Blindenhörbücherei betreut 3.290 Sehbehinderte

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt | 23. Januar 2012 | APD |

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 23.01.2012/APD   Rund 8.300 Tonbandkassetten und 24.700 CDs hat die Blindenhörbücherei der "Stimme der Hoffnung", Alsbach-Hähnlein, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an 3.290 Sehbehinderte im vergangenen Jahr versandt. Laut Hörbüchereileiter Pastor Andre Thäder sank die Zahl der mit Tonträgern belieferten Interessenten gegenüber 2010 um 152. Das liege einerseits an Krankheits- und Todesfällen, aber auch daran, dass weitere Mitglieder des Blinden- und Sehbehinderten-Bundes das "Hessen-Echo" nun per Download beziehen würden.

Regelmäßig werden zehn Zeitschriften und 464 Buchtitel auf Kassette und CD ausgeliehen, davon waren im Vorjahr 17 Titel neu. Ungeachtet der Zugehörigkeit zu einer Kirche oder einem Blindenverein kann jeder Sehbehinderte oder Blinde die gewünschte Literatur kostenlos beziehen.

Die seit über 40 Jahren bestehende Blindenhörbücherei arbeitet mit einer Voll- und einer Teilzeitkraft. Bis März beziehungsweise Juli 2011 kümmerten sich zwei Zivildienstleistende um das Kopieren und den Versand der Kassetten und CDs. Durch den Wegfall des Zivildienstes habe es "einschneidende Veränderungen" gegeben, so Thäder. Der Bundesfreiwilligendienst käme aufgrund seiner Rahmenbedingungen nicht in Frage. Durch Urlaub und vorgeschriebene externe Lehrgänge seien die "BufDis" fast ein Vierteljahr nicht am Dienstort. So wäre eine kontinuierliche Arbeit nicht gewährleistet. Da es im adventistischen Medienzentrum in Alsbach-Hähnlein, zu dem die Blindenhörbücherei gehört, mehrere hauptamtliche Tontechniker gibt, sei ein Teil der bisherigen Aufgaben abteilungsübergreifend an diese Mitarbeiter übergegangen. Bei den anderen, manuellen Tätigkeiten setzen sich jetzt vier ehrenamtliche Helfer ein.

Außerdem lesen zwei Aushilfskräfte Zeitschriften und Bücher. Bücher werden auf CDs im MP3- und DAISY-Format umgestellt, sodass keine neuen Bücher mehr auf Kassette hergestellt wurden. Bei den Zeitschriften geschieht der Umstieg von Kassette auf DAISY-CD schrittweise. DAISY bedeutet "Digital Accessible Information System" (Digitales System für den Zugang zu Informationen) und ist ein vorwiegend für Blinde und Sehbehinderte entwickeltes Hilfsmittel. Es erleichtert den Hörern beispielsweise das Finden von Kapiteln und ermöglicht das Blättern in einem Buch oder einer Zeitschrift.

Die Hörbücherei kopiert und versendet auch das alle zwei Monate erscheinende "Hessen-Echo" des Blinden- und Sehbehinderten-Bundes Hessen e. V. sowie die Zeitschrift "Gemeinsam" des Blindenbundes Darmstadt als DAISY-CD. Die Zusammenarbeit mit beiden Vereinen, der Blindenseelsorge der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie der Seniorenbetreuung der Stadt Darmstadt würde laut Thäder weiter gepflegt und helfe, auf die Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen. Die Blindenhörbücherei ist Mitglied in der Mediengesellschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e. V. (Medibus).

Zudem teilte Pastor Thäder mit, dass die Zusammenarbeit im adventistischen Medienzentrum in Alsbach-Hähnlein "sehr konstruktiv" sei. Die Blindenhörbücherei übernehme Radiosendungen des "Hope Channel" für ein monatliches Abonnement, das den Sehbehinderten kostenlos angeboten werde. Andererseits würden die in der Blindenhörbücherei gelesenen täglichen Andachten auch über "Hope Channel"-Radio ausgestrahlt. Zusätzlich seien die Andachten am Telefon und per Podcast zu hören. Dass im letzten Jahr 234.706 Zugriffe auf den Podcast erfolgten, zeige den Bedarf an solch einem Angebot. Das seien immerhin 643 Nutzer pro Tag.

Im Juli 2011 gab es in Zusammenarbeit mit dem Advent-Wohlfahrtswerk eine Blindenfreizeit in den Südtiroler Dolomiten. Daran nahmen 20 Personen teil. Auch in diesem Jahr findet wieder eine Freizeit für Sehbehinderte, Blinde und deren Angehörige statt; und zwar vom 11. bis 25. Juni im CVJM-Gästehaus Hintersee in Ramsau im Berchtesgadener Land.

Ein Katalog mit allen Angeboten kann bei der Blindenhörbücherei der "Stimme der Hoffnung", Sandwiesenstraße 35, 64665 Alsbach-Hähnlein, Telefon (06257) 506 53-35, Telefax (06257) 506 53-84, E-Mail: andre.thaeder@stimme-der-hoffnung.de, angefordert werden. Anfragen sind außerdem in Braille-Schrift möglich.

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