ADRA leistet Nothilfe im Jemen

Medizinisches Fachpersonal auf der Geburtsabteilung einer ADRA-Gesundheitseinrichtung im Jemen.

© Foto: ADRA Österreich

ADRA leistet Nothilfe im Jemen

Der langanhaltende Konflikt im Jemen habe verheerende Folgen für die Bevölkerung, wie insbesondere eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung und Ernährung. Besonders schwer betroffen sei die Region Bidbidah in Marib, östlich der Hauptstadt Sanaa, wo starke Mangelernährung herrsche und es nur eingeschränkten Zugang zu Gesundheitseinrichtungen gebe, informiert die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich. Die Hilfsorganisation betreibt ein Gesundheitszentrum in Marib und plant die Aufstockung von Nahrungsmittel und Medikamente um den stark erhöhten Bedarf zu decken. Das Projekt werde im Juni gestartet und koste 200.000 Euro. Es sollen 37.000 Menschen unterstützt werden, davon über 21.000 Kinder und Menschen mit Beeinträchtigungen.

News | Wien/Österreich | APD

Die aktuelle Situation vor Ort

Laut ADRA Österreich fehle es im Distrikt Bidbidah an grundlegenden Gesundheits- und Ernährungsdiensten, was die ohnehin schwierige Lage der Bevölkerung verschärfe. Zudem erschwere eine Politik, die auf Bevölkerungswachstum ausgerichtet sei und der Mangel an Familienplanungsmöglichkeiten den Zugang von Frauen zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdiensten. Menschen mit Behinderungen würden demnach ebenfalls ausgegrenzt und diskriminiert.

Überblick über die Aktivitäten von ADRA

Das Projekt vom ADRA-Netzwerk konzentriere sich auf zwei Bereiche:

Gesundheit:

• Verbesserung des Zugangs zu lebensrettenden Gesundheitsdiensten.

• Aufstockung der Kapazitäten von ADRAs Gesundheitseinrichtungen durch Bereitstellung von zusätzlicher medizinischer Ausrüstung, Medikamenten und Behebung von Personalmangel.

• Zugang zu reproduktiven Gesundheitsdiensten, einschließlich Familienplanung, vor- und nachgeburtliche Versorgung, sichere Geburt und umfassende Notfallversorgung bei Geburten sowie Reduzierung der Müttersterblichkeit.

• Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen und Sicherstellung eines gerechten und inklusiven Zugangs zur Gesundheitsversorgung.

Ernährung:

• Bereitstellung zeitnaher und qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel für schwer unterernährte Mädchen, Jungen sowie schwangere und stillende Frauen.

• Umsetzung von Präventivmaßnahmen zur Reduzierung von Mangelernährung, wie Bildung in Ernährungsfragen und Sensibilisierungskampagnen.

• Sicherstellung der Verfügbarkeit und Verteilung von nahrhaften Lebensmitteln an gefährdete Bevölkerungsgruppen in Koordination mit dem Welternährungsprogramm (WFP).

Das übergeordnete Ziel des Projekts besteht laut ADRA Österreich darin, Leben in den von Konflikten betroffenen Dorfgemeinschaften im Distrikt Bidbidah zu retten. ADRA arbeite intensiv daran, eine mittel- und längerfristige Lösung zu finden.

ADRA Österreich

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich ist eine registrierte, vom Staat unabhängige Hilfsorganisation, die mit dem Österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet ist. Sie wurde 1992 gegründet und wird von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich getragen. ADRA Österreich kooperiert je nach Projekt mit ADRA International und anderen ADRA-Landesbüros. Das Hilfswerk führte nach der Gründung zunächst Projekte vorwiegend in Südosteuropa und Afrika durch. Nach der Tsunami-Katastrophe 2004 kamen verstärkt Aktivitäten in Asien (Sri Lanka und Indien) hinzu. Seither hat sich das Programm von ADRA Österreich ständig erweitert und die Projekte unterstützen Menschen auch auf anderen Kontinenten.

Mehr Informationen zu ADRA Österreich: https://adra.at/