Kirchenzeitschrift „Adventisten heute“ beleuchtet geistliche Fragen der Künstlichen Intelligenz

Kirchenzeitschrift „Adventisten heute“ beleuchtet geistliche Fragen der Künstlichen Intelligenz

Die September-Ausgabe der Gemeindezeitschrift „Adventisten heute“ widmet ihr Monatsthema den geistlichen Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz (KI). Auch praktische Anwendungshinweise für Kirchengemeinden werden gegeben.

APD

Im Zentrum des Titelthemas der aktuellen Ausgabe steht ein Beitrag von Damir Mitrov, der derzeit einen Masterstudiengang Theologie (Pastoral Ministries) an der Theologischen Hochschule Friedensau absolviert. Unter dem Titel „Künstliche Intelligenz und der Zeitgeist" argumentiert er, KI sei längst mehr als ein technisches Werkzeug – sie präge Sprache, Gewohnheiten und letztlich das Gottes- und Menschenbild ihrer Nutzer.

Mitrov verweist auf die Studie „Digitalisierung im Raum der Kirchen“ (DiRK) 2026, wonach KI im kirchlichen Alltag bereits schneller angekommen sei als die dazugehörigen ethischen Leitlinien. Für Christen genüge daher nicht die Frage, was KI leisten könne, sondern vielmehr, was sie mit den Menschen mache. Als Beleg für die theologische Tragweite des Themas nennt er auch die im Mai 2026 veröffentlichte Enzyklika „Magnifica Humanitas" von Papst Leo XIV. zur Bewahrung des Menschen im Zeitalter der KI.

Was KI kann – und was nicht

In seinem Beitrag zieht Mitrov biblische Parallelen zum Sündenfall im Garten Eden und zum Turmbau zu Babel: Nicht Technik oder Fortschritt an sich seien das Problem, sondern die Versuchung, sich selbst zum Maßstab zu machen. KI könne Gedanken ordnen, Texte zusammenfassen oder Gebete formulieren – erlösen oder eine Gottesbeziehung stiften könne sie jedoch nicht. Aufmerksamkeit sei zudem nie neutral: Digitale Werkzeuge und Algorithmen zielten auf Nutzerbindung, nicht auf geistliche Reife.

Als praktische Antwort schlägt Mitrov den biblischen Ruhetag Sabbat als eine „gelebte Unterbrechung“ vor – einen Tag ohne Optimierung und ständige Erreichbarkeit, der daran erinnere, dass der Mensch Geschöpf und keine Maschine sei. Unter der Überschrift „People of the Book und People of the Prompt" plädiert er dafür, geistliche Reife nicht durch schnelle KI-Antworten zu ersetzen, sondern durch Gottes Wort, Gebet, Gemeinschaft und das Wirken des Heiligen Geistes wachsen zu lassen.

Pastor Ilian Kelm stellt einige praktische KI-Werkzeuge vor, die für das Gemeindeleben nützlich sein können und gibt Hinweise für einen sinnvollen Umgang damit. Nestor Escobar, Leiter der Softwareentwicklung beim christlichen Medienunternehmen Hope Media (Betreiber von Hope TV) beschreibt, wie dort Künstliche Intelligenz eingesetzt wird.

Nicht mit dem Denken aufhören

Ergänzt wird das Monatsthema durch eine Kolumne von Werner Dullinger, Präsident des Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Unter dem Titel „Künstlich intelligent. Menschlich weise?“ warnt Dullinger, die eigentliche Gefahr liege nicht darin, dass Maschinen zu denken begännen, sondern darin, dass Menschen damit aufhörten. Die Bibel liefere keine technischen Gebrauchsanweisungen, wohl aber einen moralischen Kompass. Christen glaubten nicht nur an Intelligenz, sondern an Weisheit – und die beginne, so Dullinger mit Verweis auf eine Aussage aus dem alttestamentlichen Buch der Sprüche Salomos (9,10), mit der Ehrfurcht vor Gott. Sein Fazit: Der Heilige Geist sei „keine Software, die man installieren kann“.

Alle Beiträge kommen zu einem ähnlichen Schluss: KI wird weder verteufelt noch unkritisch gefeiert, sondern als Werkzeug eingeordnet, dessen Nutzung geistliche Wachsamkeit erfordert.

Hinweis: Die September-Ausgabe von „Adventisten heute“ (erscheint im Advent-Verlag, Lüneburg) ist über die Büchertische der örtlichen adventistischen Kirchengemeinden (Adventgemeinden) sowie online unter www.adventisten-heute.de als Ansichts-pdf erhältlich. Siehe: https://advent-verlag.de/zeitschriften/chancen-und-risiken-kuenstlicher-intelligenz-aheu-9-26/