungnahme „Die Gefahren der Klimaveränderung“  einen Aufruf an die „Regierenden der Industriestaaten“, die Klimaziele des UN-Klimagipfels von Rio de Janeiro von 1992 einzuhalten und darauf hinzuwirken, den CO²-Ausstoß dauerhaft zu reduzieren und eine öffentliche Diskussion über die Risiken einer Klimaveränderung zu fördern. Ferner bekräftigt die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten darin „ihr Eintreten für einen einfachen, gesunden Lebensstil, bei dem die Menschen sich nicht in den Kreislauf von unbegrenztem Konsum und unbegrenzter Abfallproduktion hineinziehen lassen. Sie rufen zur Achtung vor der Schöpfung, zur Beschränkung einer Ausbeutung der Rohstoffe in der Welt und zur Wiederentdeckung unserer wirklichen Bedürfnisse auf.“ Ähnlich lautende Erklärungen wurden auch in den folgenden Jahren veröffentlicht. Nachstehend einige Schlaglichter auf Sichtweisen und Aktivitäten der adventistischen Kirche im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Klimawandel.

Lebensweise und Nachhaltigkeit

Eine vegetarische Ernährung leistet einen signifikanten Beitrag für ökologische Nachhaltigkeit, wie Dr. Joan Sabaté, Professor für Ernährung und Epidemiologie an der Loma Linda University School of Public Health in Kalifornien/USA herausfand. Eine Auswertung von 49 Forschungsstudien bestätige, dass sich eine vegetarische und vegane Ernährung positiv auf die Treibhausgasemissionen sowie Wasser- und Landnutzung auswirke, so Dr. Sabaté. Die Loma Linda Universität ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Bei der bereits Ende 2019 veröffentlichen Auswertung in der internationalen Fachzeitschrift Advances in Nutrition (Fortschritte in der Ernährung) sieht Dr. Sabaté in der Nahrungsmittelproduktion die Hauptursache für erhöhte Treibhausgasemissionen. Sie verbrauche 70 Prozent des Frischwassers und sei für 80% der weltweiten Entwaldung verantwortlich. Neben einer Verbesserung der landwirtschaftlichen Technologie und der Verringerung der Lebensmittelabfälle als mögliche Lösungen für diese Umweltprobleme schlägt er eine Umstellung auf eine ovo-vegetarische und vegane Ernährung vor.

Bei der Auswertung der 49 Studien stellte Sabaté weiter fest, dass eine Umstellung von den derzeitigen Ernährungsnormen auf ovo-vegetarische und vegane Ernährung die Treibhausgaswerte um durchschnittlich 35%, die Landnutzung für die Nahrungsmittelproduktion um durchschnittlich 42% und den landwirtschaftlichen Wasserverbrauch um durchschnittlich 28% reduzieren würde. „Viele andere Studien haben die gesundheitlichen Vorteile der vegetarischen und veganen Ernährung klar nachgewiesen. Diese Analyse bestätigt, dass die Umstellung auf diese Ernährungsformen auch erkennbar umweltfreundlich ist“, so Sabaté.

Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Nachhaltigkeit unter Adventisten in Deutschland

In einer Umfrage unter Adventisten in Deutschland im Jahr 2020 zum Thema Nachhaltigkeit gaben die Befragten mehrheitlich an (58 Prozent), dem Thema auch im Gemeindeleben mehr Raum geben zu wollen. Des Weiteren zeigten die Ergebnisse auch die Überzeugung, jeder trage Verantwortung für die Umwelt (95 Prozent Zustimmung). Auch sei der Klimawandel eine konkrete Bedrohung unserer Lebensgrundlage (86 Prozent Zustimmung). 91 Prozent seien bereit, ihren Lebensstandard zugunsten der Umwelt einzuschränken. Zwei Drittel der Antwortenden würden sich sogar in die Pflicht nehmen lassen.

Auch in punkto Glaube und Nachhaltigkeit ergebe sich ein sehr eindeutiges Bild: über 90 Prozent glaubten, dass es der christliche Auftrag sei, die Schöpfung zu bewahren, dass Nachhaltigkeit dem Willen Gottes entspreche und dass sie eine Form von Nächstenliebe sei. Auf der anderen Seite gebe es kaum noch Zustimmung für Positionen, die die Verantwortung allein Gott überlassen oder Nachhaltigkeit gar als Ablenkung von Aufgaben wie der Evangeliumsverkündigung oder des sozialen Engagements sehen.

Arbeitskreis „Nachhaltig glauben“

Um eine nachhaltige Arbeitsweise der Verwaltungen und Institutionen der Freikirche zu fördern, wurde der Arbeitskreis „Nachhaltig glauben“ gegründet, der dazu konkrete Vorschläge ausarbeitet. Bei den Empfehlungen für mehr Nachhaltigkeit im Büroalltag der Angestellten in den Kirchenverwaltungen geht es um Themen wie a) Schulung der Einkaufsverantwortlichen, b) Bezug von zertifiziertem Ökostrom, c) vollständige Abschaltung der Geräte bei längerem Nichtgebrauch, d) Verwenden des Tonersparmoduls, e) Schulung der Reinigungskräfte und f) (regelmäßigen) Hinweisen zum Umweltschutz im Büro. Der Arbeitskreis empfiehlt darüber hinaus sechs Beschaffungskriterien, wenn es um Materialien im Büro geht. So soll bei der Anschaffung von Büromöbeln, Büromaterial, Raumtextilien und Hygienepapier auf das „Blauer Engel“ Siegel geachtet werden. Für Geräte sei das „TCO-Siegel“ oder „Energy Star“ zu beachten und bei Büromöbeln „Quality Office“ und/oder das „FSC Siegel“. Beim Kauf von Kaffee, Tee und Kakaoprodukten sollte das Etikett „fairer Handel“ berücksichtigt werden und bei Lebensmitteln das „anerkannte Biosiegel“. Auch solle weniger Papier verbraucht werden.

 Die „fünf F“

In einem Beitrag für die Kirchenzeitschrift Adventisten heute, Ausgabe Juni 2020, zitierte der Geschäftsführende Vorstand der adventistischen Hilfsorganisation ADRA Deutschland, Christian Molke, die „fünf F“ einer nachhaltigen Lebensweise: „1. Weniger Fleisch: Der größte Brocken in der schlechten Umweltbilanz des Menschen ist der Tierhaltung geschuldet. 2. Fass: Ein etwas sperriges Bild, doch ein etwas bescheidenerer Wohnstil rechnet sich – ökologisch. 3. Fliegen: Mit jeder Fernreise per Flugzeug wird ein gewaltiger Fußabdruck hinterlassen. Der ist zwar nicht unbedingt größer, als wenn allein mit dem Auto verreist wird. Aber ein Urlaub mit der Bahn oder in nähergelegene Ferienorte könnte eine Alternative sein.  4. Fahren: Fahrgemeinschaften bilden, öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder mit dem Rad fahren. 5. Forderungen an den Staat zum Klimaschutz stellen.“

Beispiele von ADRA-Aktivitäten

Die adventistische Hilfsorganisation ADRA berücksichtigt ebenfalls Belange des Klimaschutzes. Beim jüngsten Weltklimagipfel in Glasgow bot ADRA zusammen mit der Tropenwaldstiftung Oro Verde und der Welthungerhilfe eine Veranstaltung zum Thema Klimaresilienz an.

 Mosambik: ADRA gewinnt nationalen Preis für Nachhaltigkeit

In Mosambik wurde ADRA kürzlich mit dem Energy Globe Award für ihre solarbetriebenen Wasserkioske in der Gemeinde Mocuba im Zentrum Mosambiks ausgezeichnet. ADRA war eines von mehr als 200 Ländern, die sich an dem globalen Wettbewerb beteiligten. Berichten zufolge gingen mehr als 30.000 Bewerbungen ein.

Zu den Projektkategorien gehörten Erde, Feuer, Wasser, Luft, Jugend und nachhaltige Start-Ups, die nachhaltige Nutzung der Ressourcen des Planeten demonstrieren und zur Umwelterziehung beitragen. Das Projekt von ADRA betraf die Gemeinde Mocuba, in der mindestens 80 Prozent der Bevölkerung verunreinigtes Wasser für ihre Grundbedürfnisse nutzten. Dies stellte ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar, wie Cholera und andere durch Wasser übertragene Krankheiten. Anstelle der üblichen Handpumpen und Bohrungen, installierte ADRA drei Wasserkioske, die aus wiederverwendeten Schiffscontainern gebaut wurden. Zwei der drei Kioske werden mit erneuerbarer Energie betrieben, und das Pumpen erfolgt mit Solarenergie.

Das Ziel von ADRA war es, die Nutzung von Wasserkiosken als sichere und nachhaltige Trinkwasserquellen in den betroffenen Gemeinden zu fördern. Diese Wasserkioske bereiten das Wasser auf, um den Gemeinden über ein unternehmensbasiertes Marktmodell langfristig einen zuverlässigen Zugang zu sicherem Trinkwasser zu ermöglichen. Dank der neuen solarbetriebenen Kioske erhalten jetzt mehr als 5.000 Haushalte sauberes Wasser für den Grundbedarf. Die Kioske bieten darüber hinaus auch Arbeitsplätze und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und Hygieneartikeln für die Gemeinden.

 Fidschi-Inseln, Somalia und Vietnam: mehr Lebensqualität durch Solarenergie

Mit Hilfe von Solaranlagen und Solarkochern hat ADRA Deutschland die Energieversorgung von 500 Haushalten auf Vanua Balavu, einer der Inseln Fidschis, auf ökologische und effiziente Weise verbessert. Die Solaranlagen ermöglichten den Familien eine kostengünstige Beleuchtung in den Abendstunden, wodurch sich ihre Lebensqualität verbessere und die Kinder mehr Zeit zum Lernen hätten. Durch die Solarherde seien die Frauen beim Kochen keinen schädlichen Dämpfen mehr ausgesetzt, wie bei den zuvor verwendeten offenen Kochstellen. Die Solaranlagen ersetzten außerdem die bis dahin verwendeten Dieselgeneratoren. Zudem erhielten die Dorfbewohner mit der Einführung von Fischfarmen die Möglichkeit, sich besser zu versorgen und ihre Erwerbsmöglichkeiten zu erweitern. Umweltschutz und im Besonderen der Schutz der Küstengebiete würden durch diese Umstellungen zusätzlich gewährleistet.

Auch in Somalia ermöglichte ADRA in einem großangelegten Projekt den Zugang zu nachhaltiger und erschwinglicher Energie für 100.000 Haushalte. Mit der Installation von Photovoltaikanlagen sowie von energiesparenden Kochherden verbesserte sich die Lebensqualität der Menschen. In Vietnam veränderten sich ebenfalls durch erneuerbare Energien die Lebensumstände von ethnischen Minderheiten in abgelegenen Gebieten nachhaltig zum Positiven. ADRA vermittelt dort den Kleinbauern zudem Kenntnisse zu Klima und Umwelt, Waldschutz, klimaresistenten landwirtschaftlichen Techniken und erneuerbaren Energiemodellen.

 ADRA Deutschland

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungsorganisation. ADRA Deutschland e.V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. ADRA Deutschland ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen ADRA-Büros und Gründungsmitglied der „Aktion Deutschland Hilft“. Weitere Informationen zu ADRA Deutschland: www.adra.de.




Freikirchenleiter der Adventisten gratuliert der neuen EKD-Ratsvorsitzenden Annette Kurschus

„Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass diese Aufgabe bereits zum zweiten Mal einer Frau übertragen wurde“, schreibt Dullinger. „Wir wissen uns verbunden durch die gemeinsame Arbeit in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und der Deutschen Bibelgesellschaft.“

Nicht nur in Deutschland stünden „wir als Kirchen“ gemeinsam vor den immensen Herausforderungen unserer Zeit. Bei deren Bewältigung werde es kaum gelingen, den Bedürfnissen der Menschen auf allen Gebieten immer zufriedenstellend begegnen zu können. Gerade deshalb sei es umso wichtiger, selbst Halt zu finden in den Worten unseres Herrn Jesus Christus: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28, 20) In diesem Sinne wünsche Dullinger der neuen Ratsvorsitzenden für ihre „anspruchsvollen Leitungsaufgaben viel Kraft und die Führung unseres Gottes“.

Zur Person

Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, wurde mit 126 von 140 abgegebenen Stimmen von der in Bremen digital stattgefundenen EKD-Synode  zur Ratsvorsitzenden der EKD gewählt. Sie folgt auf Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der nicht für eine weitere sechsjährige Amtszeit kandidierte. Seit November 2015 war Annette Kurschus bereits stellvertretende Vorsitzende des Rates der EKD.

Die erste Frau als EKD-Ratsvorsitzende war von 2009 bis 2010 Landesbischöfin Margot Käßmann. Die EKD ist eine Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen. 20,2 Millionen evangelische Christinnen und Christen in Deutschland gehören zu einer der 13.200 Kirchengemeinden.




Kein einfacher Weg – Integration von russischsprachigen Adventisten in Deutschland

Pastor Lothar Wilhelm, damals Präsident der Adventisten in Nordrhein-Westfalen, habe als erster Leiter der Freikirche in Deutschland verstanden, dass gelungene Integration nicht nur in der Kenntnis der deutschen Sprache bestehe, sondern tiefer gehe. Ihm wäre bewusst geworden, dass Russischsprachige etwas von ihrer alten Heimat brauchen, damit sie sich hierzulande wohl und angenommen fühlen.

Integration sei mehr als nur die Aufforderung zum Erlernen der deutschen Sprache, betonte Khiminets. Dazu gehöre auch „Akzeptanz, Trost sowie die Predigten und Lieder, die sie in aus ihrer verlassenen Heimat kannten“. Die russlanddeutschen Adventisten wuchsen in zwei Kulturen auf. Sie übernahmen deutsche Traditionen und Glaubensüberzeugungen von ihren Vorfahren, aber die osteuropäisch-asiatische Umgebungskultur beeinflusste ebenfalls ihren Glauben und ihre Weltanschauung. Dennoch sei es der Freikirche im Laufe der Jahre trotz mancher Spannungen gelungen, bei der Integration voranzukommen, so Khiminets.

Es begann in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen sei zuerst mit Kongressen für russischsprachige Gemeindemitglieder begonnen worden. Dabei konnten sie die Verkündigung ihrer Prediger hören, und zwar mit ihrem Temperament und den speziellen Beispielen, die nur Russlanddeutsche verstehen könnten. Sie brauchten den Gesang, den sie viele Jahrzehnte lang gehört haben, während sie in der Zeit ihrer Verfolgung durch den Staat Gott verehrten. Die Freikirche begann auch die ersten russlanddeutschen Pastoren anzustellen, berichtet Khiminets. Diese predigten auf Deutsch, hatten aber die Möglichkeit, am Samstagnachmittag den Gottesdienst auf Russisch für diejenigen zu halten, denen es nicht so leichtfiel, die theologischen Begriffe auf Deutsch zu verstehen. Der Freikirchenleitung sei dabei bewusst geworden, dass in Deutschland etwa sechs Millionen russischsprachige Menschen leben, die mit der Botschaft des Evangeliums erreicht werden sollten.

Es seien verschiedene evangelistische Projekte ins Leben gerufen worden, etwa Fernbibelkurse und die Zeitschrift Vechnoe sokrovische (Ewiger Schatz). Auch wurde der Verlag ChriSTA-Medien GmbH gegründet, damit russischsprachige Gemeindemitglieder russischsprachige Bibel-Studienhefte und missionarische Literatur in einer Sprache bestellen konnten, die sie leichter verstehen. Inzwischen ist ChriSTA-Medien eine Abteilung des Advent-Verlags, Lüneburg. Eingeführt wurden auch mehrtägige evangelistische ChriSTA-Camps für Adventisten mit ihren Freunden.

Heute gebe es laut Khiminets in Deutschland etwa vier Dutzend russischsprachige Pastoren. Auch das sei ein Teil der Integration, zumal hierzulande etwa 5.000 russischsprachige Adventisten lebten.

Keine Separation

Wer die Meinung vertrete, dass es bei der Integration nur um die Beherrschung der deutschen Sprache gehe, könne den Eindruck gewinnen, dass durch die Angebote der Freikirche für Russlanddeutsche die Menschen nicht integriert würden, sondern sich eher von diesem Ziel durch Separation entfernten. Doch der Eindruck täusche, betonte Khiminets. Etwa 98 Prozent aller russischsprachigen Gemeindemitglieder in Deutschland würden an Gottesdiensten teilnehmen, die auf Deutsch gehalten werden. Die Jugendlichen russischsprachiger Familien beteiligten sich in der Kinder- und Jugendarbeit ihrer Ortsgemeinden in deutscher Sprache.

