Mädchenbeschneidung: ADRA findet in Kenia mit Ersatzritus Akzeptanz

Dresden | 2. Juni 2011 | APD |

Dresden, 02.06.2011/APD   Dank der Zusammenarbeit mit einer kenianischen Nichtregierungsorganisation bei den Massai in Kenia, habe die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland mit ihrer Strategie zur Verhinderung der Mädchenbeschneidung Erfolg, sagte Fritz Neuberg, Projektleiter für interkulturelle Projekte bei ADRA Deutschland auf dem "Markt der Möglichkeiten" beim 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden.

Je jünger ein Massai-Mädchen sei, wenn es von ihrer Familie als Braut "verkauft" werde, desto teurer wäre es. Andererseits trage es dadurch vermehrt zum Unterhalt ihrer Herkunftsfamilie bei, so die Information zur Mädchenbeschneidung am ADRA Ausstellungsstand in Dresden. Heiraten könne es dagegen erst, wenn es beschnitten sei.

Die ADRA-Strategie zur Bekämpfung der Genitalbeschneidung bestehe darin, 160 Mädchen in einem Internat in Kajiado und in Familien unterzubringen. Die Jugendlichen seien teils vor der Beschneidung geflüchtet oder von der Polizei im Internat abgegeben worden. Dort könnten sie zur Schule gehen, würden mit allem Lebensnotwendigen versorgt und hätten einen geschützten Rahmen, um in Würde erwachsen zu werden.

Zudem habe ADRA die Etablierung eines Ersatzritus erreicht. Die Mädchenbeschneidung werde zwar abgeschafft, aber die Aspekte einer Einführung ins Erwachsenenalter würden beibehalten, sagte der Pressesprecher von ADRA Deutschland, Heinz-Hartmut Wilfert.

Da alle wichtigen Persönlichkeiten, die bei Beschneidungen mitwirkten, an diesem Initiationsritus beteiligt seien, finde er eine hohe Akzeptanz, sodass bereits auch Knaben daran teilnähmen, so Wilfert.

Weitere Informationen zum Engagement von ADRA Deutschland gegen die Mädchenbeschneidung finden sich im Internet unter www.adra.de.
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