Medizinische Hilfe für Hochwassergeschädigte in Pakistan

Shah Jamal/Pakistan, 30.09.2010/APD   In den Überschwemmungsgebieten Pakistans konzentriert die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA ihre Aktivitäten vor allem auf den Umkreis der Stadt Shah Jamal südlich von Muzaffargarh in der Provinz Punjab. Ein mobiles medizinisches Einsatzteam, bestehend aus einem Chirurgen, einem Kinderarzt und vier Pflegekräften, versorgt Kranke, richtet Ambulanzen für Reihenimpfungen ein und transportiert mit dem Ambulanz-Fahrzeug Schwerkranke in die noch funktionierenden Hospitäler. Ein von ADRA eingerichtetes Feldlazarett mit 15 Betten dient dem Team als zusätzlicher Stützpunkt. Dort befindet sich auch eine Apotheke. In der Gaffoor Fabrik nahe Shah Jamal entstand ein Notlager für durch das Hochwasser gewordene Obdachlose. Es wird von einem zweiten ADRA-Team betreut.

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Vor 150 Jahren Namensgebung "Siebenten-Tags-Adventisten“

Silver Spring, Maryland/USA, 29.09.2010/APD   In ihren Gottesdiensten am 2. Oktober gedenken die Siebenten-Tags-Adventisten weltweit ihrer Namensgebung vor 150 Jahren. Während einer „Generalversammlung“ in Battle Creek, Michigan/USA, wurde nach langen Diskussionen am 1. Oktober 1860 beschlossen, der neuen Konfession den Namen „Seventh-day Adventist Church“ zu geben.

Seit 1831 verkündete der Farmer und baptistische Laienprediger William Miller (1782-1849), dass das Ende der Welt bevorstehe. Als für die sichtbare Wiederkunft Jesu mit dem 22. Oktober 1844 ein konkretes Datum genannt wurde, schlossen sich etwa 100.000 Menschen der „Millerbewegung“ an. Sie wurden jedoch enttäuscht, und die Bewegung zerfiel in mehrere Gruppen.
Das Kennzeichen einer dieser Gruppen war, dass bei ihr der Gottesdienst nicht am Sonntag, sondern am Samstag (Sabbat) gefeierte wurde. Der frühere Kapitän und damalige Laienprediger Joseph Bates (1792-1872) hatte den Sabbat bei den Siebenten-Tags-Baptisten kennengelernt und führte ihn 1845 anstelle des Sonntags in dieser Gruppe ein.

Während der „Generalversammlung“ vom 28. September bis 1. Oktober 1860 diskutierten die 25 Teilnehmer, ob sich die Gruppe überhaupt einen Namen zulegen solle und gegebenenfalls welchen? James White (1821-1881), Mitbegründer der adventistischen Kirche, und andere schlugen „Church of God“ (Kirche Gottes) vor. Doch diese Bezeichnung trugen schon damals eine Reihe von Glaubensgemeinschaften in den USA. David Hewitt, der 1852 von Joseph Bates getauft wurde, plädierte dagegen für „Siebenten-Tags-Adventisten“. Diesem Vorschlag stimmten schließlich die Mitglieder der „Generalversammlung“ am 1. Oktober 1860 zu. Im Mai 1863 folgte mit der Bildung einer „Generalkonferenz“ in Battle Creek, der heutigen adventistischen Weltkirchenleitung, die organisatorische Gründung der neuen Glaubensgemeinschaft.

Der Name „Siebenten-Tags-Adventisten“ weist auf die Feier des siebenten Wochentages, nach biblischer Zählung der Samstag, als Ruhetag (hebräisch „Sabbat) hin. Der Begriff „Adventist“ (lateinisch „adventus“ – Ankunft) hebt hervor, dass es sich um Christen handelt, welche die Wiederkunft Jesu erwarten. Im Gegensatz zur „Millerbewegung“ haben die Siebenten-Tags-Adventisten jedoch dieses Ereignis nie zeitlich fixiert. „Die Bibel gibt uns keine Auskunft darüber, wann Christus kommen wird, wir glauben aber, dass es bald ist“, betonen sie.

Bei der Namensgebung 1860 gab es 2.500 Siebenten-Tags-Adventisten, die alle im Nordosten der USA und im Südosten Kanadas lebten. 150 Jahre später zählt die Freikirche über 16,3 Millionen erwachsen getaufte Mitglieder in 205 Ländern.

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Kambodscha: Werbeverbote zur Förderung des Nichtrauchens

Phnom Penh/Kambodscha, 28.09.2010/APD   „Die Tabakwerbung macht das Rauchen für Kinder attraktiv und erschwert es den Rauchern, aufzuhören“, sagte Mom Kong, Direktor der kambodschanischen Bewegung für Gesundheit.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO geben Raucher in Kambodscha im Durchschnitt neun Prozent ihres täglichen Einkommens für Tabakwaren aus. 48 Prozent der Männer über 15 Jahren sind Raucher. Die Raucherquote beträgt hingegen bei den Frauen, wie in den meisten Ländern Asiens, nur vier Prozent. Allerdings trügt diese Ziffer, da fast 20 Prozent der Frauen Tabak kauen.
„Das Werbeverbot ist eine wirksame Maßnahme, um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen anfangen“, so Mom Kong. Für ihn sind die großflächigen und aufdringlichen Zigarettenplakate in den Städten ein Hauptgrund, weshalb die Kambodschaner Raucher sind und es bleiben.

Die kambodschanische Regierung hatte erst im Juli die lang erwarteten Maßnahmen zur Förderung des Nichtrauchens beschlossen. Hersteller von Zigaretten müssen demnach auf der Packung eine großflächige Gesundheitswarnung anbringen, und ab 2011 soll jegliche Werbung oder Verkaufsförderung von Zigaretten verboten werden.

Laut Kun Lim,Mitarbeiter bei British American Tobaco (BAT) in Kambodscha, unterstütze die Zigarettenindustrie die von der Regierung geplanten Werbeverbote im Fernsehen, Radio und auf Plakatwänden. BAT beherrscht mit einem Marktanteil von 35 Prozent das Tabakgeschäft des Landes. Die Tabakindustrie möchte aber weiterhin bei den Zigarettenverkaufsstellen werben können. „Zigaretten sind ein rechtmäßiges, legales Produkt, und wir sollten die entsprechende Freiheit haben, um mit unseren Kunden an den Verkaufsstellen kommunizieren zu können“, meinte er. „Das ist ein Grundrecht, das wir schützen sollten.“

Mark Schwisow, Direktor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Kambodscha, forderte die Regierung auf, das Rauchen zu erschweren. Das könne durch Steuererhöhungen auf Tabakwaren genauso erreicht werden, wie durch die Schaffung von rauchfreien Räumen und Plätzen in der Öffentlichkeit.

ADRA Kambodscha bietet einen 5-Tage-Nichtraucherkurs an. Die Kampagne „Tabak oder Gesundheit“ stellt Aufklärungsposter und Broschüren zu den Auswirkungen von Tabak- und Nikotingenuss zur Verfügung, die auch von der Website www.adracambodia.org heruntergeladen werden können.

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Zweites "Globales Christliches Forum“ findet 2011 in Indonesien statt

Genf/Schweiz, 28.09.2010/APD   Der Konsultationsprozess für ein „Globales Christliches Forum“ wird 2011 fortgesetzt. Das Organisationskomitee legte bereits im Juni dieses Jahres den Ort und das Datum für die nächste Tagung der weltweiten offenen Plattform für Begegnung und Dialog der christlichen Kirchen und Gemeinschaften fest. Das Treffen findet vom 4. bis 7. Oktober 2011 in Cisarua, in der Nähe der indonesischen Hauptstadt Jakarta statt. Erwartet werden über 300 führende Persönlichkeiten aus einem breiten Spektrum von Kirchen, Konfessionen und zwischenkirchlichen Organisationen aus über 70 Ländern. Das erste „Globale Christliche Forum“ (GCF) fand vom 6. bis 9. November 2007 in Limuru bei Nairobi (Kenia) statt.

An der ersten Forums-Versammlung 2007 in Nairobi beteiligten sich Vertreter von in Afrika entstandenen Kirchen, Alt-Katholiken, Anglikaner, Baptisten, Brüder-Unität, Evangelikale, Gesellschaft der Freunde, Heilsarmee, Jünger Christi (Christliche Kirche), (römische) Katholiken, Lutheraner, Mennoniten, Orientalisch- und Östlich-Orthodoxe, Pfingstler, Reformierte und Siebenten-Tags-Adventisten. Neben diesen christlichen Traditionen oder „Konfessionsfamilien“ waren auch der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) sowie regionale ökumenische Organisationen, internationale Jugend- und Studentenorganisationen, CVJM und CVJF, Weltverband der Bibelgesellschaften (UBS), World Vision International und das Lausanner Komitee für Weltevangelisation (LKWE) mit dabei.

