Theologische Hochschule Friedensau beteiligt sich an Interkultureller Woche

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der ThHF seien an der Hochschule Studierende aus 30 Nationen eingeschrieben. Es handele sich um einen Campus auf dem das interkulturelle Miteinander seit 120 Jahren gelinge. Insgesamt seien in Deutschland rund 5.000 Veranstaltungen in mehr als 500 Städten und Gemeinden geplant. Ein Höhepunkt sei in der Region Burg-Genthin am 3. Oktober das große Abschlussfest auf dem Genthiner Marktplatz.

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche ist eine Initiative der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen mitgetragen. „Der nationale ‚Tag des Flüchtlings‘, dieses Jahr am 27. September, ist Bestandteil der IKW“, so die Initiatoren.

Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- (B.A.) und Master-Studiengänge (M.A.), zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Informationen: https://www.thh-friedensau.de




„Salz der Erde“

Das Motto des diesjährigen ökumenischen Tages der Schöpfung nahm zum einen Bezug auf das Jesuswort im Matthäus-Evangelium, Kapitel 5, Vers 13: „Ihr seid das Salz der Erde“. Zum anderen auf die großen Salzvorkommen der Stadt. Eröffnet wurde die zentrale Feier vom Vorsitzenden der ACK Deutschland, Erzpriester Radu Konstantin Miron, sowie vom Vorsitzenden der ACK Baden-Württemberg, Prälat Prof. Dr. Traugott Schächtele. Ergänzt wurde das Programm durch Führungen, Aktionen, einer Filmpräsentation und einem Empfang.

Festrede Ministerpräsident Kretschmann
Ministerpräsident Kretschmann nahm in seiner Festrede Bezug auf das Motto „Salz der Erde“ und spendete geistlichen Zuspruch. „Jeder Mensch ist ein ,Initium‘ (lat. Anfang). Er kann kreativ sein und einen Neuanfang beginnen“, so Kretschmann. Er sprach jedoch auch den Umwelt- und Klimaschutz als globale und persönliche Verantwortung an, die es zu erkennen gelte. Darüber hinaus müsse sich der Mensch ein Urteil bilden und für Nachhaltigkeit einsetzen, da die Welt Gottes Gabe an den Menschen sei, die es zu pflegen gelte und die Ehrfurcht verdiene. Zuletzt thematisierte der Ministerpräsident die Wirkung und forderte die Kirchen auf, ihre Idee des guten Lebens in die säkulare Gesellschaft einzuspeisen und nachhaltiges Handeln ermutigend vorzuleben: „Ich glaube, wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir das Ruder noch herumreißen“.

Ökumenischer Festgottesdienst
Im Rahmen des ökumenischen Festgottesdienstes predigte Pastorin Andrea Schneider vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland ebenfalls über das Motto des Schöpfungstages. Niemand könne mehr behaupten, ahnungslos zu sein, wie wir die Natur ausbeuten, so Schneider. Angesichts der drängenden Zeit sei globales Umkehren und Umdenken nötig. Christen könnten „Salz sein“, indem sie beispielsweise auf den Geschmack eines sinnvollen Lebens bringen, verletzte Menschen heilsam behandeln, aber auch „Salz in die Wunden der Gesellschaft streuen“ und sich politisch einmischen. Konkrete Beispiele nannte die Rundfunkpastorin ferner in Bezug auf die Erhaltung der Schöpfung. In diesem Sinne werde eine „konservative Wende“ benötigt. „Damit das Leben Zukunft hat auf unserem schönen Planeten.“

Schöpfungstag an jedem ersten Freitag im September
Seit dem Jahr 2010 feiert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland jährlich am ersten Freitag im September einen ökumenischen Tag der Schöpfung. Er geht auf eine Anregung des damaligen Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I., dem Ehrenoberhaupt der orthodoxen Weltkirche, zurück, einmal im Jahr „gemeinsam zum Schöpfer zu beten“. Dieser Tag wird bundesweit begangen und regt dazu an, das Lob des Schöpfers als Christen gemeinsam anzustimmen und gleichzeitig die eigenen Aufgaben für die Bewahrung der Schöpfung in den Blick zu nehmen.

ACK Deutschland
Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Millionen Christen in Deutschland. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland („Ökumenische Centrale“) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.




„Aufbruch Ökumene“

„Ich bete darum, dass der Heilige Geist uns zugleich Beine macht und den nötigen Rückenwind gibt“, sagte Bedford-Strohm in Bezug auf die Überwindung von Trennungen zwischen den Konfessionen am Beispiel des gemeinsamen Abendmahls. „Aufbruch Ökumene“ könne man sowohl beschreibend, als auch richtungsweisend verstehen. Der EKD-Ratsvorsitzende hob unterschiedliche Schlaglichter der zwischenkirchlichen Beziehungen in den letzten Jahren hervor. Gerade im diakonischen Handeln sei mehr Ökumene nötig und auch möglich.

Die Feier des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 habe sowohl den Schmerz über Trennung deutlich gemacht, als auch eine Spirale der Wertschätzung angestoßen. Dies dürfe sich aber nicht allein auf die beiden großen Kirchen in Deutschland beziehen: „Wir müssen uns noch mehr von der bilateralen zur multilateralen Ökumene bewegen!“, so der Ratsvorsitzende. Bedford-Strohm schloss mit einem Ausblick und persönlichen Wünschen für die Entwicklung zwischenkirchlicher Beziehungen in der Zukunft.

Konfessionskundliches Institut Bensheim
Das Konfessionskundliche Institut wurde 1947 in Bensheim an der Bergstraße gegründet. Träger des Instituts ist der Evangelische Bund e.V. Als ökumenewissenschaftliches Arbeitswerk beobachtet und bewertet es unter anderem die aktuellen Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen. Die Arbeit des Instituts wird zudem von der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Kirche der Pfalz finanziell getragen. Weitere Informationen: www.konfessionskundliches-institut.de




Pfadfinder: Oshkosh/USA - ein Camp der Rekorde

Rekorde
Am Ende des weltweiten Treffens mit über 50.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben sich 13.309 Personen zusammengestellt und das größte jemals in dieser Art gestaltete Kreuz geformt. Unterstützt wurde der Rekordversuch von der Vereinigung adventistischer Lagerprofis (Association of Adventist Camp Professionals).
Ein weiterer Rekord war ein Halstuch aus über 91 Meter Stoff (300 feet) mit einem Gewicht von fast 2 Tonnen (4.000 US pounds). Über 300 freiwillige Helfer hatten 2.252.544 Nähte verarbeitet. Die Pastorenabteilung (Ministerial Department) der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika (NAD) trat hier als Sponsor auf. Beide Aktionen wurden erfolgreich im Guinness Buch der Weltrekorde eingetragen.

Glaubenstaufen

Während der fünf Camporéetage seien auch 1.311 Pfadfinder durch Untertauchen nach biblischem Vorbild getauft worden und hätten sich so der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten angeschlossen, berichtete Ronald H. Whitehead, Direktor des Zentrums für Jugendevangelisation (Center for Youth Evangelism CYE) an der Andrews Universität, Michigan/USA. Allen Getauften wurde eine Taufurkunde, ein Handtuch (wurde bei der Taufhandlung gebraucht), eine Bibel und eine Anstecknadel als Erinnerung an dieses Ereignis überreicht.

Über 61.000 € an Spendenaufkommen
Beim Gottesdienst am Samstagmorgen spendeten die Pfadfinder den Gesamtbetrag von 68.5333 US$ (61.440 Euro). Die größte Onlinespende betrug 4.900 US$ (4.393 Euro), der größte Einzelbetrag in bar vor Ort 1.000 US$ (897 Euro). Damit fehlten nur 31.467 US$ (28.210 Euro) an dem gesteckten Sammlungsziel von 100.000 US$ (89.650 Euro), so einer der Organisatoren des Pfadfindercamps. Der Erlös ist für Projekte wie die weltweite Vereinigung adventistischer Luftfahrt (Adventist World Aviation), Pfadfinder Evangelisation in Kuba und die Aktion „Bible & Buck“ (eine Bibel und 1 Dollar Porto für den Versand von Bibeln in den Ländern, in denen es wenige Bibeln gibt) gedacht.

Oshkosh 2024
In 5 Jahren wird das nächste große internationale Pfadfinderlager in Oshkosh, Wisconsin/USA ausgerichtet. Es findet vom 12.-17. August 2024 unter dem Motto: „Believe the Promise“ (Glaubt der Verheißung) statt. Der Ticketverkauf hat begonnen. Für die ersten 2.500 Tickets gibt es eine der begehrten Anstecknadeln. Infos unter https://camporee.org/.




Internationale Altaistik-Konferenz in Friedensau

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau kooperiert in Deutschland die PIAC mit dem Institut für Turkologie der Freien Universität Berlin. An der 62. Jahresversammlung nahmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über einem Dutzend Länder und Regionen teil. Sie kamen aus Japan, Korea, Russland, China, Taiwan, Kirgisistan, Kasachstan, Ungarn, Frankreich, der Mongolei, Türkei, den USA und Deutschland. Themen der aktuellen Tagung waren verschiedene Religionen wie der alttürkische Tengrismus und der Buddhismus, insbesondere ihr Verhältnis zum weltlichen Staat. Neben den Tagungsthemen stand auch die Erkundung der Region auf dem Programm. So wurden unter anderem der Dom in Magdeburg und die hugenottische Petrikirche in Burg bei Magdeburg besucht.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de

Informationen zur PICA unter http://www.altaist.org/




Erstmals eine Frau zur Generalsekretärin von „Religions for Peace“ gewählt

Prof. Dr. Azza Karam
Laut einer Medienmitteilung von Religions for Peace wurde Azza Karam 1968 in Kairo/Ägypten geboren. Die Muslimin ist Staatsbürgerin der Niederlande und Professorin für Religion und Entwicklung an der Vrije Universität in Amsterdam. Zudem arbeitet sie aktuell für die Vereinten Nationen zu Fragen rund um Religion, Entwicklung und Demokratie. Die gebürtige Ägypterin arbeitete unter anderem als leitende Beraterin (Senior Advisor) für Kultur beim Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und als Koordinatorin einer interdisziplinären Arbeitsgruppe für Religion und Entwicklung der Vereinten Nationen, wo sie ein interreligiöses Netzwerk für Bevölkerung und Entwicklung mit über 600 religiösen Organisationen aus aller Welt koordinierte. Seit den 1990er Jahren hat sie in verschiedenen Funktionen für eine Reihe von internationalen Organisationen gearbeitet.

Margot Kässmann ins Leitungsgremium von „Religions for Peace“ gewählt
Auch die deutsche Theologin Margot Kässmann, ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017 wurde in das Leitungsgremium von „Religions for Peace“ gewählt. In einem Interview mit domradio.de meinte sie nach ihrer Wahl: „Die Friedensfrage ist mir seit vielen Jahrzehnten ein Herzensanliegen. Ich denke, dass Religionen jetzt dringend zum Frieden beitragen müssen, weil sie doch allzu oft benutzt werden und sich benutzen lassen, um bewaffnete Konflikte zu verschärfen.“




Gemeinsame Zukunft als Ziel der 10. Weltkonferenz „Religions for Peace“

Etwa 800 hochrangige religiöse Führer, Jugendliche und gläubige Frauen der großen Weltreligionen wie Bahá’í, Buddhisten, Christen, Hindus, indigenen Religionen, Jain, Juden, Islam, Sikh, Zoroastri werden von 100 Vertretern von Regierungen, zwischenstaatlichen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen unterstützt, um in den vier Konferenztagen, nach Aussagen der Veranstalter, weitreichende Partnerschaften zum Wohle der Allgemeinheit aufzubauen. Das Motto der Tagung lautet: „Sorge für unsere gemeinsame Zukunft – durch Förderung des positiven Friedens“.

Die Versammlung selbst sei eine Zeit multireligiösen Handelns. Religionsführer aus Konfliktzonen würden an Konfliktmediationssitzungen unter weiteren Religionsführern und anderen wichtigen Interessengruppen teilnehmen. Diese privaten Friedensgespräche hätten bei früheren Konferenzen zu sehr positiven Ergebnissen auf dem Balkan, in Westafrika, im Nahen Osten, in Sri Lanka und Indonesien geführt. Nationale interreligiöse Räte (IRCs) und Gruppen würden bewährte Praktiken austauschen, um besser gerüstet zu sein, konkrete Maßnahmen vor Ort in ihren eigenen Ländern zu ergreifen.

Die 1970 in Kyoto/Japan gegründete Versammlung Religions for Peace ist seit 1973 als Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen akkreditiert und hat ihren Sitz in New York/USA. Alle 5 – 7 Jahre organisiert die Organisation eine Weltversammlung. Bei dem diesjährigen Treffen stehen zwei konkrete Ziele auf der Agenda: Nach den Anschlägen auf Kirchen in Sri Lanka und eine Moschee in Christchurch sollen mit Hilfe einer globalen Bewegung sogenannte „Schutzringe“ um religiöse Stätten errichtet werden. Zweitens sollen die Rechte afrikanischer Frauen gestärkt und sie besser vor sexueller Gewalt geschützt werden.

Weiter will die Konferenz Friedensprozesse vorantreiben und sich für Zusammenarbeit, Menschenrechte, Klimawandel und Umweltschutz einsetzen. Am Rande der Tagung finden außerdem Gespräche zwischen Konfliktparteien aus Myanmar, Bangladesch, Nord- und Südkorea und Süd-Sudan statt.

Der Künstler Gisbert Baarmann hat aus Anlass der Weltkonferenz die 7,5 Meter hohe Skulptur „Ring of Peace“ (Friedensring) aus Lärchenholz im Luitpoldpark am Ufer des Bodensees geschaffen. 36 Hölzer aus aller Welt sind darin verarbeitet. Der sogenannte „Möbiusring“ steht als Symbol für den Frieden unter den Religionen, ohne oben und unten, innen und außen.




Die Bibel im Jahr 2020 erneut weltweit im Fokus

In seiner Ansprache an die Tausenden, die beim „Jesus Global Youth Day“ (Globaler Jesus Jugendtag) vom 8. bis 10. August in der philippinischen Hauptstadt Manila versammelt waren, hob Bischof Efraim Tendero die beispiellose Rolle der Bibel in über tausend Jahren Weltgeschichte hervor. „Weist auf die Bibel und den Schöpfer hin, dessen Wort wahr, rechtschaffen und für immer gültig ist“, ermutigte der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) die jungen Christen.

Einjährige Initiative startet im September 2019

„Wir werden die Bedeutung der Bibel als dauerhafte Grundlage für die Förderung von Einheit, Freiheit, Entwicklung und Lebensqualität heute und in den kommenden Jahren hervorheben“, so Tendero.

Die einjährige Initiative wird von Werken wie „Wycliffe“, „Jugend mit einer Mission“, „CVJM“ und „Call2All“ unterstützt. Anschließend wird damit gerechnet, dass Allianzen in den Mitgliedsländern nationale Initiativen starten. In seinem letzten Abschlussbericht als Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) hatte sich Hartmut Steeb anlässlich der 56. Hauptversammlung der DEA bereits im März für ein neues Jahr der Bibel ausgesprochen: „Ich würde mich sehr freuen, wenn noch einmal ein Jahr der Bibel mit einer … breiten Trägerschaft möglich würde.“

Wort Gottes lebenslange Verpflichtung
„Das globale Jahr der Bibel 2020 wird ein Jahr lang einen Schwerpunkt setzen; es zielt jedoch darauf ab, die Grundlage für eine lebenslange Verpflichtung zu stärken, nach dem wahren und dauerhaften Wort Gottes zu leben“, schreibt die WEA dazu. Als Motto für das Bibeljahr sei ein Bibelvers aus Psalm 119 Vers 160 ausgewählt: „Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und jedes Urteil deiner Gerechtigkeit währt ewig“.

In einem Rundschreiben listet die WEA die Ziele dieses Bibeljahres auf:
• zunehmendes und reflektierendes Lesen der Bibel durch Einzelpersonen und Gemeinschaften auf der ganzen Welt;
• Übersetzung, Veröffentlichung und Verbreitung der Bibel in so vielen Sprachen, wie sie benötigt wird;
• Menschen, insbesondere der jüngeren Generation, sollen in allen Lebensbereichen Ressourcen bereitgestellt werden, die eine bessere Auseinandersetzung mit der Bibel ermöglichen.

In Deutschland gab es 1992 mit „Jahr mit der Bibel“ und 2003 mit „Jahr der Bibel 2003“ ähnliche Initiativen mit Fokus auf das Bibelbuch. Mit der WEA sind nach eigenen Angaben etwa 600 Millionen evangelikale Christen verbunden.




Medienzentren kooperieren bei internationalem Projekt zum Thema „Unsicherheit“

„Uncertainty“ – ein Projekt der Hoffnung
„Wir wollen Hoffnung vermitteln. Unsicherheit ist ein existentielles Thema, das heute im Leben eines jeden Menschen präsent ist, unabhängig von gedanklichen oder religiösen Überzeugungen. Wir denken, wir haben die Möglichkeit, dem Publikum zu helfen, es zu führen zu inspirieren und ihm die Bedeutung der Botschaft der Hoffnung zu zeigen, mit der wir leben“, sagte Adrian Dure, Gesamtkoordinator des cross-medialen Projekts und Dokumentarfilmregisseur beim Europäischen „Medienzentrum Stimme der Hoffnung“ der Freikirche in Alsbach-Hähnlein/Deutschland.

Ein cross-mediales Vorhaben
Das internationale Projekt will zeigen, wie Unsicherheit im Leben verschiedener Menschen eine Rolle spielt. Es will auch zeigen, wie man mit Unsicherheit umgeht und welches Wachstum daraus entstehen kann, so Dure. Dazu gehören verschiedene Medienprojekte wie z. B. ein interkultureller Dokumentarfilm mit Geschichten aus verschiedenen Regionen dieser Welt, ein Buch, eine Kurzfilmkampagne für Soziale Medien sowie zwei spezielle und exklusive Produktionen aus Nord- und Südamerika. Alle diese Projekte werden mit biblischen Prinzipien verknüpft sein, sagte Dure. Zu wissen, dass wir „nicht alleine sind in dieser Welt“, sei ebenso ein biblisches Prinzip, das in dem Projekt hervorgehoben werde.

Ein weiterer Projektbeteiligter, Abel Márquez aus Mexiko, meint: „Wir sind gespannt, wie die technische und kreative Seite in diesem Projekt zusammenkommen wird. Wichtiger jedoch ist, dass die Botschaft des Films für viele unterschiedliche Menschen zugänglich wird.“

Präsentation im Frühjahr 2020 geplant
Bei dem achtmonatigen internationalen Cross-Media-Vorhaben produzieren mehrere Medienzentren Geschichten, die den Film bereichern, so Dure. Das Projekt wird voraussichtlich im März 2020 abgeschlossen sein, rechtzeitig vor der nächsten Konferenz europäischer, adventistischer Medienschaffender (GAIN) im April 2020 in Bukarest/Rumänien.




Adventisten: internationale Pfadfindertreffen in diesem Jahr

Camporées haben adventistische Pfadfindertradition
Camporées entsprechen den Jamborees des Weltpfadfinderverbandes. In Deutschland haben Zeltlager der adventistischen Pfadfinder eine lange Tradition. 1957 wurde die erste „Jungfreundefreizeit“ in Freudenstadt durchgeführt. Später nannten sie sich die „Christlichen Pfadfinder der Adventjugend (CPA)“, die Pfadfinderorganisation innerhalb der Jugendabteilung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Zu den Feiertagswochenenden wie Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten finden regelmäßig solche Freizeiten und Zeltlager in den Bundesländern statt. Manche Bundesländer führen gemeinsame Treffen durch. Ein Pfadfinderlager mit deutschlandweitem Charakter ist das Osterlager Friedensau (OLaF) auf dem großen Zeltplatz beim Hochschulgelände Friedensau/Sachsen-Anhalt.

1977 nahmen die deutschen adventistischen Pfadfinder und Pfadfinderinnen am ersten internationalen Camporée der teilkontinentalen Kirchenleitung für West- und Südeuropa (Euro-Africa-Division/EUD) in Malcesine/Italien teil. Sowohl das Treffen in Portugal als auch das Event in Südengland entsprechen dieser Tradition.

Mega Pfadfindertreffen
Im Januar dieses Jahres fanden auf dem südamerikanischen Kontinent in Barretos, nördlich von São Paulo/Brasilien, zwei aufeinanderfolgende Camporées mit jeweils über 50.000 Teilnehmern statt. Das alle fünf Jahre stattfindende Ereignis brachte Jugendliche aus den acht Ländern Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Ecuador, Paraguay, Peru und Uruguay zusammen.

Vom 12. Bis 17. August werden bis zu 55.000 Teilnehmer beim internationalen Camporée in Oshkosh, Wisconsin/USA erwartet. Unter dem Motto: „Chosen“ (Erwählt) geht es um die biblische Figur des David. Wie bei allen solchen Lagern können die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Gradabzeichen erwerben, handwerkliche Fähigkeiten erlernen und einsetzen, Anstecknadeln austauschen, Freundschaften schließen und erneuern, ihren Glauben stärken und beeindruckende Ereignisse erleben. Das internationale Camporée in Oshkosh ist das Mega-Event der weltweiten adventistischen Pfadfinderbewegung.

Adventistische Pfadfinder weltweit
Nach eigenen Angaben sind etwa 2,6 Millionen Pfadfinderinnen und Pfadfinder in über 90.000 lokalen Gruppen zusammengeschlossen. Deutschlandweit sind etwa 3.500 CPA’s in 180 Gruppen aktiv. Sie sind in den meisten Fällen an lokale Kirchengemeinden angebunden.

Die Abendveranstaltungen in Oshkosh können ab 13.08. über HopeChannel im Live-Stream verfolgt werden. Mehr Infos: https://www.hopetv.org/camporee.




Evangelische Friedensarbeit trauert um Pfarrer Ulrich Finckh

„Ulrich Finckh hat sich über Jahrzehnte hinweg mit Nachdruck, Beharrlichkeit und großem Engagement für ein Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung eingesetzt“, betonte Detlev Besier von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Er war viele Jahre ehrenamtlicher Geschäftsführer der EAK und habe deren Arbeit geprägt. Dabei sei es ihm stets wichtig gewesen, dass Menschen, die aus Gewissensgründen den Dienst mit der Waffe verweigerten, eine öffentliche Anerkennung für ihre Entscheidung erhielten, stellte Besier fest, der auch Friedensbeauftragter der Protestantischen Kirche der Pfalz ist.

Ein unbequemer, wichtiger Mahner
Gerade in einer Zeit, in der Kriegsdienstverweigerer in der Gesellschaft stigmatisiert worden seien, habe sich Pfarrer Ulrich Finckh, der bis 2003 Vorsitzender der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen war, mit Fachwissen und unermüdlichem Einsatz für deren Rechte eingesetzt. „Ulrich Finckh stand den Betroffenen in Prüfungsverfahren zur Seite, er stritt aber auch beharrlich gegenüber den politischen Verantwortlichen für deren Rechte“, so Detlev Besier.

Die evangelische Friedensarbeit habe Ulrich Finckh viel zu verdanken, betonte Renke Brahms. „Er war ein unbequemer, aber wichtiger Mahner für eine friedliche Welt. Seine Stimme wird fehlen“, so der EKD-Friedensbeauftragte, der im Trauergottesdienst für Ulrich Finckh auch die Predigt hielt.

Soldat, Pfarrer, Pazifist
Ulrich Finckh wurde am 4. September 1927 in Heilbronn geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Soldat miterlebte, studierte er in Marburg, Mainz und Göttingen evangelische Theologie und wurde zunächst Pfarrer in Mettenheim (Rheinhessen), ab 1962 Studentenpfarrer in Hamburg, bevor er 1970 in Horn in Bremen Gemeindepfarrer wurde und dies bis zu seinem Ruhestand 1991 blieb. Er war 1971 bis 2012 Mitglied im Vorstand des Sozialen Friedensdienstes Bremen, von 1971 bis 2003 Vorsitzender der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, von 1974 bis 2004 Mitglied des Beirates für den Zivildienst und Mitbegründer der Gustav-Heinemann-Initiative. Finckh war auch lange Jahre ehrenamtlicher Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Er starb am 25. Juli in Bremen. Seine Autobiografie „Pimpf, Pfarrer, Pazifist. Ein kritischer Rückblick (1927-2017)“ erschien 2018 als Band 42 der Schriftenreihe „Geschichte & Frieden“ im Donat-Verlag, Bremen.

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Sprecher im Bundesvorstand der EAK sind Wolfgang Buff, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), und Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wird im EAK-Vorstand und in der Mitgliederversammlung von Dr. Horst Sebastian vertreten, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Informationen: www.eak-online.de




Theologische Hochschule Friedensau trauert um Professor Dr. Winfried Noack

Winfried Noack, 1928 in Breslau geboren, studierte am adventistischen Theologischen Seminar Marienhöhe Darmstadt Theologie und an der Ludwig-Maximilians-Universität München Germanistik, Geschichte, Geographie und Philosophie. Während seiner Tätigkeit als Lehrer von 1954 bis 1992 am Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt wurde er 1962 zum Pastor der Siebenten-Tags-Adventisten ordiniert und 1966 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz promoviert.

Gemeinsam mit seiner Frau Renate entwickelte Noack in Friedensau ab 1992 das Studienprogramm am Fachbereich Christliches Sozialwesen. Er war Gründungsmitglied des Instituts für theologische und sozialwissenschaftliche Erforschung von Gemeindeentwicklung und Mission sowie des Instituts für integrative Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit der Hochschule, zu dessen Leiter er berufen wurde. 1995 erfolgte die Ernennung zum Professor. Im Jahr 2000 wählte die Theologische Hochschule Friedensau ihn für sieben Jahre zum Prorektor.

„Winfried Noack verband sein umfangreiches wissenschaftliches Wirken mit praktischer Projektarbeit in der Umgebung von Friedensau, später in Darmstadt, wo er mit seiner Frau den Ruhestand verlebte. Ihrer beider Herzlichkeit vermittelte stets ein Gefühl der Verbindlichkeit und des Angenommenseins“, betonte der Rektor der Hochschule, Professor Dr. Roland E. Fischer.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




Studiengänge der Theologischen Hochschule Ewersbach weiterhin akkreditiert

Das Akkreditierungsverfahren wurde laut Hochschule im August letzten Jahres durch die zuständige Akkreditierungskommission von AQAS eröffnet. Im Februar fand eine Begehung am Hochschulstandort Ewersbach statt. Hier führte die Kommission getrennte Gespräche mit der Hochschulleitung, den Professoren und Studierenden. In ihrem Abschlussbericht hoben die Gutachter die besondere Mischung aus Theorie und Praxis in Ewersbach hervor. Die Studiengänge bildeten „eine gute Grundlage für ein selbstständiges Forschen und Beschäftigen mit theologischen Themen und Fragen, wie sie später im Berufsleben aufkommen.“ Außerdem fände „parallel dazu auch eine praktische Ausrichtung statt, um die Studierenden auf den Dienst am Menschen vorzubereiten.“ An dieser Stelle seien vor allem das Gemeindepraktikum und der Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung während des Studiums hervorgehoben worden. Bemerkenswert wären auch die Studienbedingungen. Die digitalen und literaturbezogenen Möglichkeiten für Studierende seien nach dem Gutachten der Kommission „exzellent“.

Der Rektor der Hochschule des BFeG, Professor Dr. Andreas Heiser, äußerte: „Es ist bemerkenswert, wie die Kommission unser eigenständiges Profil in den Studiengängen unserer Hochschule würdigt. Die enge Verbindung von Theologie, Persönlichkeitsentwicklung und praktischer Erfahrung in Gemeinde und Mission macht unsere Studiengänge einzigartig.“ Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Ansgar Hörsting, betonte: „Es braucht eine fundierte, qualitativ ausgezeichnete Ausbildung für Pastoren und Pastorinnen. Die Akkreditierung zeige, dass in Ewersbach eine hervorragende Arbeit geleistet wird.“

Theologische Hochschule Ewersbach
Der BFeG hatte bereits 1912 eine „Predigerschule“ in Wuppertal-Vohwinkel gegründet. 1946 wurde das Predigerseminar in Ewersbach neu eröffnet. Am 27. September 2011 verlieh das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst der Ausbildungsstätte den Status einer staatlich anerkannten Fachhochschule. Damit erfolgte die Umbenennung in „Theologische Hochschule Ewersbach“.




Adventisten in Süddeutschland: Wechsel im Vorstand und Pressedienst

Jens-Oliver Mohr (43) hat in Bogenhofen (Österreich), Passau und Friedensau Theologie studiert und war seit 2006 als Pastor in Baden-Württemberg tätig. Im Jahr 2015 wurde er zum Chefredakteur des Adventistischen Pressedienstes (APD Deutschland) berufen. Gleichzeitig leitet er die Presse- und Informationsstelle, das Referat für zwischenkirchliche Beziehungen und die Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (Apologetik) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mohr wechselt in der Mitte der Wahlperiode als Vizepräsident in den Vorstand des SDV. Bis auf die APD-Chefredaktion nimmt er seine bisherigen Aufgaben weiterhin wahr. Jens Mohr ist verheiratet und hat eine Tochter.

Stephan G. Brass (65) studierte in Deutschland, England und den USA Theologie, Publizistik sowie Radio- und TV-Kommunikation. Er gehört zu den ersten Nutzern des Internets in Deutschland, angefangen mit den Feldversuchen unter dem damaligen Bildschirmtext (BTX). Über 35 Jahre lang betreute er als Pastor verschiedene Kirchenbezirke der Adventisten in Nord- und Süddeutschland. In den jeweiligen Bundesländern beriet er die regionalen Kirchenleitungen als Pressesprecher oder als Beauftragter in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit 2017 ist Brass als Beauftragter für Kommunikation für die beiden deutschen überregionalen Kirchenleitungen mit dem Aufbau dieser Abteilung betraut. Ab 1. August übernimmt er zusätzlich die Chefredaktion des Adventistischen Pressedienstes in Deutschland.

Jochen Streit (53) ist ausgebildeter Theologe und war zwölf Jahre lang in der überregionalen Verwaltung der Freikirche in Süddeutschland tätig; von 2007 bis 2012 als Jugendabteilungsleiter, von 2012 bis 2019 als Vizepräsident und Generalsekretär. Davor leitete er als Vorstandsmitglied und Jugendabteilungsleiter die Geschicke der Adventisten in Bayern. Streit wird an der Theologischen Hochschule Friedensau die Aufgabe des Abteilungsleiters für akademische und studentische Angelegenheiten übernehmen.

Süddeutscher Verband
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland besteht aus den überregionalen Kirchenleitungen in Nord- und Ostdeutschland (Norddeutscher Verband, NDV) mit Sitz in Hannover, sowie in Süddeutschland (Süddeutscher Verband, SDV), mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart. Zum SDV gehören die regionalen adventistischen Kirchenleitungen in Baden-Württemberg, Bayern und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland). Weitere Infos unter: www.adventisten.de/organisation/sueddeutscher-verband




Zahl der Christen in Deutschland sinkt auf 56 Prozent

Kaum noch Interesse am evangelischen Sonntagsgottesdienst
Zum Stichtag 31.12.2018 gehörten insgesamt 21.140.599 Menschen einer der 20 evangelischen Gliedkirchen der EKD in Deutschland an. Das sind rund 395.000 Mitglieder weniger als 2017. Die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche erhöhte sich im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr von 190.284 auf 197.207. Im letzten Jahr wurden 176.239 Menschen getauft, 7.340 weniger als 2017. Die Zahl der Wiederaufnahmen erhöhte sich leicht um 216 Personen auf 16.342. Zudem wechselten 9.887 Gläubige aus anderen christlichen Kirchen in eine der Landeskirchen; 2017 waren es 9.863 gewesen. Die gegenüber 2017 rückläufige Mitgliederzahl sei wesentlich auf den demographischen Wandel in Deutschland zurückzuführen, so die EKD. Im Jahr 2018 verstarben rund 257.000 Angehörige der evangelischen Kirche. Den Sonntagsgottesdienst besuchen nur noch 3,3 Prozent der Kirchenmitglieder regelmäßig. Am Karfreitag sind es 4,2 Prozent, am Erntedankfest 7,1 Prozent und an Heiligabend 39,1 Prozent.

Die Broschüre „Gezählt 2019 – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“ ist im Internet zu finden unter:
https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/Gezaehlt_zahlen_und_fakten_2019.pdf

Auch weniger Katholiken
Die Zahl der Austritte aus der römisch-katholischen Kirche stieg 2018 erheblich an. 216.078 Menschen verließen die Kirche, 2017 waren es 167.504. Die 27 Diözesen der Deutschen Bischofskonferenz verzeichnen in ihrer aktuellen Kirchenstatistik für das Jahr 2018 jetzt 23.002.128 Kirchenmitglieder. Den Austritten und 243.705 Bestattungen standen im letzten Jahr 167.787 Taufen, 2.442 Eintritte (wovon 2.134 Protestanten waren) und 6.303 Wiederaufnahmen in die katholische Kirche gegenüber. Nur noch 9,3 Prozent der Katholiken besuchen regelmäßig den Sonntagsgottesdienst.

Der Flyer „Katholische Kirche in Deutschland – Statistische Daten 2018“ kann ebenfalls im Internet heruntergeladen werden:
https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2019/2019-118a-Flyer-Statistische-Daten-2018.pdf




Holland: jede fünfte Kirche kein Gotteshaus mehr

Es gebe in den Niederlanden insgesamt 6.900 Kirchengebäude, die der protestantischen und der römisch-katholischen Kirche gehörten. 1.400 davon dienten heute aber anderen Zwecken. Das berichtete die Zeitung Trouw.

Restaurant und Fitness-Studio
Nach einer Umfrage würden 30 Prozent dieser umfunktionierten Gebäude als Wohnungen genutzt, 20 Prozent für kulturelle und soziale Zwecke und 15 Prozent seien in Büros und Geschäfte umgewandelt worden. Man finde in den ehemaligen Kirchen aber auch Fitness-Studios, Bars und Restaurants. Laut der Zeitung Trouw wurde die Mehrheit der Gebäude in den Jahren zwischen 1800 und 1970 errichtet. Ältere Kirchengebäude würden weiterhin als solche genutzt.

Katholiken verkaufen weniger Gebäude
Interessanterweise werden mehr evangelische Gotteshäuser umgewidmet, schreibt Trouw. Aufgrund der größeren geistlichen Bedeutung der Bauwerke für die römisch-katholische Kirche sei diese generell weniger zum Verkauf bereit. Für Protestanten hätten Kirchengebäude nicht den gleichen Stellenwert.




