Konferenz norddeutscher Adventisten im niedersächsischen Krelingen

Foto: © Werner Lange/APD

Konferenz norddeutscher Adventisten im niedersächsischen Krelingen

Am 8. Juni fand die Konferenz der Hanse-Vereinigung, die Leitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, in der Heinrich-Kemner-Halle im Freizeit- und Tagungszentrum Krelingen im Heidekreis statt. Die Veranstaltung unter dem Motto „Sein (Gottes) Friede verbindet“ wurde von rund 1.300 Personen besucht. Für etwa 300 weitere Kinder und Jugendliche gab es ein eigenes Programm in vier Altersgruppen.

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Mit einem Präludium eröffnete der Bläserchor unter Leitung von Eri Dan den Gottesdienst. Die Bläser waren auch beim Gemeindegesang mit dem bekannten Kirchenlied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ zu hören. Weitere neuzeitliche Lieder wurden gemeinsam von den Bläsern und einer Band begleitet.

Lernen durch Nachahmen
In seiner Predigt am Vormittag ging Gerald Klingbeil, Finanzvorstand der Hanse-Vereinigung, auf das Konferenzmotto „Sein Friede verbindet“ ein. Es ist dem Epheserbrief des Apostel

Paulus entnommen: „Bemüht euch darum, die Einheit zu bewahren, die der Geist Gottes euch geschenkt hat. Der Frieden, der von Gott kommt, soll euch alle miteinander verbinden!“ (4,3 − Gute Nachricht Bibel). Die christliche Gemeinde sei das Vehikel, das Gott sich ausgedacht habe, um Menschen zu erreichen, so Klingbeil. Laut dem Apostel Paulus sollten sich Christen liebevoll, geduldig und nachsichtig begegnen.

„Allerdings erwerben wir uns diese Charaktereigenschaften nicht durch persönliche Disziplin und Anstrengung oder fokussierte Meditation. Wir lernen von unserem Vorbild Jesus durch Nachahmen“, gab Klingbeil zu bedenken. Jesus nachzuahmen funktioniere nicht immer perfekt, doch es gebe die drei goldenen Worte: „Bitte verzeih mir!“. Vergebung schaffe Verbindung. Christen würden sich als Menschen verstehen, die von Gott geliebt würden. Deshalb würden sie sich als „Geliebte Gottes“ begegnen. Dadurch sollte es einem Christen schwerfallen, seinem Mitchristen den Glauben abzusprechen, selbst wenn er ihn nicht verstehe oder nicht mit ihm übereinstimme. Das bedeute nicht, dass ein Christ keine biblischen Überzeugungen haben darf, die sich von denen des anderen unterscheiden. Aber anstatt dem Gegenüber seinen Glauben abzusprechen und sich von ihm abzuwenden, „bleibe ich mit ihm im Gespräch und bin auch bereit mit ihm um die Wahrheit zu ringen, im festen Vertrauen, dass Gottes Geist in uns beiden am Wirken ist“. Vertrauensvolles und liebevolles Miteinander sei ein Zeichen der Gemeinde Jesu, betonte Gerald Klingbeil.

Der Gottesdienst wurde simultan in die Sprachen Spanisch, Russisch und Twi, eine der Amtssprachen in Ghana, übersetzt. Hörgeschädigte konnten mit der Gebärdensprache die Veranstaltung ebenfalls verfolgen.

Loben – danken – anbeten
Der Nachmittag stand unter dem Motto „Loben – danken – anbeten“. Ein Chor mit aus Ghana stammenden Jugendlichen machte mit drei Liedern anschaulich, wie Gott in Westafrika musikalisch verehrt werde. Ein von Michael Nestler geleiteter gemischter Chor sang, unterstützt von einer Band, neuzeitliche christliche Lieder.

In Gebeten wurde dafür gedankt, dass Gott Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund miteinander verbinden könne. Diesen Gedanken griff auch Dennis Meier, Präsident der Hanse-Vereinigung, in seiner Meditation auf. „Jesus hat nicht gesagt: daran wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jüngerinnen und Jünger seid, dass ihr euch über Musik streitet, über die Gemeindeordnung, über Sexualität oder über Fragen der Lehre. Er wollte, dass wir an der Liebe erkannt werden.“ Das Kreuz sei das bekannteste Beispiel einer radikalen Umdeutung im Christentum von einem negativen Symbol in ein positives. Aus einem Zeichen des Todes wurde ein Zeichen des Lebens.