Ein Hauptziel des Forums ist „die Schaffung eines offenen Raumes, wo sich Vertreter und Vertreterinnen einer großen Bandbreite christlicher Kirchen und zwischenkirchlicher Organisationen, die den dreieinigen Gott und Jesus Christus als vollkommen in seiner Gott- und Menschheit bekennen, versammeln können, um ihr gegenseitiges Verständnis zu fördern und gemeinsame Herausforderungen zu vertiefen und aufzunehmen.“

Seit Beginn des Forumsprozesses vor zwölf Jahren wurde versucht, die offene Plattfom-Einrichtung nicht zu institutionalisieren. Mit zunehmender Akzeptanz dieser Initiative und der Aussicht auf eine langfristige Fortsetzungsarbeit sind jedoch finanzielle und organisatorische Beschränkungen aufgetreten. Deshalb wurde während der letzten Kommissions-Sitzung im Juni in Chicago die Schaffung von zwei Forums-Stiftungen beschlossen. Davon soll je eine in der Schweiz und in den USA errichtet werden. Damit sollen finanzielle Mittel gesichert und die Voraussetzungen für Fundraising geschaffen werden.

Leitung und Entscheidungsbefugnis sollen weiterhin beim GCF-Organisationskomitee verbleiben, dem 24 Vertreter aus den wichtigsten kirchlichen Traditionen angehören. Das Generalsekretariat des GCF befindet sich in Versoix bei Genf (Schweiz). Als deren Generalsekretär amtiert der Niederländer Hubert Van Beek.

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Bibelstudium in 700 Meter Tiefe

Bibeln für eingeschlossene Bergleute in Chile

Copiapó/Chile, APD, 27.09.2010/APD   Die Bibel studieren wollen 20 der 33 in der chilenischen Gold- und Kupfermine San José verschütteten Bergleute. Dem Wunsch der Eingeschlossenen habe der adventistische Pastor Carlos Parra entsprochen, teilte Magdiel E. Pérez Schulz (Brasilia/Brasilien), Generalsekretär der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Südamerika, mit. Der Geistliche schicke durch den Versorgungskanal den Bergleuten regelmäßig neue Studienanleitungen. Das Bibelstudium in 700 Meter Tiefe leite ein Kumpel, der Mitglied einer Pfingstkirche sei.

Pastor Parra, Seelsorger der Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten im Norden von Copiapó/Chile, stattete bereits im August die eingeschlossenen 33 Bergarbeiter mit kleinen Bibeln aus, die jeweils den Namen eines Bergmannes und eine persönliche, ermutigende Widmung enthielten. In Absprache mit dem für die Minenarbeiter der Region zuständigen Pfarrer Laurence Golborne wurden die Bibeln in einer Größe von acht mal zwölf Zentimeter so aufbereitet, dass sie in die Transporthülse passten, mit der die Eingeschlossenen versorgt werden.
Jeder Miniaturbibel wurde ein Vergrößerungsglas beigelegt, um das Lesen zu erleichtern. Auf einem Aufkleber stehen der Name des jeweiligen Empfängers und die Worte „Wir beten um Ihre Rückkehr“. Außerdem sind aus dem 40. Psalm die Verse 2 und 3 hervorgehoben: „Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann.“

Ähnliche Bibeln, allerdings in normaler Größe, erhielten die Familien der Bergarbeiter, die sich im „Zeltlager der Hoffnung“ auf dem Minengelände aufhalten, sowie der chilenische Staatspräsident Sebastián Piñera und Gesundheitsminister Jaime Mañalich, welche die Angehörigen besuchten. Parra ist fast jeden Tag auf dem Minengelände. Um zwölf Uhr und um 18 Uhr lädt er zum Gebet für die verschütteten Bergleute ein. Für Familienangehörige und Rettungskräfte bietet er zudem Seelsorge an. Auch führt er Bibelstudien durch.

Am 5. August wurden durch einen Bergschlag in der kleinen Gold- und Kupfermine San José in der Atacama-Wüste 45 Kilometer nördlich der chilenischen Stadt Copiapó 33 Bergleute verschüttet. Sie blieben unverletzt und zogen sich in 700 Meter Tiefe in einen Schutzraum zurück. Am 22. August gelang es, durch eine Bohrung mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Sie werden seitdem durch eine enge Röhre mit dem Nötigsten versorgt. Mit schweren Bohrgeräten versuchen die Retter, zu den Eingeschlossenen vorzudringen.

Die Anfänge der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Chile gehen auf das Jahr 1885 zurück. Heute gibt es dort mehr als 126.000 erwachsen getaufte Mitglieder in 571 Gemeinden.

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Bischof Koch bewertet katholisch-orthodoxen Dialog positiv

Wien/Österreich, 27.09.2010/APD   Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und Leiter der römisch-katholischen Delegation, Erzbischof Kurt Koch, zog eine insgesamt positive
Bilanz der gestern in Wien zu Ende gegangenen Vollversammlung der katholisch-orthodoxen Dialogkonferenz.

Allein die Tatsache, dass es überhaupt zu der Zusammenkunft der rund dreißigköpfigen „Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen und orthodoxen Kirche“ gekommen sei, wertete der vatikanische „Ökumene-Minister“ in einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ als „ganz großen Fortschritt“.

Gewiss gebe es weiterhin „verschiedene Lesarten“ bei der Frage nach der Rolle des Bischofs von Rom im ersten Jahrtausend – so das offizielle Thema der Tagung –, im Mittelpunkt stehe aber die „Annäherung auf der menschlichen Ebene“, denn „nur wenn man freundschaftlich miteinander umgehen kann, ist theologischer Dialog möglich“, so Koch.

Die Situation im ökumenischen Dialog beschrieb Koch als „nicht leicht“, da es eine „neue Generation von Glaubenden und Theologen“ gebe, die den „Aufbruch in der Ökumene nicht erlebt“ habe. Es fehle daher zum Teil jener Schwung des Aufbruchs, den etwa das Zweite Vatikanische Konzil vermittelt habe. Dazu komme, „dass die bisherige Ökumene sich auf die Erarbeitung von Dokumenten konzentriert hat“, die Frage nach der konkreten Rezeption an der Basis aber zu wenig beachtet habe.

Dialog mit Lutheranern und Reformierten: „Keine gemeinsamen Ziele“

Zum Dialog mit Lutheranern und Reformierten betonte Koch, dass man dort „heute kein gemeinsames Ziel der Ökumene“ mehr verfolge. Man habe sich ganz in der Frage nach der Abendmahlsgemeinschaft „festgebissen“. Da diese jedoch nicht möglich sei, „resigniert man und sieht nicht, was möglich wäre“.

Außerdem gebe es kein gemeinsames Einheits-Konzept mehr. Jede Kirche trage ihre eigenen Vorstellungen von Kircheneinheit in den Dialog hinein. Daher sei eine grundlegende „Besinnung darauf, was Kirche ist“ notwendig. Koch wörtlich: „Ich vergleiche die ökumenische Bewegung gern mit einer Reise im Flugzeug. Da gibt es einen rasanten Start, wenn das Flugzeug in der Luft ist, hat man den Eindruck, es bewegt sich nichts mehr.“

Dennoch bleibe bei allen ökumenischen Dialogen die Einheit der Kirchen das erklärte Ziel. Dies sei schließlich „der Auftrag Jesu, den wir zu erfüllen haben“. Die Kirchen hätten „gar keine andere Wahl“. Resignation, so Koch, sei „der Ungeist in der Ökumene“.

Es mangele jedoch auch innerkatholisch an Schwung, so Koch weiter. „Was die Kirche heute braucht, ist eine grundlegende Erneuerung von innen her.“ Dies bedeute eine Neubesinnung darauf, was ihre eigentliche Aufgabe darstelle – etwa das „Gottesbewusstsein“ in einem stark säkularisierten Europa wach zuhalten, „und gegen den Trend, den Glauben zu marginalisieren, aus der Öffentlichkeit wegzudrängen, Widerstand zu leisten.“

Zu den „schwer vermittelbaren Fragen“ der kirchlichen Lehre zählte Koch die Frage nach dem Umgang mit den wiederverheirateten Geschiedenen. Diese Frage sei eine „Kreuzesfrage“, sie laste besonders schwer, so Koch, „weil wir eine Weisung Jesu haben: Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht lösen. Wir müssen dieser Weisung treu bleiben und die Realität der Menschen sehen. Ich sage mit dem Wiener Kardinal Schönborn: Wir haben die ideale Lösung noch nicht gefunden.“

Papst Benedikt XVI. ernannte den 60-jährigen Schweizer Kurt Koch am 1. Juli 2010 zum Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und verlieh ihm aus diesem Anlass den Titel eines Erzbischofs ad personam. Der frühere Basler Bischof nahm in Wien an der Vollversammlung der internationalen Kommission für den theologischen Dialog mit der orthodoxen Kirche teil. Dort vertrat er auch den erkrankten Leiter der katholischen Delegation und Amtsvorgänger, Kardinal Walter Kasper. Dem Bistum Basel steht Erzbischof Koch übrigens bis zur Wahl eines Nachfolgers als Apostolischer Administrator vor.