USA: Emmy Award für TV-Serie mit adventistischer Klinik

Die Episode „Love for Lexi“ dokumentiert das Leben einer 16-Jährigen, deren Herz bereits Wochen nach der Diagnose einer seltenen Form einer Herzerkrankung zum Stillstand kam. Sie sollte eine Herztransplantation bekommen und wurde im Kinderkrankenhaus der Loma Linda Universität behandelt. Die Episode zeigt ihre Geschichte durch die Augen ihrer Ärzte und ihrer Familie, die alle um ihr Leben kämpften. Lexi erhielt schließlich eine lebensrettende Herztransplantation und wurde gesund.

Life on the Line auch auf Deutsch
„Life on the Line“ ist eine Fernsehserie, die fesselnde Geschichten über Hoffnung und Mut aus dem Bereich von Loma Linda University Health dokumentiert. Laut LLUH gewährt die Serie einen einzigartigen Einblick in das Leben derjenigen, die mit einer immensen Tragödie konfrontiert sind. Bereits im Jahr 2016 gewann „Life on the Line“ den ersten Emmy in der Kategorie „Gesundheit/Wissenschaft“. 2017 wurde die Serie sogar mit sieben Emmy-Awards ausgezeichnet. Der diesjährige Preis war der 14. Emmy der Produktionsfirma Mound City Films. Seit Juni wird die Serie auch auf Deutsch unter dem Titel „Einsatz leben“ wöchentlich montags um 20:15 Uhr auf HopeTV ausgestrahlt.

Loma Linda University Health (LLUH)
Die 1905 gegründete Loma Linda University Health, eine Organisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, umfasst die acht Fakultäten der Loma Linda Universität (mit mehr als 4.400 Studierenden aus über 80 Ländern), die sechs Krankenhäuser des LLU Medical Center sowie mehr als 900 Fakultätsärzte in Südkalifornien. Loma Linda University Health bietet nach eigenen Angaben über 100 akademische Programme an und versorgt jährlich über 40.000 Patienten stationär und 1,5 Millionen ambulant.




Adventisten sprechen weltweit über „Christsein und sozialer Dienst“

Noch in den 1990er Jahren sei in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten darüber diskutiert worden, ob soziale Arbeit zum Auftrag der Kirche gehöre oder ob sich dieser auf die Verkündigung des ewigen Evangeliums in der Endzeit beschränke, heisst es in der Einführung zum deutschen „Studienheft zur Bibel“. Die Verkündigung des Evangeliums sei zweifellos zentraler Auftrag der christlichen Gemeinde, „doch die ‚Gute Nachricht‘ besteht nicht nur aus schönen Worten über die Liebe Gottes, sie ist auch in tätigem und liebevollem Handeln vernehmbar.“ Diakonische und soziale Arbeit gehörten neben Verkündigung und Gemeinschaft zum Auftrag der Kirche, „denn ohne Werke der Nächstenliebe ist der Glaube tot.“ Die christliche Botschaft sei nur „insoweit glaubwürdig und wirkungsvoll, wie sie sich den notleidenden und bedürftigen Menschen zuwendet.“

Videoclips zu jedem Wochenthema
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Europa hat gemeinsam mit den nationalen ADRA Landesbüros in Europa Videoclips von rund drei Minuten zu jedem Wochenthema erstellt. Die Kirchengemeinden können diese Videoclips herunterladen und als Einführung ins Wochenthema benutzen: https://cloud.adventisten.ch/s/6FrrqTDPE69pMa3

Ebenso greift die Talksendung „die BIBEL. das LEBEN.“ auf dem Hope TV die entsprechenden Wochenthemen auf: www.diebibel-dasleben.de

Studienanleitung zur Bibel
Die Studienanleitung zur Bibel wird von der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten herausgegeben und ist in zahlreichen Sprachen erhältlich. Auf Deutsch gibt es neben der Standardausgabe auch das „Studienheft zur Bibel“, welches als Begleitheft die gleichen Themen in didaktisch aufbereiteter und kontextuell bearbeiteter Form enthält. Die Studienanleitung dient der persönlichen Beschäftigung mit der Bibel während der Woche und als thematische Grundlage für das Gruppengespräch im ersten Teil des adventistischen Gottesdienstes. Die Beschäftigung mit der Bibel in Gesprächsform während des ersten Teils des Gottesdienstes wurde bereits 1853, zehn Jahre vor der offiziellen Kirchengründung, praktiziert. Weitere Informationen: https://advent-verlag.de/studienhefte




Adventisten: Berufsbegleitender Masterstudiengang International Social Sciences

In engem Austausch mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Europa sei die Möglichkeit geschaffen worden, das Studium auch berufsbegleitend zu absolvieren. Eine Zielgruppe sind Personen, die schon erste Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit hätten und sich weiterqualifizieren möchten, so Spiegler. Daneben sei der Studiengang auch für jene geeignet, die bereits einen berufsqualifizierenden Studienabschluss in einem anderen Bereich besäßen und sich für eine internationale Tätigkeit im Bereich Entwicklungszusammenarbeit oder humanitäre Hilfe interessierten.

Das berufsbegleitende, englischsprachige Studium dauert drei Jahre und umfasst pro Semester zwei separate Studienwochen auf dem Campus Friedensau, informierte Professor Spiegler. Ergänzend würden Lehrinhalte online-gestützt angeboten. Der Studiengang vermittle die notwendigen theoretischen Grundlagen, um sich in den komplexen Fragen globaler Gerechtigkeit und Entwicklung zu orientieren und bereite durch praxisorientierte Module auf die Projektarbeit in diesem Tätigkeitsbereich vor. All das geschehe in einer internationalen Studiengruppe.

Experten aus dem Globalen Süden – Armut auch in Europa
Ein wichtiger Teil des Studiums sei laut Spiegler ein Praxismodul, in dem man lerne, wie ein Projekt geplant, durchgeführt und evaluiert werde. Das beinhalte eine einwöchige Exkursion die mit einem lokalen ADRA-Büro durchgeführt werde. Dieses Jahr fahre eine Gruppe nach Albanien, um dort mit ADRA Albanien ein Projekt zur Unterstützung der Roma-Gemeinschaft zu entwickeln. Ergänzend würden Seminare stattfinden, an denen auch Mitarbeiter von ADRA teilnehmen könnten.

Während solcher Exkursionen würden immer wieder weit verbreitete Vorurteile infrage gestellt, betonte der Dekan. „Die Gruppe aus Friedensau wurde in den letzten Jahren von Friedensauer Absolventen aus afrikanischen Ländern geleitet.“ Die ADRA-Mitarbeiter vor Ort hätten mit Erstaunen festgestellt, dass Experten und Expertinnen auch aus Afrika kämen. Und den Studierenden, überwiegend aus Ländern des Globalen Südens, wäre deutlich geworden, dass es auch in Europa Armut und Ausgrenzung gebe und dass sie etwas dazu beitragen könnten, die Situation zu verbessern.

Nähere Informationen zu den Studieninhalten bietet die Homepage der Hochschule: www.thh-friedensau.de

Hochschule Friedensau
Die 1899 gegründete Friedensauer Bildungsstätte und 1990 staatlich anerkannte Hochschule hat die Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie. Sie vergibt universitäre Studienabschlüsse in Theologie (B.A., M.A. und Master of Theological Studies) sowie Soziale Arbeit (B.A.), Sozial- und Gesundheitsmanagement (M.A.), International Social Sciences (M.A.), Counseling/Beratung (M.A.) und Musiktherapie (M.A.). Der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ bereitet die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer sprachlich auf ihr Studium vor. Ein gemeinsames Projekt der Kliniken der Pfeifferschen Stiftungen und der Theologischen Hochschule ist die hochschulzertifizierte Weiterbildung in den Pflegeberufen für die in Friedensau Professorin Dr. Margarete Reinhart zuständig ist.

Die Hochschule verfügt über die wissenschaftlichen Institute Altes Testament und biblische Archäologie, Missionswissenschaft, Religionsfreiheit, Weiterbildung, Adventistische Geschichte und Theologie, Historisches Archiv, Kirchenmusik, Evaluation in der Entwicklungsarbeit und humanitären Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Sucht- und Abhängigkeitsfragen, Kulturrelevante Kommunikation und Wertebildung, Familien- und Sozialforschung, Schutz von ethischen, linguistischen und religiösen Minderheiten sowie Musiktherapie. Die Bibliothek umfasst ein vielfältiges Angebot mit über 150.000 Medien. Sie beherbergt auch die Bibliothek des Vereins für Freikirchenforschung und eine Musikalienbibliothek mit umfangreicher Notensammlung. Träger der Hochschule ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.




Weltweit besuchen 60 Millionen Kinder eine katholische Schule

Freikirchlich konfessionelles Schulwesen hat in Europa die höchsten Wachstumsraten
Nach dem Zweiten Weltkrieg seien nicht nur das katholische, sondern auch das evangelische und jüdische Schulwesen wiedererstanden. Dazu kamen in fast allen europäischen Ländern ein orthodoxes, ein muslimisches und ein freikirchliches Schulwesen, „das sich nach und nach ebenfalls europa- und weltweit organisiert – übrigens nach katholischem Vorbild“, sagte Christine Mann. Insbesondere im orthodoxen Schulwesen sei noch „genug Luft nach oben“. Die größten Wachstumsraten verzeichne – wenn auch auf noch geringem prozentuellen Niveau – das freikirchliche konfessionelle Schulwesen, so Mann.

Abgesehen von den insgesamt wachsenden europäischen und weltweit stark zunehmenden Schülerzahlen sind laut Mann einzelne Entwicklungen hoch interessant, weil sie zeigten, „dass das katholische Schulwesen unter verschiedensten staatskirchenrechtlichen Bedingungen leben und gedeihen kann“.

Frankreich mit höchsten Schülerzahlen in katholischen Schulen
Niemand würde wohl vermuten, dass das laizistische Frankreich mit über zwei Millionen Schülern die höchsten Zahlen aufweist und dass in Belgien bis zu 75 Prozent aller Schüler katholische Schulen besuchen. Ähnliches gelte für den Primarschulbereich in Irland.

Albanien mit höchster Zuwachsrate katholischer Schulen
Und das Land mit den höchsten Zuwachsraten an katholischen Schulen sei derzeit „ausgerechnet das einstmals als religionslos programmierte Albanien“, so Mann. Die Theologin und Juristin leitete früher über viele Jahre das Wiener Erzbischöfliche Schulamt und das Interdiözesane Amt für Unterricht und Erziehung (IDA).

Schulgelder als Herausforderung
Auf große Herausforderungen angesprochen nannte Christine Mann vor allem die Finanzen: „Da die katholische Schule für alle da sein will, sind in der Schulgeldgestaltung natürliche Grenzen gegeben.“ Dann gebe es die Frage nach der Aufnahme nichtkatholischer Kinder: „Ja oder nein? In welchem Verhältnis, in welcher Reihenfolge der Aufnahme? Welchen Religionsunterricht haben sie zu besuchen?“ Freilich seien das auch typisch europäische Fragen, denn: „Wir haben weltweit katholische Ordensschulen, in denen nur ein minimaler Prozentsatz an katholischen Lehrkräften und zugleich an katholischen Kindern und Jugendlichen vertreten ist.“

Jedes Kind ist einmalig und so schon vor aller Leistung von Gott angenommen
Zur Frage, was eine katholische Schule besonders auszeichnet, meinte Mann: „Vor allem die katholische Weite, die sich in doppelter Hinsicht manifestiert: Entwicklung von Identität, auch in ihrer bleibenden Widerständigkeit und zugleich Öffnung hin auf die jeweilige gesellschaftliche Situation und ihre Herausforderungen.“ Wie sich das in der konkreten Pädagogik des einzelnen Schulträgers und seiner Schule niederschlägt, sei vielfältig, kreise aber immer um das gleiche Zentrum: „Jedes Kind ist einmalig und so schon vor aller Leistung von Gott angenommen. Im Erwerb von Bildung auch in ihrer religiösen Dimension, in der Erbringung von Leistung, aber auch in der Entfaltung von Grundtugenden und im Spiel entfaltet sich Menschsein.“

Katholische Schulen ein Ort der Evangelisierung?
Und wie werde eine römisch-katholische Schule zu einem Ort der Evangelisierung? Mann: „Durch Wort und Tat. Predigt, Leitbild und Belehrung allein kommen nicht an, wenn ihnen nicht die Schulrealität, der ganz normale Schulalltag entspricht. Praxis allein, mag sie auch noch so solidarisch und wertschätzend sein, ohne das erklärende und deutende Wort greift sehr oft auch zu kurz.“

Adventisten unterhalten weltweit das grösste protestantische Bildungswesen
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält mit 8.540 Bildungsinstituten und 1.934.772 Schülern und Schülerinnen beziehungsweise Studenten und Studentinnen das größte protestantische Bildungswesen weltweit: 5.943 Primarschulen mit 1.183.337 Kindern, 2.429 Sekundarschulen mit 595.848 Kindern und Jugendlichen, 52 Berufsbildungsinstitutionen mit 7.214 Absolventen, 116 Hochschulen und Universitäten mit 148.373 Studierenden.

Adventistische Bildungsinstitutionen in Deutschland
In Deutschland gibt es folgende adventistische Bildungsstätten in kirchlicher Trägerschaft: Die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg mit den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie, das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt mit Grund- und Realschule, Gymnasium, Kolleg und Internate, die Freie Adventschule Oberhavel, Oranienburg-Friedrichsthal, mit Grund- und Oberschule, die Andrews Advent-Grundschule, Solingen, die Daniel-Schule, Murrhardt nordöstlich von Stuttgart (Grund- und Realschule), die Elisa-Schule, Herbolzheim-Tutschfelden nördlich von Freiburg (Grund- und Realschule), die Josia-Schule, Isny/Allgäu (Grund- und Gemeinschaftsschule), die Salomo-Schule, Rastatt (Grund- und Realschule), die Advent-Schule, Heilbronn (Grundschule), die Advent-Schule, Mannheim (Grundschule) sowie Mose-Schule in Nürnberg (Grundschule).

Adventistische Bildungsinstitutionen in Österreich
In Österreich gibt es folgende adventistische Bildungsstätten in kirchlicher Trägerschaft: das theologische Seminar Schloss Bogenhofen, das Oberstufenrealgymnasium Bogenhofen (ORG) mit Instrumentalmusik und die Adventistische Privatschule Bogenhofen in Oberösterreich, die Adventistische Privatschule Klagenfurt(Volksschule) in Kärnten, die Adventistische Privatschule Linz (Volksschule und Neue Mittelschule) in Oberösterreich. die Adventistische Privatschule Elia (Volksschule und Neue Mittelschule) in Dornbirn/Vorarlberg und die Privatschule Arche Noah (Volksschule und Neue Mittelschule) in Wien.

Adventistische Bildungsinstitutionen in der Schweiz
In der Schweiz gibt es folgende adventistische Bildungsstätten in kirchlicher Trägerschaft: die Privatschule A bis Z (1. bis 6. Primar, 1. bis 3. Sekundar A/B) in Zürich und die Privatschule Altavilla bei Murten/Kanton Freiburg, (1. bis 6. Primar).

Zweiter adventistischer Bildungskongress
Vom 30. Mai bis 2. Juni fand der zweite adventistische Bildungskongress in Darmstadt/Deutschland mit über 100 adventistischen Lehrkräften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Mehr dazu unter: https://www.apd.info/2019/05/31/glauben-und-lehren/




Adventisten: Neuer Professor an der Hochschule Friedensau

Wie die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Friedensauer Hochschule mitteilte, ist Professor Bendix seit März 2019 an der ThHF tätig. Zuvor forschte und lehrte er an der Freien Universität Berlin und an der University of Manchester sowie an den Universitäten Jena und Kassel. Sein Forschungs- und Lehrgebiet umfasst „Globale Entwicklung“. Er hat sich insbesondere mit den Auswirkungen kolonialer Machtverhältnisse auf die deutsche Entwicklungspolitik im In- und Ausland beschäftigt. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er in dem Buch „Global Development and Colonial Power – German Development Policy at Home and Abroad“ im Londoner Verlag Rowman & Littlefield International (2018). Derzeit forscht er zu den Möglichkeiten transnationalen Widerstands gegen Landgrabbing (Landraub) mit dem Fokus auf Mali.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können verschiedene Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, und ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de




Kirchentag: Podium zur politischen Korrektheit

Die Bewegung einer politischen Korrektheit gibt es so gar nicht. Diese These vertrat der Wirtschaftswissenschaftler und Germanist Dr. Marc Erdl in seinem Eröffnungsvortrag. Erdl führte aus, wie das Phänomen „political correctness“ als importierter Mythos aus den USA in Deutschland aufgenommen wurde. Politische Korrektheit sei im Gebrauch, nicht zuletzt durch mediale Berichterstattung, zu einer Sache geworden, die es so gar nicht gebe. Als Narrativ legitimiere sie aber alles – bis hin zum politischen Mord.

Soll man Sprache gendern?
Auf die ideologischen Voraussetzungen bei der Verwendung von Sprache wies die WeltN24-Redakteurin Hannah Lühmann hin. Man sollte die Ordnung der Grammatik nicht der Ordnung der Ideologie unterordnen, so Lühmann. Dr. Bettina Hannover, Professorin für Schul- und Unterrichtsforschung an der Freien Universität Berlin, erwähnte ihre Studien zu den Auswirkungen von gendersensibler Sprache. Ihre Einübung zeige sich auch in einem sensibleren Umgang mit anderen Menschen. Man darf in unserem Land alles sagen – man muss nur mit den Folgen leben, dass einem nicht alle zustimmen. Diese Überzeugung vertrat der Chefredakteur von „Zeitzeichen“, Reinhard Mawick. Sprache sei auch eine Frage der Moral, so der Publizist und Autor Dr. Dr. Rainer Erlinger. Respekt und Anstand seien klare moralische Gebote. „Die Sprache ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Sprache“, so Erlinger.

Wie politisch miteinander streiten?
Der Philosoph Dr. Daniel-Pascal Zorn wies auf die Wichtigkeit des gegenseitigen Verstehens in der gegenwärtigen Debattenkultur hin. Politische Korrektheit könne eingesetzt werden, um Streit, der eigentlich nötig wäre, zu verhindern, was zur Lagerbildung beitrage. Zorn rief dazu auf, nachzuvollziehen, was der andere sagt und möglichst sachlich zu argumentieren und zu differenzieren.




USA: Adventistischer Senatskaplan mit Canterbury-Medaille gewürdigt

Senatskaplan Barry Black wurde am 23. Mai bei der jährlichen Becket Fund-Gala in New York mit der Canterbury-Medaille 2019 ausgezeichnet. Diese höchste Auszeichnung des Becket Fund würdigt eine Person für ihr Engagement zur Verteidigung der Religionsfreiheit in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt. Die Canterbury-Medaille verdankt ihren Namen den Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbischof von Canterbury, Thomas Becket (1118-1170), und König Heinrich II. von England (1133-1189) über die Rechte der Kirche.

Erster adventistischer Senatskaplan
„Nur wenige geistliche Führer sind so begabt wie Kaplan Black, einen fürsorglich, mutigen Dienst in einem religiös-pluralistischen Umfeld zu leisten, sagte Mark Rienzi, Präsident von Becket. „Seit fast zwei Jahrzehnten profitiert unsere Nation von seiner Kaplanschaft, und in diesem Jahr danken wir ihm aufrichtig für seinen Einsatz zur Wahrung der Religionsfreiheit.“ Barry C. Black ist seit 2003 als Senatskaplan tätig. Er ist der erste Siebenten-Tags-Adventist und Afroamerikaner, der in dieser Funktion als geistlicher Berater für die Mitglieder des US-Senats und ihrer Angestellten samt Familien arbeitet. Davor hatte Black mehr als 27 Jahre lang in der U.S. Marine gedient.




Europäische Pastorinnen-Tagung der Adventisten

Esther Knott, Leiterin der Predigtamtsabteilung der Adventisten in Nordamerika, berichtete über ihre Erfahrungen und ihren Weg als Pastorin. Die ursprünglich aus Ungarn stammende Leiterin der adventistischen Abteilung Frauen und Familie in Westaustralien, Piroska Vranyakne-Feith, präsentierte das Thema „Geistliche Disziplin in Führungspositionen“ und illustrierte humorvoll die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Führungsmodellen. Über die Themen Menschenwürde, Gleichberechtigung, Frauenrechte, sexueller Missbrauch und Frauendiskriminierung referierte Simone Emmert, Juristin und Dozentin für Sozialrecht an der Theologischen Hochschule Friedensau. Claudia Sokolis-Bochmann, verheiratet mit einem adventistischen Pastor und selbst baptistische Pastorin, berichtete von dem langen, hindernisreichen Weg, bis sie von ihrer Kirche endlich als Gemeindepredigerin anerkannt wurde. Eine Tagesexkursion führte nach Berlin ins Pergamon-Museum und auf den Spuren des Reformators in die Lutherstadt Wittenberg.

Seelische Verletzungen durch Diskriminierung
„Immer wieder erleben Pastorinnen, dass ihre Überzeugung, von Gott zum Predigtdienst berufen zu sein, von Menschen ihres eigenen Glaubens unterdrückt, abgelehnt und bezweifelt wird“, so Heidemarie Klingeberg, adventistische Pastorin in München. Die seelischen Verletzungen durch diese Art von Diskriminierung seien während der Tagung spürbar und sichtbar gewesen. Die Teilnehmerinnen hätten von ihren persönlichen Erfahrungen erzählt. Der Austausch zum Thema „Ich bin nicht allein“ sei laut Klingeberg für die Teilnehmerinnen ermutigend gewesen und mit der Hoffnung verbunden, dass eines Tages der Traum von Martin Luther King wahr werde und es keine Diskriminierung mehr gebe.

Keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastoren und Pastorinnen
Innerhalb der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt es keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastorinnen und Pastoren. Im Juni 2015 stimmte die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio/USA als oberstes Organ der Freikirche mehrheitlich gegen einen Antrag, die Entscheidung zur Ordination von Frauen den weltweit 13 teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) zu überlassen. Diese Frage war bereits auf den Weltsynoden 1990 und 1995 negativ entschieden worden. Die Beschlüsse der Weltsynode stoßen vor allem in westlich orientierten Ländern auf Widerspruch.

Adventistische Frauen können nach der Entscheidung der Weltsynode in San Antonio zwar weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastorinnen „gesegnet“ und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in das kirchenleitende Amt eines Präsidenten einer regionalen (Vereinigung) und überregionalen Kirchenleitung (Verband/Union) berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

Weltkirchenleitung erkennt die Ordination von Pastorinnen nicht an
Bereits in den Jahren vor der Weltsynode 2015 in San Antonio sind sowohl in den USA als auch in wenigen europäischen Ländern insgesamt knapp 40 Frauen zum Pastorendienst ordiniert worden. Pastorin Sandra Roberts wurde zudem im Oktober 2013 offiziell von der dafür zuständigen Delegiertenversammlung mit 72 Prozent Zustimmung zur Präsidentin einer Vereinigung, nämlich der Südostkalifornischen Kirchenleitung (SECC), gewählt. Voraussetzung für eine derartige Leitungsfunktion ist die Ordination. Da die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) die Ordination von Pastorinnen nicht anerkennt, betrachtet sie auch die Wahl von Sandra Roberts als ungültig. Sie wird daher als SECC-Präsidentin im offiziellen Verzeichnis der Weltkirchenleitung nicht aufgeführt.




Theologische Hochschule Friedensau kooperiert mit Oxford University

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Friedensauer Hochschule seien Landraub, Umwandlung von Ackerflächen in Spekulationsobjekte und damit die Verdrängung der lokalen Bevölkerungen weltweit festzustellen. Am Fachbereich Christliches Sozialwesen der ThHF würden im englischsprachigen Studiengang „International Social Sciences“ seit einigen Jahren in diesem Bereich Feldforschung und Lehre betrieben.

Um die Erkenntnisse, die bereits gesammelt wurden, mit den Forschungen anderer Universitäten zu verknüpfen und in der Fachwelt zur Diskussion zu stellen, soll eine Publikation entstehen, an der Experten mehrerer Universitäten mitwirken. Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Ländern treffen in Friedensau zusammen und wollen das Projekt voranbringen. Es stelle die Kooperation zwischen der Theologischen Hochschule Friedensau und der Universität Oxford auf eine neue Basis. Professor Dawn Chatty sowie Dr. Troy Sternberg von der Oxford University und Dr. Jill Blau von der ThHF arbeiten federführend mit. Finanziell unterstützt werde das Projekt nicht nur durch die Theologische Hochschule und die Oxford University, sondern auch durch die Organisation Pastoralism, Uncertainty & Resilience (PASTRES).

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




„Glauben und Lehren“

Neben Grundsatzreferaten von Pastor Ken Weslake, ehemaliger Abteilungsleiter für Erziehung und Bildung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung im Süd-Pazifik-Raum, werden über zehn Workshops zum Kongress-Thema angeboten. In ihnen geht es unter anderem um: „Glauben und Lehren in der Grundschule“, „Ehevorbereitung fängt früher an – Bildungspolitische Auseinandersetzungen mit dem Thema Partnerschaft und Familie in der Schule“, „Glaube – Fiktion – Literatur“, „Wertevermittlung im Mathematikunterricht“ oder „Evolution und Schöpfung – Konflikte, Chancen und Anregungen“. Kulturell wurde der Kongress durch Musikbeiträge der Teilnehmenden und einen abendlichen Auftritt der spanischen Mimen Carlos Martinez bereichert.

Persönlichkeit und persönlicher Glaube
„Wir sind ganz nah an der Persönlichkeit des Lehrers dran“, so Heinz Schlumpberger, Abteilungsleiter für Bildung und Erziehung der überregionalen adventistischen Kirchenleitung in Süddeutschland, bei der Übermittlung des Grußwortes an die Teilnehmer. Er wies damit auf das Kongressthema „Glauben und Lehren“ hin und betonte die enge Verbindung dieser zwei Komponenten. „Wir spannen in diesem Kongress einen großen und anspruchsvollen Bogen“, führte Schlumpberger aus, denn es stelle sich grundsätzlich die Frage, wie persönlicher Glaube und die neutrale Haltung, die der Staat fordere, verbunden werden könne. Er dankte der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa, die durch ihren Abteilungsleiter für Bildung und Erziehung, Marius Munteanu, vertreten wurde, für ihre Schirmherrschaft,

„Weil wir Bildung können“
An das Ziel des Kongresses, nämlich der Bildung und Erziehung innerhalb der adventistischen Bildungslandschaft neue Impulse zu geben, erinnerte Pastor Johannes Naether, Präsident der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland, in seinem Grußwort. Als Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten betonte er die Wichtigkeit von Bildung für die Freikirche in Deutschland. Er beantwortete die Frage nach dem Sinn eines Bildungskongress mit einem klaren: „Weil wir Bildung können!“. Mit Blick auf das Motto führte Naether aus: „Wir sind ein kirchlicher Bildungsträger, das heißt, das Thema Glaube steht immer irgendwie im Raum“. Glaube wirke sich auf die Gesamtpersönlichkeit des Lehrenden aus. Naether schloss mit dem Appell: „Wir sind Lehrer, aber wir sind auch Lernende“.

Weitere Informationen unter: www.bildungskongress.org




Gestaltungshilfe für den adventistischen Gottesdienst zum Weltflüchtlingstag

Der Weltflüchtlingstag ist ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Aktionstag, der seit 2001 am 20. Juni stattfindet. 2016 beschloss die Generalkonferenz ihren Gemeinden weltweit zu empfehlen in einem besonderen Gottesdienst am Sabbat/Samstag vor dem 20. Juni bewusst zu machen, dass Millionen Menschen auf der Flucht sind. „Als Adventisten sollten wir uns dieser Herausforderung stellen und uns im Klaren werden, welche christliche Antwort und Haltung wir gegenüber diesen Menschen haben“, so die Weltkirchenleitung.

Gemeinsam für Flüchtlinge
Das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ wurde 2015 gegründet und vereint vier Partner, die institutionsübergreifend zusammenarbeiten: die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) und die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Sie bündeln die jeweiligen Kompetenzen und Ressourcen mit dem Ziel, Adventgemeinden und AWW-Helferkreise in ihrem ehrenamtlichen Engagement für geflüchtete Menschen und deren Integration in die Gesellschaft zu begleiten und zu unterstützen.

Das Aktionsbündnis unterstützt und fördert ehrenamtliche Projektarbeit zur Integration von politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen. Informationen und Arbeitshilfen sind auf der Internetseite www.gemeinsamfürflüchtlinge.de zu finden. Die Freikirche in Deutschland hat zudem unter dem Titel „Flucht, Migration und christlicher Dienst“ eine theologische Handreichung herausgegeben, die Impulse zur ethischen Orientierung bietet.

Flüchtlingshilfe in Europa
Die Freikirchenleitung stellt Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung sowie einen Predigtentwurf zur Verfügung, um zu Begegnungen mit Flüchtlingen zu ermutigen. Als Baustein für den Gottesdienst gibt es auch zwei Videoclips mit konkreten Flüchtlingsprojekten zum Download. Das Hilfswerk ADRA strahlt am 15. Juni über Hope Channel TV um 15:00 Uhr eine zweistündige Video-Dokumentation zur Flüchtlingshilfe in Europa aus.

Die genannten Materialien sind verfügbar unter: http://bit.ly/Weltfluechtlingstag2019




Erneut über 38 Millionen Bibeln verbreitet

Bibeln für Kinder
Erstmals sind Kinderbibeln in der Statistik separat erfasst. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 1,5 Millionen Kinderbibeln verbreitet. „Dies zeigt, dass die Weitergabe des Wortes Gottes an die nächste Generation für viele Bibelgesellschaften eine Priorität darstellt“, heißt es im Report. Brasilien ist die Nummer eins mit rund einer halben Million produzierter Kinderbibeln. An zweiter Stelle steht Deutschland mit mehr als 150.000 Exemplaren. Der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel, betont, wie wichtig es sei, verschiedene Ausgaben für alle Altersgruppen zu veröffentlichen.

Fünf Länder Spitzenreiter
Fünf Länder haben 2018 nahezu die Hälfte der weltweit verkauften und verteilten Bibeln vertrieben. Dabei handelt es sich um Brasilien, die USA, China, Indien und Nigeria. Die Brasilianische Bibelgesellschaft führt mit rund 8,6 Millionen Bibeln (2017: 5,27 Millionen) die Statistik erneut an. Bei den bevorzugten Sprachen steht Spanisch mit 7,2 Millionen Bibeln an der Spitze vor Portugiesisch, Englisch, Chinesisch und Französisch. Insgesamt kann die vollständige Bibel in 692 Sprachen gelesen werden.

Global Scripture Distribution Report
Der „Global Scripture Distribution Report“ berücksichtigt ausschließlich die Zahlen von Verlagen und Organisationen, die dem Weltverband angehören. Der Weltverband der Bibelgesellschaften ist der internationale Zusammenschluss von 148 nationalen Bibelgesellschaften, zu denen auch die Deutsche Bibelgesellschaft gehört. Die Bibelgesellschaften sind in mehr als 200 Ländern aktiv. In Deutschland sammelt die Weltbibelhilfe Spenden für diese internationale Arbeit.




Manuskripte des Katharinenklosters im Sinai werden digital erfasst

In einem komplexen Prozess werden Rotlicht-, Grünlicht- und Blaulicht-Aufnahmen erstellt und dann mithilfe digitaler Methoden überblendet, sodass Abbilder der Manuskripte von außerordentlicher Leuchtkraft entstehen. Ohne dass es ausgesprochen werde, habe die schwierige Sicherheitslage auf dem Sinai, wo sich islamistische Gruppierungen eingenistet haben, die rasche Durchführung des aufwändigen Verfahrens beflügelt, schreibt CBS KULTUR INFO.

Das Katharinenkloster befindet sich zwar im Süden der Halbinsel, wo die Sicherheitslage besser ist als im Norden, aber auch hier kam es im Jahr 2017 zu einem Überfall von IS-Terroristen auf einen Kontrollposten der ägyptischen Polizei, wobei ein Offizier getötet wurde. „Die Unwägbarkeiten unserer Zeit verlangen eine rasche Fertigstellung des Projekts der digitalen Erfassung der im Kloster aufbewahrten Handschriften“, sagte Erzbischof Damianos (Samartsis), der als Erzbischof von Sinai, Pharan und Raitho die autonome orthodoxe Kirche des Sinai leitet, die zum Patriarchat von Jerusalem gehört, und zugleich Abt des Katharinenklosters ist. Seit 2002 gehört das Kloster zum UNESCO-Welterbe.

Erstellung eines digitalen Archivs
Ziel ist es, ein digitales Archiv der rund 4.500 Manuskripte der Bibliothek des Katharinenklosters zu erstellen. 1.100 dieser Manuskripte sind auf altsyrisch oder arabisch verfasst, viele andere auf Griechisch oder Latein, aber auch in verschiedenen orientalischen Sprachen von äthiopisch bis mittelpersisch. Erzbischof Damianos und die Fachleute rechnen damit, dass die Arbeit mehr als zehn Jahre dauern wird. Begonnen wurde im Vorjahr. Trägerorganisation ist die „Early Manuscripts Electronic Library“ (EMEL) in Zusammenarbeit mit dem Katharinenkloster und mit der Bibliothek der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA). Die UCLA-Bibliothek möchte ab Herbst 2019 die ersten digital erfassten Manuskripte ins Internet stellen. Unter den Schätzen des Katharinenklosters sind einige der ältesten Evangelien-Handschriften, aber auch viele Hauptwerke der spätantik-frühchristlichen theologischen, philosophischen und historischen Literatur.

Das Katharinenkloster und der Schutzbrief des Propheten Mohammed
Das Katharinenkloster wurde zwischen 548 und 565 gegründet und ist eines der ältesten immer noch bewohnten Klöster des Christentums. Es liegt am Fuße des Berges Sinai (Mosesberg). Dort befand sich nach der Überlieferung der brennende Dornbusch, in dem sich Gott Mose offenbarte. Es gibt einen Schutzbrief des Propheten Mohammed an das Kloster. In dem aus dem 7. Jahrhundert stammenden Schriftstück stellte Mohammed die Mönche – und darüber hinaus die Christen im Allgemeinen – unter seinen Schutz. Als Motiv des Schutzbriefes bekundete Mohammed, dass er vor seiner Berufung zum Propheten im Kloster bei einem Aufenthalt gut behandelt worden sei. Das Kloster verfügt heute nur über eine Kopie des Briefes, das Original befindet sich in Istanbul.




