Australien: Adventisten schaffen unabhängige Stelle für Kinderschutz

Die teilkontinentale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Australien (South Pacific Division, SPD) hat eine unabhängige Stelle für Kinderschutz und gefährdete Personen geschaffen.

Wahroonga, NSW/Australien | APD

Nach Angaben der australischen Kirchenzeitschrift Adventist Record wurde Dean Banks als Projektleiter für den Aufbau der neuen, unabhängigen Stelle für Kinderschutz der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Australien ernannt, die Ende 2016 in Betrieb sein soll. Die staatlichen Richtlinien und geänderten Gesetze hätten die Schaffung einer zentral geführten und mit Kompetenzen ausgestatteten Stelle innerhalb der Kirche nahegelegt, die bei Problemen standardisierte Abläufe gewährleisten könne. Sie werde auch sicherstellen, dass Fachleute die Beschwerden behandeln würden und Interessenskonflikte ausgeschlossen seien.

„Zunächst entwickeln wir ein Modell für Australien und Neuseeland, welches die Grundlage für die Behandlung von Fragen des Missbrauchs im Südpazifik bieten wird“, sagte Dean Banks.

Die adventistische Kirchenleitung in Australien arbeite gegenwärtig an einer Reihe weiterer Initiativen in diesem Bereich, darunter seien Ausbildungsmodule für Pastoren, ein nationales Täterregister, ein nationales Entschädigungs- bzw. Wiedergutmachungs-system für Missbrauchsopfer sowie eine eLearning-Website zur permanenten Ausbildung von Angestellten und Freiwilligen der Kirche im Kinderschutz.

Kinderschutz bei Adventisten in Deutschland
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland unterhält neben eigenen Abteilungen für Kinder- und Jugendarbeit ein Religionspädagogisches Institut (RPI) und einen Fachbeirat „Sexueller Gewalt begegnen“ (SGb). RPI und SGb haben die Kinderschutz-Broschüre „Wenn ich mal nicht weiterweiß…“ herausgegeben. Die Kirche sei verpflichtet, ihren Kindern Schutz und Aufklärung zu bieten, betonten Professor Johann Gerhardt, Vorsitzender des SGb, und Pastor Jochen Härdter, Leiter des RPI, bei der Vorstellung der Broschüre in der Freikirchenzeitschrift „Adventisten heute“. Das Religionspädagogische Institut habe das Thema „Missbrauch“ in seiner Ausbildung verankert und werde es auch zum Gegenstand des Religionsunterrichts für Kinder machen. Außerdem bietet das RPI einen thematischen Gottesdienst-Entwurf als praktische Arbeitshilfe an. Weitere Informationen unter: www.sexueller-gewalt-begegnen.de

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