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In Mexiko trauern Adventisten um zwei erschossene Mitglieder

Ciudad Juarez, Chihuahua/Mexico, 26.09.2010/APD   Im Kampf der Drogenkartelle in der Grenzstadt Ciudad Juarez im Norden Mexikos sind möglicherweise aufgrund einer Verwechslung zwei junge Adventisten getötet worden. Jose Ines Martinez (18) und seine Schwester Maribel Martinez (26), beide Mitglieder der adventistischen Kirchengemeinde Zaragoza, wurden am 12. September in ihrem Auto erschossen aufgefunden. Sie hatten gemeinsam auf die Rückkehr ihrer Schwester von einem Krankenhausbesuch gewartet. Maribel hinterlässt ihren Mann und fünf Kinder im Alter von sechs bis dreizehn Jahren. Laut einer Lokalzeitung gehörten beide Geschwister zu den 17 Opfern, die im Laufe von 24 Stunden getötet worden seien.

„Wir gehen davon aus, dass es sich dabei um einen weiteren Fall von Personenverwechslung handelt“, teilte Pastor Jose Luis Jimenez, nordmexikanischer Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten, mit. Laut Jimenez habe ein Augenzeuge gehört, wie die Täter neben dem Auto stehend zueinander sagten, dass sie die falschen Personen erschossen hätten. „Wir sind in tiefer Trauer, diese beiden jungen Leute verloren zu haben“, betonte Jimenez, der an der Beerdigung teilnahm. „Es ist das zweite Mal in diesem Jahr, dass die Kirchengemeinde Zaragoza von brutaler Gewalt betroffen ist.“ Im Mai seien ein adventistischer Pastor und ein Diakon ebenfalls in einem Auto erschossen worden, nachdem sie Kirchenmitglieder besucht hatten.

Wie Associated Press berichtete, seien in den letzten zwei Jahren in Ciudad Juarez fast 5.000 Menschen dem Kampf der Drogenkartelle zum Opfer gefallen.

„Wir wissen, dass wir in einer schwierigen Zeit leben, aber unsere Mitglieder lassen sich nicht davon abbringen, Gott zu dienen und die Arbeit der Kirche zu unterstützen“, unterstrich Jimenez, der 64 Kirchengemeinden vorsteht. „Wir weisen unsere Mitglieder ständig darauf hin, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Sie sollen nicht zu lange an einem Ort stehen bleiben oder in einem Auto warten und nicht in der Nacht reisen.“

In Mexiko leben 638.000 erwachsen getaufte Adventisten in 2.654 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält zwei Universitäten, vier Gymnasien, 16 Mittelschulen, 121 Grundschulen, ein Krankenhaus, drei Kliniken ein Waisenheim und ein Verlagshaus.
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Sonntags nicht in die Kirche – Die Kirche soll dafür zu den Menschen gehen

Nashville, Tennessee/USA, 24.09.2010/APD   Die Evangelisch-methodistische Kirche in den USA (The United Methodist Church) empfiehlt, einmal im Monat einen Sonntag ohne Gottesdienst zu verbringen. Stattdessen sollten die Gemeindeglieder dorthin gehen, wo die Nicht-Kirchgänger am Sonntagmorgen anzutreffen sind, zum Beispiel in Cafés oder Freizeiteinrichtungen, berichtet die Zeitschrift „Eine Welt“.

Mit kreativen Angeboten, zum Beispiel einem Picknick für Menschen, die sonntags arbeiten müssen, mit Hinterhof-Bibelstunden oder mit Aktionen für Kinder sollten sich die Kirchenmitglieder dorthin begeben, wo sich an Sonntagen viele Menschen aufhalten. Die Aktion ist Bestandteil des Programms „Kirche neu überdenken“ (Rethink Church), mit dem die Methodistenkirche in der Öffentlichkeit sichtbarer auftreten und in ihren Kirchengemeinden missionarische Impulse auslösen möchte.
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"Haus Wittelsbach" als besonders verbraucherfreundlich ausgezeichnet

Bad Aibling, 23.09.2010/APD   Das „Haus Wittelsbach“, ein Senioren- und Pflegeheim der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im oberbayerischen Bad Aibling, ist mit dem „grünen Haken“ als Zeichen geprüfter Verbraucherfreundlichkeit ausgezeichnet worden. Es wurde damit in das Heimverzeichnis, eine bundesweite Datenbank (www.heimverzeichnis.de), aufgenommen. Die Prüfung nahm die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beauftragte Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung (BIVA) vor. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut für Soziale Infrastruktur.

Laut Heimleiter Alfred Kutscher wurde das Senioren- und Pflegeheim in allen drei begutachteten Sparten Autonomie, Teilhabe und Menschenwürde als verbraucherfreundlich eingestuft und erhielt die Bescheinigung, dass den hier lebenden Bewohnerinnen und Bewohnern eine besondere Lebensqualität geboten werde. Der „grüne Haken“ gilt für die Dauer eines Jahres und kann durch erneute Begutachtung wieder verliehen werden.

Das „Haus Wittelsbach“ wurde 1925 von der Freikirche als Altenheim eröffnet und 1965 neu aufgebaut. 2003 erfolgte seine grundlegende Modernisierung. Das Haus ist „rauchfreie Zone“ und bietet 69 rüstigen sowie 125 pflegebedürftigen Senioren Platz.
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Advent-Kinderhaus in München eröffnet

München, 22.09.2010/APD   Nach 17-monatiger Bauzeit wurde das Advent-Kinderhaus am Westpark in München-Sendling eröffnet. Der Kindergarten ist im neuen Zentrum der Adventgemeinde München-Waldfrieden untergebracht. Laut der Leiterin des Erzieherinnenteams, Tanja Gütler, stünden dem Stadtteil nun zusätzlich 35 Kindergarten- und 15 weitere Plätze im Krippenbereich zur Verfügung. Vier Plätze für ältere Kinder seien noch frei. Träger des Kinderhauses ist das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Freikirche unterhält auch Kindergärten in Berlin, Hamburg, Fürth und Penzberg.

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663 Schülerinnen und Schüler auf der Marienhöhe

Darmstadt, 21.09.2010/APD   Das adventistische Schulzentrum Marienhöhe, Darmstadt, hat im neuen Schuljahr 663 Schülerinnen und Schüler, 20 weniger als im Vorjahr. Davon besuchen 484 das Gymnasium, 171 die Real- und acht die neue Grundschule. 50 wohnen im hauseigenen Internat. Nur 17 Prozent der Schüler stammen aus einem adventistischen Elternhaus. Von den 68 Lehrkräften sind 36 Siebenten-Tags-Adventisten.

Neu ist auf der Marienhöhe die Grundschule, die mit einer zweiten Klasse eröffnet wurde. Zum Profil der Bildungseinrichtung gehörten laut deren Leiterin Renate Vogel kleine Lerngruppen mit maximal 16 Schülern, große, helle Räume und eine naturnahe Umgebung. Die Naturverbundenheit solle beispielsweise durch die Pflege des Schulgartens und die Lernfreude durch kindgerechten motivierenden Unterricht gefördert werden. Die Vermittlung christlicher Werte geschehe durch gemeinschaftsfördernde Aktivitäten, einen altersgemäßen Religionsunterricht und ein vorbildliches Lehrerverhalten.

Das 1924 gegründete Schulzentrum der Siebenten-Tags-Adventisten besitzt seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 kam die Realschule hinzu.

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Vereinigung Evangelischer Freikirchen mit neuer Homepage

Frankfurt/Main, 20.09.2010/APD   Umfangreiches Informationsmaterial über die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie der zu ihr zählenden Mitglieds- und Gastkirchen steht jetzt auf der neu gestalteten Homepage www.vef.de zur Verfügung. Neben Grundsätzlichem über die 1926 gegründete Vereinigung bietet das Internetportal Zugang zu den 14 eigenständigen VEF-Kirchen. Aktuelle Meldungen zur Arbeit der VEF und ihrer Mitglieds- und Gastkirchen werden permanent eingefügt. Mit Hilfe der Gottesdienst-Datenbank ist jede Gemeinde einer VEF-Kirche in Deutschland schnell herauszufinden.