Lotto fördert Zeltplatz in Friedensau

„Durch die Unterstützung von Lotto können wir künftig mit den vier neu eingerichteten Küchen sowie Kühl- und Waschmöglichkeiten vor allem Gruppen, die nicht als Pfadfinder kommen, eine bedarfsgerechte Infrastruktur im naturnahen Raum bieten“, bedankte sich Geschäftsführer Tobias Koch. Besonders freue er sich über die Modernisierung des Sanitärbereichs, berichtete die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Theologischen Hochschule Friedensau. An der Scheckübergabe nahm stellvertretend für die künftigen Nutzer auch eine Gruppe von Pfadfindern teil, die sich gerade in Vorbereitung des Osterlagers in Friedensau aufhielt, sowie Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Träger der Zeltplatz gGmbH.

Hochseilgarten, Ökohaus und Blockhütten
Mit einer Gesamtfläche von vier Hektar eignet sich der Zeltplatz Friedensau besonders für Aktivitäten von Pfadfindern sowie anderen Kinder- und Jugendgruppen. Es können auch Großveranstaltungen durchgeführt werden. Zum Zeltplatz gehört ein Abenteuer-Hochseilgarten. Die Arena mit 1.500 Sitzplätzen wird gerade mit einer festen Überdachung versehen, damit sie ganzjährig benutzt werden kann. Übernachtungen sind auch in rustikalen Blockhütten möglich. Das Ökohaus verfügt über einen voll ausgestatteten Seminarraum. Weitere Informationen zum Zeltplatz finden sich unter: www.zeltplatz-friedensau.de

In Friedensau unterhält die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten außer dem Zeltplatz eine Theologische Hochschule mit den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Seniorenheim des Advent-Wohlfahrtswerkes für 122 pflegebedürftige Menschen.




Was den Schweizer Reformator Zwingli mit Wien verbindet

In der Hauptmatrikel der Universität Wien findet sich laut Kathpress ein Eintrag mit dem Namen Zwinglis. Er habe damals als 15-Jähriger an der Artistenfakultät studiert, an der er eine Grundausbildung in den sieben freien Künsten erhalten habe. Merkwürdig an der Eintragung sei, dass diese durchgestrichen und von anderer Hand dazugeschrieben wurde: „exclusus“. Das könne entweder darauf hindeuten, dass der Ausschluss als Strafe verhängt wurde oder aber – und das scheine wahrscheinlicher – dass dieser Zusatz wesentlich später eingefügt worden sei, als Zwingli bereits als Reformator bekannt war, wie der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld bemerkt. Das sei auch durchaus schlüssig, denn in der Zeit der Gegenreformation hervorzuheben, dass die Universität einen Ketzer beherbergt hatte, sei eine besondere Schmach gewesen, so Hennefeld in einem Beitrag für die Ausgabe 2019 des Jahrbuchs der evangelischen Kirchen in Österreich („Glaube und Heimat“).

Zwingli ist laut Hennefeld nicht zufällig in Wien gewesen. Denn die Wiener Universität öffnete sich zu dieser Zeit unter Kaiser Maximilian I. dem Humanismus. Namhafte Humanisten lehrten in Wien, wie Conrad Celtes oder Cuspinian. Hennefeld: „Bei Zwingli muss die relativ kurze Zeit in Wien um 1500 einen starken Eindruck hinterlassen haben, denn auf seine Empfehlung hin kamen später mehrere Schweizer Studenten ebenfalls nach Wien.“ Unter anderem habe auch ein jüngerer Bruder Ulrich Zwinglis in Wien studiert und sei hier – aus ungeklärten Gründen – verstorben.

Das Wirken Zwinglis in Wien war mit ein Grund, weshalb die 1936 gebaute reformierte Kirche im Westen Wiens den Namen „Zwinglikirche“ bekam. Die hinter dem Pfarrhaus gelegene Gasse heißt „Zwingligasse“.

Männerfreundschaft mit Bauernführer Gaismair
Wie Hennefeld weiter ausführt, gibt es aber auch noch eine zweite direkte Verbindung von Zwingli zu Österreich, und zwar durch den Anführer der Tiroler Bauern Michael Gaismair (1490-1532). Gaismair wurde als Rebell verhaftet und gefangengenommen. Es gelang ihm die Flucht und er setzte sich in die Schweiz ab, wo er Kontakt mit Zwingli aufnahm. Hennefeld: „Gaismair wusste, dass Zwingli Verständnis für die Anliegen der Bauern hatte. Dadurch konnte er möglicherweise einen größeren Aufstand und Krieg wie in Deutschland vermeiden.“ In der Folge habe sich eine dauerhafte Freundschaft zwischen den beiden Männern entwickelt. Gaismair beriet Zwingli in politischen und militärischen Fragen.

Zurück in Österreich unterstützte Gaismair die Bauern in Salzburg und Tirol im Kampf gegen die Habsburger und arbeitete unter dem Einfluss Zwinglis eine Landesordnung aus, die eine demokratisch-republikanische Neuordnung Salzburgs und Tirols vorsah.




„Deine Verletzlichkeit ist der Schlüssel zum Glück“

Hauptfaktor für glückliche Beziehungen ist die Fähigkeit, sich verletzlich zu machen
Der Gottesdienst auf der Jahreskonferenz am Samstagmorgen stellt den geistlichen Höhepunkt im Kirchenleben der Adventisten in der Deutschschweiz dar. Die Theologin Judith Fockner nahm in ihrer Predigt die Aussage „Hier bin ich zu Hause!“ auf. In der Gemeinde und in Beziehungen zeigten alle nur ihre guten Seiten, quasi das beste „Portraitfoto“ von sich. Am Beispiel von Ashley, einer jungen Frau mit dem Ollier- und Maffucci-Syndrom, einer seltenen Knochenkrankheit, erläuterte Judith Fockner, wie wenig Ashley sie selbst war und damit unecht bzw. unglücklich, weil sie ihre Krankheit versteckte. Ashley habe über eine Webseite Personen kennengelernt, die auch von dieser seltenen Knochenkrankheit betroffen gewesen seien, diese aber nicht versteckt hätten. Das habe ihr die Augen geöffnet, dass sie zur eigenen Verletzlichkeit stehen könne, was ihr eine unbekannte Freiheit, Hoffnung und einen neuen Zugang zu anderen Menschen geschenkt habe.

Die Wissenschaftlerin Brené Brown, so Fockner, forsche seit über 17 Jahren zum Thema Verletzlichkeit und habe festgestellt: „Deine Verletzlichkeit ist der Schlüssel zum Glück“. Jesus habe den Menschen den Eindruck vermittelt, dass sie sein dürften, wer sie seien und dass sie nicht spielen bzw. ein ideales „Portraitfoto“ von sich zu präsentieren bräuchten. Bei Jesus dürfe man zu seiner Verletzlichkeit stehen, sagte die Theologin, und so könne ein Gemeindegefühl entstehen, dass man nicht mehr spielen müsse, sondern sein dürfe, wer man ist.

„Dies ist meine Welt“
Pastor Christian Badorrek, Generalsekretär der adventistischen Kirchenleitung in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland, schilderte in der ersten Nachmittagsstunde unter dem Titel „Dies ist meine Welt“ an drei Beispielen aus seinem Pastorendienst in eindrücklicher Weise, wie schwierig es ist, „kaputten“ Menschen Hoffnung zu vermitteln und sie auf dem Prozess des Heilwerdens zu begleiten. Eine Kernaussage aus seinen Ausführungen: „Menschen brauchen nicht, dass man ihnen frommes Zeugs erzählt, sondern dass man sie liebt“.

Interessant sei für ihn auch die Begleitung eines jungen und beruflich äußerst erfolgreichen Mannes gewesen, dem es an nichts gefehlt habe. Nach einigen Wochen, als er mit ihm die Bibel gelesen und sich mit dem biblischen Gottesbild auseinandergesetzt habe, habe dieser ihm gesagt, dass sich in ihm nun eine Leere fülle, von der er vorher nichts gespürt habe. Badorrek schloss seine Ausführungen mit den Worten: „Das Loch in unserem Herzen kann nur Gott füllen“.

HopeMedia Switzerland gegründet
Pastor Stephan Sigg, Präsident der Adventisten in der Schweiz, informierte die Konferenzgemeinde über die Gründung von HopeMedia Switzerland. Die Kirche in der Schweiz plane ein Audio- und Videostudio am Sitz der Kirche in der Romandie sowie eines in der Deutschschweiz. Es seien Videos und Podcasts übers Internet geplant, um die gute Nachricht von Jesus Christus auf zeitgemäße Art weiterzugeben. Dabei arbeite man eng mit dem Europäischen Medienzentrum der Freikirche Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt zusammen.




Raus aus der Öffentlichkeit: Ist Glaube reine Privatsache?

Religionsgemeinschaften leisteten wichtige Beiträge für das Gemeinwohl und die gesellschaftliche Entwicklung, schrieb die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) in einer Medienmitteilung zur Tagung. Zu nennen seien unter anderem die zahlreichen Angebote, die verschiedene Kirchen in der Schweiz zur Unterstützung der rekordhohen Zahl von Flüchtlingen in den letzten Jahren initiiert hätten. Nach wie vor sei Religion für Menschen in der Schweiz eine wichtige Grundlage ihres gesellschaftlichen Engagements. Auf der anderen Seite gäbe es aber auch Menschen, die Religion zwar als private Option tolerierten, ihr aber keine öffentliche Anerkennung mehr zugestehen wollten und wieder andere fühlten sich durch Religion provoziert.

Die Unverzichtbarkeit der Religionsfreiheit in einer pluralistischen Diskurskultur
Professor Dr. Heiner Bielefeldt, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, stellte in seinem Referat einleitend fest, dass es beim Menschenrecht der Religionsfreiheit umfassend um Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Weltanschauungsfreiheit gehe. Das werde reduziert auf „Religionsfreiheit“. Die großen Dramen der Missachtung der Religionsfreiheit mit systematischen Verfolgungen, Vertreibungen, Unterdrückung, Folter, Mord, Entfremdung der Kinder von den Eltern, spielten sich nicht in Europa ab, so Bielefeldt.

Die Herausforderungen der Religionsfreiheit in europäischen Demokratien verortete er in den Veränderungen der Gesellschaft, die nicht durch Anpassung der Strukturen nachvollzogen worden sei (Staatskirchenrecht in Deutschland) und zu faktischer Diskriminierung führen könne, die aber nicht gewollt sei. Es werde von gewissen Politikern eine aggressive Religions- und Identitätspolitik betrieben, mit der Ressentiments mobilisiert würden. Man spreche dann von „Leitkultur“. Das Aufhängen von Kreuzen in staatlichen Räumen werde gefordert und das Schweinefleischessen in Schulkantinen werde zur Ausgrenzung missbraucht: „Kreuz und Kottelet“ laute ein Abgrenzungsslogan, so der ehemalige UN-Sonderberichterstatter.

Bielefeldt beobachte seit einiger Zeit auch Angriffe auf die Religionsfreiheit aus linksliberaler Ecke. Religionsfreiheit werde von diesen Kreisen als antiliberales Recht verstanden und passe deshalb nicht in eine liberale Menschenrechtsagenda. „Man hat Angst, Religionsfreiheit mache Errungenschaften des säkularen Rechtsstaates zunichte“, sagte Heiner Bielefeldt. Diese Position sei untergründig stark im Rechtspopulismus vertreten, aber auch im Feminismus.

Die Forderung der Trennung von Religionsgemeinschaften und Staat sei für ihn negativ besetzt, so Professor Bielefeldt. Es gehe vielmehr um eine bewusste „Abstandnahme“, die der Staat zu Religionsgemeinschaften und Religionslosen pflegen sollte. Säkularismus sollte als raumgebendes Prinzip verstanden werden und nicht als leerer Raum. „Religionsfreiheit ist Begründung für den säkularen Staat“, sagte er. Der Staat habe im offenen Raum eine Gestaltungsaufgabe. Bielefeldt bezog in seinem Referat Stellung für die öffentliche Präsenz von Religion.

Engagierte, mitunter kontroverse Podiumsdiskussion
„Es wird heute schon fast als übergriffig dargestellt, wenn man seine Religiosität noch öffentlich zeigt“, stellte EVP-Nationalrätin Marianne Streiff auf dem Podium fest. Andreas Kyriacou, Präsident der Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS), gestand Religionsgemeinschaften ihren Platz in der Öffentlichkeit zu. Ihn störte aber die Sonderstellung der Landeskirchen. Der Staat solle religiöse Organisationen gleich behandeln wie andere zivilgesellschaftliche Akteure, beispielsweise Umweltschutz-organisationen. Für Nationalrat Gerhard Pfister (CVP), wäre es durchaus reizvoll zu sehen, wie die Landeskirchen sich ohne staatliche Gelder schlagen würden. „Es würde sie möglicherweise aus einer gewissen Bequemlichkeit herausholen.“

Neben Referaten und Podiumsdiskussion vertieften die Teilnehmer die Rolle von Religion in der Öffentlichkeit in verschiedenen Workshops. Diskutiert und Lösungsansätze skizziert wurden etwa zu den Fragen, ob und wie sich religiöse Vertreter zu assistiertem Suizid äußern sollen und wie sich die häufig in die Sektenecke geschobenen Freikirchen von dieser Diskriminierung befreien können.




20 Jahre Religionspädagogisches Institut der Siebenten-Tags-Adventisten

Wie der Leiter des Religionspädagogischen Instituts, Pastor Jochen Härdter, in der März-Ausgabe 2019 der Zeitschrift „Adventisten heute“ informierte, entstanden in den letzten Jahren Arbeitsunterlagen für die entsprechenden Altersgruppen. Hierzu gehören: „Guck mal! – Kleine Kinder entdecken Gottes Welt“ (zwei bis vier Jahre), „ERzählt – meine Bibelgeschichten“ (fünf bis sieben Jahre), „Schatzkiste – Biblische Schätze entdecken“ (acht bis elf Jahre), „4you“ als Bibelheft für die tägliche Andacht und den Teenstreff im Gottesdienst (12 bis 15 Jahre), „echtzeit – Impulse für authentisches Christsein“ mit Anregungen für das Bibelgespräch im Gottesdienst (16 bis 19 Jahre) sowie das umfangreiche Religionsunterrichtsmaterial „relimaXx. Impulse für dein Leben“ (12 bis15 Jahre). Stundenentwürfe und Gesprächsanregungen für „Schatzkiste“ und „4you“ stehen zum Download auf der RPI-Homepage zur Verfügung, ebenso „echtzeit“ als reines Internetprodukt und das Begleitmaterial für Lehrpersonen zu „relimaXx“.

Ausbildung von Mitarbeitenden
Qualifiziert werden laut Härdter auch Mitarbeitende, die sich im Kindergottesdienst oder Religionsunterricht engagieren. Bis heute hätten mehr als 1.200 Personen an den RPI-Ausbildungsprogrammen teilgenommen. Seit 2015 gebe es in Deutschland zudem eine Ausbildung für Familiendiakonie in den Ortsgemeinden. Diese erfreue sich zunehmender Beliebtheit. Inzwischen befänden sich bis zur Hälfte der Teilnehmenden an den Ausbildungswochenenden in diesem Ausbildungszweig.

Geschult werde an den Wochenenden unter anderem in Theologie, Pädagogik, Entwicklungspsychologie sowie Methodik und Didaktik. Die Praxiseinheiten dienten dazu, bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Bild davon entstehen zu lassen, wie die Arbeit in der Kirchengemeinde vor Ort aussehen könne. Die praxisbezogenen Module vermittelten Impulse und Ideen, beantworteten Fragen und ließen Visionen entstehen, so Jochen Härdter. Wichtig sei dabei vor allem die Entwicklung persönlicher Einstellungen und Überzeugungen. Nach den sechs Ausbildungswochenenden, die normalerweise auf drei Jahre verteilt seien, erhielten die Absolventen, die alle Leistungsnachweise erbracht haben, ein Zertifikat der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg.

Auch personell habe sich das RPI über die Jahre weiterentwickelt. Der Schweizer Max Brodbeck war der erste RPI-Leiter. Um die Fülle an Aufgaben bewältigen zu können, wurden zwischen 2001 und 2003 auch Teilzeitkräfte angestellt. Durch die Schaffung einer Vollzeitstelle für einen RPI-Leiter ab 2008 erhielt das Religionspädagogische Institut eine eigenständige und effektivere Struktur. Seit dieser Zeit leitet Pastor Härdter das RPI. Weiter Informationen unter: www.sta-rpi.net




Hochschule Friedensau kooperiert mit Burger Roland-Gymnasium

Die Theologische Hochschule kann als staatlich anerkannte Bildungseinrichtung in kirchlicher Trägerschaft mit den beiden Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen auf eine 120-jährige Tradition verweisen, so die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der ThHF. Rund 50 Studierende aus Europa, Asien und Afrika seien im Studiengang zur Entwicklungszusammenarbeit eingeschrieben. Aus diesem Fundus an Erfahrungen, ergänzt durch moderne Forschungsarbeit, könne die Hochschule schöpfen und sie in das gemeinsame Projekt mit dem Burger Roland-Gymnasium einbringen.

Das Burger Roland-Gymnasium geht auf die 1842 gegründete höhere Schule und das Viktoria-Gymnasium in Burg zurück. Es stehe mit seinen Lern- und Leistungsmethoden dafür, Bildungs- und Kommunikationsstrukturen zu nutzen und auszubauen, die bei den Schülerinnen und Schülern neben einer hohen Bildung Teamfähigkeit, Toleranz und soziale Handlungskompetenzen förderten. Das Gymnasium könne auf eine lange Tradition des interkulturellen Austausches, wie zum Beispiel mit Reisen nach Polen, England und Frankreich oder internationalen Studien- und Gedenkstättenfahrten, verweisen. Unter diesem Blickwinkel gewinne das Projekt „Eine Welt“ eine ganz eigene Perspektive. Es soll den Einblick der Schülerinnen und Schüler in das Themenfeld der internationalen Entwicklungszusammenarbeit fördern und ihnen zum besseren Verständnis von internationalen und interkulturellen Problemen verhelfen.

Entwicklungsprojekte in Tansania
Die Ziele des Gymnasiums bildeten eine Brücke zur internationalen Arbeit der Hochschule. Speziell unterstütze die ThHF gemeinsam mit Hilfsorganisationen und kirchlichen Einrichtungen 13 Dörfer in Longido (Tansania) bei Entwicklungsprojekten. So förderten sie im Bildungsbereich derzeit sieben Vor- und Grundschulen sowie in der Infrastrukturentwicklung die Wasserversorgung der Schulen und Dörfer. „Dazu fahren jährlich Vertreter der ThHF mit Studierenden fachbereichsübergreifend zu Projekteinsätzen nach Tansania“, informierte die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule. Es sei beabsichtigt, dass sie davon den Schülerinnen und Schülern des Burger Roland-Gymnasiums im Unterricht oder an Projekttagen berichten und sie bei konkreten Medien- oder Klima-Projekten begleiten.




Neuer Gesamtleiter der Anskar-Kirche Deutschland

Die Neubesetzung erfolgte, weil der bisherige Gesamtleiter der AKD, Dr. Tillmann Krüger (44), zum 1. April als Pastor in die baptistische Friedenskirche Braunschweig wechselt. Er hatte die Kirche seit 2013 geleitet. Alexander Hirsch und Sabine Bockel werden am 7. April vom scheidenden Gesamtleiter Krüger im Rahmen der Anskar-Konferenz 2019 in Wetzlar in ihr neues Amt eingeführt.

Alexander Hirsch studierte Theologie an der Freien Theologischen Akademie Gießen und übernahm Ende 2001 die Leitung des Gemeinde-Gründungsprojekts, aus dem die Anskar-Kirche Marburg hervorging. Seit 2007 ist er Mitglied der Kirchenleitung und Geschäftsführer der Anskar-Kirche Deutschland. Er ist verheiratet und Vater von drei Söhnen. Sabine Bockel ist seit dem Jahr 2000 Pastorin in der Anskar-Kirche Wetzlar, seit 2007 auch Mitglied der Kirchenleitung. Sie studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Theologie mit Schwerpunkt Kirchengeschichte und hat mehrere Jahre im christlichen Medienbereich gearbeitet.

Anskar-Kirche
Die Anskar-Kirche wurde 1988 von dem evangelisch-lutherischen Theologen und früheren Pastor der Hamburger Hauptkirche St. Petri, Wolfram Kopfermann, als charismatisch-evangelikale Freikirche gegründet. Zu ihr gehören die sieben Kirchengemeinden Bad Arolsen, Hamburg-Mitte, Hamburg-West, Marburg, Nürnberg, Offenbach und Wetzlar sowie das Gemeindegründungsprojekt Bayreuth. Die Anskar-Kirche bedient sich in ihrer Kinder- und Jugendarbeit der „Christlichen Pfadfinderschaft Royal Rangers“ des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP). Die AKD ist Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Sie wurde nach Anskar/Ansgar (801-865 n. Chr.) benannt, dem ersten Erzbischof von Hamburg und Bremen sowie Missionsbischof für Skandinavien. Er wird auch als „Apostel des Nordens“ bezeichnet.




Fidschi: Glaube soll Anstellungskriterium an kirchlichen Schulen sein dürfen, fordern Adventisten und Katholiken

Laut AR werden mehr als 95 Prozent der Schulen auf Fidschi von religiösen Organisationen getragen. Weil die dreijährigen Bemühungen beim Premierminister und beim Bildungsminister um Aufnahme des Glaubens als zusätzlichem Kriterium bei religiösen Schulen im OMRSS-Anstellungssystem zu keinem Erfolg führten, haben die Siebenten-Tags-Adventisten die „Navesau Adventist High School“ in Wainibuka zum Schuljahr 2019 vollständig privatisiert. Die Gehälter der Lehrer und des Personals müssen nun von der Kirche übernommen werden, und die Schule wird keinen Zuschuss mehr vom Bildungsministerium erhalten. Bisher wurden Lehrergehälter und Schulen im ganzen Land von der fidschianischen Regierung finanziert.

Katholiken erheben dieselbe Forderung
Adventisten stünden in dieser Herausforderung nicht alleine, seien aber die erste Kirche auf Fidschi, die eine Schule deshalb privatisiere, schreibt AR. „Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterstützt den Aufruf des Oberhauptes der katholischen Kirche, Glauben als Kriterium bei der Auswahl von Leitungspersonen für religiöse Schulen zu berücksichtigen“, sagte Pastor Joe Talemaitoga, Generalsekretär der adventistischen Kirche auf Fidschi.

Adventisten auf Fidschi
Der südpazifische Inselstaat Fidschi, der mehr als 300 Inseln umfasst, hat eine Bevölkerung von 889.000 Personen. Die Siebenten-Tags-Adventisten unterhalten dort 166 Kirchen, in denen am Samstag, dem biblischen Ruhetag, 26.558 Kirchenmitglieder den Gottesdienst feiern. Die Kirche unterhält auf Fidschi zwei Bildungsinstitutionen, das „Suva Adventist College“ mit der „Suva Adventist Primary School“ in der Hauptstadt Suva sowie die „Navesau Adventist High School“ in Wainibuka.




Chormusical „Martin Luther King“ in ausverkaufter Essener Grugahalle

Martin Luther Kings Botschaft wirkt bis heute nach
Die Melodien der Komponisten Hanjo Gäbler und Christoph Terbuyken sowie die Texte von Librettist Andreas Malessa nahmen das Publikum in Essen mit in die 1960er Jahre. Sie illustrieren eine Zeit des Umbruchs und der sozialen Verwerfungen und brachten den Menschen im Saal den Bürgerrechtler King mit seinen Motivationen, Träumen und auch Fehlern nahe. Schon zu Beginn fällt jener Schuss, der dem Leben des nur 39 Jahre alten Baptistenpastors ein Ende setzte. Der Titelsong „Ich hab‘ den Traum“ spielt an auf Kings legendäre Rede beim Marsch auf Washington; ein Jahr später erhielt er in Stockholm den Friedensnobelpreis.

Auch in West-Berlin war King; und wie er es schaffte, ohne Pass nach Ost-Berlin einzureisen, zeigt das Musical in einer humorigen, aber historisch verbürgten Anekdote. Es geht um Rosa Parks und den Busstreik von Montgomery, der das Ende der Rassentrennung einläutete, um Kings gewaltbereite Widersacher, seine zahlreichen Gefängnisaufenthalte und die familiären Schwierigkeiten, die sein unbedingtes Engagement mit sich brachte. Seine Botschaft vom gewaltfreien Kampf für Menschenrechte wirkt bis heute nach.

Regisseur Andreas Gergen gelang in Essen das Kunststück, mit bewusst minimalistischen Inszenierungsmitteln den riesigen Chor, Musicalsolisten und die 15-köpfige Big-Band mit Streich-Orchester eine Geschichte erzählen zu lassen, die das Publikum berührte. Mit ihrer Mischung aus Gospel, Rock’n’Roll, Motown und Pop begeisterte das Musical in Essen Mitwirkende wie Zuschauer.

Chorproben in Hamburg ab September 2019
Das Musical „Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“ soll am 18. Januar 2020 auch in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg aufgeführt werden. Dazu lädt Christoph Stiba, Generalsekretär im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, zum Mitsingen ein: „Der Baptistenpastor Dr. Martin Luther King Jr. hatte die Gabe, Menschen zu ermutigen und nachhaltig zu inspirieren. Er vertrat die Überzeugung, dass Gott Menschen gebraucht, um die Welt zu verändern.“

Bundesweite Kooperationspartner sind die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. Veranstalterin der Aufführung in Hamburg ist die Stiftung Creative Kirche in Kooperation mit dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. Projektpartner des Chor-musicals ist „Brot für die Welt“. Im Rahmen der „Aktion Gospel für eine gerechtere Welt“ unterstützt das Chormusical „Martin Luther King“ ein Projekt von „Brot für die Welt“ im Norden Kenias, das den Zugang zu sauberem Trinkwasser sichert.

Der Ticketvorverkauf für die Aufführung in Hamburg startet ab April 2019. Die Chorproben beginnen im September 2019. Weitere Informationen und Anmeldung zum Chor: www.king-musical.de/hamburg oder Telefon 02302/28 222 22.




Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ in Hochschulbibliothek Friedensau

Am 1. September 1948 fand sich erstmals der „Parlamentarische Rat“, bestehend aus 65 Frauen und Männern, in Bonn zusammen, um den Text des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland zu formulieren. Aus den Reihen der Zentrumspartei setzten sich Helene Wessel, von der SPD Elisabeth Selbert und Frieda Nadig sowie Helene Weber von der CDU für die Formulierung und Aufnahme des Artikels 3 Absatz 2 „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ ein.

Doch in jener Zeit stieß ihr Einsatz auf Ablehnung, Kritik und Unverständnis. Unbeirrt und auf der Basis eines langen, auch internationalen Kampfes erwirkten sie dennoch die Aufnahme der Formulierung. Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz unterzeichnet. Dieser vier Frauen zu gedenken und sie für ihr Engagement zu würdigen, ist das Anliegen der Ausstellung, so Andrea Cramer von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der ThHF.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind nach Angaben der Hochschule unter den rund 200 Studierenden vertreten.




Professor Dr. med. Edgar Voltmer wechselt von Friedensau nach Lübeck

Professor Voltmer war seit 2002 an der Friedensauer Hochschule tätig, zunächst als Dozent, nach seiner Habilitation am Institut für Musikermedizin an der medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg als Professor für Gesundheits-wissenschaften am Fachbereich Christliches Sozialwesen der ThHF. Seine Forschungs-schwerpunkte waren berufsbezogene, psychosoziale Belastungen und Ansätze zur berufsspezifischen Prävention und Gesundheitsförderung. Das werde auch der Schwerpunkt an seiner neuen Wirkungsstätte sein.

„Ich habe die Zeit mit den Studierenden, den Kolleginnen und Kollegen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschule in Friedensau sehr genossen“, so Professor Voltmer, „aber nach 17 Jahren schien mir die Zeit reif, noch einmal einen neuen Aufbruch zu wagen. Mit der Universität zu Lübeck verbindet mich bereits eine langjährige Forschungskooperation, die mit der Übernahme der Professur jetzt eine sehr schöne Erfüllung findet.“ Über die Nachfolge von Professor Voltmer an der Theologischen Hochschule Friedensau ist noch nicht entschieden.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind nach Angaben der Hochschule unter den rund 200 Studierenden vertreten.




Jamaika: Northern Caribbean University erhält institutionelle Akkreditierung

„Die wesentliche Bedeutung einen institutionellen Akkreditierungsstatus zu erlangen besteht darin, dass die NCU nun über die Berechtigung, Kompetenz und Kapazität verfügt, Studiengänge zu entwickeln und anzubieten, ohne dass dazu die Genehmigung des University Council of Jamaica erforderlich ist“, so Dr. Lincoln Edwards, Präsident der Universität. Die NCU sei neben der University of the West Indies (UWI) und der University of Technology (UTECH) nun eine von drei Hochschulen in Jamaika, die den Status einer institutionellen Akkreditierung genießt. Die institutionelle Akkreditierung sei ein Qualitätssicherungsverfahren, bei dem Dienstleistungen und Betriebsabläufe von Bildungseinrichtungen oder Bildungsprogrammen von einer externen Stelle bewertet werden, um festzustellen, ob die geltenden Standards eingehalten werden, so IAD News.

Northern Caribbean University
Die 1907 als West Indian Training School gegründete Northern Caribbean University (NCU) ist die älteste private Hochschule Jamaikas. Sie wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen und erhielt 1999 den Universitätsstatus von der jamaikanischen Regierung. Derzeit bietet die Universität über 70 Studiengänge an, darunter Graduiertenprogramme in den Bereichen Naturwissenschaften, Wirtschaft und Bildung. Zurzeit sind dort insgesamt mehr als 3.400 Studierende eingeschrieben.




Wohlfahrtsmarken 2019: „Das tapfere Schneiderlein“

Die Marke mit den Motiven aus „Das tapfere Schneiderlein“ gehört zu der Sondermarkenserie „Grimms Märchen“. Der Protagonist ist das tapfere Schneiderlein, das sich wider Erwarten und dank überlegener Geisteskraft mit List und Selbstvertrauen in der größten Gefahr behaupten kann. Der Schneider erlegt sieben auf einen Streich, stellt sich dem Kampf gegen Riesen, fängt das Einhorn und bekommt zum Abschluss die Königstochter zur Frau. Die Motive gibt es mit den Portowerten 70 plus 30 Cent, 85 plus 40 Cent und 145 plus 55 Cent.

Aus den Zuschlagserlösen werden alle Bereiche gefördert, in denen die Wohlfahrtsverbände tätig sind. Schwerpunkte sind die Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe, die Gesundheits- und Familienhilfe sowie soziale Maßnahmen für Arbeitslose, Flüchtlinge und Suchtkranke. Die Sonderbriefmarken sind bei allen Postfilialen, Vertriebsstellen der Freien Wohlfahrtspflege und beim Advent-Wohlfahrtswerk e.V., Hildesheimer Straße 426, 30519 Hannover, Telefon 0511-97177300, E-Mail mail@aww.info, erhältlich.




„Vergib uns unsere Schuld“

Pastor Werner Dullinger (Ostfildern), der gleichzeitig auch Präsident der adventistischen Kirchenleitung in Süddeutschland ist, griff in seiner Ansprache den Bibeltext aus dem bekannten Gebet Jesu, dem „Vaterunser“, im Matthäus-Evangelium, Kapitel 6, Vers 12 auf. Dabei standen „Schuld“ und „schlechtes Gewissen“ zunächst im Vordergrund. Doch Gott spreche den Menschen Vergebung zu. Ebenso seien gläubige Menschen aufgerufen Schuld zu vergeben, auch wenn dies mitunter ein Kraftakt sei, bei dem professionelle Hilfsangebote angenommen werden könnten. Dullinger sah das Jahresmotto der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland als Chance für einen persönlichen sowie innerkirchlichen Neuanfang. Er rief dazu auf, Vergebung Lebenswirklichkeit werden zu lassen und sich befreit auf die Zukunft einzulassen, um die Gesellschaft zu verbessern. Dullinger schloss: „Wenn wir vergeben, ändern wir nicht die Vergangenheit, aber wir ändern die Zukunft – unsere eigene und die der Welt um uns herum.“

Am TV-Gottesdienst wirkte auch Pastor Johannes Naether (Hannover), Vizepräsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und Präsident der adventistischen Kirchenleitung in Nord- und Ostdeutschland, mit. Neben musikalischen Beiträgen und gemeinsamen Liedern gab es einen „Kindermoment“ und eine Onlineumfrage mit Fragen zum persönlichen Glaubensleben, die in der Ansprache ausgewertet wurde. 1422 Menschen nahmen an der anonymen Umfrage teil.

Innovative Projekte
Pastor Johannes Naether stellte im Rahmen des Gottesdienstes zwei innovative Projekte von örtlichen Kirchengemeinden vor, die live zugeschaltet waren. Zum einen wurde der Abendgottesdienst „In via“ der Adventgemeinde Darmstadt-Eberstadt vorgestellt. Dieser nicht wöchentliche Gottesdienst befindet sich noch in der Startphase. Das Format „In via“ ist für Menschen zwischen Glauben und Zweifeln gedacht und findet am 9. Februar zum zweiten Mal in Eberstadt statt. Zum anderen wurde das Projekt „Die Lebensschule“ der Adventgemeinde Görlitz vorgestellt. Seit sieben Jahren leisten dort engagierte Gemeindemitglieder theoretische wie praktische lebensnahe Unterstützung. So wird im Rahmen des Projektes tageweise ein Familiencafé unterhalten oder Flüchtlingshilfe geleistet.

Medienzentrum Stimme der Hoffnung
Der Gottesdienst „Auf Anfang – befreiender Reset“ zum Jahresbeginn wurde im großen TV-Studio des adventistischen Medienzentrums Stimme der Hoffnung in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt gefeiert und im Rahmen des Fernsehprogramms des Hope Channel am 12. Januar live ausgestrahlt. Weitere Informationen: www.hopechannel.de




500 Jahre Täuferbewegung (1525-2025)

Die Themenjahre sollen anregen, darüber nachzudenken, was Christsein unter täuferischen Vorzeichen im 21. Jahrhundert bedeutet. Die Täufer waren im 16. Jahrhundert Teil des reformatorischen Aufbruchs. Sie zeichneten sich durch eine große Vielfalt aus, die bis heute die täuferischen Gemeinden und Kirchen prägt. Die Erinnerung an 500 Jahre Täuferbewegung soll dazu herausfordern, sich mit den eigenen Traditionen auseinanderzusetzen, den Glauben Anderer wahrzunehmen und sich selbstbewusst und dialogfähig in die ökumenische Diskussion einzubringen.