Zur Person

Dr. theol. Pavlo Khiminets war 25 Jahre Pastor in Sibirien, Kasachstan und der Ukraine in der ehemaligen Sowjetunion. Er studierte in der früheren DDR am damaligen Theologischen Seminar Friedensau bei Magdeburg und an der Andrews University in Michigan/USA. 2004 promovierte er an der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg. Er ist Chefredakteur der russischsprachigen Zeitschrift Vechnoe sokrovishe und war lange Jahre Leiter von ChriSTA-Medien in Lüneburg.




Neues Ausbildungskonzept „TrainerIn Prävention und Gesundheit“ von DVG und Gesundheitsnetzwerk Waldfriede vorgestellt

Das Ziel der Ausbildung sei vor allem der „Kompetenzerwerb von Wissen, Methodik und Haltung“, so Gerlinde Alscher und Benjamin von Albert. Zudem sollen die Teilnehmenden befähigt werden, selbstständig Gesundheitstrainings zu konzipieren, durchzuführen und auszuwerten. Dadurch sollen sowohl Prävention und Gesundheit als auch „ganzheitliches Wohlbefinden, Stärkung der Persönlichkeit und Chancengleichheit“ gefördert werden, so Alscher und von Albert.

Ablauf der Ausbildung

Um dies Ziele zu erreichen, baut sich die Ausbildung aus sieben Blockseminaren auf, die über zwölf Monate verteilt sind. Dabei kämen Präsenz- als auch in Live-Online-Lernmethoden zum Einsatz.
Laut Alscher und von Albert solle dabei vor allem auf den „Dreiklang zwischen Input, Übung und Transfer“ geachtet werden, damit alle Teilnehmenden die nötigen Handlungskompetenzen erwerben könnten. Grundpfeiler des Ausbildungskonzepts seien Alltagsrelevanz, Anwendbarkeit und Aktualität. Es werde dabei eine persönliche Lernatmosphäre geschaffen, die von Anerkennung, Humor und Wertschätzung geprägt sei.

Perspektiven nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sollen die Absolventen ihre erworbenen Fähigkeiten vielseitig anwenden können. Alscher und von Albert nennen als Beispiele den Einsatz als TrainerIn in Beruf, Kirche und Verein oder für die innerbetriebliche Fort- und Weiterbildung. Außerdem sollen die erworbenen Kompetenzen „ein solides Fundament eine weitere Profilschärfung“ bilden. Der DVG biete hierzu themenspezifische Weiterbildungen auf den Gebieten der psycho-sozialen Gesundheit, Seelsorge, Ernährung und Bewegung sowie Stresskompetenz und Resilienz an.

Weitere Infos dazu gibt es auf der Website des DVG www.dvg-online.de. Zudem sollen am 18. November 2021 und 27. Januar 2022, jeweils um 19–20 Uhr Online-Infoabende über Zoom stattfinden.

Deutscher Verein für Gesundheitspflege e. V.

Seit 1899 fördert der DVG die Gesundheit auf Basis eines ganzheitlichen Menschenbildes in den Bereichen körperliche Gesundheit, geistig-seelische Gesundheit, soziale Beziehungen und spirituelles Leben. Er wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland getragen.

Gesundheitsnetzwerk Waldfriede

Das Gesundheitsnetzwerk Waldfriede (Berlin) besteht aus dem gleichnamigen Krankenhaus, das 1920 gegründet wurde, einer Tagesklinik, einer Sozialstation, einer Akademie, der Servicegesellschaft und dem Seniorenhaus Waldfriede, dem Gesundheitszentrum und dem Schwimmbad PrimaVita, der Privatklinik Nikolassee und dem Desert Flower Center Waldfriede.

Nähere Informationen unter www.krankenhaus-waldfriede.de/ueber-uns/gesundheitsnetzwerk-waldfriede.




Nonstop-Lesen bis zum Reformationstag: Bibelmarathon in Worms gestartet

Die Lesungen finden nahe des großen Reformationsdenkmals auf dem Lutherplatz statt, auch nachts. Veranstalter ist die Adventgemeinde Worms, deren Pastor, Abraham Rangel-Flores, die Idee zu dieser integrativen, multikulturellen Veranstaltung hatte: „Jeder Bürger der Stadt Worms und Umgebung ist herzlich eingeladen, das Wort Gottes mitzuhören oder mitzulesen“, so Rangel-Flores. Es sei auch möglich, die Bibel in verschiedenen Sprachen zu lesen.

Aufmerksamkeit für die Bibel

Den Anfang machte Rabbiner Jochanan Guggenheim, der die jüdischen Gemeinden in Mainz und Worms betreut. Er las das erste Kapitel der Bibel im ersten Buch Mose auf Hebräisch. Ziel der Veranstaltung ist es, der Bibel zu verstärkter Aufmerksamkeit zu verhelfen. Die Heilige Schrift bildete auch für den Reformator Martin Luther die Grundlage, auf die er sich berief, als er am 18. April 1521 auf dem Wormser Reichstag den Widerruf seiner Schriften verweigerte. Die Stadt Worms gedenkt dieses Ereignisses mit einem umfangreichen Programm.

 Zum Veranstalter

Die Siebenten-Tags-Adventisten sind eine evangelische Freikirche, die aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervorging. In der Bundesrepublik Deutschland sind knapp 35.000 Mitglieder in 552 Kirchengemeinden organisiert. Weltweit gibt es über 20 Millionen Mitglieder, die am Samstag, dem biblischen Ruhetag, ihre Gottesdienste feiern. Weitere Informationen: www.bibelmarathon-worms.de




Die Flutkatastrophe ist noch lange nicht bewältigt

Fast sechs Millionen Euro Spendengelder verteilt

Bis Ende September habe ADRA Deutschland fast sechs Millionen Euro Spendengelder an Kindergärten, Schulen, Heime, Vereine und Haushalte im Katastrophengebiet weitergegeben. Als Erstes seien vom Hilfswerk Initiativen und Einrichtungen unterstützt worden, die sich um die betroffenen Menschen kümmerten und bei den Aufräumarbeiten halfen. Dazu habe sich ADRA eng mit den Kommunen und Krisenstäben abgestimmt. Gemeinsam mit anderen Organisationen erhalten 500 bäuerliche Haushalte zum Wiederaufbau ihrer Betriebe finanzielle Hilfe.

Auch karitative Einrichtungen bekommen Unterstützung. Dazu zählten unter anderem Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche sowie Angebote für Seniorinnen und Senioren.

Zusammenhalt stärken

Die Menschen, die alles verloren haben, seien traumatisiert. „Wir hören den Regen jetzt anders“, sagte ein Anwohner, der die Flutnacht wohl nie vergessen wird, einem ADRA-Mitarbeiter. Ein Teil der Katastrophenhilfe sei deshalb auch für die seelische Betreuung und die Stärkung des Zusammenhalts gedacht.

Ältere Menschen seien von der Katastrophe besonders hart getroffen. Sie seien weniger mobil. Einsamkeit und soziale Isolation verschärften die Situation. Daher unterstütze ADRA seelsorgerische Besuche und psychosoziale Betreuung. Zusätzlich würden Projekte unterstützt, die den sozialen Zusammenhalt stärken, zum Beispiel eine allabendliche Mahlzeit für die Einwohner von Schweinheim, einem Ortsteil von Euskirchen, der durch das Hochwasser stark getroffen wurde. Das gemeinsame Abendessen helfe bei der Verarbeitung der Flutkatastrophe, so ADRA.

ADRA Deutschland e. V.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungsorganisation. ADRA Deutschland e.V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. ADRA Deutschland ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen ADRA-Büros und Gründungsmitglied der „Aktion Deutschland Hilft“. Weitere Informationen zu ADRA Deutschland: www.adra.de.




Allianz-Gebetswoche 2022 zum Thema „Sabbat – Leben nach Gottes Rhythmus“

„Sabbat – Gottes verschmähtes Geschenk?“

Zur AGW gibt es ein Vorbereitungsheft, das für jeden Tag einen der folgenden Aspekte des Sabbats anhand von Bibeltexten thematisiert: Identität, Versorgung, Ruhe, Barmherzigkeit, Erinnerung, Freude, Großzügigkeit und Hoffnung. Als vorbereitende Lektüre wird der Artikel „Sabbat – Gottes verschmähtes Geschenk?“ aus der christlichen Zeitschrift Aufatmen, (Ausgabe 3/2021), empfohlen, die im Bundes-Verlag, Witten, erscheint. Er kann unter https://www.allianzgebetswoche.de/fileadmin/user_upload/Dr.Schaeffer_Sabbat__AUFATMEN_3-2021.pdf kostenlos heruntergeladen werden. Autor ist Dr. Raffael Schäffer (Bensheim), ein Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die seit ihrer Gründung 1863 den biblischen Sabbat am Samstag feiert und eine ausführliche Sabbat-Theologie entwickelt hat.

Das gesamte AGW-Material kann auf der Website www.allianzgebetswoche.de bestellt oder heruntergeladen werden. Auf der Webseite finden sich Ideen und Impulse zur Gestaltung der Gebetswoche, beispielsweise die Beschreibung eines traditionellen Sabbat-Essens in Jerusalem.

An der Allianz-Gebetswoche beteiligen sich an vielen Orten Deutschlands Kirchengemeinden verschiedener protestantischer Konfessionen.

Evangelische Allianz in Deutschland

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) mit Sitz in Bad Blankenburg (Thüringen) ist ein eingetragener Verein, dem sich ein Netzwerk von Christen und Organisationen aus verschiedenen protestantischen Kirchen und Gemeinschaften zugehörig fühlt. Die theologische Basis der Allianz ist das biblische Zeugnis von der Erlösung der Menschen durch Jesu Tod und Auferstehung. Zum Netzwerk der EAD gehören ca. 1000 örtliche Allianzkreise, in denen sich Christen aus verschiedenen lokalen Gemeinden und Organisationen, aus Landes- und Freikirchen sowie christlichen Gruppen und Werken treffen, um vor Ort zusammenzuarbeiten. Arbeitsfelder der Allianzmitglieder sind diakonische, pädagogische, publizistische und missionarische Aktivitäten in mehr als 370 Einrichtungen. Die EAD ist Mitglied der weltweiten Evangelischen Allianz, die mit 600 Mio. Mitgliedern in 129 Ländern international die größte kirchliche Vereinigung nach der Katholischen Kirche ist. Die Evangelische Allianz wurde 1846 als weltweiter Verbund in London gegründet. Damit ist sie die am längsten bestehende gemeindeübergreifende Verbindung evangelischer Christen.




Theologische Hochschule Friedensau verleiht 40 Absolventen akademische Grade

In der Gastfreundschaft werde der Furcht gegenüber dem Fremden mit dem Motiv der Liebe begegnet. „Gastfreundschaft ist gelebte Fürsorge dem Nächsten gegenüber“, stellte Sigg heraus. Er ermutigte die Absolventinnen und Absolventen, offen zu sein für Andere sowie selbst nicht Fremde, sondern Gäste zu sein und zu bleiben.

Bachelor- und Mastergrade verliehen

Insgesamt wurden 40 Studierende aus 14 Ländern in den Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen graduiert. Dr. Alexander Schulze, Dekan des Fachbereichs Theologie, übergab Urkunden an 5 Bachelor- und 5 Master-Absolventinnen und Absolventen in Theologie sowie an 12 Master of Theological Studies-Absolventen und einen Absolventen des Spätberufenenprogramms. Professor Dr. Thomas Spiegler, Dekan des Fachbereichs Christliches Sozialwesen, übergab 4 Bachelor-Urkunden in Soziale Arbeit. Master-Urkunden erhielten 3 Graduierte in Counseling (Beratung), ein Graduierter in Sozial- und Gesundheitsmanagement sowie 9 in International Social Sciences. Mehrere Studierende der Fachbereiche wurden in Abwesenheit graduiert.

Besondere Auszeichnungen für Studierende

Dekan Schulze verlieh den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an John Okpechi. Er erhält die mit 1.000 Euro dotiere Auszeichnung als ausländischer Studierender für hervorragende Leistungen. Den Preis des Fördervereins Freundeskreis Friedensau International erhielt Vivian Groß für ihr soziales Engagement und ihre akademische Leistung.

Studienjahresbeginn an der Theologischen Hochschule Friedensau

Das Wintersemester 2021/22 wurde bereits am 4. Oktober durch den Rektor der Hochschule, Professor Dr. Roland Fischer eröffnet. Nach Angaben der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der ThHF begannen 52 Studierende ihr Studium im B.A.-Studiengang Theologie sowie in den Masterstudiengängen International Social Sciences, Musiktherapie, Counseling, im deutsch- und englischsprachigen Studiengang Theologie sowie im Kurs ‚Deutsch als Fremdsprache‘. Die neuen Studierenden kommen aus 23 verschiedenen Ländern: Äthiopien, Angola, Belgien, Brasilien, Burundi, Deutschland, Frankreich, Ghana, Indien, Iran, Irland, Kamerun, Kongo, Kuba, Nepal, Nigeria, Tansania, Ruanda, Schweiz, Spanien, Syrien, Tschechien und den USA.

Zeitgleich starteten 16 Teilnehmer von „1Year4Jesus“. Dies ist ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), das jungen Menschen nach ihrem Schulabschluss die Möglichkeit eröffnet, sich sozial-diakonisch und missionarisch in lokalen Projekten, aber auch überregional zu engagieren. Erste theoretische und praktische Grundlagen erhalten sie an der Theologischen Hochschule Friedensau.

Außerdem gab es am 9. Oktober den traditionellen Gottesdienst zum Studienjahresbeginn, sowie ein Nachmittagskonzert mit dem „In Motion Trio“. Die Musiker Heike Wetzel, Wolfgang Zerbin und Helmut Kandert interpretierten einen Instrumental-Mix mit Elementen von Klassik bis Jazz.

Studium in Friedensau

Die 1899 gegründete Friedensauer Bildungsstätte ist seit 1990 eine staatlich anerkannte Theologische Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen leben in Friedensau. Studieninteressierte können sich zu Schnuppertagen anmelden und das Leben im Hörsaal und auf dem Campus kennenlernen. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de




30.000 Liter mit Mikroorganismen gegen Schimmel in Hochwassergebieten ausgegeben

Nach dem Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hilft ADRA bei den Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau. Seit Anfang September unterstützt das Hilfswerk die Geschädigten zusätzlich durch die Verteilung effektiver Mikroorganismen. Diese dienen dazu, überschwemmte Flächen im Innen- und Außenbereich wieder nutzbar zu machen. Durch das Auftragen von EM können Giftstoffe neutralisiert und Geruchsbildung bekämpft werden. So werden Häuser wieder bewohnbar und Außenflächen erneut nutzbar. Die Abgabe der effektiven Mikroorganismen erfolgt laut ADRA kostenlos an Privathaushalte. In Schulungen wird über die richtige Anwendung und Dosierung der flüssigen EM informiert.

Effektive Mikroorganismen

Bei EM handelt es sich um eine Mischung verschiedener mikroskopisch kleiner Lebewesen. Auf verunreinigte Flächen aufgetragen neutralisieren sie gesundheitsschädliche Fäulnis- und Geruchsbakterien. Die EM kommen ohne Chemie aus und sind zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Effektive Mikroorganismen wurden schon in der Vergangenheit bei den Hochwassern an Oder und Elbe erfolgreich eingesetzt.

Unterstützt wird ADRA Deutschland bei der Bereitstellung von effektiven Mikroorganismen durch das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen „Aktion Deutschland Hilft“ sowie EMIKO Handelsgesellschaft mbH und EM e.V.

Eine Liste der Verteilstellen kann bei https://adra.de/wp-content/uploads/2021/10/EM_Ausgabestellen_Info-fuer-extern_27.09.21.pdf heruntergeladen werden.

ADRA Deutschland e. V.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungsorganisation. ADRA Deutschland e.V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. ADRA Deutschland ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen ADRA-Büros und Gründungsmitglied der „Aktion Deutschland Hilft“. Weitere Informationen zu ADRA Deutschland: www.adra.de.