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Kambodscha: Werbeverbote zur Förderung des Nichtrauchens

Phnom Penh/Kambodscha, 19.09.2010/APD   „Die Tabakwerbung macht das Rauchen für Kinder attraktiv und erschwert es den Rauchern aufzuhören“, sagte Mom Kong, Direktor der kambodschanischen Bewegung für Gesundheit.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO geben Raucher in Kambodscha im Durchschnitt neun Prozent ihres täglichen Einkommens für Tabakwaren aus. 48 Prozent der Männer über 15 Jahre sind Raucher. Die Raucherquote beträgt hingegen bei den Frauen, wie in den meisten Ländern Asiens, nur vier Prozent. Allerdings trügt diese Ziffer, da fast 20 Prozent der Frauen Tabak kauen.

„Das Werbeverbot ist eine wirksame Maßnahme um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen anfangen“, so Mom Kong. Für ihn sind die großflächigen und aufdringlichen Zigarettenplakate in den Städten ein Hauptgrund, weshalb die Kambodschaner Raucher sind und bleiben.

Die kambodschanische Regierung hatte erst im Juli die lang erwarteten Maßnahmen zur Förderung des Nichtrauchens beschlossen. Hersteller von Zigaretten müssen demnach auf der Packung eine großflächige Gesundheitswarnung anbringen und ab 2011 soll jegliche Werbung oder Verkaufsförderung von Zigaretten verboten werden.

Laut Kun Lim, leitender Mitarbeiter bei British American Tobaco (BAT) in Kambodscha, unterstützt die Zigarettenindustrie die von der Regierung geplanten Werbeverbote im Fernsehen, Radio und auf Plakatwänden. BAT beherrscht mit einem Marktanteil von 35 Prozent das Tabakgeschäft des Landes. Die Tabakindustrie möchte aber weiterhin bei den Zigarettenverkaufsstellen werben können. „Zigaretten sind ein rechtmäßiges, legales Produkt und wir sollten die entsprechende Freiheit haben, um mit unseren Kunden an den Verkaufsstellen kommunizieren zu können“, meinte er. „Das ist ein Grundrecht, das wir schützen sollten.“

Mark Schwisow, Direktor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Kambodscha, forderte die Regierung auf, das Rauchen zu erschweren. Das könne durch Steuererhöhungen auf Tabakwaren genauso erreicht werden, wie durch die Schaffung von rauchfreien Räumen und Plätzen in der Öffentlichkeit.

ADRA Kambodscha bietet einen 5-Tage-Nichtraucherkurs an. Die Kampagne „Tabak oder Gesundheit“ stellt Aufklärungsposter und Broschüren zu den Auswirkungen von Tabak- und Nikotingenuss zur Verfügung, die auch von der Website www.adracambodia.org heruntergeladen werden können.
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Neuer Journalisten-Mord in Uganda

Nachrichtensprecher des adventistischen Prime Radio getötet

Kampala/Uganda, 17.09.2010/APD   Nur wenige Tage, nachdem der Journalist Paul Kiggundu während der Dreharbeiten für den christlichen Radio- und Fernsehsender TOP (Tower of Praise) im Rakai Distrikt von einem wütendem Mob erschlagen wurde, ist am 15. September ein weiterer Radiojournalist im Südwesten Ugandas von Unbekannten ermordet worden.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation HRNJ Uganda (Human Rights Network for Journalists) sei der 29-jährige Journalist Dickson Ssentongo, Nachrichtensprecher beim Sender Prime Radio, etwa um 5 Uhr morgens auf dem Weg ins Studio im Dorf Nantabulirirwa mit einer Eisenstange niedergeschlagen, etwa 100 Meter vom Tatort weggeschleift und blutüberströmt liegen gelassen worden.

Der schwerverletzte Journalist wurde gegen 9 Uhr von einer Bäuerin in einem Kartoffelfeld aufgefunden. Während sie versuchte, dem Opfer zu helfen, habe er nur noch das Wort „Prime“ flüstern können, bevor er in Ohnmacht fiel, schilderte Katongole Kiwanuka, Chefredakteur des adventistischen Radiosenders Prime Radio, der Menschenrechtsorganisation HRNJ Uganda.

Ssentongo wurde zuerst ins Mukono-Gesundheitszentrum gebracht, wo man ihn nicht behandeln konnte. Anschließend transportierte man ihn ins Mulago-Krankenhaus, wo er ohne ärztliche Versorgung zwölf Stunden später an den Folgen seiner schweren Verletzungen verstarb. Medienberichten zufolge konnte seine Familie die 10.000 Schilling nicht aufbringen, welche die Hospitalverwaltung für die Behandlung gefordert hatte.

Der junge Radiojournalist begann vor zwei Jahren seine Tätigkeit als Nachrichtensprecher in der lokalen Luganda-Sprache beim adventistischen Prime Radio. Luganda (auch: Ganda) ist eine in Zentral und Süd-Uganda verbreitete Bantusprache, die vom Volk der Baganda im Königreich Buganda gesprochen wird. Dickson Ssentongo war auch Beisitzer am Gerichtshof von Mukono und Kandidat der Demokratischen Partei für einen Sitz im Gemeinderat von Nantabulirirwa.

Die Vereinigung der Journalisten Ugandas (UJA) hat alle Journalistinnen und Journalisten des Landes aufgerufen, am Freitag, 17. September, in schwarzer Kleidung zur Arbeit zu gehen, um ein Zeichen der Trauer und Solidarität mit den getöteten Kollegen zu setzen.

Der Polizeichef vom Mukono, Musoni Alphonse, hat eine Sonderkommission mit der Untersuchung des Verbrechens beauftragt und die Suche nach den Tätern eingeleitet. „Solche Vorfälle gibt es in dieser Gegend kaum. In den wenigen Fällen, die bekannt sind, attackierten die Täter stets Frühaufsteher und benutzten Eisenstangen als Tatwaffe“, sagte Musoni.
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Deutscher Theologe erforscht Motivation für "Traumhochzeiten"

Göttingen/Deutschland, 16.09.2010/APD   Der deutsche Theologe Konrad Merzyn ist der Frage nachgegangen, welche Funktion das Ritual der Trauung für das Brautpaar hat, was sie motiviert, kirchlich zu heiraten und welche Eindrücke sie damit verbinden. Die Untersuchung ergab: Grund für die kirchliche Heirat sind oft tief empfundene religiöse Gefühle beim Brautpaar.

Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Universität Göttingen hat Merzyn in ausführlichen Interviews getraute Paare im Großraum Hannover zu ihren Hochzeiten befragt, quer durch alle Alters-, Einkommens- und Berufsgruppen, auf dem Land und in der Stadt.

Der evangelische Theologe hat selbst jahrelang als Gemeindepfarrer gearbeitet und zahlreiche Paare getraut. Doch für viele seiner Kollegen sei die kirchliche Trauung inzwischen eher zum ungeliebten Ritual geworden, so Merzyn. Denn zuweilen empfänden Pfarrer die Gestaltung der Zeremonie durch die Brautleute als reine „Show“, die für sie nur noch wenig mit religiösen Gefühlen zu tun habe. Doch ist das wirklich so? Geht es Paaren, die kirchlich heiraten, lediglich um eine „Traumhochzeit in Weiß“?

Die Untersuchung habe gezeigt, dass der Grund für die kirchliche Heirat oft tief empfundene religiöse Gefühle seien, so der Theologe: „Die Beobachtung, dass die interviewten Paare auffallend häufig mit dem Erleben der kirchlichen Trauung religiöse Bedürfnisse verbinden, widerspricht der unter Pfarrern verbreiteten Ablehnung der kirchlichen Trauung als Show, bei der sie sich selbst zu Statisten verurteilt fühlen“. Merzyn nennt ein Beispiel: Immer mehr Brautpaare wählten für den Einzug in die Kirche wieder die Variante der Brautübergabe – die Braut schreite am Arm ihres Vaters zum Altar, wo der Bräutigam sie in Empfang nehme. Viele Pfarrer denken, dass es dem Brautpaar dabei vor allem auf den großen Auftritt ankomme, berichtet der Theologe. Doch für die Eheleute stehe oft etwas ganz anderes dahinter: Zum Beispiel werde die „Übergabe“ der Braut als Loslösung von den eigenen Eltern verstanden.

