Brüssel/Belgien, 15.02.2016/APD   Am 14. Februar hat die regionale Kirchenleitung der Adventisten in Belgien und Luxemburg (Fédération Belgo-Luxembourgeoise, FBL) eine Entscheidung des FBL-Vorstands vom 29. November 2015 publiziert, wonach auf ihrem Gebiet solange keine Pastoren mehr ordiniert werden sollen, bis adventistische Pastorinnen gleichermaßen wie Pastoren ordiniert werden können. Zudem sollen Pastorinnen in ihrem Gebiet lohnmäßig gleich wie die männlichen Kollegen behandelt werden.

Die adventistische Weltsynode in San Antonio, Texas/USA, hatte es im Juli 2015 abgelehnt, den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) zu gestatten, in ihrem Gebiet tätige adventistische Pastorinnen zu ordinieren. Diese Entscheidung habe in der adventistischen Welt viele Reaktionen hervorgerufen, so auch in Belgien und Luxemburg, schreibt Pastor Jeroen Tuinstra, FBL-Präsident, auf der FBL-Website.

Mit diskriminierender Handhabung nicht einverstanden
Diese Entscheidung des Vorstands der Adventisten in Belgien und Luxemburg, so lange keine Ordinationen mehr vorzunehmen bis adventistische Pastorinnen gleichermaßen wie Pastoren ordiniert werden könnten, sei das Produkt einiger Sitzungen und vieler Diskussionen. Es gehe dem FBL-Vorstand darum, die Berufung von Frauen zum Pastorendienst zu unterstreichen, wie dies auch seitens der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), der teilkontinentalen Kirchenleitung (Intereuropäische Division, EUD) sowie der überregionalen Kirchenleitung für Frankreich und Belgien (UFB) geteilt werde. Die regionale Kirchenleitung der Adventisten in Belgien und Luxemburg (FBL) „möchte aber gleichzeitig ausdrücken, dass sie mit der aktuellen, ungerechten Handhabung nicht einverstanden ist“, so Tuinstra.

In der Einleitung zur FBL-Entscheidung wird festgehalten, dass seit Jahrzehnten in der adventistischen Weltkirche Entscheidungen bezüglich der Leiterschaft von Frauen getroffen worden seien, auch dass sie als Pastorinnen ausgebildet und arbeiten könnten und dass Kirchengemeinden Frauen und Männer ohne Diskriminierung als Älteste und Diakone/Diakoninnen einsegnen könnten. Dieses Prinzip der Gleichberechtigung von Frauen und Männern habe auch die Entscheidung des Vorstands der Adventisten der überregionalen Kirchenleitung in Frankreich und Belgien (UFB) vom 11. November 2015 im Auge gehabt, damit sich Pastorinnen, ebenso wie ihre männlichen Kollegen, im Rahmen ihrer Berufung entwickeln könnten.

Die Beschlüsse der regionalen Kirchenleitung der Adventisten in Belgien und Luxemburg (FBL) beinhalten drei Entscheidungen:

1. Entscheidung: Aussetzung aller Ordinationen von Pastoren
In einer Mehrheitsentscheidung habe der Vorstand der Adventisten in Belgien und Luxemburg (FBL) beschlossen, alle Pastoren gleich zu behandeln und keine Ordinationen mehr durchzuführen. Mit dieser Entscheidung hoffe der FBL-Vorstand, der schriftlichen Aufforderung der Mehrheit der ordinierten Pastoren nachzukommen.

2. Entscheidung: Gleiche Entlohnung für Pastorinnen und Pastoren
Einstimmig habe die regionale Kirchenleitung für Belgien und Luxemburg (FBL) zugestimmt, dem Vorschlag der überregionalen Kirchenleitung für Frankreich und Belgien (UFB) zu folgen und Pastorinnen sowie Pastoren gemäß ihrer Einstufung gleich zu entlohnen.

3. Entscheidung: Erweiterung der Kompetenzen für nicht-ordinierte Pastoren
Per Mehrheitsbeschluss habe der FBL-Vorstand einen dringenden Vorstoß an die teilkontinentale Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division, EUD) gerichtet, um die Kompetenzen der nicht-ordinierten Pastoren in folgenden Bereichern zu erweitern: Ordination von Ältesten, Diakonen/Diakoninnen sowie das Gründen und Zusammenlegen von Kirchgemeinden.

Information des FBL-Vorstands auf Französisch:
http://www.adventist.be/secu/news/det_news.php?id_news=1145&lang=F

Informationen von SPECTRUM bezüglich der FBL-Entscheidung auf Englisch:
http://spectrummagazine.org/article/2016/02/14/belgian-luxembourg-conference-suspends-all-pastoral-ordinations

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