Eine Zukunft für das Bergheim Mühlenrahmede

Die Corona-Pandemie und die daraus folgenden Beschränkungen für das Beherbergungsgewerbe haben zu finanziellen Einbußen des Bergheims Mühlenrahmede geführt. Zudem sind für Sanierungsarbeiten, die aufgrund von Brandschutzauflagen nötig sind, in den kommenden Jahren größere Investitionen erforderlich. Deshalb sah sich der bisherige Betreiber, die Landeskörperschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in NRW, nicht in der Lage, den Betrieb des Bergheims Mühlenrahmede über das Jahr 2021 hinaus fortzuführen. Durch die Gründung der neuen gemeinnützigen Betreibergesellschaft Bergheim Mühlenrahmede gGmbH ist der Weiterbetrieb der Tagungsstätte bis auf Weiteres gewährleistet. Zum Geschäftsführer der Betreibergesellschaft wurde Marc Krätzig berufen, der auch zusammen mit seiner Ehefrau Judith die Tagungsstätte leitet. Aus einem Rundschreiben der Betreibergesellschaft geht hervor, dass bereits ein Businessplan für die Jahre 2022–2026 erarbeitet worden sei, der auch „Ideen zur Verbesserung der Attraktivität und der wirtschaftlichen Situation“ verwirklichen solle. Die Landeskörperschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in NRW teilte ebenfalls in einem Rundschreiben mit, dass sie das Bergheim weiterhin für ihre Veranstaltungen wie Seminare, Jugendfreizeiten, Frauen- und Männerwochenenden etc. buchen würde. Das Grundstück, auf dem das Bergheim Mühlenrahmede steht, gehört dem Norddeutschen Verband der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und wird von diesem gepachtet.

Unterstützer gesucht

Die neue Betreibergesellschaft wird von einem Unterstützerkreis aus adventistischen Kirchenmitgliedern getragen und ist an Spenden und an ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen interessiert. Aufgrund ihrer Gemeinnützigkeit darf sie Spendenbescheinigungen ausstellen. Nähere Informationen gibt es unter https://bergheim-muehlenrahmede.de/unser-freundeskreis/

Weitere adventistische Tagungsstätten in Deutschland

Neben den kircheneigenen Einrichtungen Gästehaus Friedensau (bei Magdeburg), Freizeitheim Diepoldsburg (Bissingen/Teck) und Haus Schwarzwaldsonne (Freudenstadt) gibt es außer künftig dem Bergheim Mühlenrahmede weitere Tagungsstätten, die von adventistischen gemeinnützigen Förderkreisen getragen werden: die Begegnungsstätte Sonnenhof, Dresden; die Wachtelburg (Christliches Jugendzentrum und Begegnungsstätte), Werder/Havel in Brandenburg; das Freizeitheim und Jugendbildungsstätte Unterhain/Königsee in Thüringen sowie der Waldpark (Christliches Haus für Freizeit, Bildung und Begegnung e. V.), Leubsdorf in Sachsen.

Über das Bergheim Mühlenrahmede

Das Bergheim Mühlenrahmede ist eine Erholungs- und Tagungsstätte im Sauerland, zwischen Altena und Lüdenscheid gelegen. Das nikotin- und alkoholfrei geführte Haus verfügt über 104 Betten, drei Tagungs- und Seminarräume, einen großen Tagungssaal, Kinderspielzimmer und eine große Freizeit- und Sportanlage mit Fußball- und Volleyballfeld, Schwimmbad, Spielplatz, Tiergehege und Lagerfeuerstelle. Weitere Informationen zum Haus: www.bergheim-muehlenrahmede.de.




Ein Kämpfer bis zuletzt - Erinnerungen an Ludwig Baumann zu seinem 100. Geburtstag

Die Dokumentation Erinnerung an Ludwig Baumann zum 13. Dezember 2021, seinem 100. Geburtstag, greift Facetten des Abschieds von ihm auf und versucht, in zusammenfassender Rückschau zu vermitteln, welche Resonanz sein Wirken gehabt hat. Neben der Fülle öffentlicher Zeugnisse und dem persönlichen Abschiednehmen hat sein Tod auch gänzlich unerwartete behördliche Reaktionen ausgelöst, die zu Widerspruch aufgerufen und damit politische Reflexionen angestoßen haben. Ludwig Baumann hat damit noch über seinen Tod hinaus zugunsten überlebender NS-Opfer gewirkt.

Als Fahnenflüchtiger zum Tode verurteilt

Ludwig Baumann wurde am 13. Dezember 1921 in Hamburg-Dammtor geboren. Er absolvierte eine Maurerlehre und leistete den Reichsarbeitsdienst beim Deichbau in Ostpreußen ab. Im Februar 1941 erfolgte die Einberufung zur Kriegsmarine in Belgien und ab Juni 1941 wurde er als Wachsoldat einer Hafenkompanie in Bordeaux/Frankreich eingesetzt. Am 3. Juni 1942 desertierte er zusammen mit einem Kameraden, weil er erkannt habe, dass Deutschland einen „verbrecherischen, völkermörderischen Krieg“ führte. Am Tag der Desertion verhafteten ihn deutsche Grenzposten. Am 30. Juni 1942 wurde er wegen „Fahnenflucht im Felde“ zum Tod verurteilt. Davon, dass das Todesurteil in eine zwölfjährige Zuchthausstrafe umgewandelt wurde, erfuhr Baumann erst nachdem er zehn Monate in Todesangst in der Todeszelle eines Wehrmachtsgefängnisses verbracht hatte. Der „Begnadigte“ kam ins KZ Esterwegen im Emsland und danach ins Wehrmachtsgefängnis Torgau. Er überlebte verwundet den Einsatz in einem Strafbataillon, in der sogenannten Bewährungstruppe 500, in besonders gefährdeten Abschnitten an der Ostfront.

Nach Heimkehr aus Kriegsgefangenschaft geächtet

Nach der Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft hatte er es schwer in einer Gesellschaft, in der Deserteure noch immer als „Feiglinge“ geächtet wurden. 1990 gründete er mit etwa 40 noch lebenden Wehrmachtdeserteuren sowie einigen engagierten Wissenschaftlern und Historikern die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz. Ziel der Vereinigung war eine Aufhebung der Unrechtsurteile gegen Deserteure, „Wehrkraftzersetzer“, „Kriegsverräter“, Selbstverstümmler und andere Opfer der NS-Militärjustiz durchzusetzen, sowie deren vollständige Rehabilitierung. Was als Tabubruch und Provokation begann, führte nach beharrlichem Kampf zu einer konstruktiven gesellschaftlichen Debatte und der sehr späten gesetzlichen Rehabilitierung: Das NS-Unrechtsaufhebungsgesetz von 1998 rehabilitierte Kriegsdienstverweigerer und Wehrkraftzersetzer, das erste Ergänzungsgesetz 2002 pauschal homosexuelle NS-Opfer und die Deserteure der Wehrmacht, das zweite NS-Unrechtsaufhebungsgesetz 2009 schließlich auch die wegen Kriegsverrats verurteilten Opfer der NS-Militärjustiz.

„Ein Beitrag für den Frieden“

Insgesamt seien laut der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz während des Zweiten Weltkrieges über 30.000 Deserteure zum Tod verurteilt und davon rund 23.000 hingerichtet worden. Mehr als 100.000 von der NS-Militärjustiz verurteilte Soldaten hätten KZ, Straflager und Strafbataillon nicht überlebt. Erst in seinem Grundsatzurteil vom 16. November 1995 habe der Bundesgerichtshof die Wehrmachtjustiz als eine „Blutjustiz“ gebrandmarkt, „deren Richter sich wegen Rechtsbeugung in Tateinheit mit Kapitalverbrechen hätten verantworten müssen“. Doch nicht einer der Wehrmachtrichter sei in der Bundesrepublik Deutschland jemals bestraft worden. Baumann zeigte sich davon überzeugt, dass auch heute Kriegsverrat „ein Beitrag für den Frieden und eine gerechtere Welt“ wäre.

Auch Kriegsdienstverweigerer gingen in den Tod

Zu den Opfern der NS-Militärjustiz gehöre auch die Gruppe der Kriegsdienstverweigerer, die bereit gewesen sei, für ihre Überzeugung keine Waffe in die Hand zu nehmen, in den Tod zu gehen, betonte Holger Teubert, früherer Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. August Dickmann sei als erster deutscher Kriegsdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg am 15. September 1939 öffentlich hingerichtet worden. Er war Zeuge Jehovas.

Nach Angaben von Historikern wurden bis 1945 etwa 250 deutsche und österreichische Zeugen Jehovas vom Reichkriegsgericht wegen Kriegsdienstverweigerung zum Tode verurteilt und in der Regel durch das Fallbeil getötet. Namentlich seien elf römisch-katholische und drei Kriegsdienstverweigerer aus evangelischen Landeskirchen bekannt, die im Zweiten Weltkrieg zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Aus den evangelischen Freikirchen wurden wegen Kriegsdienstverweigerung neun Siebenten-Tags-Adventisten, ein Baptist und ein Mitglied der Gemeinschaft der Christadelphian hingerichtet, so Teubert.

Gedenkstätte für Kriegsdienstverweigerer in Hamburg

Ein Denkmal für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz wurde am 24. November 2015 in Hamburg zwischen Stephansplatz und Dammtor eingeweiht. „Das Umdenken kam spät. Nicht zu spät, aber doch beschämend spät“, betonte der damalige Erste Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz in seiner Ansprache. Für Ludwig Baumann sei dennoch „ein später Traum in Erfüllung“ gegangen.

Der Dokumentationsband „Ludwig Baumann: Ein Kämpfer bis zuletzt“ kann als PDF-Datei im Internet heruntergeladen werden: http://upgr.bv-opfer-ns-militaerjustiz.de/uploads/Dateien/Stellungnahmen/LBKaempferbiszuletzt202108.pdf

Informationen zur Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz unter www.bv-opfer-ns-militaerjustiz.de.




Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen tagte live in Pforzheim

Der Mitgliederversammlung direkt vorausgegangen war ein Studientag zum Thema „Abendmahl/Eucharistie – alles neu in Corona-Zeiten?“. Dabei stellten Theologieprofessorinnen und -professoren nicht etwa die Positionen ihrer eigenen Konfession vor, sondern die anderer Kirchen. So ging etwa die römisch-katholische Theologin Dorothea Sattler auf die evangelisch-freikirchliche Sicht ein, der altorientalische Theologe Hacik Rafi Gazer auf die evangelisch-landeskirchlichen und die altkonfessionellen Perspektiven. Werner Klän von der Selbständig Evangelisch-Lutherischen Kirche präsentierte die orthodoxe und altorientalische Position. Die Methodistin Ulrike Schuler untersuchte die Sicht katholischer und apostolischer Kirchen.

Neues Mitglied der ACK: Bund Freier evangelischer Gemeinden

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG) ist das 18. Vollmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes wurde die Aufnahme am Abend des 29. September feierlich vollzogen. Der Vorsitzende der ACK, Erzpriester Radu Constantin Miron, hieß das neue Mitglied herzlich willkommen, Präses Ansgar Hörsting dankte für die erlebte Gemeinschaft. Der BFeG vertritt bundesweit rund 43.000 Christinnen und Christen. Der ACK hatte er schon seit deren Gründung als Gastmitglied angehört.

Im Rahmen der ACK-Mitgliederversammlung wurde zudem über den Ökumenischen Tag der Schöpfung im kommenden Jahr beraten. Auf reges Interesse stieß die neue Pilgerweg-App der ACK. Sie lädt Nutzerinnen und Nutzer dazu ein, sieben Wochen lang mindestens täglich eine halbe Stunde Zeit für sich unterwegs zu gestalten. Außerdem befasste sich die Versammlung unter anderem mit den Planungen zum 102. Katholikentag in Stuttgart 2022, der aktuellen Entwicklung des interreligiösen Projekts „Weißt du, wer ich bin?“ sowie Berichten aus den Mitgliedskirchen.

ACK Deutschland

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) repräsentiert etwa 50 Millionen Christen in Deutschland, ihr gehören 18 Kirchen an, weitere sieben Kirchen sind Gastmitglieder, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die Mitgliederversammlung, die zweimal im Jahr zusammenkommt. Weitere Informationen: www.oekumene-ack.de




Bundestagswahl: zweistellige Gewinne für SPD und Grüne in Friedensau

Zweitstimme: SPD und Bündnis90/Die Grünen legen deutlich zu
Für die SPD stimmten mit der Zweitstimme 36,2 Prozent der Friedensauer Wählerinnen und Wähler, für Bündnis90/Die Grünen 22,9 Prozent. Ganz im Bundestrend legten SPD und Grüne gegenüber der letzten Bundestagswahl vor vier Jahren um 11,2 bzw. 12,5 Prozentpunkte zu. Die CDU erlangte 23,8 Prozent, ein Verlust von 25 Prozentpunkten. Die FDP erhielt 5,7 Prozent, auf DIE LINKE entfielen 2,9 Prozent sowie auf die FREIEN WÄHLER 1,9 Prozent der Zweitstimmen. Für die „Alternative für Deutschland“ (AfD) stimmten 6,7 Prozent der Wähler.

Erststimme: Dr. Franziska Kersten (SPD) vorne
Von den Direktkandidaten erlangte im zu Friedensau gehörenden Wahlkreis „67 – Börde/Jerichower Land“  Dr. Franziska Kersten (SPD) 26,2 Prozent der Erststimmen, gefolgt von Gerry Weber mit 25 Prozent. Für die restlichen Kandidaten gab es folgende Stimmverteilung: DIE LINKE 8,7 Prozent, GRÜNE 4,2 Prozent, FDP 8,1 Prozent sowie AfD 20,3 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag in Friedensau bei 62,8 Prozent; das sind fast 4,2 Prozent weniger als vor vier Jahren und deutlich weniger als der Bundesdurchschnitt von 76,6 Prozent.

Wahlkreis Börde-Jerichower Land
Damit entschieden sich die Friedensauer Wähler diesmal etwas anders als im gesamten Wahlkreis 67 (Börde-Jerichower Land), zu dem die Ortschaft Friedensau gehört. Im Wahlkreis liegt die SPD mit 26,6 Prozent der Stimmen an der Spitze, gefolgt von den Parteien CDU (22,3 Prozent), AfD (20,1 Prozent), DIE LINKE (8,5 Prozent), FDP (9,2 Prozent), GRÜNE (4,9 Prozent) und Sonstige (8,4 Prozent).

Friedensau bei Magdeburg
Der von Siebenten-Tags-Adventisten 1899 gegründete Ort Friedensau, etwa 30 Kilometer östlich der Landeshauptstadt Magdeburg gelegen, zählt 267 Wahlberechtigte. Seit 1920 eine eigenständige politische Gemeinde, wurde Friedensau 2002 in die Stadt Möckern eingemeindet. Die Ortschaft ist Standort der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit den Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen.

Weitere Informationen: www.friedensau.de.




Fernsehsender HopeTV vor Ort in Münchener Kirchengemeinden

Hope Sabbat
Zweimal im Jahr gehörten diese Hope-Sabbate zu den Highlights für das HopeTV-Team, so Paulin Giurgi, Vorstand Kommunikation und Marketing von Hope Media Europe e.V.. „Wir freuen uns, mit einem bunten Programm für Jung und Alt, die Zuschauer und Zuhörer unserer Programme und Teilnehmer der Fernkurse in den jeweiligen Regionen zu treffen.“

Vielschichtiges Angebot
Bei der streng nach der 3G-Regelung durchgeführten Veranstaltung am Nachmittag stellte das Team in Art und Weise der beliebten Sendereihe „Die Bibel – das Leben“ die einzelnen Säulen des Mediendienstes Hope Media vor. Dazu gehören das Hope-Bibelstudieninstitut, das bereits seit 1948 die unterschiedlichsten Glaubensfernkurse kostenlos anbietet und mit insgesamt 7 Mitarbeitenden betreut.

Die Hope-Hörbücherei wurde 1964 als Blindenhörbücherei der Stimme der Hoffnung ins Leben gerufen. Heute betreut sie über 630 Blinde und sehbehinderte Menschen mit Hörbüchern, Zeitschriften und gelesenen Andachten.

Im März 2009 ging der 24-Stunden-Fernsehkanal unter dem Namen Hope Channel deutsch an den Start. Seitdem sendet der zur internationalen Hope Channel-Senderfamilie gehörende Sender rund um die Uhr. Zum 10-jährigen Jubiläum wurde der Name in HopeTV geändert, da ein Jahr zuvor die Marke „Hope Media“ als Name für alle Angebote des Medienzentrum in Alsbach-Hähnlein eingeführt wurde. Heute ist HopeTV deutschlandweit im Kabelnetz, per Satellit und im Internet zu empfangen.