Geplant ist zu jedem Themenjahr die Herausgabe eines Magazins, das in Gesprächs- und Hauskreisen, Gemeinden, ökumenischen Gremien sowie in Bildungseinrichtungen zu Diskussionen über das jeweilige Jahresthema anregen soll. Ausstellungen, Materialien für Schule und Bildungsinstitutionen sowie Tagungen sollen die Auseinandersetzung mit den zurückliegenden 500 Jahren täuferischer Geschichte illustrieren und vertiefen. Der Auftakt für „500 Jahre Täuferbewegung“ ist Himmelfahrt 2020.

Trägerverein und Themenjahre
Für die geplanten Aktionen wurde der Trägerverein „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.“ mit Sitz in Frankfurt/Main in der Ökumenischen Centrale der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) gegründet. Vorsitzende ist Privatdozentin Dr. Astrid von Schlachta, Dr. Andreas Liese ist ihr Stellvertreter.

Vorgesehen sind folgende Themenjahre:
• 2020: „gewagt! mündig leben“ Taufe – Freiwilligkeit – Religionsfreiheit.
• 2021: „gewagt! gemeinsam leben“ Gleichheit – Verantwortung – Autonomie.
• 2022: „gewagt! konsequent leben“ orientiert an Jesus“ – nonkonform – bekennen – Martyrium.
• 2023: „gewagt! gewaltlos leben“ Friedenskirche – Widerstand – Versöhnung.
• 2024: „gewagt! Hoffnung leben“ Reich Gottes – Utopie – Erneuerung.

Die Täufer
Die Täufer waren eine reformatorische Bewegung, die im frühen 16. Jahrhundert entstand. Zu ihr gehörten Gruppen wie die Mennoniten und die Hutterer, die Schweizer Brüder und Melchioriten sowie viele einzelne, kleinere Gemeinden. Sie verfolgten das Ziel, als mündige Menschen gemeinsam und konsequent ein an biblischen Maßstäben orientiertes Leben zu führen. Ihre Ideale waren die Freiheit des Glaubens und die Gewaltlosigkeit. Für ihren Glauben nahmen sie Verfolgung, erzwungene Migration und Diskriminierung in Kauf.

Heute zählen Gruppen wie Mennoniten, Mennoniten Brüdergemeinden, Hutterer und Amische sowie Baptisten und Quäker, letztere entstanden im frühen 17. Jahrhundert im Zusammenhang mit der englischen Reformation, zum weiten Spektrum der täuferischen Kirchen. Täuferische Kirchen sind unter anderem auch die im 19. Jahrhundert gegründeten Freien evangelischen Gemeinden und die Siebenten-Tags-Adventisten sowie die im 20. Jahrhundert hinzugekommene internationale Pfingstbewegung.




Theologische Hochschule Friedensau stellt Zeitschrift ein

Die Zeitschrift informierte auf 16 Seiten im A-4-Format nicht nur über Veranstaltungen, Historisches und Aktuelles vom Ort Friedensau und der Hochschule, sondern veröffentlichte auch Fachbeiträge der Dozentinnen und Lehrbeauftragten aus den beiden Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen. Das Magazin wurde im Advent-Verlag Lüneburg gedruckt und vor allem innerhalb Deutschlands, aber auch nach Österreich und in die Schweiz versandt.

Nach einer detaillierten Leser-Umfrage in regional unterschiedlichen, ausgewählten Lesergruppen ließe sich die Tendenz erkennen, dass digitale Medien für viele Menschen eine wachsende Rolle spielten, so Hochschulmitarbeiterin Andrea Cramer. Ein verändertes Leseverhalten in der Gesellschaft, insbesondere jüngerer Menschen, habe die Hochschule veranlasst, künftig andere, vielfältigere Wege der Kommunikation zu beschreiten.

Webseiten und Fernsehen
Da seien zum einen die Webseiten der Hochschule www.thh-friedensau.de und die des Ortes www.friedensau.de. Hier würden Veranstaltungen vorangekündigt und anschließend kurz darüber berichtet. Hier fänden sich auch Informationen zu den Studiengängen und zur Entstehung und Bedeutung des Ortes Friedensau. Neu sei die Blog-Seite, auf der in verschiedenen Kategorien das bunte Leben an der Hochschule nachvollzogen werden könne.

Eine weitere Möglichkeit sei laut Cramer, den Fernseher einzuschalten. Auf dem TV-Sender „HopeChannel“ (https://www.satindex.de/channel/17804/) würden im Format „Akademie Friedensau“ Vorlesungen zu allgemein interessierenden theologischen Fragen gesendet, außerdem Friedensauer Gottesdienste und Berichte aus den Regionen der Welt, in die Dozentinnen und Dozenten für verschiedene Projekte reisten.

Mit Friedensau verbunden seien weitere Institutionen und Einrichtungen, wie www.zeltplatz-friedensau.de, www.ladencafe.de oder www.gaestehaus-friedensau.de, die als reale Orte besucht werden können und deshalb auch Informationen digital bereithielten.

Jahrbuch und Newsletter
Über Facebook und Instagram erreiche die Hochschule vor allem jüngere Menschen und versorge sie mit News und Studieninformationen. Einmal im Jahr gebe es das Friedensau-Jahrbuch, welches mit vielen Bildern über das vergangene Studienjahr und die Ereignisse in und um Friedensau berichte. Zudem werde eine Ausgabe eines Newsletters – er soll „Unser Friedensau“ heißen – künftig zweimal im Jahr kurz und knapp in Print-Form Informationen liefern.

Friedensauer Hochschule
Die auf das Jahr 1899 zurückgehende Friedensauer Hochschule bietet derzeit in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – sowie den Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ an. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten.




Über 250.000 Downloads der Lutherbibel 2017

„Die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer steigt beständig“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel. Das zeige, dass das Engagement für die Bibel in digitalen Formaten auf keinen Fall vernachlässigt werden dürfe. Inzwischen seien Smartphones in allen Generationen verbreitet. Mit der App „Die-Bibel.de“ werde regelmäßiges Bibellesen noch einfacher.

Die App werde für Geräte mit den Betriebssystemen Android und iOS im jeweiligen Online-Store angeboten. Eine Registrierung für die Installation sei nicht nötig. Mit der Installation gebe es die Lutherbibel 2017 kostenlos. Um die weiteren Übersetzungen herunterzuladen, sei eine Registrierung erforderlich. Über das Benutzerkonto könnten dann auch Markierungen, Lesezeichen und Notizen gesichert und zwischen verschiedenen Geräten ausgetauscht werden.

Bibelleseplan
Der Ökumenische Bibelleseplan führt innerhalb von vier Jahren durch das ganze Neue Testament und in acht Jahren durch das Alte Testament. Er teilt dabei die tägliche Lektüre in überschaubare Abschnitte. Leserinnen und Leser können die einzelnen Texte dadurch fortlaufend in einem größeren Zusammenhang wahrnehmen. An Sonn- und Feiertagen wird jeweils ein Psalm gelesen.

Der „Bibelleseplan kompakt“ bietet kürzere Lesestücke der biblischen Texte an. Psalmen sind in der Regel nur an ausgewählten Stellen eingesetzt. Durch thematisch zusammengestellte Abschnitte können sich Leserinnen und Leser mehrere Tage mit einem biblischen Thema beschäftigen. Der Plan führt ebenfalls in vier Jahren durch das Neue Testament. Im Alten Testament wird eine Auswahl gelesen.

Lutherbibel 2017
Die Lutherbibel 2017 ist zum 500. Reformationsjubiläum erschienen. Eine Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat die klassische deutsche Bibelübersetzung auf Anregung der Deutschen Bibelgesellschaft überarbeitet. Außer in den Druckausgaben erscheint die Lutherbibel auch als E-Book, Hörbuch, App und Computersoftware. Im Internet steht der Text frei zugänglich unter www.die-bibel.de zur Verfügung.

App „Die-Bibel.de“ für Android-Geräte: play.google.com/store/apps/details?id=de.dbg.bibel

App „Die-Bibel.de“ für Geräte mit iOS: itunes.apple.com/de/app/die-bibel-de/id1151790560#?platform=iphone




Russland: Adventistische Universität feiert 30-jähriges Bestehen

Am 2. Dezember 1988 sei der Traum der Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland wahr geworden, eine eigene Hochschule zu betreiben, so AR. Die Universität in Zaoksky, Verwaltungsbezirk Tula, sei seit 30 Jahren ein Symbol adventistischer Bildung im postsowjetischen Russland. Viele Kirchenmitarbeiter, die derzeit in ganz Russland und in anderen ehemaligen Sowjetstaaten arbeiteten, seien an dieser Institution ausgebildet worden.

Eine Geschichte von Mut und Visionen
Im Januar 1987 erhielt die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland nach zahlreichen Petitionen und Briefen an die sowjetischen Behörden die Erlaubnis, einen dreijährigen Korrespondenzkurs für die Ausbildung von Geistlichen anzubieten. Im selben Monat erhielt die Kirche auch ein Grundstück in Zaoksky. Als das Bildungsinstitut in Zaoksky im Dezember 1988 eröffnet wurde, sei es laut AR das erste protestantische Seminar in der russischen Geschichte gewesen.

Zuerst habe das Bildungsangebot lediglich einen Abschluss zur Vorbereitung auf den Pastorendienst umfasst. Bald darauf folgte die Agrarwissenschaft. 1990 wurde Zaoksky vom Komitee für religiöse Angelegenheiten der Sowjetunion offiziell als Vollzeithochschule registriert. Später kamen weitere Abschlüsse hinzu, darunter ein Master in Musik (2000), ein Bachelor in Wirtschaftswissenschaften (2003) und ein Master in Public Health (2005). Absolventen staatlich anerkannter Studiengänge an der Universität erhalten zusätzlich zu ihren Diplomen der Kirche auch ein staatliches Diplom, das ihnen hilft, einen Arbeitsplatz außerhalb der adventistischen Kirchenorganisation zu finden.




Darmstadt: Adventistische Pfadfinder verteilen Friedenslicht aus Bethlehem

3.000 Kilometer Wegstrecke
Das Friedenslicht wurde am 28. November in der Geburtsgrotte Jesu in Betlehem von einem Pfadfinder entzündet und in einem Spezialbehälter mit dem Flugzeug nach Österreich gebracht. Von dort aus wird es am dritten Advent (Sonntag, 16. Dezember) per Zug von Pfadfindern in ganz Europa verteilt. Die Marienhöher Pfadfinder fahren am Sonntag nach Frankfurt am Main und bringen das Friedenslicht nach Darmstadt.

„Wir wollen mit dem Friedenslicht ein Zeichen für Frieden setzen, für ein menschliches Miteinander über Grenzen hinweg – egal ob es Landesgrenzen oder Grenzen zwischen Menschen sind“, betonte Julika Pabst, Gruppenbetreuerin bei den Marienhöher Pfadfindern. Auf seinem Weg lege das Friedenslicht mehr als 3.000 Kilometer zurück über viele Grenzen hinweg.

Jeder kann mitmachen
„Das Friedenslicht wird in den meisten europäischen Ländern und sogar in Amerika persönlich weitergegeben. Allein das verbindet uns mit so vielen verschiedenen Menschen und schafft eine Gemeinsamkeit“, erläuterte Pabst. „Jeder kann mitmachen und selbst ein Zeichen für Frieden setzen.“ Zum Beispiel könne man mit dem Friedenslicht auf seinen missliebigen Nachbarn zugehen oder es als Geste nutzen, um sich nach einem Streit mit Verwandten wieder zu vertragen.

Pfadfinder CPA-Marienhöhe
Zur CPA-Gruppe Marienhöhe gehören rund 180 Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Es gibt dreizehn Gruppen für Kinder und Jugendliche von sechs bis 20 Jahren. Gruppenstunden finden 14-tägig sonntags statt. Außerdem gibt es Zeltlager, Lagerfeuer, Wandertouren, Geländespiele und anderes mehr. Weitere Informationen unter: www.cpa-marienhoehe.de

Aktion Friedenslicht
Das Friedenslicht wird seit 1986 in Österreich und seit 1994 auch an „alle Menschen guten Willens“ in Deutschland verteilt. Es handelt sich um eine gemeinsame Aktion des Österreichischen Rundfunks (ORF) und verschiedener Pfadfinderverbände. Das Friedenslicht wird mit dem Flugzeug von Betlehem nach Wien transportiert. Von dort bringen es Pfadfinderinnen und Pfadfinder am 3. Advent nach Deutschland. Insbesondere die Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, haben sich des Friedenslichtes angenommen und sorgen dafür, dass es in den meisten europäischen Ländern verbreitet wird und sogar seinen Weg in die USA gefunden hat. Das Friedenslicht sei kein magisches Zeichen, das den Frieden herbeizaubern könne. Es erinnere vielmehr an die Pflicht des Menschen, sich für den Frieden einzusetzen. Weitere Informationen unter: www.friedenslicht.de




Landesbischof July neuer Vorsitzender des DNK/LWB

Frank Otfried July ist seit 2005 Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Bei der LWB-Vollversammlung 2010 in Stuttgart wurde er in den Rat des Lutherischen Weltbundes gewählt und bekleidete zudem bis 2017 das Amt des Vizepräsidenten für die Region Mittel- und Westeuropa. Auf der LWB-Vollversammlung 2017 in Windhoek wurde er erneut in den LWB-Rat gewählt. Er ist Vorsitzender des Kuratoriums des Straßburger Instituts für Ökumenische Forschung und als Vorsitzender des DNK/LWB einer der beiden Co-Vorsitzenden des Beirats des LWB-Zentrums Wittenberg.

Der Lutherische Weltbund
Das Deutsche Nationalkomitee des LWB vertritt die elf deutschen Mitgliedskirchen im Lutherischen Weltbund, die über elf Millionen Gemeindemitglieder umfassen. Aufgabe des DNK/LWB ist es, die Beziehungen der deutschen Mitgliedskirchen zum LWB zu koordinieren und dessen Arbeit zu begleiten und zu fördern. Die Geschäftsstelle des DNK/LWB in Hannover leitet Oberkirchenrat Norbert Denecke.

Der LWB ist die größte lutherische Kirchengemeinschaft weltweit. Er umfasst über 75 Millionen Gläubige in 148 Mitgliedskirchen aus 99 Ländern. Aus Deutschland sind elf Kirchen Mitglied im LWB: die Landeskirchen Bayern, Braunschweig, Hannover, Mitteldeutschland, Norddeutschland, Oldenburg, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Württemberg sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche in Baden und die Lutherische Klasse der Lippischen Landeskirche.




Evangelium weitergeben, Orientierung in Lebensfragen

„Hierzulande haben wir den Glauben privatisiert und sind deshalb als Christen in der Öffentlichkeit und im Alltag nicht sichtbar“, so die Analyse von Roland Werner. Darum sei die Evangelisation in einer Krise: „Bevor wir wieder stärker evangelistisch aktiv werden, müssen wir mit unserem Glauben aus der Privatsphäre heraustreten. Denn der Glaube ist zwar persönlich, aber nicht privat!“ Wenn man dann über den Glauben ins Gespräch komme, sei es wichtig, Evangelisation nicht isoliert zu sehen: „Soziale Verantwortung und Evangelisation gehören zusammen. Wenn wir sie gegeneinander ausspielen, lähmen und schwächen wir uns selbst.“ Die Delegierten waren sich einig in dem Anliegen, die Evangelisation auf VEF-Ebene weiter zu stärken. „Dafür wollen wir zunächst vorhandene Netzwerke nutzen, denn nicht jeder muss das Rad neu erfinden“, so VEF-Präsident Christoph Stiba. Deshalb werde man künftig enger mit der von Roland Werner geleiteten „Koalition für Evangelisation“ zusammenarbeiten.

Lebensschutz
„Das Leben und die einzigartige Würde des Menschen als unantastbare Gabe Gottes sind von Anfang an und bis zu dessen Ende zu schützen und zu respektieren.“ Mit diesem Motto gibt die Stiftung ProVita Orientierungshilfe in medizinethischen Fragen, die den Anfang und das Ende des Lebens betreffen – von vorgeburtlicher Diagnostik über Schwangerschaftskonfliktberatung bis hin zu Sterbebegleitung und Palliativmedizin. Dr. Detlev Katzwinkel und Dr. Heike Fischer vom ProVita-Vorstand stellten der Mitgliederversammlung die Arbeit der „Stiftung für Lebensethik“ vor. „Es ist uns wichtig, keine einfachen Antworten zu geben, sondern differenziert hinzuschauen“, betonte Heike Fischer. Denn, so Katzwinkel, man wolle mit Menschen ins Gespräch über Lebensthemen kommen: „Wir suchen den Diskurs und begegnen anderen Meinungen nicht mit Verurteilung.“

Ablehnung christlicher Asylbewerber
Asylanträge christlicher Konvertiten werden oftmals dann abgelehnt, wenn es den Bewerbern in den Verfahren nicht gelingt, über die persönliche Dimension ihres Glaubens Auskunft zu geben. Diese Beobachtung und seine Vorschläge, wie damit umzugehen ist, erläuterte der VEF-Kirchenasylbeauftragte, Rechtsanwalt Andreas Hantschel aus Frankfurt. Hantschel führte in der Mitgliederversammlung aus, dass Bewerber, die aufgrund ihrer Konversion zum christlichen Glauben Asyl in Deutschland beantragen, laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nachweisen müssen, dass sich bei ihnen eine feste religiöse Überzeugung gebildet hat und eine Prägung der religiösen Identität erfolgt ist. Um dies darzulegen, sei es unerlässlich, vom inneren Glaubensprozess zu berichten und die Entscheider so ins eigene Herz blicken zu lassen. „Wo Glaubensgeschwister dies tun und die Tiefe ihres persönlichen Glaubens nachvollziehbar beschreiben, stehen die Chancen für ihr Asylverfahren gut.“

500 Jahre Täuferbewegung
Mit fünf Themenjahren ab 2020 und einem großen Abschluss zu Himmelfahrt 2025 will eine überkonfessionelle Initiative an 500 Jahre Täuferbewegung erinnern. Reinhard Assmann vom Trägerverein nahm die VEF-Mitgliederversammlung mit hinein in die Geschichte und stellte den aktuellen Stand der Planungen vor. Der 21. Januar 1525 gilt als Beginn der Täuferbewegung. Nach einer „heftigen öffentlichen Diskussion über die Kindertaufe fand an diesem Tag die erste sogenannte Gläubigentaufe statt“, so Assmann. „Die Täufer verstanden sich stets als Teil der Reformation, wollten weiterführen, was sie in den frühen Jahren Luthers und Zwinglis verstanden hatten.“ Die Mennoniten verstünden sich als direkte Nachfahren der Täufer, doch „auch einige andere heutige Freikirchen sehen sich theologisch in der Tradition der Täuferbewegung.“

Theologischer Grund- und Aufbaukurs
Dr. Oliver Pilnei vom BEFG und Jürgen Stolze von der Evangelisch-methodistischen Kirche stellten den Delegierten den Theologischen Grund- und Aufbaukurs der VEF vor. Seit über 40 Jahren bietet der Kurs eine theologische Fortbildung. Allein in den letzten zehn Jahren gab es über 400 Absolventinnen und Absolventen. VEF-Präsident Christoph Stiba würdigte den Kurs als „fundierte theologische Grundlegung für Laienprediger und alle an Theologie Interessierten.“ Er ermutigte dazu, das Angebot in den Freikirchen bekannt zu machen.

Weitere Informationen unter: www.vef.de




Verschwörungstheorien: „Wer nichts mehr glaubt, glaubt am Ende alles“

Verschwörungstheorien: eine säkularisierte Form von Aberglauben?
Verschwörungsgläubige legten einen missionarischen Eifer an den Tag, wenn es um die Verbreitung ihrer Theorien gehe, sagte Dieter Sträuli, Psychologe und Vorstandsmitglied von infoSekta. Er fragte, ob Verschwörungstheorien eine säkularisierte Form von Aberglauben seien, eine Art von Ersatzreligion. Sträuli erläuterte, dass Verschwörungstheorien ihre Wurzeln in der Struktur einer Person hätten.

Wie lassen sich Verschwörungstheorien gesellschaftlich erklären?
Christian Ruch, Historiker und Soziologe, definierte in seinem Workshop eine Verschwörung als eine Handlung von mindestens zwei Personen, die sich im Verborgenen auf ein Ziel einigen, das nur im Verborgenen erreicht werden könne und oft die Veränderung der Machtstruktur zum Ziel habe. Verschwörungstheorien seien keine Erscheinung der Neuzeit, so Ruch. 1348 wären die Juden im Zusammenhang mit der Pest der Brunnenvergiftung bezichtigt und verfolgt worden. „Hexen“ seien für Missernten verantwortlich gemacht und umgebracht worden. Neu sei heute die Verbreitungsgeschwindigkeit von Verschwörungstheorien.

Dass Verschwörungstheorien zunehmend auftreten würden, bezeichnete Ruch als „Symptome von Unsicherheit und Angst“ in Krisenzeiten. Das gesellschaftliche Urvertrauen in die Institutionen sei am Schwinden und mache einem Urmisstrauen Platz. Hinzu komme, dass das Mehr an Wissen eine hochkomplexe Lebenswelt und Gesellschaft schaffe, was diese kaum durchschaubar mache. Anhänger von Verschwörungstheorien seien hyperrational, weil sie überall Sinn und Absicht sehen würden und auch in zufälliges Geschehen Absicht hineininterpretierten, so der Soziologe. „Verschwörungstheoretiker kennen keinen Zufall“, erklärte Ruch. Auch dass es verschiedene Erklärungs- und Deutungsmöglichkeiten geben könne, werde von ihnen geleugnet.

Staatsverweigerer und ihre Vernetzung
Staatsverweigerer lehnten staatliche Strukturen ab, sagte der freie Journalist Raimond Lüppken in seinem Workshop. Begründet werde dies damit, dass Gesetze für „Personen“ gemacht, sie aber „Menschen“ seien. Er erwähnte zur Illustration die „Reichsbürger“ in Deutschland und „Anastasia“, eine in Russland gegründete New-Age-Bewegung. Viele Staatsverweigerer lehnten es ab als Rassisten bzw. Antisemiten bezeichnet zu werden. Sie seien Ethnopluralisten, die für die kulturelle Reinerhaltung von Gesellschaften eintreten würden und die Vermischung der Ethnien ablehnten. Laut Lüppken lehnten viele Staatsverweigerer auch das Impfen ab, seien gegen staatliche Schulen, setzten sich für die klassische Rollenverteilung von Mann und Frau ein und hätten Angst vor „Umvolkung“, wie dies durch die gelenkten „Flüchtlingsströme“ geschehe.

Im Sinnlosen Sinn finden?
Dr. Matthias Pöhlmann, Theologe sowie Vorsitzender der Konferenz der Landeskirchlichen Beauftragten für Sekten- und Weltanschauungsfragen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), beschäftigte sich in seinem Referat mit theologischen Unterscheidungskriterien zum Verschwörungsglauben. Für Pöhlmann handelt es sich beim Verschwörungsglauben um eine globalisierte Version einer Religion. Zufall und Chaos in der Welt schaffe Unerklärliches, womit sich Verschwörungsgläubige nicht abfinden wollten und Schuldige bzw. sinnvolle Welterklärung und Gesetzmäßigkeiten suchten.

Es handle sich dabei um die Verweltlichung eines Aberglaubens, und die Verschwörungstheorie werde zu einer Ideologie, so der EKD-Kirchenrat. Es werde von einer „neuen Weltordnung“ mit der Etablierung einer globalen Elite gesprochen. Verschwörungsmythen entstünden, wenn Menschen keine Teilhabe mehr an Entscheidungsprozessen hätten bzw. Regierende und Regierte sich voneinander entfernten. Verschwörungsgläubige sähen sich laut Pöhlmann als Wissende und Aufgeweckte, die Mehrheit der Bevölkerung als Unwissende. Da es für sie keinen Zufall gebe, erklärten sie das Böse mit skrupellosen Verschwörern. Verschwörungstheorien seien selbstimmunisierend, verallgemeinernd und gefährlich, da sie Sündenböcke suchten.

Der Theologe bezeichnete den Verschwörungsglauben als eine „schlecht säkularisierte Theologie“. Die Theodizee, also die Frage nach der Gerechtigkeit bzw. Rechtfertigung Gottes angesichts des Bösen in der Welt, werde auf Menschen als Verursacher umgemünzt und erklärt. Es werde nicht mehr gefragt, weshalb Gott dies oder jenes zulasse, sondern: ‚Weshalb passiert mir dies?‘ und dann werde ein Sündenbock gesucht. Verschwörungsgläubige verstünden sich als Aufklärer einer hinters Licht geführten Bevölkerung, agierten äußerst missionarisch, wobei sich das Internet als idealer Multiplikator anbiete, sagte der Theologe.

Demnach bestehe für Christen eine zweifache Aufgabe im Umgang mit Verschwörungsgläubigen. Man müsse den Dialog suchen und die „Geister unterscheiden“. Es brauche sowohl eine religions- und weltanschauliche Aufklärung als auch Seelsorge, so Pöhlmann. Benötigt werde „Götzenkritik“ an dieser säkularisierten Ideologie, da der Verschwörungsglaube eine „Vergöttlichung des Weltlichen“ und somit eine Übertretung des ersten Gebots sei. Es handle sich um einen „versekteten Verschwörungsglauben“, der auf Täuschung fuße und zu Enttäuschung führe. Es gehe dabei immer auch darum, die Ängste und Motive des Verschwörungsglaubens ins Auge zu fassen, um Menschen entsprechend zu begleiten und die Abkehr zu ermöglichen, sagte Pöhlmann. Dass bei gewissen Menschen aus einer Verschwörungstheorie ein Ersatzglaube werden kann, fasste Matthias Pöhlmann so zusammen: „Wer nichts mehr glaubt, glaubt am Ende alles.“




Chrischona stärkt Bildungsarbeit und erneuert Strukturen

Chrischona-Direktor wird tsc-Mitarbeiter
Demnach wird Thomas Rudin, bisheriger Präsident des Komitees von Chrischona International, neuer Präsident des Vereins Theologisches Seminar St. Chrischona und René Winkler, Chrischona-Direktor, wird nach einer Auszeit ab März 2019 als Mitarbeiter des tsc ohne Leitungsfunktion neu einsteigen. „Ich habe mich entschieden, mich auf die Chancen der Veränderungen zu konzentrieren und auf Jesus Christus zu vertrauen. Wir haben hier am Theologischen Seminar St. Chrischona noch einen großen Auftrag“, erklärte er.

tsc-Netzwerk: „evangelische Lern- und Ausbildungsgemeinschaft“
Laut tsc-Pressemitteilung werden im „tsc-Netzwerk“ viele Chrischona-Verbands-mitglieder künftig zusammenarbeiten. Benedikt Walker, Rektor des tsc, definierte das tsc-Netzwerk als „evangelische Lern- und Ausbildungsgemeinschaft“. Das Theologische Seminar St. Chrischona erhoffe sich enger mit Verbänden, Werken und Menschen zusammenarbeiten zu können, so Walker. Auch einzelne Gemeinden könnten Netzwerkpartner werden. „Mein Traum ist es, dass im tsc-Netzwerk eins plus eins drei ergibt“, verkündete Benedikt Walker.

Netzwerkvereinbarung von Chrischona Schweiz und Chrischona Deutschland
Die Gemeindeverbände Chrischona Schweiz und Chrischona Gemeinschaftswerk Deutschland unterschrieben am 7. November die Netzwerkvereinbarung. „Das ist die Struktur, die wir brauchen, wenn wir die Menschen der heutigen Zeit mit dem Evangelium erreichen wollen“, sagte Peter Gloor, Leiter Chrischona Schweiz.




Baumpflanzungen im Luthergarten Wittenberg abgeschlossen

Der letzte Baum des Luthergartens ist eine kleinkronige Winterlinde. Sie wurde für das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), dem Initiator des Projektes, gepflanzt. Neben dem Baum für das DNK/LWB wurden elf weitere Bäume gepflanzt, unter anderem von Kirchen und Einrichtungen aus den USA, aus Tansania, dem Irak, der Tschechischen Republik und Italien. Zu jedem dieser Bäume soll auch ein Partnerbaum in der Heimatkirche gepflanzt werden, teilte das DNK/LWB mit. „Der Luthergarten ist ein lebendiges Reformationsdenkmal“, betonte die Direktorin des LWB-Zentrums Wittenberg, Inken Wöhlbrand.

Auch die Adventisten pflanzten zwei Bäume
Unter den 500 Bäumen befinden sich auch zwei Bäume der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Am 3. März 2015 führten deren Freikirchenleitungen in Berlin-Mitteldeutschland und in Niedersachsen-Bremen im Luthergarten eine symbolische Pflanzung mit je einem Rot-Ahorn durch. Die beiden Partnerbäume stehen auf dem Gelände der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg und dem Seniorenheim der Freikirche in Uelzen.

Weitere Informationen über den Luthergarten, inklusive Angaben zu allen gepflanzten Bäumen, sind unter www.luthergarten.de zu finden.




Weihnachtsmarke 2018: „Mit Licht gemalt – Weihnachten im Kirchenfenster“

Nach der völligen Zerstörung im 2. Weltkrieg und folgendem Wiederaufbau wurde St. Stephan zu einem Symbol christlich-jüdischer und deutsch-französischer Versöhnung, heißt es in der Beschreibung der Marke seitens der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. (BFW). Der in Russland geborene, im Krieg vor den Deutschen geflohene und schließlich in Frankreich lebende jüdische Künstler Marc Chagall gestaltete dort von 1976 bis 1985 neun Kirchenfenster. Das auf der Marke abgebildete Motiv der Maria mit dem Jesuskind findet sich im rechten, süd-östlichen Chorfenster. Die Kirchenfenster seien Zeugnis der Versöhnung zwischen Gott und Menschen wie auch von der Versöhnung der Menschen untereinander, so die BFW.

Das Sozialwerk Wohlfahrtsmarken besteht seit 1949. Der Erlös aus dem Verkauf der Sonderpostwertzeichen kommt den in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BFW) zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbänden (AWO Bundesverband, Deutscher Caritasverband, Der Paritätische – Gesamtverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Deutschland und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland) zugute. Diese helfen nach Angaben der BFW überall dort, wo staatliche Hilfe nicht ausreicht. Die Weihnachtsmarke 2018 ist bei allen Postfilialen, Vertriebsstellen der Freien Wohlfahrtspflege und beim Advent-Wohlfahrtswerk e.V., Hildesheimer Straße 426, 30519 Hannover, Telefon 0511-97177300, E-Mail mail@aww.info, erhältlich.




„Liebeskampagne“ am Stuttgarter Flughafen

„Uns ist es ein Anliegen, Menschen auf positive, überraschende Weise zur Auseinandersetzung mit Aspekten von Liebe im menschlichen Leben einzuladen“, so Marjon Sprengel, Seelsorgerin für die römisch-katholische Kirche am Flughafen. Unterstützt wird die Flughafenseelsorge von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, der Diözese Rottenburg-Stuttgart, dem Katholischen Bibelwerk, der Württembergischen und der Deutschen Bibelgesellschaft. „Wir möchten dazu beitragen, dass ein Impuls aus der Bibel die Menschen in ihrem Alltag erreicht“, sagte Dr. Christoph Rösel, Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft.

Bibelvers als Motto: 50 Jahre Gute Nachricht Bibel
Der Bibelvers „Ich habe nie aufgehört dich zu lieben“ soll laut DBG über die Monitore in den Terminals und auf verschiedenen Werbeflächen im Flughafen im ganzen November zu sehen sein. Er stammt aus Jeremia 31,3 in der Gute Nachricht Bibel (GNB). Die GNB ist vor 50 Jahren als erste moderne Bibelübersetzung auf Deutsch erschienen. Ferner liegt im Rahmen der Kampagne an mehreren Orten am Flughafen ein kostenloses Magazin zur Mitnahme aus. Im Magazin wird das Thema Liebe aus vielfältigen Blickwinkeln betrachtet, ein Blickwinkel ist der des christlichen Glaubens.

Kirchliche Dienste am Flughafen Stuttgart
Die im Dezember 1998 gegründeten Kirchlichen Dienste Flughafen Messe sind eine ökumenische Einrichtung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Aufgaben teilen sich zwei hauptberuflich Mitarbeitende mit mehr als 30 ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern. Zu den Aufgaben gehört unter anderem die Unterstützung und seelsorgerliche Begleitung von Fluggästen und Flughafenmitarbeitenden.




Baldur Pfeiffer − Altrektor der Theologischen Hochschule Friedensau verstorben

Vom Libanon zurück nach Deutschland
Pfeiffer, 1937 in Würzburg geboren, studierte Geschichte und Religionswissenschaft in Beirut (Libanon) und Berrien Springs (Michigan, USA). 1967 promovierte er an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz mit einer Forschungsarbeit zum Verhältnis der deutschen Staaten zur USA im 19. Jahrhundert. Dem schloss sich von 1967 bis 1978 eine elfjährige Lehrtätigkeit an der adventistischen Middle East University in Beirut an. Von 1978 bis 1980 war er Pastor der adventistischen Kirchengemeinde Hamburg-Grindelberg. Danach lehrte Pfeiffer am damaligen Theologischen Seminar Marienhöhe der Adventisten in Darmstadt Kirchen- und Missionsgeschichte. Er gründete und leitete zeitgleich in Darmstadt das „Historische Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa“, welches sich heute in Friedensau befindet. Seit 1980 war Pfeiffer zudem Beauftragter der Internationalen Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (AIDLR) in Bern, die einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen hat und in Zusammenarbeit mit der UN-Menschenrechtskommission den Schutz der Gewissens- und Religionsfreiheit fördert. Pfeiffer gehörte auch zum Redaktionsteam der Zeitschrift „Gewissen und Freiheit“ von AIDLR.

Zentrale Anliegen: Geschichte, Gesellschaft, Gerechtigkeit
Am 5. September 1990 beschloss der Ministerrat der damaligen DDR dem Theologischen Seminar Friedensau zum 15. September 1990 den Status einer staatlich anerkannten Hochschule zu verleihen. Am 7. September 1991 erfolgte die Einführung von Professor Dr. Baldur Pfeiffer als erstem Rektor der neuen Hochschule. In seiner Amtszeit leitete er wichtige Investitionsmaßnahmen zum Ausbau der Hochschule ein und gründete den Fachbereich Christliches Sozialwesen. Die Begegnung mit afrikanischen Studierenden veranlasste ihn 1996 die Hilfsorganisation „Support Africa“ ins Leben zu rufen, welche die Entwicklung von Universitäten in Afrika, insbesondere in den Bereichen der Agrar- und Gesundheitswissenschaften, fördert. Für dieses Engagement erhielt Pfeiffer im Jahr 2003 von der University of Eastern Africa in Kenia die Ehrendoktorwürde. Dem Einsatz für Menschenrechte und Religionsfreiheit blieb er sein Leben lang verbunden.