Dennis Meier forderte die Versammlung auf: „Wenn euch etwas herunterziehen will, ärgert, frustriert, kraftlos macht, nervt, dann fragt euch: wie könnte ich das jetzt radikal umdeuten? Was könnte Gott daraus Positives, Befreiendes und Lebensbejahendes machen?“ Er forderte die Gemeinden dazu auf, radikal umzudeuten: „Es gibt nicht genug Geld – dankt Gott für die Dinge, die nichts kosten: geschwisterliche Liebe und Freundlichkeit. Ihr habt gerade keinen Pastor oder Pastorin – dankt Gott, dass nun die Möglichkeit besteht, dass jeder seine Talente einbringen kann. Es werden immer weniger in eurer Gemeinde – dankt Gott, dass trotzdem Gemeinschaft wachsen kann.“

Mit dem gemeinsam gesungenen Vaterunser schloss die Nachmittagsveranstaltung. Zur Hanse-Vereinigung gehören 101 Adventgemeinden mit insgesamt rund 6.000 mündig getauften Mitgliedern in den Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In jedem dieser Bundesländer ist die Freikirche eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Informationen unter: www.hanse.adventisten.de.

Altersgerechte Angebote für Kinder und Jugendliche
Für Kinder und Jugendliche fand in vier Gruppen ein altersgerechter Gottesdienst statt. Am Nachmittag war dann die Spielstraße für sie geöffnet. Diese bot vielfältige Angebote für jedes Alter: Sie konnten Schlüsselanhänger basteln, mit Speckstein arbeiten, es gab unter anderem Wikinger-Schach, Boccia, Torwandschießen, Kistenklettern, zwei Hüpfburgen, Bobbycar-Rennen und einen Personenkicker. Zudem konnten Materialien für Spike-Ball und Beachvolleyball ausgeliehen werden.

RPI und AWW
Am 24. März 1999 wurde das Religionspädagogische Institut (RPI) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und der Schweiz gegründet. Es besteht somit 25 Jahre. RPI-Mitarbeiterin Gudrun Gattmann stelle der Versammlung in Krelingen das Institut vor. Eine Aufgabe des RPI ist die Erarbeitung von Materialen für die religiöse Bildung von Kindern und Jugendlichen. Eine weitere Aufgabe ist die Ausbildung von Ehrenamtlichen im Kindergottesdienst und kirchlichen Religionsunterricht. Zudem gibt es seit 2015 in Deutschland auch eine Ausbildung für Familiendiakonie. Weitere Informationen über das RPI und seine Angebote: www.glauben-begleiten.net. Siehe auch APD-Meldung vom 22.03.2024 „25 Jahre Religionspädagogisches Institut der Adventisten in Deutschland und der Schweiz“: https://www.apd.info/news/2024/03/22/25-jahre-religionsp%C3%A4dagogisches-institut-der-adventisten-in-deutschland-und-der-schweiz.

Volkmar Proschwitz, Bundesgeschäftsführer des Advent-Wohlfahrtswerkes (AWW), stellte die von ihm geleitete Einrichtung vor. Das AWW wurde als Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten 1897 in Hamburg gegründet. Es ist in Deutschland Träger von Kindertagesstätten, einer Heilpädagogischen Tagesstätte, einer Einrichtung für Suchtberatung und Suchtbehandlung sowie einem Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen. Darüber hinaus ist das Advent-Wohlfahrtswerk e.V. Hauptgesellschafter etlicher gemeinnütziger Gesellschaften, zu denen Seniorenheime, Hospize, eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung und eine Schule gehören. Zudem trägt das AWW zahlreiche ehrenamtlich geführte Projekte der Flüchtlings- und Integrationshilfe. Auch Selbsthilfegruppen für abhängigkeitskranke Menschen befinden sich in Trägerschaft des adventistischen Sozialwerks. Informationen: www.aww.info.

Ausstellung
Mit Informationsständen informierten unter anderem die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, der Advent-Verlag Lüneburg sowie das AWW-Hospiz und AWW-Seniorenheim, beide in Uelzen, über ihre Arbeit. Auch die Abteilung Frauen war mit einem Stand vertreten und wies auf die weltweite Aktion der Adventisten „Enditnow“, „Brich das Schweigen über Gewalt und Missbrauch“, hin. Die Gruppe „Biker Sabbat“ informierte über die von ihnen veranstalteten Motorradgottesdienste.