Persönlicher Austausch mit Team von Hope Media
Nach der Vorstellung der einzelnen Bereiche und Projekte von Hope Media waren die Anwesenden eingeladen, das Präsentierte in Form eines lockeren Quiz wiederzugeben. Aus vier Gruppen gewann diejenige Gruppe mit der höchsten Durchschnittsziffer der richtigen Antworten. Als Preis gab es für jeden Teilnehmer der Gewinnergruppe eine Hope Tasse. Beim ausgiebigen Kuchenbuffet standen die Team-Mitglieder von Hope-Media anschließend den Fragen und Anliegen der Besucher bereitwillig Rede und Antwort.

Hope Media Europe e.V.
Als einer der ersten christlichen Radiosender in Deutschland, nahm die Stimme der Hoffnung e.V. im Jahr 1948 ihre Arbeit auf. Heute kann Hope Media Europe auf über 72 Jahre zurückblicken. Inzwischen ist daraus ein modernes Medienzentrum in Alsbach-Hähnlein bei Frankfurt am Main geworden.

Weitere Informationen zu Angeboten von Hope Media unter: https://hopemedia.eu/.




Orientierungshilfe „Pfingstbewegung und Charimatisierung“

Die Orientierungshilfe gibt zunächst einen Überblick über die historische Entwicklung und verschiedene Ausprägungen der Pfingstbewegung sowie über bereits bestehende ökumenische Beziehungen. Theologische Grundsatzfragen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die sich im Dialog mit den Pfingstkirchen ergeben, werden ebenso beleuchtet wie Praktiken des sozialen und politischen Engagements. Zahlreiche Fallbeispiele aus aller Welt führen vor Augen, dass die Pfingstbewegung trotz ihrer globalen Ausbreitung kein einheitliches Phänomen ist, sondern sehr unterschiedliche kulturelle Gestalten annimmt.

„Die Orientierungshilfe eröffnet einen neuen Zugang zu pfingstlichen Kirchen und ihrer Theologie“, betonte EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber. Die rasche Ausbreitung pfingstlicher Kirchen verändere in vielen Ländern des globalen Südens und zunehmend auch in Europa die konfessionelle Landschaft. Etwa ein Viertel der weltweiten Christenheit gehöre bereits pfingstlichen oder charismatischen Gruppierungen an.

Die 287-seitige Orientierungshilfe ist als PDF-Version zum Download unter https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/pfingstbewegung_EVA_2021.pdf zu finden.




Generationen im Dialog: Weltrat der Religionsführer trifft sich in Lindau

Generationen im Dialog
In diesem Jahr stehe die Konferenz im Zeichen eines generationenübergreifenden Dialogs. Keine Diskussion, keine Vortragsreihe und kein Roundtable ohne einen Vertreter oder eine Vertreterin der jetzt noch jungen Generation. Vor Ort würden junge Menschenrechtsaktivistinnen sein, wie Alejandra Acosta aus Spanien, oder auch junge Klimaaktivistinnen, wie Vanessa Nakate aus Uganda.

Die Versammlung, gefördert vom Deutschen Auswärtigen Amt, wird hybrid organisiert: etwa 150 Personen werden in Lindau anwesend sein und virtuell werden etwa 700 Teilnehmende weltweit erwartet. Im Pressegespräch in der Lindauer Inselhalle befand Lindaus Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons „Ich finde das Motto der Veranstaltung treffend und zeitgemäß gewählt“. Die Corona-Pandemie habe überdeutlich vor Augen geführt, wie wichtig es sei, dass die Generationen miteinander im guten Dialog sind und solidarisch miteinander umgehen.“ Ulrich Schneider, Geschäftsführer der Lindauer Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft äußerte sich zufrieden darüber, dass es im Zusammenspiel mit dem Team von Religions for Peace in New York gelungen sei, auch in diesem Jahr wieder ein anspruchsvolles Programm auf die Beine zu stellen“.

Treffen religiöser und säkulärer Diplomaten
Gleich drei hochrangige Vertreter der Vereinten Nationen würden Keynote Speeches halten: die Sondergesandte für Jugend Jayathma Wickramanayake, die Sonderberaterin zur Verhinderung von Völkermord Alice Wairimu Nderitu und der Hohe Kommissar für Flüchtlinge Filippo Grandi. Auch der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, habe ebenfalls eine Keynote Speech vorbereitet.

Über 50 weitere Rednerinnen und Redner stehen im Programm, die sich in den vier Tagen der Konferenz mit Friedens- und Sicherheitspolitik, Umweltschutz und humanitärer Arbeit beschäftigen werden. Die Liste sei ebenso umfangreich wie vielfältig, so die Organisatoren. Sie alle träfen in Lindau auf die zahlreichen und einflussreichen Religionsführerinnen und Religionsführer des Weltrats von Religions for Peace, der sich dort zur Vollversammlung einfinde. Es gehe darum, so Prof. Azza Karam, Generalsekretärin von Religions for Peace, „dass religiöse und säkulare Diplomaten zusammenkommen, um gemeinsam zu sprechen, um gemeinsam zu Diensten zu sein. Und um den Unterschied wertzuschätzen, den die multireligiöse Zusammenarbeit macht.“ Das mache die Konferenz besonders.”

Diplomatischer „Runder Tisch“ (Roundtables)
In sogenannten „Diplomacy Roundtables“ würden zwei Welten aufeinandertreffen, um gemeinsam zu denken, zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Karam erklärte dazu: „In den Roundtables wird es auch um themenübergreifende Fragen und Schnittstellen unserer drei Hauptthemen gehen.“ Natürlich würden auch politische Themen angesprochen, so werde der erste „Runde Tisch“ beispielsweise zu Afghanistan stattfinden. Dabei werde es um multireligiöse Ansätze gehen.

Ring for Peace
Veranstalter ist die Lindauer Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft (kurz: Ring for Peace). Das Programm erarbeitet die bei den Vereinten Nationen akkreditierte NGO Religions for Peace. Finanziert wird die Versammlung vom Referat Religion und Außenpolitik des Auswärtigen Amts Deutschland.

Ein Großteil der Veranstaltung wird für Interessierte aus der ganzen Welt live übertragen. An ausgesuchten Workshops können registrierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch virtuell teilnehmen.

Auch in diesem Jahr wird es wieder eine spirituelle Zeremonie am sakralen Symbol von Ring for Peace geben: dem hölzernen Möbiusring im Lindauer Luitpoldpark. Dieser Ring for Peace ist das Markenzeichen der Stiftung und findet sich im Logo wieder. Zu dieser „Ring for Peace Ceremony“, die für den Abend des 5. Oktober geplant ist, werden neben den Teilnehmenden auch Bürgerinnen und Bürger aus Lindau eingeladen.

Weitere Informationen zur Tagung unter: https://gid2021.ringforpeace.org.

 




„Aktion Kinder helfen Kindern“ startet auch dieses Jahr wieder am Weltkindertag

Paketaktion für bedürftige Kinder
Bereits seit über 20 Jahren packen in ganz Deutschland Kinder, Eltern und Großeltern Weihnachtspakete für Kinder armer Familien in Ost- und Südosteuropa. In den Paketen finden sich Spiel- und Malzeug, Kleidung, Schulhefte und oft auch eine persönliche Nachricht. Mit der „Aktion Kinder helfen Kindern“ will ADRA erreichen, dass die Kinder in Deutschland Mitgefühl für Gleichaltrige in anderen Teilen der Welt entwickeln. Gleichzeitig werde einkommensschwachen Kindern, z.B. in Serbien, geholfen, so eine Pressemeldung von ADRA. „Seit dem Jahr 2000 konnten wir 678.026 Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, so ADRA-Öffentlichkeitsreferent Matthias Münz.

Weltkindertag International
Der Weltkindertag wird in über 145 Staaten der Welt beachtet, um auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder aufmerksam zu machen. Ziel des Tages ist, auf Themen wie Kinderschutz, Kinderpolitik und vor allem die Beachtung von Kinderrechten in Bewusstsein zu rücken. International gibt es kein einheitliches Datum. In über 40 Staaten, wie in China und in vielen mittel- und osteuropäischen Ländern sowie Nachfolgestaaten der Sowjetunion wird am 1. Juni der Internationale Kindertag begangen. In anderen Ländern sind es andere verschiedene Daten. In Deutschland und Österreich wird am 20. September der Weltkindertag ausgerichtet, aber auch der 1. Juni als Internationaler Kindertag gefeiert.

„Aktion Kinder helfen Kindern“
Unter dem Motto: „Teilen macht glücklich“ sind Kinder eingeladen, gemeinsam mit ihren Eltern ein Paket zu packen und dabei zu erleben, dass Schenken Freude bereitet und Teilen beide glücklich macht: Geber*in und Empfänger*in. Jedes Jahr in der Weihnachtszeit können Kinder sich an der Paket-Aktion von ADRA beteiligen und Kindern in Osteuropa Freude schenken. Und das geschieht sowohl im Elternhaus als auch in Schulen und Kindergärten.

Jedes Paket soll eine Botschaft an die Kinder sein: „Wir denken an euch. Wir wollen euch eine Freude machen. Wir meinen es gut und darum füllen wir unser Paket mit guten Sachen und schönen Geschenken. Für uns ist es ein Anstoß, die Not in anderen Teilen unserer Welt wahrzunehmen, teilen zu lernen, Verantwortung im Handeln zu übernehmen. Das ist uns sehr wichtig.“

Kinder-Projekte und Bildungsarbeit
„Dank der Paket-Aktion können auch Kinderprojekte durchgeführt werden. Aus einem Paket kann eine langfristige Hilfe für Kinder und Familien werden“, so Münz.  Schließlich hätte ADRA Deutschland e. V. auch den Bereich „Bildungsarbeit“ eingerichtet. Denn helfen könne jeder – das fange schon damit an, überhaupt über andere Menschen nachzudenken und ihre Lebenssituation verstehen zu wollen.

Alle Informationen zur Aktion unter: https://kinder-helfen-kindern.org/




DVG und Gesundheitsnetzwerk Waldfriede starten Kooperation

Laut Werner Dullinger sei die Idee einer engeren Zusammenarbeit zwischen dem DVG und dem Netzwerk Waldfriede im Vorstand der Freikirche in Deutschland entstanden. Leitlinien einer künftigen Zusammenarbeit wurden in Workshops entwickelt und von den Vereinsmitgliedern und dem Aufsichtsrat entschieden.

„Auch wenn der DVG und das Krankenhaus Waldfriede ihre Schwerpunkte in unterschiedlichen Sektoren des Gesundheitswesens haben (präventiv / kurativ), so teilt man doch die gemeinsame Philosophie eines ganzheitlichen Menschbildes und kann auf Fach- und Forschungsebene voneinander profitieren“, so Dullinger.

Neue medizinische Erkenntnisse weitergeben

Als größte Gesundheitseinrichtung der Adventisten in Europa habe sich das Krankenhaus Waldfriede vor allem in den letzten sieben Jahren auf einem hohen medizinischen Niveau weiterentwickelt, sagte Bernd Quoß. Beispielsweise nehme die Ernährungsphysiologie im Rahmen der Onkologie des Krankenhauses eine wesentliche Rolle ein, daher liege der Schwerpunkt schon seit Jahren auf dem Gebiet des Ernährungsscreenings sowie eines medizinischen Ernährungsmanagements. „Das heißt, dass die Ernährungstherapie für uns integraler Bestandteil der medizinischen Versorgung und Genesung von Patienten ist“, so Quoß. Nach seinen Worten wolle das Netzwerk Waldfriede diese Erkenntnisse gern in Zusammenarbeit mit dem DVG zum Wohl der Menschen, Patienten und Gemeindeglieder weitergeben. Die Vorteile einer Zusammenarbeit lägen in der kooperativen Arbeitsteilung und der Vernetzung. Das Netzwerk Waldfriede werde vorwiegend das medizinische Wissen zur Verfügung stellen, während der DVG dieses Wissen in Schulungs- und Kursmaßnahmen vermitteln werde.

Weitere gemeinsame Projekte geplant

Auch Sara Salazar Winter blickt optimistisch auf die Kooperation. „Wir haben die Zusammenarbeit im Bereich der Ausbildung gestartet und werden ab dem kommenden Jahr eine hochqualitative Ausbildung auf dem Gebiet Gesundheit und Prävention anbieten können.“ Eine weitere Kooperation werde ein jährlicher Gesundheitstag sein, der zur Fortbildung und als Begegnungstag für DVG-Ortsgruppen, Gesundheitsberatern sowie Personen in Gesundheitsberufen dienen solle. Gemeinsam werde entschieden, ob eine stärkere Zusammenarbeit auch in anderen Bereichen möglich sei. Laut Winter werde das Bildungsangebot des DVG mit einer Trainer-/Trainerin-Ausbildung und einem Online-Kurskonzept erweitert.

Deutscher Verein für Gesundheitspflege e. V.

Seit 1899 fördert der DVG die Gesundheit auf Basis eines ganzheitlichen Menschenbildes in den Bereichen körperliche Gesundheit, geistig-seelische Gesundheit, soziale Beziehungen und spirituelles Leben. Er wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland getragen. Weitere Informationen gibt es unter www.dvg-online.de.

Gesundheitsnetzwerk Waldfriede

Das Gesundheitsnetzwerk Waldfriede (Berlin) besteht aus dem gleichnamigen Krankenhaus, das 1920 gegründet wurde, einer Tagesklinik, einer Sozialstation, einer Akademie, der Servicegesellschaft und dem Seniorenhaus Waldfriede, dem Gesundheitszentrum und dem Schwimmbad PrimaVita, der Privatklinik Nikolassee und dem Desert Flower Center Waldfriede.

Nähere Informationen unter www.krankenhaus-waldfriede.de/ueber-uns/gesundheitsnetzwerk-waldfriede.




AWO und ADRA bieten unbürokratische Soforthilfe für Flutopfer an

Die Jahrhundertflut in Westdeutschland hat milliardenschwere Sachschäden angerichtet und über 180 Menschenleben gekostet. Die vom Hochwasser hart getroffenen Menschen in den Flutgebieten arbeiten unermüdlich am Wiederaufbau. AWO und ADRA unterstützen jetzt gemeinsam die Betroffenen.

Der „AWO-Bus“ als rollendes Antragsbüro

Dabei dient der als rollendes Antragsbüro. Entlang der Ahr fährt der Bus von Montag bis Freitag von Ort zu Ort und besucht die Betroffenen, die Unterstützungsanträge stellen wollen. Die Anträge werden vor Ort ausgefüllt und anschließend durch ein AWO-Team bearbeitet. Die Soforthilfe beträgt bis zu 2.500 Euro, abhängig von der Anzahl der Familienmitglieder.

„Die Menschen haben in der Flut alles verloren, davon erzählen sie uns bei der Antragsstellung. Wir alle sind von ihrem Schicksal berührt und können glücklicherweise auch psychosoziale Betreuung vermitteln. Die Soforthilfen sind Mutmacher und unterstützen die Betroffenen in den ersten Schritten des Wiederaufbaus“, sagt Andreas Zels, Geschäftsführer des AWO Bezirksverbands Rheinland e.V.

„Es ist eine schnelle, unbürokratische Hilfe, die wir den Menschen zukommen lassen. Wir wollen direkt helfen und führen deshalb auch keine Bedürftigkeitsprüfung durch. Die Menschen im Katastrophengebiet sollen merken, dass wir sie nicht allein lassen“, so Christian Molke, geschäftsführender Vorstand von ADRA Deutschland e.V.

Die Termine und Stationen des AWO-Mobils sind unter https://awo-rheinland.de/hochwasserhilfe/ zu finden.

AWO

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) wurde 1919 gegründet und hat ihre Wurzeln in der Arbeiterbewegung. Sie gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland. Sie besteht aus vielen eigenständigen AWO-Gliederungen, die im AWO Bundesverband zusammengeschlossen sind. Zu ihnen gehört auch der AWO Bezirksverband Rheinland e. V. mit Sitz in Koblenz. Die AWO ist mit rund 230.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Sie betreut hauptsächlich Menschen mit Behinderungen und Senioren und unterhält Kindergärten, offene Ganztagsschulen, psychiatrische und forensische Kliniken, Einrichtungen für Ferienfreizeiten sowie Beratungsstellen für Migranten, Asylbewerber und Menschen in Notlagen.