Anlässlich seines 70. Geburtstags ehrte die Theologische Hochschule Friedensau im Jahr 2007 Pfeiffer mit der Festschrift „Geschichte, Gesellschaft, Gerechtigkeit“. „Die Festschrift ist eine Würdigung des Engagements von Professor Pfeiffer für die drei Themen Geschichte, Gesellschaft und Gerechtigkeit, die in seinem Leben und Wirken zentrale Anliegen waren“, erläuterte Dr. Stefan Höschele, Dozent für Systematische Theologie und Missionswissenschaft in Friedensau. Höschele hob besonders die interkulturelle Arbeit von Pfeiffer hervor. „Die Auseinandersetzung mit dem Islam und mit Jahrtausende alten Kulturen, die sich eigenständig und kaum berührt von der europäischen Geistesgeschichte entwickelt haben, waren Herausforderungen, die er mit erstaunlicher Anpassungsfähigkeit meisterte. Auch in sein Denken, Lehren und seine Veröffentlichungen ging die Überzeugung von der Notwendigkeit der Anerkennung kultureller Vielfalt ein.“

Baldur Pfeiffer verfasste selbst historische Werke, unter anderem „The European Seventh-Day Adventists Mission in the Middle East 1879-1939“ (1981), „Die Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland“ (1989), „Die Adventisten im Nahen Osten, 1878-1939“ (1996), sowie als Mitautor von „Die Adventisten und Hamburg − Von der Ortsgemeinde zur internationalen Bewegung“ (1992).

Friedensauer Hochschule
Die auf das Jahr 1899 zurückgehende Friedensauer Hochschule bietet derzeit in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – sowie den Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ an. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de




THE SHITSHOW: Tagesklinik Waldfriede stellt Emotions-Simulatoren aus

„Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, wie wichtig es auch für den Behandlungserfolg ist, dass sich Betroffene ernstgenommen und verstanden fühlen. Die Simulatoren vermitteln auf eine niederschwellige Weise, wie es sich anfühlen kann, an Depressionen oder Angststörungen erkrankt zu sein – eine sinnvolle Ergänzung für die Arbeit mit Angehörigen und Patienten”, so Dr. Franziska Selig, Oberärztin in der Tagesklinik Waldfriede zur Projektidee.

Die Ausstellung
In einem mehrschrittigen Designprozess hatten Johanna Dreyer, Nele Groeger und Luisa Weyrich in Zusammenarbeit mit Produktdesignern Objekte, die Symptome von Depressionen und Angststörungen auf körperlicher Ebene erfahrbar machen, entwickelt. Die sogenannten „Emotions-Simulatoren“ konnten in der Tagesklinik Waldfriede von den Besuchern aufgesetzt und angezogen werden, um ein direktes Gefühl für die Symptome Betroffener zu erhalten.

Tagesklinik Waldfriede
Die Tagesklinik Waldfriede wurde im Juni 2017 eröffnet und gehört zum „Gesundheitsnetzwerk Waldfriede“, einer Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Tagesklinik wendet sich mit ihrem teilstationären Angebot an Menschen mit psychiatrisch-psychosomatischen Erkrankungen, wie Depressionen, Ängsten, Zwängen und Suchtfolgestörungen. Weitere Informationen: www.tagesklinik-waldfriede.de




Hochschule Friedensau verleiht 29 Absolventen akademische Grade

„Wir sind nicht allein auf dieser Welt“, stellte Brass als ersten Leitsatz heraus. „Wir sind eingebunden in ein Gemeinwesen“. Es sei deshalb gut, sich dessen bewusst zu werden, sich einzubringen und auch andere zu prägen. Gleichzeitig gelte als zweiter Leitsatz: „Ich weiß, wer ich bin“. Bei all der menschlichen Vielfalt in dieser Welt sei doch jeder einzigartig. Mit dem dritten Leitsatz „Schwierigkeiten sind schöne Aufgaben“ wollte Brass die Absolventen ermutigen: „Es läuft nicht immer alles so, wie man es möchte“. Das Geheimnis sei das Dranbleiben. Der vierte Leitsatz „He’s got the whole world in his hands“ („Er hält die ganze Welt in seiner Hand“) weise darauf hin, dass es gut sei, die Welt und das Leben vom Ende her zu betrachten sowie Gott, der die ganze Welt in seiner Hand hält, an die erste Stelle zu setzen.

Bachelor- und Mastergrade verliehen
Insgesamt wurden 29 Studierende aus sieben Ländern in den Bereichen Theologie und Sozialwesen mit einem Bachelor (B.A.) oder Master (M.A.) graduiert. Dr. Stefan Höschele, Dekan des Fachbereichs Theologie, übergab Urkunden an drei B.A.- (davon einer in Abwesenheit) und zwei M.A.-Absolventen in Theologie sowie an einen Master of Theological Studies (M.T.S.)-Absolventen. Letzterer stammt aus Haiti. Professor Dr. Thomas Spiegler, Dekan des Fachbereichs Christliches Sozialwesen, übergab drei B.A.-Urkunden in Soziale Arbeit und fünf B.A.-Urkunden in Gesundheits- und Pflegewissenschaften. M.A.-Urkunden erhielten vier Graduierte in Counseling (Beratung), drei in Musiktherapie, vier in Sozial- und Gesundheitsmanagement sowie vier in International Social Sciences. Die letztgenannten Absolventen kamen aus Ghana, Sambia, Äthiopien und Burundi; acht Studierende des Fachbereichs wurden in Abwesenheit graduiert.

Besondere Auszeichnungen für Studierende
Dekan Spiegler verlieh den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an Stephen Frimpong Amponsah. Er erhält die mit 1.000 Euro dotiere Auszeichnung als ausländischer Studierender für hervorragende Leistungen. Der mit 500 Euro dotierte Preis für besonderes Engagement im Fachbereich Christliches Sozialwesen der Sparkasse Jerichower Land ging an Deborah Esposito. Den mit 500 Euro dotierten Herbert Blomstedt-Preis für Theologie erhielt Filip Kapusta.

Konzert zum Studienjahresbeginn
Bereits am Vortag wurden in Friedensau in einem Gottesdienst auch die rund 55 neuen Studierenden willkommen geheißen. Die Predigt hielt der Rektor der Hochschule, Professor Dr. Roland Fischer. Außerdem gab es am Nachmittag das traditionelle Konzert zum Studienjahresbeginn der Theologischen Hochschule. Unter dem Motto „MANDO-VIO-LINE“ interpretierten das Kammerorchester der Theologischen Hochschule Friedensau unter der Leitung von Jürgen Hartmann sowie die Solisten Erik Warkenthin und Cami Hatea-Schulz Werke italienischer Meister des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Studium in Friedensau
Die 1899 gegründete Friedensauer Bildungsstätte ist seit 1990 eine staatlich anerkannte Theologische Hochschule. Hier können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten. Studieninteressierte können sich zu Schnuppertagen anmelden und das Leben im Hörsaal und auf dem Campus kennenlernen. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de




„Kriege beenden – Frieden beginnen“

Wenige Tauben unter vielen Falken
„Es ist eine enorme Lerngeschichte unserer Kirchen, auch durch die Ökumene, die es in dieser Zeit gegeben hat. Damals waren es nur wenige, die auch in der Kirche für Frieden und Völkerverständigkeit ihre Stimme erhoben. Heute dagegen ist das Leitbild eines gerechten Friedens und der Vorrang der Gewaltfreiheit die Grundlage kirchlichen Friedenshandelns“, betonte Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, in Berlin.

Doch gerade deshalb sei es wichtig, zu zeigen, dass es auch während der Zeit des Ersten Weltkrieges pazifistische Stimmen in der Kirche gab. „Sie sind die Verwurzelung gegenwärtiger christlicher Friedensarbeit“, so Dr. Christoph Münchow, der Bundesvorsitzende der EAK. „Und sich dessen bewusst zu sein, das ist auch heute von bleibender Bedeutung“, ergänzte Uwe Trittmann von der Evangelischen Akademie zu Berlin.

„Wenige Tauben unter vielen Falken“, so umschrieb der Historiker Dr. Karlheinz Lipp das pazifistische Engagement von einigen Pfarrern vor und während des Ersten Weltkriegs in Deutschland. Es habe pazifistische Stimmen gegeben, aber sie seien in der deutlichen Minderheit im deutschen Protestantismus gewesen, betonte Lipp. Doch wäre es wichtig, diese Stimmen sichtbar zu machen, damit sie nicht vergessen oder bewusst ausgeblendet würden, unterstrich der Historiker beim Studientag in Berlin.

So hätten sich beispielsweise Pfarrer wie Otto Umfrid in der 1892 gegründeten Deutschen Friedensgesellschaft engagiert. 1913 sei ein von dem Berliner Pfarrer Walter Nithack-Stahn maßgeblich initiierter Friedensaufruf veröffentlich worden, den 400 andere Pfarrer unterzeichnet hätten. Immer wieder habe es Versuche gegeben, den in Großbritannien verbreiteten Friedenssonntag auch in Deutschland zu etablieren. Im Frühjahr 1914 hätten Walter Nithack-Stahn und Pfarrer Hans Francke nachdrücklich die militaristische Propaganda des Deutschen Wehrvereins kritisiert. „Es gab diese pazifistischen Stimmen, aber es waren nur wenige“, so Karlheinz Lipp.

Auch während des Ersten Weltkrieges habe es solche pazifistischen Äußerungen weitergegeben. Eine Stimme sei hier Friedrich Siegmund-Schultze gewesen. Noch während des Krieges wären zudem neue Friedensorganisationen wie der Bund Neues Vaterland, die Zentralstelle Völkerrecht und die Vereinigung Gleichgesinnter entstanden. Aufmerksamkeit habe auch die Friedensresolution von fünf Berliner Pfarrern im Jahr 1917 aus Anlass des 400. Reformationsjubiläums erregt. Aber die ernüchternde Bilanz des Historikers nach 1918: „Der Kaiser ging, doch die Kirchenfunktionäre und Pfarrer blieben mit ihren antipazifistischen Positionen.“

Konservative Gruppen beherrschten Kirchenstrukturen
Dies griff Professor Dr. Claudia Lepp von der Ludwig-Maximilians-Universität München auf. „Es gab im deutschen Protestantismus in der Weimarer Republik sehr viele, für die Verständigung und Aussöhnung nach außen wie auch Demokratie nach innen keine Bedeutung hatten“, bedauert sie. Das habe die evangelische Kirche in dieser Zeit nachhaltig geprägt.

„Es gab protestantische Traumata nach dem Ersten Weltkrieg. Die Niederlage, die Revolution und der Versailler Vertrag“, erläuterte die Historikerin. Der Mehrheitsprotestantismus habe die weltanschauliche Neutralität der Weimarer Republik sehr kritisch gesehen, die Kirchenstrukturen seien von konservativen Gruppen beherrscht worden und es habe nach dem Ersten Weltkrieg keinen radikalen Wandel in der Einstellung zum Krieg stattgefunden“, so die Professorin. Sicher habe es auch pazifistische Stimmen gegeben, wie die Religiösen Sozialisten, aber sie seien innerhalb des Protestantismus zu schwach gewesen, um Gehör zu finden. „Die Macht der alten Strukturen ist bestehen geblieben. Gerade auch im protestantischen Milieu gab es Sympathien für den aufkommenden Nationalsozialismus. Und der Tag von Potsdam 1933 war für viele Protestanten ein wichtiges Ereignis, das sie begrüßten“, gab die Münchener Historikerin zu bedenken.

Bunte Blumen auf einer großen Friedenswiese
Dass es dennoch in diesen 100 Jahren viele christlich geprägte oder christlich motivierte Initiativen und Gruppen gab und gibt, machte Max Weber, EAK-Referent in Bonn, deutlich. Er verwies auf die bunte Vielfalt solcher Organisationen, wie den Internationalen Versöhnungsbund, pax christi, das europäische ökumenische Netzwerk Church & Peace, das Deutsche Mennonitische Friedenskomitee, die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, das Antikriegsmuseum Sievershausen oder der Internationale Christliche Friedensdienst EIRENE aus Neuwied. „Sie alle haben christliche Wurzeln und haben zu bunten Blumen auf einer großen Friedenswiese geführt“, so Max Weber. „Es sind Kraftquellen für den Frieden.“

Kritischer Blick von außen
Einen kritischen Blick von außen auf die heutige Friedensarbeit der Kirche gab es in Berlin von Christine Buchholz, religionspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der LINKEN. „Es ist die Stärke der Kirche, die zivilgesellschaftlichen Sichtweisen stärker ins Bewusstsein zu bringen“, mahnte sie und verwies auf aktuelle politische Fragen wie die Transformation der Bundeswehr, die Rüstungsausgaben oder die Militarisierung der Europäischen Union. „Die Kirche tut gut daran, laut ihre Stimme zu erheben und Einspruchsmacht zu sein und Raum zu schaffen auch für kritische, kontroverse Diskussionen.“ Gerade was zivile Konfliktlösungen angehe, sei es wichtig, dass die Kirche sich hier zu Wort melde. „Derzeit hat Deutschland 1.000 Soldaten in Mali im Einsatz. Was, wenn das 1.000 Friedensfachkräfte wären?“, fragte die Bundestagsabgeordnete. „Das alles sind Fragen, in denen wir uns einbringen und immer wieder betonen, dass gerade der Vorrang von Zivil stärker ins Bewusstsein gebracht werden und auch finanziell besser ausgestattet werden muss.“




Evangelischer Friedenspreis an EIRENE

„Mit EIRENE wird ein seit 1957 tätiger ökumenischer, internationaler Friedens- und Entwicklungsdienst ausgezeichnet, dessen Freiwillige und Fachkräfte sich gemeinsam mit Partnerorganisationen weltweit für eine Kultur der Gewaltfreiheit, für soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung engagieren“, würdigte Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Arbeit des Friedensdienstes aus Neuwied. Besonders freue ihn, dass der Förderpreis in diesem Jahr vor dem Hintergrund des Endes des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren als „Evangelischer Friedenspreis“ verliehen werde. „Hier macht die EKD deutlich, dass die pazifistische Tradition evangelischer Friedensethik ein bedeutender Teil ihrer kirchlichen Identität ist“, so der EKD-Friedensbeauftragte in Berlin. Die Arbeit von EIRENE zeige, dass der Vorrang der zivilen Konfliktbearbeitung, wie sie in der EKD-Denkschrift von 2007 formuliert werde, erreichbar sei. Der diesjährige Preisträger sei das beste Beispiel dafür.

EIRENE soll auch weiterhin unbequem sein
„Frieden und Gewaltfreiheit sind keine einfachen Dinge. Dies zeigt auch die langjährige erfolgreiche Arbeit von EIRENE, die seit 61 Jahren erfolgt, ohne dass schon Frieden auf der Welt herrschen würde“, betonte Peter Steudtner. Der Menschenrechtsaktivist und Trainer für gewaltfreie Konfliktbearbeitung, der im vergangenen Jahr mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen drei Monate in der Türkei im Gefängnis verbrachte, hielt in Berlin die Laudatio auf den Preisträger.

„Dieser Förderpreis soll Mut machen, er ist eine Anstachelung und gibt Kraft für die weitere Arbeit von EIRENE“, unterstrich Steudtner. Es sei wichtig, dass der Friedensdienst auch künftig Räume schaffe für Entwicklung, Frieden und zivilgesellschaftliches Engagement. „Und dabei soll EIRENE auch weiterhin unbequem sein, Risiken in Kauf nehmen und positiven Frieden gemeinsam global und lokal fördern und selbst leben“, so der Menschenrechtsaktivist. „Ich bin froh, dass EIRENE diesen Preis zu Recht bekommen hat. Eigentlich müsste ich EIRENE wünschen, dass die Arbeit überflüssig wird, weil dann die Welt in Frieden und auch die Menschen in Frieden leben würden.“ Doch bis es dazu komme, soll dieser Friedenspreis alle anstacheln, diese wichtige Arbeit weiter zu tun.

Ein ganzes Orchester von Friedensstimmen
„Dieser Preis ist für uns eine Bestätigung für die geleistete Arbeit, aber auch ein Ansporn, unserem Anspruch zu entsprechen, ein internationaler Friedensdienst mit christlichen Wurzeln zu sein, auf dem mühsamen, aber auch lohnenden Weg des Friedensdienstes“, sagte Dr. Charlotte Eisenberg, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von EIRENE. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Reinhard J. Voß, ergänzte: „Wir nehmen diesen Friedenspreis auch als Herausforderung für unsere weitere Arbeit.“

Wie bunt und vielfältig die Arbeit von EIRENE ist, wurde bei der Preisverleihung in Berlin deutlich. Jacques Raphael Asunge von der Partnerorganisation SVH in der Demokratischen Republik Kongo betonte die wichtige Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg, die einen guten Erfahrungsaustausch ermögliche und helfe, die Friedensarbeit anderer zu entdecken. Rosemary Nina Calcina aus Bolivien, die derzeit als Freiwillige für EIRENE in Deutschland arbeitet, schilderte das gegenseitige Lernen und Erfahren von Friedensarbeit durch Menschen aus vielen Ländern. „Friedensarbeit bei EIRENE, das ist ein ganzes Orchester von Friedensstimmen“, so Dr. Charlotte Eisenberg.

Über EIRENE
EIRENE ist ein seit 1957 tätiger ökumenischer, internationaler Friedens- und Entwicklungsdienst, dessen Freiwillige und Fachkräfte sich gemeinsam mit Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika, den USA und Europa weltweit für eine Kultur der Gewaltfreiheit, für soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung engagieren. EIRENE entsendet dabei jedes Jahr Freiwillige und Fachkräfte in viele Länder. Seit der Gründung haben mehr als 3.000 Personen einen Friedensdienst mit EIRENE geleistet. Gleichzeitig kommen auf Einladung von EIRENE Freiwillige aus anderen Ländern für einen Freiwilligen- und Friedensdienst auch nach Deutschland.

EAK-Förderpreis
Der Förderpreis der EAK, der in diesem Jahr als Evangelischer Friedenspreis verliehen wurde, erinnert an das friedensethische Wirken des evangelischen Theologen Friedrich Siegmund-Schultze, der 1914 zu den Gründern des Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen gehörte, aus dem sich später der Internationale Versöhnungsbund entwickelte. 1957 wurde Siegmund-Schultze der erste Vorsitzende der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen. Als Pfarrer, Leiter sozialer Einrichtungen und Hochschullehrer setzte er sich zeitlebens für Versöhnungs-, Friedens- und Sozialarbeit ein. Der Förderpreis wird seit 1994 in unregelmäßigen Abständen verliehen. Die Finanzierung erfolgt aus Spenden. „Es ist schön, dass wir hier in Berlin, wo Friedrich Siegmund-Schultze so lange gewirkt hat, erstmals diesen Preis verleihen“, so der EAK-Bundesvorsitzende Dr. Christoph Münchow.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Weitere Informationen: www.eak-online.de




Schweizer Juden und Muslime gemeinsam gegen Rassismus

Die Erklärung wurde gemeinsam vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG), der Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) sowie der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS) abgegeben. In einer Zeit, in welcher die Beziehungen zwischen Muslimen und Juden belastet sind, sei das Bekenntnis zum Dialog umso bedeutender, heißt es in der Erklärung.

Eine wichtige Antwort auf Juden- und Muslimfeindlichkeit, Rassismus und Hass sei die Pflege und die Stärkung des gegenseitigen Dialoges. Es sei einfach, das Gemeinsame zu betonen. Echter Dialog müsse aber auch das Trennende ansprechen. Die Erklärung im Wortlaut: http://www.swissjews.ch/de/downloads/pressemitteilung/2018/erklaerung-juden-und-muslime-2018.pdf




EKD-Impulspapier „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“ vorgestellt

Mutiges nachhaltiges Handeln gefordert
Mit dem Dokument bringt die EKD ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass die globalen Transformationsprozesse nicht zu einer Resignation führen müssen, sondern mutig gestaltet werden können. Die EKD positioniert sich dabei als Mahnerin zu mutigem nachhaltigen Handeln, als Mittlerin zwischen gesellschaftlichen Gruppen im Ringen um Nachhaltigkeit und nicht zuletzt als Motor, die weltweiten Veränderungsprozesse des 21. Jahrhunderts verantwortungsbewusst zu gestalten.

Modelle nachhaltigen Handelns
Dazu werden Modelle nachhaltigen Handelns aus Kirchengemeinden und kirchlichen Institutionen vorgestellt. Kritik übt die EKD daran, dass in der Agenda 2030 nicht die Frage beantwortet sei, wann Wohlstand erreicht ist. Dies sei eine Leerstelle, der die EKD mit einer „Ethik des Genug“ begegnen möchte.

Erde als Geschenk Gottes
Erarbeitet wurde das Impulspapier von der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung. Nach Professor Dr. Uwe Schneidewind, Vorsitzender der Kammer, resultiere die Haltung zur Nachhaltigkeit aus der Demut, dass die Erde ein Geschenk Gottes sei. Es sei die Aufgabe, dass im 21. Jahrhundert 10 Milliarden gut auf dieser Erde leben könnten.

Die Ziele der Agenda 2030 deckten sich mit den Anliegen des Konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung und nähmen die Schwächsten in den Blick. Um der Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe zu stärken, schlug Marlene Thieme, Ratsmitglied der EKD, vor, sie als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern.

Das Impulspapier der EKD ist online abrufbar unter: https://www.ekd.de/Aktuelle-Publikationen-24065.htm




Neuer Leiter der Hochschulbibliothek Friedensau

Raul Cervantes übernimmt nach kurzer Vakanz die Leitung der Bibliothek und damit die Stelle von Raimar Oestreich der Ende Juni 2018 die Hochschule verlassen hatte. Raul Cervantes, 46 Jahre alt, absolvierte das Studium „Library and Information Science“ an der Humboldt-Universität Berlin und schloss es 2011 mit dem Master of Arts ab. Er ist deutscher Staatsbürger mit mexikanischen Wurzeln. Seit 2011 arbeitet er an der Hochschulbibliothek in Friedensau und kennt aus „zweiter Reihe“ die Herausforderungen, Arbeitsbedingungen und Mitarbeiterinnen, was die Übernahme der neuen Aufgaben erleichtern werde, so der Rektor. Cervantes ist verheiratet und hat zwei Kinder. Derzeit promoviert er nebenberuflich an der Universität Complutense de Madrid in Bibliothekswissenschaften.

Bibliothek mit über 150.000 Medien
Die Friedensauer Hochschulbibliothek umfasst ein vielfältiges Angebot mit über 150.000 Medien. Darunter sind wissenschaftliche Monographien und Zeitschriften, Noten und Liederbücher, Musik und Filme, Unterhaltungsliteratur sowie Kinder- und Jugendbücher. Zugriff auf Online-Datenbanken und elektronische Zeitschriften erweitern den physischen Bestand. Die Hochschulbibliothek verwaltet auch die Freikirchenbibliothek des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) mit Schrifttum aus den unterschiedlichsten Denominationen. Zudem gibt es in der Musikalienbibliothek eine umfangreiche Notensammlung für die Bereiche Kirchen- und Popularmusik.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und M.A.-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




Adventistische Bekenntnisschule in Nürnberg eröffnet

„Wir freuen uns, dass wir mit der Mose-Schule eine Grundschule haben, die mehr als reinen Schulstoff vermittelt. Wir möchten den Kindern christliche Werte an die Hand geben, die sie ihr Leben lang begleiten“, so Schulleiterin Sylvia Clemens. Unterrichtet würden an der Schule zwei jahrgangsübergreifende Klassen der Stufen 1/2 und 3/4. Die Bekenntnisschule folge in ihren Lehrgegenständen, ihrem Aufbau und der Ausbildungsdauer dem LehrplanPlus für Grundschulen in Bayern. Ein Übertritt an weiterführende Schulen sei damit gewährleistet.

Respektvoller Umgang miteinander
Neben einer guten Bildungsvermittlung lege die neue Schule großen Wert auf die charakterliche, persönliche, geistige und geistliche Entwicklung der Kinder, betonte Sylvia Clemens. Ausgehend vom Menschenbild, das Jesus in der Bibel vorgelebt habe, würden christliche Werte wie Rücksichtnahme oder Ehrlichkeit ebenso vermittelt wie Toleranz und ein respektvoller Umgang miteinander. Die Mose-Schule möchte darüber hinaus musische und künstlerische Fähigkeiten heranbilden. Ein besonderes Augenmerk auf gesundheitsbewusstes Leben in den Bereichen Sport und Ernährung, aber auch nachhaltiges Handeln im verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und der Natur rundeten das Schulprofil ab. Aufgrund der kleinen Klassengröße von maximal 24 Schülerinnen und Schülern in den jahrgangsübergreifenden Klassen könne noch individueller auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden.

Beginn mit fünf Schülerinnen und Schülern
Begonnen habe die Mose-Schule dieses Schuljahr mit fünf Schülerinnen und Schülern der jahrgangsübergreifenden Klasse 1/2, informierte die Schulleiterin. Im eigens für die Schule umgebauten Zentrum der Adventgemeinde Nürnberg-Marienberg, Kilianstraße 260, stünden Klassenräume unterschiedlicher Größe, ein Werkraum sowie ein Schulgarten zur Verfügung. Im Rahmen des Gottesdienstes wurde die Schule feierlich eröffnet und die Schülerinnen und Schüler von ihren beiden neuen Lehrkräften aufgenommen.

Weltweites Bildungswerk
Die weltweit vertretene Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält mit rund 8.500 Schulen, höheren Schulen und Universitäten, 108.500 Lehrkräften sowie 1.955.000 Schülerinnen und Schülern (Stand 31.12.2017) das global größte protestantische Bildungswerk.

In Deutschland gibt es neben der Mose-Schule in Nürnberg folgende weitere adventistische Bildungsstätten in kirchlicher Trägerschaft: Die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg mit den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie, das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt mit Grund- und Realschule, Gymnasium, Kolleg und Internate, die Freie Adventschule Oberhavel, Oranienburg-Friedrichsthal, mit Grund- und Oberschule, die Andrews Advent-Grundschule, Solingen, die Daniel-Schule, Murrhardt nordöstlich von Stuttgart, mit Grund- und Realschule, die Elisa-Schule, Herbolzheim-Tutschfelden nördlich von Freiburg, Grund- und Realschule, die Josia-Schule, Isny/Allgäu, Grund- und Gemeinschaftsschule, die Salomo-Schule, Rastatt, Grund- und Realschule, die Advent-Schule, Heilbronn, Grundschule, und die Advent-Schule, Mannheim, Grundschule.

Weitere Informationen zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unter: www.adventisten.de




Schulzentrum Marienhöhe: fast 30.000 Euro Spenden durch Sponsorenlauf

Am Dienstag, den 4. September fanden die Läufe zwischen 9:15 Uhr und 13 Uhr auf dem Campus des Schulzentrums Marienhöhe der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten statt. Eine Runde betrug 800 Meter, insgesamt wurden 5.429 Runden gelaufen. Dabei konnten sich Schülerinnen und Schüler, etliche Lehrerinnen und Lehrer sowie einige Eltern und Großeltern für einen guten Zweck engagieren. Aktuell liegen Spendenzusagen in Höhe von 28.580 Euro vor.

Spenden für Kinder in Kambodscha und Rumänien
In diesem Jahr gehen die Spenden laut Schulverwaltung an ein Waisenhaus mit Schule in Kambodscha. Dort fielen konstant Bau- und Instandhaltungsarbeiten an, bei denen sich das Schulzentrum Marienhöhe finanziell und auch tatkräftig beteilige: Jedes Jahr fahre eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern mit Lehrkräften in den Winterferien für drei Wochen nach Kambodscha, um vor Ort bei den Renovierungsarbeiten zu helfen.

Dieses Mal sollen zusätzlich Gelder für eine Photovoltaik-Anlage zur Verfügung gestellt werden, die den Dieselgenerator ersetzen soll. Die Projektidee stamme von den Schülerinnen und Schülern der Energieagentur Marienhöhe (EMH). Diese freiwillige und ehrenamtliche Schüler-AG plant und realisiert Energiesparprojekte für das Schulzentrum Marienhöhe, teilte die Schulverwaltung mit.

Ein drittes Projekt soll in einem kleinen Ort in Rumänien dabei helfen Roma-Kindern eine bessere Schulbildung zu ermöglichen und ihnen dadurch bessere Perspektiven für ihr Leben zu eröffnen.

Schulzentrum Marienhöhe
Das 1925 gegründete „Seminar Marienhöhe“ hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgte die Realschule und 2010 die Grundschule. Das als „Gesundheitsfördernde Schule“ zertifizierte Schulzentrum Marienhöhe veranstaltet seit 2011 jährlich Sponsorenläufe und verbindet damit Gesundheit und soziales Engagement. Weitere Informationen: www.marienhoehe.de




„Himmel auf Erden“: neuer Podcast von Hope Channel Radio

In ihrem Podcast begibt sich Ronja Larissa Wolf auf ihre persönliche Suche nach „dem guten Leben und dem guten Gott“. Dabei stellt sie sich die Frage: „Wie können wir mutiger, liebevoller, heiler – und ja, vielleicht auch heiliger werden?“ Ronja Larissa Wolf ist Sozialpädagogin, arbeitet beruflich mit Flüchtlingen und bloggt in ihrer Freizeit. Der Podcast „Himmel auf Erden“ ist ein persönliches Audiotagebuch, in dem sie ihre alltäglichen Erfahrungen reflektiert.

Empfangbar ist „Himmel auf Erden“ über alle gängigen Podcast-Apps (Podcasts für iOS, iTunes, Spotify sowie verschiedene Podcast-Apps für Android) und auf www.hopechannel.de/radio/on-demand-podcasts/. Dem Podcast folgen kann man auch auf Instagram unter @ronjalarissawolf oder auf Facebook unter @himmelauferdenblog.

Hope Channel Radio
Hope Channel Radio ist ein Podcast-Radio der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, das vom Medienzentrum Stimme der Hoffnung (Sitz in Alsbach-Hähnlein) betrieben wird. Es gehört zur internationalen TV- und Radio-Senderfamilie „Hope Channel“, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 47 nationalen Sendern besteht. Weitere Informationen unter: www.hope-channel.de




Schulzentrum Marienhöhe eine „Schule fürs Leben“

Von den 770 Schülerinnen und Schülern sind 131 neu. 533 besuchen das Gymnasium, 178 die Realschule und 59 die Grundschule. Am Schulzentrum unterrichten 75 Lehrkräfte, davon sind acht neu angestellt worden. Laut Christian Noack wurde der schulpsychologische Dienst der Marienhöhe durch den Kinder- und Jugendpsychotherapeuten Professor Dr. Thomas Steininger erweitert. 50 Prozent der Lehrkräfte (38) seien Siebenten-Tags-Adventisten. „Alle unsere Lehrerinnen und Lehrer sind entweder Christen oder stehen dem christlichen Glauben und Lebensstil positiv gegenüber“, betonte der Schulleiter. 64 Prozent der Schülerinnen und Schüler stammten aus einem christlichen Elternhaus, davon sechs Prozent aus einem adventistischen; 35 Prozent hätten keine Konfession oder Religion angegeben und ein Prozent gehörten anderen Religionen an (sunnitisch, alevitisch und jüdisch).

Das Gymnasium ermöglicht auch Erwachsenen als Kollegiaten in zwei Jahren die Fachhochschul- und in drei Jahren die Allgemeine Hochschulreife nachzuholen. Von den 55 Bewohnern des hauseigenen Internats kommen 24 aus anderen Ländern, davon 16 aus China, je zwei aus Südkorea und den USA sowie je eine Person aus Vietnam, Mexiko, Italien und Ungarn. Sie möchten auf der Marienhöhe ihr Abitur machen und haben in der Regel Deutschkenntnisse auf der Niveaustufe B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) nachgewiesen.

Nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben lernen
Schulleiter Noack teilte in der September-Ausgabe der Kirchenzeitschrift Adventisten heute mit, dass die Bildungsstätte unter dem Leitmotiv „Schule fürs Leben“ in das neue Schuljahr gehe. Das Konzept dazu sei 2016/17 in Sitzungen und pädagogischen Konferenzen entwickelt worden. Zwar sei die Marienhöhe in den Augen von Eltern und Schülern längst eine gute Schule fürs Leben, doch gelte es dieses Profil zu schärfen, etwa durch verstärkte Lebensweltbezüge im Fachunterricht.

Oft werde einer Schule vorgeworfen, man lerne dort nur für die Schule, für Klassenarbeiten und Prüfungen, nicht fürs Leben. Zwar seien auch Klassenarbeiten und Prüfungen laut Christian Noack eine „Schule fürs Leben“. Sie trainierten Fähigkeiten, die man im Berufsleben brauche, wie sich auf Herausforderungen gewissenhaft vorzubereiten, sich konzentrieren zu können oder in einer Drucksituation noch denk- und handlungsfähig zu bleiben. Doch es komme auf die Inhalte an. Wenn die Schüler darin einen Bezug zu ihrer Lebenswelt erkennen könnten, werde der „Stoff“ mit einem Male spannend und interessant.

Das gelte auch bei handlungsorientierten, ganzheitlichen Anforderungssituationen, die alle Sinne in Anspruch nähmen. In der Projektwoche unmittelbar vor den Sommerferien hätten Schüler und Schülerinnen der Marienhöhe auf Seide gemalt, über sinnvolle Geldanlagen nachgedacht, Basketball oder Fußball gespielt, seien klettern gegangen, hätten genäht, gestrickt, programmiert, Theater gespielt, wären gesurft oder geskatet und hätten literarische Texte geschrieben. Auch seien sie gewandert, wären in Berlin im Kanzleramt oder in Rom auf dem Petersplatz gewesen, hätten ein Andachtsvideo gedreht, musiziert, gebacken und all die Produkte und Erlebnisse dann beim Sommerfest den Eltern präsentiert, informierte der Schulleiter.

Seit diesem Schuljahr erhielten alle Schülerinnen und Schüler den Sammelordner „Portfolio Lebenskompetenz“, in dem sie alle Dokumente zusammenstellen könnten, die mit der Schulzeit auf der Marienhöhe verbunden seien, etwa Zeugnisse, Urkunden, Praktikaberichte oder Selbstreflektionen.

Zur „Schule des Lebens“ gehöre laut Noack aber auch die Möglichkeit, „ein Leben mit Gott zu erleben“. „Unser Campuspastor Mircea Riesz organisierte im letzten Schuljahr mit der örtlichen ‚1year4jesus‘-Gruppe und Schülern insgesamt sechs Schulgottesdienste, sogenannte ‚mittendrin‘-Gottesdienste, die unsere Schüler freiwillig besuchen.“ Jedes Mal seien 300 bis 400 Schülerinnen und Schüler gekommen.