Natürlich spielten auch romantische Vorstellungen à la „Traumhochzeit“ eine Rolle bei der kirchlichen Heirat. Aber für die Paare, die Konrad Merzyn befragt hat, stünden vor allem das Eheversprechen vor Gott und dem Partner im Vordergrund. Zwiespältig werde dagegen das Verhältnis zwischen standesamtlicher und kirchlicher Trauung beschrieben. Zwar schilderten die Paare die standesamtliche Trauung überwiegend als enttäuschend oder belanglos; die mit der Eheschließung verbundenen Rechte würden jedoch sehr hoch geschätzt und seien oft der Auslöser gewesen für die Entscheidung zu heiraten.

Durch die Integration qualitativer Interviews in die praktisch-theologische Forschung ist es Konrad Merzyn gelungen, die komplexe Lebenssituation der Paare und ihre Wahrnehmung der kirchlichen Trauung differenziert zu erfassen. Durch seine Arbeit wollte der Theologe dazu beitragen, die Rolle der Paare bei der kirchlichen Trauung differenzierter zu betrachten. Für die Situation seiner Berufskollegen habe er dabei Verständnis. „Aufgrund immer knapper werdender Ressourcen stünden die Pfarrer heute sehr unter Zeitdruck“, stellt Merzyn fest. Bei maximal 60 Minuten Vorgespräch pro Trauung sei eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit den Wünschen und Gefühlen des Brautpaares daher oft nur eingeschränkt möglich.

Die empirische Religionsforschung zählt zu den Schwerpunkten der Arbeiten von Merzyn. Gegenwärtig arbeitet er an einem Forschungsprojekt zur „Feier des Weihnachtsfestes als Ritualisierung familiärer Religiosität“. Seine Dissertation „Die Rezeption der kirchlichen Trauung“ mit den ausführlichen Untersuchungsergebnissen wird im November 2010 bei der Evangelischen Verlagsanstalt in Leipzig erscheinen.
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Zwanzig Jahre Theologische Hochschule Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 15.09.2010/APD   Vor 20 Jahren – am 15. September 1990 – wurde dem Theologischen Seminar in Friedensau bei Magdeburg der Status einer staatlich anerkannten Hochschule verliehen. Was hatte dazu beigetragen, dem 1899 gegründeten Seminar der Siebenten-Tags-Adventisten die staatliche Anerkennung zu erteilen? Bereits seit 1983 bemühte sich die Leitung des Theologischen Seminars unter Beibehaltung der eigenen adventistischen Identität im Rahmen einer Studienreform um eine Angleichung an das Niveau des Theologiestudiums von deutschen Universitäten.

Im Zuge dieser Profilierung wurde unter anderem auch das Studienjahr auf Trimester umgestellt. Das ermöglichte den Studenten, einige Unterrichtsbereiche schneller abzuschließen. Vor allem aber bot sich fortan den Dozenten die Möglichkeit, für jeweils ein Trimester vom Lehrbetrieb freigestellt zu werden, um postgraduale Studien aufzunehmen. Das geschah jeweils in Absprache mit der Universität Halle oder mit der Andrews University in den USA. So gelang in einigen Jahren eine systematische Fortbildung des Lehrkörpers.

Nach längeren Verhandlungen erhielten im letzten Jahrzehnt der DDR auch ausländische Studenten die Möglichkeit, ein Vollstudium in Friedensau zu absolvieren. Es waren in jedem Jahr etwa 15 bis 20, die aus den „sozialistischen Bruderländern“ Genehmigungen für ein Theologiestudium erhielten. Das war etwas Außergewöhnliches in der DDR.

Vor allem suchte die Seminarleitung wegen der ausländischen Studenten nach Wegen für eine Akkreditierung der Studienabschlüsse. Zu diesem Zweck setzte sich der Seminardirektor mit der adventistischen Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, in Verbindung. Nach weiteren Ergänzungen im Lehrkonzept und einer gründlichen Evaluierung durch eine Kommission wurde 1984 die Akkreditierung von der Andrews Universität erteilt. Unter den damaligen Gegebenheiten war das in der DDR etwas Einmaliges, das es eigentlich nicht geben durfte.

Ausgelöst durch die politische Wende im Herbst 1989 wurde im Frühjahr 1990 durch die Übergangsregierung unter Lothar de Maizière die staatliche Anerkennung jener kirchlichen Ausbildungsstätten in Aussicht gestellt, die von der DDR zwar toleriert, aber nicht anerkannt waren. Voraussetzung war, dass die Studiengänge die dafür notwendigen und vergleichbaren Bedingungen erfüllten. Das veranlasste die Seminarleitung im Juni 1990, mit einer umfangreichen Dokumentation über das Friedensauer Studium einen Antrag auf staatliche Anerkennung zu stellen. Nach eingehender Überprüfung durch das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der DDR-Übergangsregierung und dem Votum der Hochschulrektoren-Konferenz erhielt das Theologische Seminar Friedensau mit Wirkung vom 15. September 1990 die staatliche Anerkennung als Theologische Hochschule in freier Trägerschaft.

In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich die Theologische Hochschule durch das Angebot weiterer Studiengänge ständig fortentwickelt. Für Forschungsaufgaben wurden Institute geschaffen. Die Bachelor- und Masterstudiengänge entsprechen den Qualitätsstandards universitärer Ausbildung und sind sämtlich akkreditiert. Zwei Masterstudiengänge werden für international Studierende ausschließlich in englischer Sprache durchgeführt, und in diesem Jahr begann ein neuer Studiengang im Gesundheits- und Pflegebereich in Zusammenarbeit mit dem Berliner Akutkrankenhaus „Waldfriede“.

Gegenwärtig studieren in den beiden Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen rund 170 Studenten aus mehr als 20 Ländern. Die Hochschule bietet den Bachelor (B.A.) und Master (M.A.) in Theologie, den Master of Theological Studies (M.T.S.), den Bachelor (B.A.) in „Soziale Arbeit“ sowie „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ und den Master (M.A.) in „Sozial- und Gesundheitsmanagement“, „Counseling“ (Beratung) sowie „International Social Science“ (Internationale Sozialwissenschaften) an.

Dr. Manfred Böttcher

(Hinweis der Redaktion: Dr. h. c. Manfred Böttcher war von 1969 bis 1982 Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in der DDR und von 1982 bis 1991 Rektor der späteren Theologischen Hochschule Friedensau.)
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Englandreise des Papstes wichtig für Rom und Canterbury

Rom/Italien, 14.09.2010/APD   Der bevorstehende Besuch von Papst Benedikt XVI. ins Vereinigte Königreich hat nach den Worten des Schweizer Kurienerzbischofs Kurt Koch eine herausragende Bedeutung für die Einheitsbemühungen beider christlicher Weltgemeinschaften.

Die Reise vom 16. bis 19. September werde die Fortschritte in den Beziehungen zwischen Katholiken und Anglikanern deutlich machen und bestärken, ohne dabei bestehende Probleme und Schwierigkeiten zu übersehen. Erzbischof Koch wird den Papst auf seiner Englandreise begleiten.

„Ich gehe mit einer großen Hoffnung nach Großbritannien, wo gewisse Vorbehalte gegenüber der katholischen Kirche und besonders gegen den Papst präsent sind. Ich hoffe aber, dass sie spüren können, wie Papst Benedikt XVI. ein sehr sensibler Christ ist, der ökumenisch offen ist und eine gute Botschaft bringen will. Er will vor allem eine Botschaft der Ermutigung bringen. Davon bin ich überzeugt, dass diese Reise Hoffnung geben wird, auch was die Zukunft der Ökumene betrifft,“ betonte der neue Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen gegenüber Radio Vatikan.

Es handle sich um den ersten Staatsbesuch eines Papstes in Großbritannien. Papst Johannes Paul II. besuchte das Land 1982 nur im Rahmen einer Pastoralvisite. Königin Elizabeth II. habe Papst Benedikt XVI. zu einer Staatsvisite eingeladen, hob Koch hervor.

Die königliche Einladung kommentierte kürzlich Monsignore Andrew Summersgill, der Koordinator für den kommenden Papstbesuch im Vereinigten Königreich, in einem Interview mit der katholischen Agentur Zenit: „Eine Einladung zu einem Staatsbesuch ist einzigartig… Also ich bin mir sicher, dass es sich hier um eine persönliche und warmherzige Einladung handelt, die Ihre Majestät Königin Elizabeth II. verschickt hat. Obwohl natürlich die Königin auch in diesen Fragen nur nach Beratung mit der jeweiligen Regierung handelt. Sowohl die frühere und jetzige Regierung hat sich darauf verpflichtend eingelassen, dem Heiligen Vater als das geistliche Oberhaupt von rund zehn Prozent der britischen Bevölkerung zu begrüßen und die verschiedenen Bereiche der Zusammenarbeit zwischen der britischen Regierung und dem Heiligen Stuhl zu verstärken. Das gilt vor allem im Kampf gegen Armut in der Welt und in der gemeinsamen Verpflichtung zur umfassenden Bildungsarbeit.“

Neben der Begegnung mit der Monarchin auf ihrem Sitz im schottischen Edinburgh komme dem Besuch des römisch-katholischen Kirchenoberhaupts beim anglikanischen Primas Rowan Williams im Londoner Lambeth Palace zentrale Bedeutung zu. Gemeinsam würden beide anschließend in der Westminster Abbey bei einem ökumenischen Abendgebet vor dem Schrein des englischen Patrons St.-Edward-the-Confessor beten, der von Katholiken wie von Anglikanern gleichermaßen verehrt werde. Die Botschaft des Papstes richte sich an die gesamte britische Bevölkerung.