ADRA Deutschland e. V.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungsorganisation. ADRA Deutschland e.V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. ADRA Deutschland ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen ADRA-Büros und Gründungsmitglied der Aktion Deutschland Hilft, einem Bündnis von Hilfsorganisationen für Katastrophenhilfe, zu dem auch die AWO gehört. Weitere Informationen zu ADRA Deutschland: www.adra.de.




EAK tagte in Friedensau und wählte neuen Vorstand

Dem Vorstand gehören künftig an: Detlev Besier (Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz), Julika Koch (Referentin für Friedensbildung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland), Dr. Horst Sebastian (Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Vertreter der Freikirchen), Michael Zimmermann (Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens) und Jens Lattke (Leiter des Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrums und Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland).

Ausgeschieden aus dem Leitungsgremium sind Wolfgang Buff und Sabine Müller-Langsdorf, die Friedensbeauftragten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Nassau.

Seit 2018 arbeitet der Vorstand der EAK als Kollegium, wobei die gleichberechtigten Vorstandsmitglieder mit verschiedenen Schwerpunkten im Vorstand mitarbeiten.

EAK

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) wurde 1956 gegründet und ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für jene, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Sie beschäftigt sich mit Fragen der Friedensethik, Friedenstheologie, Friedenspolitik und Friedenspädagogik. Ihre Geschäftsstelle ist Bonn. Weitere Informationen unter www.eak-online.de.

Theologische Hochschule Friedensau

Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. 38 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten. Weitere Informationen unter www.thh-friedensau.de.




Corona-Maßnahmen als Gefahr für die Religionsfreiheit?

Man hat dadurch der besonderen Bedeutung des Grundrechts der Religionsfreiheit Rechnung tragen wollen. Nach Artikel 4.2 des Grundgesetzes, soll auch die „ungestörte Religionsausübung gewährleistet“ werden. Der Besuch eines Gottesdienstes sei nicht vergleichbar mit einem Discobesuch, so formulierte es einmal NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Die Stadt Hamburg hat Gottesdienste jedoch in der neuesten Fassung ihrer Corona-Verordnung ausdrücklich erwähnt und es den einzelnen Kirchengemeinden überlassen, ob sie die 2-G-Regel anwenden.

Hürden für Gottesdienstbesuch niedrig halten

In diesem Zusammenhang weist das Vorstandsmitglied der Deutschen Vereinigung für Religionsfreiheit e. V.  und Leiter des Instituts für Religionsfreiheit an der Theologischen Hochschule Friedensau, Dr. jur. Harald Mueller, in einem Schreiben auf zwei Aspekte hin: Eine Testpflicht für Gottesdienstbesucher würde zwar eine formale Gleichbehandlung mit anderen Veranstaltungen herstellen. Jedoch sei der Gottesdienstbesuch für viele gläubige Menschen Teil der „spirituellen Grundversorgung“ und könne nicht beliebig weggelassen werden. Daher müssten die Hürden für einen Gottesdienstbesuch, soweit vertretbar, niedrig gehalten werden. „Es muss daher ausreichen, mit Hilfe von geeigneten Hygienekonzepten in kirchlichen Zusammenkünften der Gefahr von Infektionen zu begegnen, wie dies auch bisher – mit wenigen Ausnahmen – funktioniert hat“, so Mueller.

Innerkirchliche Gewissensfreiheit gewährleisten

Ferner habe die Frage von „Geimpftsein oder nicht?“ bereits zu einer merklichen Fragmentierung der Gesellschaft geführt und teilweise den Charakter eines Glaubensstreits angenommen. Dieser Bruch werde verschärft durch die jetzt von der Politik ins Auge gefassten Regeln zur Förderung der Impfkampagne, die mit Erschwernissen für Impfverweigerer verbunden seien. „Soll ich gezwungen werden, gemeinsam in den Lockdown zu gehen, nur weil sich andere nicht impfen lassen wollen?“ oder „Warum soll ich benachteiligt werden, wenn ich mich gegen eine Impfung entscheide?“  so werde jeweils unter Bezug auf die Grundrechte argumentiert. Weil sich diese widerstreitenden Auffassungen nicht auflösen lassen würden und gleichzeitig der Staat Entscheidungen über jeweils für alle geltenden Regeln treffen müsse, rät Mueller dazu, Gewissensfreiheit nicht nur vom Staat einzufordern, sondern auch im privaten und innerkirchlichen Bereich demjenigen zu gewähren, der eine andere Auffassung vertritt als man selbst. „Das fällt angesichts der hitzigen und meist ohne übereinstimmende Tatsachenwahrnehmung geführten Debatte nicht leicht, ist aber dringend notwendig, wenn wir weiter gemeinsam in die Zukunft gehen wollen“, so die Einschätzung des Experten für Religionsfreiheit.

Deutsche Vereinigung für Religionsfreiheit e. V.

Die Deutsche Vereinigung für Religionsfreiheit e. V. ist ein Zweig der Internationalen Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit, die 1946 von dem Arzt Dr. Jean Nussbaum in Paris gegründet wurde und heute ihren Sitz in Bern hat. Ziel der Vereinigung ist die Förderung und Wahrung der Grundsätze der Religionsfreiheit, die wissenschaftliche Erforschung der Grundrechte der Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie die Förderung der allgemeinen Toleranz durch Wahrung der Rechte des Einzelnen, seinen Glauben und seine Überzeugung öffentlich oder privat zu vertreten. Die Vereinigung unterhält ein Institut für Religionsfreiheit, das an der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg angesiedelt ist.




Fluthilfe – Mikroorganismen als biologisches Reinigungsmittel

Nach dem Hochwasser in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern hilft ADRA bei den Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau. Ab dieser Woche unterstützt ADRA die Geschädigten zusätzlich durch die Verteilung effektiver Mikroorganismen. Diese dienen dazu, überschwemmte Flächen wieder nutzbar zu machen, sowohl im Innen- wie im Außenbereich. Neben der Verteilung stellt ADRA Informationsmaterial zur Verfügung und bietet Schulungen zum Einsatz an.

Effektive Mikroorganismen auch für landwirtschaftliche Flächen

Die Jahrhundertflut hat speziell in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ganze Landstriche verwüstet. Mit der Überschwemmung wurden auch Giftstoffe wie Heizöl, Klärschlamm oder Fäkalien angespült. Diese haben sich in den Häusern und Gärten der Einwohner abgesetzt. Durch das Auftragen von EM könnten diese Giftstoffe neutralisiert und Geruchsbildung bekämpft werden. So würden Häuser wieder bewohnbar und Außenflächen wie Spielplätze wieder nutzbar. Laut ADRA Deutschland kämen die EM auch bei der Wiederherstellung von landwirtschaftlichen Flächen zum Einsatz.

Einsatz von EM bereits an Oder und Elbe

Bei effektiven Mikroorganismen handele es sich um eine Mischung verschiedener mikroskopisch kleiner Lebewesen. Auf verunreinigte Flächen aufgetragen dienten sie als Wiederaufbauhelfer, indem sie gesundheitsschädliche Fäulnis- und Geruchsbakterien neutralisieren. Die EM kämen ohne Chemie aus und wären zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Effektive Mikroorganismen seien schon in der Vergangenheit bei den Überflutungen an Oder und Elbe erfolgreich eingesetzt worden, so ADRA.

Unterstützt werde ADRA Deutschland e.V. bei der Bereitstellung von effektiven Mikroorganismen durch den Baumarkt OBI, der Knauber Unternehmensgruppe, der Wandel Packaging Group sowie EMIKO Handelsgesellschaft mbH und EM e.V.

Die Verteilstellen sind auf der Projektlandkarte der Website  https://adra.de/aktuelles/flutkatastrophe-deutschland/ zu finden.

ADRA Deutschland

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungsorganisation. ADRA Deutschland e.V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1986 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. ADRA Deutschland ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen ADRA-Büros. Weitere Informationen zu ADRA Deutschland: www.adra.de.




Soforthilfe für hochwassergeschädigte Landwirte

1.500 Betriebe betroffen

Die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 traf auch Landwirte und ihre Familien in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg. Nach aktuellen Schätzungen sind mindestens 1.500 landwirtschaftliche Betriebe vom Hochwasser betroffen.

Gemeinsam mit dem Bauernverband Rheinland-Nassau, dem Rheinischen Landwirtschafts-Verband und der Hilfsorganisation LandsAid wurden die ersten Auszahlungen an 140 landwirtschaftliche Betriebe getätigt. Der geschäftsführende Vorstand von ADRA, Christian Molke, wies auf die Bedeutung der Landwirte für die Region hin: „Die landwirtschaftlichen Betriebe in den Hochwasserflutgebieten sind ein maßgeblicher Schlüssel für den erfolgreichen und nachhaltigen Wiederaufbau der gesamten Region. Unsere Soforthilfe von ADRA Deutschland soll dazu beitragen, den Maßnahmenkatalog aller Hilfen sinnvoll zu ergänzen und Folgeschäden möglichst abzuwenden.“

5,3 Millionen Euro zur Verteilung bereit

Christian Molke wurde vom Deutschen Bauernverband in das Vergabekuratorium des Bauernverbandes berufen. Damit soll eine gerechte Verteilung der Mittel für die am schwersten getroffenen Landwirte gewährleistet werden. Die Auszahlungen der Soforthilfe seien an klare Kriterien geknüpft. Die Soforthilfe beziehe sich ausschließlich auf die Beseitigung von hochwasserbedingten Schäden und zur Wiederherstellung gartenbaulicher und landwirtschaftlicher Kulturen. Insgesamt stünden derzeit 5,3 Millionen Euro zur Verfügung. Davon stellten LandsAid und ADRA gemeinsam 2,3 Millionen Euro für die Beseitigung der Schäden und zur schnellen Existenzsicherung der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe bereit.

„Wir sind ausgesprochen dankbar, dass wir durch die große Spendenbereitschaft unsere Bauernfamilien in dieser schweren Situation schnell und unbürokratisch unterstützen können“, betonte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Das Soforthilfeprojekt wird über die Hilfsorganisationen LandsAid und ADRA vom Aktionsbündnis „Aktion Deutschland Hilft“ mitfinanziert.

ADRA Deutschland

ADRA Deutschland e.V. ist eine weltweit tätige Hilfsorganisation, die Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe durchführt. Die unabhängige Nichtregierungsorganisation wurde 1987 gegründet, steht der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe und ist Mitglied des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“. ADRA ist die Abkürzung von Adventist Development and Relief Agency. Informationen: www.adra.de.

LandsAid

LandsAid e.V. ist seit 2006 für Menschen in Katastrophen- und Entwicklungsgebieten im Einsatz. Der Verein für internationale humanitäre Hilfe führte in den letzten 14 Jahren über 113 Projekte durch. Teams absolvierten über 100 Hilfseinsätze in 22 Ländern vor Ort. Informationen: www.landsaid.org.




ADRA: Bereits über 500.000 Euro in 1600 Einzelspenden für Flutopfer eingegangen

Bislang wurden 22 soziale Einrichtungen (Kindergärten, Seniorenheime und Pflegeheime sowie Sportstätten und Tierheime) und drei lokale Helfergruppen mit 365.300 Euro unterstützt. Dieser Betrag erhöhe sich täglich um mehrere tausend Euro, da weitere Anträge gestellt und unterschrieben würden, teilte ADRA Deutschland mit.

ADRA-Projektbetreuer treffen sich regelmäßig mit Vertreten von lokalen Helfergruppen und sozialer Einrichtungen, um sicherzustellen, dass die Spendengelder dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.

Auch mit Bürgermeistern und Ortsvorstehern werde geklärt, wie eine saubere und gerechte finanzielle Unterstützung von betroffenen Haushalten stattfinden könne, so ADRA Deutschland in einer Rundmail.

Es würden zusätzlich auch Spendengelder der Aktion Deutschland Hilft (ADH) die Arbeit von ADRA Deutschland e.V. unterstützen. ADRA Deutschland ist Gründungsmitglied von ADH.

ADRA Deutschland e.V.

ADRA Deutschland e.V. ist eine weltweit tätige Hilfsorganisation, die Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe durchführt. Die unabhängige Nichtregierungsorganisation wurde 1987 gegründet und steht der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. ADRA ist Mitglied des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“. Das Bündnis schließt sich im Falle Katastrophen zusammen, koordiniert und bündelt die vorhandenen Kräfte, um schnelle und effektive Hilfe leisten zu können.

Gespendet werden kann online:  Spendenformular – ADRA Deutschland e.V.




Adventistin gewinnt ersten Preis beim Augsburger Predigtslam

Am 4. August fand bereits zum achten Mal der Augsburger Predigtslam statt. Er ist ein fester Bestandteil des jährlichen Augsburger Friedensfestes und wird von der Gruppe Biblia Viva Augustana veranstaltet. Das Friedensfest selbst wird von der „Friedensstadt Augsburg“ getragen, einem Netzwerk aus Vereinen, gemeinnützigen Organisationen und Religionsgemeinschaften. Der diesjährige Predigtslam stand unter dem Thema „Barmherzigkeit“. Sieben Sprecherinnen und Sprecher hatten jeweils sieben Minuten Zeit, eine Predigt zu einem biblischen Text vorzutragen, der von Barmherzigkeit handelt. Eine Jury aus Theologinnen und Theologen kürte am Ende die Beiträge. Den ersten Preis erhielt Brigitte Rottach, Leiterin der Adventgemeinde Augsburg, für ihre in Reimform gehaltene Predigt mit Fragen wie: „Ist es ein Akt der Barmherzigkeit, wenn ich meine abgelegten Kleider in einen Container werfe?“ Oder: „Kann ich einen Messerstecher lieben?“ Auch der Publikumspreis ging an Brigitte Rottach.




Helfen, wo die Not am größten ist – ADRA Deutschland veröffentlicht Geschäftsbericht 2020

Im vergangenen Jahr hat ADRA Deutschland e.V. über 1,75 Millionen Menschen geholfen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf Bildung, Gesundheit sowie Katastrophenvorsorge bzw. -hilfe. Der Geschäftsbericht legt vollständig und überprüft Rechenschaft über Einnahmen und Ausgaben ab und zeigt exemplarisch, wie die Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit von ADRA praktisch aussieht.

„Dank der Unterstützung unserer privaten Spenderinnen und Spendern und den öffentlichen Geldgebern, wie z.B. dem Auswärtigen Amt oder dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, konnte ADRA Menschen auf der ganzen Welt eine verbesserte Lebensperspektive geben“, kommentiert Christian Molke, Vorsitzender des Vorstands von ADRA Deutschland e.V., den Geschäftsbericht.

Herausforderungen durch die Corona-Pandemie

„Die größte Herausforderung für uns alle war sicherlich die Corona-Pandemie. In unseren Projekten mussten wir zunächst die Unversehrtheit unserer Mitarbeitenden und Begünstigten sicherstellen. Dazu kommen behördliche Anordnungen wie Ausgangssperren, Schulschließungen und allgemeine Lockdowns. Mit viel Leidenschaft und Einsatzbereitschaft konnten wir alle Projekte weiterführen, auch wenn wir dabei zum Teil wesentliche Vorhaben umplanen mussten. Kommt es aber dann zusätzlich zu Katastrophen, stoßen auch die angepassten Umsetzungsschritte an ihre Grenzen. Das haben wir beispielsweise in Beirut gesehen, wo eine fürchterliche Explosion im August 2020 die ganze Stadt verwüstet hat. Auch darüber berichten wir im Geschäftsbericht“, so Christian Molke.

Geringer Anteil an Verwaltungskosten

Von jedem Euro, der ADRA zur Verfügung steht, fließen 91 Prozent direkt in die Projektarbeit. Der Verwaltungsanteil beträgt acht Prozent. Nur ein Prozent fließen in Maßnahmen für Spendenaufrufe und Öffentlichkeitsarbeit. ADRA versichert, dass die Spenden dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Der diesjährige Geschäftsbericht legt vollständig und überprüft Rechenschaft über Einnahmen und Ausgaben ab und zeigt exemplarisch auf, wie die Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit von ADRA praktisch aussieht. Die Leserinnen und Leser erfahren, wie ADRA seinen Auftrag ausführt und welche Herausforderungen dabei entstehen.