Schulzentrum Marienhöhe
Das 1925 gegründete „Seminar Marienhöhe“ hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgte die Realschule und 2010 die Grundschule. Das Schulzentrum Marienhöhe ist als „Gesundheitsfördernde Schule“ und Schule für den Klimaschutz zertifiziert. Weitere Informationen: www.marienhoehe.de




Weltweiter Jugendleiterkongress der Adventisten in Kassel

Beim Generalthema „Pass it on – Equip, Engage, Empower“ gehe es darum, Leiter auszubilden, zu bevollmächtigen und zu ermutigen, das Vermächtnis der Reformation weiterzutragen“ teilte der Kommunikationsverantwortliche der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Stephan Brass, mit. „Gemeinsam mit den Jugendleitern soll Gottes Gnade gefeiert, das Erbe der Reformation angenommen und der Fokus auf Leiterschaft auf allen Gebieten der Arbeit mit Jugendlichen bewusst gemacht werden“, so Brass. Ziel sei es, die Kongressteilnehmenden zu befähigen, Jugendliche darin zu unterstützen, sich mit ihrem jeweiligen Gemeinwesen zu verbinden und sich dort positiv einzubringen.

Programm
Hauptsprecher des Kongresses sind die Pastoren David Asscherick (Australien), Ty Gibson (USA) und Dr. Baraka Muganda (USA). Am letzten Kongresstag wird auch der Weltkirchenleiter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Ted Wilson, zu den Teilnehmenden sprechen. Durch ein abwechslungsreiches Programm mit Ansprachen, Musik, Ausstellungsständen und rund 50 verschiedenen Workshops sollen die Kongressteilnehmer, die in ihrer Heimat in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingebunden sind, zu verschiedenen Themen weitergebildet werden. Gesundheits- und Fitnessthemen, Mission, Konfliktlösung oder Leitung werden ebenso behandelt wie Marketing, Gottesdienstgestaltung oder die Arbeit mit Pfadfindern. Die Plenumsveranstaltungen können live mitverfolgt werden unter: http://youth.adventist.org/gylc

Internationaler Kongress
Die rund 1.600 teilnehmenden Adventisten kommen aus 120 Ländern, die Ansprachen auf dem Kongress werden in sechs verschiedene Sprachen übersetzt. Eigentlich seien noch mehr Teilnehmer angemeldet gewesen, aber die entsprechenden Deutschen Botschaften hätten sich in rund 120 Fällen geweigert, trotz vorliegender Einladung ein Visum für die internationalen Besucher auszustellen, teilte Brass mit.

Jugendbibel
Im Rahmen des Eröffnungsabends wurde auch ein neues Bibelprojekt des spanischen Verlags der Siebenten-Tags-Adventisten, Editorial Safeliz, in Kooperation mit der Jugendabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung vorgestellt: die „Youth Bible“ (Jugendbibel). Dabei handelt es sich um eine Bibelausgabe, die in Spanisch, Französisch oder Englisch vorliegt und neben dem Bibeltext auch über 350 Themenartikel, Einführungen und Grafiken speziell für Jugendliche aufweist. Als außergewöhnliche Zugabe enthält die Youth Bible auch QR-Codes, die beim Lesen mit dem Smartphone gescannt werden können und zu weiteren Informationen führen. Alle Teilnehmenden des Kongresses erhielten aufgrund eines Sponsorings der adventistischen Weltkirchenleitung ein Exemplar der Jugendbibel ausgehändigt.




Zahl der Christen in Deutschland sinkt auf 57 Prozent

Kaum noch Interesse am evangelischen Sonntagsgottesdienst
Zum Stichtag 31.12.2017 gehörten insgesamt 21.535.858 Menschen einer der 20 evangelischen Gliedkirchen der EKD in Deutschland an. Das sind rund 386.000 Mitglieder weniger als 2016. Die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche blieb im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr mit 190.284 konstant. Im letzten Jahr wurden 183.579 Menschen getauft und 16.126 wieder aufgenommen. Zudem wechselten 9.863 Gläubige aus anderen christlichen Kirchen in eine der Landeskirchen. Diese Zahlen entsprechen etwa denen des Vorjahres. Die gegenüber 2016 rückläufige Mitgliederzahl sei wesentlich auf den demographischen Wandel in Deutschland zurückzuführen, so die EKD. Im Jahr 2017 verstarben rund 350.000 Angehörige der evangelischen Kirche. Den Sonntagsgottesdienst besuchen nur noch 3,3 Prozent der Kirchenmitglieder regelmäßig. Am Karfreitag sind es 4,2 Prozent, am Erntedankfest 7,3 Prozent und an Heiligabend 37,8 Prozent.

Die Broschüre „Gezählt 2018 – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“ ist im Internet zu finden unter: https://archiv.ekd.de/download/broschuere_2018_internet.pdf

Auch weniger Katholiken
Die Zahl der Austritte aus der römisch-katholischen Kirche stieg 2017 leicht an. 167.504 Menschen verließen die Kirche, 2016 waren es 162.093. Die 27 Diözesen der Deutschen Bischofskonferenz verzeichnen in ihrer aktuellen Kirchenstatistik für das Jahr 2017 jetzt 23.311.321 Kirchenmitglieder. Den Austritten und 243.824 Bestattungen standen im letzten Jahr 178.045 Taufen, 2.647 Eintritte (wovon 2.274 Protestanten waren) und 6.685 Wiederaufnahmen in die katholische Kirche gegenüber. Nur noch 9,8 Prozent der Katholiken besuchen regelmäßig den Sonntagsgottesdienst.

Der Flyer „Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands 2017“ kann ebenfalls im Internet heruntergeladen werden: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2018/2018-116a-Flyer-Eckdaten-Kirchenstatistik-2017.pdf




Präsidentin von Trinidad und Tobago besucht Campus der adventistischen Universität

Präsidentin Weekes sprach den Angestellten der USC ihre Anerkennung für die jährliche Ausbildung von Tausenden von Studenten und den gepflegten Hochschul-Campus aus. Paula Mae Weekes ist laut IAD-News seit 19. März 2018 die sechste Präsidentin von Trinidad und Tobago und die erste Frau in diesem Amt.

„Wir haben uns sehr gefreut, sie kennenzulernen und ihr mitzuteilen, was die Universität ausmacht“, sagte Pastor Kern Tobias, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Karibik und Vorstandsvorsitzender der USC. Er verwies auf die hohen moralischen Werte und Standards, die helfen sollen, das geistige, geistliche und körperliche Wohlbefinden der Studenten zu fördern.

Die University of Southern Caribbean
Die University of Southern Caribbean ist eine der ältesten Hochschulen in der südlichen Karibik und seitens der Regierung von Trinidad und Tobago vollständig akkreditiert. Die USC bietet ihren über 3.500 Studenten nach eigenen Angaben mit 40 akademischen Abschlüssen jedes Jahr eine ganzheitliche Ausbildung in einer sicheren, ruhigen und grünen Umgebung an.




Charismatisches Archiv an Friedensauer Hochschulbibliothek übergeben

Erweitert werde der Bestand durch Nachlässe und Briefwechsel von und mit Personen aus der Bewegung „Charismatische Erneuerung“ mit unterschiedlichem konfessionellem Hintergrund. So gehöre zum Beispiel der theologische Nachlass von Günther Dürrmeier dazu, einem Unternehmer aus Frankfurt am Main, der sich in der Bewegung „Geschäftsleute des vollen Evangeliums“ (heute „Christen im Beruf“) engagierte. Dürrmeier übereignete seine zahlreichen Vorträge und Seminare dem „Archiv der Charismatischen Erneuerung“, ebenso wie Dr. Reiner-Friedemann Edel, Lüdenscheid, der das Entstehen der charismatischen Bewegung mit Schriften dokumentiert hat. Die Materialien können während der Öffnungszeiten der Bibliothek für Forschungszwecke eingesehen werden, informierte Andrea Cramer von der Abteilung Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule.

„Charismatisches Archiv“
Entstanden sei das „Archiv der Charismatischen Erneuerung“ (kurz „Charismatisches Archiv“ genannt) aus der Materialsammlung für jede Ausgabe der Zeitschrift „Charisma“ seit 1974. Anfang der 1990er-Jahre lernte Charisma-Herausgeber Gerhard Bially den Direktor des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Dietrich Meyer, kennen. Dieser fragte, ob es ein „Archiv der Charismatischen Erneuerung“ gäbe. Als Bially nach Recherchen und mehreren Umfragen sagen musste, dass es so etwas anscheinend im gesamten deutschsprachigen Raum nicht gibt, ermutigte Meyer dazu, ein solches zu beginnen.

Nach Meyers Pensionierung und Umzug nach Herrnhut erklärte sich das Christliche Zentrum Herrnhut bereit, das „Charismatische Archiv“ aufzunehmen. „Daraus entstand eine ökumenische Initiative“, so Bially. „Eine Angestellte des Christlichen Zentrums kümmerte sich hauptsächlich darum, doch auch Ehrenamtliche halfen, sowohl aus dieser charismatischen Gemeinde als auch von ‚Jugend mit einer Mission‘, die ‚Jüngerschaftsschulen‘ in Herrnhut durchführte.“ Treibende Kraft des Archivaufbaus sei jedoch Dr. Meyer gewesen, evangelischer Theologe und damals auch kommissarischer Pfarrer der Herrnhuter Brüdergemeine.

Aber die Räumlichkeiten des Christlichen Zentrums Herrnhut wären laut Bially besonders im Winter als Archiv ungeeignet gewesen, sodass die ortsansässige Druckerei Winter einen gut beheizbaren Raum zur Verfügung stellte. Dr. Meyer (80) und der Verleger, Redakteur sowie ordinierte Pastor im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, Gerhard Bially (66), überlegten, wie es mit dem Archiv weitergehen könne, das inzwischen auch Nachlässe und Schenkungen von Günther Dürrmeier, Reiner-Friedemann Edel, Winfried Herrschel, Klaus-Jakob Hoffmann und Paul Toaspern sowie von Schloss Craheim, der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der evangelischen Kirche und von Seiten der katholisch-charismatischen Erneuerung enthielt. Als dann auch die Druckerei Winter den Archivraum dringend brauchte, hätten Meyer und Bially bei verschiedenen Institutionen in Deutschland angefragt, ob sie das „Archiv der Charismatischen Erneuerung“ übernehmen, betreuen und ausbauen möchten. Von der Theologischen Hochschule Friedensau sei schließlich die Zusage gekommen.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Friedensauer Hochschulbibliothek umfasst ein vielfältiges Angebot mit über 150.000 Medien. Darunter sind wissenschaftliche Monographien und Zeitschriften, Noten und Liederbücher, Musik und Filme, Unterhaltungsliteratur sowie Kinder- und Jugendbücher. Zugriff auf Online-Datenbanken und elektronische Zeitschriften erweitern den physischen Bestand.

Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, und ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter www.thh-friedensau.de.




90 Jahre Union der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien

„Heute genießen wir Religionsfreiheit und ich möchte der italienischen Regierung dafür danken“, so Ted N. C. Wilson in seiner Ansprache am 9. Juni. In einer besonderen Zeremonie wurde der pensionierte Pastor Gianfranco Rossi (94), ehemaliger Leiter der Abteilung für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der adventistischen Kirchenleitung in Italien, geehrt. Ihm wurden „Dankbarkeit und Wertschätzung für sein hoch qualifiziertes und hartnäckiges Engagement bei der Förderung der Anträge auf Religionsfreiheit für italienische Adventisten in den institutionellen und religiösen Einrichtungen des Landes“ entgegengebracht, berichtete EUD NEWS.

Erste Adventistin in Italien
Weltkirchenleiter Ted Wilson erhielt eine Kopie des Kirchenregisters der Adventgemeinde von Torre Pellice/Norditalien. Es weist den Namen der ersten Siebenten-Tags-Adventistin in Italien und dem europäischen Festland auf: Catherine Rével (1830-1930). Rével wurde aufgrund des Wirkens des adventistischen Missionars Michael B. Czechowski im Jahr 1864 getauft. 20 Jahre lang war sie die einzige Adventistin in ihrem Umfeld. Um 1885 konnte in Torre Pellice eine Adventgemeinde gegründet werden. Im Jahr 1928 wurde der Kirchenverband (Union) der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien gegründet. In dem Land mit rund 60,5 Millionen Einwohnern feiern 9.535 Siebenten-Tags-Adventisten am Sabbat (Samstag) in 111 Kirchen ihren Gottesdienst.

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Pastor Rainer W. Burkart erhält Menno-Simons-Predigtpreis 2018

Das Gemeinsame über das Trennende stellen
Laut den Mennonitischen Nachrichten „Mennonews.de“ hielt Rainer Burkart die prämierte Predigt zum 500. Jahrestag der Reformation am 31. Oktober 2017 in einem gemeinsamen Abendmahlsgottesdient von evangelischen und mennonitischen Gläubigen in der protestantischen Kirchengemeinde Enkenbach/Pfalz. In seiner Predigt würdigte er den Versöhnungsprozess der Mennoniten mit den Lutheranern, der einen solchen Gottesdienst mit gemeinsamer Abendmahlsfeier erst ermöglicht hätte. Versöhnung könne gelingen, wenn Schuld bekannt, Vergebung gewährt und das Gemeinsame über das Trennende gestellt werde. Wenn Menschen auch heute nach ihrer kulturellen oder sozialen Herkunft sowie nationalen oder ethnischen Zugehörigkeit beurteilt und eingeteilt würden, sei die Gemeinde Jesu Christi aufgerufen, eine neue Wirklichkeit abzubilden und zu leben. Grundlage dieser Predigt war die biblische Zusage des Apostels Paulus: „Ihr seid alle eins in Christus Jesus“ (Galater 3, 28). Mit dieser Haltung könne eine Einheit gestaltet werden, die Verschiedenheit zulasse.

Ökumenisch engagiert
Rainer W. Burkart (59) ist seit 2011 Pastor der Mennonitengemeinden Enkenbach und Neudorferhof, so „Mennonews.de“. Er wuchs in einer mennonitischen Familie auf und wurde in der Mennonitengemeinde Regensburg auf das Bekenntnis seines Glaubens getauft. Nach der Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer studierte er Theologie an der lutherischen Augustana-Hochschule in Neuendettelsau und an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie an den Associated Mennonite Biblical Seminaries in Elkhart, Indiana (USA). Dieses Studium schloss er 1987 als Magister ab. Burkart hat zusätzlich eine Ausbildung in Klinischer Seelsorge absolviert und arbeitete ehrenamtlich auch als Notfallseelsorger.

Pastor Rainer Burkart engagiert sich seit seiner Jugend auf verschiedenen Ebenen in der Ökumene. Von 1993 bis 1997 war er Freikirchlicher Referent in der Ökumenischen Centrale, die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK Deutschland) in Frankfurt/Main. Er vertrat die deutschen Mennoniten in der Mennonitischen Weltkonferenz und gestaltete den Versöhnungsprozess zwischen Lutheranern und Mennoniten als „Co-Geschäftsführer“ der Internationalen Studienkommission mit. Burkart ist Mitherausgeber der ökumenischen Zeitschrift „Una Sancta“.

Der Predigtpreis
Die prämierte Predigt wird am 9. Dezember 2018 (2. Advent) um 10 Uhr im Gottesdienst der Mennonitenkirche Hamburg-Altona zu hören sein. Im Anschluss findet laut „Mennonews.de“ die öffentliche Preisverleihung statt.

Mit dem Menno-Simons-Predigtpreis sollen Predigten angeregt und gewürdigt werden, die das biblische Zeugnis im Licht der täuferisch-mennonitischen Tradition zur Sprache bringen, so die Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen der Universität Hamburg. Im Horizont gelebter Ökumene sollen sie friedenskirchliche Orientierung fördern und durch Glaubwürdigkeit überzeugen, um spirituelle Stärkung zu bieten. Ferner sollen die Predigten über die eigenen konfessionellen Grenzen hinaus zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen des öffentlichen Lebens anregen.

Der Preis wurde von Dr. h.c. Annelie Kümpers-Greve (Mennonitengemeinde Hamburg) gestiftet, die im Frühjahr 2017 verstarb. Er wird seit 2008 jährlich verliehen, ist mit 2.000 Euro dotiert und geht zur Hälfte an den Prediger/die Predigerin, zur anderen Hälfte an die Gemeinde, zu der er/sie gehört, um wissenschaftlich reflektierte Bibelarbeiten im Wirkungsfeld der Predigenden zu fördern. Es können eigene oder fremde Predigten von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Pastoren/Pastorinnen eingereicht werden, vornehmlich aus Mennonitengemeinden in Europa und Südamerika, aber auch aus anderen Kirchen.

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Bermuda: Adventistin erhält britische Auszeichnung

Judith James setzte sich für die Bildung junger Menschen ein und hat die Kampagne „Lesen macht Spaß“ in Schulen auf den Bermudainseln gefördert. Sie unterrichtete 47 Jahre lang im öffentlichen Schulsystem der Bermudainseln, bevor sie in den Ruhestand ging, so AT unter Berufung auf Bernews. Judith James erhielt die Auszeichnung „Queen’s Certificate and Badge of Honour“.

Geburtstagsehrenliste der britischen Königin
Über 1.000 Menschen wurden auf der „Queen’s Birthday Honors List“ 2018 ausgezeichnet. Die Liste wird von der britischen Regierung erstellt und von Königin Elizabeth II. genehmigt. Sie erscheint zweimal im Jahr, einmal zu Neujahr und einmal anlässlich des Geburtstags der Königin. Die diesjährige Liste wurde am 8. Juni veröffentlicht.

Adventisten auf den Bermudainseln
Auf den Bermudainseln, die eine Einwohnerzahl von rund 65.000 Menschen aufweisen, versammeln sich rund 4.000 getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 11 Kirchengemeinden, um am Sabbat (Samstag), dem biblischen Ruhetag, ihren Gottesdienst zu feiern.

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Darmstadt: Abitur am adventistischen Schulzentrum Marienhöhe

Die Bestnoten gingen laut Schulzentrum an vier Schüler (1,2 und 1,3 sowie zwei Mal 1,4). Weitere sechs Schüler erzielten einen Durchschnitt von 1,5. Dabei sei besonders hervorzuheben, dass zwei chinesische Schüler erst vor drei Jahren mit Grundkenntnissen in der deutschen Sprache auf das Marienhöher Internat kamen, um in Deutschland das Abitur zu machen, so die Schulverwaltung. Mit viel Einsatz und Engagement hätten sie die Herausforderungen des Schulbesuchs in einer Fremdsprache gemeistert. Beide Schüler planten im Anschluss ein Studium in Deutschland.

Dr. Christian Noack, Schulleiter der Marienhöhe, betonte in seiner Ansprache die herausragende gegenseitige Unterstützung in der Jahrgangsstufe und ermutigte die Schülerinnen und Schüler, sich auch auf ihrem weiteren Lebensweg an Gottes Liebe zu orientieren.

Schulzentrum Marienhöhe
Das 1925 eröffnete „Seminar Marienhöhe“ hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgte die Realschule und 2010 die Grundschule. Das Schulzentrum Marienhöhe ist als „Gesundheitsfördernde Schule“ und Schule für den Klimaschutz zertifiziert. Weitere Informationen: www.marienhoehe.de

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Adventistischer Festgottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche

Lutherische Gastfreundschaft
Der Präsident der Berlin-Mitteldeutschen Vereinigung, Pastor Gunnar Scholz, dankte dem Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kreuzkirchengemeinde, Holger Milkau, für die Überlassung ihres Gotteshauses für den Festgottesdienst der Adventisten. Dies sei „ein wohlwollendes Zeichen christlicher Verbundenheit und Gastfreundschaft“. In seinem Grußwort betonte Pfarrer Milkau, es gehe bei dem Gotteshaus nicht um „mein oder dein“, sondern um die Verbundenheit zweier unterschiedlicher Konfessionen durch das Kreuz Jesu Christi. Das zeige auch das Motto des adventistischen Gottesdienstes „Unterm Kreuz aufgerichtet leben“. „Deshalb ist die Kreuzkirche an diesem Tag ihre Kirche zur Feier des Gottesdienstes“, so Milkau.

Zuerst die Kinder
Der erste Teil des Gottesdienstes war den Kindern gewidmet. Einige Hundert versammelten sich mit bunten Tüchern im Altarraum der Kirche und wurden von „Fribo“ begrüßt, ein Holzwurm, der normalerweise auf einen Dachboden bei Dominik wohnt. Fribo ist sonst in der Kindersendung des adventistischen Hope Channel TV zu sehen. Er ließ sich von Dominik erklären, warum so viele Menschen in die Kreuzkirche kamen und welche Bedeutung das Kreuz Jesu hat. Nach Lied und Gebet verließen die Kinder die Kirche, um zu ihren eigenen Gottesdiensten im naheliegenden Neuen Rathaus zu gehen.

Predigttext-Inszenierung
Die Predigt im Gottesdienst hielt Pastor Dennis Meier, Präsident der Hansa-Vereinigung der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Vereinigung umfasst als Freikirchenleitung die Adventisten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Der Inhalt seines Predigttextes aus Lukas 13,10-17 wurde zuvor von einer Schauspielgruppe inszeniert. Der Bibeltext berichtet von Jesus, der am Sabbat in eine Synagoge ging, dort eine kranke, verkrümmte Frau sah und sie heilte. Daraufhin protestierte der Synagogenvorsteher und meinte, dass es nicht nötig gewesen sei die Frau am Sabbat zu heilen. Dafür stünden in der Woche sechs Arbeitstage zur Verfügung. Doch Jesus stellte fest, dass die Frau schon 18 Jahre krank war. Wer sich am Sabbat um seine Tiere kümmert und sie zur Tränke führt, so Jesus, der hat keinen Grund eine so lange leidende Frau am Sabbat nicht von ihrer Krankheit zu erlösen, damit sie sich aufrichten kann. „Und alles Volk freute sich“, heißt es nach Jesu Klarstellung im Bibelwort.

Mauern niederreißen, menschliche Kälte überwinden
„Aufgerichtet unter dem Kreuz leben“, so das Gottesdienstthema, bedeute laut Meier nach dem dargestellten Bibeltext: Jesus reißt Mauern ein, er überwindet menschliche Kälte und er gründet eine neue Gemeinschaft. Für Christen bedeute dies „die Mauern einreißen, die wir Menschen in den Weg legen auf ihrem Weg mit Gott“. Menschliche Kälte verkleide sich nicht nur im Kostüm frommer Religiosität. Sie habe viele Outfits in ihrer Garderobe. „Sie kommt daher in der zünftigen Tracht des Nationalismus, im Gruselkostüm des Terrorismus, im feinen Zwirn der Instrumentalisierung des Menschen in marktwirtschaftlichen Zielgruppen, im Blaumann zum Abbau des Sozialstaats, im Strampler der Kinderarmut und im Freizeitanzug des Rassismus.“ Wo dagegen menschliche Wärme einziehe, da freue man sich. Deshalb gelte es unnötige Mauern einzureißen, Menschen aufbauen, die Leidenden sehen und aufrichten, mit Gott und seinen Wundern rechnen sowie befreit zu leben.

Der Gottesdienst endete mit einem Fürbittengebet um ein aufgerichtetes Leben, um Gerechtigkeit in der Welt, für die ältere Generation sowie für die jüngere Generation. Er wurde musikalisch gestaltet durch Orgel, Bläser, Chöre, Gemeindegesang und eine Band.

Workshops
Nach einem Mittagsimbiss wurden am Nachmittag Workshops angeboten. Im Festsaal des Neuen Rathauses hielt Dr. Joachim Klose, Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung Sachsen, das Impulsreferat „Brennpunkt Rechtspopulismus – Erneuerung oder Gefährdung der christlichen Werte?“ mit anschließender Aussprache. Im Plenarsaal des Rathauses befasste sich Dr. Bernhard Oestreich, Professor für Neues Testament an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, mit dem Thema „Was richtest du deinen Bruder? – Unterm Kreuz in Verschiedenheit zueinander finden“. Es ging dabei um eine Bibelarbeit zu Kapitel 14 und 15 des Römerbriefes des Apostel Paulus. Eine Ideenwerkstatt mit Pastor Gunnar Scholz, Präsident der Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland, und seinem Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau, Pastor Marc Gunnar Dillner, zum Thema „Adventistische Gemeinden im 21. Jahrhundert“ gab es im Großen Saal des Hygienemuseums. Dabei wurden Fragen besprochen, wie „Wer sind wir und was wollen wir?“, „Welche Gaben und Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung?“ und „Wie können adventistische Gemeinden zu ‚heilsamen Orten‘ werden?“.

Im Erdgeschoss des Neuen Rathauses stellten adventistische Institutionen ihre Arbeit vor. Vertreten waren die Abteilung Frauen der Berlin-Mitteldeutschen Vereinigung, die Theologische Hochschule Friedensau, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ mit dem Hope Channel Fernsehen und Radio, der Advent-Verlag Lüneburg und das Religionspädagogische Institut (RPI), welches zeitgemäßes Material für den Kindergottesdienst, den Religionsunterricht und das Bibelgespräch im Gottesdienst erstellt.

Für die Kinder gab es am Nachmittag im Hygienemuseum ein Kinderfest mit einem spannenden und abwechslungsreichen Programm.

Musikalischer Vespergottesdienst
Seit 1371 findet an jedem Sonnabend in Dresden die Vesper mit einer musikalischen Ausgestaltung statt. Diese übernahmen am 16. Juni um 17 Uhr in der Kreuzkirche die Adventisten mit dem Berlin-Mitteldeutschen Landeschor, dem Mitteldeutschen Motettenchor und einem Kammerorchester Zum Kirchenjahr passend wurde die Kantate für Soli, Chor und Orchester „Ich hatte viel Bekümmernis“ von Johann Sebastian Bach (BWV 21) aufgeführt. Außerdem das Konzert für Favorit-Chor, zwei Capell-Chöre und Basso continuo „Lobe den Herrn, meine Seele“ von Heinrich Schütz. Die Leitung hatte Wilfried Scheel (Erfurt), Landeskirchenmusiker der Berlin-Mitteldeutschen Vereinigung der Adventisten. Es wirkten mit Friederike Beykirch (Sopran), Stephan Scherpe (Tenor) und Daniel Blumenschein (Bass). Der Organist der Kreuzkirche, Holger Gehring, spielte das „Praeludium und Fuge über B-A-C-H“ für Orgel von Franz Liszt.

Holger Milkau, Pfarrer der Kreuzkirche, freute sich über die fast 2.000 Besucher der Vesper. So viele würden sonst nur an Weihnachten in die Kreuzkirche kommen. Am liturgischen Teil der Vesper wirkte auch Pastor Gunnar Scholz mit.

Der Berlin-Mitteldeutsche Landeschor ist ein überregionaler Laien-Projektchor mit Sängerinnen und Sängern aus fünf Bundesländern. Der Mitteldeutsche Motettenchor besteht als überregionaler Auswahlchor aus etwa 35 Sängerinnen und Sängern, überwiegend Laien. Das Kammerorchester, das sich speziell für die Vesper zusammenfand, ist ein Projektchor. Die Mitwirkenden, überwiegend professionelle Musiker, kommen zum Teil aus verschiedenen mitteldeutschen Orchestern.

Die Kreuzkirche
Die Dresdner Kreuzkirche ist die evangelisch-lutherische Hauptkirche der Stadt und mit 3.500 Sitzplätzen der größte Kirchenbau in Sachsen. Die äußere Gestalt der Kirche, durch Brände und Kriege mehrfach zerstört, existiert seit 1792. Infolge der Bombardierung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 brannte die Kirche weitgehend aus, blieb in der Grundsubstanz jedoch erhalten. Die Schlichtheit des Raumes war beim Wiederaufbau Anfang der 1950er Jahre ursprünglich als Provisorium gedacht. Nach und nach setzte sich aber die Überzeugung durch, dass dieses Aussehen der Kirche bewahrt werden soll, um so an die Zerstörung Dresdens zu erinnern.

Lobpreisabend
Der Tag klang ab 19.30 Uhr mit einem Lobpreisabend im „Adventhaus“ der adventistischen Kirchengemeinde in Dresden aus. Gemeinsam mit der Zwickauer Lobpreisband „InPraise“ konnten vor allem Jugendliche singen und Erfahrungen teilen, um Gott zu begegnen. Dazu gab es einen kurzen „Input“ von Pastor Nils Podziemski (Dresden). Im Anschluss waren die Chillout Lounge und die alkoholfreie Cocktail-Bar geöffnet.

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„Hope Channel“ Radio ab Juli nur noch im Internet

Während der letzten zehn Jahre sei das on-demand-Angebot im Internet immer beliebter geworden. Über sogenannte Podcasts oder Playlists holt sich der Hörer die Inhalte, die ihm gefallen, genau dann, wenn er Zeit hat. Gerade bei jungen Leuten sei diese Konsumform stark verbreitet. Diesem Trend im Medienkonsum trage der Hope Channel jetzt auch mit seinem on-demand-Angebot Rechnung: „Unser Ziel ist nach wie vor, möglichst viele Menschen zu erreichen und ihnen die Hoffnung durch Jesus zu bringen. Deshalb konzentrieren wir uns ab Juli 2018 ausschließlich auf Radio-on-Demand und bauen diesen Bereich aus“, so Klaus Popa, Geschäftsführer beim Medienzentrum Stimme der Hoffnung.

Radiosendungen seit 1948
Seit 1948 werden im Medienzentrum Stimme der Hoffnung Radiosendungen produziert. In den ersten sechzig Jahren wurden einzelne Sendungen auf verschiedenen Sendern ausgestrahlt: von Luxemburg über Portugal bis Guam. Als auch in Deutschland Privatsender zugelassen wurden, verbreitete die Stimme der Hoffnung unter dem Namen „Salzstreuer“ Kurzbeiträge in Lokalsendern. Über Satellit und Internet ergab sich 2008 die Möglichkeit, 24-Stunden-Radio anzubieten. So entstand Hope Channel Radio.

Weitere Angebote sind zu finden auf www.hope-channel.de, in der Hope Channel App oder über die Podcast-App für iOS. Android-Nutzer können die Podcast-Feeds importieren.

Senderfamilie Hope Channel
Hope Channel ist ein Radiosender der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der vom Medienzentrum Stimme der Hoffnung e. V. (Sitz in Alsbach-Hähnlein) betrieben wird. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 47 nationalen Sendern besteht.

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Mit der Bibel Menschen in ihrem Alltag erreichen

„Es ist wichtig, dass wir die Bibel nicht nur als Buch verbreiten, sondern auch dazu beitragen, dass die Botschaft der Bibel die Menschen in ihrem Alltag erreicht“, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende der DBG und Präses der Evangelischen Landeskirche von Westfalen, Annette Kurschus. „Im Jubiläumsjahr der Reformation hat die Lutherbibel 2017 eine große Öffentlichkeitswirkung erreicht“, erklärte DBG-Generalsekretär Dr. Christoph Rösel im Jahresbericht. Was man in der gemeinsamen Kampagne mit der Evangelischen Kirche in Deutschland mit den zur Verfügung stehenden Mitteln erreichen konnte, habe man auch geschafft. Rösel hob zudem die fachliche Kompetenz der Deutschen Bibelgesellschaft für die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Grundsprachen hervor. Dadurch wirke die Bibelgesellschaft sowohl überkonfessionell als auch weltweit.

Bibel-Kompetenzzentrum
Für Rösel besteht eine Herausforderung der Bibelgesellschaft darin, die Position als Bibel-Kompetenzzentrum zu stärken. Das gelte zunächst bei den evangelischen Landes- und Freikirchen. Als positives Beispiel nannte er das kostenlose Schülermagazin „Martin Luther macht Sachen“, das mit einer Auflage von rund 250.000 Exemplaren verbreitet wurde. Der Generalsekretär zitierte die Mission der Deutschen Bibelgesellschaft: „Mitten ins Leben: Wir bringen die Bibel zu allen Menschen.“ Auf diesem Weg sei die Bibelgesellschaft zumindest kleine Schritte vorangekommen. So konnten durch die Weltbibelhilfe weltweit mehr als 60 Projekte von Bibelgesellschaften gefördert werden.

Bibel-Begegnungs-Modell
In der Tagung wurde außerdem ein „Bibel-Begegnungs-Modell“ vorgestellt und diskutiert. Dieser Ansatz hilft als Arbeitsmodell dabei, Bibelbegegnungen in unterschiedlichen Kontexten zielgruppengemäß zu gestalten. Die daraus resultierenden Projekte, Aktionen und Publikationen sollen die Bibel alltagsrelevant zum Beispiel im kirchlichen und schulischen Kontext zur Verwendung bringen.

Canstein-Medaille für Roland Werner
Die Laudatio zur Verleihung der Canstein-Medaille an Dr. Dr. Roland Werner hielt Dr. Christian Brenner, Leiter des Bereichs Kommunikation und Bibelprogramm bei der Deutschen Bibelgesellschaft. Er hob Werners großes und stetiges Engagement für die Bibel hervor: von ersten Übersetzungen in afrikanische Sprachen, über die Übersetzung des Neuen Testaments und der Psalmen ins Deutsche bis zu Bibelimpulsen in der Zeit als Generalsekretär des Christlichen Vereines Junger Menschen und Ausstellungen zum Reformationsjubiläum. Die Canstein-Medaille wird für besondere ehrenamtliche Verdienste bei der Übersetzung und Verbreitung der Bibel sowie andere ehrenamtliche bibelgesellschaftliche Arbeit verliehen. Namensgeber ist der Gründer der ersten Bibelgesellschaft weltweit, Freiherr Carl Hildebrandt von Canstein.

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Gestaltungshilfe für den adventistischen Gottesdienst zum Weltflüchtlingstag

Der Weltflüchtlingstag ist ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Aktionstag, der seit 2001 am 20. Juni stattfindet. 2016 beschloss die Generalkonferenz ihren Gemeinden weltweit zu empfehlen in einem besonderen Gottesdienst am Sabbat/Samstag vor dem 20. Juni bewusst zu machen, dass Millionen Menschen auf der Flucht sind. „Als Adventisten sollten wir uns dieser Herausforderung stellen und uns im Klaren werden, welche christliche Antwort und Haltung wir gegenüber diesen Menschen haben“, so die Weltkirchenleitung.

„Gemeinsam für Flüchtlinge“
Das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ wurde 2015 gegründet und vereint vier Partner, die institutionsübergreifend zusammenarbeiten: die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) und die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Sie bündeln die jeweiligen Kompetenzen und Ressourcen mit dem Ziel, Adventgemeinden und AWW-Helferkreise in ihrem ehrenamtlichen Engagement für geflüchtete Menschen und deren Integration in die Gesellschaft zu begleiten und unterstützen. Dafür stehen auch finanzielle Mittel bereit. Die Freikirche in Deutschland hat zudem unter dem Titel „Flucht, Migration und christlicher Dienst“ eine theologische Handreichung herausgegeben, die Impulse zur ethischen Orientierung bietet.