Zu den Höhepunkten der viertägigen Papstreise gehöre schließlich die Seligsprechung des ebenfalls von Christen beider Konfessionen verehrten Kardinals John Henry Newman (1801-90), hob Koch hervor. Der konvertierte Theologe, der seinen eigenen Weg zur katholischen Kirche gefunden habe, präsentiere die große Tradition des Glaubens, die intellektuelle Stärke und die Herzenskraft, die zum Erbe des ganzen britischen Volks gehörten, so der vatikanische Ökumene-Chef.

Kritische Stimmen aus der anglikanischen Kirche sind besorgt über das im November 2009 veröffentlichte vatikanische Dokument „Anglicanorum Coetibus“, welches die Einrichtung von Personalordinariaten für zur römisch-katholischen Kirche übertretende Gruppen von Anglikanern regelt.

Man müsse deutlich unterscheiden zwischen den Bemühungen um eine ökumenische Annäherung der beiden Gemeinschaften und der vom Vatikan neu geschaffenen Kirchenstruktur für übertrittswillige Anglikaner, betonte Koch.

Erzbischof Koch im Gespräch mit Radio Vatikan wörtlich: „Es hat immer Konversionen gegeben. Es gehört zum Einmaleins der Ökumene, dass man Gewissensentscheide der Einzelnen ernst nimmt. Wenn einer in einer Kirche groß geworden ist, aber in eine andere Kirche gehen möchte, so müssen wir das respektieren. Genauso wie wenn ein Katholik in eine protestantische Kirche geht, müssen wir das respektieren. Neu ist, dass Gemeinschaften und größere Gruppierungen und vielleicht sogar Bischöfe diesen Weg einschlagen können. Deshalb hat der Papst hierfür einen anderen Weg suchen müssen, als bei der Konversion von Einzelnen.“
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Jesus fährt mit

Für jedes Busticket im neuseeländischen Auckland ein Gratisbuch

Auckland/Neuseeland, 13.09.2010/APD   Den rund 3,25 Millionen Benutzern der öffentlichen Verkehrsmittel in der neuseeländischen Stadt Auckland wird auf der Rückseite des Bustickets eine Auswahl von drei christlichen Büchern angeboten. Pro Fahrausweis kann über das Internet kostenlos ein Buchtitel bestellt werden. Hinter der evangelistischen Werbekampagne steht die christliche Laienorganisation „New Zealand Christian Foundation“ (NZCF).

Für den Missionseinsatz hat die überkonfessionelle Verkündigungsbewegung die leicht zu merkende Internetadresse www.freebook.org.nz eingerichtet. „Die Leute in Bus und Bahn lesen gerne. Die meisten lesen zuerst was sie in der Hand haben. Das Busticket bekommen sie gleich beim Einstieg. Viele sehen das Buchangebot und reagieren sofort. Denn zahlreiche Fahrgäste haben ihr iPad oder Handy dabei und können direkt ins Internet gehen. So können sie noch während der Fahrt ihren Gratis-Buchtitel bestellen,“ erläuterte Joanne Davies, Mitbegründerin von NZCF.

Mit der Kampagne solle der christliche Glauben wieder zu einem öffentlichen Gesprächsthema werden und ein Kontrastprogramm mitten im turbulenten Leben bieten, sagte Davies. Die überwiegend von ehrenamtlichem Engagement getragene Gratis-Buch-Aktion biete die Möglichkeit „ganz nahe auch an Kirchenferne oder Menschen ohne religiöse Bindung heranzukommen“.

Die drei angebotenen Buchtitel „Können wir noch an die Bibel glauben?“, „Unglaubliche Antworten auf Gebete“ und das Erfahrungsbuch aus dem Gewalt- und Suchtmilieu „Wunder auf den Straßen“ sind Bestseller aus Verlagshäusern der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, welche die Laieninitiative der „New Zealand Christian Foundation“ (NZCF) mit unterstützt.
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Papst fordert Brasiliens Katholiken zum ökumenischen Dialog auf

Rom/Italien, 12.09.2010/APD   Papst Benedikt XVI. hat die brasilianischen Bischöfe aufgerufen, ihre Bemühungen fortzusetzen um mit den Kirchen und Gemeinden ins Gespräch zukommen, die dem Nationalen Rat der Christlichen Kirchen in Brasilien (CONIC) angehören. Der ökumenische Dialog werde immer dringlicher, sagte der Papst am 10. September während einer Audienz für Bischöfe aus Nordbrasilien. Die fehlende Einheit der Christen sei ein „Skandal“, welcher der Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft schaden könne.

Allerdings gebe es noch „viele Hindernisse“ auf dem Weg zur Einheit der Christen, hob der Papst hervor. Benedikt XVI. wandte sich auch gegen eine „falsch verstandene Ökumene“: Diese dürfe nicht dazu führen, Unterschiede unkritisch zu übergehen und das eigene Kirchenverständnis zu relativieren.

Der Papst wies auf die rasch wachsenden und immer zahlreicher werdenden unabhängigen evangelikalen und pentekostalen Gemeinschaften in Brasilien hin und forderte die Priester auf, Kontakte auch mit diesen Gruppierungen zu knüpfen, um in einen „ökumenischen Dialog der Wahrheit“ eintreten zu können.

Nach Angaben der Agentur Kathpress rief der Papst die Bischöfe zu verstärkten Anstrengungen für eine Festigung und Neuverkündigung des Glaubens innerhalb der römisch-katholischen Kirche auf. In den vergangenen Jahrzehnten hätten sich viele Katholiken in Brasilien vom kirchlichen Leben abgewandt. Die Gläubigen seien mitunter nur oberflächlich evangelisiert worden und daher leicht beeinflussbar, meinte er mit Blick auf die beständig wachsende Mitgliederzahl von evangelikalen und pentekostalen Gruppen in Brasilien.

Die Bischöfe aus Nordbrasilien halten sich gegenwärtig zu ihrem sogenannten ad-Limina-Besuch in Rom auf. Dieser ist alle fünf Jahre vorgesehen, um den Papst über die Entwicklung der Kirche in den einzelnen Ländern zu informieren.

Brasilien galt lange als Hochburg des Katholizismus, als das größte katholische Land der Welt. Bis in die 1950er Jahre bekannten sich laut offiziellen Volkszählungen rund 90 Prozent der Brasilianer zum katholischen Glauben. Inzwischen ist der einstige Musterknabe des Vatikans zum Problemkind geworden: Im Jahre 2000 fühlten sich nur noch 70 Prozent der Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche zugehörig. Religionswissenschaftler schätzen, dass die katholische Kirche in Brasilien jährlich zwei Millionen Gläubige verliert. Die charismatische Pfingstbewegung ist von den katholischen Bischöfen erst wirklich wahrgenommen worden, als sie in der katholischen Kirche selbst unter dem Namen „Katholische Charismatische Erneuerung“ (KCE) auftauchte. Die wachsende Resonanz evangelikaler und pfingstlerischer Kirchen und Gemeinden gerade auch in den armen Bevölkerungsschichten stellt heute eine nie da gewesene „Konkurrenz“ zur römisch-katholischen Kirche dar.

Die Geschichte der brasilianischen Pfingstbewegung begann bereits im 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit drang zunächst der Protestantismus in das katholische Brasilien vor, konnte sich jedoch erst mit der massiven Einwanderung aus Europa im 19. Jahrhundert etablieren. Als sich mit der Gründung der Republik 1890 erstmals eine Trennung von Staat und Kirche durchsetzte, konnten auch protestantische Einwanderer ihre eigenen Kirchen gründen. Adventistische, baptistische, lutherische, methodistische und presbyterianische Einwanderer veränderten die brasilianische Gesellschaft. Die Pfingstler waren die letzten, die in diesem religiösen Feld auftauchten. Ihren missionarischen Ursprung haben ihre Gemeinden zum Grossteil im Ausland.