Der komplette Geschäftsbericht steht als Download unter https://adra.de/geschaeftsbericht2020 zur Verfügung.

ADRA Deutschland e.V.

ADRA Deutschland e.V. ist eine weltweit tätige Hilfsorganisation, die Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe durchführt. Die unabhängige Nichtregierungsorganisation wurde 1987 gegründet und steht der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. ADRA ist Mitglied des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“. Das Bündnis schließt sich im Falle Katastrophen zusammen, koordiniert und bündelt die vorhandenen Kräfte, um schnelle und effektive Hilfe leisten zu können.




Verschwörungsmythen nicht erst seit Covid-19

Der Beitrag informiert detailliert über weltanschauliche Strömungen, Narrative und Begriffe, verbunden mit einer Einschätzung aus evangelisch-lutherischer Sicht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf seelsorgerlichem Rat und Hilfen für den Umgang mit Menschen, die Verschwörungsmythen verbreiten oder ihnen anhängen. Ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis rundet diese Ausgabe der Texte aus der VELKD ab.

„Verschwörungserzählungen müssen durch sachliche und differenzierte Wirklichkeitsdeutungen dechiffriert werden. Die Vielfalt der Argumente und die Informationen aus verschiedensten Quellen sind sorgfältig zu sichten und abzuwiegen. Dabei sollten das Gespräch und die Diskussion mit der Anhängerschaft von Verschwörungstheoretikern zum selbstverständlichen Auftrag der Kirche gehören“, beschreibt der Leitende Bischof und Vorsitzende der Kirchenleitung der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover), die Absicht des Beitrags.

Der VELKD-Text 191 kann als PDF-Datei heruntergeladen werden: www.velkd.de/velkd-texte-191-Verschwoerungsmythen-Verschwoerungsglaube

VELKD

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ist ein Zusammenschluss von sieben Landeskirchen mit insgesamt rund 8,4 Millionen Mitgliedern. Ihr gehören an: die Ev.-Luth. Kirche in Bayern, die Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig, die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, die Ev. Kirche in Mitteldeutschland, die Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland, die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und die Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe. Informationen: www.velkd.de




Stolperstein vor dem Haus der Adventgemeinde in Leipzig

Geboren 1886 in Karlsruhe, verbrachte Wachenheimer dort seine Kindheit und Jugend. Später war er als Kaufmann und Korrespondent in mehreren Firmen tätig. So kam er nach Leipzig. 1934 heiratete er seine Frau Maria, geb. Hass. Laut einem Bericht von Dieter Wache in der August-Ausgabe der Kirchenzeitschrift Adventisten heute war Manfred Wachenheimer von 1933 bis 1939 wegen seiner jüdischen Abstammung erwerbslos. Am 4. Februar 1939 wurde er für zehn Tage wegen des Nichttragens des Judensterns inhaftiert. Ab 1939 musste er Zwangsarbeit verrichten.

Durch Giftspritze ermordet

In seiner Leipziger Zeit kam er mit der Adventgemeinde in Kontakt und wurde Siebenten-Tags-Adventist. Auch seine Frau gab nach 1945 an, dass sie Adventistin sei. Auf Drängen einzelner Gemeindemitglieder wurde Manfred Wachenheimer aus der Adventgemeinde Leipzig ausgeschlossen. Es wurde behauptet, dass dieser Schritt nur „pro forma“ sei, um den staatlichen Vorschriften zu genügen. Wachenheimer besuchte aber weiterhin den Gottesdienst. Als ihm auch das verwehrt werden sollte, intervenierte der Pastor der Gemeinde, Hermann Kobs. Daraufhin wurde auch er aus den Reihen seiner eigenen Gemeinde denunziert. Kobs wurde am 18. März 1942 von der Gestapo inhaftiert, blieb bis zum 7. April 1942 im Gefängnis und wurde anschließend mit anderen Häftlingen dienstverpflichtet. Dabei begegnete er Manfred Wachenheimer erneut. Hermann Kobs wurde von seinem Dienst als Pastor in Leipzig suspendiert. Die Entlassung wurde von der Gemeindeleitung veranlasst und – so die offizielle Begründung – als „Vorsichtsmaßnahme“ deklariert.

Am 21. März 1942 wurde für Manfred Wachenheimer „Schutzhaft“ durch die Gestapo Leipzig angeordnet. Grund: Unerlaubte religiöse Betätigung, da er als „Nichtarier“ unter „arischen Menschen“ am Gottesdienst teilgenommen habe. Am 4. Juni 1942 kam er in das KZ nach Buchenwald. Dort starb er am 4. Juli 1942 um 7:55 Uhr an einer Gelbkreuzgiftgas-Spritze.

2012 hatten Mitglieder der Adventgemeinde Leipzig die Idee, einen Stolperstein für Manfred Wachenheimer zu verlegen, nachdem sie sich mit der Geschichte der Adventisten im „Dritten Reich“ befasst hatten. Durch einen Vortrag des Kirchenhistorikers Dr. Johannes Hartlapp, Dozent an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, nahm das Projekt an Fahrt auf, denn Hartlapp stellte der Gemeinde auch Kopien von hilfreichen Dokumenten zur Verfügung. Am 16. Juni 2021 konnte die Gedenktafel mit Unterstützung der „AG Stolpersteine in Leipzig“ in einem „würdigen Rahmen“ auf dem Gehweg vor dem Adventhaus verlegt werden.

Geschichtlicher Hintergrund

Im November/Dezember 1933 wurde die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten von der Gestapo in Preußen, Hessen, Sachsen und anderen Ländern verboten. Zwar wurde das Verbot bereits am 6. Dezember 1933 wieder aufgehoben, doch ab Januar 1934 wurden die Adventgemeinden verstärkt polizeilich überwacht. Dazu schreibt Johannes Hartlapp in seinem 684-seitigen Buch Siebenten-Tags-Adventisten im Nationalsozialismus (V & R unipress Göttingen, 2008): „Die Angst bestimmte von nun an alle weiteren Entscheidungen … Die Gemeinschaft als Ganzes war damit – in der Terminologie des Nationalsozialismus – weitgehend gleichgeschaltet. Dass es Einzelne gab, die sich diesem Trend widersetzten und ungeachtet der Konsequenzen die Kurskorrektur nicht mitmachen konnten oder wollten, zeigte sich schon bald“ (321.322). Hartlapp erläutert: „Gemeindemitglieder wie Alexander Mannesmann gehörten zu den Siebenten-Tags-Adventisten, die später die brutale Macht des Staates zu spüren bekamen und für ihr Glaubenszeugnis den Verlust der Arbeitsstelle oder Inhaftierung in Kauf nehmen mussten“ (322). Aufgrund ihrer Haltung wurden beispielsweise Emil Biegmann im KZ Dachau und A. Eschrich im KZ Buchenwald umgebracht (457). Es sind auch zwei adventistische Kriegsdienstverweigerer, Franz Partes und Franz Dlugosch, bekannt, die ihren Standpunkt mit dem Tod bezahlten (463). Hartlapp erinnert ebenfalls stellvertretend an zwei adventistische Pastoren, die für ihre Worte mit dem Leben bezahlten: Rudolf Harreß aus Oldenburg starb am 6. Juli 1942 im KZ Groß-Rosen bei Breslau und Rudolf Schäfer kam im Februar 1945 im Zuchthaus in Dresden ums Leben (472). Doch „alle, die sich gegen jede Form von Anpassung und damit ‚Gleichschaltung‘ innerhalb der eigenen Kirche wehrten, standen plötzlich weitgehend allein da“ (472), beklagt Hartlapp.

Erklärung zur NS-Zeit

In einer gemeinsamen Erklärung zum 60. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges haben die Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und Österreich 2005 Stellung zum Verhalten der Freikirche im „Dritten Reich“ genommen. Darin wird beklagt, dass auch Siebenten-Tags-Adventisten an „diesem furchtbaren Krieg beteiligt waren“. Der Charakter der NS-Diktatur sei nicht rechtzeitig und deutlich genug erkannt worden. In adventistischen Veröffentlichungen hätten sich Aussagen befunden, „die Adolf Hitler huldigten und der rassistischen Ideologie des Antisemitismus in einer Weise Ausdruck gaben, die aus heutiger Sicht unfassbar ist“. Deutsche und Österreicher seien zu „Komplizen des Rassenwahns geworden“; auch „viele Siebenten-Tags-Adventisten“ hätten „an der Not und dem Leid ihrer jüdischen Mitbürger keinen Anteil“ genommen, so dass sie „von uns ausgegrenzt und ausgeschlossen, sich selbst überlassen und so der Gefangenschaft, Vertreibung oder dem Tod ausgeliefert wurden“.

„Aufrichtig“ werde bekannt, „dass wir gegenüber dem jüdischen Volk, allen Verfolgten und vom Krieg Betroffenen und darüber hinaus auch gegenüber Adventisten in anderen Ländern durch unser Versagen schuldig geworden sind“. Auch hätten „wir als Siebenten-Tags-Adventisten in jenen notvollen Zeiten trotz unserer Erkenntnis aus der Heiligen Schrift und dem prophetischen Wort nicht mutiger und konsequenter gehandelt und so in der Nachfolge unseres Herrn versagt“. Adventisten seien denjenigen, „die in unseren Reihen mutig Widerstand geleistet haben und sich der Nazidiktatur weder gebeugt, noch mit ihr gemeinsame Sache gemacht haben, nicht mutig entschlossen genug gefolgt“.

Die Freikirche wolle deshalb „nachdrücklich“ dafür eintreten, dass nie wieder ein Krieg gegen andere Völker von Deutschland oder Österreich ausgehe und dass niemand aufgrund von Rasse, Religion, Nationalität oder Geschlecht ausgegrenzt oder benachteiligt werde. Die Vergangenheit dürfe nicht in Vergessenheit geraten und der Gehorsam, „den wir der staatlichen Obrigkeit schulden, nicht zur Preisgabe von biblischen Überzeugungen und Werten“ führen. Es gelte, den Glauben auch dann mutig zu bekennen und konsequent zu leben, „wenn wir unsererseits in die ‚Stunde der Versuchung‘ geraten“.




Wechsel in APD-Chefredaktion

Mit Thomas Lobitz (53) übernimmt ein erfahrener Journalist die Chefredaktion. Er arbeitet seit 2005 als Zeitschriftenredakteur im Advent-Verlag, Lüneburg und übernahm 2016 die Chefredaktion der Kirchenzeitschrift Adventisten heute. In dieser Funktion wird er auch weiterhin tätig sein. Durch den personellen Wechsel wird der APD künftig von Lüneburg aus geleitet, der Sitz bleibt vorerst in Ostfildern.

Als stellvertretender Chefredakteur fungiert Jens-Oliver Mohr, der auch Pressesprecher der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland ist. Von 2015 bis 2019 leitete er als Chefredakteur den APD. Ein besonderer Dank gilt Holger Teubert, der im Jahr 1986 und danach von 1991 bis 2015 Chefredakteur des APD war. Er wird weiterhin in der Redaktion tätig sein.

Stephan G. Brass (67) war seit 2017 Beauftragter für Kommunikation für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Nach Personalveränderungen innerhalb der Kirche übernahm er vor zwei Jahren zusätzlich die Chefredaktion des APD. Brass gehörte zu den ersten Nutzern des Internets in Deutschland, angefangen mit den Feldversuchen unter dem damaligen Bildschirmtext (BTX). Während seines Dienstes als Pastor betreute er in den jeweiligen Bundesländern die regionalen Kirchenleitungen als Pressesprecher oder als Beauftragter in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. In seinem Ruhestand will er sich ohne Termindruck seinen Hobbies wie Reisen und Fotografieren widmen.

APD

Die Nachrichtenagentur Adventistischer Pressedienst Deutschland (APD) ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie wurde ursprünglich 1974 in der Schweiz gegründet und publiziert seit 1984 auch in Deutschland.

 




Update Hochwasserkatastrophe: ADRA und Eventfirmen kooperieren

Zwölf Todesopfer in einem Haus der Lebenshilfe

Zu den Projektpartnern gehört unter anderem das Lebenshilfehaus in Sinzig, Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Das Wohnheim für Menschen mit Beeinträchtigung wurde stark beschädigt, als das Unwetter hereinbrach. Zwölf Bewohnerinnen und Bewohner wurden von den schnell ansteigenden Fluten der Ahr im Erdgeschoss überrascht und konnten sich nicht mehr retten. Das Haus beherbergte insgesamt 36 Bewohnerinnen und Bewohner, im ersten Stock waren die übrigen Bewohnerinnen und Bewohner über Stunden eingeschlossen. Sie wurden von der Feuerwehr über Boote versorgt, bevor sie in Sicherheit gebracht werden konnten. Mittlerweile wurden sie anderweitig untergebracht und die Betreuung sichergestellt. Das Wohnheim ist unbewohnbar und benötigt umfassende Sanierungsarbeiten.

Hilfe für den Verein „Leben mit Autismus e.V.“

Auch der Verein „Leben mit Autismus e.V.“ wurde von der Hochwasserkatastrophe nicht verschont. Der Verein betreibt in Swisstal-Odendorf ein Eiscafé, in dem Menschen mit Autismus arbeiten. Durch Odendorf fließt der Orbach, ein kleiner Bach, der in einem etwa 2 Meter tiefen Graben den Ort durchfließt. Durch die Hochwasserflut stieg der Pegel über den Graben. Das Wasser fraß sich etliche Meter in die umliegenden Straßen und verwüstete den gesamten Ort, darunter auch die Geschäftsstelle und das Eiscafé des Vereins. Das Café wurde während der Corona-Pandemie renoviert und war erst wenige Tage wieder geöffnet. Nun hat die Flut alle Arbeit vernichtet und der Verein steht vor dem nichts. ADRA hilft langfristig beim Wiederaufbau.

Kooperation mit Eventfirmen

Viele Eventfirmen haben sich im Rahmen des Projekts so organisiert, dass ein effizientes Arbeiten im Krisengebiet möglich ist. Schlanke Strukturen ermöglichen ein effizientes Arbeiten und eine zielgenaue Hilfe für die Bevölkerung vor Ort. Sie sind durch langjährige Berufserfahrung daran gewöhnt, aus dem Nichts mit viel Improvisationstalent und kurzen Kommunikationswegen in kurzer Zeit Projekte zu planen und umzusetzen. Darüber hinaus wissen die beteiligten Eventfirmen durch eine langjährige, enge Kooperation, wer auf welchem Gebiet Spezialist ist und wer über welches Material und welchen Fuhrpark verfügt, so dass eine reibungslose Logistik gewährleistet ist. Diese Eventfirmen kooperieren mit ADRA Deutschland, beide Seiten bringen ihre Erfahrungen ein, um möglichst effizient und zielgenau Hilfe zu leisten. Weitere Informationen gibt es unter www.event-alltagshelden.de.

Freiwillige Helfer (Gruppen und Einzelpersonen), die sich jetzt oder im Laufe der kommenden Monate bei ADRA für Einsätze zur Verfügung stellen wollen, sind weiterhin eingeladen, sich über die Website https://adra.de/flut-kontaktformular/ zu registrieren.

ADRA Deutschland e.V.

ADRA Deutschland e.V. ist eine weltweit tätige Hilfsorganisation, die Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe durchführt. Die unabhängige Nichtregierungsorganisation wurde 1987 gegründet und steht der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. ADRA ist Mitglied des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“. Das Bündnis schließt sich im Falle Katastrophen zusammen, koordiniert und bündelt die vorhandenen Kräfte, um schnelle und effektive Hilfe leisten zu können.

Gespendet werden kann online:  Spendenformular – ADRA Deutschland e.V.




Hochwasserkatastrophe: Hilfe von ADRA, AWW und Adventisten vernetzt sich mit anderen Helfern

Hilfsgüter wurden gesammelt, sortiert, verpackt und von ADRA zum Zentrallager in der Heerstraße in Bad Neuenahr-Ahrweiler transportiert. Von dort erfolgt die Verteilung und Koordination zu den Abgabepunkten im gesamten Stadtgebiet. Auch liefert ADRA am Wochenende eine Wasseraufbereitungsanlage nach Ahrweiler. Geplant ist die Unterstützung des Wiederaufbaus vor allem durch Gebäudetrocknung und Instandsetzung.

Freiwillige Helfer (Gruppen und Einzelpersonen), die sich jetzt oder im Laufe der kommenden Monate bei ADRA für Einsätze zur Verfügung stellen wollen, sind eingeladen, sich über die Website https://adra.de/flut-kontaktformular/ zu registrieren.