Es gebe in Deutschland eine Vielzahl von Flüchtlings- und Integrationshilfeprojekten von Adventgemeinden und Helferkreisen des AWW, so Pastor Michael Götz, Bundesbeauftragter für Flüchtlingshilfe des Advent-Wohlfahrtswerks. „Der Gottesdienst bietet Raum, aus dieser Arbeit zu berichten und auch Menschen zu Wort kommen zu lassen, die als Schutzsuchende zu uns gekommen sind.“

Material
Die Gestaltungshilfe kann hier heruntergeladen werden.

Als Baustein für den Gottesdienst gibt es auch einen Videoclip über das „Café International“ in Bad Honnef, der hier abgerufen werden kann.

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Adventisten in Bayern: Biblisches Zeltheiligtum in Originalgröße

Über 600 Kinder und Jugendliche hätten im Rahmen eines gemeinsamen Zeltlagers dort bereits Führungen durch das alttestamentliche „Heiligtum erlebt und somit ein neues Verständnis von der Gegenwart Gottes entwickelt“, berichtete der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern, Pastor Wolfgang Dorn.

Sinnbild für den Dienst Jesu Christi
„Das Zelt im Originalmaßstab bietet lebendigen Anschauungsunterricht über Gnade, Sündenvergebung, Erlösung und den einen Gott, der mitten unter seinem Volk wohnt“, so Pastor Andreas Pfeiffer, einer der Mitinitiatoren der Ausstellung. „Hier kam der Gott Israels ganz nah und erschien doch so ganz anders.“ Pastor Matthias Grießhammer vom Vorbereitungsteam sagte dazu: „Die reichhaltige Symbolik deutet auf Jesus Christus, seinen Opfertod, seinen Vermittlerdienst und seinen Sieg über Schuld und Tod.“

An den Besuchertagen von Mittwoch bis Freitag werden Führungen angeboten sowie ein Rahmenprogramm, das einen Teil der Lebenswelt des Volkes Israel veranschaulichen soll. Die Ausstellung der Stiftshütte wird zum Abschluss am 2. Juni mit einem Festgottesdienst verbunden, zu dem über 1.000 Besucher erwartet werden.

Vorgeschichte des Stiftshütten-Modells
Die Stiftshütte, das transportable Heiligtum des Volkes Israel, wurde in Deutschland vermutlich zum ersten Mal im Jahr 1986 vom überkonfessionellen Ausbildungszentrum Bibel-Center Breckerfeld (bei Hagen) nach den Angaben der Bibel im Maßstab 1:1 aufgestellt. Die Bauzeit dafür betrug nach Angaben von Johannes Vogel, dem Leiter des Bibel-Centers, ein Jahr. Das Modell hat ein Gesamtgewicht von 23 Tonnen. Nachdem diese Stiftshütte sieben Mal in Europa als Wander-Ausstellung zu sehen war, steht sie seit 1999 im Timna-Park in der Negev-Wüste in Israel.

Das Modell in Reinwarzhofen wurde anlässlich eines Jugendkongresses der Neuapostolischen Kirche im Jahr 2009 angefertigt. Die Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern hat es gemietet und wird die Stiftshütte am Sonntag, den 3. Juni wieder abbauen.

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MDR-Fernsehen sendet Gottesdienst der Adventisten aus Friedensau

Friedensau
Von den 500 Einwohnern Friedensaus sind 200 Studierende. Sie kommen derzeit aus 34 Nationen, die in acht Bachelor- und Master-Studiengängen der Fachbereiche Theologie, Christliches Sozialwesen sowie Deutsch als Fremdsprache eingeschrieben sind. Weltoffen und international gehe es deshalb laut Hochschule auch im Mehrgenerationen-Gottesdienst zu, den die Hochschulgemeinde zusammen mit der Adventgemeinde vor Ort gestalte.

Siebenten-Tags-Adventisten
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde Mitte des 19. Jahrhundert in den USA gegründet und zählt heute weltweit über 20 Millionen erwachsen getaufte Mitglieder. Sie stehen anderen christlichen Kirchen nahe, feiern aber am Samstag und nicht am Sonntag Gottesdienst. Deshalb handelt es sich bei der Ausstrahlung um eine Aufzeichnung vom Vortag. Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

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Freikirchen und Judentum

Der 70. Jahrestag der Gründung des Staates Israel sei bei den Freikirchen in Deutschland bisher kein Anlass gewesen, sich damit eingehender zu befassen, stellte Dr. Christoph Raedel, 1. Vorsitzender des VFF und Professor für Systematische Theologie an der Freien Theologischen Hochschule Gießen, bei der Tagungseröffnung fest. Anders wäre es dagegen beim Thema Freikirchen und Judentum. Hierzu gingen die Meinungen auseinander, ob die Erwählung des Volkes Israel durch Gott von Dauer sei oder durch Jesu Tod am Kreuz sein Ende fand, sodass die christliche Kirche an die Stelle Israels trat. Dabei gehe es auch um die Frage, ob sich die Juden als Einzelne oder sogar als Nation zu Jesus bekehren müssten, um in die Kirche integriert zu werden.

Baptisten und Juden
Dr. Dirk Sager, Professor für Altes Testament an der Theologischen Hochschule des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Elstal bei Potsdam, befasste sich mit dem christlich-jüdischen Dialog in evangelisch-freikirchlicher Perspektive. Dazu stellte er eine „Handreichung“ vor, die am 7. Mai 1997 vom BEFG-Bundesrat in Hamburg beschlossen wurde und den baptistischen Gemeinden als theologische Arbeitshilfe dienen soll. Darin wird festgestellt: „Eine ‚Verwerfung‘ oder ‚Verstoßung‘ Israels hat nicht stattgefunden.“ Es wird präzisiert: „Gott hat seinen Bund mit Israel nicht gekündigt, sondern durch Verheißung erneuert und in Christus bestätigt.“ Die Handreichung befasst sich weiter mit den Abschnitten „Juden und Christen – was uns verbindet“, „Grenzen des Dialogs“, „Die Lehren aus der Geschichte“ sowie „Konkretionen zum Dialog zwischen Juden und Christen“. Laut Sager wird die Handreichung zurzeit von einem „Fachkreis“ überarbeitet.

Evangelikale Bewegung und Judentum
Dr. Gerhard Gronauer, evangelisch-lutherischer Pfarrer in Dinkelsbühl und Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte an der CVJM-Hochschule Kassel, hielt ein Referat über das Verhältnis der deutschen evangelikalen Bewegung nach 1945 zum Judentum. Schon vor der NS-Zeit habe es in freien Werken der Gemeinschaftsbewegung sowie in Freikirchen antisemitische Tendenzen gegeben. Davon sei auch nach dem 2. Weltkrieg noch bei Erich Sauer etwas zu spüren gewesen. Er habe sich darüber gewundert, dass Gott im Alten Testament gerade Israel, eine angeblich minderwertigere Rasse, erwählte. Per Faye-Hansen sah dagegen in der Gründung des Staates Israel ein Wirken Gottes. Erich Schnepel erwartete die Bekehrung aller Juden in Israel zu Jesus. Das glaubte Heinrich Wiesemann nicht. Er war davon überzeugt, dass die Juden von Gott verworfen seien. Der Sechstagekrieg 1967 mit der Eroberung Ostjerusalems und des Westjordanlandes durch das israelische Militär habe unter den Evangelikalen eine „Israel-Euphorie“ hervorgerufen. Sie sahen in dem Ereignis die Erfüllung biblischer Prophezeiungen und spekulierten über das Ende der Welt sowie die Wiederkunft Jesu. In den 1980er Jahren hätte in der westdeutschen Bevölkerung eine Offenheit geherrscht, sich mit dem Holocaust zu befassen, sodass es inzwischen auch unter Evangelikalen eine Bereitschaft zum christlich-jüdischen Dialog gebe.

Messianische Juden
Dr. Hanna Rucks, evangelisch-lutherische Pastorin in Harpstedt/Landkreis Oldenburg, sprach über das Selbstverständnis und die kirchliche Selbstverortung der messianischen Juden. Bei ihnen handele es sich um Juden, die an Jesus als den Messias Israels glauben. In den USA würden 90 Prozent der Juden, die an Jesus glauben, sich selbst nicht als messianische Juden bezeichnen. In Deutschland wäre dies wohl ähnlich. Die messianisch-jüdischen Gemeinden könnten von ihrer Organisationsform, ihren Überzeugungen und theologischen Inhalten, ebenso wie von ihrer Geschichte, als „Freikirche“ gewertet werden. Doch sprächen drei Aspekte dagegen: Die Bedeutung des Staates Israel, die Distanz zum Kirchenbegriff und die Absage davon, eine „Denomination“ unter vielen anderen zu sein, so Rucks.

Privatdozentin Dr. Stephanie Pfister, Lehrbeauftragte an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, befasste sich ergänzend mit Konversion und Glaubensleben messianischer Juden in Deutschland. In der Bundesrepublik gebe es von ihnen 40 Gemeinden und Gruppen mit etwa 1.000 regelmäßigen Gottesdienstbesuchern. Davon wären knapp 600 tatsächlich messianische Juden, die zu 95 Prozent aus der ehemaligen Sowjetunion stammten. Die Gemeinden zeichneten sich durch jüdische Elemente im Gottesdienst aus.

Altlutherisches Zeugnis unter den Juden
Dr. Volker Stolle, Mannheim, emeritierter Professor für Neues Testament der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel, hielt den Vortrag „Das Zeugnis der altlutherischen Kirche unter den Juden“. In der altlutherischen Kirche schlossen sich jene lutherischen Gemeinden in Preußen zu einer vom Landesherrn unabhängigen Kirche zusammen, welche die 1817 erfolgte Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden nicht akzeptierten. Erst 1841 wurden die Altlutheraner staatlich geduldet. 1972 schloss sich die altlutherische Kirche in der Bundesrepublik und 1991 auch in Ostdeutschland der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) an.

Für die Altlutheraner sei laut Stolle die Einstellung Martin Luthers zu den Juden entscheidend gewesen. Der Reformator habe die Ansicht vertreten, dass nach Jesu Tod und Auferstehung zu Pfingsten die Zeit der apostolischen Kirche ohne Bindung an ein bestimmtes Volk als das geistliche Reich Christi begann. Damit sah Luther einerseits alle jüdischen Erwartungen aufgehoben oder erfüllt und andererseits auch diejenigen Heilszusagen eingelöst, die Gott den Völkern außerhalb Israels gemacht hatte. Keineswegs seien für Luther die Juden damit aus der Kirche hinausgedrängt. Vielmehr könne nach seiner Überzeugung ihr eigentlicher, ihnen von Gott bestimmter Platz nur innerhalb der christlichen Kirche sein. Deshalb hatten die Altlutheraner bei ihrer Mission nicht nur die heidnischen Völker im Blick, sondern auch die Juden. Dies war umso selbstverständlicher, als in Preußen eine Reihe der Pastoren der Evangelisch-Lutherischen Kirche vorher in der „Judenmission“ tätig gewesen sei.

Marienschwesternschaft und Israel
Einen Einblick in die Wandlung der Israel-Theologie der Evangelischen Marienschwesternschaft in Darmstadt gab der Pfarrer und Wissenschaftliche Referent am Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes Bensheim, Dr. Dirk Spornhauer. Die Mitbegründerin der Schwesternschaft, Klara (Basilea) Schlink, habe eine besondere Heiligungstheologie entwickelt. Zu ihr gehörte die Vorstellung, dass Gott ganz bewusst negative Erfahrungen („Prüfungen“) den Christen schicke, damit diese lernten, in ihr böses Herz hineinzuschauen und zu erkennen, dass sie Erlösung nötig haben. Sünde verunehre Gott, deshalb müsse dafür Buße getan werden. Schlink habe das Volk und den Staat Israel gleichgesetzt. Da die Deutschen eine kollektive Schuld an den Juden begangen hätten, müssten sie jetzt dem Volk Israel mit tätiger Liebe begegnen. Später rief sie dazu auf, dass kleine Gruppen innerhalb der Christen und Juden hierbei den Anfang machen müssten, um dem drohenden Gericht Gottes zu entgehen. Ab 1967 ging es ihr um den einzelnen Menschen in seiner Beziehung zu dem Messias. Da Gott über die Sünde Schmerzen empfinde, gelte es ihn zu trösten und eine „Klagetrösterschar“ zu bilden.

Heute bemühten sich die Marienschwestern, so Spornhauer, einige Besonderheiten im Leben und der Lehre der Gemeinschaft zu relativieren oder abzulegen, die auf theologische Prägungen der Gründerinnen zurückzuführen seien. Diese hätten teilweise zu einer jahrzehntelangen Isolation der Schwesternschaft in weiten Teilen der evangelischen Welt geführt.

Siebenten-Tags-Adventisten und Juden
Auf den ersten Blick gebe es einige Gemeinsamkeiten zwischen Adventisten und Juden, die auf eine besondere Beziehung schließen ließen, stellte Dr. Johannes Hartlapp, Dozent für Kirchengeschichte an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, in seinem Vortrag „Verwandt – ähnlich – ungleich? Die Adventisten und ihre jüdischen Geschwister“ fest. Adventisten feiern den Sabbat von Freitagabend bis Samstagabend und sie lehnen unter anderem den Genuss von Schweinefleisch ab. Doch der Eindruck täusche. Die Feier des Sabbats hätten die Adventisten von den im 17. Jahrhundert in England entstandenen Siebenten-Tags-Baptisten übernommen. Zwar würden Adventisten die Ernährungsvorschriften in 3. Mose 11 beachten, doch dies sei mehr unter dem Einfluss der „Temperance Bewegung“ in den USA im 19. Jahrhundert geschehen, bei der es um eine gesunde Lebensweise ging. Heute gebe es viele Adventisten, die vegetarisch lebten und kein Fleisch äßen. Die altkirchliche Ansicht, dass Israel durch Jesu Tod nicht mehr Gottes Volk, sondern durch die christliche Gemeinde, bestehend aus Juden und Heiden, abgelöst worden sei, werde auch von Adventisten vertreten.

Als es auch in Deutschland Adventisten gab, hätten sie sich um eine sabbatfreie Arbeitsstelle bemüht und gern bei Juden gearbeitet. Wenn möglich hätten Adventisten ihre Kinder auch auf jüdische Schulen geschickt, weil dort der Samstag unterrichtsfrei war. Die Zahl der Adventisten jüdischer Herkunft sei aber auch in der NS-Zeit gering gewesen. Da im „Dritten Reich“ Adventisten unterstellt worden sei, „Neujuden“ zu sein, wären sie auf Distanz zum Judentum gegangen. Sie behaupteten, der Sabbat wäre kein jüdischer, sondern ein christlicher Feiertag und bezeichneten den Sabbat nur noch als „Ruhetag“. Einerseits hätten einzelne Adventisten damals Juden versteckt und ihnen das Leben gerettet, andererseits sei es in adventistischen Gemeinden zum Ausschluss von jüdischen Mitgliedern gekommen. 2005 äußerten die adventistischen Freikirchenleitungen in Deutschland und Österreich in einem gemeinsamen Schuldbekenntnis: „Wir beklagen zutiefst …, dass auch viele Siebenten-Tags-Adventisten an der Not und dem Leid ihrer jüdischen Mitbürger keinen Anteil nahmen… [und] dass Mitbürger jüdischer Herkunft von uns ausgegrenzt und ausgeschlossen, sich selbst überlassen und so der Gefangenschaft, Vertreibung oder dem Tod ausgeliefert wurden.“

Seit einigen Jahren bemühten sich in den USA adventistische Theologen jüdischer Herkunft die Distanz zwischen Adventisten und Juden zu überwinden. 2006 gründete die Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten ein „Jüdisch-Adventistisches Freundschaftszentrum“ in Jerusalem (heute in Paris), um das weltweite Judentum näher kennenzulernen. Auch in der Theologischen Hochschule Friedensau sei es laut Hartlapp zu Begegnungen mit jüdischen Landesrabbinern und auch mit messianischen Juden gekommen.

Verein für Freikirchenforschung
Die VFF-Jahrestagung schloss mit dem Beitrag von Dr. Andreas Liese, Bielefeld, „‘Zum Fluch für die Nationen gesetzt‘? Die Geschlossenen Brüder und ihr Verhältnis zum jüdischen Volk“. Die in Burbach-Holzhausen gehaltenen Referate werden im Jahrbuch des Vereins für Freikirchenforschung dokumentiert, das 2019 erscheinen soll. Der VFF wurde 1990 gegründet und hat gegenwärtig 175 Mitglieder.

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USA: Adventistischer Mathematik-Student erhält nationale Auszeichnung

„Barry Goldwater Scholarship“
Vom US-Kongress 1986 zu Ehren von Senator Barry Goldwater eingesetzt, wird dieses Stipendium jährlich an die besten Studierenden in den Bereichen Naturwissenschaft, Technologie, Ingenieurswesen und Mathematik vergeben. Die Stipendiaten erhalten 7.500 US-Dollar pro Jahr. In diesem Jahr wurden 211 Stipendien an Studierende aus einem Pool von 1.280 Nominierten vergeben. Die Kandidaten werden von ihrer Universität benannt. Jede Hochschule kann bis zu vier Studierende pro Jahr vorschlagen. Seit Beginn des Stipendiums hat die Andrews-Universität insgesamt 49 Bewerbungen eingereicht und dabei sieben Preisträger und vier Auszeichnungen erhalten.

Forschungsschwerpunkt
Mykhaylo Malakhovs Forschungsschwerpunkt ist das Seevogel-Ökologie-Team, eine interdisziplinäre Forschungsgruppe auf dem Campus der Andrews-Universität, die aus Mathematikern und Biologen besteht. Sein Projekt konzentriert sich auf die Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels auf Möwenpopulationen im Nordwesten des Pazifiks. Malakhovs Arbeit umfasst die Analyse eines mathematischen Modells um herauszufinden, wie Verhaltensänderungen bei den Möwen das langfristige Überleben und die Populations-Dynamik angesichts steigender Meeresoberflächentemperaturen beeinflussen.

Berufswusch: Professor
Zusätzlich zu seiner Arbeit mit dem Seevogel-Ökologie-Team ist Malakhov aktiv an weiteren Projekten beteiligt. Malakhov will in Mathematik promovieren und Professor werden. Wie er in seiner Goldwater-Stipendienbewerbung schrieb, ist es sein Traum, „Forschung zu betreiben, die die Kluft zwischen reiner und angewandter Mathematik überbrückt und unterrepräsentierte Gruppen in die mathematischen Wissenschaften auf Universitätsebene einbezieht“.

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Windsor: Adventist singt auf königlicher Hochzeit

Wie AT unter Berufung auf das Nachrichtenmagazin Time und die Musiklizenzfirma BMI berichtete, sei die weltbekannte Bluesballade „Stand by Me“ ursprünglich 1961 von dem US-amerikanischen Sänger und Songschreiber Ben E. King aufgeführt worden und der vierthäufigst aufgenommene Song des 20. Jahrhunderts.

Politische Botschaft
Obwohl das Lied bei Hochzeiten sehr beliebt ist, habe „Stand by Me“ auch eine politische Botschaft, die eng mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung verbunden ist, so AT. Dort wurde sie laut Time „als Aufruf zur Solidarität unter farbigen Menschen benutzt“. Meghan Markle selbst hat eine farbige Mutter und einen weißen Vater. Ihre Heirat mit Prinz Harry werde nach Angaben von AT weithin als Zeichen einer inklusiveren Zukunft für die britische Königsfamilie angesehen.

Adventisten in Großbritannien
In Großbritannien, mit rund 65 Millionen Einwohnern, feiern 37.519 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 288 Kirchen jeweils am Samstag den Gottesdienst.

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Erstmals über 38 Millionen Bibeln verbreitet

Die meisten gedruckten Bibeln seien weiterhin in Brasilien verbreitet worden. 5,27 Millionen waren es 2017. In der aktuellen Statistik folgen China mit 3,93 Millionen und die USA mit 2,41 Millionen Ausgaben. Die Bibelgesellschaft in Indien verkaufte und verteilte 2,05 Millionen Bibeln. Auf den Philippinen waren es 1,37 Millionen. Rund 70 Prozent aller Bibeln weltweit kämen nach Schätzungen des Weltverbandes von den Bibelgesellschaften. Jede fünfte Bibel sei inzwischen ein digitaler Download. Die Gesamtzahl der verbreiteten Evangelien und Auswahlschriften variiere häufig, da viele dieser Publikationen zu speziellen Anlässen wie den Olympischen Spielen oder zu Fußball-Weltmeisterschaften erscheinen würden.

Besonders stark hätten sich die Bibelgesellschaften in Krisen- und Kriegsgebieten engagiert. So habe die Bibelgesellschaft im Südsudan seit Beginn der dortigen Konflikte im Dezember 2013 mehr als 250.000 Bibeln verteilt. Die Ukrainische Bibelgesellschaft gab laut Report 2017 rund 190 000.Bibeln, Neue Testamente und biblische Auswahlschriften an Flüchtlinge, Soldaten und Verwundete weiter. In Syrien, Jordanien, im Libanon und Irak seien seit 2011 mehr als 350.000 vollständige Bibeln verbreitet worden.

Mit der Bibel Lesen lernen
Bibelgesellschaften hätten 2017 darüber hinaus in 57 Staaten biblische Materialien für Leselernprogramme publiziert. Die Materialien gebe es in mehr als 50 Sprachen. Dadurch habe sich für über 100.000 Menschen die Chance ergeben, mit der Bibel Lesen zu lernen. Dafür seien 4,6 Millionen Hefte und Bücher gedruckt worden.

Der „Global Scripture Distribution Report“ berücksichtige ausschließlich die Zahlen von Verlagen und Organisationen, die dem Weltverband angehören. Der Weltverband der Bibelgesellschaften ist der internationale Zusammenschluss von 148 nationalen Bibelgesellschaften, zu denen auch die Deutsche Bibelgesellschaft gehört. Die Bibelgesellschaften sind in rund 200 Ländern aktiv.

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Galapagosinseln: Adventistisches Forschungszentrum geplant

Das 741 Quadratmeter große Grundstück befindet sich auf Santa Cruz, der bevölkerungsreichsten Insel des Archipels. Das zu errichtende Gebäude soll das Zentrum, einige Verwaltungsräume für das Loma Linda Adventist College und den neuen Hauptsitz der örtlichen adventistischen Kirchengemeinde enthalten.

Verzögerungen durch Umweltauflagen
Flora und Fauna der Inseln gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO. Daher unterliegen die vier bewohnten Inseln Santa Cruz, San Cristóbal, Isabela und Floreana strengen Umweltauflagen und Kontrollen. Für den Bau von Gebäuden gelten strenge Richtlinien. Pastor Geovanny Izquierdo, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Ecuador, erklärte, dass deshalb erst jetzt – zwei Jahre nach Bekanntgabe des Projekts im Juli 2016 – begonnen werde. „Wir stehen immer noch vor der Herausforderung, alle Baumaterialien zusammenzubringen und die Bauzeit auf wenige Monate zu optimieren“, sagte er.

Touristen und Forscher
Laut ANN kommen täglich durchschnittlich 900 Touristen auf die Insel Santa Cruz, mindestens 15 Prozent davon zu wissenschaftlichen Forschungen in der Region. Das sei auch die Zielgruppe, die mit dem neu zu errichtenden Forschungszentrum angesprochen werden soll, so ANN. Die adventistische Präsenz auf den Galapagos-Inseln geht auf die Ankunft ausländischer Missionare im Jahr 1981 zurück.

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Münster: Interkonfessionelles Gespräch und Gebet „unter den Täuferkäfigen“

Umkehr und Versöhnung unter den Täuferkäfigen
Das als kurzer Schuldbekenntnis- und Versöhnungs-Gottesdienst gestaltete Mittagsgebet in der St. Lamberti-Kirche thematisierte die Verfolgung der Täufer durch die großen Kirchen im Zeitalter der Reformation, die ungerechtfertigte Gleichsetzung auch der friedlich gesinnten Anhänger der Täuferbewegung mit gewaltbereiten Extremen in Münster, sowie die Behandlung der drei in „Wiedertäufer-Käfigen“ aufgehängten Führer der Bewegung. Die Liturgie schöpfte aus Dialogdokumenten, die durch gemeinsame Arbeitsgruppen der beteiligten Kirchen in den letzten Jahren entstanden sind.

Zum historischen Hintergrund
Dem Mittagsgebet vorausgegangen war ein Podium unweit der St. Lamberti-Kirche, das eine historische Einführung in die Geschehnisse in Münster der 1530er Jahre bot. Das Podium war ebenfalls interkonfessionell (römisch-katholisch, evangelisch-lutherisch, mennonitisch) besetzt. Dabei wurde betont, dass es sich bei der Täuferbewegung, der „radikalen Reformation“, um ein mitteleuropäisches Phänomen handelte. „Münster war eine kleine Spitze eines großen Eisbergs“, so der Historiker Dr. Ralf Klötzer.

Das sogenannte „Täuferreich von Münster“ war in den 1530er Jahren eine Hochburg der radikalen Reformation geworden. Unter dem Eindruck der militärischen Einkesselung und des Aushungerns durch katholische Truppen radikalisierte sich die Bewegung weiter. Das „Täuferreich von Münster“ endete im Juni 1535 mit der Rückeroberung der Stadt durch den Fürstbischof Franz von Waldeck. Die Täuferführer Bernhard Krechting, Bernd Knipperdolling und Jan van Leiden wurden gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Nach Vollstreckung des Urteils am 22. Januar 1536 wurden ihre Leichname in eigens gefertigte eiserne Körbe gesteckt und an der Südseite des Turms von St. Lamberti aufgehängt. Die Eisenkörbe, die dort bis heute im Original angebracht sind, bekamen bald die Bezeichnung „Wiedertäufer-Käfige“.
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Noch Mensch oder schon Maschine?

„Sind wir bereits auf dem Weg vom homo sapiens zum techno sapiens?“, fragte Dr. Frank Meier-Hamidi, Dozent für Theologie und Philosophie an der Katholisch-sozialen Akademie Franz Hitze Haus des Bistums Münster, in seinem Impuls zur Einführung. Transhumanisten gingen davon aus, dass die nächste Stufe der Entwicklung des Menschen in der Kombination des menschlichen Körpers mit Technik bestehe. Neu sei die rapide Entwicklung, die immer tiefer in unser Menschsein eingreift: „Der Mensch wird zum Cyborg“ (Mischwesen aus Organismus und Maschine), so Maier-Hamidi.

Transhumanismus als Weiterentwicklung der Menschheit?
„Wir wollen nicht zur Maschine werden. Wir sind immer schon Cyborgs gewesen“, erwiderte Dr. Stefan Lorenz Sorgner, Professor für Philosophie an der John Cabot University in Rom/Italien. Ein Cyborg sei ein technisch gesteuerter Organismus: „Sobald wir Sprache lernen werden wir technisch geformt. Jede Form von Erziehung ist eine Form der Steuerung“, so Sorgner. Die Menschheit stehe in einer langen Tradition von Hilfsmitteln, die uns helfen, ein erfülltes Leben zu führen. Sorgner nannte die Genforschung, die Verschmelzung von Computertechnik und menschlichem Körper, sowie die Auslagerung von menschlichem Bewusstsein als große Techniken, welche den Menschen über bisherige Grenzen hinauswachsen lassen könne. Skeptisch äußerte sich der Philosoph allerdings über die letztgenannte Idee („mind uploading“) – das sei keine realistische Einschätzung und auch nicht notwendigerweise mit dem Transhumanismus verbunden. Angst bräuchte man vor dem Transhumanismus nicht haben, sofern er in kontrollierten Bahnen verläuft, und die Freiheit des Individuums nicht beeinträchtigt wird.

Transhumanismus ohne klare Zielvorstellung?
Dr. Ulrich Lüke, bis 2017 Professor für systematische Theologie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, kritisierte die Position Sorgners scharf. Das Menschenbild des Transhumanismus sei von Friedrich Nietzsches Entwurf des „Übermenschen“ inspiriert – ein Konzept das auch dem Nationalsozialismus zugrunde lag. Lüke bemängelte außerdem das Fehlen einer klaren Begrifflichkeit: „Ich bin kein Cyborg, sondern ein Mensch.“ Auch seien die Zielvorgaben in Bezug auf gewünschte genetische Veränderungen am Menschen nicht eindeutig: „Was ist der genetisch richtige Mensch der Zukunft? Wir wissen es schlicht nicht“, so Lüke. Der Theologe und Biologe plädierte für eine ethische Fundierung bei der Anwendung von Wissen. Aus dem naturwissenschaftlichen Fortschritt allein entstünden keine Normen. Die Würde des Menschen sei ein Zentralbegriff: „Wie schütze ich diese Würde auch vor einer technologischen Innovationsfreude?“
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Bad Aibling: Adventisten weihen Kindertagesstätte und Gemeindezentrum ein

„Kirche verbindet diese Generationen“, betonte Felix Schwaller, Erster Bürgermeister der Stadt Bad Aibling, in seinem Grußwort im Rahmen des Festgottesdienstes. Er wünschte der Einrichtung, „dass Alt und Jung gut zusammenleben und gegenseitigen Respekt aufbringen.“

Advent-Kinderhaus Bad Aibling
Das Kirchengemeindezentrum ist baulich mit dem Advent-Kinderhaus verbunden, dessen Betrieb bereits im Dezember vergangenen Jahres aufgenommen werden konnte. Konzeptionell orientiert sich das christliche Kinderhaus an den Leitlinien des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes. Neben einem generationsübergreifenden Ansatz in der Konzeption wird besonderer Wert auf die ganzheitliche Erziehung der Kinder (Gesundheit, Bewegung und Ernährung), die Förderung ihrer Kreativität, sowie auf eine christliche Wertevermittlung gelegt. Die Kindertagesstätte ist für eine Krippengruppe mit zwölf Kindern und eine Kindergartengruppe von bis zu 25 Kindern ausgelegt.

Weitere Einrichtungen für Kinder
Das Advent-Kinderhaus Bad Aibling steht in der Trägerschaft des Advent-Wohlfahrtswerks e.V. (AWW), dem Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland mit einer 120-jährigen Tradition. Zu den Einrichtungen des AWW für Kinder zählen weitere Kindertagesstätten in Berlin, Fürth, München, eine Heilpädagogische Tagesstätte (Neuburg/Donau) sowie ein Familienzentrum (Penzberg/Bayern). Insgesamt werden dort rund 200 Kinder im Vorschulalter betreut.

Adventgemeinde Bad Aibling
Das in den 1960er-Jahren entstandene Kirchengebäude der Adventgemeinde Bad Aibling sollte bereits seit längerem renoviert werden. Erst im Jahr 2016 waren jedoch die endgültigen Pläne gelegt, die nötigen Finanzmittel aufgebracht sowie entsprechende Anträge genehmigt. In 18 Monaten Bauzeit wurde der vorhandene Saal vollständig saniert sowie weitere Räumlichkeiten und die Kindertagesstätte neu gebaut. Bauträger ist der Süddeutsche Bauverein der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (SDBV). Mit 4,2 Millionen Euro Baukosten und fast 1.500 Quadratmetern bebauter sowie renovierter Fläche sei das neue Gemeindezentrum das größte Bauprojekt des SDBV in den letzten Jahren, teilte Alexander Bauer, Geschäftsführer des SDBV, mit. „Es soll ein Treffpunkt für alle Generationen werden“, sagte Peter Zaiser, Pastor der Adventgemeinde Bad Aibling.

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„Wo Intoleranz zum Programm gemacht wird, hört die Toleranz auf“

„Das Maß der Unterstützung für eine junge rechtspopulistische Partei ist ein Weckruf für alle, denen das friedliche und solidarische Miteinander in einem weltoffenen Deutschland am Herzen liegt“, betonte der EKD-Ratsvorsitzende. Rechtspopulistische Bewegungen spalteten die Gesellschaft und grenzten Menschen aus, in Deutschland und auch in anderen Ländern. Wie sich die Kirchen dazu verhalten sollten, sei eine kontroverse Frage. Manche riefen nach einem entschiedenen politischen Eintreten der Kirchen. Andere warnten davor, dass die Kirchen keine Parteipolitik betreiben sollten.

Politische Forderungen müssen auch funktionieren
Bedford-Strohm plädierte dafür, den Populismus nicht an den drei Buchstaben der Alternative für Deutschland (AfD) festzumachen. Nicht jeder, der diese Partei wählt sei ein Populist. Da gebe es die Protestwähler, welche unzufrieden über die Nichtlösung der Probleme unserer Zeit wären. Mit ihnen gelte es ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren, welche Probleme sie bewegten. Auch konservative Menschen, die früher die CDU/CSU gewählt hätten, sollten ernstgenommen werden. Sie enttäusche, dass ihre Partei „in die Mitte gerückt“ sei, sodass sie sich bei ihr nicht mehr beheimatet fühlten. Ihre Fragen sollten vorurteilsfrei gehört und aufgegriffen werden. Doch es gebe auch die Rechtsextremen, welche die AfD nutzten, um altes, rechtsextremes Gedankengut wieder salonfähig zu machen. Sie provozierten, beschuldigten und hätten scheinbar einfache Lösungen. Doch dort, wo Intoleranz zum Programm gemacht werde, höre die Toleranz auf. Von Politikern müsse erwartet werden, dass ihre Vorschläge auch funktionierten. Deshalb müssten die Auswirkungen politischer Forderungen aufgrund von konkreten Zahlen und Fakten hinterfragt werden.

Der Sinn des Kreuzes
Laut dem Landesbischof schüre der Populismus Angst, das Christentum beruhe dagegen auf Zuversicht und auf klaren ethischen Prinzipien. Wenn der Hinweis auf die „christlich-abendländische Tradition“ zu einem Kampfbegriff werde, sollten die Kirchen sich nicht die Deutungshoheit des Begriffs „christlich“ nehmen lassen. Es gehe dabei nicht nur um ein Kreuz, sondern auch um die Frage: Was bedeutet das Kreuz Christi? Es bringe nicht nur den Tod des Erlösers der Menschheit zum Ausdruck, sondern stehe auch für die Auferstehung Jesu und damit für Hoffnung. Es zeige Gottes Liebe, die global sei. Sie gelte jedem Menschen gleichermaßen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Nationalität und Religion. „Diesen Weg der radikalen Liebe als Christ ebenfalls zu gehen, ist der Sinn, wenn wir ein Kreuz sehen“, so Heinrich Bedford-Strohm. Christen setzten sich für eine Ethik ein, die nicht national, sondern global ausgerichtet sei. Kooperation und Freundschaft wären viele effektiver als Abgrenzung. Die Beziehung zu Gott und zum Mitmenschen werde gestört, „wenn es nur um mich selbst geht“. Christen müssten daher durch ihr Verhalten Zeichen setzen gegen Nationalismus, Misstrauen und Angst.

