Frankreich: Adventisten eröffnen „Internationales Zentrum für Religionsfreiheit und öffentliche Angelegenheiten“

Collonges-sous-Salève/Frankreich | 9. Februar 2017 | APD |

Am 4. Februar wurde in Collonges, auf dem „Campus Adventiste du Salève“, der adventistischen Hochschule in Frankreich, das erste Internationale Zentrum für Religionsfreiheit und öffentliche Angelegenheiten der Adventisten eingeweiht.

Nach Angaben von Campus Adventiste haben Botschafter Ibrahim Salama, Direktor der Abteilung für Verträge im Zusammenhang mit Menschenrechten am Büro des Hochkommissariats für Menschenrechte der UNO in Genf, und Dr. Ganoune Diop, Direktor der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung mit Sitz in Silver Spring, Maryland/USA, das Zentrum eröffnet. Geleitet wird das neue Zentrum durch Dr. John Graz, der von 1995 bis 2015 die Funktion von Ganoune Diop inne hatte und nun den aktiven Ruhestand im französischsprachigen Teil der Schweiz verbringt.

Jean-Philippe Lehmann, Direktor des „Campus Adventiste du Salève“ führte in der Eröffnungsansprache die historischen und geographischen Gründe an, die zur Einrichtung des Zentrums in Collonges geführt hatten. So habe der Adventist Dr. Jean Nussbaum 1946 in Paris die Internationale Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (Association internationale pour la défense de la liberté religieuse, AIDLR) gegründet und ein anderer Adventist, Jean Weidner, niederländischer Geschäftsmann und Diplomat, habe im Zweiten Weltkrieg das Fluchtnetzwerk Dutch-Paris gegründet und mehr als 1.000 verfolgte Menschen aus dem besetzten Westeuropa gerettet. Sein Vater hatte auf dem Campus Adventiste du Salève unterrichtet. Aus geographischer Sicht sei die Nähe zu Genf wichtig, da die Stadt ein Zentrum der Reformation gewesen und der Sitz vieler internationaler Organisationen nicht zuletzt im Bereich der Verteidigung der Menschenrechte sei, so Lehmann.

Ganoune Diop sagte bei der Eröffnung, dass die Religionsfreiheit die erste aller Freiheiten sei. Sie schließe die Gedanken-, Wahl- und Gewissensfreiheit sowie die Freiheit zur Meinungsäußerung ein. Menschenrechte seien ineinandergreifend und unteilbar.

Das Internationale Zentrum für Religionsfreiheit und öffentliche Angelegenheiten werde Forschung befördern, Publikationen veröffentlichen, Veranstaltungen organisieren und zur Ausbildung der Studenten beitragen.

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