ADRA in Belgien ebenfalls im Einsatz

Die Unwetter von Mitte Juli wüteten nicht nur in Deutschland. Vom 14. bis 16. Juli wurden 120 Gemeinden in der Provinz Lüttich, im südlichen Wallonien, dem französischsprachigen Teil Belgiens, von Starkregenfällen betroffen. Mehr als 10.000 Haushalte in den Provinzen Lüttich und Wallonisch-Brabant sind ohne Strom. Am 20. Juli, einen Tag vor dem Nationalfeiertag am 21. Juli, wurden die 31 Toten der Unwetter in Belgien durch einen Staatstrauertag gewürdigt. ADRA Belgien half mit Freiwilligen in Verviers, die Sachschäden und Trümmer zu beseitigen und Häuser zu evakuieren.

Dank freiwilligen Helfern und Helferinnen aus mehreren adventistischen Kirchengemeinden in Belgien hat ADRA den Opfern in den am stärksten von der Katastrophe betroffenen Gebieten geholfen die Trümmer zu entsorgen und die überfluteten Gebäude zu reinigen.

Aufgrund von Sicherheitsbedenken waren die am stärksten betroffenen Gebiete zunächst nur für Anwohner und Notfalldienste zugänglich. Am 18. Juli konnten sich ADRA-Freiwillige in Abstimmung mit den Behörden direkt nach Ensival, einer Teilgemeinde von Verviers, begeben, um den genauen Bedarf zu ermitteln. Neben der Beseitigung von Trümmern, Aufräumarbeiten und der Evakuierung von Häusern, die einzustürzen drohen, boten die ADRA-Freiwilligen den Opfern dieser Katastrophe auch Trost und menschliche Begleitung an.

ADRA Deutschland e.V.

ADRA Deutschland e.V. ist eine weltweit tätige Hilfsorganisation, die Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe durchführt. Die unabhängige Nichtregierungsorganisation wurde 1987 gegründet und steht der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. ADRA ist Mitglied des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“. Das Bündnis schließt sich im Falle Katastrophen zusammen, koordiniert und bündelt die vorhandenen Kräfte, um schnelle und effektive Hilfe leisten zu können.

Nähere Informationen zum Spenden unter dem Stichwort „Hochwasser“ gibt es unter www.adra.de/Spenden




Update Hochwasserkatastrophe: Hilfsleistungen von ADRA, AWW und Adventisten haben begonnen

Mit der jahrelangen Erfahrung in der Katastrophenhilfe hat ADRA die Einsatzkoordination übernommen und kümmert sich unter anderem um Logistik und die Abstimmung von Sachspenden wie Küchenmobiliar und -geräte. Nach der dringend notwendigen Erstversorgung wird ADRA auch beim Wiederaufbau helfen. Das AWW und die regionalen Verwaltungsstellen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind in die Hilfsleistungen eingebunden und stimmen ihre Aktivitäten mit ADRA ab.

Unterstützung und Solidarität aus der Schweiz

ADRA Schweiz hat eine Spendenaktion gestartet, um die Wiederaufbauhilfe von ADRA Deutschland finanziell zu unterstützen. In einem Schreiben an die adventistischen Kirchengemeinden drückt Pastor Stephan Sigg, Präsident der Adventisten in der Deutschschweiz, sein Mitgefühl über die vielen Opfer der Hochwasserkatastrophe in Deutschland und Belgien aus. Groß sei das Leid, das durch den Starkregen verursacht wurde, groß sei aber auch die Solidarität mit den betroffenen Menschen.

Spontane, private Hilfseinsätze mit den örtlichen Kommunen abstimmen

Spontane Privatinitiativen für die Hilfe vor Ort, seien zwar gutgemeinte Vorhaben, könnten aber kontraproduktiv sein, so Sigg. Er empfiehlt, über das ADRA-Netzwerk für die Opfer zu spenden. Die Freikirchenleitung der Adventisten in Deutschland empfiehlt Einzelpersonen oder Hilfsteams aus freiwilligen Helfern, die sich in den kommenden Tagen engagieren wollen, zuvor direkt mit den Krisenstäben der örtlichen Kommunen Kontakt aufzunehmen. Die Kirchenmitglieder werden eingeladen, für die vom Hochwasser betroffenen Menschen zu spenden und zu beten.

Zusammenarbeit ist unverzichtbar

Die adventistische Freikirchenleitung in Deutschland hob in einer Stellungnahme hervor, dass „in Katastrophen wie diesen die Zusammenarbeit vieler unverzichtbar“ sei. Es gebe viele Organisationen, die seriös arbeiten und Gutes tun. Die so genannten „Blaulicht Organisationen“ wie der DRK (Deutsches Rotes Kreuz), der ASB (Arbeiter-Samariter-Bund), der MHD (Malteser Hilfsdienst) oder die Johanniter, leisteten hervorragende Arbeit. „Auch sie verdienen unsere Unterstützung. So können wir mithelfen, einen großen Bogen der Solidarität und Hilfe für unser Land zu spannen.“

Langfristige Aufbauhilfe geplant

Die Versorgung mit Kleidung, Hygieneartikeln und Trinkwasser sei derzeit gewährleistet. AWW und ADRA sehen ihr Stärken vor allem in der langfristigen Hilfe – eine Hilfe, die über die Ersthilfe hinausgeht – und die Betroffenen durch bedarfsgerechte Projekte nachhaltig begleitet und unterstützt. Dafür sucht ADRA Deutschland auch in den kommenden Monaten ehrenamtliche Helfer, die sich bei der Hilfsorganisation melden können.

Interner Krisenfonds eingerichtet

Für kircheninterne Zwecke hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland zudem einen Krisenfonds eingerichtet, der betroffenen adventistischen Kirchengemeinden und Mitgliedern finanzielle Unterstützung gewährt.

ADRA Deutschland e.V.

ADRA Deutschland e.V. ist eine weltweit tätige Hilfsorganisation, die Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe durchführt. Die unabhängige Nichtregierungsorganisation wurde 1987 gegründet und steht der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. ADRA ist Mitglied des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“. Das Bündnis schließt sich im Falle Katastrophen zusammen, koordiniert und bündelt die vorhandenen Kräfte, um schnelle und effektive Hilfe leisten zu können.

Spendenkonto von ADRA Deutschland e.V.

IBAN: DE87 6602 0500 0007 7040 00
SWIFT/BIC: BFSWDE33KRL
Bank für Sozialwirtschaft

Stichwort: Hochwasser




Hochwasserkatastrophe: ADRA, AWW und Adventisten unterstützen die Menschen in NRW und Rheinland-Pfalz

Mit der jahrelangen Erfahrung in Katastrophenhilfe übernimmt ADRA die Einsatzkoordination und kümmert sich unter anderem um Logistik und die Abstimmung von Sachspenden, wie z.B. komplette Kücheneinrichtungen. Nach der dringend notwendigen Erstversorgung wird ADRA auch beim Wiederaufbau helfen.




Trotz sinkender Austrittszahlen weniger Mitglieder bei evangelischer und katholischer Kirche in Deutschland

Im letzten Jahr traten 220.000 Menschen aus den 20 evangelischen Landeskirchen aus. Das waren 18 Prozent weniger als 2019 (270.000). Dennoch sank die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder in der Bundesrepublik nach Berücksichtigung der Verstorbenen, Austritte, Taufen und übrigen Aufnahmen, um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ähnlich ist es bei der römisch-katholischen Kirche. Deren 27 deutsche Bistümer meldeten 2020 mit 221.390 Austritten zwar 18,8 Prozent weniger als 2019 (272.771), doch ging auch deren Mitgliederzahl um 1,8 Prozent zurück. Deshalb machten die Katholiken am 31.12.2020 in Deutschland 26,7 Prozent der Gesamtbevölkerung aus (22.193.347 Kirchenmitglieder). Insgesamt 20.236.210 Menschen gehörten einer der Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 24,3 Prozent. Somit sind nur noch 51 Prozent der Einwohner in Deutschland Mitglied in einer der beiden großen Kirchen.

Viele Feste wurden wegen Corona verschoben

Laut EKD ging zwar die Zahl der Austritte im Vergleich zum Vorjahr zurück, doch auch die Taufen halbierten sich fast auf 81.000. Dazu kamen die übrigen Aufnahmen in die evangelische Kirche, die um 28 Prozent rückläufig waren und bei 18.000 lagen. Die Anzahl der evangelisch Verstorbenen stieg im Jahr 2020 um etwa vier Prozent auf rund 355.000 an. Das entspreche der generellen Zunahme der Sterbefälle in Deutschland insgesamt.

„Es war schmerzhaft für uns, dass in den vergangenen 15 Monaten nur eingeschränkt Gottesdienste, Taufen, Trauerfeiern und Hochzeiten in den Gemeinden vor Ort stattfinden konnten. Die Begegnungen haben uns gefehlt“, stellte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, fest. Umso mehr sei er von den vielen kreativen und liebevollen alternativen Angeboten der Gemeinden beeindruckt, die digital und vor Ort entstanden. „Ich freue mich, dass es uns jetzt wieder zunehmend möglich ist, in den Gemeinden zusammenzukommen und auch viele der Feste, die aufgrund der Pandemie verschoben werden mussten, nachzuholen.“

Tiefgreifende Erschütterung in der katholischen Kirche

Die römisch-katholische Deutsche Bischofskonferenz beklagt für 2020 ebenfalls rückläufige Zahlen. So gab es nur 11.018 kirchliche Trauungen (2019: 38.537), 104.610 Taufen (2019: 159.043) und 139.752 Erstkommunionen (2019: 166.481). Die Bestattungen sind mit 236.546 leicht gestiegen (2019: 233.937). Im Jahr 2020 traten 1.578 Menschen in die katholische Kirche ein (2019: 2.330), es wurden 4.358 Menschen wieder aufgenommen (2019: 5.339).

Zur Statistik 2020 erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Dr. Georg Bätzing: „Wir stehen in einem weiteren Jahr der Corona-Pandemie. Vieles hat sich im gesellschaftlichen und kirchlichen Leben verändert. Was musste nicht alles verschoben werden: Taufen, Erstkommunionfeiern, Firmungen und Hochzeiten.“ Bätzing wies aber auch auf „eine tiefgreifende Erschütterung“ in seiner Kirche in Deutschland hin. „Viele haben das Vertrauen verloren und möchten mit dem Kirchenaustritt ein Zeichen setzen. Wir nehmen das sehr ernst und müssen uns dieser Situation offen und ehrlich stellen und Antworten auf die Fragen geben, die an uns gerichtet werden.“ Dazu gehöre an allererster Stelle die gründliche Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs. Und dazu gehöre auch die Frage nach Macht und Gewaltenteilung in der Kirche. Die katholische Laienbewegung Wir sind Kirche weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die massiven Kirchenaustrittszahlen der letzten Monate aufgrund der anhaltenden Krisensituation im Erzbistum Köln, die sich auch bundesweit auswirke, in der Kirchenstatistik 2020 noch nicht enthalten seien.

Weitere Informationen

Die EKD stellt zum Download ihre Statistik-Broschüre „Evangelische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“, Ausgabe 2021, unter www.ekd.de/gezaehlt2021 zur Verfügung.

Die DBK verweist auf ihren Flyer „Katholische Kirche in Deutschland – Statistische Daten 2020“, der als pdf-Datei heruntergeladen werden kann: https://www.dbk-shop.de/de/publikationen/sonstige-publikationen/sonstige/katholische-kirche-deutschland-statistische-daten-2020#files




Wissenschaftsstadt Darmstadt ehrt adventistische Pfadfinderleiter

Seit zwanzig Jahren ehrt die Wissenschaftsstadt Darmstadt Jugendliche und junge Menschen, die sich in besonderer Weise in Darmstadt ehrenamtlich engagieren. Erstmals erhielten Mitglieder der CPA dafür Ehrenurkunden.

Motivation für andere

„Die Geehrten geben dem bürgerschaftlichen Engagement in unserer Stadt ein Gesicht und mir ist es wichtig, ihnen heute hier zu danken“, sagte Akdeniz. Die Corona-Krise habe verdeutlicht, wie wichtig sozialer Zusammenhalt und dieses unverzichtbare Engagement für unsere Gesellschaft sei. Die Ehrenamtlichen würden sich nicht nur um sich selbst kümmern. Vielmehr komme ihnen eine Vorbildfunktion zu, die andere Jugendliche dafür sensibilisiere, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.

Drößler, Fayard und Kocur sind stellvertretende Vorsitzende der CPA-Marienhöhe und tragen Verantwortung für über 200 Pfadfinder. Sie leiten Kleingruppen, organisieren Gruppenstunden, Zeltlager, Wandertouren und Sommerfreizeiten. Darüber hinaus führen sie Fortbildungen für andere Mitarbeiter durch und engagieren sich auch auf Landesebene bei den CPA. Die drei Ausgezeichneten und ihre Ehrung stehen stellvertretend für ein sehr aktives CPA-Mitarbeiterteam.

Akdeniz lobte besonders zwei CPA-Projekte während der Lockdowns im Jahr 2020: „Pfadfinder-Rally“ als offenes Angebot für alle Darmstädter Kinder mit ihren Familien in der Natur sowie das „Zuhause bleiben-Abzeichen“, bei dem in Deutschland und der Schweiz rund 2.000 Pfadfinder mitgemacht haben. Gerade in der Corona-Zeit hätten sich viele Kinder und Jugendliche einsam gefühlt oder Angst gehabt. „Vielen Dank, dass ihr euch den Kindern in dieser so schwierigen Zeit so engagiert gewidmet habt“, sagte Akdeniz.

Pfadfinder der CPA-Marienhöhe

Zu CPA-Marienhöhe gehören über 200 Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Es gibt zwölf Gruppen für Kinder und Jugendliche von 6–20 Jahren. Gruppenstunden finden 14-täglich sonntags statt. Außerdem gibt es Zeltlager, Lagerfeuer, Wandertouren, Geländespiele und weitere Aktivitäten. Weitere Informationen unter www.cpa-marienhoehe.de.

Christliche Pfadfinderschaft der Adventjugend (CPA)

Zur Christlichen Pfadfinderschaft der der Adventjugend (CPA) gehören über 3.500 Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die in 180 Ortsgruppen organisiert sind. Das zugrundeliegende Pfadfinderkonzept nach Robert Baden-Powell, dem Gründer der Pfadfinderbewegung, fördert das Miteinander in der Natur, erlebnispädagogische Maßnahmen, Förderung der Sozialkompetenz, das Übernehmen von Verantwortung, Umweltbewusstsein und somit die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen. Neben den regelmäßigen Gruppenstunden werden überregionale und internationale Pfadfinderlager ausgerichtet.

Pressemitteilung der Wissenschaftsstadt Darmstadt: 

https://www.darmstadt.de/nachrichten/darmstadt-aktuell/news/wissenschaftsstadt-darmstadt-zeichnet-jugendliche-und-junge-menschen-fuer-ehrenamtliches-engagement-aus




Bayerische Adventisten bestätigen Kirchenvorstand und beschließen gleichberechtigte Segnung zum Pastorenamt

Die aus 110 anwesenden Abgeordneten aus 73 Kirchengemeinden und der Pastorenschaft tagende 21. Landesversammlung hat Pastor Wolfgang Dorn (50) für weitere vier Jahre als Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern in seinem Amt bestätigt. Vizepräsident und Finanzvorstand ist weiterhin Pastor Stefan Rebensburg (57). Als weiterer Vizepräsident wurde Pastor Martin Böhnhardt (42) ebenfalls wiedergewählt.

Die Delegierten sprachen Wolfgang Dorn mit 96 Ja- und 13 Nein-Stimmen ihr Vertrauen aus. Die Abstimmungsergebnisse für Stefan Rebensburg lauteten 102:6 und für Martin Böhnhardt 77:29. Die drei Geistlichen wurden erstmals 2013 mit der Leitung der Freikirche in Bayern betraut. Als Abteilungsleiter für die Adventjugend, dem Jugendverband der Freikirche, wählten die Abgeordneten Jakob Bartke (36) mit 96 JA- und 11 Neinstimmen.