Weltoffen und standhaft
Ähnlich äußerte sich auch Erzbischöfin Antje Jackelén. „Polarisierung, Populismus, Protektionismus und ‚post-truth‘ haben zurzeit spürbaren Einfluss in unseren Ländern. Wir müssen uns diesen vier ‚P‘ entgegenstellen. Das heißt aber auch, dass wir uns dem Schmerz unserer eigenen Wunden stellen müssen, und dass wir uns dem Schmerz der Wunden der anderen stellen müssen.“

Polarisierung sei laut Jackelén eine Folge der sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Menschen, die über viel Wohlstand, Bildung, Gesundheit und Macht verfügten oder eben nicht. Das Gefühl, zu den Benachteiligten zu gehören, verstärke den Hang zum Protektionismus, der sich oft als Nationalismus zu erkennen gebe. Die alte Weisheit „Lügen haben kurze Beine“ gelte scheinbar nicht mehr. Dass Lügen plötzlich „lange Beine“ hätten und der ertappte Lügner statt Scham zu zeigen, mit Schamlosigkeit stolziere, sei im Grunde ein Angriff auf das gesamte menschliche Beziehungsgeflecht. Denn ohne grundlegendes Wahrheitsgefühl könne eine Demokratie auf die Dauer nicht funktionieren.

In Schweden sei die Kirche ebenfalls von Polarisation und „fake news“ betroffen. Sie stehe daher in der Gefahr, nicht zu fragen, was sollen wir zu einem Problem sagen, sondern zu überlegen, welche negativen Reaktionen bringt es hervor, sodass es besser ist, nichts zu sagen. Doch die Kirche dürfe in solch einer Situation nicht dazu gebracht werden, „nur auf sich selbst aufzupassen“. Es sei wichtig, die Rolle der Kirche in der Öffentlichkeit mutig und konsequent zu durchdenken. Die Demokratie brauche Demokraten. Doch diese „fallen nicht einfach vom Himmel, sondern wachsen durch Bildungsprozesse heran“. Wenn Demokratie überleben solle, müsse sie ständig mit Werten gefüttert werden. Dabei gelte es klug mit den Quellen kultureller Werte umzugehen. Die öffentliche Stimme der Kirche sollte im Einklang mit dem Evangelium und der Liebe Gottes zur Welt stehen. Es gelte „weltoffen und standhaft“ zu sein.

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Europäische Gesundheitskonferenz der Adventisten in Bukarest

„Konferenzen wie diese sind wichtig, um neue Dinge zu lernen und an Dinge erinnert zu werden, die wir einmal wussten, aber was vielleicht noch wichtiger ist: sie sind Orte der Vernetzung und Inspiration“, sagte Dr. Torben Bergland, Direktor der Gesundheitsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord- und Südosteuropa (TED).

Hilfe durch Änderungen im Lebensstil
Akademische Vorträge und Workshops, die von Experten aus der ganzen Welt gehalten wurden, zeigten mögliche Maßnahmen für Menschen, die an chronischen, nicht übertragbaren Krankheiten leiden. Die Referenten präsentierten praktische, evidenzbasierte Studien, die zeigten, wie diese Krankheiten in vielen Fällen erfolgreich behandelt und durch Lebensstil-Interventionen rückgängig gemacht werden könnten.

Rumäniens Gesundheitsministerin: „Ich bin beeindruckt“
Die Konferenz fand in Bukarest im Rin Grand Hotel in der Nähe des historischen Stadtzentrums statt. Ein Großteil der Teilnehmenden kam aus Europa, andere jedoch aus den USA, Australien, Marokko, Thailand, Chile, Peru, Brasilien, Russland und anderen Ländern. Auch die rumänische Gesundheitsministerin, Sorina Pintea, war anwesend. Sie zeigte sich beeindruckt und äußerte sich positiv zum Thema der Konferenz.

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Schweiz: Adventgemeinde Basel solidarisch mit Juden der Stadt

Die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Basel hatte sich schon in den 1950er-Jahren gemeinsam mit der IGB für die Freistellung vom Unterricht von jüdischen und adventistischen Schulkindern am Samstag (Sabbat) eingesetzt. Das Menschenrecht der Religionsfreiheit schützt verschiedene Aspekte der Religions-ausübung, so auch die Versammlungsfreiheit, die durch die hohen Kosten der IGB für Sicherheitsaufwendungen gefährdet ist.

Angeregt durch die Aktion von Peter von Sury, Abt des Klosters Mariastein, hatte ein Kirchenmitglied der Adventgemeinde Basel beantragt, der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) ebenfalls einen Solidaritätsbeitrag von 5.000 Franken (4.176 Euro) für die hohen Sicherheitskosten zu spenden. Der Kirchenvorstand der Adventgemeinde Basel hat dem Antrag am 3.4.2018 zugestimmt und der Mitgliederversammlung am 10. April vorgelegt, die diesen einstimmig angenommen hat. Diese Solidaritätsgeste stehe für die Siebenten-Tags-Adventisten im Rahmen des weltweiten Einsatzes der Freikirche für Religionsfreiheit, heißt es im Begleitschreiben an die IGB.

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USA: Adventistisches Filmfestival für christliche Filmemacher

Sonscreen Film Festival
Das „Sonscreen Film Festival“ ist ein jährliches Treffen für christliche Filmemacher und Künstler mit dem Ziel, zeitgemäße und relevante Produktionen zu schaffen. Nach Angaben der Veranstalter ist das Festival seit seinem Debüt im Jahr 2002 zum Ziel für aufstrebende christliche Filmemacher geworden, um ihre kreative Arbeit zu zeigen, Kontakte mit Medien- und Filmstudenten zu knüpfen und sich von Filmprofis unterstützen zu lassen.

Preisverleihung
Dieses Jahr endete das Festival mit der Verleihung von 11 „Sonny Awards“ in den folgenden Kategorien: Bester animierter Kurzfilm, bester Dokumentarfilm, bester High School-Kurzfilm, bester Comedy-Kurzfilm, bester dramatischer Kurzfilm, bestes Originaldrehbuch, Jury-Auswahl, Publikumswahl und „Best in Festival“.

Diskussion über soziale Fragen
Vier professionelle Filme wurden ebenfalls auf dem diesjährigen Festival gezeigt, wobei es danach Gelegenheit zu Fragen und Antworten gab. Zusätzlich dazu gaben zwei Podiumsdiskussionen Filmemachern, Professoren und Kirchenleitern die Gelegenheit, sich über das Leben nach dem Film auszutauschen und über die Rolle des Films in Bezug auf einige der sozialen Fragen, welche Gesellschaft und Kirche betreffen, zu sprechen.

Weitere Informationen: www.sonscreen.com

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„Miteinander für die Freiheit aufstehen“

Die Pfarrerin der Sophienkirche, Dr. Christine Schlund, wies darauf hin, dass am 13.9.1964 Martin Luther King in ihrer Kirche gepredigt habe. Am 12. September, einem Samstag, landete Dr. King auf dem Flughafen Tempelhof im Westteil der Stadt. Das war wenige Wochen bevor ihm der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde. Eingeladen hatte ihn der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt. Martin Luther King sprach vor 20.000 Zuhörern zum „Tag der Kirche“ in der Waldbühne und erinnerte bei einer Zeremonie im Rathaus Schöneberg an den Besuch des im Jahr zuvor ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy.

Ohne Pass nach Ostberlin
King ließ es sich nicht nehmen, auch seine „lieben christlichen Freunde in Ostberlin“ zu besuchen. Das geschah abseits des Programms. Ohne öffentliche Einladung der Kirche und ohne offizielle Einladung des DDR-Staates fuhr Dr. King am Sonntagabend in den Ostteil Berlins, um in der Marienkirche am Alexanderplatz einen Gottesdienst zu feiern. Es war das einzige Mal überhaupt, dass er sich hinter den „eisernen Vorhang“ begab. Fast wäre dem Baptistenpastor die Einreise verwehrt worden, da er keinen Pass mit sich führte. Erst, als ihn ein Grenzsoldat zufällig erkannte, konnte er den sogenannten „Checkpoint Charlie“ passieren. Seine vorgezeigte Kreditkarte genügte für den Grenzübergang.

Die Marienkirche hatte man bereits um 19 Uhr, eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes, schließen müssen, da sie mit gut 1.500 Besuchern vollkommen überfüllt war. Die vielen vor der Tür Ausharrenden zogen schließlich in die benachbarte Sophienkirche, wo sie warteten und Dr. King später am Abend seine Predigt wiederholte. Auch die Sophienkirche war bis zum letzten Platz besetzt, so Pfarrerin Schlund.

Michael Markus Schulz, der als Jugendlicher Martin Luther King in der Sophienkirche hörte, berichtete, dass die Predigt des Pastors für ihn ermutigend gewesen sei. In der Schule sei er wegen seines christlichen Glaubens verspottet und ausgegrenzt worden. In der DDR habe es Mauern und keine Freiheit gegeben, doch der Bürgerrechtler sei vom „Geist der Freiheit“ erfüllt gewesen. Seine Botschaft habe den Hörern in der überfüllten Kirche Mut gemacht. Unter anderem sagte King: „Hier sind von beiden Seiten der Mauer Gottes Kinder. Und keine durch Menschenhand gemachte Grenze kann diese Tatsache auslöschen. Ohne Rücksicht auf die Schranke der Rasse, des Bekenntnisses, der Ideologie oder Nationalität gibt es eine untrennbare Bestimmung: Es gibt eine gemeinsame Menschlichkeit, die uns für die Leiden untereinander empfindlich macht. In diesem Glauben können wir aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung schlagen. In diesem Glauben werden wir miteinander arbeiten, miteinander beten, miteinander kämpfen, miteinander leiden, miteinander für die Freiheit aufstehen in der Gewissheit, dass wir eines Tages frei sein werden. … Halleluja!“

Es ging dem Baptistenpastor nicht nur um die Gleichstellung der Schwarzen
In seinem anschließenden Vortrag befasste sich Professor Dr. Michael Haspel vom Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt mit dem Thema „Gerechtigkeit und Feindesliebe. Das Vermächtnis Martin Luther Kings als Zumutung“. Der Bürgerrechtler habe sich immer radikal an den christlichen Werten Frieden und Gerechtigkeit orientiert. Die Armut aller Menschen weltweit, so Haspel, sei für King die Herausforderung gewesen, sein Engagement habe sich nicht auf die Gleichstellung der Schwarzen in den Vereinigten Staaten beschränkt. Vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges hätte sich Martin Luther King konsequent für Frieden und Gerechtigkeit eingesetzt. Schon sehr viel früher als die meisten seiner Zeitgenossen habe er vorausgesehen, dass die Kosten des Krieges so immens seien, dass die Kriegführung die Ressourcen verbrauchen würde, die für die Begrenzung der Armut notwendig wären. Widerstand sei für Martin Luther King nur als ziviler und gewaltfreier Widerstand denkbar und sinnvoll gewesen. Er sei überzeugt gewesen, dass Gewalt nicht mit Gewalt bekämpft werden könne.

Sein unbedingtes Eintreten für Gerechtigkeit und Frieden habe King jedoch keineswegs zum Helden gemacht. Die weiße Mittelschicht in den USA habe ihn gehasst, denn sie hätte von der Ausbeutung der Schwarzen durch unterschiedliche Löhne profitiert. Die Forderung gleicher Lohn für gleiche Arbeit habe sie gegen den Bürgerrechtler aufgebracht. Seine Washingtoner Rede von 1963 mit dem „I have a Dream“-Zitat sei der Höhepunkt von Kings Erfolg gewesen. Doch King wäre nicht nur ein „Friedensapostel“ gewesen, sondern habe zeitlebens für die Theologie der Menschenwürde gestanden, die auf globale Gerechtigkeit zielt. So sei er spätestens 1966/67 an einem Tiefpunkt angekommen, sodass es auch ihm nicht gelang, die weiße Friedensbewegung und die schwarze Bürgerrechtsbewegung zusammenzubringen.

Von der Liebe Gottes bewegen lassen
Laut Professor Haspel hatte Martin Luther King mit dem Glauben an einen allmächtigen Gott seine Schwierigkeiten, denn dann wäre nach seinem Verständnis Gott ein weißer Rassist, der die Unterdrückung der Schwarzen zuließe. Deshalb verstand King Gott als einen wohlwollenden, lieben Gott, der nur über eine hinreichende Macht verfügt damit das Gute gewinnt. Nur in Kooperation zwischen Gott und dem Menschen könne das Gute über das Böse siegen. Gottes Wirken in der Welt sei davon abhängig, dass sich Menschen von der Liebe Gottes bewegen ließen und sich gemeinsam für Gerechtigkeit einsetzten. Deshalb gelte es, so Haspel sich zu bewegen und „aufstehen für Freiheit und Gerechtigkeit“. Denn Ausgrenzung und Polarisierung, wachsende Spaltungen zwischen arm und reich, schwarz und weiß, würden auch westliche Demokratien prägen.

Abendgebet
Das Gedenken an den 50. Todestag von Martin Luther King Jr. fand in der Sophienkirche seinen Abschluss mit einem Abendgebet. An der Liturgie wirkten Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der Union Evangelischer Kirchen (UEK), des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) in Deutschland (BEFG), der United Church of Christ (UCC) und der Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) mit.

Bischöfin Petra Bosse-Huber, Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der EKD, erinnerte beim Abendgebet daran, dass im Dezember 1955 sich Rosa Parks weigerte, im Bus ihren Sitzplatz zu verlassen und einen für Schwarze vorgesehenen Platz einzunehmen. Ein Busboykott folgte. Es war der Beginn einer breiten afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den Südstaaten der USA, um die Rassentrennung zu beenden. Der baptistische Pastor Martin Luther King war das bekannteste Gesicht dieser Bewegung. Vor 50 Jahren, am 4. April 1968, wurde er in Memphis/Tennessee erschossen.

Die Geschichte Martin Luther Kings mache deutlich, dass christlicher Glaube nicht gelebt werden könne, ohne sich auf friedliche und aufrechte Weise für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte einzusetzen. Sie mache Mut, immer wieder neu aufzudecken, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden. Sie inspiriere dazu, friedlicher Konfliktbewältigung den Vorrang vor Gewaltanwendung zu geben, so Bosse-Huber.

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Medizinischer Fachkongress zu pflanzenbasierter Ernährung in Berlin

Forscher, Ärzte und Ökotrophologen
Unter den Referenten waren weltweit führende Forscher, wie Claus Leitzmann, Hans Diehl, Hana Kahleová und Joan Sabaté, aber auch renommierte Ärzte und Ökotrophologen, welche die praktische Anwendung pflanzenbetonter Ernährung als Therapieform global etablieren, etwa Neal Barnard und Brenda Davis.

Professor Dr. Claus Leitzmann, Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen, sprach über die Deckung des Proteinbedarfs mit pflanzlicher Ernährung. Er stellte fest: Die Proteinzufuhr aus pflanzlichen Lebensmitteln bringe gegenüber tierischen Nahrungsmitteln eine geringere Aufnahme einer Reihe von weniger wünschenswerten Begleitstoffen mit sich, wie gesättigte Fettsäuren, Cholesterin und Purine.

Dr. Hana Kahleová informierte über die Kalibrierung der „inneren Uhr“ mit pflanzlicher Ernährung. Sie untersucht schwerpunktmäßig Diabetes Typ 2. Nach Forschungsarbeiten an der Loma Linda Universität der Siebenten-Tags-Adventisten in Kalifornien/USA ist sie jetzt Direktorin der Klinischen Forschung im Ärztekomitee für nachhaltige Medizin (Clinical Research at Physicians Committee for Responsible Medicine) in Washington D. C. Sie empfiehlt zur Synchronisierung der inneren Uhr pro Tag nur zwei bis drei Mahlzeiten zu essen. Dabei sollte die größte Mahlzeit das Frühstück und die leichteste das Abendessen sein.

Professor Dr. Hans Diehl, Gründer des Lifestyle Medicine Institute an der kalifornischen Loma Linda Universität, stellte die provozierende Frage: „Messer und Gabel − Massenvernichtungswaffen oder Instrumente für Gesundheit und Heilung?“ In den letzten 40 Jahren habe sich die Ernährungsweise in der westlichen Gesellschaft sehr stark verändert. Ein hoher Verbrauch an Fetten und Zucker sei feststellbar und pflanzliches Eiweiß werde weitgehend durch tierisches ersetzt. Die Folge wäre eine drastische Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit und bestimmten Krebserkrankungen. Der Mensch entscheide selbst, ob sein Gebrauch von Messer und Gabel zu lebensstilbedingten chronischen Krankheitsepidemien führe oder der Gesunderhaltung diene. Gesundheit hänge aber weitgehend davon ab, wie Menschen Verantwortung für sich selbst übernehmen.

Professor Dr. Joan Sabaté, Direktor des Zentrums für Nutrition, Healthy Lifestyle and Disease Prevention (Ernährung, gesunde Lebensweise und Prävention) der adventistischen Loma Linda Universität, befasste sich mit den gesundheitlichen Vorteilen des regelmäßigen Nusskonsums. Er verwies auf verschiedene Studien nach denen der Verzehr von Nüssen den Cholesterinspiegel senken würde, ebenso das Risiko einer koronaren Herzkrankheit, für Diabetes und einige Krebserkrankungen. So seien Nüsse „natürliche Kapseln“, die leicht in jede Ernährung übernommen werden könnten, um die Gesundheit zu fördern.

Dr. Neal Barnard, Professor für Medizin an der George Washington University in Washington DC. und Präsident des Ärztekomitees für nachhaltige Medizin (Physicians Committee for Responsible Medicine), hielt die beiden Referate „Alles Käse?“ und „Wann und wie kommt pflanzliche Ernährung in unsere Krankenhäuser?“. Beim Genuss von Käse gelte es zu bedenken, dass darin Milchproteine konzentriert seien, die zu einer Reihe von Erkrankungen beizutragen scheinen. Im zweiten Vortrag plädierte er dafür, dass ein gut geplantes Ernährungsprogramm Teil jeder medizinischen Grundversorgung sein und in den Pflegeplan eines jeden Patienten aufgenommen werden sollte.

Brenda Davis ist Leitende Ernährungsberaterin des Forschungsprojekts Diabetes Wellness der Canvasback Missions, in Majuro auf den Marshall Inseln. Sie ging der Frage nach, ob pflanzenbasierte Ernährung eine Lösung für Diabetes sein könne.

Workshops
Beim Kongress gab es auch wieder eine Reihe von Workshops. Dr. Dr. Gerd Ludescher, Ärztlicher Leiter des Gesundheitszentrums „PrimaVita“ am Krankenhaus „Waldfriede“, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Zehlendorf, befasste sich mit der Problematik „Möglichkeit und Grenzen einer veganen Kost als Therapie bei krankheitsbedingter Mangelernährung“. Laut Ludescher werde eine vegane Ernährung allgemein als defizitäre Ernährungsform angesehen und gelte daher als gesundheitlich bedenklich. Dieses Etikett einer Mangelernährung werde die vegane Kost erst verlieren, wenn der Nachweis erbracht werde, dass mit veganer Kost Mangelernährung therapiert werden könne. Solange dies nicht der Fall sei, gebe es keine medizinische Empfehlung für vegane Kost bei Unterernährung. An einem Fallbeispiel erläuterte die Assistenzärztin am Krankenhaus „Waldfriede“, Anne Herholz, vor welchen Herausforderungen eine Klinik bei einem untergewichtigen Patienten mit chronisch entzündlicher Dickdarmerkrankung stehe, der ausschließlich vegan leben möchte. Die Ernährungsberaterin in „Waldfriede“, Amelie Kahl, wies darauf hin, dass ein untergewichtiger Patient, der krankheitsbedingt nicht viel essen könne, eine hochkalorische Zusatznahrung benötige. Doch keine auf dem deutschen Markt erhältliche Trink- oder Sondernahrung wäre vollständig vegan. Es gebe in ihnen Zutaten für Makronährstoffe, etwa Milcheiweiß und Fischöle. Dasselbe gelte für parenterale Nährlösungen. René Rößger, Küchenleiter des Krankenhauses „Waldfriede“, versuchte solch eine trinkbare Zusatznahrung in zwei Geschmacksrichtungen herzustellen. Nach dem Workshop konnten die Teilnehmer einen Vegan-Blueberry-Power- und Vegan-Citrus-Power-Drink verkosten.

Weitere Workshops gab es unter anderem zu den Themen „Vorteile und Risiken der pflanzlichen Ernährung während Schwangerschaft, Stillzeit und im Kindesalter“, „Nahrung für die Seele“, „Essbare Kräuter und ihre gesundheitlichen Vorteile“ sowie „Pflanzenbasierte Ernährung und Gesundheit aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten“.

Publikumstag
Der letzte Tag des Kongresses, Sonntag, den 22. April, war als Publikumstag wieder für die Öffentlichkeit bestimmt, damit Besucher sich über Nutzen und Risiken einer vegetarischen oder veganen Ernährung informieren konnten. Hierbei ging es um sehr praktische Themen, etwa „Fleischlos essen, aber wie?“ „Bock auf Brokkoli? Jugendliche für pflanzenbasierte Ernährung begeistern“ oder „Von jetzt an vegan – so mache ich es richtig“.

Ausstellung und Teilnehmer
Zum Kongress gehörte eine Ausstellung. Informiert wurde an Ständen über Reformhausartikel, vegetarische Brotaufstriche und Nahrungsergänzungsmittel. Präsent waren auch der Vegetarierbund „proveg international“ und die „Ärzte gegen Tierversuche“. Die Catering-Station des Berliner Immanuel Krankenhauses bot vegetarische Snacks zum Kennenlernen an.

Laut Veranstalter waren unter den fast 1.200 Teilnehmern nicht nur Ärzte, Ökotrophologen, Wissenschaftler und Personen aus anderen Gesundheitsberufen, sondern auch etwa 350 Studierende der Medizin und Ernährungswissenschaften.

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London: neuer adventistischer Radiosender

Vor Inbetriebnahme des Senders veranstaltete die örtliche Kirchengemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten in Brixton, London, einen besonderen Widmungs-gottesdienst. ARL-Direktor Michael Hamilton betonte, dass der Zweck des Radiosenders darin besteht, „das ewige Evangelium, das dieser Kirche als Auftrag gegeben wurde, mit der multikulturellen Bevölkerung Londons zu teilen“.

Sendelizenz bereits 2017
Ofcom, der britische Dachverband für die Erteilung von Rundfunklizenzen, hatte ARL bereits im August 2017 die Sendelizenz erteilt. Dies sei viel früher als erwartet und zu einer Zeit geschehen, als die Vorbereitungen für den Bau eines Studios noch im Gange waren, so tedNEWS. Anschließend wurde ein Kernteam von sieben Personen rekrutiert, die das Programm produzieren, präsentieren und verwalten sollen. Außerdem würden auch viele Freiwillige ihre Talente und Zeit und in die Produktion hochwertiger Programme einbringen.

Unterstützung durch die Freikirche
Adventist Radio London (ARL) wurde mit Unterstützung durch die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten sowie des Adventistischen Weltrundfunks (Adventist World Radio, AWR) gegründet. Die Zusammenarbeit mit AWR ermöglichte auch die Bereitstellung von Equipment, um das Studio sende- und produktionsreif zu machen. Wie tedNEWS berichtet, befindet sich die Station noch im Aufbau. Trotzdem ist der Sender auf DAB im Großraum London oder über verschiedene Radio-Apps zu hören. ARL beabsichtigt alle wichtigen Social-Media Plattformen zu nutzen, um mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten.

Weitere Informationen unter: www.adventistradio.london

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Theologische Hochschule Friedensau Preisträger beim Wettbewerb „Eine Uni – ein Buch“

In der Ausschreibung war vom Stifterverband und der Klaus-Tschira-Stiftung aufgefordert worden, ein Buch auszuwählen, das über ein Semester hin besprochen und in den Fokus verschiedener Aktivitäten gestellt werden soll. Alle Literaturarten waren möglich, selbst Dissertationen, Gedichtbände oder Dokumentationen. Die Friedensauer Hochschule hatte sich mit dem Buch „Müdigkeitsgesellschaft“ von Byung-Chul Han beworben, verknüpft mit Ideen und Aktionen zur Beschäftigung mit dem Thema. Im Buch beschreibt der Autor in kurzen Kapiteln die perfide Selbstausbeutung der Menschen in der Leistungsgesellschaft durch eine maximale Optimierung des eigenen Handelns. Byung-Chul Han lebt in Deutschland und ist Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste in Berlin.

Gebet als Möglichkeit zur Bewältigung von Hektik
Im Friedensauer Antrag heißt es zum Wettbewerb: „Die Theologische Hochschule bietet die Studiengänge Counseling (Beratung) und Musiktherapie an, deren Inhalte die Vorbeugung und Heilung psychischer Erkrankungen zum Ziel haben. Auch im Studiengang Soziale Arbeit sowie Gesundheits- und Pflegemanagement lernen Studierende Methoden für ein gelingendes Miteinander in unserer Gesellschaft. Gesundheitsförderung und Prävention sind wichtige Forschungsschwerpunkte einzelner Professorinnen und Professoren der Hochschule, zum Beispiel im Bereich Burnout von gefährdeten Berufsgruppen.

Der Fachbereich Theologie beschäftigt sich in der Seelsorge mit dem seelischen Wohl der Mitmenschen. Die angehenden Theologinnen und Theologen lernen an der Hochschule Seelsorge im Praktikum, im unmittelbaren Umgang mit jungen und alten Menschen. Lobpreis, Meditation und Gebet sind eine tausende Jahre alte Praxis und eine Möglichkeit zur Bewältigung von Hektik. Diese Praxis stellt einen wichtigen Bestandteil des Studierenden-Lebens auf dem Campus dar.“ Das Buch wurde in 18 Sprachen übersetzt und biete den Studierenden der Hochschule, die aus mehr als 30 Ländern kommen, Gelegenheit, das Werk in der eigenen Sprache zu lesen.

Weitere Preisträger
Über das Projekt, so der Stifterverband, „sollen möglichst viele Mitglieder einer Hochschule über alle Hierarchiegrenzen hinweg ins Gespräch kommen und sich für ein gemeinsames Thema begeistern. Mit dem Förderprogramm wollen die Initiatoren den Austausch und die Identifikation aller Hochschulmitglieder und Mitarbeiter mit ihrer Hochschule stärken.“ Weitere Preisträger sind die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden, die Universität Augsburg, die Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften Berlin, das Bard-College Berlin, die Universität Bremen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Fachhochschule Erfurt, die Evangelische Hochschule Nürnberg und die Universität des Saarlandes.

Im Stifterverband haben sich rund 3.000 Unternehmen, Unternehmensverbände, Stiftungen und Privatpersonen zusammengeschlossen, um Wissenschaft und Bildung gemeinsam voranzubringen. Die Klaus-Tschira-Stiftung fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik sowie die Wertschätzung für diese Fächer.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist seit 1990 eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – und ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de

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Konfessionskundliches Institut führt neue Fachreferenten ein

„Wir … wollen alles dransetzen, damit die Verständigung unter den Konfessionen wächst“, beschrieb der Vizepräsident des Evangelischen Bundes, Militärbischof Dr. Sigurd Rink, unter anderem die Aufgabe der Mitarbeitenden des KI während seiner Ansprache im Gottesdienst. Rink nahm Bezug auf das Leitwort der Ökumene „ut unum sint“ („damit sie eins seien“), das aus dem Johannesevangelium, Kapitel 17, Vers 11 stammt.

Zur Person
Dr. Dagmar Heller ist wissenschaftliche Referentin für Orthodoxie am KI. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Bethel, Göttingen und Heidelberg wurde sie im Fachbereich Kirchengeschichte an der Universität Heidelberg promoviert. Sie kann auf Lehrerfahrung zurückblicken und war unter anderem als Referentin für Glauben und Kirchenverfassung beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf sowie als Referentin für Ökumene und Orthodoxie bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) tätig.

Daniel Lenski ist wissenschaftlicher Referent für Anglikanismus und Weltökumene. Er hat Evangelische Theologie, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Leipzig, Santiago de Chile, Oberursel und München studiert. Lenski ist Pfarrer im Ehrenamt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und hat ein Promotionsprojekt zur Geschichte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile abgeschlossen.

Dr. Lothar Triebel ist Referent für freikirchliche Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene am KI. Der gebürtige Frankfurter (Main) hat Evangelische Theologie und Judaistik in Berlin, Heidelberg, Jerusalem und Tübingen studiert. Er ist Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und wurde an der Freien Universität Berlin im Fachbereich Judaistik promoviert.

Konfessionskundliches Institut Bensheim
Träger des Konfessionskundlichen Instituts ist der Evangelische Bund e.V. Das Institut beobachtet und bewertet unter anderem die aktuellen Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen. Die Arbeit des Instituts wird zudem von der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Kirche der Pfalz finanziell getragen. Weitere Informationen: www.konfessionskundliches-institut.de

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Adventistisches Bildungswerk mit 1.143 Schülern in Deutschland

Laut einem Artikel von Heinz Schlumpberger (Ostfildern bei Stuttgart) und Christian Fischer (Hannover), Abteilungsleiter des Süddeutschen beziehungsweise Norddeutschen Verbandes der Freikirche, in der April-Ausgabe der Zeitschrift „Adventisten heute“ kommen von den Schülerinnen und Schülern nur 196 aus adventistischen Familien. Die Schulen seien offen für alle, unabhängig von Konfession, Weltanschauung, Kultur und sozialer Herkunft. Aktuell gebe es weitere konkrete Projekte zur Gründung von Grundschulen in Trägerschaft der Freikirche in Nürnberg, Überlingen am Bodensee und Müllheim in Südbaden.

Die einzelnen Schulen
Die gegenwärtig 1.143 Schülerinnen und Schüler verteilen sich laut Schlumpberger wie folgt (in Klammern):
Schulzentrum Marienhöhe, Darmstadt
Grundschule (60)
Realschule (191)
Gymnasium (517)
Kolleg (9)
Freie Adventschule Oberhavel, Oranienburg-Friedrichsthal
Grundschule (46)
Oberschule (48)
Andrews Advent-Grundschule, Solingen (40)
Daniel-Schule, Murrhardt nordöstlich von Stuttgart
Grundschule (20)
Realschule (36)
Elisa-Schule, Herbolzheim-Tutschfelden nördlich von Freiburg
Grundschule (37)
Realschule (24)
Josia-Schule, Isny/Allgäu
Grundschule (19)
Gemeinschaftsschule (6)
Salomo-Schule, Rastatt
Grundschule (26)
Realschule (43)
Advent-Schule, Heilbronn, Grundschule (18)
Advent-Schule, Mannheim, Grundschule (3)

Von den insgesamt 141 Lehrkräften gehören, so Schlumpberger, 91 der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an.

Theologische Hochschule Friedensau
Neben den allgemeinbildenden Schulen unterhält die Freikirche auch die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Sie wurde 1899 gegründet und erhielt 1990 die staatliche Anerkennung. Zum Wintersemester 2017/18 waren dort 185 Studierende aus 31 Ländern eingeschrieben. Das entspricht einem Ausländeranteil von rund 50 Prozent. In Theologie bietet die Hochschule einen Bachelor (B.A.) und einen Master (M.A.) an sowie das englischsprachige Studium Master of Theolocial Studies (M.T.S.). Im Fachbereich Christliches Sozialwesen gibt es die B.A.-Studiengänge Soziale Arbeit sowie Gesundheits- und Pflegewissenschaften; außerdem die M.A.-Studiengänge International Social Sciences, Couseling (Beratung), Sozial- und Gesundheitsmanagement sowie Musiktherapie. Zudem kann zur Studienvorbereitung der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden.

Der Fachbereich Theologie verfügt über die wissenschaftlichen Institute Altes Testament und biblische Archäologie, Adventistische Geschichte und Theologie, Historisches Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa, Institut für seelische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter, Kirchenmusik, Missionswissenschaft, Religionsfreiheit, Sprachen sowie Weiterbildung.

Zum Fachbereich Christliches Sozialwesen gehören die Institute für Evaluation in der Entwicklungszusammenarbeit und in der humanitären Hilfe, für den Schutz von ethnischen, linguistischen und religiösen Minderheiten, Entwicklungszusammenarbeit, Familien und Sozialforschung, Sucht- und Abhängigkeitsfragen, Kulturrelevante Kommunikation und Wertebildung sowie Musiktherapie.

Neben der Hochschulbibliothek mit über 150.000 Medien gibt es in Friedensau die Musikalienbibliothek und die Freikirchenbibliothek des Vereins für Freikirchenforschung (VFF). Zugriff auf Online-Datenbanken und elektronische Zeitschriften ergänzen den Bestand. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de

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Hochschule Friedensau: neuer Dozent für Altes Testament

Jan Åge Sigvartsen (46) schloss sein Theologiestudium am Newbold College in England ab und arbeitete anschließend als Pastor in Norwegen. Später studierte er an der adventistischen Andrews University in Michigan/USA und promovierte dort auch. Ein Studienaufenthalt führte ihn an die Hebrew University in Jerusalem/Israel. Sigvartsen verfügt über Lehrerfahrung an der Andrews University, wo er seit 2008 unterrichtete. Der gebürtige Norweger hat in Norwegen, Großbritannien, Israel, Australien und den USA gelebt. Zusammen mit seiner Frau Leanne hat er zwei Söhne. Weitere Informationen unter: www.jansigvartsen.com

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau befindet sich in Trägerschaft der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie wurde 1899 gegründet und erhielt 1990 die staatliche Anerkennung. Zum Wintersemester 2017/18 waren an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg 185 Studierende aus 31 Ländern eingeschrieben. Das entspricht einem Ausländeranteil von rund 50 Prozent.

Der Fachbereich Theologie verfügt über die wissenschaftlichen Institute Altes Testament und biblische Archäologie, Adventistische Geschichte und Theologie, Historisches Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa, Institut für seelische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter, Kirchenmusik, Missionswissenschaft, Religionsfreiheit, Sprachen sowie Weiterbildung.

Zum Fachbereich Christliches Sozialwesen gehören die Institute für Evaluation in der Entwicklungszusammenarbeit und in der humanitären Hilfe, für den Schutz von ethnischen, linguistischen und religiösen Minderheiten, Entwicklungszusammenarbeit, Familien und Sozialforschung, Sucht- und Abhängigkeitsfragen, Kulturrelevante Kommunikation und Wertebildung sowie Musiktherapie.

Die Hochschulbibliothek Friedensau, zu der auch eine Musikalienbibliothek und die Freikirchenbibliothek des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) gehören, umfasst über 150.000 Medien. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de

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