So gründeten die Schweden Daniel Berg und Gunnar Vingren bereits 1911 die „Versammlung Gottes“ (Assembléia de Deus) in Belém, im nördlichen Bundesstaat Pará. Sie ist heute mit mehr als acht Millionen Anhängern die größte pentecostale Gemeinschaft Brasiliens. Der von Edir Macedo 1977 gegründeten „Universellen Kirche des Königreiches Gottes“ (IURD), der größten neopentecostalen Kirche Brasiliens gehören über sechs Millionen Gläubige an. Nach Ansicht der Religionsexpertin Mariana Cortes gibt es in Brasilien etwa 17.000 verschiedene Pfingst- und
unabhängige Kirchen.

Sowohl die protestantischen Kirchen als auch die klassischen Freikirchen in Brasilien verzeichnen seit Jahren trotz Missionstätigkeit eine Stagnation oder wachsen nur sehr langsam.

Der Steyler Missionar Pater Hugo Scheer wies bereits 2009 im Gespräch mit Radio Vatikan darauf hin, dass es für die katholische Kirche in Brasilien sehr wichtig sei, sich nicht gegen die Pfingstkirchen und andere derartige Gruppierungen abzugrenzen. „Wir müssen versuchen, mit ihnen einen Dialog aufzunehmen, aber das ist äußerst schwierig. Die katholische Kirche in Brasilien hat zum Beispiel einige Schriften gemeinsam mit Pfingstgemeinden herausgebracht. Dabei handelt es sich aber um Pfingstgemeinden im traditionellen Sinne, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts in Europa gegründet wurden und dann nach Lateinamerika kamen. Die neuen Pfingstgemeinden haben sich alle in Lateinamerika gegründet. Mit ihnen ist es sehr schwer, in einen Dialog zu treten,“ so Pater Scheer.

Auch könne die katholische Kirche durchaus von der Pfingstbewegung lernen, meinte der deutschstämmige Steyler-Missionar: „Lernen können wir von diesen Pfingstgemeinden vor allem, wie man die Medien zur Mission und zur Seelsorge nutzen kann. Im Fernsehen und Internet müssen wir als katholische Kirche deutlich präsenter werden. Und zum anderen können wir einen gewissen missionarischen Eifer von ihnen lernen. Jeder getaufte Katholik muss sich bewusst sein, wenn er wirklich katholisch handeln will, dann muss er auch ein Missionar sein. Dabei geht es uns im Unterschied zu den Sekten aber nicht darum, anderen etwas aufzuzwingen, sondern wir wollen für die Menschen da sein und ihnen ihre eigene Identität aus christlicher Sicht klar machen. Wir wollen das Vorbild Christi leben, damit die Menschen sehen: So geht es auch! Und genau an diesem gelebten Vorbild hat es in der Vergangenheit [in der katholischen Kirche] manchmal gefehlt.“
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Präsident der weltweiten Adventisten entsetzt über beabsichtigte Koranverbrennung

Silver Spring, Maryland/USA, 10.09.2010/APD   Der Präsident der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Ted N. C. Wilson (Silver Spring, Maryland/USA), hat sich entschieden von der Ankündigung einer unabhängigen religiösen Gruppe in Florida distanziert, Koranexemplare am 11. September zu verbrennen. Solch ein Vorhaben verursache bei Adventisten großes Entsetzen. „Der sogenannte ‚Koran-Verbrennungstag‘ steht im direkten Gegensatz zum christlichen Prinzip, dass wir mit anderen so umgehen sollten, wie wir wünschten, dass sie es mit uns tun“, betonte Wilson.

Bestrebungen, ganz bewusst Spannungen zwischen Glaubensgemeinschaften zu schüren, seien unverantwortlich und höchst gefährlich. „In einer Zeit, die von Gewalt, zunehmender Intoleranz und Voreingenommenheit gekennzeichnet ist, setzt sich die adventistische Kirche entschieden dafür ein, religiös motivierte Unterdrückung und Gewalt zu beenden“, so Wilson. Ein Kennzeichen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sei die Verteidigung der Gewissensfreiheit, die als ein von Gott gegebenes universales Menschenrecht für alle friedlich gesinnten Gläubigen, ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit, gelte.

Bereits 1997 hatte sich der administrative Ausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Adventisten in einer Stellungnahme zum 50. Jahrestag der UN-Menschenrechtserklärung gegen die Diskriminierung von religiösen Anschauungen gewandt. In der Stellungnahme wurde aufgefordert, sich dafür einzusetzen, um „gewalttätigen religiösen Extremismus, Intoleranz, hasserfüllte Untaten und Diskriminierung zu vermindern“.

Terry Jones (58), radikaler Pastor einer kleinen unabhängigen Gruppe in Gainesville im US-Bundesstaat Florida, hat mit seiner Ankündigung, am 11. September, dem Jahrestag des Anschlages auf das World Trade Center in New York, Exemplare des Korans zu verbrennen, weltweit Aufmerksamkeit erregt.
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ADRA Russland hilft Obdachlosen der Flächenbrände

Moskau/Russland, 09.09.2010/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Russland hat 140 Familien, welche durch die großen Torf- und Waldbrände Anfang August obdachlos geworden sind, Nothilfe geleistet. Laut Denis Baratov (Moskau), Direktor des Hilfswerks, habe das Feuer vielen Menschen die Existenzgrundlage zerstört. „Sie leben nun in Notunterkünften, Wohnheimen oder bei Verwandten.“

Um den Betroffenen den Start in den Alltag zu erleichtern, habe jede Familie von ADRA Pakete mit Hygiene- und Toilettenartikeln, Nahrungsmittel und Bettzeug erhalten. Wie Baratov mitteilte, seien die Begünstigten zusammen mit den lokalen Behörden in den Dörfern Verkhnaya Vereya, Tamboles und Barkovka, der Region Nizhegorodskaya Oblast, östlich von Moskau, ausgesucht worden.

ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist das weltweite Hilfswerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Es bildet ein Netzwerk von mehr als 110 nationalen ADRA-Büros und gewährt Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft.
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Wiedereingliederung von Straßenkindern in Moldawien

Weiterstadt bei Darmstadt, 08.09.2010/APD   Seit einigen Jahren unterstützt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland das Kinderheim in Vadul lui Voda/Moldawien. Es dient der Wiedereingliederung von Straßenkindern in Familien. Es sind jeweils 30 Kinder, die in dem Heim für einige Zeit Unterkunft, Verpflegung und eine Rundumbetreuung bekommen. Der Aufenthalt ist im Kinderheim auf 90 Tage begrenzt. In diesem Jahr unterstützt ADRA Deutschland das Kinderheim durch den Einsatz von drei Erzieherinnen. Sie begleiten die Kinder während deren Heimaufenthalt auf dem Weg zurück ins Familienleben.

Außer Unterkunft und Verpflegung bekommen die Kinder eine Hausaufgabenbetreuung und Kurse zur Unterstützung ihrer persönlichen Entwicklung. Damit solle ihnen die Wiedereingliederung in Schule und Familie leichter fallen. Um den Weg zurück zur Familie zu erleichtern, stellt das Kinderheim den Kontakt zu den Eltern her. Scheitert die Wiederaufnahme in die Familie, werden Pflegeeltern für das Kind gesucht.
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Vatikanische Museen haben 90 Milliarden Euro "Markenwert"

Rom/Italien, 07.09.2010/APD   Die Vatikanischen Museen in Rom sind mit einem sogenannten Markenwert von 90 Milliarden Euro das zweitwertvollste Kulturdenkmal Italiens. Knapp übertroffen werden die Kunstsammlungen im Staat der Vatikanstadt nur noch vom Kolosseum in der italienischen Hauptstadt mit einem „Markenwert“ von 91 Milliarden Euro, berichtete die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“. An dritter Stelle folgt nach Berechnungen der Handelskammer der lombardischen Provinz Monza und Brianza der Mailänder Dom mit 82 Milliarden Euro.

Der „Markenwert“ wird üblicherweise für Unternehmen berechnet. Er spiegelt Umsatz und Immobilienvermögen sowie den immateriellen Wert eines Konzerns, wie zum Beispiel dessen Bekanntheit und Image, wider. Für die Berechnung des Markenwertes der Kulturdenkmäler wurden laut „Corriere della Sera“ zusätzliche Faktoren, unter anderem die Zahl der Touristen, eingeführt.