Rechenschaftsbericht zeigt Stärken und Wachstumspotentiale
Den Vorstandswahlen vorausgegangen war die Vorlage des Rechenschaftsberichts über die zurückliegenden vier Jahre sowie Beglaubigungen für die Pastorinnen und Pastoren und die Mitarbeitenden im geistlichen Verwaltungsdienst. Zum Rechenschaftsbericht verwies Präsident Dorn auf die fünf Handlungsfelder der letzten Konferenzperiode: a) Stärkung der Ortsgemeinde, b) Befähigung der Pastoren, c) Fokussierung auf Kinder und Jugendarbeit, d) Unterstützung von Gemeindeaufbau und Evangelisation und e) Förderung von sozialem Engagement, Bildung und Erziehung.  Dabei erwähnte er auch beispielhaft drei Projekte, die nach seiner Überzeugung gelungen seien:  die Umsetzung eines evangelistischen  Kleingruppenkonzeptes, die Gründung einer adventistischen Grundschule in Nürnberg und die Aufnahme als Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern (ACK) durch deren Mitgliedskirchen. Allerdings machten ihm die rückläufigen Kirchenzugänge Sorge. Die Folgen des Corona bedingten Lockdowns und die Rückkehr der Kirchenmitglieder in reguläre Gottesdienste seien noch nicht absehbar. Auch hätten nur etwa 34 Prozent der Jugendlichen aus adventistischen Familien im Alter von 16 – 26 Jahren im Berichtszeitraum für ein Leben mit Christus durch eine Taufentscheidung gewonnen werden können. Nach der Vorlage des Berichtes erteilten die Abgeordneten dem Vorstand und Landesausschuss Entlastung.

Verfassungsanpassungen
Zu den weiteren Agendapunkten der Tagung gehörten notwendige Änderungen der Verfassung, der Wahl-, Geschäfts- und Schlichtungsordnung. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland in jedem der 16 Bundesländer als Körperschaft des öffentlichen Rechts registriert ist. Mit den Änderungen wurden die entsprechenden Ordnungen denen in den anderen Körperschaften angepasst. Außerdem wurde ein Geschäftsverteilungsplan eingeführt.

Historische Entscheidung zur gleichberechtigten Segnung von Pastoren
Einen mit Spannung erwarteten Antrag legten die jungen Pastoren Ralf Hartmann (Landshut) und Frederik Woysch (Wasserburg) den Delegierten vor. Es ging um die „vollumfängliche und einheitliche“ Gleichstellung in der Segnungspraxis von Frauen und Männern als Pastoren. Woysch und Hartmann legten eine gut recherchierte Geschichte der Frauenordination innerhalb der Freikirche vor und begründeten ihren Antrag für eine Ordination der Frau zum Pastorenamt mit ausführlich dokumentierten Hintergrundinformationen. Alle Unterlagen waren im Vorfeld allen Abgeordneten zugänglich gemacht worden.

Diskriminierung beenden
Die Entscheidungsvorlage entbehrte nicht einer gewissen Brisanz. Schon dreimal hatte sich das oberste Entscheidungsgremium der Freikirche (Weltsynode) in den letzten Jahrzehnten gegen die Frauenordination gewandt. In der intensiv geführten Aussprache im Anschluss an die Antragstellung zeigten sich die unterschiedlichen Positionen in dieser Thematik. Auf der einen Seite, so einige Beiträge, sei es an der Zeit, die Diskriminierung der Frau im Pastorenamt zu beenden. Die Ordinationspraxis der Freikirche sei insgesamt unbiblisch und spiegele eher römisch-katholische Ansichten wider. Die Bibel kenne die Segnung und die Beauftragung, aber keine Amtsordination. Die Segnung und Beauftragung richteten sich nach dem Willen des Heiligen Geistes und nicht nach dem Geschlecht.

Einheit der Kirche in Gefahr
Auf der anderen Seite wurde die Einheit der Kirche beschworen und der Antrag als ein Akt der Rebellion und Nichteinhaltung von bereits getroffenen Entscheidungen der höchsten Kirchenebene angesehen. Die überregionale Kirchenleitung der Adventisten für Nord- und Ostdeutschland (Norddeutscher Verband/NDV) war bereits durch die Weltkirchenleitung der Freikirche im Herbst 2019 wegen ihrer Ordinationspraxis verwarnt worden. Der bei der Tagung in Puschendorf anwesende Präsident der teilkontinentale Kirchenleitung adventistischer Christen in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division/EUD), Mario Brito, warnte, dass womöglich die Büchse der Pandora geöffnet würde und man die Chance durch zu schnelles Vorgehen verspiele, andere Regionen mit ins Boot zu holen.

Die Zeit war reif
Auf den ersten Blick könnte sich dem der außenstehenden Betrachter ein Bild der Zerrissenheit der Kirche geboten haben. Und in der Tat, die unterschiedlichen Auffassungen in der Frage der Ordination der Frau zum Predigtamt sind nicht nur erkennbar, sondern erschweren auch das Gefüge der lokalen Kirchengemeinden. Doch für die anwesenden Delegierten schien die Zeit für eine eindeutige Richtungsentscheidung gekommen. Mit einer 2/3 Mehrheit (72:35) stimmten die Anwesenden dem vorgelegten Antrag zu und versahen ihn mit einem kleinen Zusatz, der deutlich machen sollte, dass es nicht nur „um eine bloße Rebellion“ ging.  So wurde die überregionale Kirchenleitung für Süddeutschland (Süddeutscher Verband/SDV) mit in die Verantwortung gebeten. Der Antrag lautet:

„Vorbehaltlich der Zustimmung des SDV segnen wir ab sofort alle Angestellten im geistlichen Dienst im Kontext der Bayerischen Vereinigung vollumfänglich unabhängig ihres Geschlechts und sehen diese Segnung als kirchenrechtlich verbindliche Ordination an.“

Damit scheint ein historischer Meilenstein gesetzt, eine Wende eingeläutet und ein deutliches Signal für andere Regionen der Freikirche abgegeben zu sein, so Pastor Matthias Grießhammer, einer der Delegierten.

Abteilung Frauen
Als weiteres Novum darf die Entscheidung angesehen werden, die Abteilung Frauen zukünftig nicht mehr wie bisher nur als Beauftragung, sondern als eigenständige Abteilung mit Sitz im Exekutivgremium (Landesausschuss) zu führen. Engagiert wurde der Antrag von Annelies Plep, Leiterin des Familienzentrums Arche Noah in Penzberg, eingebracht, dass „dafür eine Stelle bis zu 50% geschaffen wird“ und die Leitung der Abteilung mit einer Frau besetzt wird. Auch dieser Antrag wurde mit deutlicher Mehrheit unterstützt.

Präsenzveranstaltung mit einem Schutz- und Hygienekonzept
Lange stand nicht fest, ob in der derzeitigen COVID-19 Situation, diese Konferenz überhaupt stattfinden konnte. Einmal war der Termin bereits verschoben worden. Mit einem streng verfolgten Schutz- und Hygienekonzept nach den Regeln der 13. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung und in enger Abstimmung mit dem Landratsamt Fürth wurde im Vorfeld die Durchführbarkeit besprochen und schließlich genehmigt. In der sonst mit 1.300 Sitzplätzen versehenen Konferenzhalle hatten mit Einhaltung des Mindestabstands und in Reihenbestuhlung max. 170 Personen Platz. Teilnehmer ab dem 16. Lebensjahr hatten während des gesamten Aufenthaltes innerhalb der Räumlichkeiten eine FFP2-Maske zu tragen, die nur bei Ansagen am Mikrofon abgenommen werden durfte. Jeder hatte einen festen Sitzplatz zugewiesen bekommen, der nicht getauscht werden konnte.

Besonders hervorzuheben ist die Bewirtung durch die Betreiber der Konferenzhalle. Es gab kein klassisches Mittagessen an Tischen und Stühlen. Vielmehr wurde ein Imbiss im Foyer des Hauses eingerichtet. Jeder konnte sich vegetarische Wraps, Brezen und Kuchen mitnehmen und im großzügigen Außenbereich oder auch in der Halle verspeisen. Ein Konzept, dass auch für zukünftige Tagungen durchaus nachahmenswert erscheint.

Adventisten in Bayern gehören zu einer weltweit organisierten Kirche
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern mit Sitz in München gehört als regionale Kirchenleitung zum Süddeutschen Verband (SDV) der Adventisten mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart. Zum ihm zählen als weitere regionale Kirchenleitungen, auch „Vereinigungen“ genannt, die Adventisten in Baden-Württemberg, Sitz Stuttgart, und in Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) mit Sitz in Darmstadt. Der Süddeutsche Verband ist Teil der weltweiten Adventisten und untersteht der teilkontinentalen Kirchenleitung für West- und Südeuropa (Intereuropäischen Division/EUD)) in Bern/Schweiz. Diese wiederum gehört zur Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA.




Friedensauer Professorin mit goldener Ehrennadel des DBfK ausgezeichnet

Reinhart war an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg Studiengangsleiterin im Fachbereich Christliches Sozialwesen. Aus dem Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin erwachsen, studierte sie Pädagogik und promovierte zum Thema „Die akademische Berufsausbildung in der Pflege aus der Sicht der Arbeitgeber“. Ihr Engagement führte zur Einführung der Pflegestudiengänge in Friedensau, wie des Studiengangs „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“, einer vierjährigen Pflege- und Fachausbildung mit Bachelor-Abschluss an der Theologischen Hochschule. Sie entwickelte auch ein erfolgreiches Konzept der hochschulzertifizierten Weiterbildung für Fach- und Pflegekräfte, teilte die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule mit.

Hochschule Friedensau

Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. 38 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten.




Stabile Finanzen und Raum für konservative Überzeugungen

Raum für Öffnung und Toleranz für konservative Überzeugung
In großer Offenheit, so eine Pressemeldung der EMK, hätten die Konferenzmitglieder die Ergebnisse des Runden Tischs erörtert, die nach anderthalbjährigen Beratungen zur Gründung eines Gemeinschaftsbunds der Evangelisch-methodistischen Kirche geführt hatten. Sie sahen auch die Öffnung der Kirche hinsichtlich des Umgangs mit Homosexualität in der Kirche vor. Die Aussprache dazu habe deutlich gemacht, dass Christen und Gemeinden mit konservativen Überzeugungen in sexualethischen Fragen innerhalb der EmK in Ostdeutschland einen „geachteten Platz und ihre geistliche Heimat in der Kirche haben“ sollten. Der von den Mitgliedern des Runden Tischs praktizierte faire Umgang mit unterschiedlichen Überzeugungen sollte sich auch in die Gemeinden hinein fortsetzen.

Krisenbewältigung durch Verlassen gewohnter Bahnen
Im Blick auf die zuvor genannte immer noch anhaltende innerkirchliche Diskussion im Umgang mit Homosexualität hätten sich die Mitglieder der Jährlichen Konferenz mit einem Vortrag zum Thema Krisenbewältigung aus theologischer, psychologischer und erziehungswissenschaftlicher Sicht beschäftigt. Der Erziehungswissenschaftler Matthias Stiehler aus Dresden habe darauf hingewiesen, dass Krisen Situationen seien, „in denen das Leben nicht mehr in den gewohnten Bahnen weitergehen kann“. In den damit verbundenen Auseinandersetzungen dürfe nicht zu schnell nachgegeben werden. Aber wenn es „um die Wahrheit“ gehe, werde es schwierig. Denn, so Stiehler, man könne sich ihr annähern, „aber im Besitz haben wir sie nie“. Komplexe Krisen seien daran erkennbar, dass sie nicht alleine lösbar seien. Problematisch werde es, wenn keine Hilfe in Anspruch genommen oder zu spät organisiert werde. Das „Lob der Schwachheit als Stärke“ von Paulus im zweiten Korintherbrief (Kapitel 12) zeige, dass nicht die immer Starken den entscheidenden Beitrag leisteten, „sondern eher die, die auch schwach sind und sich das zugeben können“.

Begegnungsstätte Schwarzenshof: Ort nachhaltigen Lebens
Der Tagungsort für die virtuelle Konferenzübertragung, die Begegnungs- und Bildungsstätte Schwarzenshof, sei wie andere Bildungs- und Gästehäuser auch mit Wirtschaftlichkeitsfragen der Einrichtung konfrontiert. Unter der Leitung der neuen Geschäftsführung unter dem vormaligen Eventmanager Martin Schwartz wolle sich die Schwarzenshofer Einrichtung der EmK als „Kirche in anderer Gestalt“ weiterentwickeln. Dabei sollten angesichts der bevorzugten Lage eines großen Geländes mit mehreren Häusern am Rand eines Waldgebiets und in der Erholungsregion Thüringer Wald ökologische Gesichtspunkte eine große Rolle spielen. Die Mitglieder der Konferenz beschlossen dafür die Einrichtung eines Fonds mit 250.000 Euro zur Erhaltung und Entwicklung der Immobilien. Mit einem neuen Energiekonzept sollen dazu erste Schritte eingeleitet werden.

Finanzielle Einnahmen stabil
Erfreulicherweise seien die Einnahmen im zurückliegenden Pandemiejahr gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben. Eine weitere Steigerung wie in den Jahren zuvor sei aufgrund der Pandemie nicht möglich gewesen. Der Gebedurchschnitt pro Kirchenglied und Jahr sei erneut um rund drei Prozent gestiegen. Leider werde die positive Wirkung dieser Steigerung durch die abnehmende Zahl der Kirchenglieder von jährlich rund zwei Prozent wieder abgeschmolzen.

Statistisches
Die Zahl der Kirchgenglieder und Kirchenangehörigen betrug zum 31. Dezember 2020: 11.452 (Vorjahr: 12.003). Finanzen: Die Einnahmen mit 4,02 Millionen Euro blieben trotz Corona nahezu stabil (minus 1,1%); die Rückgänge (geringere Kollekten) konnten durch höhere Spenden und geringere Ausgaben im Wesentlichen ausgeglichen werden.

Weitere Informationen zur Evangelisch-methodistischen Kirche: https://www.emk.de/.




Für einen guten Zweck – Mitarbeiter des Krankenhauses Waldfriede laufen einmal um den Globus

„Ursprünglich entstand die Idee für diesen Sponsorenlauf in der Arbeitsgruppe „betriebliche Gesundheitsförderung“ des Krankenhauses Waldfriede“, so Vorstand Bernd Quoß. In Anlehnung an die „Trimm-dich-fit“-Initiative des Deutschen Sportbundes (DSB) in den 70er und 80er Jahren sollten die Mitarbeitenden des Krankenhauses gerade nach den Lockdowns der Corona-Pandemie zu sportlichen Aktivitäten angeregt werden.

19 Teams bildeten sich aus den Abteilungen des Krankenhauses mit insgesamt 180 Teilnehmenden. Sie traten in der Zeit vom 1. Mai bis 11. Juni in den Disziplinen Laufen/Walking, Joggen, Fahrradfahren und Inline-Skaten an. Als ambitioniertes Ziel war geplant, kilometermäßig bis nach Tokio zu gelangen. Am Ende wurden daraus beachtliche 43.122 Kilometer, was mehr als einer kompletten Umrundung der Erdkugel entspricht.

Bis zum Schluss war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, so dass schließlich 4 Sieger gekrönt wurden, die sich die ersten 3 Plätze teilen. In den einzelnen Disziplinen brachten es die Sieger beim Joggen auf 248 km, beim Radfahren auf 427 km und beim Walken/Laufen auf 148 km.

Platz 1 belegte das Team: „ITS läuft bei uns“
Platz 2 belegten die Teams: „Catch us if you can“ und „O’Pana“
Platz 3 belegte das Team: „Die Busenfreunde“

Stellvertretend für ihre Teams nahmen einige Teammitglieder Urkunden und Gutscheine für die Preise von Vorstand Bernd Quoß entgegen. Den Siegern winkt ein Besuch mit dem ganzen Team im Schlosspark Theater Berlin. Die Zweitplatzierten freuen sich auf Pizza satt für ihre Teams und die dritten Gewinner dürfen sich auf ein Schlemmerfrühstück für das gesamte Team freuen.

4.400 Euro spendet das Krankenhaus an den Förderverein. Der Betrag wird zu gleichen Teilen aufgeteilt und geht zum einen an das Projekt „Sternenkinder/Stille Geburten/Begräbnisse“ im Krankenhaus und zum anderen an die neue Palliativstation. Hier kann den Patienten mit der Spende eine Freude gemacht werden. „Wir hoffen, dass alle Teilnehmer Spaß hatten und freuen uns auf die nächste Aktion“, kommentiert Quoß.

Zur Webseite des Krankenhauses Waldfriede: www.krankenhaus-waldfriede.de.