Mit einem Live-Gottesdienst am 29. Oktober unter dem Motto „Hier stehe ich“ aus der Adventgemeinde Wittenberg eröffnete die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten das Jubiläumsjahr zur Erinnerung an 500 Jahre Reformation. Der Gottesdienst wurde im adventistischen „Hope Channel“ Radio und Fernsehen gesendet und von über 200 Adventgemeinden in Deutschland in ihren Gottesdiensten live verfolgt. Zudem nutzten mehr als 300 Interessenten den Livestream.
Bei der in Berlin tagenden 108. Generalversammlung des Evangelischen Bundes zur Thematik „Friede in einer gefährdeten Welt“ sprach Dr. Dorothea Wendebourg, Professorin für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin, über Martin Luthers Berufsethik für christliche Soldaten. Der Reformator habe die Frage bejaht, ob Christen als Soldaten Krieg führen dürften und im Fall eines Krieges auch gegen das Tötungsverbot der Bibel handeln könnten. Das sei ihnen aber nur erlaubt, wenn es um einen Verteidigungskrieg gehe. Nach Luthers Auffassung und Theologie diene die Erhaltung der staatlichen Ordnung mit Gesetz, Polizei und Militär der Welterhaltung.
Das Neue Testament auf Deutsch und Persisch ist jetzt bei der Deutschen Bibelgesellschaft erschienen. Der Bibeltext der zweisprachigen Ausgabe wird auf Deutsch in der Übersetzung der „Gute Nachricht Bibel“ wiedergegeben, auf Persisch in der „Today‘s Persian Version“. Zum gemeinsamen Lesen sind die entsprechenden Bibeltexte jeweils parallel angeordnet. Die zweisprachige Ausgabe (ISBN 978-3-438-02684-2) hat 656 Seiten und kostet 12,95 Euro.
Von der katholischen Lehre her ist die Exkommunikation Martin Luthers (1483-1546) bereits aufgehoben. Dies sei mit dem Tod des Reformators geschehen, sagte der vatikanische Ökumene-Beauftragte Kurienkardinal Kurt Koch am 26. Oktober vor Journalisten im Vatikan. Der Schweizer Kardinal erinnerte daran, dass drei nachkonziliare Päpste bereits „viele positive Sachen über Luther gesagt haben". Ökumene-Experten sehen laut Kathpress (KAP) Anzeichen, dass die im Zuge des Papstbesuchs vom 31. Oktober in Lund/Schweden veröffentlichte Gemeinsame Erklärung von Vatikan und Lutherischem Weltbund auch eine Öffnung zur gegenseitigen Teilhabe am Eucharistischen Tisch beinhalten könnte.
„Fröhlich in dir – Gemeinsam glauben und beten in Europa“ ist der Titel des Gebetbuchs, das die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zum Auftakt des 500. Jubiläums der Reformation herausgibt.
Richter David Maraga (64) wurde am 19. Oktober zum Präsidenten des aus sieben Richtern bestehenden obersten Gerichtshofs von Kenia vereidigt. Er ist Siebenten-Tags-Adventist und sagte vor seiner Wahl bei der Anhörung vor der Justizdienstkommission, dass er am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, als oberster Richter nicht arbeiten würde. Maraga ist der erste Adventist, der in einem Land zum Präsidenten des obersten Gerichtshofs gewählt worden ist, wie Adventist Review (AR), nordamerikanische Kirchenzeitschrift, berichtete.
Am 22. Oktober haben die Siebenten-Tags-Adventisten der ersten Kapelleneinweihung vor 130 Jahren in Tramelan sowie der Anfänge ihrer Kirche in der Schweiz gedacht. Auf der Veranstaltung, die aus Platzgründen sowohl in der Kirche der Mennoniten am Ort als auch in der ehemaligen Kapelle der Adventisten stattfand, nahmen rund 200 Personen teil.
Am 21. Oktober hat die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten offiziell den Film „TELL the WORLD“ über die Anfänge der evangelischen Freikirche in vier Sprachversionen auf YouTube eingestellt.
In ihrer am 20. Oktober veröffentlichten Botschaft zum Reformationsjubiläum beleuchtet die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) den Einfluss, den die Reformation bis heute „auf Christen weltweit und auf ganze Gesellschaften hat.“ Den Freikirchen sei es ein Anliegen, sich im Jahr des Jubiläums auf ihre Wurzeln in der Reformation zu besinnen, so VEF-Präsident Ansgar Hörsting: „In reformatorischer Tradition stehen wir für einen christlichen Glauben, der Menschen freimacht. Und wir sind Teil einer historischen Bewegung, aus der wichtige Errungenschaften der modernen, freiheitlichen Gesellschaften erwachsen sind. Diese Werte vertreten wir aus unserem Glauben heraus.“
Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA), ein Bund von Christen aus evangelischen Landeskirchen, Freikirchen und christlichen Gemeinschaften, hat am 19. Oktober in einem Gottesdienst in der St. Matthäuskirche in Berlin-Tiergarten Uwe Heimowski (52) in sein neues Amt als Beauftragter der DEA beim Deutschen Bundestag und am Sitz der Bundesregierung eingeführt. Sein Vorgänger Wolfgang Baake wurde in den Ruhestand verabschiedet.