Stuttgart, 08.02.2009/APD   Vor dem Hintergrund des Prozesses gegen den sogenannten „Chatroom-Mörder“ hat Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), zu einem bewussteren Umgang mit den eigenen Daten im Internet aufgerufen.

Laut der aktuellen „Jim-Studie“ unter 12- bis 19-Jährigen chatten fast die Hälfte der Internetnutzer zumindest selten, 29 Prozent sogar mehrmals pro Woche oder häufiger im Netz. 49 Prozent der jugendlichen Chatroom-Nutzer hätten angegeben, dass sie von Fremden nach persönlichen Informationen, wie Adresse, Telefonnummer oder Namen, befragt worden seien. Auch wenn die Anzahl der persönlichen Kontakte in Form von Telefonaten (27 Prozent) oder realen Treffen (20 Prozent) im Vergleich zu 2007 rückläufig sei, berichteten immerhin 13 Prozent der Jugendlichen, die einen neuen „Freund“ aus dem Internet getroffen hätten, von einer eher unangenehmen Begegnung.

Beim Chatten seien einige Grundregeln zu beachten: Ein gesundes Misstrauen dem Chatpartner gegenüber wäre sicher nicht verkehrt. Der eigene „Spitzname“ sollte un-verfänglich sein und nicht so viel über den Surfer verraten. In guten Chats gebe es immer Moderatoren. Eine unangenehme Kommunikation sollte sofort abgebrochen, der Moderator benachrichtigt werden. Vorsicht sei geboten, wenn persönliche Daten oder Fotos angefordert würden. Auch ein persönliches Treffen beinhalte große Gefahren.

Generell gelte, dass sich Eltern dafür interessieren sollten, in welchem Chat ihre Kin-der unterwegs seien und mit wem sie kommunizierten. Medienerziehung finde bereits im Kinderzimmer statt, so Thomas Langheinrich. „Nur wenn Erwachsene wissen, wo die Untiefen im Web lauern, können sie diese gemeinsam mit den Kindern umsurfen.“

Tipps und Ratschläge zum richtigen Umgang mit Chats liefern Homepages, wie www.jugendschutz.net und www.chatten-ohne-risiko.de.
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