Das Unternehmen mit dem weltweit größten Markenwert ist nach einer Berechnung der Zeitschrift „BusinessWeek“ der US-amerikanische Getränkehersteller „Coca Cola“. Sein Markenwert betrug 2009 umgerechnet rund 50 Milliarden Euro. Gemäß einem Rating von 2010 ist neu der Internet-Suchdienst „Google“ weltweit die Nummer 1. Mit einem monetären Markenwert von 86 Milliarden Euro kommt „Google“ knapp an die Vatikanischen Museen heran.
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USA: Haftstrafe als Segen

New York, N.Y./USA, 06.09.2010/APD   Nach einer von der Amerikanischen Bibelgesellschaft (ABS) veröffentlichten Umfrage unter Häftlingen geben 96 Prozent der Befragten an, ihre Einstellung und ihr Verhalten habe sich durch das Bibellesen positiv verändert. Sie würden respektvoller mit anderen reden, mehr beten und liebevoller mit ihren Mitmenschen umgehen. Lataysha S., eine Inhaftierte im Frauengefängnis von Naples (Florida), sagte sogar, ihre Haft sei für sie zum Segen geworden: „Als ich hierher kam, dachte ich, es sei eine Strafe. Jetzt sehe ich, dass mich Gott auf sich und sein Wort aufmerksam machen wollte.“ Bibeln sind noch immer Mangelware in US-Gefängnissen, nur eine von hundert Haftanstalten hat dafür ein Budget. Oft genug besitzen Häftlinge nur deswegen eine Bibel, weil der Gefängnispastor oder ein ehrenamtlicher Helfer diese aus eigener Tasche bezahlt.

Um den bestehenden Mangel an Bibeln zu beheben, hat die Amerikanische Bibelgesellschaft vor neun Jahren das Projekt „God Sets You Free“(Gott befreit dich) ins Leben gerufen. Im Auftrag der ABS verteilten bis heute Mitarbeiter der Strafgefangenenhilfe „American Rehabilitation Ministries“ eine Million Bibeln und Kleinschriften unter die Häftlinge im ganzen Land.

Nach Angaben von ABS ist die Zahl der Personen im Strafvollzug in den USA während den letzten 25 Jahren um 274 Prozent auf rund 2.3 Millionen gestiegen.
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Österreich: Jedes vierte Kind in Wien lebt in Armut

Wien/Österreich, 02.09.2010/APD   In der österreichischen Hauptstadt Wien lebt jedes vierte Kind in Armut oder ist zumindest armutsgefährdet, heißt es im soeben erschienenen „1. Wiener Armuts- und Reichtumsbericht, den „Die Grünen Wien – Die Grüne Alternative“ erstellt haben. Demnach sind 91.000 oder 24 Prozent der Kinder in Wien davon betroffen.

Während in der Bundeshauptstadt Wien knapp ein Viertel aller Kinder von Armut betroffen sei, betrage die Gefährdungsquote laut dem mehr als 100-seitigen Werk österreichweit nur 14 Prozent.

Etwa 200.000 Wiener Erwachsene – vorrangig allein erziehende Frauen, Rentnerinnen und Rentner sowie Migranten – seien mit manifester Armut konfrontiert. Arbeitslosigkeit sei eine der Hauptursachen für die Armutsgefährdung.

Obwohl die Zahl der Menschen, die in Armut leben, so eklatant angestiegen sei, komme es im Bereich der Sozialhilfe „lediglich“ zu einer Steigerungsrate im Zeitraum 2005 bis 2009 von 27%. Es sei daher anzunehmen, dass die Sozialhilfe lange nicht alle Menschen erreiche, obwohl sie diese benötigten, so der Armutsbericht.

Nach der von Statistik Austria veröffentlichten Untersuchung zu den Sozialhilfezahlen in Wien, die sich auf das Jahr 2007 bezieht, haben insgesamt 88.629 Menschen in Privathaushalten Sozialhilfe bezogen. Davon hatten 12.366 entweder das gesetzliche Pensionsalter ohne Anspruch auf Leistungen aus der Pensionsversicherung erreicht oder standen auf Grund von Krankheit sowie Betreuungspflichten dem Arbeitsmarkt nicht zu Verfügung. Von diesen 12.366 haben 4.856 Personen Richtsatzleistungen bezogen und 7.510 Mietbeihilfen.

Manifeste Armut in Österreich

Von Armut betroffen seien, so die Grünen, österreichweit 6% der Bevölkerung oder 492.000 Menschen. Gleichzeitig erzielten 14% zwar ein Einkommen über der Armutsgefährdungsschwelle, hätten aber einen Teilhabemangel, seien finanziell depriviert, vor allem infolge einer Überschuldung. Rund die Hälfte der österreichischen Haushalte hätten Kreditverbindlichkeiten. Neun Prozent könnten ihre Zahlungen nicht mehr leisten.

Insgesamt erzielten 12,4% der österreichischen Bevölkerung oder 1.018.000 Menschen ein Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle, seien also entweder armutsgefährdet oder leben in Armut. Im Mittel lägen die Einkommen bei 146 Euro monatlich, das sei eine Armutsgefährdungslücke von 15,3%. Die Einkommen müssten also im Durchschnitt um 146 Euro monatlich oder 15,3% angehoben werden, um über der Armutsgefährdungsschwelle zu liegen.

Dass der erste „Wiener Armuts- und Reichtumsbericht“ im „Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ erscheine sei kein Zufall, schreiben die Herausgeber. Die Grünen sehen in dem Armuts-Report einen wichtigen Beitrag zur Problemschärfung und zur Bekämpfung von Armut.

Der 102 Seiten umfassende Armuts-Bericht der Grünen basiert auf unterschiedlichen Statistiken. Eingeflossen seien Daten des Magistrats der Stadt Wien, von EU-SILC (Statistics on Income and Living Conditions) und der UNICEF. Ausgewertet wurden die Zahlenkolonnen von der Partei selbst.

Der 1. Wiener Armuts- und Reichtumsbericht ist im Internet abrufbar unter: http://wien.gruene.at/uploads/ersterwienerarmutsbericht.pdf
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Italien will weitere Religionsgemeinschaften anerkennen

Rom/Italien, 01.09.2010/APD   Die italienische Regierung plant die Anerkennung von sechs weiteren Religionsgemeinschaften. Wie die Nachrichtenagentur KNA berichtet, handele es sich dabei um die orthodoxen Kirchen, die apostolischen Christen, die Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) und um die Verbände der Buddhisten und Hindus. Eine Einigung mit Muslimen bezüglich einer Anerkennung sei hingegen nicht erzielt worden. Die Muslime bilden in Italien die zweitgrößte religiöse Minderheit.

Nach der Sommerpause werde das italienische Parlament über Staatsverträge mit diesen Religionsgemeinschaften abstimmen, berichtete die Tageszeitung „Corriere della Sera“. Über die Vereinbarungen mit dem Staat werden die Glaubensgemeinschaften an den freiwilligen Religionssteuern beteiligt.

Italiener können in der Steuererklärung wählen, ob sie 8 Promille (die so genannten „Otto-per-Mille“) der Lohn- oder Einkommensteuer der römisch-katholischen Kirche, kulturellen und humanitären Zwecken oder anderen Glaubensgemeinschaften zukommen lassen. Entsprechende Staatsverträge wurden in der Vergangenheit mit der Jüdischen Gemeinschaft, den Waldensern, der pfingstlerischen Gemeinde Gottes (Assemblee di Dio), der Evangelisch-lutherischen Kirche und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten vereinbart.

Der Präsident der islamischen Gemeinschaft Coreis, Yahya Pallavicini, forderte, auch moderate Muslime rechtlich anzuerkennen. Für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Regierungspartei „Volk der Freiheit“, Maurizio Lupi, steht einem solchen Schritt die Zersplitterung des Islams in Italien entgegen.

Zudem würden in einigen Moscheen fundamentalistische Ideen verbreitet. Mit zwei Prozent der Bevölkerung in Italien bilden Muslime die größte religiöse Minderheit nach der vor allem durch Einwanderung aus Rumänien angewachsenen Gruppe der orthodoxen Christen.

Die römisch-katholische Kirche besitzt Rechtspersönlichkeit nach öffentlichem Recht und ist den auswärtigen Staaten gleichgestellt, die in der italienischen Rechtsordnung Subjekte des öffentlichen Rechts sind. Zur zweiten Stufe gehören die Körperschaften der Waldenser, der Juden, der Lutheraner, der Baptisten, der Pfingstler und der Adventisten, welche Vereinbarungen mit dem italienischen Staat geschlossen haben. Sie sind staatlicherseits anerkannte Vereine.

Auf der dritten Stufe stehen in Italien die Muslime als zweitgrößte und die Zeugen Jehovas als drittgrößte „Konfession“ sowie einige Gruppierungen, die teilweise der öffentlichen Ordnung widersprechen. Die Muslime besitzen durch das Gesetz Nr. 1159 vom 24. Juni 1929, das die Ausübung der in Italien zugelassenen Religionen regelt, staatliche Anerkennung und Rechtspersönlichkeit nach dem staatlichen Vereinsrecht.

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