Weltflüchtlingstag: ADRA Deutschland im Einsatz für Geflüchtete in Krisenregionen

In Indien kümmert sich ADRA um Geflüchtete, die in den Bundesstaaten Manipur und Mizoram angekommen sind.

© Foto: ADRA Indien

Weltflüchtlingstag: ADRA Deutschland im Einsatz für Geflüchtete in Krisenregionen

Am 20. Juni wird weltweit der Weltflüchtlingstag begangen. Nach Angaben des UNHCR sind derzeit rund 120 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Hunger, Armut, Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen und Klimawandel – ein trauriger Rekord.

News | Weiterstadt bei Darmstadt | APD

Alle Menschen haben ein Recht auf Schutz, egal woher sie kommen, egal wo sie sind, egal wann und warum sie fliehen müssen. Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2000 den 20. Juni zum Internationalen Weltflüchtlingstag erklärt, um an den 50. Jahrestag der UN-Flüchtlingskonvention von 1951 zu erinnern. Die internationale Hilfsorganisation ADRA setzt sich seit mehr als vier Jahrzehnten für die Unterstützung von Geflüchteten und Binnenvertriebenen ein. ADRA Deutschland e.V. stellt in einer Pressemitteilung drei aktuelle Beispiele aus ihrer aktuellen Arbeit für Geflüchtete vor.

Indien und Thailand: Schutz für Geflüchtete aus Myanmar

Aufgrund der zunehmenden Gewalt in Myanmar suchen immer mehr Rohingya Zuflucht in den Nachbarländern. In Indien kümmert sich ADRA um 4.000 Geflüchtete, die in den Bundesstaaten Manipur und Mizoram angekommen sind. Sie erhalten Lebensmittel und Hygieneartikel, um ihre akuten Bedürfnisse zu decken. Um ihre Integration in die neue Umgebung zu erleichtern, informiert ADRA sie über ihre Rechte und bietet psychosoziale Unterstützung an. Das Projekt läuft von Juli 2023 bis Juni 2024 und hat ein Gesamtbudget von über 346.000 Euro. Dank der Förderung durch die Aktion Deutschland Hilft und die Europäische Union liegt der Eigenanteil von ADRA Deutschland bei 66.000 Euro. Zum Projekt: https://adra.de/projekte/sicherer-schutz-fuer-gefluechtete-aus-myanmar/  

Auch in Thailand hilft ADRA zahlreiche Menschen, die aus Myanmar fliehen mussten. Sie leben in Notunterkünften und haben kaum Möglichkeiten, Geld zu verdienen und sich so selbst zu versorgen. ADRA bildet 2.700 Geflüchtete in verschiedenen Berufen aus und hilft ihnen dabei, sich auf dem thailändischen Arbeitsmarkt zu behaupten. Dabei werde viel Wert auf die Förderung von Frauen gelegt, so ADRA Deutschland. Das Projekt läuft bis Dezember 2025 und hat ein Budget von 1.900.000 Euro. Der durch Spenden gedeckte Eigenanteil von ADRA beträgt 375.000 Euro. Auch dieses Projekt wird von Aktion Deutschland Hilft und der EU unterstützt. Zum Projekt: https://adra.de/projekte/hilfe-fuer-gefluechtete-aus-myanmar/  

Ukraine: Die Hilfe geht weiter

ADRA unterstützt gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und dem Bündnis Aktion Deutschland Hilft die Bevölkerung in der Ukraine. Mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Bargeld, Notreparaturen an Häusern aber auch Holzpellets zum Heizen im Winter soll das Überleben gesichert werden. ADRA evakuiert Menschen aus den umkämpften Gebieten, bietet sichere Unterkünfte für Binnenvertriebene und psychologische Unterstützung an. Die erste Phase des Projekts endete im Dezember 2023. Im Mai 2024 ist die zweite Phase angelaufen, die weitere 9.000 Menschen zugutekommen soll.

Zum Projekt: https://adra.de/projekte/hilfe-fuer-die-ukrainische-bevoelkerung/  

Deutschland: Seenotrettung im Mittelmeer

Auch über das Mittelmeer flüchten weiterhin Menschen nach Europa. Gemeinsam mit Organisationen aus dem Bündnis Aktion Deutschland Hilft unterstützt ADRA die NGO SOS Humanity bei ihrem Einsatz zur Rettung von geflüchteten Menschen aus Seenot. Das Rettungsschiff „Humanity 1“ rettet Geflüchtete in den internationalen Gewässern zwischen Italien, Libyen und Tunesien vor dem Ertrinken. An Bord werden sie versorgt und in einen sicheren Hafen gebracht. Dieses Projekt, das von Januar bis Dezember 2024 läuft, hat Gesamtkosten von 264.500 Euro und ADRA steuert einen Eigenanteil von 100.000 Euro bei. Zum Projekt: https://adra.de/projekte/seenotrettung-im-mittelmeer/  

Fluchtursachen mildern: Beispiele aus Burkina Faso und Mosambik

Zum Themenkomplex Flucht gehöre auch unmittelbar das Thema Fluchtursachen, so ADRA Deutschland. Diese zu mildern, wo es möglich ist, sei Teil der Entwicklungszusammenarbeit von ADRA. Gute Beispiele seien Projekte wie in Burkina Faso oder Mosambik. 

In Burkina Faso in der Provinz Sanguié leben die Menschen hauptsächlich von der Land- und Weidewirtschaft. Die Region wird seit Jahren immer wieder von schweren Dürren heimgesucht. Wasser, grüne Weideflächen und Ernteerträge werden knapper. ADRA unterstützt 4.000 Familien dabei, mehr zu ernten und ein besseres Einkommen zu erzielen. Sie erhalten dürreresistentes Saatgut und lernen neue, an den Klimawandel angepasste Anbaumethoden sowie optimierte Tierhaltungspraktiken kennen. ADRA hilft ihnen, Kontakte zu lokalen Händlern zu knüpfen, um ihre Überschüsse zu verkaufen und so ein stabiles Einkommen zu erzielen. Zum Projekt: https://adra.de/projekte/gemeinsam-die-zukunft-der-sahel-region-verbessern/  

In mosambikanischen Provinz Nampula sind die Folgen des Klimawandels deutlich zu spüren. Überfischung und extreme Wetterereignisse setzen die Ökosysteme unter Wasser zu. ADRA und die Hilfsorganisation RARE helfen den Fischerfamilien in zehn Gemeinden, die Fischbestände zu schonen sowie neue Fischfangmethoden aber auch neue Anbaumethoden in der Landwirtschaft anzuwenden. Nachhaltige Aktivitäten wie Fisch- und Hühnerzucht werden gefördert. Außerdem werden Mangroven, Korallenriffe und Seegraswiesen wiederhergestellt und besonders geschützt. Dieser Küstenschutz soll dabei helfen, die Fischbestände und damit den nachhaltigen Fischfang zu stabilisieren. Das Projekt kommt 14.324 Menschen zugute. Zum Projekt: https://adra.de/projekte/kuesten-in-mosambik-besser-schuetzen/

Über das Formular www.adra.de/spenden kann unter dem Stichwort „Flüchtlingshilfe“ für diese und andere Projekte gespendet werden.

Über ADRA Deutschland

ADRA Deutschland e. V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 gegründet und hat rund 50 Angestellte. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet und von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen wird, aus 118 eigenständigen nationalen Büros besteht und weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durchführt. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Deutschland ist unter anderem Gründungsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), der „Aktion Deutschland Hilft“ und „Gemeinsam für Afrika“. Informationen: www.adra.de.